Ausgabe 
13.9.1928
 
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Schiedsgerichtsbarkeit, der Rheinpatt von ßo carn o und schließlich der Kelloggpokt. der, gleichzeitig von Dci>i)Iant) und Polen unterjeid)- iict, noch Osten hinein« Art von Locarno dar stellt.

Frankreich und Europa hoben Bürgschaft über Bürgschaft für Deutschlands Friedenswillen er­hallen. Niemand in Deutschland ist geneigt, die Abkürzung der Vesahungzsrist am einige Jahr« mit besonderen moralischen und finanziellen

Opfern zu bezahlen.

Daß die heutigen Verhandlungen schon zu einer festen Vereinbarung führen könnten, wird fein ver> nünftiger Mensch annehmen. Daß sie den Weg zu weiteren Besprechungen offenhalten, die bann in absehbarer Zeit zu einem positiven Ergebnis führen können, muß man im Interesse Deutschlands, Frank­reichs und ganz Europas hoffen und fordern.

Ministerbesprechungen in Gens

Genf, 12 Sept (WTB., 3n einer Unter* redung. die heute vormittag zwischen Reichs* kanzler Müller und dem polnischen Außen* Minister Z a l e s k i stattfand, wurden dir zwi­schen Deutschland und Polen zu regelnden Fra­gen, insbesondere im Hinblick auf die Wieder- ausnahme der deutschpolnischen Han- delsvertragsverhandsungen, erörtert. Es kam aus briden Seiten der Wille und die Hoffnung zum Ausdruck, daß alle noch schwe­benden Fragen möglich st bald eine besrie* digende Lösung finden mögen.

Zwischen 2 riand und Tufhendun hat heute mittag eine Unterredung statig^un- den, von der angenommen wird, daß sie der RäumungSfroge und den Vorarbeiten für die Abrüstungskonferenz gegolten hat.

Oie Abrüstungsdebatte im Völkerbunds-Ausschuß.

Genf, 12. Sept. MTB.) Im Abrüstungs­ausschuß der D ö l k c r b u n d s v e r s a m m- l u n g wurde heute nachmittag die allgemeine Aus­sprache über das Abrüstungsproblem fort­gesetzt.

Der ungarische Vertreter (traf Apponyi sprach als erster Redner. Er machte davon Mittei­lung, daß Ungarn die Entwicklung einer At­mosphäre der Sicherheit, woran Ungarn ganz^be- sonders interessiert sei, unterstützen werde. Sein Land werde demnächst die F a k u l t a t i v k l a u s e l des Haager Statuts über die obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit mit dem einzigen Vorbehalt der Gegenseitigkeit unterzeichnen. Er hoffe, daß die Nachbarstaaten Ungarns diesem Beispiele folgen.

(traf Bernstorfs

als nächster Redner unterstrich das große Interesse Deutschlands an der Frage, ob dem Vorbereitenden Abrüstungsausschuß und dem Sonderausschuß zur Ausarbeitung einer Konvention über die Kon­trolle der Rüstungsindustrie nunmehr bindende und entscheidende Anweisungen gegeben werden. Da der Kanzler in der Bundesversammlung ausfuhrllch über die Abrüstungsfrage gesprochen habe, wolle er sich auf die Feststellung beschränken, daß dos vom Kanzler entwickelte Programm nut dem der vorhsrgeganaenen Regierungen und mit dem von ihm selbst kn Vorbereitenden Ab­rüstungsausschuß vertretenen übereinstimmt. Seit seinem Eintritt in den Völkerbund ncrfolae Deutsch­land in der Abrüstungsfrage das gleiche Programm, und, das deutsche Volk stehe einmütig hinter ihm.

Deutschland habe niemals unerfüllbare Forde­rungen gestellt, sondern sich stet» mit einer etappenweisen Lösung einverstanden erklärt.

unter Hinweis auf die Abrüstungsentschlie­ßungen der beiden letzten Bundesversammlungen betonte Gras Bernstorfs. daß hie er st«Etappe in einer fühlbaren Herabsetzung der Rüstungen aller Waffenkategorien und in der Auflegung des gesamten RüstunaS- st a n d e S der einzelnen Länder bestehen müßte. Unter Verlesung des Absatzes der Regierungs­erklärung über die Abrüstungsfrage gab Graf Bernstorfs schließlich der Hoffnung Ausdruck, daß nunmehr in bezug auf die Beschleunigung der technischen Arbeiten zur Vorbereitung der ersten internationalen Abrüstungs­konferenz Klarheit geschaffen werde. Falls im Verlaus der gegenwärtigen Beratungen im Vorbereitenden Abrüstungsausschuß keine bin­denden Instruktionen gegeben werden, so werde er aus die in der Regierungserklärung enthal­tene Forderung zurückkommen und wahrschein­lich weitere Anträge stellen.

Bencsch und Politik

gaben Erklärungen über den Zusammenhang zwischen dem vom LicherhettSkomitee vorgeschla- genen regionalen Sicherheitspakt und der Verwirklichung der Abrüstung selbst. Diese Erklänmg veranlaßte

Staatssekretär z. D v. Simson

zur Wiederholung der grundsätzlichen Erklärun­gen über den deutschen Standpunkt, wonach der durch den Dölkerbundspalt gegeben« Grad der Sicherheit sür die Herabiehung der Rüstungen ausreichend ist. Die Sicher­heit könne freilich durch verschiedene Mittel er­höht werben, insbesondere durch den Abschluß von Schiedsvertrügen. Regionale Sicherheitsver­träge aber könnten nur in einer politischen Atmo­sphäre abgeschlossen werden, die nicht überall gegeben sei.

Paul-Boneour

setzte sich in längeren Ausführungen «für eine möglichst baldige Einberufung der nächsten Tagung deS Vorbereitenden Abrüstung^- ausschussvs «in, während

Lord (infhrnbun

erklärt« er sei In dieser Hinsicht uni dem Ver­treter Frankreich» nicht ganz einverstan­den. Durch bk vorzeitige Festsetzung einzelner Tagungen dieses 'Anschusses hab« man wieder­holt EiUläuIchungcn he.ovrgerufen. Unter Bc- tonung bet Schwierigkeiten, die ein«,- raschen und sofortigen Herabsetzung der Rüstungen entgegen st eh« n, b«ze ch- nele er die brs jetzt erreichten Ergebnisse des Dorbcreitenden WrüstunaSauSschusses in einer Reihe von Einzelsragen als beachtlich

3n der ^lotlenabrüflong liege immer noch die Haoplschwierigk.il.

Was daS englixh-französiscke 5bttcn!»mt>romifi betresfe, so werde man es dem Vorbereitenden Abrüstungsausschuß unterbreiten müssen. Das Kompromiß müsse natürlich allen anderen In-

Recht muß Recht werden!

Eindrucksvolle Kundgebung des Deutschen Zuristentages für dasLelbst- bestimmungsrecht der Völker.

Salzburg, 12. Sept. (WTD) Der Deut- sche Juristentag wurde heute hier eröffnet. Der österreichische Justizminister Dr. Slama begrüßte di« Tagung mit einer Rede, in der er, wiederholt durch Beifall unterbrochen, auf die großen Erfolge der OuriHcntagungcn hinwies und betonte, wenn das deutsche Volk die Äraft gefunden habe, den früheren RechtSzu- ständen, die zu einer völligen 3er» fplitterung geführt hätten, ein Ende zu be­reiten. so fei cs nicht zuletzt ein Verdienst des Deutschen Iuristentages. Dies zu erreichen, fei das Ziel brr Rechts« inheit innerhalb drs gesamten ixutfthen Dolles. »Wir stehen." so führte der Minister aus. »erst am Anfang der Entwicklung. Der Weg her Rechtsanglei­chung ist aber beschritten^ und wir wollen ihn weiter gehen bis zum End«.

Heichsjustizminister Or. Koch

hielt darauf eine Rede, in der er auf die Roi- wendigkeit einet Vereinfachung des Rechtslebcns hinwies. Vor allem sei ein Abbau im Gesetzessto'f erforderlich.Wir haben", so führte Dr. Koch u. a. aus.zu viele und veraltete Gefeye. nicht nur Reichsgesetze, son­dern auch Landesgesetze und Verordnungen. Zu einer Razzia gegen veraltete Gesetze und Pottzel- verordn:rngen musen wir jeden Freund eine- blühenden Recht-lebens aufrufen. Wir bedürfen aber nicht nur einer Sichtung, sondern auH einet Sammlung des bestehenden Rechtes. Die Bestre­bungen dieser Art sollen baldmög'.ichst von der ReichSverwaltung wieder ausgenommen werden. DaS Justizministerium wird aber auch versuchen müssen, sich gegen die Urb Urproduktion von Gesetzen und eine schwertäl ige Kasuistik zu wenden, wie sie heute nicht selten finb.

Der AeichSj ustizminister betonte im Weiteren Verlaufe seiner Rede, daß eine

Hationallficrung auch in der Organisation der Rechtspflege Platz greifen müsse, und forderte, daß bei der Auswahl der Richter mehr dem Oualllälsgedanken. als der Qu/milläl Rechnung getragen werbe.

Tluv bei Beschränkung der Qualität lasse sich eine hervorragende Qualität der Richter erzielen und ausrechterhaltcn. 3n diesem Zusammen­hänge trat Dr. Koch für eine Fortbildung bet Richter im weitesten Sinne des Wortes ein.Ich denke dabei." so erklärte der Redner,nicht nur an die Vertiefung seine - RechtSwis- lend, sondern auch an die Verb rert erung des allgemeinen Wissens. Ich frage mich z. D., ob es sich nicht empfehlen würde, den Richtern, wenn sie in eine neue Stellung versetzt werden, erst einmal wieder die Gelegenheit zu ge­ben, durch Reisen im In- und Auslände den Horizont zu erweitern und ihr Verständnis für die werdende Welt zu vertiefen. Wie kann man ferner von jemanden noch ein Urteil in politi­schen Prozessen verlangen, dem man nicht die Ge­legenheit gibt, Zeitungen und Zeit­schriften zu tejen, die bi« Fragen unseres Staatsledens von hoher Worte bcfcanbcln. Wie kann man ein Urteil über Kunst und Theater von jemanden verlangen, dem der heutige Be­such des Theaters verschloßen ist? Hier kann von Reichs- und Staat-Wegen viel ge­schehen.

Der Minister betonte weiter die Rotwendig­keit, ein Abstumpfen des Rechtsgedan­kens im Volke zu verhindern. Es bestehe unverkennbar die Gefahr, daß sozial­politisches und wirtschaftliches Denken recht­liches Denken zurückdränge und unterdrücke. Aber auch im Zusammenleben der Völker schwanke noch die RechtSidee.

Die brulak BeenDigung des Weltkrieges, der Bruch der dem deutschen Volke gegebenen ver­sprechen hätten auch im Zusammenleben der Völker dem R^chtsgedonken Einbußen zugesügl.

Die Unfähigkeit der Staatsmänner, den Rach- trlegSorganHaHonen der Welt, die dem Frie- denSgcdan'en dienen sollen, Kern und Form zu geben, drohteit manchen zu entmutigen, brr guten Willens an die völkerrechtliche Gestaltung der Welt herangegangen sei. Zum Schluß wandte sich der Reichsjustizminister der Frage einer Or­ganisation de S internationalen Rcchtslebens zu. Er gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Zeit gekommen sei, in der sich der Uebergang von einer Selbstorganisation des

VöllerlebcnS zu einer geordneten Dölkerver- f a f f u n g vollziehe.Wir Dnnen jedoch", so erklärte der Redner,nicht anerkennen, daß durch das Bestehende die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben der Völker schon geschaffen ist. Dicfe Grundlage muß noch gesucht und gefunden werden. Will man im Völterlebrn die Gewalt vermeiden, so muß das Intzrnationak Recht Organisationen und Instanzen schallen, dir dem kommenden und natürlichen Recht gerecht werden und fähig und bevollmächtigt sind, Einrichtungen. Bindungen und Verträge, die veraltet oder un­sittlich lind, genau mit dem Privatrecht zu be­seitigen.

Rur einer solchen fortschrittlichen Völkerverstän­digung kann das deutsche Volk, das nach fei­nem eigenen Schicksal berufen ist, der Anwalt der vuterdrucklen und der 2Hinberheitai zu werden, seine Sympathien und Kräfte ju- roenben.

Der gesicherte Rechtsfriede «ine. wohlgeordneten Welt ist die Krönung allen juristischen StreoenS. Wer auf d-esem Boden steht, kann auch nicht er­müden, die Forderung deS Selbstbestim* mungsrechteS der Völker immer wieder zu erheben. Ich beide hier auf Metern unS allen teurem Boden in erster Linie an das Selbst­bestimmung-recht unserer österreichischen Brüder. Aber solang« di« Forderung d«s Z u- s a m m c n s ch l u f s e S Oesterreichs mit dem Reich nicht erfüllt ist, haben wir Juristen es in bet Hand, das was der Politiker auf dem Wege internationaler Verhandlungen nicht lösen kann, auf vielen Gebieten im Wege der Evolution durch dir Gesetzgebung der Lösung näher zu bringen. Rirmand kann den Willen Deutschland- und Oesterreich- verhindern, gemein­sames Recht zu schaffen, wie die Gemeinsam­keit der Volksanschauungen und des Schicksal­es ermöglicht oder erfordert. Wenn es boim ein­mal gelingen wird,

durch internationale Verhandlungen den wider­stand internationaler reaktionärer Willkür gegen die enbgülflgc Vereinigung der beiden Staaten zu beheben,

bann, fo hoffe ich. werden wir Juristen so bot* gearbeitet haben, daß sich in vielen Beziehungen dieser Zusammenschluß ohne schwere Erschütterun­gen vollzieht.

Lassen Sie mich der Hoffnung Ausdruck geben, daß der Tag kommen wird, wo der Rechts« aedanke siegt und Oesterreich seinen An­schluß. oder lassen Sic mich lieber lagen, feine Heimkehr in- Reich vollzieht. Dann wird uns, dessen bin ich sicher, kein Machtrausch ergreifen, wohl aber ein starkes und heiliges Gefühl befriedigten Rechtes. UnZ> in­dem ich Sie somit, meine hochverehrten Herren, im Ramen der Reichsregierung begrüße, gebe ich «nicht nur der äleberzeugung Au-druck Recht muß Reckt bleiben7 sondern auch der höhe­ren Zuversicht: Recht muß Recht »erben I

Geheimrat v. Kahl,

dcr zugleich zu Beginn der Sitzung unter dem leb- ?asten Betsall der Versammlung wieder zumDor- itzenden her Tagung gewählt worden war er­örterte in seiner Schlußansprache des Tages auch die Anfchlußfrage, zu her die Juristen als Hüter des Rechts nicht schweigen dürften.Alle, di« es angeht", so führte er aus,sollen es wissen, was wir fordern,

daß das im Jahre 1919 mU so großem Pathos proklamierte Grundrecht des Sdbft- bestimmungsrechlcs Anwendung auch für unser«

beiden Reiche finden möge.

Wir wollen den Völkerbund davon überzeugen, daß die möglichste Durchführung und Wahrung des Nationalitätenprinzips für Europa Kulturbedürknis ist. Unter stürmischem Bei­fall her Versammlung stellte Geheimrat v. Kahl die Forderung auf, daß das Minderheiten­problem gestellt werden müsse im Interesse des Völkerbundes und im Interesse des Vertrauens In den Schutz und die Garantien des Völkerbundes. Das Mindcrheitenvroblem sei auf öle Tagesordnung des Iurtstentages zu stellen, well ee sich hierbei um die Frage handel«, wie es seinem inneren Wesen nach der Politik entzogen und auf den Boden des Rechts gestellt werden solle.

teressierten unterbreitet werden. Aber unglück­licherweise seien den beiden Parteien Mitteilun­gen zugekommcn, daß daS Kompromiß einigen anderen Parteien äußerst uner­wünscht sei. Lord Eushendun warnte vor der vorherigen Festsetzung eines Datum-£ die nächste Tagung, da unter Umständen die Ver­hältnisse bis dahin für eine volle Verständigung nicht reif sein könnten. Jedermann wisse, daß

die Abrüstungsfrage auch non innenpolitischen Entwicklungen abhängt, wie B. von den in einigen Ländern bevorstehenden Wahlen.

Lord Eushendun wünschte deshalb, daß die Fest­setzung des Datum- dem Präsidenten über­lassen bleibe und erklärte, daß «s auf keinen Zoll Sache de- AbrüstungSouSIchufse» der Ver­sammlung sein könnt«, dieses Datum festzu- setzen.

Nachdem der italienisch« Delegierte de Mari- nis und Sato (Japan) vor überstürzten Maßnahmen zur Vorbereitung der Ab­rüstungskonferenz fletoa rn t batten, wurde die allgemeine Aussprache geschloffen.

Dasgerüstete" Deutschland.

Eigene Drahtmrtdung desGießener Anzeigers*.

Berlin, 13. Sept. Man muß sachlich blei' bok wenn inan paradieren will. Der Eifer wirkt fick immer als Schwäche aus. Denn Herr B r i a n b nun von dem ..gefährlich gerüsteten Deutschland" gesprochen hat. so ist immer noch bi« beste Parade die fachliche Statistik über Deutschlands Heer und Marine.

Erstens die Reichswehr: die Armee der deutschen Republik nmfafk c Infanterie- und

I 3 Kaoallertedtvisionen in einer Gesamtstärke von 100 000 JHaini Da die allgemeine Wehrpflicht

I infolge des Dckrats von Versailles adgeschafft

werden mußte, daS deutsche Heer also zu einem Söldnerheer umgestaltet wurde, verblieb auch keinerlei Möglichkeit zu irgendwelchen Reserve« bedungen. Tie Unt-erossiziere und Mannschaften werden auf 12 Jahre, btc neuem tret enben Offi­ziere auf mindesten- 25 Jahre Dienstzeit nach dem Versailler Diitat verpflichtet, während sich die bevettS vorhandenen Offiziere seinerzeit, so­weit sie in der Reichswehr verblleben, bis zum 45. Lebensjahre binden mußten. Das deutsch« Heer macht allo 1L pro Mill« der gesamten deutschen Bevölkerung aus. Es verfügt über 1134 leichte Maschinengewehre, 792 schwere Maschinengewehre, 283 leichte Geschütze und 42 schwere Gcschiiye, die sich aber nur in Königsberg befinden und Dort eingebaut sind, fo daß sie an anderen Stellen niemals verwandt werden können. 2luf Grund des Dersailler Diktats ist «I Deutschland verboten. Kampfwagen und MilüLr- slugzeuae zu halten. Was btc Befestigungen Deutschland« anbeirifft. so verfügt es über 6 ver­altet« Festungen, die nicht modernisiert werden dürfen und ausschließlich Königsberg ohne Artillerie sind, nämlich Königsbera. Dres- lau. Glogau, Küstern. Ingolstadt und Uün. Wei- ter besitzt Deutschland 4 sogenannt« Sperren, bi? ebenfalls völlig unmodern sind und über keinerlei Artillerie verfügen, nämlich in Lötzen. Königs- stein. Reisse und Dlatz.

würde Deuttchland feine Reichswehr zur Ver­teidigung der Grenzen aufmarschleren lasten, fo käme auf 10 Kilometer der deustchen Grenz« die lächerliche Summe van 243 Mann, keinerlei

Geschütze, sondern uat 2 Maschinengewehre.

Di« BerieUtzgung zur Lust ist Drupchärad lauf Friedensdittat völlig untersagt. Es bat vielmehr die ans dem Kriege vorhandenen Be­stände an Flugzeugen und Luttsckilpm restlos ab* liefern, bzw zerstören imi sien.

Verbleibt nun noch die deutsch« Flotte, di« nach dem Friedensdiktat nur noch aus 6 Dar.zertchtfsen. 6 Kieinkreuzerw 12 Zerstörern uno 12 Torpedobooicn nebst Zubehör besteht. Dazu ist noch vorgegeben worden, daß sich

die dentschc Jlotto ja nicht einmal modernisiert, denn die Llnienfchifsc und Kreuzer dürfen erft nach 20 Jahren Dien st aller, die Tocpcdofahr»

zeuge erf! nach 15 Jahren ersetzt werden.

Dabei ist bestimmt worden, daß di« gepanzerten Sch:sfe nicht mehr als 10 000 To-nen. Die Kreuzer nicht mehr als 6000 Tonnen, die Zerstörer mir 8<X) Tonnen, und d.c Torpedoboote nut 200 Ton­nen im Höchstmaße Wasserverdränauug. otlt> nur einen Bruchteil der Tonnage und Qlrmierung bet Kriegsschiffe der anderen Seemäch:« haben dür­fen. Die Kopfzahl der deutschen IHarineangc- hörigen ist auf 15 000 lestg«setzt worden unb die Äüüenbefeftiflung wurde durch Schleifung weitgehend geschwächt.

Das ist die deutsche Wehrmacht, bi« Frank­reich. wie Herr Br i and ausdrückte. Veran­lassung gibt, sich durch Die Besetzung des«in- iandes gegen die Gefahr derselben zu sichern. Es ist geradezu '.äcketlich, daß mast * wagt, mit diesen Zahlen in einer solchen Weise zu argumentieren. Die deutsch« Wehrmacht ist im Grund« genommen überhaupt keine OK acht der Wehr, sondern lediglich eine kleine Schuhorganisation, blc aber selbst dazu nicht aus reicht.

Aus oller Wett.

Giinnes legt seine Vorstands- und Dussichtsratsämter nieder.

Berlin, 12. Sept. (WB.) Don den Lufsichts- röten der Stinnes - Gesellschaften wirv mügeteUt: Herr Hugo otbmee jr. hat wegen der gegen ihn schwebenden Unterfadiungcn seine gesamten 'Lenster in Vorständen und Aufsichtsräten in in- und aus­ländischen Gelellschoften zur Beifügung gestellt. Im Einvernehmen zwischen den deutschen und amerifa- Nischen Aufsichlsratsmilgliedern der Spitzcngesell- schäft des «ttnncS'Konzerns, der Hugo Stinnes- (Corporation, werden die Gesellschaften und Unter- aefel!(chaften von den bisherigen Lettern dlescr Gk- selllchakteu nach Anweisung durch den Aufsichtsrat weitergcführt.

Gleichzeitig wird vom Aussichwrat Der Hugo Stinnes.Eorpore.tion folgende Erklärung abgegeben: Die Hugo «tinnes-Eorporation und die non ihr kontrollierten und ihr nngegliebertcn Gesellschaften haben zu keinem Zeitpunkt in Irgendeiner Form mit Den Geschäften zu tun gehabt. Die zur Zelt Herrn Hugo Stinnes zur Last gelegt werben.

Untersuchung der Katastrophe von Monza.

Zur Feststellung bet Ursache des H n alücks auf der Rennbahn von Monza bat, wie auS Mailand gemeldet wird, der Staatsanwalt den Rennfahrer Foresti darüber verhört, ob er von der Maschine des verunglück­ten Rennfahrers M a t e r a s f i angefahren wor­den fei. Foresti stellte fest, daß er nichts derarti­ges bemerk habe S>er Fachmann und Renn­fahrer Rkinoja ist nach dem Giotmale d'Itn- Han der Ansicht, daß Der furchtbare Unfall In Monza nicht durch den Stoß des Wagens 'TRa- dcrassis gcacn den Forestts erfolgt sei. ftmbern durch ein Steckenbleiben der Räber in­folge zu plötzlichen SinsetzenL her Bremsen. Mi- n-ofa schließt aber auch nicht aus. baß Materaffi infolge eines plötzlichen Unwohlseins di« Kon­trolle über feint Maschine verloren bat. - Wie aus Rom gemeldet wird, hat dar Unglück auf der Automobilrennbahn in Monza ein wei­teres Todesopfer gefordert. Die Zahl Der Toten erhöht sich damit auf 22.

22 Todesopfer Der Lisenbahnkatastrophe in Mahren.

Nach einer am Mittwoch spät abends txrflffcnf- lichten Mitteilung Der Staatsbahndirektion In Brünn beträgt Die Gesamtzahl der Opfer Der Eifenbahnkatastrophe 2 2 Personen.

Oie Wetterlage.

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^eitevvorauefaflc.

Rorb-, West- unb Mitteleuropa lieaeu im Bereich hohen Druckes und Kaltlststmatten an der Osts eite des Hoch- sübren in Deutschland S weiterem Sinken bet Temperaturen. Durch e Logc bet Druckverteilung werden die nach Mitteleuropa MiUiefjtnbcrt Luitmass« zur Fort- dauer des herrschenden Witterungschavakter- fübren.

Voraussage für Freitag: Fortdauer des h.-it.reu unb trockenen Wetters ohne stärke» Tempera turLndecung.

Wetteraussicht <n für Samstag: Kems wesentlich« Aenderung,