Nr 61 Erstes Flatt
178. Jahrgang
Montag. 12. März 1928
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GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Thefredalrteur
Dr Frtedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H. Thyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An» zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Giehen.
Sowjetfeindliche Verschwörung im Donezbecken?
Verhaftung deutscher Ingenieure wegen angeblicher Teilnahme an Sabotageakten in russischen Bergwerken.
Moskau, 10. Mürz. (MTB.) Der Staatsanwalt beim Obersten Gerichtshof der Sowjetunion veröffentlicht eine Mitteilung über die Aufdeckung einer gegenrevolutionären Organisation im Bezirk Schachty (Donezbecken). die sich mit der Deborganisieroag und Zerstörung dec Steinkohlenindustrie dieses Bezirkes besaht habe. Die Zentrale der Organisation befinde sich im Auslände und bestehe aus ehemaligen Eigentümern und Aktionären der Kohlenunternehmungen des Donezbeckens. Als Agenten dieser Organisation in der Sowjetunion dienten Ingenieure, Techniker und Steiger sowie Angestellte, die von ihren ehemaligen Direktoren Gehalt bezogen und Sonderbeträge von Agenten des ausländischen Spionagedienstes erhielten. Die Organisation befähle sich jahrelang mit böswilliger Sabotage der Kohlenwirtfchaft zum Teil durch direkte Zerstörung von Bergwerken und Fabrikbetrieben durch Brandstiftungen. Explosionen und Beschädigung der Maschinen. 3m Donez- gebiet wurden sechs deutsche Ingenieure im Zusammenhang mit der Sabotageangelegenheit In den Kohlengruben, darunter drei von der ALG„ verhaftet. Der Vertreter des Wolfsbureaus erhielt vom hier anwesenden Direktor der Ruftland- abteilung der ALG. die Auskunft, dah die verhafteten Ingenieure als ehrenhafte Wissen- fchaftler bekannt seien. Sollte, wie zu erwarten. hinsichtlich der verhafteten Ingenieure der Sabotageakt als unbegründet nachgewiesen wer- den können, so würden sich zukünftig grohe Schwierigkeiten ergeben. Ingenieure zu finden, die geneigt wären, hierhergeschickte Maschinen aufzumontieren. Der Vertreter des WTB. betont, dah die ausländischen Grubentnter- essen im Donezgebiet vor dem Krieg hauptsächlich in französischen und belgischen Händen lagen. Der deutsche Botschafter in Moskau hat in dieser Angelegenheit die erforderlichen Schritte eingeleitet.
Ein Bericht Rykows.
Gegenmaßnahmen der Lowjetgcwerkschaften.
AEG. dem „Montag" mitgeteilt: Die Verhafteten sind der Oberingenieur Ernst Goldstein, der bisher in der Turbinenfabrik angestellt war, «Gngenieur Otto und Monteur Meyer. Alle drei stehen seit einer Reihe von Jahren in den Diensten der AEG. und sind unbedingt zuverlässige Leute, bei denen es vollkommen ausge- ch l o s s e n ist, dah sie sich irgend etwas hätten zuschulden kommen lassen.
Aach einer Meldung des „Montag" aus Bochum hält es die Firma Köppers, die im Donez-Gebiet zehn Personen beschäftigt hat, für ausgeschlossen, dah diese sorgfältig aus- gewählten Angestellten sich in Auhland politisch betätigt haben. Die Firma Karl Still in Recklinghausen, die im Donez-Gebiet Kohlen- ventila'.ionsanlagen baut, hat keinerlei Rach- richten über Verhaftungen von ihren Ingenieuren.
Schwere Zergstmzkaiastrophe in Brasilien.
Erdrutsch in der Stadt Santos.-Viele hundert Tote unter den Erdmaffen. Bisher 150 Opfer geborgen.
Rio d e Janeiro, 1L 2Härj. (MTV.) Die Stadt Santos ist durch einen Bergrutsch aus dem Mont Serraigebirge von einer furchtbaren Katastrophe betroffen worden. Mehrere hundert Meuchen liegen unter den Erdmassen. Bisher find 150 Leichen geborgen. Der Bergrutsch ist durch vor kurzem niedergegangene Wolkenbrüche veranlaht worden, die die eine Seite des Mont Senat unterwuschen. Die einzige Warnung für die Bevölkerung war das herabrollen eines riesigen Felsblockes, der über dem Bergabhang in das Hospital Santa Rosa stürzte. Im nächsten Augenblick folgte die Bergmasse von etwa 10 Millionen Kubikmeter und begrub das Hospital und eine Anzahl anderer Gebäude in einer Ausdehnung von 100 Meter und In einer Tiefe von 12 Meter unter sich. Ungeheure Erbmassen und herabrollende Steine drangen in die Straften von Santos und nötigten die Bewohner zur Flucht. Obgleich die Bevölkerung aus die Mög- lichkeit eines Bergrutsches hingewiesen war, waren doch keine Anzeichen dafür vorhanden gewesen, datz eine solche Gefahr unmittelbar drohe. So wurden früh gegen 46 Uhr viele Bewohner der von dem Unglück betroffenen Gegend im Schlaf in ihren
Betten von der Katastrophe überrascht. Die bisher ausgefundenen Leichen sind meist gräflich verstümmelt. Es ist noch immer unmöglich, die genaue Zahl der getöteten Personen sestzustellen, viele Personen werden noch als oermiftt gemeldet und es wird befürchtet. dah einige Leichen überhaupt nicht gesunden werden können, da die aus dem betroffenen Stadtteil lagernden Erdmaffen zu groft sind. Die Polizei hat angeordnet, daft alle neben dem Berge, um den sich die Stadt an drei Seiten herumlegt, wohnenden Personen ihre Häuser zu verlassen haben. Dies erwies sich als glückliche vorfichtsmaft- regel, da heute ein zweiter Erdrutsch an der entgegengesetzten Seite des Berges erfolgte. Diesmal kam niemand ju Schaden. An den Ausgrabungsarbeiten beteiligen (ich mehr als 1500 Polizisten. Soldaten und Freiwillige. Das Hospital von Santa Rosa, das eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt war. ist schwer beschädigt worden, aber die meisten Patienten konnten unverletzt nach I anderen Stadtteilen in Sicherheit gebracht werden. Die Opfer de» Unglückes sollen aus öffentliche Kosten bestattet werden.
Der V. D. A. für Südtirol.
MoSkau, 11. März. (Telegraphenagentur der Sowjetunion.) Die Meldung von einer Verschwörung im Donezbecken hat in Wirtschasts- und Ingenieurkreisen der Sowjetunion schärfste Entrüstung hervorgerusen. Der Vorstand des Zentralrates der Sowjetgewerkschaften wählte einen Ausschuß zur eingehenden äl n t ersuch u n g der Begleitumstände der Verschwörung und zur Festlegung entsprechender Gewerk- schaftsmaßnahmen. Der Vorstand des Ingenieur- und Technikerverbandes der Sowjetunion und die Sektion der Ingenieure und Techniker beim Dergardeiterverband nahmen, in außerordentlichen Versammlungen Entschließungen an, die die an der Verschwörung Beteiligten scharf verurteilen und ihre strenge Bestrafung verlangen. Sie sprechen gleichzeitig ihre vollste ßD^alität gegenüber der Sowjetregierung und ihre Bereitschaft aus, den Kampf gegen die wirtschaftliche Gegenrevolution mit allen Kräften zu unterstützen.
3n einem in der Vollversammlung des Moskauer Sowjets erstatt.'ten Bericht tadelte Aykow, der Vorsitzende des Rats der Volkskommissare, die mangelnde Wachsamkeit der Wirtschaftsorgane und anderer Stellen, unter deren Augen eine Gruppe von zwölf gegenrevolutionären Fachmännern Sie Kohlenindustrie dieses Bezirks planmäßig desorganisiert hätte. Ein Ingenieur, der zu den Leitern dieser Gruppe gehöre, habe in der Untersuchung erklärt, dah die Gruppe e i n Konglomerat von monarchistischen Mitgliedern der Kadettenpartei und anderer gegenrevolutionärer Parteien darstellte, die sich den Sturz der Sowjetmacht und die Wll>erherstellung der kapitalistischen Ordnung zum Ziele setzte. Rylow erklärte weiter: „Ich will nicht den Gedanken zulassen, dah deutscheoder englischeFir- men, also Firmen, die mit uns arbeiten, sich selbst mit solchen Dingen befassen. Es ist jedoch festgestellt, dah unter den Ange st eilten und Agenten einiger Auslandsfirmen sich direkte Teilnehmer an dieser gegenrevolutionären Verschwörung befinden. Einige dieser ausländischen Fachmänner sind verhaftet worden und werden dem Gerichte übergeben werden." Zum Schluh betonte Rykow, dah die weitaus größte Zahl der Fachleute sich gegenüber der Sowjetmacht loyal verhalten hätte.
Eine Erklärung der AEG.
Eine politische Betätigung der verhafteten Jngenieurewird für ausgeschlossen gehalten
Berlin, 12. März. (W. T. B. Funkspruch.) Zu der Verhaftung dreier Ingenieure der AEG. im Donez-Gebiet wird von der Direktion der
Eine Entschließung gegen die Llnterdrückung deutschen Volkstums durch das fafzistifche Italien.
Berlin, 11. März. (TU.) In seiner heutigen Hauptausschuhsitzung faßte der Verein für das Deutschtum im Auslande nach Erstattung des Geschäftsberichtes durch den geschäftssührenden Vorsitzenden, Admiral S e e b o h m , auf Antrag des Landesverbandes Bayern folgende vom Deichsminister a. D. Dr. Külz vorgelegte Entschließung für Südtirol:
„Mit tiefer innerer Anteilnahme verfolgt das deutsche Volk im Deutschen Reiche das Schick- sal'der deutschen Minderheiten innerhalb nichtdeutscher Staatsgebiete. Während einzelne Staaten sich bemühen, die kulturelle und volkstummäßige Eigenart der in ihrem Gebiete wohnenden deutschen Minderheiten zu achten, sieht sich in anderen Staatsgebieten das Deutschtum den schwersten Bedrückungen ausgesetzt. Insbesondere kann kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß das den Deutschen in S ü d t i r o l bei i'rem Uebergang in den Slaats- verband des Königreichs x. ._i.cn verpfändete Königswort, auf Schutz ihrer Kultur und ihrer deutschen Eigenart, nicht eingehalten, sondern dah planmäßig auf die Vernichtung dieser Eigenart hingearbeitet wird.
Das Recht des Menschen auf sein Volkstum und seine Kultur ist genau so ein Menschenrecht wie das Recht auf persönliche Freiheit. Der Staat, der hiergegen verstößt, versündigt sich an den ursprünglichsten Menschheitsrechten und Kultur- geboten.
Wie das deutsche Volk getreu des von ihm gewollten Prinzips des Friedens und der Versöhnung die Eigenart der im Statsgebiete des Deutschen Reiches wohnenden nationalen Minderheiten stets achten wird, so verlangt es die gleiche Achtung auch der deutschen Minderheiten in fremden Staatsgebieten. Erhaltung der deutschen Muttersprache in Haus, Kirche und Schute, Erhaltung deutschen Volkstums und deutscher Volks- sitte sind ein Naturrecht des Deutschen, gleichviel in welchem Staatsgebiet er wohnt. Auch im nichtdeutschen Staatsgebiet soll der deutschstämmige Bewohner loyaler Staatsbürger dieses Staates sein, aber das kann er nur fein, wenn man in i h m den deutschen Menschen achtet. Den Deutsä)en im deutschen Menschen wird fein Gewaltakt vernichten können.
Der Staatsmann wäre ein schlechter Kenner seiner eigenen Mission und der in Ihm liegenden Kulturl.-st. der da glauben wollte, durch Bedrückung des Deutschtums etwas anderes zu erreichen als den doppelt zähen willen
zur Erhaltung der deutschen Art und die millionfältige Anteilnahme des deutschen Volkes an dem Schicksal der bedrückten
Volksgenossen.
Das geschriebene Recht des Völkerbundspaktes und der ihm nachfolgenden Verträge nennt nur im beschränkten Umfange einen Schuh der Minderheiten. Aber dem ungeschriebenen Recht der Menschheit ist dieser Schuh ein selbstverständliches Gebot, und der Völkerbund, der sich mit wachsendem Erfolg bemüht, die materielle und soziale Rot der Menschheit zu lindern, würde sich selbst verleugnen, wenn er verständnislos bliebe gegenüber der seelischen Rot derer, denen das Menschheitsrecht auf Erhaltung ihrer Muttersprache, ihrer Sirte und das Recht auf Erhaltung der Heiligtümer ihres Volkstums geraubt werden soll. Es gibt kein zivilisiertes Volk in der Welt, das den Raub am materiellen Eigentum nicht verdammte. Es darf auf der Welt auch keinen Staat geben, der, ohne von der Welt gebranömarft zu werden, ungehindert Raub begehen darf am seelischen Gehalt und am Volkstum seiner nationalen Minderheiten.
Mussolinis Sklaven in Südtirol.
Englischer Bericht über die Spionagethrannei Italiens.
London, 11. März (SU.) Die „Sunday Expreß" veröffentlicht heute in großer Aufmachung einen Bericht ihres Sonderkorrespondenten aus Bozen, dem es unter großen 'Schwierigkeiten gelang, nach Südtirol hineinzukommen, um die wahren Verhältnisse an Ort und Stelle zu studieren. Der Berichterstatter leitet seine Ausführungen, denen er die Ueberschrist „Mussolinis Sklaven in Südtirol" gibt, damit ein. dah er bittet, diese Rachrichten aus Südtirol, erst jenseits der Grenze weiterzugeben, da hier in Südtirol nicht erlaubt fei, die Wahrheit zu sprechen oder zu schreiben, es sei denn im Flüsterton. Südtirol, ein Garten Eden in den Bergen, sei durch das fas illische Regime in eine Gefangenenanstalt verwandelt worden.
Die Bevölkerung sei durch die schweren Strafandrohungen so eingefchüchtert worden, daft nidjt eine Silbe aus ihnen herauszubekommen sei, denn die Strafe für Weitergabe von Infor
mationen, die den guten Ramm Italiens schädigen konnten, betrage mtweder 15 Jahre Gefängnis oder Verbannung nach den furchtbaren
Liparischen Inseln.
Bei seiner Ankunft in Bozen habe er einen Auto- djauffeur gefragt: „Also hat man euch in zehn Jahren nicht italianifieren können?" Der Chauffeur habe sich daraus nach allen Seiten umgesehen, bevor er antwortete: „Ich bin Tiroler und werde als solcher sterben, was auch immer Bernhard Mayer dazu sagen wird." Bernhard Mayer sei ein Deckname für Mussolini, dessen Name kein Tiroler auszusprechen wage. Don einem jahrelangen Freunde, dessen Persönlichkeit über Der- chwörungen ohne Zweifel erhaben sei, und den er habe besuchen wollen, sei ihm die Antwort zuteil geworden: „Ich bitte und flehe Sie an, nicht in meine Nähe zu kommen. Ich werde Tag und Nacht beobachtet, und sollte ich mit einem Journalisten gesehen werden, so werde ich vom 5 le d weg nach den Inseln verbannt werden."
Zott mit der schwarzen Schmach!
Brutales Sittlichkeitsvcrbreären eines marokkanischen Loldaten
Speyer, 10. März. (SU.) TPie erst jetzt bekannt wird, wurde am Sonntagabend die ledige Katharina Gelte aus Ludwigswinkel von einem marokkanischen Soldaten in brutalster Weise vergewaltigt. Als das Mädchen auf der Station Rothweiler einen Zug verlieh, sprang ihr aus dem fahrenden Zug ein Marokkaner nach, folgte ihr und holte sie an einer im Walde gelegenen einsamen Stelle der Eisenbahnböschung ein. Er packte sie, warf sie zu Boden und brach den verzweifelten Widerstand des Mädchens durch Faustschläge. Er zerriß feinem Opfer die Kleider und vergewaltigte es. Auf die Hilferufe der Un- glücklichen nach Vater und Mutter erwiderte er: „Richts Vater, nichts Mutter, ihr allein!" Die deutschen Behörden haben sofort Mach Bekannt- werden des Verbrechens die Untersuchung ausgenommen, die durch die französischen Militärbehörden ebenfalls betrieben wird. Der Vorfall kommt deshalb so spät der deutschen Oeffentlich- keit zur Kenntnis, weil die Ueberfallene sich zuerst in ihrer Rot an öle französische Veh örde gewandt hat.
Oie polnischen Senaiswahlen.
Geringe Wahlbeteiligung. - Die ersten
Ergebnisse. — Wahlterror in Oberschlesien.
Warschau, 12. März. IW. T. B. Funkspruch.) Die gestrigen Wahlen zum Senat sind nach den bisher vorliegenden Meldungen in allen Teilen Polens ruhig und ohne Zwischenfälle verlausen. Das allgemeine Interesse an den Wahlen war geringer als bei den Sejmwahlen des letzten Sonntags. Die Wahlbeteiligung betrug im allgemeinen kaum mehr als 40 bis 50 Prozent, während bei den Sejmwahlen etwa 85 bis 60 Prozent der Wählerschaft an den Urnen erschienen war. Um 4.20 Uhr morgens lag aus dem Wahlkreis Warschau das folgende vorläufige Gesamtergebnis vor: Regierungsliste 96 405, polnische sozialdemokratische Partei 25 084, Kommunisten 27 334, Minderheitenblock 36 432, Rational- katholischer Block 65 156, jüdische regierungsfreundliche Liste 14192. Sonach erhalten im Warschauer Wahlkreis der Regierungsblock 2, nationalkatholischer und Minderheitsblock je einen Senatssih. — Vorläufiges Gesamtergebnis im Wahlkreis Oberschlefien: Regierungsblock 134 338 Stimmen, Minderheitenblock 115 571, Korfantypartei 66 774. Danach erhalten in Oberschlefien der Regierungsblock 2, der Minderheitenblock 1 (Dr. Panti und die Korfantypartei ebenfalls 1 Senatsfitz (Korsanth). — In der Wojwodfchaft Pofen hat die Senatswahl für den nationalkatholischen Block 2. für die christl. Demokraten und Wiiospartei 2. für die Regierungspartei 1, für den Minderheitenblock 1 und für die nationale Arbeiterpartei ebenfalls 1 Mandat ergeben.
Rach einer Meldung der TU. aus Kattowih find von polnischer Seite vielfach gefälschte Stimmzettel der Liste 18 der deutschen Wahlgemeinschaft zur Irreführung der Wähler verteilt worden. Aus diesen Zetteln war die Acht der Rümmer 18 mit einem dünnen Kopierstift durchstrichen, so datz von den Wahlkvmmissionen zahlreiche solcher Zettel als ungültig erklärt wurden. Ferner wurden wiederum von ifjren Behörden für öie Beamten Wahl- ze 11 e l in verschiedenen Farben aus- gegeben, um eine Kontrolle über die Ausübung der Wahlpflicht der Beamtenschaft durchzuführen. In mehreren Orten wurden wiederum die Stimmzettelverteiler der deutschen Wahl- gemeinschast von den Wahllokalen vertrieben. Verschiedene Verteiler wurden so verprügelt, dah sie in die Krankenhäuser geschafft werden mutzten, um dort verbunden zu werden. In Hunderten von Fällen wurden unter Anzweiflung der Identität deutsche Vertrauensleute zu den Wohlkommissivnen und zahlreiche deutsche Wähler zu den Wahlen überhaupt nicht zugelassen. Die vorgeschriebenen Papiere wurden als ungenügende Ausweise nicht anerkannt. Die Wahlbeteiligung dürste den hohen Prozentsatz des letzten Sonntags nicht erreicht haben.


