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Jöijen gebrauchten Ausdrücke und Redewendungen zwar sämtlich beleidigender Ratnr seien, daß aber aus der vorn Angeklagten gewählten Form die Absicht der Beleidigung nutzt hervorgehe, sondern ihm bei 21 von 26 Punkten der An­klageschrift der Schuh deS § 193 (W a h- tu n g berechtigter Interessen) zu - gebilligt worden sei. Dem Angeklagten sei es dagegen in keinem Punkt gelungen, den von ihm angetretenen Wahrheitsbeweis für seine Behauptungen zu erbringen, insbe­sondere darüber nicht, dah der verstorbene Re- gierungspräsident Springorum .eine an Frivo­lität grenzende LInzuverlässigkeit als Zeuge an den Tag gelegt habe, daß er amt­liche, den Regierungsrat Karbe betreffende Ak­ten gefälscht habe, daß er Aktenstücke ge­senkt. oder habe senken lassen, und dah er seinen amtlichen Einfluß mißbraucht Hobe, um Karbe ostentativ bloßzustellen." Als beleidigend hat das Gericht angesehen die Be­

hauptungen des Angeklagten, dah Regierungs­präsident Lpringormsteine fragwürdige Ge­stalt sei, und daß er seine amtlichen Macht­befugnisse mißbraucht habe, um einen für den ^llchieberbegünstiger nicht eingenommenen Beamten zu verlotgen". sowie die Rede­wendungen .schamloses Treiben des Regierungs- Präsidenten Springorurn" und .das die wider­wärtigste Form nicht scheuende Bestreben Sprin- aorums. sich den heutigen Machthabern an den Hols zu werfen". Schließlich hat das Gericht den Angeklagten noch für schuldig erachtet, die Mitglieder der Kasseler Regierung dadurch be­leidigt zu haben, dah er die von ihnen gefaßten Entschließungen als aus Dummheit und Ser- vilismus geboren bezeichnet hat. Bei der Zu­weisung ixs Strafmaßes hat das Gericht die Ausführungen des Sachverständigen über den Geisteszustand des Angeklagten wettgehend in Erwägung gezogen und deshalb nur auf die oben mitgeteilte Strafe erkannt.

Trachtenfest und SesangSweststmt in Leihgestern.

Roch nie hat unsere Rachbargemeinde Leihgestern ein so glanzvolles Fest begangen, wie bern gestrigen Gesangswettstreit, ver­bunden mit Trachtenschau und Trachten- Ausstellung. Mit Recht kann man dieses Fest als ein wahres Hüttenber^er Volks fest bezeichnen. Man schätzt die Zahl der Fcstbesuchec aus 10 000 Menschen Die An­marschstraßen nach dem Festorte, besonders von Gießen und vom Bahnhof Großen-Linden her, zeigten stundenlang einen einzigen Menschenstrom, durch den sich unzählige Autos, Fuhrwerke und Radler einen Weg bahnen mußten. Unb wie schmuck sah der Festort Leihgestern aus! Kein Haus, das nicht im Festgewand prangte und Fahnenschmuck, Girlanden oder Tannengrun trug. Biele Häuser hatten auch ein neues Kleid zum Festtag erhalten. Geschmackvolle Ehrenpforten begrüßten an den Oriseingängen die Gäste. Bom Dorfe bis zum Fetzplatz an her Gießener Straße war eine Fahncnallee hergerichtet. Roch bei keinem Feste hat unsere Einwohnerschaft mit solchem 6ifer mitgewirkt, wie diesmal. Man sagte auch in dem Dorfe nicht .DerLieder- kränz" feiert ein Fest", sondernLeihgestern feiert ein Fe st". Auch die Anlage und Aus­schmückung des Festplahes machte dem Festaus­schuß alle Ehre. Eine riesige Festhallc von 100 Meter Länge und 20 Meter Breite bot Platz für über 2000 Personen.

Schon am Samstagnachmittag trafen die Rheinländer und Siegerländer Ge­sangvereine von Gießen aus ein. Gelsenkir­chen unlernahm einen Spaziergang durch den Dergwerkswaid, wahrend Hagen per Auto von Gießen aus fuhr. Auch der Verein aus Siegen war inzwischen eingetroffen. Die bekannte Gast­freundschaft der Lcihgesterner hatte für vorzüg­liche Bürgerquartiere gesorgt. Gegen 9 Uhr abends versammelten sich die Ortsvereine, sowie die Vereine Siegen. Delsenkirchen-Rotthausen und Hagen zum F a ck e l z u g. der sich bei ein- brechender Dunkelheit in Bewegung setzte. In der Festhalle begann nun der Festkommers aus Anlas-, des 65jährigen Bestehens des Gesangvereins Liederkranz. Er wurde eröffnet durch den Thor:Die Himmel rüh­men...". der von dem festgebenden VereinLie­derkranz" unter Leitung des Chormeisters Blaß und unter Begleitung der Kapelle M a n k (Wie- seck) vorzüglich vorgetragen wurde. Fräulein dttilie Heß, Tochter des Mundartdichters Heß, »sprach das von ihrem Vater verfaßte Festgedicht. Der 2. Vorsitzende, Wilhelm L u h, begrüßte na^ /mens des sestgebenden Vereins, der übrigen Ortsvereine, sowie der Gemeinde mit herzlichen rWorten die Fest- und Ehrengäste und schloß mit einem Hoch aufs deutsche Vaterland. Hier­auf sangen die GesangvereineEinttacht" und Harmonie" Leihgestern. Es folgte die Ehrung von 25 verdienten Mitgliedern. Es wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt: zwei Sänger für 25jährige SangeStätigkeit, 23 Mitglieder für 40jährige Mitgliedschaft und der Riunbartdichter Georg Heß, der sich um das Gelingen deS Festes sehr verdient gemacht hat. Ramens der Geehrten sprach Georg Heß den Dank aus. Die sich anschließende Ehöre der drei Gastvercine Hagen, Siegen und Gelsenkirchen - Rotthausen fanden eine dankbare Zuhörerschaft.

Schon bk Frühzüge brachten am Sonntag von 7 Uhr ab die wettsmgendcn Vereine, um 9 Uhr waren sämtliche 33 Vereine eingetroffen. Das Klassan» und Ehrensinaen nahm um 9 Uhr in drei Sälen seinen Anfantz. Es dauerte bis gegen 2 Uhr nachmittags. 33 Mannerchöre mit etwa 1600 Sängern wetteiferten in zwei Abteilun­gen mit sieben Klassen um die Siegespalme. In­zwischen waren auch die 20 Galtvereine aus der Hessischen und preußischen Nachbarschaft eingetroffen. Um 2 Uhr wurde ein

Festzug

in drei Abteilungen ausgestellt. Dieser enthielt in seiner ersten Abteilung hi st arische Gruppen. Er würbe eröffnet durch eine Abteilung Hüttenber- gcr Dauern hoch zu Roß, an deren Spitze Mund­artdichter Hcß ritt. Ihm schloß sich der Reiter verein Großen-Linden an, dahinter marschierten Gruppen von Mädchen in den Trachten, wie sie im Hültenberg bei den verschiedensten Anläßen getragen wurden. Lorsmusikanten |orten für eine echte länd­liche Banernmusik. Es schlossen sich Gruppen an, die die verschiedensten landwirtschaftlichen Betriebe und Arbeiten darstellten, z. B Schnitter, Drescher, Bauer mit Pflug und (Egge, der Sämann, ferner eine Spinnstube, Rekrutenwagen, Turnvater Jahn, je ein Wagen der Brauerei Ihring-Melchior (Lich), Molkerei Grieb (Gießen), Firma Tröster (Butzbach) und der Gießener Vogelzuchtverein. Die Fortschritte des Feuerlöschwesens waren dargefteUt durch die ölte Grüningcr Feuerspritze aus dem 16. Jahrhun­dert und die moderne Motorspritze des Kreises Gießen. Auch das Dorf 'Jliebcr-Rken war mit seinen farbenfrohen Trachten in einer besonderen Gruppe vertreten. Die Fortschritte des Verkehrswesen waren dargestellt durch den Bauer im blauen Kittel, ein Fahrrad und ein Flugzeug. So zeigten zahlreiche Gruppen den Fortschritt zwischen einst und jetzt. In den beiden übrigen Abteilungen des Festzuges folg­ten 54 geladene Vereine.

(Eine Dieüaufenbtöpjige Menschenmenge umsäumte die Straßen, um das wunderbare Schauspiel eines Trachtenzuges zu sehen Mit Mühe gelang es einem starken Polizeiaufgebot, die begeisterten Zuschauer muffen zurückzuhalten. Der historische Teil des Fest­zuges und die auf dem Festplag von (9g Heß sie leiteten Trachtentänze wurden van der Kreis filmftelle aufgenommen.

Auf dem Festplah

begrüßte Festpräsident Jung die Gäste und brachte ein hoch auf bas deutsche Lieb aus. Fräulein Dttilie Heß entbot in vorzüglichem Vortrag einen poeti­schen Festgruß. Provinzialdirektor Graes, der das Protektorat des Festes übernommen hatte, hob das Verdienst des Heimatdichters Gg. H e ß um bas Zu- ftanbefommen des Trachtentages hervor. (Er gab bem Bebauern barüber Ausbruck, baß bie färben- prächtigen Trachten immer mehr verschwinden unb ermahnte bas Lanboolk, festzuhalten an ben Sitten ber Väter. Sein Hoch galt bem Vaterlande. An- schließenb begann in ber Sängerhalle bas Singen ber Ga st vereine. Draußen aber auf bem Fest­plag unb befonbers auf den drei Tanzböden begann ein fröhliches Volksfest, bem auch einige Regen­schauer keinen Abbruch tun konnten.

Mit einen Glanzpunkt der gesamten festlichen Veranstaltungen bildete die

Trachten-Ausstellung,

welche durch Heimatdichter Georg Heß in zwei Schulsälen eingerichtet worden war. Der eine Saal enthielt die Herstellung der Stoffe für die Hüttenberger Tracht, die Vorführung der Flachs­spinnerei und -Weberei vom Leinsamen bis zum fertigen Leinen. Die Flachsverarbeitung wurde vorgeführt durch einen Weber und drei Frauen in der Hüttenberger Volkstracht. Viel bewundert wurden die heute vollständig verschwundenen Ge­räte, wie Webstuhl, Schwingstock, Flachshechel usw. Der andere Saal galt den Trachten und den häuslichen Einrichtungen. Eine Hütten­berger Bauernstube und eine Küche mit den Ein­richtungen aus Urgroßvaters Zeiten erregten leb­haftes Interesse. Der im Volksmund wohl­bekannteDippelouis" hatte hier seine niedlichen irdenen Töpfe auf Tischen, Schränken und Wand­brettern in geschmackvoller Weise ausgestellt. Trachten für tue verschiedensten Lebensalter und zu den verschiedensten Anlässen und Ereignissen, wie Hochzeit, Abendmahl, Trauer, Kirchweih usw. füllten in wohlgefälliger Anordnung den Saal aus. Die Ausstellung erfreute sich eines zahl­reichen Besuches, und man sah es den Ceuten an, daß sie von dem Dargebotenen vollauf befriedigt waren.

* L i ch, 10. Ium.

Untere prächtig geschmückte Stadt stand gestern und heute im Zeichen des deutschen Liedes. Der GesangvereinCäcilia, der älteste Ver­ein am Platze und einer der ältesten hessischen Gesangvereine, feierte sein 90jähriges Be­stehen unter Anteilnahme der ganzen Bevölke­rung und zahlreicher Gesangvereine der näheren und weiteren Umgebung. Treffliche Vorbereitung und die opferbereite Mithilfe jedes einzelnen Sängers gaben die Grundlage für einen in jeder Hinsicht wohlgelungenen und eindrucks­vollen Verlauf, der auch durch zeitweilige leichte Regenfälle nicht beeinträchtigt werden konnte. Erhebende Gedächtnisfeiern wechselten mit frohen sangesbrüderlichen Erlebnissen. Alles, was ge­boten wurde, war auf einen Grund ton einge­stellt, der unaufdringlich zwischen Gästen und Gastgebern Freundschaftsbande knüpfte und alle im Zeichen des deutschen LiedeS ungetrübte Freude genießen lieh. Lich hat wieder einmal beweisen können, daß es seinen alten Ruf als Fest stabt behauptet hat, und die trotz ihres hohen AlterS immer jugendfrischeCäcilia" hat erneut bezeugt, daß der treffliche Sängergeist ihrer einstigen Gründer weiterlebt auch in der jüngeren Generation. Was von dem Verlauf der Jubelfeier, die am Montag noch andauert und über deren Einzelheiten wir noch einen Sonder- bericht bringen werden, getagt werden kann, das gilt auch von dem mit dem Feste verbun­denen Gesangswettstreit.

Dieser vereinigte in mehreren Klassen insge­samt 31 Vereine zu edlem Wettbewerb: nicht nur viele Dereinc der näheren Umgebung, auch solche aus Westfalen und dem besetzten Gebiet, welch letztere nicht oft genug zum Ausdruck bringen konnten, wie gut es ihnen in unserem schönen Oberhessen und in der gastlichen Feststadt gefallen habe, waren erschienen. WaS in den einzelnen Klassen, die sich in Steins Saalbau, in der Turnhalle und in der großen Festhalle dem Schiedsgericht stellten, geleistet wurde, war em erfreulicher Beweis für den Aufschwung, den der Männergesang in den Jahren nach dem Krieg genommen. Es wurden fast durchweg sehr gute Leistungen geboten, in denen zum großen Teil reifes künstlerisches Können zum Ausdruck kam. Die oft nur geringen Differenzen zwi­schen den erreichten Punktzahlen sagen am deut­lichsten, daß in allen beteiligten Vereinen mit Fleiß und Ernst an der Erreichung der hehren Ziele gearbeitet worden ist. Besondere Aner­kennung verdienen vor allem einige Landvereine her näheren Umgebung. In der Wahl deS streiten Kunstchors und des Volksliedes sind, wenn man Vergleiche mit früheren Wettstreiten in unserer Gegend zieht, ganz beachtenswerte Fortschritte zu verzeichnen. Rur halte der 'Freund der Musikgeschichte im Sch u ber t -I a hr e gern noch den einen ober anderen Schubert-Thor ge­hört. Rur ein Verein der Quartetlllasse hatte sich an des Meisters schwierige KornposittonRuhe schönstes Glück der Erde" herangewagt, dessen Schwierigkeit auch mit sieben Punkten bewertet wurde. Nachfolgend veröffentlichen wir die voll­ständigen Ergehni-sfe des Wettstreits, dem

Vrel bewundert wurde auch ine Ausstel­lung der PreiseundEhrenpreise zum Wettstreit, die in dem Schaufenster des Sisengeschäftes Karl Drück prangten und schon am Ännstagnachmittag die fremden Sänger an» lockten. Das lebhafteste Interesse erregte ein goldener Sängerkranz, gestiftet von Heimatdichter Heß. er sollte dem ersten Sieger­verein zufallen.

Das Ergebnis des IDettfingens:

Abteilung A: Stadtklaffen.

Klaffe 1. 1 Preis mit 228 Punkten, l. Ehren­preis, Hauptehrenpreis unb DirigentenpreisRhein- aola" Hagen; 2. Preis unb EhrenpreisHarmonie Gelsenkirchen-Rotthaufen: 3. Preis unb Ehrenpreis Apollo" Stegen Außerbem erhieltRheingold" Hagen ben goldenen Kranz als Sieges- preis.

K l a f f c 2. l. Preis mit 226 Punkten, Hauptehren­preis mit 301 Punkten unb Dirigentenpreis mit 161 PunktenHillaria" Holzhausen , 2. Preis mit 219 Punkten unb Ehrenpreis mit 102 PunktenÄon­torbia" Rödgen.

Klasse 3. 1. Preis mit 224 Punkten, Ehrenpreis mit 106 Punkten, Hauptehrenpreis mit 318 Punkten unb Dirigentenpreis mit 161 PunktenFrohsinn" Hochelheim: 2. Preis mit 215 Punkten ,F)rpheus" Wetter, 3. Preis mit 214 PunktenEintracht" Frankfurt-Bonames

Abteilung B: Lanb klaffen.

Ä (a f f e 1. 1. Preis mit 210 Punkten, Hauptehren­preis mit 301 Punkten, Ehrenpreis mit 107 Punkten Germania" Ä(cin-2Iltenftäbtcn; 2. Preis mit 205 Punkten, Ehrenpreis mit 107 PunktenGermania" Lang-Göns. 3. Preis mit 202 PunktenArion" Klein Linden.

Ä I a f f e 2. 1. Preis mit 213 Punkten, Ehrenpreis mit 105 Punkten, Hauptehrenpreis und Dirigenten- preis mit 157 PunktenLieberkranz" Dietkirchen: 2. Preise mit je 198 PunktenSängerbunb" Reu- Isenburg unb Männergesangverein Fronhausen (Lahn).

K l a s s e 3. 1. Preis mit 205 Punkten, Ehrenpreis mit 107 Punkten, Dirigentenpreis mit 156 Punkten unb Hauptehrenpreis mit 312 Punkten . Harmonie" Rieber-Dresselnborf: 2 Preis mit 191 Punkten und Ehrenpreis mit 102 fünftenEintracht" Straß- Ebersbach, 3. Preis mit 190 Punkten unb Ehren- preis mit 104 Punkten .Harmonie" Werborf: 4. Preis mit 189 Punkten unb Ehrenpreis mit 104 Punkten Männergesangverein Münchholzhausen; 4. Preis mit 189 PunktenSängergruß" Donsbach: 5. Preise mit je 185 PunktenEintracht" Laubach, Taunuslieberzweig" Stierstabt unb .Liederkranz" Dübelsheim.

Klasse 4. 1. Preis mit 206 Punkten, Ehrenpreis mit 97 Punkten, Hauptehrenpreis mit 303 Punkten Lieberkranz" Oberquembach; 2. Preis mit 201 PunktenTonblüte" Groß-Auheim: 2. Preis mit 201 Punkten, Dirigentenpreis mit 153 Punkten, Ehren- preis mit 98 PunktenÄontorbia" Holzhausen: 4. Preis mit 200 PunktenSängerlust" Ober-Jssig- heim; 5. PreisEintracht" Beilstein: 6. PreiseLie­bertafel" Hainchen, Mannergesangverein Nieder- Dresselndorf (außerbem einen Ehrenpreis); 8. Preis Frohsinn" Oberau; 9. Preis Mannergesangverein Babenhausen II; 10. PreisGermania" Volperts­hausen; 11. PreisFibelio" Ober Widdersheim.

in den Musikdirektoren Baumann (Karlsruhe). Großkurth (Betzdorf), R. Werner (Frank­furt a. M.). H. Ziegler (Hannover) und in den Ehormeistem Damm (Weilburg) und I. Müller (Mainz) ein fach- und kunstverstän­diges Preisgericht Vorstand.

Prdeergebniffe. Abteilung A.

Stabiklasse I (aufgegebener Thor:Aufer­stehung" von I. Werth): 1. Preis Sänaervereingung ber Stabt Rübesheim a. Rh., 162 Punkte; Ehren­preis : Sängervereinigung der Stadt Rüdesheim am Rhein, 79 Punkte.

Stabiklasse II (aufgegebener ChorGruß" von Alb. Thierselber): Älaffenpreife: 1. Preis G.-B.Harmonie", Lieblos, 162 Punkte; 2. G.-V. Germania", W a Senborn, 155) P.; 3. G.-D. Germania", Großen-Buseck, 154 P.; 4. G.-B. Eintracht", Johannisberg a. Rh., 150! Punkte. Ehrenpreis: G. - D.Germania", Watzen­born, 80 Punkte.

Stabiklasse III (aufgegebener Thor:Dem beutschen Vaterlande"): filaffenpreife: 1. Pr. M.-G.-V.Liedertafel", Altena i. W 168! Punkte; 2. G.-B.Lieberkranz", Bübingen, 165! P.; 3. M.-G.-V.Sängerkranz", Nidda, 163 Punkte; 4. M.-G.-V. Lauterbach, 154 P.; Ehrenpreis: M.-G.D.Liedertafel", Altena i. W., 81! Punkte.

Abteilung B.

Landklaise I (aufgegebener Chor 0 leuchte lag): K l a s s e n p r e i s e : 1. G.-D.Eintracht" Steinberg, 157 P.. 2. M.-G.-V.Frohsinn", Nachrodt-Obstfeld. 148 P.; 3. G.-D.Diktotta", Garbenteich, 139! Punkte; Ehrenpreis: M.-G.-V.Frohsinn", Nachrodt-Obstfeld, 72 Punkte.

Landklasse II (aufgegebener Thor:Waldes- zauber" von Franz Abt): Klaffenpreise: 1. G.-D.Frohsinn", Londorf, 140 P., 2 G.-D. .Harmonie", Dutenhofen. 135 P.; 3. G -v. Sängerlust", Bleichenbach, 132! P.; 4. G.-D.Ger­mania", Steinbach, 131! P.; Ehrenpreis: G.-D.Harmonie", Dutenhofen, 71 Punkte.

Landklasse III (aufgegebener Thor.Der Spielmann vom Rhein" von Fr. Gellert): Klas­se n p r c i f e : 1. G.-D.Sängerkram", Albach, 135 P.; 2. G.-D.Toncordia", Münchholzhau- fen, 129 P.; 3. G.-V.Eintracht", Wohn b ach, 123 Punkte; Ehrenpreis: G.-B.Toncordia", Münchholzhausen, 66! Punkte.

L a n b k l a f f e IV (aufgegebener Thor:Das Ringlein" von W. Rageli: Klassenpreise: 1. Quartett-VereinFrohsinn", Sprendlingen, 141 Punkte; 2. M.-Quarleit Haingründau, 137! Punkte; 3. M.-G.-D .Loreley", Oberlemp, 137 P.; 4. M.-G - DereinEinttacht", Bauernhcim, 125! D.; Ehren­preis : 'Dt.-Quarteit Haingründau, 60 Punkte.

Abteilung C.

Quartettklaffe (aufgebener Thor:Einsam- kett" von I. Rietz); Klassenpreise: 1. Doppel- Quartett. Dad-Rauheim, 159! P: 2. Doppel- Quarteti Friedberg-Fauerbach. 152! P.. 3. M. - Quartett 1924, Ortenberg, 151 Punkte, Ehrenpreis Doppel Quartett Bad Rau- Heim, 75 Punkte.

Sängerjubilämn unb GesaiWwMeii in Lich.

Abteilung D.

Nichtpreisgekrönte Vereine Abteilung Da (auf gegebener Chor:Das Ringlein" von D Nagel): 1. G.-DGermania" Dorheim, 156 P.; Ehrenpreis: G.-D. ..Germania", Dor­heim, 75! Punkte. J

Nichtpreisgekrönte Vereine, Abteilung Db (aufgegebener Chor: Habe es lieb" von E. Hau­fen): filaffenpreife: 1. Erkfcher Männerchor, Wetzlar, 148 P.; 2 G.-D.Eintracht", Albach, 142> P-: 3. G V.Frohsinn", Ortenberg, 140 Punkte; 4. M.-G.-D.Toncordia", Langsdorf, 139! Punkte; Ehrenpreis: Erkfcher Männerchor, Wetzlar, 76 Punkte.

Höch ste Ehrenpreise.

Abteilungen A, BI und C 1. M.-G -B. .Liedertafel", Altena i. W., 250 P.; 2. G.-D.Sie- derkranz", Büdingen. 246 Punkte.

Abteilungen Bll bis IV: 1. G.-V.Froh- sinn", Londorf, 208! P.; 2. Quattett-D Froh­sinn", Sprendlingen, 208! Punkte

Abteilung D (nicht preisgekrönte Klasse): 1. G.-D.Germania", Dorheim, 234! Punkte.

26. Oberhessischer- Provinzialfeuerwehrtag.

75 Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Alsfeld.

Am 9. unb 10. Juni sand ber ordentliche Ober­hessische Provinzialfeuerwehriag in Derbinbung mit ber Feier bes 75jährigen Bestehens ber Freiwilligen Feuer­wehr Alsfeld unter reger Beteiligung vieler oberhefsifcher Wehren in Alsfeld statt.

Arn Samstagnachmittag um 31/, Uhr eröffnete ber Vorsitzen be des ober hessischen Provinzial- verbandes, Damm- Friedberg, bie Abgeord­netenversammlung im großen Saale des »Deutschen Hauses''. Seitens ber Provinztaldirek- tion Ober Hessen war OberregierungSral Dr. Heß erschienen, für das Kre'.Samt MSseld Kreisdirektor Dr. Stammler unb Regierungsrat Strack, ber Referent für bas Feuerlöschwesen. Die Stadt Alsfeld war durch Bürgermeister Dr. B ö l s i n g vertreten. Auch die meisten oöerhessischen Kreis- feurrwehrinspeltoren waren erschienen, sowie der Kreisbrandmeister deS Kreises Hersfeld. Rach den einleitenden BegruhungSworien derVer­treter ber genannten Behörden erstattete der Vor­sitzende Damm-Friedberg den Geschäftsbericht, aus bem zu entnehmen war, bah seit der letzten Taguna sich bie Zahl ber oberhessischen Freiwil­ligen Feuerwehren um sieben vermehrt hat. unb daß zur Zeit insgesamt bunbert Freiwillige Feuer­wehren in Oberhessen bestehen. Dann folgte die Rechnungsablage unb bie Bestimmung des Bei­trags für 1928 - 31. ber wie seither auf 5 Pf. pro Kopf festgesetzt würbe. Die Ausnahme ber neu gegründeten Freiw. Feuerwehren Watzenborn- Steinberg. Eschenrod und Eckartshau'en erledigte sich durch bie erfolgte Aufnahme in den betreffen­den Kreisverband. Eine längere Debatte entspann sich über die Wahl von vier Mitaliedem in ben LandesauSschuß, wofür Atoei Vorschläge gemacht wurden. Durch schriftliche Abstimmung wurden gewählt: Schneider-Büdingen. Damm- Friedberg, städtischer Branddirektor Braubach- Gießen unb Knierim - AlSseld. Der Bor- sitzenbe D a m m - Friebberg hielt alsdann einen Vortrag über »DaS Anfahren der Geräte auf ber Brandstelle", wobei er wertvolle Winke für das zweckmäßige Anfahren der Geräte im Brand alle gab. Hierauf hielt ein Vertreter deS Lebensver- sicherungsvereinS .Deutscher Herold' in Frank­furt a. M. einen Vortrag über Sterbegeldver­sicherung unter besonderer Berücksichtigung ber Verhältnisse der Feuerwehrleute. Als Tagungsort für den in 1931 wieder stattsindenden Ober- hessischen Feuerwehrtag wurde mit Stimmenmehr­heit Lauterbach gewählt. Die Versammlung war von etwa 150 Delegierten besucht. Auf An­ordnung des Kreisamts Alsfeld waren dazu auch die Kommandanten bet Pflichtfeuerwehr des KreiseS eingelaben.

Am SamStagabenb um 8 Uhr fand in der stäbtifchen Fest halle auf bem Lindenplatz ein sehr gut besuchter Festkommers statt, ber durch Darbietungen des GesangvereinsCieber- kran§' unb turnerische Vorführungen ber Darnen- abteüang des AlSselber Turnvereins und der Freien Turnerschast. sowie durch sehr hübsche Marmorgruppen des Vereins für Körperkultur auSgeschmückt war.

Am Sonntaamorgen wurde eine Schul- Übung der Freiwilligen Feuerwehr Alsfeld an ben Geräten mit anschließendem Bvanbangriff auf da» Weinhaus am Marktplatz vorgeführt, wobei auch die Ortsgruppe Alsfeld der Freiwilligen Sanitätifolonne vom Roten Kreuz mittoirfie. Das besondere Interesse fand bie Wirkuna ber neuen städti­schen Motorspritze. 3m Anschluß an bie Hebung überreichte RegierungSrat Strack (Alsfeld) im Auftrag ber Regierung einer Anzahl Feuerwehr­männern daS Erinnerungszeichen für 25jähriae Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr. Rach- mittags um 2 älhr bewegte sich ein stattlicher Festzug mit mehreren Musikkapellen durch bie Stadt nach dem städtische^ Festplatz, wo Brand­direktor Knierim (Alsfeld) namenS ber Frei­willigen Feuerwehr Alsfeld die Fcstteilnehmer begrüßte. Die Festrede hielt Bürgermeister Dr. V ö l s i n g , ber auf bie hohe ideale Be­deutung des Feuerwehrwesens hinwies unb babei betonte, baß bie Bekämpfung gemeinsamer Rot und Gefahr, insbesondere des «Feuers, durch eine disziplinierte, für ihre Zwecke durchgebildete, von Opferwilligkeit und Hilfsbereitschaft beseelte Bereinigung deutscher Männer der Ausgangs­punkt für die Schaffung ber uralten Ein­richtung bet deutschen Feuerwehren gewesen sei. Dieser Geist der Rächstenliebe und älneigennützig- keit müsse wieder für das staatliche und politische Leben zum Vorbild unb Allgemeingut ber Deut­schen werben. Zugleich überbrachte er namens der Stadtverwaltung der Freiwilligen Feuerwehr Alsfelb die herzlichsten Grüße zu ihrem 75jähri- qen Jubiläum und den Dank für ihre erfolg­reiche Arbeit. Ramens des Ministeriums des 3Tinern sprach Kreisbirektor Dr. Stammler der Freiwilligen Feuerwehr die Glückwünsche der hessischen Regierung zu ihrem 75jährigen Bestehen aus. Für die Lauterbacher Freiwillige Feuerwehr übermittelte Kreisseuerwehrinspektor Bechtold Grüße und Glückwünsche. Rach Be­endigung des offiziellen Teiles der Feier sand Volttfest auf bem städtischen Festplatz statt mtt den üblichen Volksbelustigungen.

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