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Die Wetterlage.

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Eigene Drahtmeldung des .Gießener flnjetger»*.

Berlin, 12. Ion. Es gibt auch eine Inter- nationale der Schieber, die für die Nächst-

Weßi 6-3-

Aus aller Wett.

LchwcrkS i«-^plo,'iondunqlück im Hamburger Hafen.

Hamburg. 12. 3a n. (WIB. Junflprudi.) heute morgen kur, vor 7 Uhr hat sich im Hamburger

Jl uni) »eig, @tbui

Oer Schwindel mit Sachlieferungen auf Reparaft'onskonto.

borkaffe der Hamburger Slauerti(befeUMx>H rntilanb inmitten de» Llbestrome» querab vor der Werst ReiherkUeg eine tirpiolion. die l»ahtfcheMUch durch eioen Vergaserbraub oerucfacht wurde. Vie Barkasse genel in Branb und ein gro­ßer leit der Arbeiter sprang la verletztem 3 n ft a u 6 e über Bord. Aus bet Barkaste, auf der sich die Explosion ereignete, beianbet stch Insge­samt 90 prrsau-m. Der trploiion ging eine starke f a st haushohe Stichflamme voraus, wor­aus eine ftzzrie vetonaNon erfolgte, die weit herum 'm Haien - rmommen wurde. Schnell herbei geeilte Barkassen, Fährdampfer und Schlepvd^mpler rette­ten die über Bord gesprungenen Arbeiter, bie « u dem Life herauegehoH wurden. Tlach den bisherigen amtlldieu Feststellungen find etwa SS Arbeiter mehr oder weniger schwer verletzt worden. Vie meisten der Verletzten be­findet stch Im hasenkrankrnhau». 3 wei Arbei­te r werden noch vermißt. Vie Barkaste wurde geborgen.

Bcrgtvcrlsungiück i* Kolumbia. 160 6<Tfllfntc tot?

London. 12. 3an. (DIB. Funkspruch.) Line Lrchanqe - TNcldung au» Cali |Kolumbia) vom 11. Dnnuar besagt: Infolge eines Clnfiarx» in den La» Golondrina»-Bergwerken wurden In einer liefe von dreihundert Bieter über hundert Berg­leute eingeschlossen. Bl an fürchtet. v,tz sie alle tot stad.

Wassernol und Cisgesahr in Borddeulschiand.

Infolge der Gis- und Schneefchmelz« sowie der starken RegenfLll« der legten Zage in vielen Teilen Schleswig-Holsteins sowie Aorhhannovers Hochwa ler eingetreten. Diele Wiesen und Felder sind überschwemmt. 3n verschiedenen Gegenden drang das Waller bis in die Äellerräume ein; auch mußten zahl reiche Ställe geräumt werden. 3m nord friesischen Wattenmeer hat sich das G » zu einer Höbe von mehreren Bietern aufgetürm . Die Eisschollen berge treiben mit. Ebbe und Flut bin und per. 3m Aorbleebad S t. Peter wur­den durch den schweren Gisgang von der einen Ä.Iomctcr langen Sandbankbrücke zwei Zelle von etwa 400 Bietern weggrr.fsen 3m Rande des oftfriesischen Wattenmeeres sand man Tau­sende von Wildenten, die mit den Füßen auf dem Gise festgefroren waren, tot auf.

eintreten wird, kommt namentlich die Frage der Todesstrafe wieder auf» Tapet die von der österreichischen Verfassung durch ihren Ar­tikel 85 a b g e f <t> a f f t ist. von deutscher Seite aber aufretbterbalten werden soll. Ge­rade die Frage der Todesstrafe wird ein Prüf­stein für die Möglichkeit einer vollkommenen Rechtsanaleichung Deut chland» und Oesterreichs sein, es ist bezeichnend daß der Vorsitzende des deut'chen Ausschu les. Geheimrat Kahl für feine Person sich bei der Abstimmung über d.e Ab­schaffung der Todesstra e se nerzeik der «Stim­me enthalten hat. während im übrigen die Meinungen des Ausschüsse» durchaus geteilt waren und der Entschluß zur Beibeha'tung nur mit einer kleinen Mehrheit zustande kam.

Die 'Beratungen sotten diesmal nur wenige Tage dauern, da nur noch der letzte Abschnitt de» allgemeinen Teils au besprechen ist. Man nimmt an. daß die Frist von zwei ober drei Tagen hinreichen wird, um die bisherigen Aus­gaben zur Lösung zu bringen, beurteilt jeden­falls beiderseits und auch in der Oefsentlichkeit die Aussichten sehr optimistisch. Die 'Beratungen über den Spezialteil sotten aber erst in einigen Monaten Begumen und wahrschein­lich weder in 'Berlin, noch In Wien, sondern an einem dritten Ort abgehalten werden. Man bars nach dem bisherigen Verlaus annehmen. baß die vorhandenen oder sich weiter etwa ergeben­den Schwierigkeiten überbrückt werben können, so daß das bedeutsame Werk einer ersten Rechts- angleichung zwischen zwei Ländern vollendet werden kann.

t^cttcrvovauomflc.

Die kühleren Oufhnaffen des ostwärts über Rordeurvpa weiterziehenden Wirbels brachte» über ganz Deutschland die Temperaturen Wied« zum Sinken. Sie lagen heute besonders bi Mitteldeutschland bis 5 Grad Helft als ea Vortage, lieber den britischen 3nkln setz: «rrwri Varometeriall ein. D'.e Winde Haden Serrit» ach Südwetten bzv. Süden zu rück gedreht. t oorbringenbe warme Lust an der VorberfeW des Tiefs brachte die -Temperaturen erneut kräftig \um Anstieg Außerdem sind Regenkälls eingetreten. Da die Warmluft unser Gebiet überaueren wird, le ist außer Tempera turanAieß nuch wolkiges Wetter In Begattung mit 3cg«e* füllen Im Laufe des morgigen Zages zu er­warten.

Wettervoraussage für Freitag: Bvwolkunss- xunabme und milber. später Uebergang xu ** gen fäll en

Witterung-auSflchten für Samstag. 'JnbetÄr dig. wuselnd wolkrg Temperaturen sÄwamstz^ noch vereinzelt Niederschläge.

Lufttemperaturen am 11. Januar mittag» "A 'Brab Gelfiu», abend» 4,5 Arad ffrifiu»; am 12.3* nuar. morgen» 1,9 Grad Heißu» Mar:m,m R ^rad delflu», Wnimum 0.8 Grad Celsius - CrdlempWW kuren In 10 Zentimeter liefe am 11 Januar. ab«N I LI Grad <Telfiu»; am 12. Januar morgen»<U Grad Celsius Niederschlage 0,2 Millimeter. »

gut orientiert kennen, versichert, daß et ne An­weisung der bezeichneten Art Awei'ettos not- ?e I e g e n hat. Cu ist zum mindesten als eine nterne Anweisung militärischen Chara- ters anzusehen, die. wie viele bereits ergangene ähnliche Verfügungen, auch von gewissen fran- zöf.fchen Stellen als vünschensweN nicht er­achtet wird.

auf dcn französischen Besteller au», der chn bann auf seinen deutschen Lieferanten indossiert, der dar- aus die abgemachte Zahlung von der Reichsbank erhält. Dieses Verfahren beruht auf einer Vor­schrift für Sachlieferungen vom 1. Mai 1925, ein umfangreiches Werk mit einer Menge detaillierter Bestimmungen. Die Schädigung, die das Deutsche Reich durch die setzt aufgedcckfen Betrügereien er­fahren hat. liegt darin, daß entgegen der Grundab- sicht des ganzen Sachlieferungsversahren» Bar- geld statt Waren ausgeführt wurde. Irn Clnoersfändnis mit dem französischen (Empfänger haben die betreffenden deutschen Firmen Daren ge­liefert, die tatsächlich nur einen Bruchteil d e» offiziellen Vertragswertes aus- machten. Die für solche Lieferungen auf dem Wege des Dechseloerfahrens an die Finnen anvaezahlten Melder sind dann anscheinend zwischen den deutschen und französischen Vertragspartnern o u f g e t e H t worden. Es läßt sich bis jetzt noch nicht übersehen, wie groß die Summe ist, die auf dies? Weise von Deutschland nach Frankreich gelangte. Da eine ganze Reihe von Firmen dieser unlauteren Meschäste ver­dächtig sind, dedars es einer längeren Untersuchung, ehe man zu einem abschließenden Ergebni» kommen kann. Immerhin scheinen die Summen sehr be­trächtlich zu sein, e» werden im ganzen sogar zweistellige Millionenziffern genannt.

Eigene Drahtmeldung De» ..Gießener Anzeiger»'

Berlin, 12. 3an. *nbt Dielet Woche werden in Berlin Die Verhandlungen wieder ausgenom­men. die in dem letzten Biertel des abgriauenen Jahres in Wien emgelettot worden find. Den Borsitz führt der vol.svariei iche Abgeordnete Geheimrat Kahl, der berühmte Strafrcchtslehrer ber Berliner Universität, der auch an den Wiener Verhandlungen schon In hervorragendem Maße teilgenommen hatte Der Ausschuß fetzt sich im übrigen aus 10 deutschen und 6 österreichi­schen Abgeordneten zusammen. Bon österreichi­scher Sette ist Der Vizepräsident des Aational- ratS, Waber, der frühere Staatskanzler Ren­ner. die Abgeordneten Schönbauer Ode­nah l und E i S I e r an den Arbeiten beteiligt, von deutscher Seite die deutfchnationalen Abge­ordneten Barth und Lohmann, vom Zen­trum Schulte, von der Deutschen BolkSpartei Kahl, von der Bayerischen Bolkspartei Dr. Emminger, von den Sozialdemokraten die Abgeordneten Rosenfeld und 6 a e n g e r. von der Wirtschaftspartei Hamp« und von den Demokraten Broda uf delegiert

Die Parlamentsausschüsse auf beiden Seiten haben für ihre nationale Stralrechtsrelorm ver- icli.dene AenderungSbeschlüsse gefaßt, die voneinander abweichen Die Aufgabe der Beratung ist nun. die Angleichung dieser beider­seitigen Beschlüsse, und man nimmt an. daß diese Ausgabe in der neuen Zusammenkunst gelöst werden kann. Doch bandelt eS sich hier vorläu­fig noch um die Beratung des allge­meinen Teils: sobald man in den speziellen

zuständig« Stell« brau'trog:en Firm« Nicht rech: ernge Tomrnenben Firmen

stnd von der »eueren Sach le erung ausge- schlo' len worden und es wirb gegenwärtig im R -chstomm.''ar.at die Frage geprüft, ob eine strafrechtliche Verfolgung not­wendig ist.

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Abg Dr. Bell (Zentr.) widerspricht dem Borfchlage. bas Patentamt vom Iustizmini- ftrnum erneut abzuzweigen. Das führe nur zu einer neuen Zersplitterung des Rechtswesens. Zunächst müsse man die Strafgefetzresorm erledigen. Die Strafrichter und Unteriuchunos- richter müßt« vielleicht eine gründlichere Schu­lung und bessere Ausbildung namentlich auch für politische Prozelle erhalten.

Vi« ^heinlanbkommisflon tetnenfierf

Main». 11. 3an. (TU.) Die Meldung Über eine Beringung des Generals Guillaurnat,

beteiligten vermutlich sogar Die profitbefte ist. Diese seltsame Klass« von Menschen, Die sich im Kriege in allen Staaten unheimlich vermehrt hat, ist sogar dahinter gekommen, daß bei Den Reparations­lieferungen, Die Deutschland zu leisten hat, ~ 'fte zu machen sind, und hat von Die­let Möglichkeit umfassenden Gebrauch gemacht. Wie Da» aeichehen konnte, bei Der ständigen Kontrolle, die für solche Lieferungen vorgesehen ist, bleibt einft- weilen noch ein Rätsel. Die Tatsache stehl aber fett und die bei den Schiebungen angewandte Tak­tik scheint ziemlich einfach zu sein, obgleich da» System der Sachsteferungen und ihrer Bezahlung recht kompliziert Ist. Im normalen verlauf ein«» Geschäfts zwischen einer deutschen und einer fran­zösischen Firma auf Reparotionskonto stellt zu­nächst Die französische Regierung einen Wechsel

Erfolgreiche Haussuchungen in Paris.

Bekrüqcreicn bei Kohle-, Zucker- und Hopfcnlteferungen.

Paris, 12. 3an. (Hav. Funkfpruch) 3n der Angelegenheit der ausgedeckten SachlieserungS- betrügereien ist der Unteriuchungsrichter nun­mehr au mehreren Haussuchungen geschrit­ten. Diese haben sowohl in Paris, ali auch in einigen Städten der Provinz ftaltgesunden und zur Beschlag nähme einer grdßercn Anzahl von Dokumenten geführt, die den Be­weis für dir erfolgten Betrügereien erbringen sollen. Gs scheint, daß namentlich zwei in Pa­ris etablierte Firmen als die Haupttäter in Betracht kommen. Man behauptet, daß bei den ausgedeckten SachliescrungSbetrügerrien es sich in der Hauptsache um Lieferung von Koh- le, Zucker und Hopsen handelt. Die Höh« der Kontrakte, bei denen Unregelmäßigkeiten vor- ?iekommen sind, wird mit ungefähr 200 Bill­ionen Francs angegeben.

3n der Hauptsache soll in die Angelegenheit eine Gesellschaft für Import und ö - Port verwickelt fein. ..Petit Parilien" bezeichnet sie als deutsche Firma mit dem Barnen ..Partz- Import- und Erport-Gesellfchast, deren Direk­tor Louis V o l d s m i t h in Berlin wohnhast, sich gegenwärtig in Paris auchält. Sr wurde von dem untersuchenden Beamten eing^>enö ver­nommen. Weitere Haussuchungen sipd erfolgt bei einer Gesellschaft ..Minerva", die sich besonders mit Kohlentte'erungen besaßt, einer Gesellschaft namensSocietL du plan Da­wes". bei Deren Inhaber. Dondberg und Levy, auch in den Privakwvhnungen nachge­forscht wurde. Bei dieser Gesellschaft soll so viel belastendes Material gesunden worden sein, daß nur ein Teil sofort beschlagnahmt werden konnte und der Rc'k dis zur weiteren Rachprüiung ver­siegelt wurde. Weitere Aachsorichungen sind bet einem Associs der Firma Dondberg & Levy, na- menS Lucien Levy, vorgenommen worden. Der sich besonders mit Lie'erungen besaßt haben soll. Haussuchungen wurden serner vvrgenommen bei einem gewissen Marcel Levy in Bleaur so­wie bei einem ®ro(jll«Feranten namens Dauphin. Auch ber Bürgermeister Der Gemeinde La Loupe. namens D u p r ö soll in Die Qfri- Gelegenheit verwickelt sein Ebenso werden aus dem Gl saß und besonders aus Straßburg Betrügereien bei Li« erung von unqe'abr 400 000 Kilogramm Hopsen gemeldet. Hierbei werden genannt eine Firma Retter. Straßburg, mit einem in Baden-Baden wohnenden Alsoris na­mens Wertheimer. Die Hauss.ichungen lol- len sortgesetzt werden. Ueber die Betrügereien selbst urteilt das .Journal" tote folgt: Diese Be­trügereien, die nun ans Tages icht gebracht wer­den und die man übrigens leit langem vermutete, waren geeignet, die Anwendung des Da wes- Vlanes ernstlich .zu ge'ährden und dadurch sogar die deutsche Wirtschaft zu stören. Das Vorgehen gegen deutsche

Finnen.

Berlin, 11 Ian Zu Den Aeparatlvns- 'chtebungen berichtet DieB. 3." Auch auf deutscher S<ite |l tD von Den maßgebenden Stellen in Den letz.en Monaten Beobachtungen gen^achl worden, daß. offenbar auf »ran zdf Ische Anregungen hin. zw schon 'ravAc-st'chen und

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hnD. Die wrienkl ch geqen Den Geist unD Sinn Der Bertragsvo:sch.t m für D.e 6a4>'.tefftuncen ver­stießen. Darauf ist vom zustündlgen Re chs- kommlNar für Reparation^ie erunden eine * bärfere Kontrolle angeerbre! worden Me ergeben hat da- tatsächlich hier Manöver ootllegen die das Bert tauen m den oen Den

Sachlieserungen Durch Die zustänDi.ien Deutschen Behörden. Die zum Teil von rvisenoen Beamten Direkt an Den Grenzstationen als Zollprüsungen erfolgt, war schon vor längerer Zeit auf die Bcr'töhe g.gen d Dorschr ften für Re.arations- lle eningen aufmerksam geworden. Ss ist leibet nicht DaS erstemal, daß die Kontrvll- instanten Des Reichskommissariats für Reva- rationSlieserungen au« nicht rinwanDfreie Ge» schäitSgebarung gestoßen sinD. aber niemals waren eS Betrügereien im Ausmaß Der letzt vorliegenDen Fälle. Im allgemeinen mürbe bis­her bei unlauteren Geschälten Die beireffenDe Finna sür zwei Jahre von Den Lachlieserungen ausgeschlossen Unter UmstänDen wurde Dann auch die säst immer ratenweise erfolgen De Auszahlung an Die betrrifenDe Firma ge­stoppt. so daß kein allzu großer Schaden entstehen konnte. Aber leider scheinen diele Maß­nahmen bei dem Stand der fetzt aug t\-dten Be­trügereien nicht mehr möglich au sein. Man wird natürlich die Schuldigen packen. Aber dar­über hinaus wird auch Das Mißtrauen, das deute bereits im Ausland« g*gen Reparation-- i.e'erungcn überhaupt besteht, noch weiter an« wachten und Der Reparationsagent wird mit Bedauern iestttetten müllen daß D.e Ho'fnu^g ou« dem Umwege über die öaAlieferun- fltn Di« Leistungsfähigkeit Deutschlands zu er» odhen, und neben berr- Bartrans^r auch noch in 3orm von Waren einen Teil der Kr gsent- schädgung herouszubringen. weiter sich ver-

beraufboi» In Rom wie in London, in Vari» wie in Verlin schein« do» vertrauen zurück- zukehren, und man scheine auch nicht mehr an Der Zukunft au zweifeln Diese» «esähl sei besonDer» stark I w Deutschland

Aus dem Saushalf-au-schuß des ReichSlagS.

Berlin, 11. Jan. lB.D Z.) Im Arichstoge begann am Wlttwochvo^rnrttag der Haushalts- ausfchuß die Beratung des Gtats f ü t 1 92 8. Aul der Tagesordnung stand zunächst bet Haushalt der Reichsschuld, serner die Gtats- für Berfotgung*- und Ruhegehälter und für das Reichsiumzmlnister urn. Bet dem

<laf der Reichrichuldenoerwalluna fritifieric Abg. Dr Hilserding 'Soz.), daß eine Regierung, die nicht mehr im Amte war. sondern lediglich die Sefchäfte *u führen hatte «ine Anleihe von ö00 Millionen Mk. aufgelegt hatte. Weiter kritifierte er. daß d» deutsche Rerchsanleihe ohne Fühlungnahme mit Dem Reichstage von 5 auf 6 Prozent 6 nauf» konvertiert toorDen ist. Weiter beleuchtete der Redner den Im Öfat stehenden Anke D< poft en tn Höhe von 850 Mitt Mk der led.^l-ch einen Buchungsposten darstelle, da tn diesem Jahre bekanntlich keine Anleihe aulgenommen werden könne. Zusammen mit den Schatzwert) eln m Höhe von 430 Mill. Mk. sei die Anleiheetmächtlgung tn Höhe von 1250 Mitt. Mk. geradezu grotesk. Abg. Dietrich-Baben iDem.) hielt den ge­nügen Kurs ber konvertierten Reichsanleihe von 87 5 isr miserabel Durch diese schlechte Aotiz werde einekünftigeKreditaktionsehr erschwert toerben. Gine arichä'tssührende Re­gierung dürfe eine Anleihe nur bei größter Zwangslage aufnehmen.

Abg. v ® u A r a r b IZentr.) vertrat ebenfalls ben Standpunkt, daß ein« gefchäftSführende Re­gierung keine Anleihe aufnehmen solle und daß eine Tteufnnberticrung nur mit Zustimmung deS Reichsiages eriotgen Dürfe. Diefe Meinung legte der Redner in einer Entschließung nieder.

Staatssekretär Dr Popitz hielt vom juristischen Standpunkt für einwandfrei, daß auch ein« gefchäftsfübrende Regie­rung ein« Ankeih« aufnehmen könne. Was die Höherkonvertieruna anbelangt, fo fraae «S sich lediglich, ob di« Reichsregierung durch den bei der Ausgabe feftaefehten Zinsfuß für die Zukunft gebunden fei. Aach § 3 ber ReichS- fchuldenordnung könne angenommen werden, daß der Reichsfinanzminister ermächiiat ist. die Be­dingung an der Schuldverichreivung von fich aus zu änbtm. Hätte fich die Reichsregierung nicht alsbald zu einer Höherkvnvertierung ent- fchloffen. würde bei ber Lage be» Anleihe­marktes geradezu ein GhaoS entstanden fein.

Rach weiterer AuSfprache wurde befchloffen, daß der Unterausschuß zunächst noch die ange­regten Fragen klären soll«. Diesem Unteraus­schuß wurde auch di« vom Abgeordneten von ®u.:rarD IZentr.) vorgefchlaaene Entschließung überwiesen. Der Etat ber Reichsschuld wurde dann ohne wesentliche Qfcnbcnmgen angenommen.

Gs folgt«

der Etat des Justizministeriums.

Als Aeferent über ben Gtat bes Justizministe­riums erstattet« Abg. Münzenberg (Komm.) den Bericht. Di« Borlage zu dem neuen Straf­gesetzbuch hab« wesentlich« Teile beS beutfchen Bolles nicht befriedigt. AehnlicheS trifft zu auf das AuslieferungSgefeh Die geltende Strafprozeßorbnuna fei veraltet. Die log mannt en Reformen, wte bei f vielsweise di« mmlnflft-Bftorbnung. müssen sooald alS mög­lich durch ein völlig neues Ges-Y mit Der alten StrasprozeßorDnung zusammen beseitigt werben Der Referent fraaie, wie weit Die Borarbeiten zu ber neuen Strasprozeßorkmung gebiehen feien. In allen Instanzen feien nach Möglichkeit Laien zu verwenden. Auch dürfe Die Ausübung Des Richterberufes nicht mehr fo eng umgrenzt an Die Ablegung De« ersten unD zweiten Staats­examens gebunDen fehl. GS müffe eine Reform bet Reichsgerichtes erfolgen, wonach Landesverrat und Hochverrat ben orbentlichen Gerichten zur Aburteilung Überwiesen werden, Da# RrichSgfticht nicht mehr erste Instanz, son­dern Revisilmsgericht und Beschwerbegericht wirb, sowie eine Zuziehung von Laien im allerstäriften Maße erfolgt.

ReichSjustizminister Hergt gab zu ber Frage Der Hochverrats- unD LandeSverratS- drozelle umfangreiches statistische» Material be­kannt. DI« BoNvürs« DeS Aeserenten über Di« angebliche Hochttut von Hochverrats- unD LandeS- verratsprozellen seien nicht begründet. 3m Jahre 1924 wurden wegen Hoch- unD Landesverrates 309 Personen verurteilt. 3m Jahre 1925 waren es 273 Der fönen, Im Jahve 1926 insgesamt 124. Im Jahre 1927 aber nur 114. Der Minister gab dann noch «ine Darstellung Der AuSwirkirng Der GnaDenaktlon aus Anlaß DeS 80. Ge­burtstage» De» Aeich»präfiDenten. Ins­gesamt wurden 75 Fäll« aus dem Gnadenwege erledigt Im einzelnen entfallen auf politische Strattaien 70 Gnadenerweis«. Bon den 70 Gnabenerwetten cn: allen auf linksgerichtete Täter 63. Im han.,en waren zur Zelt Der Gnaden- aftion 148 linksgerichtete Täter in Ha t. Auf rechtsgerichtete Täter entfallen 7 Gnadenerwrife. insgcfamt waren IS rechtsgerlchtete Tüter in H^st Die GcfamtAadl Der Gnade »erweise Der ÖänDer ftebt noch nicht fest Aach der zuletzt befannfgerootomen Mitteilung hat Preußen b.s- der mehr als 12 000 Gnadenenveile erla kn. bet den übrigen Ländern erfolgten insgesamt rund 4000 Gnadenerweise.

Aba. Dr R o f « n f« l D (Soz ) führte au», daß die B«rtrauen»lrl'e fortbesteh« und trotz aller Bemühungen um die Re!orm der Recht vrechung Älal enjuflli und Parteijusttz täglich fetigeftellt werden n.üs e. Gin Aussatz des 1 ruberen Senats- Präsidenten Daumbach bad« sogar die Strattuftiz als Dime der Politiker bezeichnet Lolche Aus- ftibrungen eine» früheren hohen Richters seien geeignet ha» Ansehen ber deut'chen Justiz aus das schwerste zu fchädiaen Rur eine bessere Rechtsprechung könne die Bet rauenskri e mildern. Die Laienrichter müßten wieder mehr Der- Wendung sinden Insbesondere au# der Arde'ter- schasl Die Schwurgerichte seien wied.rher- zustetten Wie weit die Zivilprozeß­reform gediehen? Wie weit »eien b e Bord r v tungen zur Bcrreichlichun g der Justiz?

Abg. Lohmann i Dn regt eine BeLrung der recht Ichen S e.lung Der Handelsagmie Provisionsvertreter an Sm 30 3unl laufe nun das Gnl aNungsgeset' für Das Reivsger ch: al Gs inüfte wohl m ndestms eine 3«r uigerur i die'.

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