Ausgabe 
11.12.1928
 
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einen Wreten Weg «ttr größtmöglichen Siche­rung des Wel.friedens. Als einen solchen Weg betrachtet die Sowjetrcgicrung nach wie vor d l e sofortige volle und allgemein «Ab- rüstung oder wenigslens die größtmögliche Herabsetzung der Rüstungen als ersteE.app« zur völligen Qtt>rüftung. Den größten Dienst hat die Sowj et regle rung dem Frieden schon durch die Tatsache erwiesen, daß dank ih.-er Initiative das Problem einer allgemeinen vollständigen Ab­rüstung zum ersten Male offiziell ange­schnitten wurde.

AnleihewünsHe des Saargebiets.

Verhandlungen in Lugano

Lugano. 10. Dez. (XU.) Eine Saarabord­nung mit Kommerzienrat Röchling an der Spitze ist am Montag hier eingetroffen. Sie wird Verhandlungen mit dem Rat über die Aufnahme einer Auslandanleihe für das Saargebiet führen. Beabsichtigt ist eine Anleihe von etwa 200 Millionen französischer Franken, die voraussichtlich in London. Berlin, und den skan­dinavischen Ländern aufgenommen werden soll. Die Zustimmung des Rates ist nach dem Saar- statut hierzu erforderlich. Ferner muß d i e deutsche Regierung noch ihre Zustimmung geben, daß Deutschland bei der Rückkehr des Saar- gcb.etes die Auslandschulden des Saargebietes zu übernehmen hat. Die Anleihe soll für Straßen- bauten. Bau von Bahnhöfen und vor allem für die Einführung der automatischen Knorr-Bremse für den Eisenbahnverkehr verwendet werden. Die Ver­handlungen werden aller Voraussicht nach schwierig | fein, da die Anleiheforderung von französischer { Seite für allerlei Bedingungen benutzt werden ; wird, die für das Saargebiet kaum annehm - bar sein werden.

Elsaß-Debaiie

in der pariser Kammer.

Poincar4 verteidigt sein System.

Paris. 10. Dez. (WB.) Die Kammer hat in einer Nachtsitzung das Budget für Elsoß- Lothringen angenommen. Sowohl bei der allgemeinen Aussprache, wie bei dxr Einzelberatung kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen Po . i n c a r 6 und verschiedenen Rednern. Als der Abgeordnete Da hl et erklärte, daß die von Poin- car6 für Januar angenommene Debatte über Elsaß- Lothringen öffentlich sein müsse, erwiderte der Ministerpräsident:Gewiß, und dann wird man auf der Tribüne alles vorbringen, was in Frank­reich und außerhalb Frankreichs gesagt worden ist, dann werden Sie sagen müssen, mit wem Sie es halten." Dahlet lehnte sodann die Diktatur ab, die von Poincars in Elsaß-Lothringen errichtet worden sei. Poincare bezeichnete diese Behauptung als lächerlich. An anderer Stelle warf Dahlet dem Ministerpräsidenten vor, daß er die Zei­tungen in Elsaß-Lothringen unter­drücke. Poincars erwiderte: ,Zch werd« die un­terdrückten Zeitungen vorlesen, und man wird er­staunt sein, daß in der Kammer unter dem Namen Franzosen Leute sitzen, die Frank­reich angreifen. Wir werden sehen, daß die Wähler d u r ch Be r l e u m du n g e n getäuscht worden sind." Der Abgeordnete Walther bezeichnete als Ursache der elsässischen Mißstimmung die Auf- Hebung der örtlichen Verwaltung. Der Abgeordnete B r o g 11 e forderte die Wiederherstel­lung des Dberfommiffariat». PoincarL erwiderte, daß er eine Aeiiderung vornehmen werde, wenn man ihm beweise, daß die von den Gegnern der gegenwärtigen Derwaltuna vorgeschlagene Verwal­tung besser sei. Der Abgeordnete Walther er­klärte hierauf, daß er eine Diktatur der gegen­wärtigen Lage vorziehen würde. Beim Kapitel Straßburger Universität verlas der Ab- geordnete Walther einen Antrag, daß die Mutter- spräche und zwar in den vorwiegend französisch sprechenden Gemeinden das Französische und in den deutsch sprechenden das Deutsche als Ausgangs- punkt für den Unterricht gelten solle. Poincarö lehnte eine Erörterung hierüber ab, stellte aber in Aussicht, darauf im Januar zurückzukommen.

Die MainzerSpionageaffäre".

Angebliche Ergebnisse derVoruntersuchung.

Mainz, 10. Dez. In dem angeblichen Spionage­falle ist die Voruntersuchung noch in vollem Gange. Das französische Kriegsgericht ist zur Zeit mit den Vernehmungen der Derhafteten be­schäftigt. die regelmäßig mehrere Stunden in An- sprach nehmen. Auf Grund der bisherigen Verneh­mungen soll festgesteilt worden sein, daß der sog. Geheimagent Fritsch, ein Offizier a. D. aus Elberfeld, der eigentlich Urheber der angeblichen Spionage fein fall. Fritsch soll der Stahlhelm- Organisation angehören. Er wurde am Vormittag des 22. November, acht Tage vor der Festnahme des Oberinspektors Kratz und der übrigen, im hiesigen Hauptbahnhof von französischen Kriminal­beamten verhaftet. Bei seiner Verhaftung soll er im Besitz von Di strichen und außerdem von Papieren gewesen fein, die die Beteiligung des Oberinspektors Kratz und der andern Verhafteten ergeben hätten. Inzwischen sollen Fritsch drei Einbrüche in französische Offiziers­wohnungen nachgewiesen worden fein. Von den aus der Haft Entlassenen hat sich der Hauswart Schilling ins unbesetzte Gebiet begeben. Am letzten Donnerstag fanden wiederum eingehende Vernehmungen der Verhafteten beim Kriegsbericht statt. Diese führten zur Verhaftung des nächsten Untergebenen des Oberinspektors Kratz, des Beam­ten Dechent, der aber nach einem eingehenden Verhör wieder entlassen wurde. Arn gleichen Tage, abends gegen elf Uhr, wurde außerdem der beim Reichsoermögensamt beschäftigte Dolmetscher Wilhelm Reynders in seiner Wohnung fest­genommen. In den letzten Tagen weilte ein Beauf­tragter der deutschen Regierung, Ministerialrat Böhm aus Berlin, hier, der Vernehmungen in der Sache vornahm und auch gleichzeitig feststellte, inwieweit die Besatzungspolizei durch eigen- mächtigesEindringen in dasBureau- gebäude des Reichsvermögensamts und das Durch suchen des Dienstzimmers und der Akten des Oberinspektors Kratz sich g e g e n dos Hausrecht des Chefs des Amts, und außerdem der Verletzung der Hoheits- rechte der deutschen Reichsbehörde schuldig ge­macht hat.

Oie JRcife des Prinzen von Wales.

Rom. 10. Dezember. (TU.) Der feiner An­kunft in Brindisi wurde der Prinz von Wa'es von Vertretern der ita ienifchen Behörden sowie dem britischen Generalkonsul in Reaprl

Ein Zungdosührer von Kommunisten überfallen und erschlagen.

verlla. 10.De). (IDXB.) Al» ein Demonftra- ttonsjug des Roten Jropt-ßämpfer- Lunde» In karlshorst gestern gegen 15.30 Uhr die Trisko-Allee passierte, erkannten Teilnehmer den zufällig dort enUangkominenden Referendar Gün­ther Schaffer, der stellvertretender G r o h - meister der Bruderschaft Oberspree de» Iungdeutschen Ordens ist, an seinem Abzeichen al» Mitglied des Ordens. Sie stürzten sich auf ihn und versuchten, ihm das Abzeichen zu entreißen. Schaffer wurde von der Uebermacht in einen Hausflur gedrängt und erhielt trotz seiner Gegenwehr verschiedene Stockschläge über den Kopf und von hinten einen Stich, der Lunge und M i l; o e r l e h t e. Er wurde in das Krankenhaus gebracht, wo er nach kurzer Zeit ver­starb. Die Täter konnten unerkannt entkommen. Die Polizei hat sofort Ermittelungen aufgenommen, die jedoch bisher noch kein positives Ergebnis ge­habt haben. Einige Festgenommene mußten wie­der freigelassen werden, da sie für eine Be­teiligung an dem verbrechen nicht in Frage kamen.

Herr Esche rich hat in Bayern einen neuen Selbstschutz ins Leben berufen, der zwar In erster Linie eine politische Kampforganisation gegen alle Bestrebungen, Bayerns staatliche Selb­ständigkeit zu beseitigen, sein soll. In zweiter Linie soll diese Organisation jedoch alle staatserhal- tenben Element« zuiarnmenzufassen, um gegen etwa- ige kommunistische Ueberraschungen gewappnet zu sein. Herr Escherich scheint offenbar ehr gut über die geheimen Absichten und Pläne ler kommunistischen Partei im Bilde zu sein, denn onst hätte er nicht noch besonders die antikornmu- nistische Spitze seiner Organisation betont Die

neueste M ordtat an einem politisch Anders­gesinnten durch Rotfrontkämpfer in einem Berliner Vorort, die dazu noch unter den Augen einer durch kommuni st ische Rowdies schwerbedrängten Polizei geschah, die letzten Bluttaten kommunistischer Demonstranten, ebenso die unzähligen tätlichen Terrorakte, über die die Betroffenen aus Anast vor Rache der roten Banden nichts mitteilen, lassen die kommunistische Gefahr wesentlich größer erscheinen, als sie die mit der Sicherheit des Staates betrauten Persönlich­keiten einschätzen.

Wir haben in dm hinter uns liegenden Jahren so viele kommunistische Mord.te.en ve.zeichnen können, daß es in der Tat an der Zeit ist, an Sie Schaffung eines Selbstschutzes aller ordnungsliebenden Staats­bürger zu d.teei, um so mehr, als die Kom­munisten unbehindert starke Kampfver­bände aufziehen dürfen, die sicherlich so gut mit Handfeuerwaffen ausgerüstet sind, daß es ihnen ein leichtes sein wird, im Falle eines Putsches sich zu behaupten. Sie haben noch dm Dorteil, zahlenmäßig dem staa lichen Sicherheits­dienst überlegen zu sein, frer, gleichgültig, ob es sich um Polizei oter um Reichsweh- handelt, über das ganze Reich verstreut ist und infolgedessen nicht die Stoßkraft 6er kommunistischen Hundert­schaften besitzt. Der Herr Reich Linnemnintster hat allerdings andere Sorgen: er will den Rund­funk politisieren und die Technische Ro hilf« ab­bauen. An ein Verbot der kommunistischen Kampfbünte, die immer kühner ihr staatsfeind­liches Handwerk treiben, will er nicht heran. Bleibt er weiterhin passiv, dann wird das Staatsbürgertum in s:inem eigenen Inter­esse und im In «resse des Staates aktiv werten müssen. Länger ist jetensalls der heutige Zu­stand nicht mehr zu ertragen.

begrüßt Der Prinz wird noch am heutigen Mon­tag mit dem von der italienischen Regierung zur Dersügung gestel ten Ex.razug über Bologna, Chiasso, Basel nach Boulogne s. M. Weiterreisen, wo er am Dienstag eintreffen wird. Auf die Mitteilung an die englische Delegation, daß ter Extrazug des Prinz m von Wales in den frühen Dienstagvormittagftunten durch Lugano kommen teerte, hat Chamberlain die Schweizer Dahnbehtrten ersucht, ten Zug in Lugano anzuhalten, damit er persönlich dm Prinzen über ten Krankhsttszustand des Königs unterrichtm könne.

Verschlechterung im Befinden König Georgs.

London, 10. Dez. (WTD.) Das Bulletin von der Erkrankung de» Königs, das heute 11.30 Uhr ausgegeben wurde, besagt:

Obgleich der König eine unruhige Nacht ver- bracht hat, ist die Temperatur heute morgen etwas gefallen. Es ist auch eine leichte Besserung im All- gemeinbefinden zu verzeichnen. Indessen besteht weiterhin Anlaß zur ® e f o r g n i ».* Das Bulletin ist von den beiden Leibärzten des Königs unterzeichnet. Das heute abend ausgegebenc Bulle­tin belagt: Der König verbrachte einen ruhigen Ina. Die Symptome in der Lunge haben sich ge- bessert. Dav Fieber dauert an, ist allerdings nicht so hoch wie gestern abend. Es ist die Folge eines Äiederauftretens der allgmeinen Infektion, die notwendigerweise das Herz in Mitleidenschaft zieht. Zu dem Abend- Bulletin berichtet das Reuterfche Bureau, daß das Bulletin als beunruhigend und weniger gufriebenfteHcnb als das Morgenbulletin be- trachtet wird. Die Laae wird als beforgniser« regend dargestellt Die wichtigste Tatsache ist, daß wieder in mäßigen Grenzen eine allgemeine In- fektion eingetreten ist. Ende voriger Woche berich­teten die Aerzte, daß die Injektion lokalisiert und der Zustand des Königs bester fei Jetzt ist das Umgekehrte der Fall. Das aus der Lunge In andere Körperteile übergetretene Gift zieht notwen­digerweise das HerA in Mitleidenschaft, und infolge­dessen muh man Sorge um den König hegen.

Ser Aufstand in Afghanistan.

Gegen das Reformwerk KönigAmanuttahS

3m Machtbereich tes Königs von Afghanistan tobt ein teilter Bürgerlrieg. Irgmdwe.che zu- berläfiigen Nachrichten über ten Aufstand einiger von Priestern und konservativen (Siementen auf- gehetzten Dergstämme liegen nicht vor, da die Grenzen hermetisch geschlossen sind, unb alle nach Afghanistan hereinführenten Stra- hm überwacht werten. Aber aus den unzähligen Gerüch.en läßt sich ein ungefähres Bild tes Auf­standes machen. Danach ist es tatsäch.ich einigen Stämmen gelungen, sich von ter Herrschet Ama- nul.ahS zu befreien, der jetzt versucht, mit Hilfe ter ihm zur Verfügung stehenden Machtmittel die Auj ständischen wieder zu unterjochen. Die aus englischer Quelle vorliegenden Rachrichten, daß es ihm gelungen sein soll, die Ordnung wieder herzustellen, scheinen nicht ganz zu stim­men. 3n Indien wird da5 gerate Gegenteil be­hauptet, auch von ter rustrich-aighanischen Grenze berichtet man von einer Ausdehnung der Rebellion. Die Situation des Königs muß allso alles andere denn toi'tg fein. Schuld ist er an dieser Entwicklung allerdings selbst, weil er die Verwirklichung seiner Reformen viel zu hitzig in Angriff nahm. Er hat offen­bar geglaubt, ebenso wie sein Vorbild Kemal Pascha vorgehen zu müssen, hat aber die Ab­neigung seiner Untertanen gegen europäische Ein­richtungen doch unterschätzt. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, daß er nichts anderes hn Auge ha te, als aus Afghanistan einen m o- dernen Staat zu machen, ter. wenn es einmal gilt, seine Existenz zu behaupten, auch in ter tage ist, seinen Rachbarn im (Horten und Süden mit Aussicht auf Erfolg Widerstand leisten zu können.

Kroatien.

Der Agramer Bezirksrat protestiert gegen den serbischen Lbergespan.

Del grab, 10. Dez. (WTD.) Der Agra- mer DezirkSrat gleit heute feine Si ung ab. c ter ter Obergespan oder sein Stell- ver. cter von Amt- wegen tellzunehmen pflegt.

3n ter heutigen Sitzung ließ sich ter neugewählte Obergespan Oberst Maximowitsch durch ten Regierungsrat Llzorinatsch vertreten. Gleich zu Beginn ter Sitzung verlas Predwetsch als der Vorsitzende tes Verwaltungsbezrrksrctes ten bekann ei Beschluß, wonach die Erneurung Marimowitsch' als gesetzwidrig erklärt wird und temzu'olge weder er, noch fern Ver­treter zu der Si.u rg zugelassen wird, älzori- natsch wollte das Wort nehmen, doch erteilte ihm ter Vorsitzente Petrowitsch nicht das Wort, sondern forderte ihn auf, den Sit­zungssaal zu verlassen. Da älzorinatsch sich weigerte, der Aufforderung Folge zu leisten verliehen die Teilnehmer de­monstrativ den Sitzungssaal. Rachtem auch Llzorinalsch das Gebaute verlassen hatte, wurden die Mitglieder tes Vezirksrates wie­der zusammengerusen. Es wurde dann einstimmig beschlossen, die Sitzung zu ver­tagen.

Die Unibeifttät Agram, die auf An­ordnung des Rektors geschlossen worden war, da es nach Erklärung des Streiks seilens eines Teiles der Studentenschaft zu Unruhen gekom­men war, wurde heute wieder eröffnet Die In Streik befindlichen Studenten beschlossen in einer Versammlung, ten Streik zum Zeichen des Proteste- noch 48 Stunden s or tzusetzen. Sie begaben sich daraus vor die Hörsäle, wo die Vorlesungen wieder beginnen sollten, um die nichtstreikenten Studenten am Eintritt zu Hin­tern. Dank der ruhigen Haltung dieser Studen­ten kam es zu keinem Zwischenfalt

Annahme derZuckerzollerhöhung im Aeichsral.

Berlin, 11. Dez. Der Reichsrat nahm mit Mehrheit die Vorlage über Zuckerzollerhöhung an. Die Vorlage will den Zuckerzoll von 15 auf 25 Mk. für den Doppelzentner erhöhen. Die Zollerhöhung soll jedoch nur so lange In Kraft bleiben, als an der Magde­burger Börse im Durchschnitt eines Kalender- monates die Preisnotiz für Rohzucker nicht über 21 Mk. steigt Kommt in Mag­deburg ein höherer Durchschnittspreis zustande, oder erfolgt dort einen Monat hindurch über­haupt keine Rotierung, so tritt automatisch eine Ermäßigung des Zollsatzes auf 10 Mk. für den Doppelzentner ein. Ein Antrag tes Gra­fen Behr, statt 21 Mk. 22 Mk. anzusehen, wurde mit 36 gegen 30 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmten n ur die Vertreter von Ost­preußen. Brandenburg, Pommern, Rieterschle- sien, Oberschlesien, Hannover, ter Rheinprovinz, ferner Bayern, Sachsen, Württemberg und Ol­denburg.

Seitdem die Zollwünsche ter deutschen Zucker. Industrie in der Oeffenllichkeit erörtert worden sind, hat sich ein Ansteigen der Zuckernotierungen- an der Magdeburger Börse gezeigt, wenngleich die Preis« sich bisher unter der 20-Mark-Grenz« be­wegt haben. Der Preisstand an der Magdeburger Börse hängt natürlich wesentlich von ter Entwick­lung des Weltmarktpreises ab, der be- rannt! d) auf durchschnittlich 11,50 Mark gefallen ist: ob er noch weiter fallen wird, da ter Kon­kurrenzkampf zwischen Cuba und Java auf dem Weltzuckermarkt anhält, ist wohl nicht zu bezweifeln. Für Deutschland kommt es da- her darauf an, seine Zuckerindustrie wenigstens in­soweit zu schützen, daß sie allein den deutschen Bedarf an Zucker deckt, was bei ihrer Kapazität durchaus möglich ist, und daß damit gleichzeitia ten Interessen der Landwirtschaft hinsichtlich des Rübenbaus gedient wird. Es kommt in erster Linie darauf an, den derzeitigen Stand tes deut­schen Rübenbaus zu erhalten, und dieses ist nur möglich, bei einem durchschnittlichen Denver- tunaspreis für Jnlandzucker um 22 Mark herum, da bei diesem Preise etwa 1,70 Mark an Rübengeld an die Landwirtschaft gezahlt werden können.

Alles in allem genommen wird sich der Preis für das Pfund Zucker, wenn es der deutschen Zucker­industrie gelingt, den neuen Zoll, mit dessen An- nähme auch im Reichstag zu rechnen ist, voll aus- Aunufoen, nach unseren Berechnungen um etwa ßwei Pfennig für den Verbraucher erhöhen. Damit ist aber vieles erreicht, nämlich die Erhaltung der deutschen Zuckerindustrie und des deutschen Zuckerrübenbaues und zugleich 1 eine Entlastung unserer Zahlungs­

bilanz, wenn ausländischer Zucker nicht mehr über die Grenzen kommt. England hat sich be- kanntbch durch feine Zollgesetzgebung vollkommen von dem Bezüge ausländischen Zuckers frei ge- macht. Dadurch hat die Tschechoslowakei ein großes Absatzgebiet für ihren Zucker verloren und wendet nun alles daran, das Verlorene durch Ex. port nach Deutschland wieder zu gewinnen.

Aus aller Wsli.

Die Berteilung der Nobelpreise.

3n ter üblichen feierlichen Form fand in Stockholm die diesjährige Aobelpr isverteilung statt. Unter den Anwesenden befanden sich tet König, ter Kronprinz und andere Mit­glieder ter königlichen Famille, Vertreter der Regierung, tes diploma.ischen K^rps, ter Wissenschaft und der Literatur. Drei der sechs Robelprcisträger waren erschienen, und zwar die Proscf er en Wieland und Windaus sowie Frau Sigrid Tlndset. Ti> Rete füc dir Prä­ses oren Wieland und Windaus hi lt Profcs or G. Söderbaum, der die Verbimste ter beiten deutschen Gelehrten würdig e. Ra' dem die beiden Professoren ihre P e se von K nig emp­fangen hatten, hielt Profes or ($. Hens chen die Rete für Prozessor Rico!le: in seinem Ramen empfing ter französische Gesandte Ver­narb ten Preis vom Kmig. Dr. phil. P. Hall­st r ö m sprach h ecnach namens ter schwebt chen Akademie für ten. Litera turpr.is träger Henri Bergs on, dessen Prris eben all8 vom ftcn;tsi- schen Gesandten in Empfang genommen wurde. Dr. Hallström sprach schl e stich auch für Frau Sigrid ndset. Die Feier wurde mit einem Festbankett im Grand Hotel abgelÄv fen-

Ein Dampfet auf einem Felsen ausgelaufen.

Der 21 179 Tonnen große DampferCeltic' der White Star Line ist bei der Einfahrt in den Hafen von Queenstown auf einen Felsen gelaufen. Alle Fahrgäste, insgesamt 254 einschließlich 2 9 Ueberlebenbe der untergegangenen D estr is" sind auf Schleppdampfer umge- schifft worden und befinden sich in Sicherheit. Die Besatzung bleibt an Bord. Alle Bemühungen, dieCeltic' wieder freizubekommen, sind bisher er­folglos geblieben.

Mnriageerfyebung gegen einen dänischen Spion.

Gegen dm Mitte 5uni d. 3. wegen Spionage in Deutschland verhafteten und gezenwärttg noch im Berliner älTtt'rsuchungSge'fängnis besindlicheir dänischen 3nf anteri e-Hauptma nn Harry Lembourn hat nach einer Korrespow- tenzmeldung der Oberreichsanwalt in Leipzig Anklage wegen sortgesehten Verrates militäri­scher Geheimnisse erhoben. Gleichzoiftl toirb gegen die 23jährige Berliner Steno'ypisti>n Stege- man n, die Rachrichten für ihn beschafft haben soll, Anklage erhoben. Hauptmann Lembourn. der zuletzt bei einem Infanterieregiment in Tondern in Dienst stand, ist im Rachrichtendimst beson eerZ ausgebildet worden und hat während des Krie­ges in der französischen Armee ge­kämpft. Auch nach dem Kriege ist er zu Stu- dienzweckm zur französischen Armee nach Straßburg und Metz abkommandiert Worten.

BranbffiffungetL

In dem Dorfe Altheim im badischen Franken- land gelang es unbekannten heimtückischen Brand­stiftern, innerhalb acht Tagen zum fünf­tenmal Feuer zu legen, obwohl die Feuer­wache ständig auf dem Posten Ist und ein gewisser Belagerungszustand über das Dorf verhängt ist, ha nach sieben Uhr abends die Straße nicht mehr betreten werden bars Dies­mal wurde die außerhalb des Dorfes gelegene, mit Getreideoorräten gefüllte Scheune des Land­wirts Bogt eingeäschert. Die Belohnung für die Er­mittlung des Brandstifters ist auf 5000 Mark erhöht worden. Die bisherigen Verhaftungen konnten nicht aufrechterhalten werden.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Das westliche Tiefdruckgebiet hat bei der süd­westlichen Verlagerung bereits starken Daro- metersall verursacht. Infolge ter Bewölkungs­zunahme und die durch die Druckgegcnsätze auf» kommende Luftbewegung hat sich ter Frost ao- geschwächt. Im wetteren Bereich ter Druck­störung sind einzelne Riederschläge nicht aus­geschlossen, die teilweise als Schnee niedergehen.

Voraussage für Mittwoch: Retelig, wvlkiges Wetter, zunächst ohne welent.'iche Tem- peraturschwankungen, vereinzelt Rieter'chläge.

Lufttemperaturen am 10. Dezember: mittags1,1 Grad Celsius, abends0,5 Grad Eelsius: am 11. Dezember: morgens 1,1 Grad Celsius. Marimum 1,2 Grad Celsius, Minimum2,4 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 10. De­zember: abends 1,3 Grad Celsius; am 11. Dezember: morgens 13 Grad Celflu».