Ballspiel-Club 1920 Gießen.
Am kommenden Tonntag treten sich auf teil hiesigen Waldsportplah zum fälligen Rückspiel *3. 6. 20 I Gießen und V. f. V. Liga-Re- ferne gegenüber. Das Vorspiel der beiden Mannschaften endete 1:1. Einer der beiden Mannschaften im voraus den Sieg zusprechen zu wollen, wäre verfehlt, da beide Mannschaften zur Zeit auf einer beachtlichen sportlichen Höhe stehen. Konnte doch der B. E . 20 vor einiger Zeit seinem Ortsrivalen Epielvereinigung 1900 II mit 4:1 das Nachsehen geben.
Fußball in Heuchelheim.
Am kommenden Sonntag spielt die erste Mann- ichaft des Sportvereins 1920 auf dem hiesigen Plan im Gesellschaftsspiel gegen die Erste von Lollar. Der (Yegner spielte seither in der 8-Klafse, hat sich aber in diesem Jahre zum Aufstieg in die ^»Klasse qualifiziert. Die Einheimischen, die das Vorspiel in Lollar knapp 3:1 gewannen, sollten auch diesmal Sieger bleiben. — Vorher spielt die Zweite Heuchelheims gegen die Zweite von Lollar. Die Frage noch dem Sieger bleibt offen. — Die Schüler fahren nach Wetzlar zu den Schülern vom Sportverein. Bei vollständiger Aufstellung sollten die Heuchelheimer Sieger bleiben.
F. C. 26. Großen-Buseck.
Am nächsten Sonntag fährt die erste und zweite Mannschaft Großen-Vufecks nach Dau- bringen zu einem Gesellschaftsrückfpiel gegen die dortige Erste und Zweite. Das Vorspiel! konnte Daubringen für sich entscheiden. Diesmal dürften aber die Siegesaussichten auf Seite der Busecker stehen, da diese in den letzten Spielen manchem ^-Klassen-Verein ein gleichwertiger Gegner waren. — Vorher treffen sich die zweiten Mannschaften beider Vereine. Da diese erst in der letzten Zeit zusammengestellt wurden, kann man im voraus nichts sagen.
Arbeiier-Turn- und Sportbund.
Allmählich geht die Frühjahrsrunde der diesjährigen Serie ihrem Ende zu. Am kommenden Sonntag hat Wieseck 1.. Marburg 1. zu Gast. Auch dieses Spiel dürfte mit einer Niederlage der Gäste enden, wenn es der Platz- besiher nicht anders will.
Hungen 1. hat Hachborn 1. zu Gast und wird sich auf eigenem Platze Sieg und Punkte nicht nehmen lassen.
Großen-Linden fährt nach Alsfeld, um sich dort zwei Punkte zu holen.
Rod heim 1. hat Wies eck 2. zu Gast. Die Gäste werden sich anstrengen müssen, wenn sie nicht eine empfindliche Niederlage mit nach Hause bringen wollen.
In der Jugendklasse treffen sich Treis Groh - Seelheim, Heucheih.im — Klein - Linden. Gießen— Wieseck, jeweils auf dem Platze des erstgenannten Vereins.
Hadclub Germania 1899.
Der Radclub Germania hielt am Sonntag sein erste- Vereinsrennen über 50 Kilometer ab. Rennfahrwart Rode lieh um 8.30 Uhr sieben Fahrer auf die Strecke Gießen — Lollar — Dau» bringen — Alten-Dufeck — Gr.-Buseck — Rödgen — Gießen, die zweimal gefahren wurde. Die Gebrüder Preis übernahmen sofort die Führung und tonnten bei Daubringen, nachdem Volz durch Reiifenschaden aufgab, dem Felde enteilen, dicht gefolgt von H o l r i a e r. 3m Cndkampf siegte Heinrich Preis nach hartem Kampf über * seinen Bruder Hans Preis mit einer halben Radlänge.
Ergebnisse: 1. Heini Preis, 1.32 Ulin., 2. Hans Preis eine halbe Länge. 3. Fr. Holriger 135 Min., 5. L. Schlund, 5. Fr. Hahn, Volz und Dernges gaben auf wegen zweimaligem Reifenschaden.
Die Jugend gab sich ein Treffen über fünf Kilometer. Hier konnte Siewert einen schönen Sieg über feine Klublameraden nach Hause fahren.
Ergebnisse: 1. Rudolf Siewert 18 Min.. 2. K. Balser, 3. W» Baum, 4. G. Schlund.
Hilde Schrader schwimmt Weltrekord.
Der von der deutschen Meisterin Hilde Schrader am Dienstagabend tm Magdeburger Wilhelmsbad unternommene Versuch, den Weltrekord im 400-Meter-Brustfchwim- men zu verbessern, war von Erfolg gefrönt. Cs gelang der Magdeburgerin, Die in ausgezeichneter Form war, den von der Holländerin Marie Baron gehaltenen Weltrekord um 7,4 Sekunden zu verbessern. Bei dieser Gelegenheit wurde der deutsche Rekord um 15 Sekunden verbessert. Der neue Weltrekord im 400-Meter-Damen- brustschwimmen steht nunmehr auf 6:46,8. Da Hilde Schrader unter offizieller Kontrolle
schwamm, dürfte dem Weltrekord wohl die Anerkennung nicht veriagt bleiben. Die Zwischenzeiten waren folgende: 50 Meter 44 Sekunden. 100 Meter 1:34 . 200 Meter 3:17, 400 Meter 6:46,8.
Wirtschaft.
Um die Erhöhung der Kohlenpreise.
Berlin, 10. Mai. (WTB.) In Vertretung des zur Zeit von Berlin abwesenden Reichswirtschafls- mimsters Dr. C u r t i u s empfina Staatssetrctär Dr Trendelenburg am 9. Mai im Reichs- wirtschaftsministerium Vertreter der eisenschaffen- den Industrie, sowie der in der Arbeitsgemeinschaft der eisenverarbeitenden Industrie zusammenge- schlossenen Gruppen zu Besprechungen über die in Aussicht genommene Erhöhung der Eisenpreise. Die Vertreter der eise?.schaffenden Industrie legten dar, daß sie von einer Erhöhung der Preise für Roheisen absehen wollten. Die von ihnen für Walzwerkesabrikate vorgesehenen Preiserhöhungen seien so berechnet, daß sie lediglich die Erhöhung der S e l b st k o st e n für Kohle berücksichtigten. Die Vertreter der eisenverarbeitenden Industrie erklärten, daß die be- absichtiate Erhöhung der Eisenpreise angesichts der rückläufigen Beschäftigung der eisenverarbeitenden Industrie voraussichtlich sehr u n g u n st i g auf die Geschäftslage wirken werde, daß sie aber auf Grund der am 7. Mai in Düsseldorf von der elfen- schaffenden Industrie ihnen gegebenen Unterlagen und Erklärungen Einwendungen gegen die von der Eisenindustrie angestellte Berechnung der Mehrkosten nicht zu erheben hätten. Die eisenverarbeitende Industrie hat jedoch darauf hingewiesen, daß bei dieser Preiserhöhung eine Revision der Qualitätsüberpreis e stattfinden müsse und welche Bedeutung sie dieser Regelung beimesse. In Düsseldorf ist unter den Beteiligten vereinbart worden, daß mit möglichst kurzer Frist in gemein- sanier Besprechung fcstg. stellt wird, inwieweit Ermäßigungen der bisherigen Oualitätsüberpreise vorgenommen werden können. Staatssekretär Dr. Trendelenburg nahm diese Darlegungen mit dem Bemerken entgegen, daß er der Regierung die Stellungnahme zu der durch die letzten Derände- rungen der Kohlen- und Eisenwirtschaft geschaffenen Lage in jeder Beziehung vorbehalten müsse.
Die Verhandlungen des Reichswirtschaftsministeriums mit den Vertretern der Eisenindustrie über die neuen Eisenpreise haben stattgefunden. Das Ausmaß der Preiserhöhungen ist jetzt vom Stahlwerksoerband bekanntgegebcn worden; es beträgt für Halbzeug und Form- > Stabeisen 4 Mark je Tonne, für Bandeisen G irt je Tonne, für Walzdraht und Grobbleche 7 Mark je Tonne. Diese Erhöhungen von 4 bis 7 Mark stellen eine fühlbare Verteuerung dar, die fid) u. E. unbedingt auf den im Rückgang befinb» licyen Inlandabsatz für Eisenprodukte auswirken muß. Da diese Preiserhöhungen auch als das Ergebnis der Besprechungen zwischen Eisenproduzenten und eisenverarbeitender Industrie gewertet werden müssen, erscheint die Haltung der verarbeitenden Industrie, wie sie in Dem amtlichen (Kommunique gekennzeichnet ist, als nur seyr schwer verständlich. Wenn die Eisenindustrie eine Revision der Qualitätsüberpreise in Aussicht stellt, so bedeutet dies noch yicht, daß tatsächlich bei diesen Preisen Ermäßigungen vorgenommen werden, die den Wünschen der eisenverarbeitenden Industrie entsprechen. Es scheint, als ob die eisenverarbeitende Industrie, die bekanntlich gerade in West- Deutschland infolge der Verbundenheit mit den Werken der Schwerindustrie Die Interessen der Schwerindustrie vertreten muß, auch diesmal sich dem Diktat Der Eisenproduzenten beugen will. Für den Reichswirtfchaftsminlster, dem ein Vetorecht auf Grund der Kartelloerordnung gegenüber der beschlossenen Eisenpreiserhöhung nachträglich zusteht, wird 1 die Stellungnahme um so schwerer, wenn die eisenverarbeitende Industrie, deren Belange für ihn bei Prüfung Der Lage zum Teil von ausschlaggebender Bedeutung sind, nicht geschlossen gegen die Eisenpreiserhöhung Front macht. Ob sich Der Reichswirtschaftsminister daher zu weiteren Maßnahmen, gegebenenfalls zu einem erneuten Rückgriff auf die Kartelloerordnung, wie seinerzeit im Januar d. I., entschließen wird, ist fraglich, obwohl auch das diesmalige Eisenpreis- biftat der Schwerindustrie in der Oeffentlichkeit einmütig abgelehnt wird tm Interesse der Allgemeinwirtschaft.
* Ueberzeichnung der Darmstädter Anleihe. Die Zeichnung auf die 8proz. Darmstädter Stadtanleihe. die bis 12. d. M. einschließlich laufen sollte, mußte gestern geschlossen werden, da die Anleihe bereits überzeichnet ist.
* Der Caatenftanb in Preußen An - fang Mai. Die .Statistische Korrespondenz" berichtet über den Saatenstand in Preußen Anfang Mal u. a. wie folgt: Sämtliche Frucht- arten haben ihren Stand feit Anfang April verbes'ert, und zwar Weizen, Klee- und Riesel- Wiesen um 3. Roggen Gerste, Gemenge auS Getreide und gewöhnliche Wiesen 2. Spelz. Raps. Rübsen und Luzerne um 1 Punkt. Der Umfang der notwendig gewordenen Umpflügungen ist, mit Ausnahme des Spelzes, bei allen Frucht- arten größer als im Vorjahre. Von der angebauten Raps- und Rübsenfläche sind 1726 v. H. umgepslügt worden: es folgen nach der Höhe der Hundertteile: Wintergerste mit 426. Luzerne mit 3,91. Winterroggen mir 3.54. Win- terweizen mit 2,98 Klee mit 1,93 Gemenge mit 1.55 und Spelz mit nur 0,23 v. H. Die Begut- achtungSzlfsern lauten, wenn 2 - gut 3 — mittel bcDeukn. wie folgt: (3n K ammern sind die entsprechenden Ziffern für 'An'ang Avril d. 3. und von Anfang Mal des Vorjahres beigefügt.) Weizen 3 (April 3.3. Mal d V. 2.6), Spelz 2.8 (2,9 bzw. 2,7), Roggen 32 (3.4 bzw. 2,9), Gerste 3.1 (3,3 bzw. 2.7) Gemenge 3.3 (3.5 bzw. 2.8). Raps und Rübsen 3.3 (3.4 bzw. 2.8). Klee 3.1 (3.4 bzw. 2,6). Luzerne 3.1 (32 bzw. 2.6). Riefelwiesen 3 (3.3 bzw. 2.7). andere Wie en 3.2 (3.4 bzw. 2.9).
• Feierschicht en im Ruhrbergbau. Wegen Absahrnangels haben auf den Zechen des RecNinghäuser Reviers verschiedentlich Feierschichten eingelegt werden rnüs'en. Auf den staatlichen Zechen Scholven—Zweckel, ferner au? Shamrock 3/4 (Hibernia? wurde am 7. und 8. Mai in allen drei Schichten gefeiert. Ebenso auf Zeche Auguste Viktoria am 10. Mai.
Frankfurter Börse.
F r a n k f u r t a. M 11. Mai. Tendenz: fester. — Irn Anschluß an die festere gestrige Abendbörse war der Beginn des heutigen Marktes weiter fest, und die Stimmung mar, angereat von Spezialwerten, freundlich Da im Zusammenhang mit der Ueberwindung der heutigen Ultimoabwicklung keine Schwierigkeiten erwartet werden, war die Spekulation zuversichtlich gestimmt. Auch gaben Die weiteren Auslandkäufe einen kräftigen Anstoß, so daß Das an Den Markt fommcnDc Mate- rial ohne Schwierigkeiten aufgenommen wurDe. Da- von angeregt, soll sich auch Die Bankenkundschaft wieder stärker am Geschäft beteiligt haben. Gegenüber der gestrigen Abendbörsc gingen die Kurs- b e s s o r u n g e n bis zu 3 v. H. Da sich im Verlaufe eine weitere Entspannung Des Geldmarktes durchsetzen konnte, nahm Das Geschäft ein lebhafteres Ausmaß an. Bevorzugt waren am San- kenmarkt besonders Reichsbank, in Denen große Jn- tereffenfäufe Des AuslanDes ftattfanben, mit plus 6,5 v. H. Hier machte sich daraufhin größere Materialknappheit bemerkbar. Danatbank mit plus 2,75 v. H. und Barmer Bank mit plus 1,75 0. H. blieben gefragt. Schiffahrtswerte waren bei lebhaften Umsätzen bis 2,5 0. H. gebessert. Am Montan- ma r r t war Das Geschäft im allgemeinen bescheiden. Rur Rheinische Braunkohlen, plus 6,5 0. H, waren stark gefragt. Sonst überwogen hier die kleineren tfursbefferungen. Am Ehemiemarkt zogen I.-G.-Farben bei kleineren Umsätzen 1,75 v. H. an. Holzverkohlung konnten auf die Verhandlungen der Holzverkohlungsindustrie 21.-0. mit einer englischen Industriegruppe über gemeinschaftliche Fabrikation in England weiter 1,5 v.H. anziehen. Im Einklang damit lagen Scheldeanstalt 3,5 v. H. erhöht. Am Elektromarkt waren Schuckert, Da hier größere Tauschoperationen mit Siemensaktien vorgenommen wurden, mit plus 6 v. H. lebhaft gehandelt. Bergmann plus 3,5 v. H., Zellstoff W a l d h 0 f um 2,25 v. H. gebessert. A u t 0 ro e r t e, besonders RSU. zu minus 3,5 0. H., vernachlässigt. Anleihen für Neubesitz konnten wieder etwas anziehen. A u s l ä n - Der still. Nur Rumänen auf Stabilisierungsverhand- lungen etwas fester. Im weiteren Verlauf blieb die Tendenz fest, und Die Kurse konnten weiter anziehen. BesonDers Spezialwerte sind weiter lebhaft verlangt. Am Ge lD markt war TagesgelD roieDer leichter, und Der Satz wurde auf 5,5 v. H. ermäßigt. Am Devisenmarkt war Die Mark etwas schwächer. Man nannte Reichsmark gegen Dollar 4,1802, gegen Pfund 20,409, London gegen Kabel 4,8807, Paris 124,02, Mailand 92,60, Madrid 29,10, und Holland 12,099.
Berlin? Börse.
Berlin, 11. Mal. Die heutige Börse beantwortete die Nichterhöhung der Neuyorker Dank- rate mit einer kräftigen Aufwärtsbewegung. Es war erstaunlich, wie lebhaft das Geschäft schon zu den ersten Kursen am Liquida- t i 0 n 3 m a r f t war. Spezialwerte standen wieder im Vordergrund und erzielten bis 20 v. H. betragende Gewinne. Sonst gingen Die Durchschnittserhöhungen bis §u 3 0. H. Vereinzelt waren auch kleine Abschwächungen festzustellen.
Lebhafte Umsätze hatten heute roieDer erstmalig Polnvhon im Zusammenhang mit der Oeneraloer- fammlung. Schuckert auf den guten Abschluß, De flauer Gas, Rheinische Braunkohlen, Dagatbanf, Reichsbank und Tertilwerte unter Führung von Glanzstoff. Svensla und Siemens Dagegen, ob- wohl Vormittags noch stärker bevorzugt, litten unter Gewlnnmimahme. Mit Sondergcwinnen fielen ferner noch Norddeutsche Wolle auf. Lei diesen regte Die angeblich beantragte Einführung im Ter- minverkehr an, auch soll sich von bollänDijcher Seite starke Nachfrage auf Die bevorstehende Einführung in Amsterdam fühlbar machen. Für Schiff- fahrtswerte hatte das Ausland ebenfalls großes Interesse Deutsche Anleihen freund- sich. Ausländer ruhig. Anatolier etwas fester. Pfandbriefe still. Der Geldmarkt war etwas leichter. Tagesgeld 5 bis 7 v. H Monats- gcID 725 bis 8.50 v.H. Warenwechsel 6.75 bis 7 v. H. ca. Im Verlaufe war da» Geschäft weiter befestigt und besonders in Speziolwcrten lebhaft, ooensfa wurden 6 Mark höher gehindeU. Bei diesen neigte die Spekulation etwas zu (Beroinnmit- nahmen. Die Stimmung blieb aber »eiter fest. Von Den im freien Verkehr gehandclien^nncrikani sch-n Kunstseidewerten lagen Lemberg 158, Glanz- stofs-B. Common-Shares 118, bisher 153" und Victor Tolking 102 bis 103 Dollar
frankfurter ofretrc.i l*urk <
Frankfurt a. M., 11. Mai. Der Produkten- markt verkehrte heute, besonders für Weizen, auf "die schwächeren Auslandmeldungen In sehr ruhiger Haltung. Weizen lag 0.25 Ml niedriger, dagegen konnte sich Roggen behaupten. Die Händler übten auch heute wieder große Zurückhaltung und tätigten nur die notwendigsten Geschäfte. ES wurden notiert: Weizen 26.75 Mk., Roggen 28.75—29, Hafer, inländischer 27.75-2825. Mais (gelb) für Futterzwecke 25, Mais (gelb) für andere Zwecke 25. Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38 75—39.75, Roggenmehl 39.75—41, Weizenkleie 15.75—16, Roggenkieic 17.50—17.75. Tendenz: matt. Klei« fest.
Strafkammer Gießen.
• Gießen, 8. Mai. Dor der großen Strafkammer stand VerufungSverhandlung gegen einen Polizeiwachtmeister von Gießen wegen verschiedener Amtsdelikte an. 3m Jahre 1926 kamen beim hiesigen Fundbureau mehrmals Unregelmäßigkeiten vor. Der Verdacht lenkte sich auf den Angeklagten. Die Anklage legte ihm Diebstahl in zwei Fällen, Amtsunterschlagung in einem weiteren Fall zur Last. Gegen das Urteil erster Instanz, da» trotz schwerwiegender Verdachtsmomente zu einem Freispruch mangels völligen Veweises gekommen war. hatte Die Staatsanwaltschaft Dcrusuna verfolgt. Der Angeklagte, der seit jenen Vorfällen vom Dienste suspendiert ist. bestritt nach wie vor jede Schuld, wurde jedoch durch die umfangreiche Deweisausnadme wiederum stark belastet. Der Antrag der Staatsanwaltschaft lautete auf 7 Monate Gefängnis, die beiden Verteidiger beantragten Freisprechung. Das Gericht hielt in Awei Fallen den Beweis, daß der Angeklagte allein als Täler in Fraae komme, nicht für voll erbracht und wies deshalb die Vergfung des StaatSanwaltS insoweit zurück. Im dritten Fall hatte der Angeklagte eine neue Ledermappe, die als Fundsache abgeliefert worden war. heimlich an sich genommen und benutzt. Dafür eine ander«, ältere Mappe tauschweise auf Dem Fundbureau belassen. Gegen Die Finder der Tasche selbst wurde damals ein Verfahren wegen Unterschlagung eingeleitet. Als sich schließlich herausstellte, daß der Qlngeflagte im Besitz Der Mappe war. verbrannte feine Ehefrau angeblich in der Aufregung die Mappe, der Angeklagte legte eine von dritter Seite entliehene Mappe als die feiniqe vor. Dieser Vorgang wurde später durch Zufall bekannt. Auch spricht gegen den Angeklagten Der ständige Wechsel Der von ihm Vorgeschichten AuSreden. Tro-: dem erschien Die ZueignungSabsicht nicht einwandfrei feltgeftcllt, Der Angeklagte wurde aber wegen Deiseitcschaf- fenS einer Fundsache aus amtlichem Gewahrsam (§ 133 St.G.V.) zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.
Die Kleine Strafkammer verschärfte auf die Berufung der Staatsanwaltschaft eine vom Amtsgericht erkannte Strafe von zwei Wochen Gefängnis gegen die M. R. von Heuchelheim wegen Milchfälfchung auf sechs Wochen Gefängnis und 30 M k. Geldstrafe, hilfsweisc sechs Tage Gefängnis, ordnet außerdem Die Veröffentlichung an der Genleindetafel an. Die Angeklagte hatte der von ihr verkauften Milch wiederholt große Mengen, bis zu 66 Pro-., Wasser zugesetzt, das Wasser war Dabei, was allerdings die Angeklagte nicht wußte, hygienisch zu beanstanden.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, LombardzinSfuh 8 Prozent.
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