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Man verlangt neuerdings Verpflichtungen in bezug auf den Stand der Bewaffnung, auf den Gebrauch oder Vichtgebrauch bestimmter Kampfmittel, auf die Behandlung von Kolonialgebieten ufto. Es ist also keineswegs ersichtlich, warum man nicht diese friedensfördernden Einschränkungen der absoluten Souveränität auch aus die Behandlung nationaler Minderheiten ausdehnen sollte, indem man einfach die einzelne,: Staaten auserlegten Sonder-
bestimmur.gen zu einem gemeingültigen Völker- bundgeseh erhebt. 3n diesem Falle würde eine ständige Behörde beim Völkerbund Beschwerden entgegenzunehmen und Prüfungen vorzunehmen haben, die der Eigenliebe der einzelnen Regierungen deshalb nichts schaden könnten, weil sie ja alle betreffen. Denn es gibt keinen einzigen Staat, der nicht irgendwelche fremden Minderheiten einschlösfe.
(Schluß.)
Diese Vorgänge wirkten naturgemäß auch auf den Ausbau der hessischen höheren Mädchenschulen ein. Zwar erfolgte zunächst keine eigentliche Regelung des hessischen höheren Mädchenschulwcsens, aber die höheren Mädchenschulen wurden immer mehr als den höheren Knabenschulen gleichberechtigte Anstalten angesehen und im gleichen Sinne verwaltet, so daß die für die letzteren gehroffenen Anordnungen sinngemäß auf sie Anwendung fanden. Erst im Jahre 1911 erschienen „Richtlinien für die Neuordnung des höheren Mädchenschulwesens in Hessen", denen dann im Jahre 1913 der erste amtliche „Lehrplan für die höheren Mädchenschulen" und im Jahre 1915 der „Lehrplan für die Studienanstalten und (die inzwischen eingegangenen) Lehrerseminare" folgten. Durch Einzelverfügungen wurden daneben noch die Einrichtungen der Frauenschulen geregelt, da neben die auf die höhere Mädchenschule äusgebaute dreiklassige Studienanftalt auch in Hessen eine Frauenschule treten sollte, der eine besondere Förderung und Pflege zuteil wurde.
Wie in Preußen, so vertraten auch diese hessischen Verordnungen den damals für die Mädchenbildung neuen Standpunkt, daß auf die Verstände s- b i l d u n g und Beurteilung der Wirklichkeit gegenüber der seither im Vordergrund stehenden ästhetischen und Gemütsbildung mehr Rücksicht zu nehmen sei. Andererseits sollte den Mädchen nach Beendigung der höheren Mädchenschule die Möglichkeit gegeben werden, ihre Ausbrldung in derRich- tung der künftigen Lebensaufgaben einer deutschen Frau, als Hausfrau und Mutter, in Hauswirtschaft, Gesundheits- und Wohlfahrtspflege usw. zu vertiefen und zu ergänzen. Dem ersteren Gesichtspunkts diente die Einführung der Mathematik und die Erweiterung des naturkund- Uchen Unterrichts. Der zweiten Forderung sollen die neu einzurichtenden Frauenschulen dienen. Die vollständig eingerichtete höhere Schule in Hessen besteht demnach, jetzt, nachdem die Vorschulen weggefallen sind an die Grundschule anschließend, aus dem sechsjährigen Lyzeum und darauf sich aufbauend einer Zjahttgen Studienanstalt bzw. 2- bis 3jährigen Frauenschule.
Es ist zu bedauein, daß die. gute deutsche Bezeichnung höhere Mädchenschule" durch das wenig schöne Wott „Lyzeum" ersetzt werden mußte. Das war aber nicht zu umgehen, weil in Preußen die höheren Mädchenschulen gegenüber den Lyzeen nicht vollberechtigt find und dadurch beständig Schwierigkeiten in der gegenseitigen Anerkennung der Zeugnisse entstanden. Auch die aus dem gleichen Grunde von Preußen übernommene Bezeichnung „Stu- .dienanstalt" erscheint nicht glücklich, da sie im Außenstehenden die Meinung erweckt, als sei sie allein auf . ein späteres Studium zugeschnitten. Das ist, wie der Lehrplan beweist, durchaus nicht der Fall und viele andere, nicht akademische, Berufe setzen heute schon das Reifezeugnis einer Studienanstalt voraus, was in Zukunft noch in viel höherem Maß« der Fall sein wird.
Auf die weitgehende Gabelung der preußischen Lyzeen und Studienanstalten war mit Rücklicht auf die ganz anders gearteten Verhältnisse in Hessen verzichtet worden. Die hessischen Lyzeen und Studienanstalten wurden vielmehr den lateinischen hessischen höheren Knabenschulen (Realschulen und Oberrealschulen) angepaht. Dadurch war es möglich gemacht, daß in Städten mit Lyzeum ohne Studienanstalt die Mädchen ohne weiteres in die Oberrealschule übertreten und dott zur Reifeprüfung gelangen konnten. Das war deshalb für Gießen be anders wichtig, weil nur für Starkenburg (Darmstadt) und Rheinhessen (Mainz) Studienanstalten vorge ehen waren, Gießen aber und damit die Provinz Oberhesien dabei leer ausgfng.
Dieser Zustand entsprach nicht der Größe und der Bedeutung Gießern als Provinzialhaupt- und Universitätsstadt und war auch aus praktischen Gründen auf die Dauer unhaltbar. Die Studienanstalt vermittelt den Mädchen eine den höheren Knabenschulen gleichwertige und gleichberechtigte, aver nicht ohne weiteres gleichartige Ausbildung, da ifjr Lehrplan den besonderen Bedürfnissen der weiblichen Natur in einer Weise angepaßt ist, wie es bei einer Knabenschule nie der Fall sein kann. So setzte denn auch sofort hier in Gießen das Streben nachderErrich- t u n g einer Studienanstalt ein. Dieses Streben wurde zunächst durch den Krieg in den Hintergrund gedrängt. Dann stand seiner Erfüllung vor allem die Forderung der vorgesetzten Behörde entgegen, die die Errichtung einer Studienanstalt von dem Vorhandensein einer Frauenschule abhängig machte. Das Landesamt steht grundsätzlich auf dem durchaus berechttgten Standpunkt, daß die Studienanstalt für die Schülerinnen des Lyzeums nicht der einzige Weg für die Weiterbildung fein darf, sondern daß den Mädchen zunächst die Weiterbildung für einen ihrer weiblichen Eigenart entsprechenden Lebensberuf, wie sie in der oben geschilderten Weife die Frauenschule bietet, ermöglicht werden muß. Sie Studienanstalt darf er ft in zweiter Linie und für wissenschaftliche Betätigung besonders Begabte in Frage kommen.
In jenen Tagen war aber diese an sich berechtigte Forderung hier in Gießen nicht zu erfüllen, weil infolge des Krieges und feiner wirtschaftlichen Folgen, die für die Einrichtung und den Betrieb einer Frauenschule notwendigen Räume und Einrichtungen in absehbarer Zeit nicht zu beschasten waren. Der in dieser Frage tätige Elternausschuß wies besonders darauf hin, daß für die Möglichkeit zur Aus- bÜbung der Mädchen im Sinne der Frauenschule hier in Gießen durch private und unter staatlicher Aufsicht stehende Anstalten (Aliceschule, Haushaltungssemi- nar, Fröbelseminar usw.) wohl in ausreichendem Maße gesorgt sei und daß die Zeitverhältnisse zunächst die Errichtung einer Studienanstalt für Gießen dringend erfordern. Da trotzdem das Landesamt auf feiner Forderung beharrte und von sich aus die Errichtung einer Stubienanstalt ohne Frauenschule ablehnte, nahm bann die Stadt Gießen die Sache selbst in die Hand. Dem tatkräftigen und weitblickenden Eingreifen der Stadtverwaltung und der wirksamen Unterstützung einiger Stadtverordneter ist es zu oer
banken, baß nach Ueberminbung erheblicher Schwierigkeiten mit Genehmigung der Regierung, jedoch ohne deren Mitwirkung und finanzielle Unterstützung, Ostern 1925 die unterste Klasse (0II) der Studienanstalt eingerichtet werben konnte.
Am 20. Februar 1928 wurde bie c r ft c Reifeprüfung unter dem Vorsitz von Herrn Staatsrat Block mit gutem Erfolg abgehalten. Damit ist die Studienanftalt und der Ausbau unserer höheren Mädchenschule }u einer den gesetzlichen Bestimmungen entsprechenden Vollanstalt beendet und staatlich anerkannt. Es ist das ein für die Geschichte des Schulwesens der Stadt Gießen bedeutungsvolles Ereignis, das ihr zur hohen Ehre gereicht und von dem wir überzeugt find, daß es ihr auch stets Segen bringen wird.
III. Ausblick.
Nachdem damit ein gewisser Abschnitt in der Geschichte des höheren Mädchenschulwssens der Stadt Gießen erreicht ist, erscheint es angebracht, noch einen Blick auf feine zukünftige Weiterentwicklung zu werfen.
Als der hessische Landtag die Mittelschulen aufhob, bestand wohl di« Absicht, zwischen den Volksschulen und den höheren Schulen eine völlige Scheidung her- beizuführen, und die Erwartung, daß nun bie Schüler und Schülerinnen der Mittelschule, wenigstens zum weitaus größten Teil, in der Volksschule verbleiben würden. Diese Erwartung hat sich hier in Gießen nicht erfüllt. Die Eltern, deren Kinder früher die Erweiterte Mädchenschule besucht hätten, haben es vorgezogen, sie nun der Höheren Mädchenschule zuzu- fichren. Dadurch ift im Lyzeum, namentlich in den mittleren Klassen bis zum 14. Lebensjahr, eine solche UeberfüIIung entstanden, daß alle Jahrgänge in mindestens drei und die mittleren in vier, in einem besonderen Falle sogar in fünf nebeneinander her- taufenbe Parallelklassen zerlegt werden mußten. Den Eltern, die chren Kindern eine über die Ziele der Volksschule hinausgehende Schulbildung vermitteln wollen, bleibt eben dazu keine andere Möglichkeit als das Lyzeum, selbst wenn sie von vornherein die Absicht haben, ihr Kind die Schule nur bis zum vierzehnten Lebensjahr besuchen zu lassen. Das ist ein auf die Dauer unhaltbarer Zustand, der auch dem Kinde keinen Vorteil, sondern eher großen Nachteil bringt. Eine abaeschlofseue, wenn auch weniger um- fanareiche Schulbildung ist ohne Frage ungleich wertvoller, als auf einer höheren Schule eine Tellbildung, die in einem beliebigen Zeitpunkt, ohne ein abschließendes Ziel erreicht zu haben, abgebrochen wird. Das Lyzeum kann seiner ganzen Anlage nach auf solche Schülerinnen keine Rücksicht nehmen.
Es wäre deshalb zu erwägen, ob nicht in irgendeinerFormErfatzfürbieeinge» gangeneErweiterte Mädchenschule ae- schaffen werden könnte. Daß ein Bedürfnis dafür besteht, wird dadurch bewiesen, baß die Volksschule schon Klaffen mit erweiterten Lehrzielen eingerichtet hat. Es bliebe also nur die Aufgabe, diese Klassen zu einer Schule im Sinne der Erweiterten Mädchenschule und etwa in der Form der preußischen Mäd- chenmittelschulen auszubauen. Dadurch würde auch das Lyzeum in Wünschenswetter Weise entlastet und der dort herrschende empfindliche Raummangel beseitigt.
Eine andere Erwägung gilt dem Ausbau des Lyzeums. Die neue Stubienanstalt ift zunächst eine rein städtische Einrichtung, die zwar der staatlichen Aussicht untersteht, aber vom Staat finanziell nicht unterstützt wird. Die Gründe dafür sind oben schon näher ausgeführt worden. Aus die Dauer ist das nicht durchzuführen und auch nicht wünschenswert. Vom hessischen Staat ist hier keine Abhilfe zu erwarten, solange seine grundsätzliche Forderung einer staatlichen Frauenschule nicht erfüllt ist.
So wird es denn die Aufgabe der Stadt fein müssen, die Einrichtung einer solchen Frauenschule in die Wege zu leiten, um so mehr, als dann der hessische Staat zu den laufenden Kosten, nicht nur der Frauenschule sondern auch der Studienanstalt, beitragen wird.
Daß auch für die staatliche Frauenschule Bedürfnis vorhanden ist, wird durch die Tatsache bewiesen, daß schon jetzt Schülerinnen von hier aus bie uns zunächst gelegene Frauenschule in Friedberg besuchen und die nicht geringen Unannehmlichkeiten (Bahnfahrt usw.), namentlich in der Frühe und im Winter, mit in Kauf nehmen, um die stattlich gewährleistete Ausbildung und die damit verbundenen Berechtigungen und Vergünstigungen zu erwerben. Da die Frauenschule unter gewissen Voraussetzungen auch solchen Schülerinnen zugänglich ist, die nicht das Lyzeum durchlaufen haben, wäre ihr auch hier in Gießen eine günstige Ausnahme sicher.
So birgt auch die Zukunft neue Aufgaben und Probleme. Stillstand ist Tod, das sahen wir an dem Schicksal der (Erweiterten Mädchenschule. Rur Dor- märtsftreben und Weiterentwicklung bringt Leben. Möge in diesem Sinne dem höheren Mäbchenfchul- roefen der Stadt Gießen eine erfolgreiche Zukunft be- schieden sein!
Die höheren MdchenWlen in Gießen
Von Prof. Dr. Markert-Gießen.
Kleine (Straffammer Gießen.
* Gießen, 12. März. Ein Landwirtssohn aus Schellnhausen war vom Amtsgericht Homberg wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 100 Mark verurteilt worden. Hiergegen hatte er Berufung eingelegt. Der Tatbestand der Anklage stellte sich folgendermaßen bar. Anläßlich eines Tanzvergnügens in Schellnhausen hatte der Angeklagte eine junge Verwandte, die aus dem denachbatten Elpenrod zu Besuch weilte, nach Hause gebracht. Auf dem Heimwege war er deswegen von einem eifersüchtigen Elpenroder Burschen zur Rede gestellt worden. Jener schlug Ihm ins Gesicht, worauf bann der Angeklagte mit dem Messer ohne weiteres auf den Angreifer eingestochen und ihn an der Hand verletzt habe. Ein Freund des Gestochenen fei zur Hilfe geeilt und sofort auch mit Messerstichen .empfangen und erheblich verwundet worden. Darauf have der Angeklagte zu flüchten versucht, fei aber eingeholt und am Halse gepackt worden. Er habe nun wieder verschiedene Messerstiche ausgetetlt und sei bann weggelaufen. Das Gericht erster Instanz hatte in der Tatsache, bah der Angeklagte so
fort zum Messer gegriffen habe, eine strafbare Ue- berschreitung der Notwehr erblickt. Die Strafkammer bemerkte jedoch in den Aussagen der beiden Verletzten Widersprüche. Die Darsiellung des Angeklagten, baß er sofort einen Fausts chlag ins Gesicht erhalten habe, von den beiden Angreifern am Halse gepackt und gewürgt worden fei und bann erst zum Messer gegriffen habe, erschien daher dem Gericht durchaus glaubhaft. Der Staatsanwalt beantragte nach dem Ergebnis der Hauptverharrdlung, da der Angeklagte in Notwehr gehandelt habe, Freisprechung. Die Strafkammer schloß sich den Ausführungen des Staatsanwatts an und sprach den Angekla^en von Strafe und Kosten frei.
Oberheffen.
Landkreis Gichen.
X Klein-Linden, 12. März. Die Bautätigkeit hat in hiesigem Orte wieder lebhaft eingesetzt. Trotz der frühen Jahreszeit sind von privater Seite bereits 5 Wohnhäuser in Angriff genommen, die sämtlich im Spätsommer bezogen werden sollen. Weitere Neubauten sind projektiert, so daß eine ganze Anzahl neuer Wohnungen erstellt wirb. An der Fertigstellung der im vorigen Jahre begonnenen Neubauten wird intensiv gearbeitet, neun Nebengebäude und Werkstattsräume wurden errichtet. Durch bie Ausdehnung des Ortsbauplanes gewinnt das Dorf nach allen Richtungen sehr an Ausdehnung. Besonders vorteilhaft wirkt sich der groß« Neubau der Zigarrcnfabrik Behrens am Brandweg aus, der in rotem Ofenbrandstein ausgeführt ist. Das Gebäude ist mit allen neuzeitlichen Einrichtungen, Warmwasserheizung und gesundheitlich musterhaften Aufenthalts-, Arbeits- und Aufbewahrungsräumen versehen.
00 Klein-Linden, 12. März. In der gestrigen Sitzung des Kirchen Vorstandes wurde dem Antrag der De n k ma l k om m i f f i o n ftatt- gegeben und befdjtoffen, von dem alten Friedhof, dessen Abnutzung der Kirchengemeinde zustcht, zum Bau des Ehrenmals für die gefallenen Krieger unserer Gemeinde -100 Quadratmeter Land zur Verfügung zu stellen, lieber die Ablösung des Nutzrechts, das der Kirchengemeinde zufteht, muffen noch Verhandlungen mit ber politischen Gerne inde, bie die Eigentümerin des alten Friedhofes ift, geführt werden. — Eine Ortssanrm - lung für den Gustav - Adol^ - Verein ergab in unserer rund 2000 Seelen zahlenden Ge
meinde den Betrag von 175,90 Mark. — Um bie neuzubesetzende Stelle eines Feldschützen in unserer Gemeinde haben sich 23 Bewerber gemeldet.
IH Lollar, 12. März. Am Sonntagabend veranstaltete die verstärkte Kapelle Mank (Wie- scck) unter der Leitung des ehemaligen Kammervirtuosen Louis Kümmel aus Darmstadt im Saale „Zur Linde" ein Harmonie-Orchester- Konzert. Die Zusammenstellung des Programms zeugte von dem feinsinnigen Kunstverständnis der Mitwirkenden. Die Darbietungen standen auf solcher Höhe, daß es nicht möglich ist, einzelne Stucke als Glanzleistung besonders hervorzuheben. Der stürmische Beifall, ber der Kapelle zu vielen Einlagen Anlaß gab, die mit besonderer Befriedigung cufgenommen wurden, war wohlverdient. — Reiche Ernte hält in diesem Sabre der S ch nit- ter Tod in unserer Gemeinde. Während im Vorjahre insgesamt 18 Todesfälle ju verzeichnen waren, mußten in den wenigen Wochen des Jahres 1928 schon 10 Personen zu Grabe getragen werden.
t Treis a. d. L d a., 12. März. Nachdem im vergangenen Jahre zwei neue Wohnhäuser und in diesem Winter die Zigarrensabrik von Rinn & Cloos errichtet worden find, regt sich die Bautätigkeit in unserem Dorfe von neuem, indem wieder zwei neu» Wohnhäuser in Angriff genommen worden sind und mit einem dritten in den nächsten Wochen begonnen werden soll.
: Annerod. 12. März. Die Wasserleitung. mit der von hier ans die Kasernen in Gießen mit Wasser versorgt werden, wird zur Zeit um einen Rohrstrang verstärkt. Die Straße nach Gießen ist streckenweise aufgebrochen, der Verkehr ist jedoch nicht behindert. — 2n nächster Zeit wird die große Berke h r s ft r a ß e vom Trieb bis in die Aähe der ©anfeburg mit Kleinpflaster versehen. DaS Material ist zum größten Teil schon angefahren, die Arbeiten sind vergeben und werden in aller Kürze begonnen werden. Für den Verkehr wird die Straße gesperrt werden, die Umleitung erfolgt über Vödgen—Großen-Vuseck.
T> Lich, 12. März. Um bie in nächster Zeit in unserer Stadt beginnende Kleinpflasterung der Oberstadt vornehmen zu können, find in letzter Zeit gewaltige Mengen Pflastersteine auf dem Kirchenplatz und auf dem Marktplatz an der Beijinger Straße angefahren worben. Die Fertigstellung dieser Arbeiten wird von den Flchrwerks- besitzern jeglicher Art mit Nachdruck gefordert. Auch
Schach-Ecke.
Bearbeitet von W. Orbach.
Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schach- redaktion des „Gießrner Anzeigers".
Problem Nr. 152.
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b
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n
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3
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Don D. Hälsen. Schwarz, edel
Weitz.
Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt. Weih: 5 Steine. Kal; Del; Sa5, d3; Bc4. Schwarz: 4 Steine. Kc3; Ba2, d4, 64.
Partie Nr. 98.
Die nachstehende Partie wurde im Meisterturnier des Schachvereins „Hakoah", Wien, Anfang März dieses Jahres gespielt: von bekannten Meistern nahmen an diesem Sumter teil: Pros. Becker, Rett, Spielmann, Dr. Tartakower, Tacacs.
Französische Eröffnung.
Weih: Glaß.
Schwarz: Röll.
1. e2—c4 I. e7-e6
2. d2-d4 2. d7-d5
3. Sbl-c3 3. Sg8-(6
4. Lei—g5 4. d5xe4
Diese sofortig« Abtauschvariante wählte auch Aljechin im Wettkampfe gegen Gapablanca und erreichte damit bequemen Ausgleich.
5. Sc3xe4 5. Lf8-e7
6. LgSxfö 6. Le7xf6
7. Sgl-f3 7. Sb8-d7
Notwendig, um evtl. e5 ober c5 durchsetzen zu. können, womit sich Schwarz nachträglich, ähnlich wie im Damengambtt, befreit.
8. c2-c3 8. 0-0
9. Lfl-d3
Der Läufer sollte hier lieber auf e2 zu Der- teidigunaszwecken verwandt werden, wobei er
auch spater Lg4 verhindert.
9. . ... 9. e6-e5
10. 0-0 10. e5xd4
H.Se4xf6H- 11. Dd8xf6
12. Sf3xd4?
Hier ist cXd4 unbedingt vorzuziehen, um dem Springer die wichtigen Felder c5 und e5 zu nehmen.
12..... 12. Sd7-e5
13. Tfl-el 13. c7-e5
14. Sd4-b5
Der Springer gerät hier vollständig außer Spiel.
14..... 14. Lc8-g4
15. Ddl-c2 15. Ta8-d8
16. Ld3-e4 16. Df6-g5!
17. Tel — e3
Dem Gegner in die Hände gespielt, aber auch sonst war die Partie unhaltbar.
17..... 17. f7-f5
18. Le4xb7 18. f5-f4
19. Te3xe5 19. Dg5xe5
20. Sb5xa7
Dies kostet noch zum Lleberfluß eine Figur.
20..... 20. De5-c7
21. Dc2-b34- 21. Ki?8-h8
22. Tal -el aus 22. Sc6 entscheidet Td7.
22. .... 22. Td8-b8
Weiß gibt auf.
Lösung des Problems Dr. 149.
Don 3. Kotrö.
1. Sg3-hl!, f3-f2 2. Df6-h8, a4xb3 oder Ka3xb3 3. Dh8-a8 oder Dh8-h3 matt.
1....., a4xb3 2. Df6xf3, Ka3 - a4 oder Lei - b2
3. Df3 —a8 matt.
70jähriges Jubiläum des Gießener Schachklubs.
Wie wir schon kürzlich berichteten, feiert der Gießener Schachklub an Ostern fein 70jährig«s ununterbrochenes Bestehen Das Programm, das kürzlich erschienen ist, sieht folgende schach- liche Wetttämpfe vor: Internationales Meisterturnier, Teilnehmer find: Frh. b. Holzhausen, Kmoch, Orbach, A6tt. Sämisch. Tartakower, sowie zwei Mitglieder des Gießener Echachllubs. Außerdem wird die Einzelmeisterschaft für Hessen ausgetragen. Das Turnier ist offen für die stärksten hessischen Spieler, sowett sie einem hessischen Sch ach verein als Mitglied angehören. Die Teilnehmerzahl mußte auf acht beschränkt werden. Gehen mehr Meldungen ein, so behält sich der Schachklub Gießen vor, eine Auswahl nach der Spielstarke zu treffen. Außer diesen beiden Turnieren finden noch statt ein Aeben-, sowie ein Tombolaturnier. Am sieben turntet, welches für weniger starke Spieler (ohne Beschränkung auf Hessen) offen ist, können zehn Spieler teilnehmen, oder, falls mehr Meldungen entlaufen sollten, wird es als Gruppenturnier ausgetragen. Sämtliche Turniere beginnen Freitag, 6. April, vormittags, und enben, mit Ausnahme des Meisterturniers, das sieben Tage in Anspruch nimmt, Dienstag, 10. April, nachmittags.
Die auswärttgen Teilnehmer am Haupt-(Hessi- schen)-Turnier und, soweit möglich, am Heben* furnier, erhalten freie Unterkunft und Qkti>fle* gung bei den Mitgliedern des Gießener Klubs.
Die Preise des MeifterturnierS sind: 1. 600 Mark, 2. 450 Mk., 3. 300 Mk.. 4. 200 Mk., 5. 150 Mk. Äichtpreisträger erhalten 30 Mk. pro Punkt.
Die Preisliste des Hauptturniers ist folgende: 1. 100 Mk., 2. 70 Mk., 3. 50 OZZL, 4. 30 Mk.', ferner ein Ehrenpreis für denjenigen, der gegen die Preisträger am besten abgeschnitten hat. Zeder Teilnehmer zahlt ein Reugeld von 10 Mk.
Preistafel des Aebenturmers: 1. 50 Mk., 2. 40 Mark, 3. 30 Mk., 4. 20 Mk., 5. 10 Mk. Reugeld 5 Mk.
Sämtliche Turniere finden im großen Saale des Eafö Leib statt.
Die Meldungen für das Hauptturnier werden erbeten bis spätestens 25. März an Herrn Prof, Weißgerber, Gießen, Liebigstraße 68.
Oie Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom AedattlonSttsch.
Prinzenerziehung.
Der Mandarin mit fünf Knöpfen Pong hatte das ebenso ehrenvolle wie schwere Amt der Prin- zenerziehung erhalten, so erzählt eine chinesische Chronik, und wollte vor allem bei seinen Belehrungen die Achtung vor dem kaiserlichen Sprossen nicht verletzen Da begegnen sie eines TageS auf . dem gewohnten Spaziergang einer Schafherde, und der Mandarin fragt den erlauchten Zögling, was das für Tiere seien. »Schweine", erwidert der Prinz. „Eure kaiserliche Hoheit haben bis zu einem gewiffen Grade vollkommen recht," bemerkt der Mandarin, „und die Antwort verrät hohen Scharfsinn: denn die Tiere haben vier Deine wie die Schweine, und wenn sie nicht mit Wolle bedeckt wären, konnten es sehr wohl Schweine fein. Indessen nennt man solche Schweine, die mit Wolle bedeckt sind, für gewöhnlich Schafe."
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Äenn önbstangei den Aaldunc men afn öttiiag, den StzNh den M. 6b u 2,3/ 4b, 10a, 23, 24 des Försters 1 Digest weiden: ,4 2 Aesernsch ’.'Vm Erchen, i hamduchr M nn Aejernin L ™Ntenln 7 Men Gche 1 ™ Utenin M»2,Klefern- ^F-chtenderbsta 68 § Eichenderbstan -W- 7 2 ?rcnvholi ' und 9, «bi;. <
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