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Das staatliche Schlichtungswesen.

Reichsarbeitsminister Dr. Brauns an seine Kritiker.

Berlin, 11. März. DieGermania" veröffent­licht eine Unterredung mit Reichsarbeit s- Minister Dr. B r a u n s, in der sich der Minister eingehend über die Probleme des Schlichtungswesens äußert. Das Schlichtungswesen, so führte Dr. Brauns aus, hat sich im allgemeinen bewährt und der Er­haltung des Arbeitsfriedens und Volksoermögens mehr genutzt, als die meisten ahnen. Die Kritik- preffe spricht fast ausschließlich gegen die Ver­bind l i ch k e i t s e r k l ä r u n g von Schieds­sprüchen, durch die angeblich die an sich gute und gesunde Wirkung des Schlichtungswesens in ihr Gegenteil verkehrt werde. Allerdings kann die Möglichkeit der Derbindlichkeitserklärung zu einer Verminderung des Verantwor­tungsgefühls der Arbeitgeber» und Arbeit­nehmerverbände führen. Eine Abhilfe fei dadurch möglich, daß die Verbindlichkeitserklärung a u f d a s äußer ft e Maß beschränkt werde und tat­sächlich nur in Fällen erfolgt, in denen schwerwie­gende Interessen der Allgemeinheit sie verlangen. Wenn sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer mehr als bisher an einem' Geiste wirklicher Arbeitsgemein­schaft zusammenfänden, so würde auch die Zahl der Verbindlichkeitserklärungen immer geringer werden.

Der neue Schiedsspruch fürdieVerlinerMetallindustrie Erneute Zblehnunq durch dieArbeitnctrmer

Berlin. 10. März. (WB.) Eine neuein- gesetzte Schlichtungskammer hat in dem Kon­flikt der Berliner Metallindustrie einen Schieds­spruch gefällt, wonach bis zum 30. Sunt 1928, längstens aber bis zum Abschluß eines L o h n t a r i f e s für die Facharbeiter und die angelernten Arbeiter die Stundenlöhne und Qlf ordverdienste der Werkzeugmacher in den ein­zelnen Betrieben oder Betriebsabteilungen mit dem Arbeiterrat unter Hinzuziehung von Ber- tretern der Werkzeugmacher einer Nach­prüfung unterzogen werden. Kommt keine Einigung zustande, wird eine von den beiden Bertragsverbänden eingesetzt« paritätische Kommission die Akkordberechnungsgrundlage für die einzelnen Werkzeugmachergrupven fest- seyen. Der Manteltarifvertrag wird durch eine für die Werkzeugmacher geltende Anlage ergänzt, wonach, soweit eine Kalkulation möglich ist, Ar­beiten der Werkzeugmacher im Akkord aus­geführt werden können. Bei iigkeiten hat eine Kommission der Arbeitnc^' er mit der Be­triebsleitung darüber zu verha.. .i. ob die Ar­beit im Akkord auszuführen und wie h-o ch der Akkord festzusehen ist. Kommt es nicht zu einer Einigung, so soll eine von den beiderseitigen Verbänden zu ernennende paritätische Kommission von je drei Fachvertretern end­gültig entscheiden. Die Arbeit wird zum kür­zesten Termin ausgenommen. Der Streik gilt nicht als älnterbrechung des Arbeitsverhältnisses im Sinne des Tarifvertrages. Maßregelungen finden nicht statt. Die Erklarungsfrist läuft bis zum 12. März 1928 10 älhr vormittags.

. Die erweiterte Streikleitung des Deutschen Metallarbeiteroerbande» hat den neuen Schiedsspruch des Schlichters heute abend nach mehr­stündiger Beratung abgelehnt, weil die festge­setzten Löhne nicht den Wünschen der Werkzeug, wacher entsprächen. Wie eine Korrespondenz hört, werden die Parteien voraussichtlich am Montagoor- mittag in das Reichsarbeitsministerium zu Ver- handlungenüberdieVerbindlichkeits- erklärung dieses Schiedsspruchs geladen werden. Es sei damit zu rechnen, daß der Schiedsspruch für rechtsverbindlich erklärt wird, so daß beide Parteien an die darin festgelegten Abmachungen gebunden sind.

Schiedsspruch für das Buchdruckgewerbe.

Berlin, 10. März. (WB.) Der Deutsche Buch- druckerverein teilt mit: Das tarifliche Zentral- schlichtungsarnt fällt.' gestern nacht einen Schiedsspruch, wonach der Spitzenlohn vom 1. April ab von 52,50 Mark auf 5 6 Mark je Woche erhöht wird: Erklärungsfrist für beide Parteien bis zum 17. März.

Oie Lage der Reichsfinanzen. Minister Köhler über Ergänzungshaushalt und Phoebusaffäre.

Hildesheim, 11. März. Hier hielt Reichs- frnanzminister Dr. Köhler eine Bede, in der er entschieden den Gerüchten über eine etwaig« Sn- flation entgegentrat. Die deutsche Mark h^rbe noch nie so fest gestanden wie heute. Selbst der Reparationsagent, Parker G i lB e r t, habe das ausdrücklich betont. Zu den Angriffen gegen die Regierung wegen der Phoebus-Film- Angelegenheit erklärte der Minister, die jetzig« Regierung habe an diesen sowohl nach der sachnchen wie nach der personellen Seite hin tief beschämenden Vorgängen keinerlei An­teil. Erst tm Verlaufe der auf Wunsch des Reichskanzlers vom Präsidenten des Reichs- rechnungshoses, Dr. Samisch, vorgenommenen Untersuchung habe er davon Kenntnis erhalten, daß ein früherer Finanzminister (Dr. Reinhold) eine Bürgschastsurkunde in Höhe von mehreren Millionen Mark unterzeichnet habe. Von dieser Tatsache sei im Reichsiinanzministe- rium bis zu dem angegebenen Zeitpunkte nie­mandem etwas bekannt gewesen. Auch die Akten des Amtes enthielten keinerlei Hinwers auf eingegangene Verpflichtungen. Die eingetretenen Millionenverluste für das Reich seien auherordenllich bedauerlich. Eine hieraus hergeleitete und in der Oesfentlichkeit deklarierte ,.M i h w i r t s ch a f t" könne aber wohl kaum auf das Konto der jetzigen Regie­rung geschrieben werden.

Die Finanzen des Reiches seien, wie der Mi- uifter weiter erklärte, trotz der außerordentlich harten Anspannung gesund. Der Ergän­zungshaushalt für 1928 entl a'.te zunächst die Auswirkungen der Besoldungs­ordnung aus den Stellenplan des Reiches. Darüber hinaus sei von den Anforderungen neuer Stellen oder der Umwandlung niederer in höhere Stellen vollständig abgesehen wor­den. Außerdem enthalte der Ergäiizungshausl:alt daS R o t p r o g r a m m mit seinen dringend not­wendigen Hilfeleistungen auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet. Die Finanzierung dieser Aus-

Schluß her Genfer Ratstagung.

Oie Saarregierung.

Ein Finnländer an Stelle des Belgiers zum Mitglied derNegierungskommisston ernannt

Genf, 10. März. (WTB.) Der Völkerbunds­rat vollzog heute vormittag in nichtöffentlicher Sitzung die Wahl des Bürgermeisters von Hel- singfors, Ehrenroth, zum Mitglied der R e g i e r u n g s k o m m i s s i o n des Saar­gebiets und bestätigte den Präsidenten, Sir Ernest Wilton, und die Übrigen Mitglieder der Regierungskommission auf ein weiteres Sahr in ihren Aemtern. Mit der Wahl Ehrenroths, der Staatsangehöriger einer neutralen Macht und gründlicher Kenner von Finanz», Handels- und Verwaltungsfragen ist, an Stelle des aus­scheidenden belgischen Mitgliedes Lambert, ist einem langjährigen Wunsch der Saarbevölke- rung vorn Rat nunmehr endlich Rechnung ge­tragen worden. Sn Kreisen der hier weilenden saarländischen Delegation wird die Wahl als eine glückliche Lösung bezeichnet, die geeignet ist, den jahrelang geäußerten Wünschen der Saar­bevölkerung Rechnung zu tragen und insbeson­dere dazu führt, daß nunmehr die Regierungs­kommission in ihrer Zusammensetzung noch mehr als bisher den dem Friedensvertrage entspre­chenden neutralen Charakter erhält. Das ausscheidende belgische Mitglied, Lambert, dem der Völkerbundsrat in der üblichen Weise seinen Dank ausgesprochen hat, hatte die Leitung des Verkehrswesens. Obwohl die Mitglieder der Regierungskommission die Verteilung der Aemter unter s i ch au bestimmen haben, wird ange­nommen, daß das neuernannte Mitglied Ehren­roth, der übrigens eine Zeitlang in seiner Hei­mat als Minister tätig war und das Außen­ministerium sowie das Finanzministerium lei­tete, wegen seiner besonderen Sachkenntnis das Verkehrswesen übernehmen wird, wozu er auch wegen seiner vollkommenen Beherr­schung der deutschen Sprache besonders geeignet sein dürfte. Die Regierungskommission besteht nunmehr für das nächste Sahr aus dem Engländer Sir Emest Wilton als Präsidenten, dem Franzosen M o r i z e, Snneres und Finan­zen, dem Saarländer K o ß m a n n, öffentliche Arbeiten, Landwirtschaft und Sozialpolitik, dem Tschechoslowaken V e z e n s k y , Llnterrichtswesen

und dem neuernannten Finnländer Ehlen- r o t h.

Oie St. Gotthard-Affare.

Der Bötkerbundsrat nimmt den Bericht des Dreierkomiteetz an.

Gens, 10. März. (WB.) Der Dölkerbundsrat hat inbezug auf di« Inoestigationsklage der Kleinen En­tente einen vom Sreiertomitee oorgelegten «inst- welligen Bericht angenommen, in dem es heißt: Die Mitglieder des Komitees sind der Auf­fassung, daß der in Rede stehende Zwischenfall die ganze "Aufmerksamkeit des Rates verdiene. Sie ha­ben festgeftellt, daß sie, um dem Rat den verlangten Bericht unterbreiten zu können, ergänzende Auskünfte über verschiedene Punkte einholen müssen. U. a. ist es nötig, von der ungarischen Re­gierung Erkundigungen zu erhalten, die nur nach Ablauf einer gewissen Frist gegeben werden können. DaS Ratskomite« wird gegebenen­falls von dem Rechte Gebrauch machen, das ihm durch die Entschließung des Rates übertragen wurde, um technische, aus den Organen des Völkerbundes gewählle Sachverständige zu konsultieren, die an Ort u n d Stelle entsandt werden kön­nen, wenn das Ratskomitee dies für die Durch­führung seiner Aufgabe als wünschenswert ansiccht. Das Komitee beabsichtigt, dem Rat vor seiner näch­sten Tagung tm Juni seinen Bericht zu über­mitteln.

Die Entschließung wird in den Kreisen der un­garischen Delegation als eine Lösungsform angese­hen, die durchaus tragbar ist und mit der" die Angelegenheit rascher zu Ende geführt werden kann. Aus dem Gang der Verhandlungen, auch so weit sie vertraulicher Art waren, ist zu schließen, dasi von der Anwendung des Inoestigations- protokolls nicht die Rede war. Auch von der Seite, von der die stärkste Stellungnahme für eine Investigation zu erwarten war, ist bei den Ver­handlungen anerkannt worden, daß das Ratskomi­tee in seinen Entschließungen über die Art und Weise der vorzunehmenden Erhebungen vollkommen frei ist. Der äußerst« Fall einer formellen Investi­gation wäre nur in Frage gekommen, wenn Un­garn den heutigen Bericht a b g e le h n t und damit eine grundsätzliche Erörterung notwendig ge­macht hätte.

gaben sei absolut einwa.idsrei. Von einer voll­ständigen Aufzehrung etwaiger Reserven könne dabei keine Rede sein. Den Etat des Reiches auf Grund einer vorsichtigen und sparsamen Wi.t- schastungsführung unter allen Umftänben i m Gleichgewicht zu halten, sei seine vor ehmste Ausgabe gewesen. Sm übrigen stecke noch eine recht ft arte Reserve in dem Spiritu s m o n o - Pol. Eine sparsame öffentliche Wirt­schaft fei selbstverständlich bringe td erforderlich, aber nicht etwa, weil die öffentliche Wirtschaft jetzt maßlose Verschwendung treibe, sondern weil die Lasten des verlorenen Krieges uns außerordentlich schwer drückten. Sm Sahre 1928 haben wir aus den Kriegslasten rund 2,2 Milliarden zu leisten, wozu noch an inneren, durch den Krieg entstandenen Lasten weitere 2 Milliarden kommen.

Diplomatisches Revirement.

Berlin, 10. März. (TLI.) Die Veröffent­lichung des seit langem in Aussicht genommenen Revirements im Auswärtigen Amt wird, toi« von zuständiger Seite mitgeteilt wird, Ansang nächster Woche nach der Rückkehr des Reichs- autzenministers nach Berlin erfolgen. Rach dem Berliner Tageblatt" find u. a. folgende Aende- rungen vorgesehen: Der Botschafter in Tokio, Dr. Solf, tritt in den Ruhestand. An seine Stelle tritt der bisherige Gesandte in Lissabon, Voretzsch. F r den neugeborenen Botschaft r- posten in Buenos Aires ist der bisherige Gesandte in Brüssel, von Keller, ernannt worden. An die in eine Botschaft umgewandelt« bisherige Gesandtschaft in Santiago bi Chile kommt bet bisherige Gesanbte in Belgrad, Olshaufen. Für den Posten eines Ge­sandten in Brüssel ist der Dirigent im Auswär­tigen Amt, Gehcnmrat Horstmann vorgesehen. Geheimrat von Baligand geht als Ge­sandter nach Lissabon. Ministerialdirektor Wallroth ist zum Gesandten in Oslo er­nannt worden an Stelle des aus dem Dienst scheidenden Gesandten Romberg. Seine Stelle als Leiter der Ostabteilung wird Geheimrat Dr. von Dirksen einnehmen. Den Poften des nach Brüssel gehenden Geheimrats Horst­mann übernimmt Freiherr von Richt- Hosen, der bisherige Leiter bet Angelegen­heiten bes Rahen Ostens. Für Geheimrat von Baligand ist der beseitige Vortragende Le­gationsrat der Gnglandabteilung, Dr. v.Kaufs» mann, ausersehen. Als Rachsolger des be­reits abberufenen Gesandten in Reval, Frank, ist der bisherige Generalkonsul in Barzelona, Schroetter, ernannt worden.

poisdamer Siadtverordneienwahlen.

Potsdam. 11. März. (WB.) Die Potsdamer Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung haben folgende Verteilung der Mandate gebracht: Deutschnationale 16 (1924: 19), Sozialdemokraten 14 (5), Deutsche Volkspartei 3 (3), Kommunistische Partei 2 (3), Deutsche Soziale Partei 0 (2), Deutsche Demokratische Partei 1 (2), Zentrum 1 (1), Bodenreform 1 (0), Handel, Gewerbe, Grund­besitz. Mittelstand 5 (6).

Unterzeichnung der Freigabevortage.

Washington, 10. März. (WTB.) Präsi­dent C o o l i b g e hat die Freigabevorlage unterzeichnet. Sm Staatsdepac «ment wurde erklärt, daß man. nachdem die Freigabebill nun Gesetz geworden sei, demnächst Verhandlungen mit der deutschen Reichsregierung über d i e Zulassung verspätet angemeldeter Ansprüche amerikanischer Bürger beginnen werde. Es wurde jedoch betont, daß ein großer Teil dieser Forderungen von Leuten komme, die in Papiermark spekulierten und ihr« Verluste ersetzt haben wollten. Derartige Forde­rungen erachtet die Regierung der Vereinigten Staaten gls nicht eintreibbar. Sie werde sie daher garnicht erst einreichen.

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Aus aller Wett. >

Sturm auf der Nordsee.

Aus der Rordsee herrscht schwerer Ost- sturm, der in Verbindung mit dem dadurch hervorgeru enen Wasserstand der Elbe große Schwierigkeiten für die Schiffahrt im Gefolge hat. Aus der Elbe beträgt der Wasserstand bei Hoch­wasser fünf Fuß unter normal. Die an­kommenden großen Dampfer sind größtenteils gezwungen, bei den Feuerschiffen vor Anker zu gehen. Eine große Anzahl tiefgehender Schiffe, unter denen sich auch der Hapag-Dampfer H a m b u r g" (von Reuyork kommend) befindet und der von Afrika ein kommende Dampfer 11 f a m b a r a, muhten in der Elbmünbung lie­gen bleiben. Der von Bremen ankommende Hansa-DampferDrachenfelS" wurde' in Cuxhaven bei dem Versuch, seinen Lotsen abzu- setzen, von dem Sturm gegen daS Boll­werk getrieben und konnte nur mit Hilfe von Schleppern wieder freikommen. Der deutsche DampferElsfleth", mit Holz von Danzig kommend, ist auf bet llnterelbe mit einem un­bekannten Dampfer zusammengestohen und mußte in Hamburg in s Dock gehen, um die Schäden feftzustellen.

Schwere Stürme im Stillen Ozean. 200 Menschen ertrunken.

An den japanischen Küsten herrschen schwere Stürme. Der amerikanische DampferPre­sident Lincoln" (14 000 Tonnen) gab aus dauernde drahtlose Anrufe keine Antwort und ist seit Samstag überfällig. Fünf Heinere japanische Schiffe find mit zusammen 200 Personen an Bord untergegangen. Die japanische Regierung sandte Flugzeuge und Zerstörer aus, um nach den überfälligen Dampfern zu forschen und etwa noch in Rot befindlichen OcbUfen Hilfe zu leisten.

Line feste Verbindung zwischen Stralsund und Rügen.

Der 'immer lebhafter werdende Verkehr zwischen der Insel Rügen und dem Festlande hat den Wunsch nach einer festen Verbindung mit der Insel Rügen laut werden lassen. An Stelle der bisher geplanten Hochbrücke, deren Herstellungskosten mit etwa 50 Millionen Mark veranschlagt werden, ist man da­zu übergegangen, die Möglichkeit eines Damm- o a u e s, ähnlich dem Sylter Bau, zu prüfen. Der Damm, der für eine zweigleisige Eisenbahnlinie und zugleich als Derkehrsstraß« gedacht ist, wird mit 18,5 Millionen Mark veranschlagt. Die Züge für Rügen werden in Zukunft auf dem Hauptbahnhof in Stral­sund zusammen gestellt werden, was einen Ausbau der Anlagen des Stralsunder Hauptbahnhofes be­dingt. An der tiefsten Stelle des Sundes wird eine Flut-Oeffnung in den Damm geschaffen, wo eine Klapp-Brücke von etwa 5,5 Meter Höhe eingebaut werden soll. Durch den Fortfall der jetzigen Trajekt- Schiffsanlage würde die Möglichkeit zu einer be­bau tenben Erweiterung ber Stralsunder Hafen- anlagen gegeben sein.

Raubmord an einem poftagenten.

Am Freitagnachmittag ist auf der Straß« zwi­schen Lenggries bei Tölz und Fall ein Raubmord verübt worden. Der Postagent Karl in Fall begab sich am Freitag nach Lenggries, um die Lohngelder für das Forstamt zu holen. Er erhielt 14 000 Mark, kehrte aber nicht zurück. Rach längerem Suchen fand der Gendarm Karl als Leiche am A l t w a s s e r b e 11 der S f a r. Die 14 000 Mark fehlten. Die Leiche wies vier Schüsse in Brust und Kopf auf. Es liegt Raubmord vor. Der Tater ist noch nicht bekannt.

Schweres Sireckenunglück bei Nizza.

Aus der Brücke über den Siagne-Flutz bei Rizza sind sechs Eisenbahnarbeiter beim Uebcrqueren der Gleise von einem Zuge ersaßt und getötet worden.

Raubüberfall in einem Juwelierlaben.

Sn Hamburg begingen in vorgerückter Rach­mittagsstunde ein Mann und eine Frau einen Raubübersatt in einem Suwelierladen. Sie lie­ßen sich Ringe oorlegen: plötzlich zog der Mann einen Revolver und riß unter Bedrohung der Geschäftsführerin das Tablett mit den Ringen

an sich. Ein Angestellter deS Geschäftes hielt die Mittäterin des Räubers fest, während die Ge­schäftsführerin dessen Verfolgung übernahm. Der Räuber gab aus der Flucht zwei Schüsse ab, durch die ein Passant schwer und ein anderer leicht verletzt wurde. Er wurde schließlich von einem Polizeibeamten festgenommen. Der von dem Räuber schwer verletzte Passant ist kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus feiner Verletzung erleg en.

Zwei Frauen durch eine Explosion gelötet

Sm Keller einer Züricher Apotheke erlitten zwei weibliche Angestellte durch eine Explosion schwere Brandwunden, an deren Folgen sie heute im Krankenhause verstorben.

Aulodlebslahl und Raubüberfall.

In Wien wurde ein Fiattraftwagen im Werte von 12 000 Schilling, der von dem Besitzer, dem Arzt Dr. Donath, vor dem Haupttelegraphenamt unbeaufsichtigt stehen gelassen worden war, von zwei Unbekannten gest o hl-en. Eine Viertelstunde später fuhren zwei Männer mit dem gestohlenen Auto vor dem Bank- und Kommissions­geschäft Rosenberg auf dem Kolowrat-Ring vor, be­gaben sich in das Geschäft und zwangen die Frau des Besitzers sowie eine im Geschäft anwesende Kun­din mit oorgehaltenem Revolver, sich ruhig zu ver­halten. Einer der Männer sprang über den Ver­kaufstisch und raubte auf zwei offenstehenden Panzerkassen Klassenlotterielose und öster­reichische B a u l o s e im Werte von 160 Schilling, worauf beide das Lokal verließen und rasch davon­fuhren. Das gestohlene Auto wurde um 5.30 Uhr abends in Meidling herrenlos a u f g e f u n den. Von den Tätern fehlt jede Spur.

Polizeipräsident Freiherr von Korfs t-

Der vor einigen Wochen in den Ruhestand getre­tene frühere Polizeipräsident von Kassel, Freiherr von Korfs, ist an einem Gehirnschlag gestorben.

Patentstreit mit der Reichsdruckerei.

Vor der Zivilkammer des Berliner Land­gericht I schwebt ein Zivilprozeh, den die Er- sinderin und Inhaberin der Patente auf ein Verfahren, das Banknoten gegen Rach­ahmungen schützt, gegen den Reichssiskus wegen mißbräuchlicher Benutzung dieser Patente durch die Reichsdruckerei ange­strengt hat. Die Patentinhabe in, Frau Lampel, beziffert den ihr erwachsend:n Schaden zunächst auf eine Million Mark. Shr ist für die Durchführung ber Klage das Armenrecht zu- gebilligt worden. Die Reich drucker i hat vor dem Reichspatentamt die Richtigkeiis'lage er­hoben. mit der jedoch das Reich bisher in allen Snstanzen abgewiesen worden ist.

Gefälschte Aspirintabletten.

Das Schöffengericht Berlin verurteilte den Apotheker Frank wegen Herstellung von Aspirin- Tabletten zu sechs Monaten Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe. Frank - hatte große Mengen der gefälschten Aspirin-Tabletten ins Ausland ausge.ührt. Tie Herstellung des Aspirins erfolgte unter Unterlassung aller sani­tären Vorsichtsmaßregeln in einem Hinterhause.

Mordtat in der Kirche.

Sn Schwetz a. d. Weichsel wurde während der Desperandacht in den Kreuzgängen der Schwetzer Klosterkirche eine Mordtat be­gangen. Der 21jährige Gymnasiast Krprowski tötete durch einen Revolverschuß feinen Ver­wandten, den 16jährigen Sohn des Malers Mu­rawski. Die Andacht wurde sofort unterbrochen und dem Verletzten die letzte Oelung erteilt. Da er noch Lebenszeichen von sich gab, wurde er nach dem Krankenhaus gebracht. Ob der Täter aus Fahrlässigkeit oder ilebcrlegung die Tat vollbracht hat, ist noch nicht festgeftellt worden. Die Mordwaffe sott aus seinem Elternhause stammen.

Die Metiertaap.

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raussage.

Der hohe Luftdruck im Rorden schwächt sich ab. Gleichzeitig hat sich das neue westliche Drucksattgebiet mehr südöstlich nach Südfrank­reich hin verlagert. Mitteleuropa liegt noch im Bereich kontinentaler Luftmafsen, so daß zu­nächst mit Fortdauer des Frostwetters zu rech­nen ist. Rur unbedeutende, leichte Schneefälle treten noch vereinzelt auf.

Wettervorauslage für Dienstag. Wolkiges Wetter, vereinzelt noch etwas Rieder- schläoe, meist als Schnee, Frost.

W i t t e r u n g s a u s f i ch t e n für Mitt­woch. Rückgang des Frostes, sonst wenig ver­ändert.

Lufttemperaturen am 11. März: mittags 2,8 Grad Celsius, abends4,1 Grad Celsius, am 12 März: morgens 4,9 Grad Celsius. Maximum 2,5 Grad Celsius, Minimum8,6 Grad Celsius. Erdtem­peraturen in 10 Zentimeter Tiefe: am 11. März: morgens 1,3 Grad Celsius, abends 0,5 Grad Celsius: am 12. März: morgens 0,7 Grad relsius.