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wiederaufgebauten Bibliothek ist. Die Universi­tät dulde keine Inschrift dieser Art. Ladenze fügt hinzu, daß Löwen die wissenschaftlichen Beziehungen mit den deutschen Universi­täten wieder auszunehmen wünsche und daß Deutschland an der Wiederherstellung der Universität mitgearbeitet habe.

Eine Zentralstelle für die Landwirtschastshrlfe?

Vorschläge des LtaatssekreiärS Hagedorn.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 13. März. Der frühere Staats­sekretär Dr. Hagedorn hat jetzt zur Durch­führung des landwirtschaftlichen Rotprogramms überaus interessante Borschläge gemacht, die auch, wie man beobachten kann, in den führenden Kreisen der Landwirtschaft selbst größte Beach­tung finden. Es handelt sich dabei um die Schaffung einer Zentral st elle, die die Bewirtschaftung der für die Landwirtschaft be­reitgestellten staatlichen Mittel durchführen soll, womit Hagedorn besonders vermeiden möchte, daß die gegebenen Mittel sich zersplittern und dadurch in ihrer Wirkung beeinträchtigt werden. Staatssekretär Hagedorn, ursprünglich preußischer Derwaltungsbeamter, war während des Krieges sehr stark an den Maßnahmen zur Zwangsbewirtschaftung unserer Ernährung betei­ligt und gehört heute zu den gemäßigten sach­lich denkenden und politisch zurückhaltenden Füh­rern In der Landwirtschaft. Seine neuen Ge­danken verraten ihre Herkunft von einem Manne, der persönliche Erfahrungen in der Zwangs- wirtscha.t des Krieges gesammelt hat und daher liegt ihr Schwergewicht zunächst auf dem rein Organisatorischen. Er schlagt im Zu­sammenhang mit den kürzlich erfolgten Bera­tungen des Deutschen Landwirtschaftsrates die Bildung einer besonderen Reichs st elle vor, etwa nach dem Dorbild der Reichsbahn- oder der Branntwein-Mvnopol-Berwaltung. Liebri- «ens brachte vor einiger Zeit der »Deutsche" in ieser Richtung eine Meldung, nach der man unter der Führung des Reichskanzlers a. D. Dr. Luther eine ähnliche Zentralstelle für die Landwirlschaftsbeihilfe schaffen wolle, toaS sich aber gleich als eine Falschmeldung herausstellte.

2m einzelnen soll das neue Llnternehmen nach den Vorschlägen Hagedonis als eigene Rechtspersönlichkeit mit einem Son­dervermögen eben die Gelder, die jetzt z. B. im Rotprogramm für die Landwirtschafts- Hilfe bereitgestellt werden ausgestattet sein. Ein Verwaltungsrat wird die Verwertung dieser Gelder unter sich haben, die im Sinne der Hilfe für die Landwirtschaft erfolgen müsse. Der Vorsitzende würde auf Vorschlag des Ver­waltungsrates vom Reich ernannt werden, während die Mitglieder des Verwaltungsrates zu einem Teil vom Reichsernährung s- minister zum andern von den Spitzen- verbänden der Landwirtschaft berufen Wer­dern aber auch Vertreter der Dank - und Industriewelt sollen in ihm zu finden sein. Dor allem soll aber die Deschlußfreiheit dieses Unternehmens durch verschiedene Maß­nahmen gesichert sein, so dah auch daS Auf- fichtsrecht des Reichsernährungsrninisters hier stark eingeschränkt würde. In Kreisen der Landwirtschaft fte&t man diesen Vorschlägen sym­pathisch gegenüber, besonders, weil sie eine plan­mäßige mrd schnell durchgeführteHilfs- aktion für die Landwirtschaft unter Umständen verbürgen würden, allerdings zeigt sich in diesen Kreisen ein gewisser Skeptizismus in der Frage, wie sich die Länderregierungen zu einem solchen zentralen Institut stellen mögen.

Oer Kreditbedarf der öffentlichen Hand.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers"

Berlin, 13. März. Die am letzten Freitag abgehaltene Sitzung der Genehmigungs­stelle für Auslandanleihen im Reichs­finanzministerium hat in der Frage von Anleihen der öffentlichen Hand insbesondere der Kom­munen nichts Reues gebracht, Das von der Beratungsstelle ausgegebene Eommunique be- fchränkte sich lediglich auf die Mitteilung, daß ihre Tätigkeit zunächst in einer ArtF est stel - lungsverfahren bestehen werde, um auf diese Weise die Gesamthöhe sämtlicher An­träge festzustellen und sich erst dann darüber schlüssig zu werden, welche Beträge den einzelnen Gemeinden zugesprochen werden können. Aus dieser Erklärung geht klar hervor, dah die maßgeblichen Stellen nach wie vor für eine An l e i h e s p e r r e sind, soweit sie von Kommunen ausgehen und dies um so mehr, als die Bestrebungen, die kommunale Finanzgebahrung einer scharfen Kontrolle zu unterziehen, in letzter Zeit intensiver gewor­den sind. Die Bestrebungen gehen besonders auf die Stellungnahme des Reichsbankdirek­toriums zu Auslandanleihen zurück. Die An­sicht des Reichsbankdirektoriums in dieser Frage kann man wohl kurz dahin präzisieren, dah gegen Anleihen, die eine Produktions steige­rn ng zur Folge haben, nichts einzuwen­den ist, auch wenn sie im Auslande aufgenom­men werden, dah aber ein Unterschied gemacht werden muh zwischen privaten Anleihen, bei denen der Rehmer ohnehin den wirtschaftlichen Rentabilitätsgedanken beachtet, und Anleihen der öffentlichen Hand bzw. der öffent­lichen Unternehmungen, fwi denen das Prinzip der Rentabilität in Anbetracht ihrer besonderen Stellung im wirtschaftlichen Leben nicht immer im Vordergründe zu stehen braucht. Was die Kommunen anlangt, so spielt auch in ihrer Aus- aabenwirtschaft die politische Konstel­lation der städtischen Parlamente eine große Rolle, und macht sie gelegentlich aus­gabefreudiger als nötig wäre.

Die Verschleppung der Verwaltungsreform.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 13. März. Die im Januar auf der großen Berliner Länderkonferenz beschlossene K o m- Mission zur Untersuchung über Möglichkeiten der Verwaltungsreform in Deutschland wird nun, wie man aus parlamentarischen Kreisen hört, e rst im Juni d. I. zusammentreten. Man hat solange ge­zögert mit der Zusammenstellung dieser Kommission, daß, wenn man sie jetzt einberufe würde, ihre Ar beitszeit mit der Neichstagsauslösung und den Wahlen zusammenfallen

Das Genfer Ergebnis.

Oie halbe Investigation.

Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers"

Berlin, 13. März. Die eclösenoe Formel ist also in Gens auch diesmal wieder gefunden, die vom Rat eingesetzte Dreiertommission zur Untersuchung des Wassenschmuggels bei St. Gotthard Hai weitgehende Vollmachten er­halten, sie kann Sachverständige nach Ungarn ent­senden, um den Tatbestand an Ort und Stelle nachzuprüfen und wird daun im Sommer dem Rat über die Ergebnisse be chten. Der Fall selbst ist ja eigentlich die ganze Au regung nicht wert, und wenn Ungarn sich Mit einer solchen Lösung bereit erllärt hat, köimte man füglich die Akten über die ganze Geschichte vorläufig schließen; wenn eben nicht, worauf wir von Anfang an hinwiefen, sich sehr viel weitergehende Absichten dahinter verbergen. Es ist ja eigentlich lächerlich, daß gerade die Staaten, die einen schwunghaften Waffenhandel mit den Resten des Weltkrieges treioen, sich so aufgeregt zeigen über fünf Waggons Maschinengewehre, von denen man wohl weiß, daß sie aus Italien stammen, von denen aber niemand weiß, wer der Empfänger ist; die inzwischen längst ver­schrottet sind, also auch durch das Auge des klügsten Sachverständigen nicht mehr entdeckt wer­den tonnen. Aber Frankreich hatte eben die Absicht, hier einmal eine Hauptprobe für d i e Investigation zu exerzieren, um später gegen Deutschland eine Präjudiz bei der Hand zu haben. Das ist nicht ganz gelungen, Herr Briand hat sich davon überzeugt, daß die Italiener, die sich selbst zu kompromittieren fürchten, nicht mitspielten und daß auch England nur sehr mäßig interessiert war, er hat deshalb auf 50 Prozent aklordiert und wird allen Grund haben, im Innersten seines Herzens damll zufrieden zu fein.

Eine Investigation im Sinne des Protokolls von 1924 und 1926 ist die Untersuchung nicht, sie ist aber doch eine Investigation in anderer neuer Form, die unter Umständen für uns Deutsche mindestens ebenso gefährlich werden kann. Denn der Widerstand, den wir gegen das Investigationsprotokoll erhoben haben, richtet sich doch gegen den Begriff einer Unter­suchung a ls solche, der mit der Würde eines Großstaates unerträglich ist. Er war be­sonders unerträglich, wenn etwa französische oder englische Offiziere wieder ihre Rase in die In­terna der deutschen Reichswehr stecken durften; aber allzu viel wird nicht daran geändert, ob das nun gerade Offiziere unserer ehemals feind­lichen Staaten oder neutrale Offiziere sind. Und das ist der Haken bei der ganzen Ge­schichte. Es klingt ja harmlos genug, daß eine Kommission von drei Reutralen einen solchen Fall untersucht, ihr steht aber der ganze Appa­

rat des Völkerbundes zur Verfügung, sie hat daher durchaus die Möglichkeit, auch Offiziere als Sachverständige zu bestellen, die sich an Ort und Stelle begeben können.

Aus uns übertragen, würde das heißen: wenn jetzt nicht die Wahlen beoorständen und die Franzo­sen fürchteten, daß sie durch ein Jnoestiaations- begehren die Aussichten der Deutschnationalen bes­sern würden, bann wäre vermutlich schon längst eine Beschwerde über den deutschen Phoebus- Fall von Frankreich an den Völkerbund gegangen. Nach den Wahlen kommt sie sicher. Dabei ist es zum mindesten sehr wahrscheinlich, daß eine Reihe von Staaten sich grundsätzlich weigern wurden, gerade französische Offiziere auf Deutschland loszulassen, daß aber für sie die Dinge ein ganz anderes Ge­sicht bekommen, wenn die Untersuchung in den Händen von Neutralen liegt. Die Aussichten, daß ein Antrag auf Investigation in dieser Form im Völkerbundsrat sich durchsetzt, find also sehr viel größer, als der Versuch einer Investigation im alten Sinne. Und das ist der kritische Punkt, der uns diesen Beschluß des Dölkerbundsrates nicht ge­rade als einen Erfolg der deutschen Politik betrach­ten läßt.

Rumänien gegen den Ratsbeschluß.

Der Optanlenstreit mit Ungarn.

Bukarest, 12. März. (WTD.) Minister­präsident Dintila B r a t i a n u erklärte vor Ver­tretern der Mehrheitsparteien, daß Rumänien die Optcmtenangelegenheit als abgeschlossen betrachte, und gab dem Erstaunen Ausdruck, das durch den Widerspruch zwischen der Entschei­dung des Völkerbundsrates vom September und der vom März ausgelöst worden fei. Die Kammer nahm dann einstimmig eine Entschließung an, in der das Verhalten Tituleskos vor dem Völler- bundsrat gebilligt wird, ebenso seine Wei­gerung, im Ramen Rumäniens die Entschei­dung des Rates anzunehmen, durch die der Rat seine letzte Entschließung vom September ' zugunsten einer neuen Umstürze, die die Sou­veränität Rumäniens beeinträchtige. Im Ramen der Rationalen Bauernpartei erklärte der Ab­geordnete Madgearo, seine Partei weise die Genfer Entscheidung mit aller Energie zurück. DaS ganze ßanb nehme geschlossen und s ohne Vorbehalte gegen diese Ungerechtig­keit, die dem Lande schädlich fei, Stellung. Im Ramen der vom General Averesco geführten Volkspartei erklärte der Abgeordnete Papa- c o st e a , die Opposition müsse sich in Fragen der auswärtigen Politik hinter die Regie­rung stellen. Die Volkspartei werde, soviel in ihren Kräften steht, mithelfen, um der Sache deS Vaterlandes zum Triumph zu verhelfen.

würde, was man wiederum im Interesse einer mög­lichst fachlichen Arbeit anscheinend gern vermeiden möchte. Die Reichsregierung hat zwar ihre Ver­treter bereits festgestellt und den Länderregierungen davon Mitteilung gemocht. Zugleich wurden auch die Länder gebeten, ihre Vertreter namhaft zu machen, was inzwischen wenigstens teilweise auch geschehen ist. Aber die Behandlung dieser ganzen An- Gelegenheit in einem auffallend schleppenden Tempo ist wirklich kein sehr rühmliches Verfahren.

Lan-bundkundgebungen.

Breslau, 12. März. (WTD.) Der Aufmarsch des Landbundes in Breslau auf dem Schloß- platze umfaßte noch den Angaben der Leitung etwa 4550 000 Personen. Von der Rednertribüne in der Mitte des Platzes wurden die Reden mit Lautspre­chern über den weiten Platz geleitet. Teilweise führ­ten die einzelnen Abteilungen Trauerfahnen sowie Landbundfahnen mit Trauerflor; sehr stark ist die Beteiligung besonders aus Oberfchle- f i e n gewesen. Die Züge führten zahlreiche Schil­der mit sich. Ähre Aufschriften lauteten beispiels­weise:Wo bleibt die Zinsverbilligung?"Der Bauer kennt keinen Achtstundentag!"Wir for­dern Besetzung der Aemter nicht nach parteipolitischer Zugehörigkeit, son­dern nach Fähigkeit/Wir sind keine Großgrundbesitzer, sondern wir sind das Landvolk." Pünktlich 12 Uhr wurde, obwohl noch immer neue Massen aufmarschierten, durch ein Trompetensignal die Kundgebung eröffnet. Als erster Redner begrüßte Frbr. o. Richthofen-Boguslawitz die An­wesenden. Es sprachen dann noch verschiedene Bauernführer. Zu Zusammenstößen ist es bisher nirgends gekommen. Dagegen zogen in Kyritz in der Mark im Anschluß an eine Protestversammlung des Landbundes der Ostpriegnitz die De­monstranten nach dem Finanzamt und dem Land- rotsamt. Dor dem Finanzamt kam es zu erheb­lichen Ausschreitungen. Als die Menge durch Sfeinroürfe etwa 20 Fensterscheiben zertrümmert hatte, trat die im Finanzamt stehende Polizei­wache unter Gewehr und machte Anstalten, gegen die Demonstranten vorzugehen. Auf Veranlassung der Landjägerbeamten wurde die Wache jedoch zu­rückgezogen, weil man hoffte, die erregte Menge beruhigen zu können. Diese setzte jedoch das Steinbombarbement fort, holte den Reichsadler vom Portal herunter und zertrümmerte ihn. Nunmehr schrill die Polizei ein, woraus die Menge abzog.

Weiterer Rückqanq der Arbeitslosigkeit.

Berlin, 12. Marz. (WB.) In der Arbeits­losenversicherung hat sich der Rückgang der Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Zeit vom 15. bis 29. Februar 1928 in dem gleichen lang­samen Tempo fortgesetzt, wie in der ersten Februarhälfte. Die Gesamtzahl der Hauptunter- stützungsempfänger war am 29. Februar 1928 rund 1 237 500 gegenüber 1 291 000 am 15. Februar 1928. Die Abnahme beträgt also 53 500 oder 4,1 v. H. Die Krisenfürsorge zeigt für den gleichen Zeitraum nur einen geringen Rückgang um 0,3 v. H. (rund 215 000 Hauptunterstühungsempfänger am 29. Februar gegenüber 215 500 am 15. Februar 1928). Die Zahl der Notstandsarbeiter hat in der Berichtszeit um rund 16 o. H. zugenommen und beträgt am 29. Februar insgesamt 67 700; da­von entfallen auf Personen, die in der Arbeitslosen­versicherung unterstützt worden sind, rund 51 600, und auf solche, die in der Krisenfürsorge unterstützt worden sind, 16100. Der langsame Rückgang der Arbeitslosigkeit dürfte im wesentlichen darauf zu­rückzuführen sein, daß die Saisonarbeiten, insbesondere im Baugewerbe, infolge der schwan­kenden Witterung und aus anderen Gründen, nur zögernd in Gang kommen.

Zur Deamtenbesoldung in Hessen.

Darmstadt. 12. Zitat). (Landesprestedlensl.) Die wir erfahren, gehl dem Finanzausschuß des hessischen Landtages noch in dieser Doche eine Regierungsvorlage über die Beamten- besoldung in Hessen zu. Die Beratungen über die­sen Gegenstand innerhalb des Kabinetts sind im wesentlichen abgeschlossen. Die derVolksfreund" hierzu erfährt, lehnt sich der (Entwurf in der Haupt­sache an das badische Gesetz an und bleibt bei den oberen Beamtengruppen hin­ter den Sähen des Reiches zurück. Das preußische Aulagensystem habe keine Berücksichtigung gefun­den. dagegen feien mehrere Gruppen ausein­andergezogen.

Verbin-lichkeitseiklärung des Schieds' spruches für die Berliner Metallindustrie

Berlin, 12. März. (WTB.) In der Tarif- streitigkeit zwischen dem Verband Berliner Me- ' tallindustrieller e. V. und dem Deutschen Metall- l arbeiterverband wurde der Schiedsspruch vom | 10. Marz 1928, der unter dem Vorsitz des Schlich- I terS für den Bezirk Groß-Berlin gefälll worden \ ist, gemäß Artikel 1 § 6 der Verordnung über das Schlichtungswesen vom 30. Oktober 1923 von Amts wegen im öffentlichen Interesse für ver­bindlich erklärt.

Die streikenden Werkzeugmacher der Berliner Metallindustrie nahmen am gestrigen Montag­nachmittag in einer Versammlung zu den letzten Verhandlungen vor dem Schlichter Stellung. Im Verlauf der Versammlung wurde die Verbind- lichkeitserllärung des Schiedsspruches bekannt. Entgegen den Aufforderungen der kommunistischen Opposition, die.Bewegung weiter fortzusehen und auszudehnen, erklärte die Ortsleitung des Deut­schen Metallarbeiterverbandes, daß nach den ge­setzlichen Bestimmungen der Streik als be­endet erklärt werden müsse. Die Ortsver­waltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes erläßt an alle streilenden Werkzeugmacher und ausgefperrten Metallarbeiter der bisher bestreik­ten Betriebe die Aufforderung, die Arbeit am Mittwoch, 14. März, zur gewöhnlichen Zeit wieder aufzunehmen.

Der Schiedsspruch im Buchdruckgewerbe.

Berlin, 12. März. (Priv.-Tel.) Wie derBor wärts" meldet, haben die Gauleiterkonferenzen der drei Tarifgewerkschaften des Buchdruckgewerbes den Schiedsspruch des Zentraltarifamtes, der die Löhne der Buchdrucker in der Spitze um 3,50 Mark erhöhte, abgelehnt. Die Vorstände der drei Gewerk­schaften sind diesem Beschluß beigetreten. Die Unter­nehmer haben ihre Stellungnahme zu dem Schieds­spruch noch nicht bekanntgegeben.

Einigung in der Schuhindustrie.

Berlin, 12. März. Gestern wurden laut Vorwärts" die Verhandlungen über den Reu- abschluh des Reichstarifes für die Schuhindustrie fortgefeht. Roch zur Verhandlung stand im wesentlichen nur die Lohnfrage. ES gelang schließlich, auch hierüber zu einer Einigung zu kommen. Hiernach werden die Löhne ab 1. April um vier Pfennig pro Stunde in der Spitze erhöht. Der Manteltarif, der als wesentliche Verbesse­rung die Urlaubszahlung für Heimarbeiter ent­hält, ist für zwei Iahre. d. h. bis 1. April 1930, abgeschlossen worden.

Aus aller Wett.

Die Bergrutschlataftroptze in Lanio-.

Santos, 12. März. (WB.) Die Abräumung der Crd° und Gesteinsmassen von den durch die Erdrutschkatastrophe betroffnen Teilen der Stadt dürfte eine Woche in Anspruch nehmen. Es sind gegenwärtig über 2000 Arbeiter hiermit beschäf­tigt. Unter den geborgenen Opfern befinden ftch die Leichen von 23 Kindern. In der Rahe der Unglücksstätte spielen sich fortgesetzt erschütternde Szenen ab. So wird berich­tet. daß ein Familienvater bei der Heimkehr unter den Trümmern seines Wohnhauses die Leichen seiner acht Kinder fand.

Schweres Erdbeben in Persien.

In den späten Abendstunden des Samstags ereignete sich in der Provinz Siftan ein Erd­beben, durch das der größte Teil der Stadt Re- bandan zerstört wurde. Die Verluste an Menschenleben sollen jedoch nicht hoch Jein, da wegen des Ramandvn-Festes die meisten Ein­wohner zur Zeit der in der Rächt erfolgten Katastrophe nicht schliefen. Infolgedessen wurden nur vier Personen getötet und eine schwer ver­letzt. Die von Schrecken ergriffenen Einwohner leben jetzt in Zelten außerhalb der zerstörten Ortschaft.

Ein Brautpaar von einem Kraftwagen überfahren.

Auf der KölnBerliner Chaussee wurde in der Nacht vom Montag ein Brautpaar von einem Kraftwagen überfahren. Das Paar befand sich auf dem Heimwege und war durch die Schein­werfer des chm entgegenkommenden Kraftwagens geblendet worden. Mit schweren Verletzungen wurden beide dem Krankenhaus zugeführt. Der Wagenführer kümmerte sich nicht um die Verletzten, sondern fuhr eiligst davon.

Schwerer Aulounsall bei Hamburg.

Auf der Chaussee bei Pinneberg fuhr ein in voller Fahrt befindliches Hamburger Auto infolge des Glatteises in den Chaussee- graben und dann aus chm wieder heraus mit voller Wucht gegen einen Baum. Der Wagen zerschellte. Der Führer, ein Kaufmann auS Hamburg, war auf der Stelle tot, der Bei­fahrer wurde mit Gesichts- und Hcmdverlehungen in das Krankenhaus eingetie'erf.

Schwerer Betriebsunfall.

In Gelsenkirchen stürzten im Betriebe der Der- . einigten Stahlwerke, Abteilung Schaiterverein, aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache zwei Schlosser aus einer Höhe von etwa 10 bis 12 Meter von einem Gerüst herab. Ci.er war sofort tot, während der andere lebens­gefährliche Verletzungen davvntrug.

Der älteste Mann Bayerns gestorben.

In Wunsiedel starb der älteste Mann Bayerns, der Ragelfchmied Iobann Ruckdelchl, im Alter von 105 Iahren.

Beisetzung des Polizeipräsidenten Freiherrn v. fiotff.

In Kassel wurde der Polizeipräsident, Frhr. von Korfs unter starker Beteiligung der Beamten- und Beoölkerungskreise auf dem Friedhof zu Wehlheiden beiaesetzt. Anwesend waren u. a. Oberpräsident Dr. Schwander, Regierungspräsident Dr. Frie- bensburg, Landeshauptmann o. Gehren, Oberbürgermeister Dr. Stadler und andere. Mi­nisterialdirektor Brandt vom preußischen Mini­sterium des Innern sprach im Auftrage des preußi­schen Innenministers am Grabe und schilderte den Werdegang des Verstorbenen. Er zollte dem Ver­storbenen Dank und Anerkennung für seine Arbeit in Den verschiedensten Staatsstellungen. Darauf gedachte Oberpräsident Dr. Schwander der Verdienste des Verschiedenen, worauf nach Kranzniederlegungen durch Vertreter des Polizeipräsidiums und der Stadt Aachen eine Abteilung Schutzpolizei drei Salven ab= feuerte.

Die Wetierlaae.

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Wettervoraussage.

Das Nordmcerhoch breitet sich weiter ostwärts nach Skandinavien hin aus. Eino Hochdruckbrücke erstreckt sich von dem im Norden lagernden hohen Druck nach dem russischen hin. Eine wesentliche Aenderung der Wetterlage ist noch nicht zu erwarten. Der Frost schwächt zunächst jedoch weiter ab.

Wottervorhersagefür Mittwoch: Zeit­weise stärker bewölkt, Temperaturen nachts etwa unter Null, nur vereinzelt unbedeutende Nieder­schläge.

Witterungsaussichten für Donners­tag: Keine wefent' che Aenderung.

Lufttemperaturen am 12. März: mittags 2,1 Grad Celsius, abends1,3 Grad Celsius: am 13. März: morgens1,6 Grad Celsius. Maximum 2,8 Grad Celsius, Minimum 2,5 Grad Celsius. Erdtempera­turen in 10 Zentimeter Tiefe am 12. März: abends 1,9 Grad Celsius; am 13. März: morgens 0,7 Grad Celsius. Sonnenfcheindauer: vier Stunden.