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brnbung dieser Nationalfeier mit dem Weimarer Derfassungswerk an. Wir halten an der Heber- zeugung fest, daß die gesetzliche Regelung eines Nationalfeiertages, und -war in Gestalt der Derfassungsfeier, sich durch die gegebenen Staats­verhältnisse rechtfertigt. Nachdem nunmehr die Verfassung sich stabilisiert und der demokratische Volksstaat im Volksganzen fest verankert hat, sollten auch diejenigen Gruppen an der 2er- fassungsseier großzügig Mitwirken, die damals glaubten, aus sachlichen Bedenken der Verfassung ihre 3uftinunung versagen zu sollen. Wenn von anderer Seite der Neichsgründungstag, der 18. 3anuar, als Nationalfeiertag dorgeschla­gen wird, so wollen wir gewiß nicht verkennen, daß auch dieser Tag dauernde historische Be­deutung und Wertung behält. Aber unter den umgestalteten Gesamtverhältnissen muh bei einem Nationalfeiertag die Weimarer Verfassung und der Dolksstaat im Vordergründe stehen. Wir haben volles Verständnis für den Wunsch, mög­lichst den 11. August als den Tag der Verab­schiedung der Weimarer Verfassung zu wählen. Aber im Hinblick auf die aus allen Volks­schichten fortgesetzt an uns dringenden Mahnrufe muh ich mich des ausdrücklichen Auftrags meiner Fraktion entledigen, unsere sachlichen und praktischen Bedenken gegen den 11. A u g u st vorzutragen. Das schwerste Bedenken gegen die Nationchfeier am 11. August besteht darin, dah dieser Tag mitten in die Ernte­zeit und die notwenbigsten landwirtschaftlichen Arbeiten fällt. Sollte trotz dieser auhervrdent- lich schwerwiegenden Bedenken, die auch aus den Kreisen der Lohnempfänger ge­äußert werden, am 11. August sestgehalten wer­den, so müssen wir unbedingt darauf bestehen, daß durch Vorschriften der Landesgesetzgebung oder der Landesverwaltung die Ernte und die Arbeiten der Landwirtschaft zum Schuhe des Dolkswvhls gesichert bleiben. Dazu kommt ferner, daß der 11. August in die Ferien­zeit fällt. Gerade toeil wir wünschen, daß der Nationalfeiertag vom ganzen deutschen Volke festlich begangen wird, weisen wir auf diese schweren sachlichen und praktischen Bedenken nachdrücklich hin. Wir haben daher den Vor­schlag gemacht, entweder den auf den 11. August folgenden Sonntag zu wählen, oder einen weder in die Erntezeit noch in die Ferienzeit fallenden Werktag. Dabei hat man zwischen dem 11. Februar, dem Tage der Eröffnung der Nationalversammlung und der Einbringung des Derfassungsentwurfs, und dem 11. August reiche Auswahl, wobei insbesondere auch an den Tag der Beschlußfassung in der Nationalversammlung gedacht werden könnte. Ich beantrage die Heberweisung der Vorlage an den Rechtsausschuh.

Abg. Or. Moldenhauer (O. B. P.) erkennt an, daß ein Nationalfeiertag geeignet sei, die Angehörigen eines Volkes fester zur Na­tion zusammenzuschliehen. Eicher hat die Wei­marer Verfassung öen Boden geschaffen, auf dem sich der Wiederaufbau vollziehen konnte. Sie hat die Gefahr der Räterepublik und des Bolschewismus beseitigt. Wenn Deutschland sich nach schwerem Fall wieder aufrichtete, wenn in allen Kämpfen für das Vaterland die Deut­schen zusammenstanden, so war jedoch die Trieb­feder die Liebe zum Vaterlande unb die Weimarer Verfassung stand dabei in zwei­ter Linse. Wir sehen in dem 11. August einen wichtigen Werktag der deutschen Geschichte; zum Nationalfeiertag aber könnte man nur einen Tag wählen, an dem sich alle DolkSangehörigen einig und begeistert zusammenfinden. Weiten TeiZkn de« Volkes, die der Weimarer Verfassung ablehnend gegenüberstehen, sollte maft nicht den Tag dieser Verfassung als Nationalfeiertag aufzwingen. Dadurch würde die nationale Zerklüftung nur gesteigert werden. Jetzt Ist die Zeit noch nicht ge­kommen, die Weimarer Verfassung zum Bo­den eines Nationalfeiertages zu machen. Für den Nationalfeiertag ist der Tag gekommen, toenn der letzte Franzose die deutsche Erde verlassen hat. oder toenn wir durch den Zusammenschluh mit Oesterreich Groh-Deutschland erreicht haben. Wir sind keine Gegner nationaler Seiem, toenn sie vom Reich und von öffentlichen Körperschaf­ten in würdiger Weise am Verfassungstage be­gangen werden. Wir haben uns oft daran betei­ligt. Wir halten die Einführung eine« National­feiertages jedoch nicht für den Weg, zu einer Einigung des deutschen Volkes zu kommen.

undeutsch. Notwendig sei der Ersatz de« Parla­ments durch eine berufsständische Vertretung und die Einführung des Zweikammersystems.

Abg. Dr. Fehr (D.B. P.) erklärt gegen die Vorlage stimmen zu wollen, weil der 11. August in die Zeit der stärksten landwirtschaftlichen Ar­beit falle und weil die Vorlage starke Eingriffe in die Rechte der Länder enthalte

Die Vorlage wird mit 214 gegen 136 Stimmen an den Rechtsausschuh überwiesen.

Oie Krisenfürsorge.

Reichsarbeilsminister Wissel im sozialpolitischen Ausschuß.

Berlin. ll.Suli. (DDZ.) Der Sozialpoli- tische Ausschuh des Reichstages beschäftigte sich mit den kommunistischen Anträgen zur Krisen- fürsorge. Reichsarbeitsminister Wissel nahm das Wort zu längeren Ausführungen über den Stand der Arbeitslosigkeit. Der Minister erklärte, es sei beabsichtigt, die Fabrikarbeiter unter den gleichen Voraussetzungen wie sie im Erlaß vom 23. März vorgesehen sind, allge­mein in die Krisenunterstützung auf­zunehmen und für die älteren Arbeitnehmer darunter sofort Erleichterungen eintreten zu lassen. Er werde genau alle Anträge prüfen, die über die bisherigen Richtlinien Hinausgehen. Die Dauer der versicherungsmäßigen Arbeits­losenversicherung kann verlängert werden, und zwar bis zu 39 Wochen. Das setzt allerdings einen Beschluß des Dertoaltungsrates voraus. Dieser Beschluß ist bisher nicht gefaßt worden, weil die finanzielle Lage der Versicherung noch zu ungewiß ist. Die allgemeine Voraussetzung der Krisenunterstützung ist eine «andauernd besonders ungün st igeArbeitsmarkt- l a g e". Soweit sie nicht gegeben ist. hält das Gesetz die versicherungsmähigeArbeitslosen- unterstühung für ausreichend. 3n der Tat zeigt die Statistik immer wieder, daß ein sehr großer Teil der Arbeitslosen in der Zeit von 26 Wochen wieder Arbeit findet, und zwar selbst bann, wenn der Arbeitsmarkt, wie im Winter, sehr wenig günstig ist.

So wie der Arbeitsmarkt sich heute darstellt, wird man heute von einerandauernd besonders ungünstigen Lage" noch nicht sprechen können. Andererseits hat die günstige Entwicklung offen­bar ihr Ende erreicht. Ich werde Anträge auf Zulassung weiterer Derufsgruppen in die Krisen- unterstützung weitherzig prüfen und ihnen statt­geben, wenn sich zeigt, dah sie durch die Lage des Arbeitsmarltes im einzelnen Berufe und im einzelnen Bezirk gerechtfertigt sind. Die Fabrik­arbeiter teil! ich unter den Voraussetzungen des Erlasses vom 23. März schon jetzt allgemein in die Krisenunterstützung aufnehmen. Ich bin bereit, die Verordnung über Krisenunterstützung dahin zu ändern, daß älteren Arbeitneh­mern in Härtefällen die Krisenunterstühung bis zur Höch st dauer von 5 2 Wochen gewährt werden kann. Ich bin weiter bereit, die Vorschrif­ten über die Bedürftigkeit einer Nach­prüfung zu unterwerfen. Ich werde endlich alle Maßnahmen mit jedem möglichen Nachdruck för­dern, die geeignet sind, die Krisenunterstützten und die ausgesteuerten Arbeitslosen, die von der öffentlichen Fürsorge unterstützt werden, zur Arbeit zurückzuführen.

Den Ausführungen des ReichsarbeitsMinister« wurde zugestimmt, und zwei Entschließungen von den die Regierung stützenden Parteien angenom­men, die eine Verbesserung in der Handhabung bet Krisenunterstützung und eine Erleichterung der Notstandsarbeiten fordern. In der Krifen- unterstützung wurde besonders die schwere Not­lage der Gruppe der sogenanntenLohnar­beiter wechselnder Art" und die der älteren Ar­beitnehmer besprochen. Bei den Notstandsar­beiten wurde insbesondere auf die Verlängerung der Fristen für die Beschäftigung der Notstands­arbeiter hingewiesen und verlangt, mehr als bisher auch die Ausgesteuerten und die Wohlfahrtsunterstützungsempfänger in die Not- standsarbeiten mit einzubeziehen.

Die britischen Truppen am Rhein.

Eine verwickelte Krage."

London. 10. Juli. (WTB.) Im Hnterhause erklärte der Kriegsminister Worthington Evans in Beantwortung einer Anfrage, die englischen Besatzungstruppen am Rhein hätten am 1. Juli eine Starke von annähernd 6000 Wann gehabt. Eine Verminderung sei gegenwärtig nicht in Aussicht genommen. Auf eine Frage des Liberalen Harris, ob der Kriegs­minister 6000 Mann für nötig halte, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. erwiderte Worthing­ton Evans, daß sie sich dort befänden, um Ver­tragsverpflichtungen zu erfüllen. Garro Jones fragte, ob der Kriegsminister an den Quai d'Orsay eine Mitteilung gerichtet habe, um in Anbetracht dessen, daß die Besatzungstruppen keinem nuhbringenben Zwecke dienten, die Erlaubnis zu erhalten, sie zurückzu- ziehen. Worthington Evans erklärte darauf, bah er die Ansicht be« Fragestellers n i ch t teile. Auf bie Frage, ob es nicht Tatsache sei. baß die Beibehaltung biefer Truppen für den Staat eine finanzielle Last bedeutet und ob es des­halb nicht im Interesse einer sparsamen Haushal­tung läge, daß sie zurückgezogen würden. Worthington Evan« erklärte, daß es sich um eine verwickelte Frage handele, auf bie er eine Ant­wort vorläufig nicht erteilen könne.

Japan und China.

Die Revision der Verträge.

Tokio, 10. Juli. (WB.) Auf Grund der Be­sprechungen. die hrute im Kabinett über die chinesische Lage stattfanden, ging die überein- stimmende Ansicht dahin, baß die japanische Regierung Tschanghsuehliang. den Soyn Tschangtiolins, al« den obersten Kriegs- Herrn der Mandschurei anerkennen, aber zugleich darauf bestehen wird, daß bie Vereinbarungen, die Japan mit dem ver­storbenen Diktator getroffen Hut. vorläufig in Kraft bleiben. Wie verlautet, ist die ja­panische Regierung bereit mit China über eine der veränderten Lage Rechnung tragende Re­vision der Verträge in Verhandlung zu treten, vorausgesetzt, daß die bestehenden Ver­träge anerkannt werden, bis sie durch ein neues Interessenabkommen zwischen den beiden Regierungen ersetzt sind. Bisher sei man jedoch von chinesischer Seite wegen einer etwaigen Re­vision der bcstehenden Verträge noch nicht an die japanische Regierung heran getreten.

Abg. Külz (Dem.)

fordert den Dersassungstag als Nationalfeiertag. Nicht ein rauschender Festtag soll es sein, sondern ein Tag der nationalen Sammlung und Selbstbesinnung. Der 11. August brachte uns den Sieg des deutschen Selbsterhaltungswillens geaen den von außen unb innen anbrängenben Vernichtungswillen. Keine Der ! fasfung ist von so tiefem ethischen Gehalt, wie bie Verfassung von Weimar, keine Verfassung verkörpert ein so starkes Glaubensbekenntnis zur Nation. Der lag ber Neichsgründung wird gewiß geschichtlich immer denkwürdig bleiben: aber ber Geburtstag des Kaiserreiches kann niemals Feiertag der Republik sein. Der l.Mai ist ein proletarischer Kampftag und kann niemals ein Nationalfeiertag des Volkes sein. Der 11. August ist ber Tag ber Zukunftshoffnung unb Zutunftssehnsucht. Das alle Kaiserreich ist ge­stürzt, ein neuer Staat ist mit ber Republik ge­kommen. Geblieben ist bas beutsche Volk. Sein Blick soll nicht rückwärts, sonbern vorwärts unb aufwärts gerichtet sein.

Avg. Drewitz (W.P.) bedauert die Ein­bringung der Vorlage. Die jetzige Zeit der schweren wirtschaftlichen Depression sei nicht ge­eignet zur Einführung neuer Feiertage, jetzt sollte erst ein Trauertag für die Gefallenen des Welt­krieges eingeführt werden. Die Wirffchafts- partei werde die Vorlage ablehnen.

Abg. Dr. Horlacher (D.V.P.) erklärt, der vorliegende Gesetzentwurf sei ein Eingriff in bte Landesrechte. Mit der gesetzlichen Einführung deS Nationalfeiertages werde die po­litische Zerrissenheit des deutschen Volles nicht Überwunden, sondern verstärkt. Dir Bayerische Volks Part ei könne dieser Vorlage nicht zustimmen.

Aba. Dr. Göbbels (1L6.) erklärt, es sei eine Komödie, wenn die jetzige sozialdemokravsche Regierung einen Nationalfeiertag einführen wolle. Severing habe die Aktivität bei Ruhr- kampfes sabotiert und sein Name sei ewig mit dem Namen Schlagetcr verbunden. (Stürmische Rufe bei den Sozialdemokraten: .Verleumdung'" Der wirlliche DerfassungStaa Deutschlands ist der 29. August, der Tag der Annahme der Dawesgesetze.

Abg. Dr. Wcndthausen (Chr.-nat. B bekämpft die Vorlage und erklärt unter großem Lärm der Linken, die Weimarer Verfassung fei

Oie Tragödie im Eismeer.

Hoffnungslose Lage derJtalia"-Mannschaft

Stockholm, 10.3uli. (I1L) Das Mißtrauen gegenüber den hoffnungsvollen Berichten der Ita­liener über die Möglichkeit der Rettung der Italia"-Mannschaft hat sich verstärkt, seitdem schwedische Berichterstatter in Spitz­bergen angelangt find. Diese bestätigen die Mittei­lungen Thombergs über die beinahe hoffnungs­lose Lage derItalia" - Besatzung. Lundberg hat erklärt, daß die dreizehn Tage, die er mit den Italienern auf der Eisscholle zusammen verbringen muhte, schrecklich waren. Die Nahrung war sehr schlecht. Zumeist bestand sie nur aus Eisbärenfleisch. Sehr häufig kam es zu Zänkereien zwischen den kranken Leuten, vom Lager aus konnte man das Land sehen. Kap Smith war nur sieben Kilo­meter entfernt. Ein Fußmarsch war jedoch infolge der furchtbaren Gefahren unmöglich, während einer Woche herrschte rasender Sturm. Dann hüllten wieder dickste Nebel alles in Dunkelheit. Die Möglichkeit einer Landung in der Nähe des Lagers werde durch das milde Wetter immer mehr vermindert. Die einzige Hoffnung beruhe noch auf dem schnellen Borwärtskommen der Eis­brecher. Die Italiener waren alle vom Fieber erfaßt, und einige von ihnen phantasierten zeitweilig und benahmen sich wie Geisteskranke. Lee- cioni war schwer erkrankt. Den Italienern standen nur wenige und recht unappetitliche Lebensmittel zur Verfügung. Nach in Virgo Bay aus Spihber- gen aufgefangenen Funksprucheu ist die Dig- lleri-Gruppe In einer verzweifelten Lage unb völlig mutlos. Dringende Hilferufe laufen auf draht­losem Wege von ihr ein. Ihre einzige Hoffnung sei, daß der russische Eisbrecher, der sich den weg durch das Lis bahne, sie noch rechtzeitig er­reiche.

Hinrichtung von fünf Verurteilten im Oonezprozeß.

Moskau, 10. Iuli. (WB.) Das Zentral- exekutivkornitee der Sowjetunion wandelte auf Gesuch des Obersten Gerichtshofes die Todes­urteile im Schachtyprozeß gegen Malow, Brata­nows«, Beresowski, Bojarschinow, Kasarinow und Schadlun in zehnjährige Gefängnis- trafen um und betätigte bie Todes­urteile gegen bie übrigen fünf Verurteilten. Diese Urteile sinb bereits vollstreckt.

Attentat auf -en jugoslawischen Gesandten in Tirana?

Budapest, 10. Iuli. (WS.) Nach einer Mel­dung der BelgraderPolitika'" au, Skutari, die in später Nachtstunde in Budapest bekannt geworden ist, soll in Tirana aus den jugoslawischen Gesandten Stanojew TUlhajlowitsch ein Anschlag ver­übt worden sein. Der Täler sei bet albanische FreischärlerSalisRama.berbieTataus Rache für bie Tötung seiner Söhne, bie bei einem Raubüberfall in Jugoslawien umgekom- mev seien, verübt habe. Diese Meldung ist vorerst noch unbestätigt, unb im Belgrader Ministerium des Aenheren Hal man über das angebliche Attentat ebenfalls noch nicht» Näheres erfahren können.

Aus aller Wett.

Die ersten Larl-Schurz-Studenlen sind angenommen.

Sin schönes unb sympathisches Mittel, Freunde für bas Deutschtum zu werben, verfolgt bie V e r - einigung Earl Schurz in Berlin, bie jetzt dazu ubergegangen ist, au« eigenen Mitteln ame­rikanischen Studenten längere Reisen nach Deutschland zu ermöglichen. Sie verfolgt da­mit nicht nur den Zweck, schon unter ber ameri­kanischen Iugenb bas Interesse für Deutsch­land zu wecken, sondern trägt damit gleichzeitig zu den freundschaftlichen Beziehungen beiber Völ­ler erheblich bei. Das International ®bucaiion Office in Neuyorl ist von ber Carl-Schurz- Vereinigung beauftragt worben, jeweils die­jenigen Studenten auszusuchen, bie fid) im Stubium deS Deutschen besonders ausgezeichnet haben. Diese erhalten bann eine Freireise nach Deutschlanb. Der erste Trupp dieser jungen Studenten ist soeben in Hamburg eingetroffen unb wirb unter Führung ber Geschäftsführerin ber Vereinigung Earl Schurz eine Längere Reise durch Deutschland un­ternehmen.

llngarnreife deutscher Studenten

Im Rahmen des ungarisch-deutschen Stuben- ten.au stauf 4 cs sind 50 beutsche Studenten in Budapest eingetroffen, die am Ostbahnhof von einem Vertreter ber deutschen Gesandschaft unb Vertretern des Volkswohlfahrtsministeriums in ber ungarischen Hauptstadt feierlich empfangen wurden Nach Besichtigung ber Sehenswürbigleiten ber Hauptstadt begaben sich die deutschen Studenten nach Balaton= füred am Plattensee, wo sie fünf Dachen ver­weilen.

Die Auslanbreifen ber Reichsmariuc.

Der Schulkreuzer .Berlin" ist in Wenabo auf Celebes eingetroffen. Er wirb am 22. Juli nach Amboina auf von MoluÜen in See gehen. Die Schisse des Flottenkommandv« haben im Verlaus ihrer Hebungsreise verschiedene nor­wegische Häfen angelaufen. Da« Flotten- flaggenschiffSchleswig-Holstein" unb das LinienschiffHessen" befinben sich in Balholmen. ber Flottentenberftcla m Mundal, das Linienschiff .Schlesien" und der KreuzerAmazone" hx Merok. das Linien­schiffElsaß" unb der Kreuzer .Nymphe" in Hlwick. die zwette TorpebobootshalbflottNe im HtzlSfjord unb die dritte Torpedvbootshalb- flotille im Sibanger Fjord.

Errichtung des Südameriko-Flugdienste».

Die Strecke Spanien Kanarische In­seln, welche al« erste Ozeane tappe de« regel­mäßigen Luftwege« nach Südamerika bezeichnet nnrb. ist erstmalig auf rein verkehr«- mähiger Basis durch ein von spanischen Interessenten von der Deutschen Lufthansa ge­chartertes Dornier-Wal-Flugboot zu- ruckgelegt worden. Das mit zwar BM W-Motoren ausgerüstete Flugboot hatte eine deutsch-spanische Besatzung an Bord unb durchflog bie 1300

Kilometer lange Strecke CadizLas Palmas in 7 Stunden, dH. mit einer mittleren Ge­schwindigkeit von über 180 Kilometer. Während des ganzen Fluges stand der Dornier-Wal in s u nken tele gr aphi s cher Verbindung mit den Küstensendern. Zur Zett führt das Flugboot Rund- unb l$rfunbung«flügc in ber Gegend der Kanarischen Inseln durch. Eine Fortführung dieses Versuchsfluges nach den Kapverbischen Inseln ist nicht beabsichtigt.

Schweres Explosionsunglück in Budapest.

Im Vorort Engelsfelb ereignete sich im Keller eines eben fertigen House«, in dem zwei Arbeiter damit beschäftigt waren, eine größere Menge Erbten von den darin enthaltenen Wür­mern mit Kohlendisulfit zu säubern, eine furchtbare Ekplofton. welche dos ganze Hau« in einen Trürnrnerh auf en verwandelte. Tic im Hause befindliche Frau des Besitzers, ihre Tochter, ein Dienstmädchen und bie beiden Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben. Die Feuerwehr *og die Frau des Hausbesitzers und einen Arbeiter tot aus den Trümmern hervor. Die Tochter unfl"" da- Dienstmädchen wurden in schwerverletztem Zu­stand geborgen. Sin Arbeiter wird noch ver­mißt. Bei der Erplosionskatastrophe wauchen auch zwei Feuerwehrleute verletzt. Ein Polizist unb ein Arbeiter, die von dem aus der zerstörten Gasleitung ausströmenden Gas betäubt wurden, mußten in bebcnl liebem Zustande ins Kranken­haus gebracht toerben. Die Aufräumungsarbeiten werden fortgesetzt.

lieber zwei Millionen Franken unterschlagen.

Der 32jährige Gemeindeeinnehmer von Bütgen- bach unb Elfenborn bei Eupen würbe wegen Hnterfchlagungen ins Gefängnis nach Vcrviers übergeführt. Der ungetreue Beamte hctt nach berKöln. Ztg." 785 000 Franken allein von der Gemeinde Dütgenbach, 300 000 Franken von der Gemeinde Elseichorn und 300 000 Franken von der Distrikts^parkasse unterschlagen. Hinzu kommt noch eine Reihe namhafter anderer Beträge, so daß sich im ganzen 2 185 000 Franken ergeben. Heber die Verwendung dieser Summe gibt der Verhaftete keine Auskunft. Die Verklungen gehen bis auf da« Jahr 1921 zurück.

Deutschlands wachsende Handelsflotte.

Die deutsche Handelsflotte umfaßte nach dem jetzt veröffentlichten Register des Gennanischen Lloyds, des deutschen Schiffs-Klassifikations-Jnstituts, am 1. Juni 1928 2456 Seeschiffe mit zusammen 3 838 000 Bruttoregistertons. Sie hatte damit au diesem Zeitpunkt, an der Tonnage gemessen, 75 v. h. des Dorkriegsbestandes erreicht unb ver­einigte 5,8v.h. des Weltschifsroums (1914: 11,3 D.fj.) unter ihrer Flagge. Trotz der fortschrei­tenden Ausdehnung der Motorantriebes war am 1. Juni d.J. die dampfgetriebene Tonnage fast um das zehnfache, größer als die motorgetriebene. Sie betrug bei 1744 Dampfern insgesamt 3,25 Mill. BRT., während nur 128 deutsche Motorschiffe von zusammen 400 000 DRT. in Fahrt waren. Dieses Verhältnis dürfte sich aber voraussichtlich zugunsten der Motorschiffe ändern, von denen z.B. die Hamburg-Amerika-Linie 15 mit etwa 120 000 BRT. im Dau hat, während kein Dampferneubau für die Gesellschaft in Arbeit ist. Die Seglertonnage nimmt bei der rückläufi­gen Entwicklung ber Segelschiffahtt im Vergleich zu der Gesamtentwicklung nur eine unbedeutende Stellung ein: Unter den Seglern hat sich die Zahl der reinen Segelschiffe (ohne Hilfsmotorenantrieb) weiter vermindert. Die gesamte Seglettonnage be­trug bei 584 Schiffen 192 674 BRT.. von denen am 1. Juni 1928 nur 38 600 BRT. gegenüber 44 500 BRT. im Jahre 1926 reinen Segelantrieb besaßen. Der Tonnage nach verteilen sich die drei Antriebsatten (Dampf, Motor, Segel) prozentual so, baß von dem gesamten deutschen Schiffsraum 84,8 mit Dampf, 10,2 durch Motor unb 5 v. h. durch Segel angetrieben wurden.

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Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Hoher Druck über Mitteleuropa unb tiefer im Norden bedingen eine Zufuhr maritimer Luft- maffen, die trotz beS hohen Barometerstandes neben Dewöttung auch Anlaß zu vereinzelten getoittcrhaften Störungen geben. Die Tempera­tur« steigen zunächst Wetter an.

Wettervoraussage für Donners­tag Wolliges, auch aufheitrrnbe« Wetter, weiterer Temperaturanstieg, vereinzelte Gewtttev- stöwmgen.

Lufttemperaturen am 10. Juli, mittag» 22 Grab Telstus, abends 15,7 Grad Celsius: am 11. Juli: morgen» 16,4 Grad Celsius. Maximum 24,1 (Brab Celfnis, Minimum 9,7 Grad Celsius. Crbtempero» turen in 10 Zentimeter Tieft am 10. Juli: abends 22,8 Grad Celsius! am 11. Juli: morgens 17,4 Grad 1 Celsius. Sonnenscheindauer 9 Stunden.