unb verderblich htngesteltt werben wird Ferner wirb der Diktator wahrscheinlich. um sich zu cnt- lasten, da« Aussen- und daS ArkflOminiifenum, das er neb^n der Präsidentschaft verwaltete, von neuen Männern besetzen lassen Unglucksprophe- len behaupten, dass da- Fest der Diktatur durch Unruhen gestört werben wird. Äber diese Unken
rufe finden feinen Glauben Sine Revolution liegt m -Zprim ausserhalb des "A;reiche- der 7lkvglichint v* gibt feine Organisation, die hd> gegen die Drltatur auslehnen könnte. Primo de Rivera bleibt, bis ihn feine Krankheit ( Zuckrr- srankheitt oder sein Patrioti-mu- veranlassen, srciwisiig zurückzutveton
Studienanstalt. Oberrealschule.
Aeichsjiigendwettkäinpse und Zahngedenkseier der Gießener Schulen.
Lehrer Kling de' sich um die Durchsührung der Vecanst.iltung seh. b'müht hatte, die Bekanntgabe der Siegerinnen und Sieger der Reich-iugendwettkämpse. Ein flott gcspiclt?r Schlussmarsch d:S Orchesters beendigte die schöne Feier.
Ergebnisse der Reichsjugendwettkampfe.
Ts bedeuten: Stuss. »Anst. Gym. Gymnasium, OB. RG * '
Auch in biefem 3ahr führten sämtliche Schulen unserer Stadt die Reich - j u gen d w e t t- kämpfe gemeinschaftlich durch. Ueber 300 Schüler und nahezu 150 Schülerinnen nahmen an den CBkttfämVicn. die in je drei Stufen zur Durchführung kamen, teil. Bei äusserst günstigem Wetter entwickelte sich am Freitag aus dem Spielplatz der Universität ein frohes Treiben, um die volkstümlichen Hebungen zu erledigen. Am Rachmittag traten alsdann die 27 Riegen in bem Schulhoie der Oberrealschule an. um die Geräteübung.n durchzusühren. Der Verein der Giessener Turnerschait. der L. V. 1846 und der Männerturnverein. stellten wie alljährlich die Kampfrichter zur Dersügung. so ein Zeichen ihrer Verbundenheit mit den Schulen sowohl als auch mit d?n Wettkämpfen an sich gebend, wofür ihnen herzlicher Dank g buhrt Die Verkündigung der Ergebnisse wurde am Mittwoch, dem 12. September, in der Volk-Halle vorgenommen und mit ihr eine
Zahnfeier
der Giessener Schulen verbunden. Es muss als ein äusserst glücklicher Gedanke bezeichnet werden, die turnerischen Wettkämpfe mit einer Ehrung Friedrich Ludwig Jahn-, de- Vater-- der Turnkunst zu verbinden.
Die Iahnfeier war in ihrer Durchführung eine glänzend gelungene Veranstaltung, die den Beteiligten alle Ehre machte. Sämtliche Darbietungen gesanglicher, musikalischer oder turnerischer Art wurden von Schülerinnen oder Schülern der bieiig?n Schulen bestritten. Das Orchester der Obeirealschule unter Leitung von Studirnrat Hillenbrand war von Schülern de» Realgymnasium-, des Gymnasiums und Schülerinnen der Studienanstalt verstärkt wor- beit Mit grosser Hingabe und freudiger 7k- geifterung entl digten sich die jungen Künstler ihrer Au gäbe und trugen so nicht unwesentlich zum Geling-n d?S Ganzen bei. Eine hochwertige Bereicherung in der Folge der Darbietungen brachte drr g osse Chor, der aus über 200 Schülern du Oberrealschule, des RealgyMf.a- siumS und de- Gymnasium- zusammengestellt war. Unter Leitung von Reallchrer Blass würben zwei Lieder sehr sein ausgeglichen zu Gehör g bracht. Dass aber in einer Festfolge, die als Grundlag: eine Sahnehrung bat. turnerische Darbietungrn in grösserem Rahnwn erscheinen, ist eine Selbst Verständlichkeit. Fast alle Schulen trug.n durch irgendwelche Vorführungen au» turnerischem Gebiete ihr Teil aur Feier bei. Man hatte sogar den Eindruck, bass vielleicht zu viel geboten wurde. Zunächst zeigten die Schüler der Volksschulen „Freiübungm", denen sich ein »Singreigen' der Schülerinnen von der Goetheschule anschloss. Die Schüler de- Gymnasiums warteten mit gewandten Sprüngen am Pferde auf. während die Schüler der Ober- realfchule eme Riege am Barren stellten. Die Realgymnasiasten hatten als Vorführung Bodenübungen gewählt. Die Schülerinnen der Stu- dkenanstalt zeigten eine „Körperschule", die in ihrer Aussührung von DewegungSüdüngen durchsetzt war. Diese turnerischen Hebungen umrahmten in finniger Form die von Herrn Oberftu- Nenöireltor Henk g halten«
Zahngedächtnisrede.
Gs würde zu weit fuhren, die vorzüglichen Ausführungen d.s Redners in ihrer aanzen Liefe hier zu besprechen. Da» Lebensbild und Lebxnswerk Jahns ist ja in letzter Zelt so zur Kenntnis brätel Schicht.n d s deutschen Toi ei gekommen, wie es dieser kernige, aufrechte deutsche Mann verdient Die Worte des Redner», die Ansiang und Beifall auslösten, fandeir in dem wuchtig durch die Halle brausenden Deutschlandlied ihren Abschluss. Hieraus erfolgte durch
Handelsschule.
Hnabcn-kbcrsiusc, Jahrgänge 1910,11
Fünskam ps. bestehend aus je einer Uebung an Reck und Barren. 100-MeIer-Laus. Hochsp.ung und Kugelstossen, 34 Teilnehmer. 25 ©wger. 1 Sieg Fritz Wols. Gymn., mit 110 Punkten: 2. Karl Marx. OR. (109); 3 Karl Haibach. OR. (104); 4. Herbert Tutti, Vogtsche Hdsch. (97); 5 Wilh Rau. OR.. (94); 6. Werner Loh. Gymn.. (93); 6 Heinr. Müller. RG. (93); 8. Ernst Stengel. OR. (93); 7. Ferdinand Stremniel. OR.. (92); 8. Heinz Rolhennel. OR.. (90); 9. Willi Dörr. OR., (87); 10. Erich Rahlf, OR.. (86;; 11. Karl 5redigier. OR (84); 12. Otto Feilrng. RG. (83); 13. Friss Dasmmrich. OR.. (81). 14. Otto Jüngst. RG.. (80); 15. Willi Roth, RG. (78); 16. Fritz Echlarb. Gymn., (76); 17. Wilhelm Gontrum. OR.. (73); 18. Richard Croon, OR. (71); 19. Hans Anschütz. Oeffentl. Han- del-sehranstafk. (70); 20. Fri-brich Thiel, OR.. (69). 21 Han» Gwlnner. OR.. (68); 21. Otto Paul. OR., 68); 22. Heinz Dellen. OR.. (.87).
Knabcn-Miitclstufc Jahrgänge 1918/13.
Fünfkampf, bestehend au» einer Hebung an Reck. Barren. VaUwettwurs. 100-Meter- Lauf und Weitsprung. 82 Teilnehmer. 40 Sieger. 1. Karl Geller, OR.. mit 105 Punkten; 1. Erich Ploch. OR (105): 2. Oskar Bier. OR. (104); 2. Hans Schütz, OR. (104); 3. Otto Kern, öffentl. Handelslehronst.. (102); 4. Gwil Morler. OR. (101); 5. Otto Lindenstrulh. RG., (99); 6. Helmut Marx, OR.. (98); 7. Erich Hart- mann, RG. (91); 8. Heinrich Schlössinger, OR., (89)- 9. Emst Osswald, RG. (85); 10. Helmut Mootz. OR. (83); 11. Richard ßeru. OR. (82); 12. Han« Georg Steuerwald, OR. (81); 13. Erwin Körber, OR. (79); 13. Gustav Seibert, OR.. (79); 13. Hans Vogt. RG (79); 14. Kurt Zeiger. OR. (78); 15. Heinr. Schmandt. RG., (76); 16. Fritz Arnold, RG. (75); 16. Wolfgang Brehm. OR. (75); 17. Rudolf Deyersdörser, OR., (74). 17. Augxist Habrich. Ghm. (74); 18. Walter Fritzges. OR.. (73); 19. Hans Loeb. OR. (72); 19. Ernst Michael, OR., (72); 20. Karl Jäger, OR., Willi Keiner, Oeffentliche Han- delslehranstalt, Walter Krömmelbein, RG., Karlemst Waldschmidt, OR., Richard Zimmer- maftn, Oeifenll. HandelSlehranst. (71); 21. Theodor Drebes. OR. Ernst Faulstich, OR., Walter Gunther. OR. Günther Hollmann. OR. (70); 22. Friedrich Baumann. OR., Ludwig Haardt. Goeth?-Sch.. Klaus Wachsen, OR. (69); 23. Helmut Balscr. Oeffentl. HandelSlehranst, Ludwig Lenz, RG. (68).
Knabcn-Unterstufe, Jahrgänge 1914,15.
Fünfkampf, bestehend aus je einer Hebung am Reck und Barren, Weitsprung, Dallweitwurs und 100-Meler-Lauf, 193 Teilnehmer, 100 Sieger. l.Sieg Wilhelm Gräf, Gym. mit 114 Punkten; 2. Ernst Lippert, OR. (101); 3. Walter Lenth. Gym. (100); 4 Haik Schnndt, Ghm. (99); 5. Kurt Strack. RG (94); 5. August Loh, OR. (94);
Realgvnasium. Goethe'Sch - Goethe- schule. Pestal. Sch. Pestalozzilchule. Schiller- Sch. SchNeeschule. Oessent. Hdl. - Oeffcnt- liche HandelSlehranstatt Vogtsche Hdl. Vogtsche
6. Walter OR (93): 7. Assoll SmSbach c-R (921; 8 Wüli ölkrw’er, OR. (90); 9. Kurt Faber RG 9. Ludwig 3vh. Goethe-Sch. (89); 9. August Schweitzer, Pestal -Sch. <89r 10. Heinrich Schlamp, Pestal -Sch. (88); 11. Fritz Hammerschlag. RG (87 ■. 11 Kurt Reuschling, OR. <87): 11. Ludwig Schäler. RG- <87);
12. Erich Eichhorn, OR (86); 12. Mar Baum- stieger, Goeth?-Sch <86); 12. Siegfried Metz OR. (86); 12. Karl Thron. Ghm. (86); 13. A bett Körner, Pestal.-Sch. (85); 13. Rudolf Lang. RG. (85); 13 August Ottrrbein, OR. (65). 14 Christian Möbus. OR (64i. 14 Karl Müller OR. (84); 14 Emst Weeg. OR (84>. 15. Wilhelm Findt, Oefsenil. Hand-Lehranst. i83); 15. Karl Weigand, RG (83); 16. Otto Rein. OR (82);
17. Willy Ma'ern, Goethe-Sch. <81); 17. Karl Müller, OR. (81); 17. Karl V^hmann. OR. (81);
18. Friedrich Loh. OR 183); 18. Wsthelm Vogel- Höfer. OR. <80,; 18 Max We irr. Pestal.-Sch <30); 19. Erwin Boss, Pestal.-Sch (78); 91. Rots Schmidt. OR <78): 19. Heinz Schnappauf. OR. (78); 20. 03 I i Hab cht. Go t.,e^2ck, (77); 20. Ernst Keibel, Goeihe-Sch (77); 20. Wilhelm Leib. Goethe-Sch (77); 21. HanS Happel, RG (76); 21 Wk.'helm Veppler. OR (76); 21 Heinz Schellenberger. OR (76); 21. Georg Vetty OR (76); 21. Paul Wagner. OR. (76); 22. Wckli Fourier, Goethe-Sch (75); 22. Ernst Jung, OR 175). 22. Julius Kaps, OR. (75); 22. Heinrnch Schorge, OR. (75); 22 Albert Wagner. OR. (75); 23. Heinrech Emmerich, Pestal.-Sch (74); 23. Erich Kinkel, OR. (74>; 23. Jost Kipper. Ghm. (74); 23. Wilhelm Schlaudraff. Gym. (74);
23. Willi Schmidt, Goethe-Sch. (74); 23 Manfred Zwang. OR (74). 24. Heinz Q5artb. OR. (73); 24. Ollfred Huber. OR. (73); 2d. Helmut Hudel, RG. (73); 24. Ernst Pfeffer. Pestal.-Sch. (73); 24. Helmut Rcunrng. Gym (73); 25. Paul Heid» lindemann. OR. (72), 25. Reinhold Köhler, Pestalozzi-Schule (72); 25. Rupprecht Krausch, ®nm (72); 25. Willi Stvrger, Pestal.-Sch. (72): 26. Heinrich Beppler. OR (71); 2o. Ollbert Rocker, Goethe-Sch. (711, 26. Karl Otto, Goethe-Sch. (71); 26. Karl Schuh. Goethe-Sch. (71); 27. Helmut Arnold. RG (70); 27. Heinrich Enkirch. Goethe-Sch. (70); 27. Willi Luckhardt. OR. (70); 27. Viktor &.f’!arb, Ghm. (70); 28 Emil Otbert, OR (691; 28. Swlld Tram«, Gym. (69); 28 Siegfried v Vülhingsloewen, Gymn. (69); 28 Walter Dörr. OR (69); 28. Hermann Falk Goethe-Sch. (69); 28. Otto Hupp. Goethe-Sch (69); 28. Emst Stuhl, OR. (69). 28. Siegfried Taubei. Ghm. (69): 28. Helmut Will. OR (69); 29. Han« Obader, Pestal -Sch. (68); 29. Adolf Bausch. Ghm. (68); 29. Helmut Brüning, Gym (68), 29. Emil Bürck, 'Pestal.-Sch. (63); 29. August Faber, OR. (68); 29. Ernst Häuser, OR. (68); 29. Alfred Jäger, Pestal.-Sch. (68); 29. Otto Knauss, OR. (68); 29. Hermann Leutheuser, Pestal.-Sch. (68); 29. Georg Schmidt, RG. (68); 30. Karl Burkhard, Ghm. (67); 30. Otto Kompf, Goel he-Sch. (67);
30. Karl Leib, OR.. (67); 30. Helmut Lenaer, Gym (67); 30. Wilhelm Schmelz, OR. (67); 30. Hermann Schütze, OR. (67); 30. Willy Weber, Pestal.-Sch. (67).
Mädchcn-Lbcrftnfc, Jahrgänge 1910/11.
Dierkampf, bestehend au« je einer Hebung am Reck und Barren, Weitsprung und 75 Meterkauf, 3 Teilnehmerinnen. 2 Siegerinnen: 1. Sieg Martha Deiferth. Oeffentl. HandelSlehranst., 77 Punkte; 2. Dcfsi Oppenheimer. Stud.-Anst., 59. Madchen-Mittelftufc, Jahrgänge 1012/13.
Dierkatnpf, bestehend auS je einer Hebung am Reck und Barren. Ballwurf und 75-Meter- Lauf, 21 Teilnehmerinnen, 12 Siegerinnen. 1. Sieg Anneliese Döring. Stud.-Anst., mit 84 Punkten, 2. ßcnnl Schmidt, Oeffentl. HandelSlehranst. (80); 3. Hedwig Staubach. Stud.-Anst. (75); 4. Erna Conrad. Stud.-Anst. (70); 5. Lifelot e Roll, Stud.- Olnst. (63); 6. Olnni Simon. Stud.-Anst. (59); 6. Meta Amend, Stud.-Anst. (59); 7. Bertha Schmidt. Stud.-Anst. (56); 7. Hilde Susskintz, Stud.-Anst. (58); 8. Elfe Rau. Stud.-Anst. (55); 9. Lilv Qeinert. Stab - Anst. (54), 9. Liselotte Sattler. Stud.-Anst. (54).
Müdchcn-Nntcrstnfe, Jahrgänge 1914/15.
Dreikampf, bestehend au« 75-Meter-Lauf, Weitsprung. Ballweiiwur^. 116 Teilnehmerinnen, 55 Siegerinnen 1. Sieg Hildegard Haibach, Stud.- Olnst., mit 75 Punkten, 2. Erika Röhmlg, Goethe- Schule (71); 3. M. Koch, Stud.-Anst. (70); 3. Ria Philipp. Stud.-Anst. (70); 4. Hilde Roll. Stud.-
Verhängnisse.
Vornan von LieSbet Dill.
Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale).
25. Fortsetzung. Nachdruck oerboten.
„Wir sprachen eben von dem Schlüssel, der im (Barten von Herrn Dupon gesunden wurde. Wissen Sie etroa» davon, Herr (Bontarb?"
„In', sagte Charles, „dav war ein alter Hos- schlüssel, den jemand im (Barten verloren haben muss."
„Unb den hatten Sie tn Verwahrung?"
„Pa, den hatte ich im (Beldschrank liegen."
„Also diesen zweiten Schlüssel hatten Sie auch '
„Ja, der Gärtner brachte ihn einmal an. Er hatte ibn probiert, er passte aus die Hostiir und die Kellertür. Aber da dort nie einer eingebrochcn ist unt) ihn niemand benutzte, habe ich ihn Im Schranke vergessen."
„Haben Sie nie gemerkt, daß jemand in dem Duponschen Hause mar?"
„Nein, der (fapl toi ne wohnte immer bei uns und hohe seinen Schlüssel nur ab, um dar- Hau» nach. Zusehen, ör blieb immer nur zwei oder drei Tage. Die letzten 3ohrc Ist überhaupt niemand mehr ljin- elngefcmmcn. Nur einmal der Makler, der Interessenten das Haus zeigte. Ich habe es feit Jahren nicht mehr betreten '
Ter Richter ließ bfefc Angelegenheit fallen und kam wieder auf Artemis zurück.
„Sagen Sie mal, haben Sie irgendeinen Verdacht, dass icmanö aus bem Gontardschen Haufe irgendwie die Hände tin Spiele gehabt hat, bei dieser Sache? ' wurde fic gefragt.
Die Alte fchwtcg. „Da» kann ich nicht jagen. Unsere Taten fleht nur (Bott ..."
„Ach, machen Sie doch keine Redensarten", un« lerbrad) sie der Richter. „Ich fraae Sie, ob Sie einen beftimnuen Verdacht haben, dass Frau Gon hirb irgendwie mit bem Mord zusammenbängt? Oder dabei interessiert war ober den Mftrder kannte?"
Die Alte schwieg lange.
„Nun?"
Artemis schallte auf den stillen Platz vor dem Gericht. Sie hatte die zwei Jungens, die an dem Brunnen standen, in ihren dunkelblauen Anzügen, erkannt. Der eine turnte über die eiserne Stange, und fischte mit einem Stock in dem Wasser umher. Sie lachten und schienen sich über etwas zu freuen, was sie da in dem Wasser sahen. Unb sie bespritzten sich mit Wasser, wie sie es als kleine Kinder getan batten, wenn Artemis sie abends badete. EinStich ging ihr durchs Herz. Es waren die Söhne von Herrn Thartev. Sie halte sie In dem Arm gehabt, als sie zur Welt kamen, hatte sie gewaschen und an» gekleidet, ihnen zu essen gegeben, sie ausgefahren, ale sie klein waren. Nun waren sie gross. Dort unten warteten sie auf Ihren Vater und auf die Mutter. Kinder ... Sie wussten nicht, wac> hier in dein hohen fühlen Sandstelngebaiide vor sich ging, zu dieser Stunde. Dass der Ruf ihrer Mutter an einem ganz dünnen Faden hing und dass ficf die alte Artemis, blefen Faden In der alten biirren Hand hielt.
„Run", erinnerte der Richter „was besinnen sie sich so lange?" Die Alte riss die Augen los von den beiden unschutdiaen Kindern da unten, die ahnungslos in der Mittaosonne mit dem Wasser spielten Es ging ein Ruck durch Ihren Körper.
„Die Leute haben so was geredet", wich sie aus.
„Was die Leute gesagt haben, interessiert uns jetzt nicht. Uns kommt es darauf an. ob Eie selbst dnen verdacht hatten auf Mitwisserschaft. Glauben Sie", der Richter schaute die Alte scharf an, „dass Frau Odette (Bonlarb Hern, Morin gekannt hat. und dass sie vielleicht in einer geheimen Verbindung mit diesem Manne gestanden bat dass sie mit seiner Hilfe verhindern wollte, baß die Erbschaft irgend semand anberem zufiel?"
Die fülle zauderte. Ihre Lipven bewegten sich, nlo ob sie iich die Worte in Gevanken wiederholte. In ihrem Kopfe vibrierten die Gedanken, und die Gefühle stritten sich in ihrem Herren.
Ta hörte man draussen die Stimmen von Äin- dem auflachen und rufen: „Vater, Vater!"
Die Alte stemmte ihren Regenschirm fest auf die Stelen unb saale kurz und bestimmt mit einer ganz bellen, oeranoerten Stimme: „Nein, Ich glaube nicht baß Frau (Bontarb diesen Herrn aus Mar leide gekannt bot unb daß sie mit der Tat etwas vt tun halte
Nun, was reden Sic bann für ein Zeug zusammen", sagte ber Richter, und schaute auf seine Uhr. „Sic erzählten uns lange Geschichten, nm zu beweisen, wieviel Uhr cs war, als Frau (Bontarb nach Hause kam. Unb nachher stellt es sich heraus, daß Sie viel zu schlaftrunken waren, um bas au wissen. Sie sagten |a selbst. Sie seien »ganz durcheinander'. Wenn man .durcheinander' ist, und dav selbst fühlt, unb man, wie Sie Jagen, nicht auf die Uhr gesehen hat, wie banmls, al5 Frau (Bontarb nach Hanse kam. so ist die Zett tatsächlich nicht mehr festzustellen, uno wir müssen uns damit zllfricben gelten, bass der Mörder die Tot clngcstanben hat."
Damit schlug der Richter bas blaue Aktenheft „Fall Longcville" zu unb sagte zu Artemis: „Sie sind cnUaf en."
Als die schwere, eifenbeschlugene Tür sich zwischen dem Gerian und ihr schloss, blieb die alte orau einen Augenblick flehen. Sie mar noch wie betäubt. Das Scrt)or die Anust und alle Silber, bie ber Anblick bet alten Stäotchens in ihr wieder erweckt halten, wirkten noch in ihr noch.
..Nichts uerjd)roeiflen unb nichts hinzufugen", hatte ber Richter gefugt, al» <r sie vereidigte. Ta» Herz schlug ihr wie cm Hammer bei dem (Bcban« ken, daß sie nicht alles gejagt halte, was sie wußte. Die «nie zitterten der alten Frau, als sie die Treppe hlnunterstieg. Sie nahm das Tuch au» dem Korbe unb wischte sich über die Stirn, wie um etwas fort» zuwijchen. Die Sonne draussen blendete sie. (Bott, wie ihr das Herz klopfte
Plcchlich riesen zwei helle Kindersliminen: „Artemis'"
Und die beiden Gontardschen Jungen liefen auf sie au und sprangen ihr an den Hal».
„Artemis, Artemis, vist du wieder da"" schrien sie und umarmten die Alte. ..Was machst du denn hier? Und nxirum bist du nicht mehr bei un»?"
Sie strich ihnen über die Lockenföpse. „Ich bin hergetommen wegen eines Prozesses. Ich habe gar keine Zeit. Ich muss gleich auf den Bahnhof."
„D nein, du kommst mit uns! Wie wird sich Vater freuen, wenn er dich sieht!" sagte der 8eitere. „Und Mama erst!" rief der Jüngere
Artemis t*r «rührt, ole kramte au» ihrem Henkelkorbe zwei Bonbons heraus und gab he den Jungen» Dann machte sie sich tos unb ging, ohne sich umzufehen, nach bem Vabnswf In ber Ecke de»
Anss. (66V 4 Gsie Schari bk Goetheschule 768);
5. Marie Siegler S Hille schule (851: 6. W Hamann. Stud.-Anst (63'; 6. Elise Häuker. Schiller- schule (63); 7. Marie Meyer. Stud.-Anst. (58); 8. Lina Simmcrmachrr. Stud.-Anst. (57): 9. A. Schneider. Schillerschule (56 . 10. G Hübner. Schiilerlchale (551: 10. 311e Mangold. Stvd.-Assst. (55); 11. Gretel Odel. Stud Anst. ;54): 11.3rm- garb Schön. Stud.-Anst. (54); 12. 3. v. 3aschke. Stud -Anst (53); 12. 3rma Selig Stud »Anst. (53); 13 M Derzbach Stud-Anst. (52>; 13. Emmi Hels. Stud-Anst (52»; 14. Hedwig Erörxr. Schlllerschulc (51); 14. V'riebe Feo. Stud.-Anst. (51). 14 E. Heller. Stud-Anü <51 < 14 E. Küpper. Stud.-Anst. (51); 14. Hiitraud Schepp. Stud-Anst. (51): 15. M. Fink. Stud-Anst. (50); 15. 5(U Zmmel. Stud.-Anst. (50); 15. Ellen Wegeii. Stud -Anst. (50); 16. Thea Hess. Stud.« Anst. '49>. 16. Otti Hoeth. Stuix-Anft (49.; 16. Minr.a Rikolai. Goethrfchuie (49i. 16. K. Goetz. Goetheschule (49): 16. Olli Richtk>:rg, Stud.- Anst. (49). 16. Marie Wagner. Goettieschul« (49); 17. Mar.echen Hahn. Goetheschule (48); Ic.El e Kraft. Schillerschuie (48.; 17. L. Ortb, Stud.-Anst. .48': 18. E Datz. Stud-Anft. (47); 18. Lifelvtte Hamm. Stud.-Anst. (47). 18. Glisgpeth Ort» müfier. Schillerschule (47); 19. Erna Frick. Voethe^ schule (46>; 19. Licsel Hofmann. Goetheschule (46); 20. E. Hotz. Stud-Anst. (45): 20. 3lft Pelka- Stichlenoth. Stud.-Anst. (45); 21. Grrtr Dippel. Stud-Anst (44); 21. Gerda Lor.nz. Doethefchu e (44); 21. Käthe Schn.'ller. Schillerschule (44); 21. 2lnni Schmidt. Schillerschule (44). 22. Ruth Goebel. Stud.-Anst. (42); 22 Ciefel Wagner. (Goetheschule (42 i; 23 Wilhelmine Brömer. Stud.-Anst (41); 23 Gertr. Beppler. Goetheschule (41): 32. Cuifc Schlaudrasf. Stud.-Anst (41); 24. Marie Hansel. Goetheschule (40); 24 Frieda Mai» Goetheschule (40).
Gtenographen-Bezirkstagung in Marburg.
Der Reichskurzschriftverein Gabcl-berger bt Marburg hotte die Herbst-Bezirk--' tagungbe« Dezi rk» Giessen im Hess- Ralf. Kurzschriftverband übernommen. Als Austakt zu dieser Tagung sand am Sams- fagmittaq eine Unterrichtsleiterbespre- chung statt, in welcher die Herren Schröder (Wetzlar) über ..Sinnbildliche und buchstäbliche Darstellung der Selbstlaute" und M c rl e (Giessen) über ..Der liebergang von ber Verkehrsschrift zur Redeschrift" referierten. Zur Förderung der Ausbildung von tüchtigen Unterrichtsleitenr soll auch mit dem nächsten Bezirkstag wieder eine gleiche Besprechung verbunden werden.
Die Vertreterversammlung, die am Abend stattsand, beschloss, in Zukunft nur noch einen Bezirks t ag jährlich abzuhalten, und wählte als Ort für die nächste Tagung Butzbach. AuS dem Bericht des Bezirkslelters Kuhl (Giessen) ging hervor, dass sich die Reich»* kurzschrift immer mehr durchsetzt, so dass in kurzem überall nur noch noch ber ReiH»kurz- schrist geschrieben werden wird zumal btc Regierung bereit» die entsprechenden Dersügungen erlassen hat unb auch künftig streng barauf achten wird, dass bie Anvrbnungen durchgeführt werben. Der Verband der RcichSkurzfchristvereine ber Reichseisenbahn hat sich nun auch bem Deutschen Stenvarophenbund angeschlossen, so bass burdj biese Einigung ebenfalls eine weitere Förberung in ber Anwenbung ber Reichskurzfchrift gewährleistet ist. Auf den hohen Wert ber Geschäst»- stenographen-Prüfungen an ben HanbelSkammern wurde besonders hingewlefen denn bekanntlich herrscht immer eine rege Rochsrage nach Stenotypisten. die daS amtliche Zeugnis Ihrer Befähigung besitzen.
Am Sonntoamorgen trafen in grossen Scharen die Wettschreiber aus dem ganzen Bezirksgebiet ein. so dass die tn ber Oberrealschule für baü Schreiben vorgesehenen Räume nicht au-reichten unb noch burd) weitere ergänzt werden mufften. Insgesamt massen 402 Personen in friedlichem Wettkampfe ihre Kräfte. Dank der durch ben Leiter be- WettschreibauSschusies. Siebert (Giessen), tadellos getroffenen Organisation wickelte sich die gewaltige Arbeit ber Prüfung unb Wertung ber Arbeiten fo glatt ab. bass iwch am gleichen Tage daS Wettfchreibergebnis be- kanntgeinacht werden konnte.
Die Stadt Marburg hatte einen grösseren Geldbetrag zur Beschaffung von Ehrenpreiseir
staubigen oben Wartesaals setzte sic sich auf die Ledervonk und wartete auf ben Zug, ber sie heimwärts trug. Sie sah keinen Menschen an, sie sah mit einem sonderbaren leeren Blick In bie Ferne, und ihre Lippen bewegten sich, wie wenn man betet.
Ein strahlender Iunimorgen erhob sich über ber kleinen Stadt B. Die blauen Schieferdächer s«bim- inerten blank zwischen blühenden Gärten, bie 6unl von Rosen waren, unb auf die Weingärten brannte heiß bie Sonne.
Der Zug stand zur Absahrt bereit. Tie dritte Klasse war mit Soldaten besetzt, bie zweite wac oan) leer. Charles unb Odette waren In Ihrem Abteil allein.
„Absahren!" rief ber Stationsoorsteber und er nahm seine Fahne unter bem Arm heraus unb schwenkte den roten Lappen. Ter Zug puffte noch rösch eine grosse schwarze Rußwolke In den Bahn- Hos und setzte sich bann schnaubend in Bewegung, nach Art Heiner Züge, bie sehr wichtig tun, wenn sie ihre paar Wägelchen durch bie Vanbe ziehen.
„Sich mal, wie uns 6k alle fiathebrale noch- grübt", sagte Charles, ber am offenen Fenster stand. Hoch über ber Stadt rag« die Rotte Tarne. In hen hohen Glasfenstern, die in den grauen Stein der alten Kathedrale hineingeschnitzt schienen, sunkelte die Sonne. _
Odette sah nicht mehr zurück eie hatte die Augen geschlossen. Nicht zuruckdenken . _ vorwärts. Sie atmete lief auf, ul« der Zug ^>i« Stadt verließ.
Man Iah gerade noch das Schlößchen" am Walde. Cin« Gardine siatterte an dem einen Fenster. Marie hatte sicher veraessen, das Fenster zu fchsiessen. Man sah ein Helles Kleid im Garten. Jemand war sicher br hen 'Srbbeercix. „Wie jchc»n sich die alte Stadt präsentiert au» der Ferne", sagt« Ehattes.
.Ja. aus der Ferne", sagte Odette. „Wke bu an B. hängst!'
„Es ist meine Heimat", fugte er einfach. „Tu liebft Orleans, ich liebe mein B "
„Wie leicht bu vergißt, Tharles", sagte sie. „Tie letzten Jahre unb die Menschen mit Ihren grau« fernen, neugierigen Vlicken ..."
..Gott, die Menschen sind hier wie in Paris, in Marokko und Nantes "
(Fonsetzung folgt.)


