zu begrüßen, daß bic mit der auf roher und unvollkommener Grundlage erfolgten Erhebung verbunden gewesenen Härten entsprechend unserer Forderung und entsprechend der Ent- Entschließung der Industrie- und Handelskammern beseitigt werden sollen. Ein Rundschreiben des Finanzministers an die Finanzämter macht diesen zur Pflicht, Erlaß gestundeter und Rüc^ahlung bereits bezahlter Gewerbesteuern vom Ertrag auf Antrag in allen Fällen eintreten zu lassen, in denen die in 1925 und 1926 vorausgezahlten Steuerbeträge für Staat und Gemeinde 20 Prozent des gewerblichen Einkommens übersteigen.
Die Freude über das Erreichte darf uns aber nicht vergessen lassen, daß es uns nicht gelungen ist. eine endgültige Veranlagung der Gewerbesteuern für Las Rj. 1 9 2 7 durchzu» sehen. Getreu unserer im Sommer 1927 eingenommenen Haltung forderten wir diese erstmalige endgültige Veranlagung für 1927, und als diese abgelehnt wurde, versuchten wir wenigstens die Vestimmungen des Art. 9 des Gesetzes so zu ändern, daß praktisch dasselbe erreicht worden wäre. Art. 9 des Gesetzes lautet; „ileber- steigt die Vorauszahlung an staatlicher Gewerbesteuer für 1927 die auf Grund des Gesetzes über die Gewerbesteuer für das Rj. 1928 zu entrichtende staatliche Gewerbesteuer für das Rj. 1928 um mehr als den vierten Teil derselben und mindestens um 20 Mk., so ist die Vorauszahlung für 1927 in Höhe des Unterschieds auf Antrag zu vergüten." D. h. also: Rur wer in 1927 mehr als 120 Prozent Gewerbesteuer bezahlt hat, als er in 1928 demnächst bezahle muß, der kann auf Antrag das Mehr, falls es mindestens 20 Mk. beträgt, zurückverlangen. -Unsrem Antrag, den Mindestbetrag von 20 Mk. auf 10 Ml. zu ermäßigen und die Rückzahlung von Amts wegen auch ohne Antrag vorzunehmen. wurde zwar stattgegeben. Unser weiterer Antrag, tm Interesse der Steuerpflichtigen Rückzahlungen in allen Fällen cintrcten zu lassen, in denen die Steuer für 1927 um mehr als 10 Mk. höher war. als der aus Grund der Veranlagung für 1928 festgesetzte Vetrag, verfiel der Ablehnung, seltsamerweise nicht nur gegen die Stimmen der Koalition, sondern auch gegen die Stimmen des Landbundcs.
MaS den Gewerbe st euer gesehen t- w u r s anlangt, so sagte ich schon anfangs meiner Ausführungen, daß die (Beratung der Vorlage erst noch der Osterpause stattfinden wird. Eine ins einzelne gehende kritische Würdigung wird deshalb praktischerweise nach der Verabschiedung zu geschehen haben, es seien mir ober doch auch heute schon einige Bemerkungen gestattet. Wir begrüßen es zunächst, daß man in Erwartung des kommenden Reichsrahmengesctzes eine Zwischenregelung anstrebt, daß man infolgedessen darauf verzichtet, eine endgültige Lösung zu versuchen, sondern sich auf das bestehende Ge- meindeumlagengeseh ausdrücklich bezieht. Es wird, dadurch — besonders im Gegensatz zu dem Re- ferentenentwurs der 1927er Vorlage — auch der Anschein vermieden, als wolle man die Gewerbesteuer primär als Staatssteuer aufziehen, und es wird weiterhin eine Vereinfachung erzielt, da für kommunale und staatliche Steuern jetzt nur eine Veranlagung stattzusinden hat. Durch Ilebernahme des Art. 7 des Gemeinde- umlagengesetzes wird, auch wieder im Gegensatz zu dem früheren Entwurf, die Vermutung beseitigt, als wolle man die Steuerfreiheit der Konsumvereine, die tatsächlich in den Inhren 1924, 1925, 1926 und leider auch 1927 weder staatliche noch kommunale Gewerbeertragssteuer . bezcchlt haben, verewigen, dabei wird die Gewerbesteuerfreiheit deS land- und forstwirtschaft- l liehen Anlage- und Betriebskapitals beibehalten. Beibehalten wird wie bisher Trennung der Ver- F anlagung nach Kapital — festgestelst nach den Vorschriften des Reichsbewertungsgesehes — und ' Ertrag — festgestellt nocy den Vorschriften des Reichseinkommen- und Körperschaftssteuergesetzes. -Zu beanstanden ist jedoch, daß Miet" und Pachtzins für das dem Gewerbebetrieb dienende gemietete und gepachtete bewegliche Betriebst) ermö- gen den sestgestellten Ertrag nicht mindern sollen. Zu fordern ist, daß dieselben Vergünstigungen, - die in Art. 10 dem im eignen Betriebe tätigen Llnternehrner zugute kommen, auch für die im Betrieb ständig mitarbeitenden Familienmitglte- der gewahrt werden, falls ein Entgelt für ihrs Mitarbeit nicht bereits in den Geschäftsausgaben enthalten ist. Leider ist in dem Gesetz auch die alte Forderung aller Gewerbetreibenden,
Nie MSenen Bergs.
Zfiomon von (Hara Viebig
Copyright bh Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. 35 Fortsetzung Nachdruck verboten.
„Die Schmitz war bei mir", bestätigte der Doktor. „Ein ganz famoses Frauenzimmer!" Und bann sprachen sie von anderem.
Wer wollte sich jetzt <tud) noch lange über Nett- chon Schmitz aushalten. Das erste entfetzte Staunen der Frau oben im Haus war vorüber, und ebenso das Geklatsch von anderen und das ^grvße Verwundern, daß sich einer gefunden hatte, der sich mit so einem Bückelchen einließ. Wer mochte es wohl gewesen sein? Aber jo oft auch jemand versuchte anzu- klopfen, nie schloß Nettchen ihr Vertrauen auf. sie blieb immer verschwiegen. Und sie hatte dann so eine Art, darüber hinzugehen, gleichsam taub zu sein, und eine solche Miene auszusetzen, daß man, ohne nicht zudringlich zu werden, nichts mehr fragen tonnte. So erlahmte das Interesse.
Es war Nettchen übrigens einerlei, ob die Leute neugierig waren oder nicht, sie hatte auch früher nicht viel danach gefragt, was die Leute dachten. Und jetzt hakte sie mir den einzigen Gedanken, das einzige Bestreben: sich aufrecht erhalten. Oft mar es ihr, als müßte sic verzagen, sie konnte es nur mit der größten Anstrengung noch fertig bringen, zu nähen, sie verging fast im einsamen Unbehagen. Aber der Gedanke: die Erlösung kommt und bann wirst du nie mehr einsam fein, tröstete sie
heute saß Nettchen Schmitz gayz zujammengesunken, fast in sich verkrochen in ihrer Stube; sie' hatte mit der Arbeit aufhören müssen, es war ein deson ders schlechter Tag für sie. Da hörte sie es an ihrer Türe pochen. Sie hätte am liebsten nicht Herein gejagt Aber es konnte ja eine Kundin sein, so nahm sie sich zusammen und sagte cs doch. Leise wurde die Klinke niedergedrückt, vorsichtig schob sich eine Gestalt herein.
Scheu sah Mana Bremm sich um : war auch sonst niemand da, nur Nettchen? Mit einem Ausschliichzen fiel sie der Freundin um den Hals.
Nettchen war sehr erschrocken wie sah die denn aus? Ganz verweint und verstört: „Wat is denn wot is dir denn?" Sie umfaßte die Schweratmende
den Ertrag noch dem dreijährigen Durchschnitt zu errechnen, nicht erfüllt. Trotz dieser soeben erwähnten Anstände — im Verlauf der Beratung wird auch noch auf einige andere hingewiesen werden —. soll nicht verschwiegen werden, daß der Entwurf als Ganzes eine brauchbare Grundlage zur sachlichen Mitarbeit darstellt.
Oberhessen.
L... vtrcrs Gictzcn.
00 Klein-Linden, 10. April. In dem festlich geschmückten Gotteshause fand gestern die feierliche Einsegnung von 34 Konfirmanden. 20 Knaben und 14 Mädchen, statt.
<D L i ch, 10. April. Die Kapelle der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr erfreute an den Feiertagen unsere Einwohner mit F r e i - konzerten an öffentlichen Plätzen. Die Kapelle mit ihrem Leiter, Kapellmeister Philipp Sommer, erntete reichen Beifall.
Li ch, 10. April. Heute fand bei günstiger Witterung der beliebte Licher Oster markt statt. Zum Markt aufgetrieben waren 659 Ferkel. Bei flottem Absatz wurden bezahlt für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 20 bis 25 Mk.. für solche von 8 bis 10 Wochen 26 bis 28 Mk. nnd für ältere Ferkel bis zu 35 Mk. Seit einer Reihe von Iahren ist dce Stadtverwaltung mit dem Verein für Handel und Gewerbe dahier bemüht, die Märkte der Stadt neu zu beleben. Diese Idee hat auch diesmal wieder zu einem vollen Erfolg geführt. Eine unübersehbare Wagenkette brachte dem Markt einen guten Austrieb. und auch der Zustrom der Käufer ließ nichts zu wünschen übrig. In der Zeit von 11 bis 12 Ahr konzertierte die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Lich auf dem Rathausplatz und erntete für ihre vorzüglichen Leistungen reichen Beifall. Der Rachmittag war ausgefüllt durch Volksbelustigung, Tanz und Konzert. Der rege Verkehr hat sich in befriedigender Weise auch auf erhöhte Umsätze der einheimischen Geschäfte ausgewirkt.
ri. Lich. 10. April. Zwei Veranstaltungen I geben von al ter «her dem Osterfest i • der Stadt Lich sein besonderes Gepräge, die festliche Oster- metkc, die morgens um 6 Ufyr in der Marien- stistskirche gehalten wird, und am Rachmittag der Gang zu der an der Bahn beim Schloß - garten gelegenen „Ostcrwiese' zum Eierwer- f e n. Die Öftermette war auch diesmal festlich gestaltet durch Mitwirkung des Posaunen - ch o r e s unter der Leitung von Lehrer H i l d und durch feierliches Ehorgebet am Altar unter Mitwirkung der diesjährigen Konfirmanden. Der Hauptgvttesdienst wurde, da der neue Pfarrer noch nicht hierher gezogen und der andere Geistliche durch den Dienst in Rieder-Bessingen in Anspruch genommen ist. von Pfarrer Weber aus TraiS-Horloff gehalten: auch da begleitete der Posaunenchor die Osterlieder. Das schöne Frühlingswetter hatte der Stadt an beiden Festtagen einen großen Verkehr gebracht. Auf der Osterwiese entwickelte sich am Rachmittag deS Sonntags ein fröhlich bewegtes Treiben; die ganze Iugend Lichs war dort zu finden. Am zweiten Feiertag sand die Kvnfirmandenprüfung statt.
Kreis Büdingen.
nd. R i d d a. 10. April. Am zweiten Ostertage wurden hier die Konfirmanden des Kirchspiels von Pfarrer Laut konfirmiert: es waren 47 Kinder. 16 Knaben und 31 Mädchen. Im Verhältnis zu der Zahl der Evangelischen des Kirchspiels, die nach der letzten Zahlung 3312 betragt, ist die Zahl der Konfirmanden klein und gegen früheren Iahren 30 etwas geringer. Aus Ridda (2070 Evangelische) stammten 13 Knaben und 17 Mädchen, aus Anter-Schmitten (543 Evangelische) 0 Knaben, 6 Mädchen, aus Kohden (369 Evangelische) 3 Knoden, 4 Mädchen, aus Michelnau (239 Evangelische) 0 Knaben, 4 Mädchen. Bad Salzhausen mit 171 Evangelischen stellte keine Konfirmanden. Sehr groß war die Zahl der 14 Halbwaisen unter den Kindern, die meistens ihre Väter infolge des Krieges verloren haben. Einem Knaben wurde der Vater (Photograph Völxen) nach glücklicher Heimkehr aus dem Weltkriege durch den Raubmörder Kuchenbecker im Walde zwischen Ranstadt und Effolderbach vor acht Iahren entrissen. Heute machte Pfarrer Laut mit den Konfirmanden noch einen Ausflug nach Laubach.
Maria rang nach Luft, sie war hastig gelaufen wie auf der Flucht. Daß nur niemand, niemand sie sah! Zu Hause wußten sie es nun — oh, es mar schrecklich! Die Mutter meinte sich schier die Augen aus, der Vater hotte sich einen Rausch angetrunken. So hatte sie ihn noch nie gesehen. Vor ihr Gesicht voller Entsetzen hielt sich das Mädchen jetzt beide Hände. Betrunkene hatte sie schon oft gesehen und immer darüber gelacht — aber ihr Baler, ihr eigener Vater?! lieber den grauste es sie. Und aus Gram um sie war es geschehen. Oh, hätte er sie doch lieber geschimpft, geschlagen, so lange geschlagen, bis ihm der Arm zu müde mar dazu! Sie hätte es ruhig ertragen, sie hatte ja seinen Zorn verdient. Aber daß er in den Keller gegangen und gar nicht mehr zum Vorschein gekommen mar, und das; sie ihn dann auf der Kellertreppe gesunden hatten mit zerstoßener Nase, nichts, gar nichts mehr von sich missend — ihr Vater, ihr lieber Vater so! — nein, das ertrug sic nicht! Sie zitterte und meinte.
Nettchen strich ihr das Haar aus der Stirn. Dos waren die glatten Zöpfe nicht, die sich sonst so in dunklem Geflecht schön um die Stirn legten, zer zaust, noch nicht gekämmt, hielten sie kaum mehr zu- sanimen, einzelne Strähnen hingen schon vor. Und völlig naß war das S)a;.r, ungeschützt preisgegeben gewesen dem Regen. Nettchen schall: „Wie konntste bloß so laufen, ohne Tuch, ohne Schirm?" Sie holte ein Handluch und suchte das Haar trockenzureiben. „Wo kommste dann her?"
„Bon Haus", sagte Maria wnlos. „Sie schliefen noch, ich bin bis nach der Station gelaufen, hob do gewartet bis ein Zug ging, wo sollt ich hin? Ich könnt nit mehr bleiben — ich modjt nit mehr bleiben. O du mein Gott," sie hob rnie verzrveifclnd beide Hande, „wo soll ich nu hingehen?"
„Wohin du gehörst"', sagte Nettchen ganz streng. Wie konnte man sich nur so gehen lassen!
Maria schauderte: „Nach Hous gehn ich nit mehr. Ich will bei dir bleiben — oh, laß mich bei dir bleiben!"' Hilfesuchend schmiegte sich die Jüngere an.
,,Dat geht nit." Verneinend schüttelte Nettchen den Kopf. Aber bann zog doch die kleine verschobene Gestalt, die soviel größere an sich und streichelte liebevoll die verweinten Wangen: „Sei still, Maria! Gt gehl fo alle- vorüber. Ich hob et dir schon einmal gelegt nachher freiifte dich '
Tumen, Sport unft Spiel
m
Und sie holte ihren Kamm, "loste fe, flocht sie glatt und strähl«":
ii
(Fortsetzung folgt.)
Ridda. 10. Avril. Unter Turnverein hatte gestern Besuch. Der befreundete Turnverein 1 8 6 0 Bad-Rauheim hatte unser Städtchen als Endziel eines Turnmarsches von Ech^l über Salzhausen gewählt. Eingehend wurde vor. den zahlreich anwesenden Gästen im-
3n der das aber Während
fcrc neue Turnhalle besichtigt, die tn Anssüch rung und Einrichtung allseitige 3etDunberung fand. Das gesellige Beisammensein der hiesigen Turner mit den Dad-Rauheimer Turnfreunde» wurde durch Gesangsvorträge der ®ef<mg§abtei- lung des Turnvereins Dad-Rauheim verschönt.
Gießen 1 — Rödelheim l 4:0.
ersten Halbzeit herrschte etwas Tempo, infolge der Hitze immer mehr abfier, der ersten Halbzeit ausgeglichenes
Handball im Gau Hessen.
Großen-Liuden (Jugend) — Butzbach (Jagend) 3:5 (3:4).
Der Renting Großen-Linden hatte sich für den zweiten Osterseiertag die spielstarke Iugend des Turn- und Sportoerrins Butzbach verpflichtet. Wer mit einem hohen Resultat zugunsten Butzbachs rechnete, wurde jedoch eines anderen belehrt. Großen-Lindea hielt das Spiel stets offen und hätte bei etwas mehr Glück feiner Stürmer das Spiel uncntscyieden gestalten können. Iedock» kann Großen-Linden auch auf dieses Resultat stolz sein.
Handball der Sp.-Vg. 1900.
V. f. B. Die; I — 1900 Gießen 1 1:9 (0:5).
ö. Am Ostersonntag weilte die 1. Handball- Mannschaft der 1900er in Diez an bet Lahn, um dort gegen die junge Elf des Vereins für Bewegungsspiele ein Propagandaspiel auSzu- kragen. Das Spiel entsprach in jeder Weife diesem Eharakter. Die Gießener waren dank ihrer größeren Spielerfahrung sehr überlegen. Vor der Pause wurden 5 Tore geschossen, denen die Diez er lediglich ihren großen Eifer entgegensetzen konnten. Beim Stand von 1:0 vergock» 1900 einen 13-Meterball. was beifällig aufgermmmen wurde. Rach der Pause verhielten die Spicfoereinigungs- leulc und beschränkten sich auf Kombination. Diez kam zu feinem Ehrentor. Die 1900er erzielten im Endspurt noch 4 Tore, dann war Schluß.
Nettchen schauderte.
Und auch Maria schauderte: nein, sich!
tun, das möchte sie nicht — leben, ach, 39*? Hand der anderen überlastend, flüfterte fi« - .Kannst ruf)ig fern, ich tu mir nir an — nein. Vwtn- mn nix an!"
Nestchens Blick bohne sich in Oie schwarze n Augen, die in Tränen schwammen und hinter i breite doch glühten. „Versprich et mir: du vu
Maria schüttelte heftig, mit stummer Verneinung, den Kops.
„Doch, doch." Nettchen streichellc weiter. „Gut, dar sie et bei dir zu Haus nu wissen. Hoste et ihnen mi selb er gejagt? Dal is recht, Maria."
„Ich hab et nit gesagt," murmelte das Mädchen, „ich sagen et auch nit. Aber sie wissen et. Woher sie et wissen, bat begreifen ich nit."
„Oh, du bumm Dingen!" Nun mußte Nettchen fast lachen: wußte die denn niet), wie sie jetzt aus- soh? „Komm," jagte sie und zog die andere mit sich vor den Spiegel, „da — siehste uns zwei?"
Im Spiegel zeigten sich zwei Gesichter, da- eine Gesicht mar ein schönes, das andere kein schor«?, aber beide trugen den gleichen Stempel. Und non den zweien da neben«inanber mar die eine Gestalt noch verschobener, noch ungeschickter als früher, aber auch die andere hatte die kerzenschlanke, unbehin derte Haltung nicht mehr.
Mit einem Schrei fuhr Maria .zurück, brennenbe Röte schlug ihr ins Gesicht, iie hielt sich die Augen zu: nein, nicht sehen, nicht sich so sehen! „O Gast, mo soll ich nun hin? Mich verstecken? Ich gehn nit mehr unter Leut. Wat soll ich tun, wat fangen ich an, bat sie et nit merken?!"
..Sei doch nit kindisch!" Nettchen zog ihr die Hand von den Augen. ..Wat die Leut lagen, bat re- ei nem doch gleich."
„Mir ober nit," schluchzte Maria, „mir aber nu. ich bin nit wie bi-, ich muh et verbergen. Niemand bart et wissen — die Sem nit, der Kaspar nit" — sie schüttelte sich — „ich schäm mich zu Tod!" Und dann mit einem tiefen Atmen: „Ach ja — tot — tot!" Als bedeute dies Wort ihr eine Erlösung, >a Hämmerte sie sich daran, sie wiederholte es mehr mals.
Es klang Nettchen ganz schauerlich. Und wie bk Maria sich babei um sah! So scheu und verwirrt, in alle Ecken fuhr ihr Blick. Dteitck-en erschrak: die würde sich doch nichts ontun wollen? Sie ergriff des Mädchens Hand: „Maria, hör, mach kein Dummheiten!" Und als dies« eiskalte zitternde Hand sie von ßch stoßen wollte, faßte sie die noch fester und sagte mit aller Strenge, die ihr möglich war, und mtt einem so großen Emst, daß bte Siunlvst doch aufhorchte: „Wenn du bat tust, dann verachten ich dich. Et is dir vielleicht jetzt gleich, aber wenn bu m*t Wasser gehst, ober tust brr sonst mte «n Leid I
BÄ*“
bie zerzausten Zöpfe, .
bis sie ichön geordnet wie ein Kranz über ‘“lK?r Mädchenstttn lagen. “
Es lag etwas unendlich Beruhigendes in Utet, chenb Hand; eine dünne, blutleere, fast vergilbt Hund, aber eine Hand voll Mütterlichkeit. Mariä war ruhiger geworben unter Nestchens Streicheln unb Zureden, sie lächelte sogar ein bißchen, wen auch ein Aufichlucken, wie bet Kindern noch ati* viel Weinen, sie immer noch stieß. »
Und nun gehst« mit Mut, gelt?"
zu Gast. Die V. f. B. - Jugend gewann nach präd> tigern Spiel verdient mit 3:0.
Am zweiten Feiertag hatten bie 2. und 3. Zuge n d bie als sehr spielstark bekannten 2. unb 3. Ju» = gcndmcmnschaften von B. f. B. K u r h e s s e n Mar- bürg zum Gegner, Während sich die 2. Mannschaft mit dem knappesten aller Resultate, 0:1. beugen mußte, gelang es der 3. Jugend, dem körperlich überlegenen Gegner ein 1:1 abzv trotzen.
Arbeiter-Tun, und Spsribuud.
Gießen I — Fechenheim I 3:2.
Gießen trat mi diesem Treffen «a 1. Feiertag mit Ersatz an. der sich aber gut der Mannschaft ; anpaßte. Rach Anstoß entwickelte sich ein Itb- hattes Spiel. Dreimal gelang es den Eirchei- mischen das Retz des Gegner- zu finden, dem die Gäste nur zwei Erfolge entgegensetzen kvmtten. Gegen Schlich niachte sich ein merkliches Drücken - der Gäste bemertbar, was eine schärfere Spielweife hervvrries und dem Schiedsrichter eifrige Arbeit gab.
Gießen 1b — Langen I 1:1.
Richt Langen Id, sondern Langen I Mannschaft war in Gießen zu Gast. Die Vaste zeigten ein überlegenes Spiel, konnten jedoch durch Versagen i im entscheidenden Moment zu keinem Erttuge f kommen. Gießen wehrte sich tapfer.
Gieße» (Jugend) — Darmstadt (Jugend) 0:2.
Dieses Treffen konnten die körperlich und technisch besseren Gäste für sich entscheiden.
| an. bann verlierst du nit bloß» beben cnn J Erden. Maria, Maria" — sie marnenb den - dünnen, von allem Nähen yrftod)<1>nm. langer — ■ — „dann bringst« dich auch um dat't^viö« Di« sonst so weich«, ein wenig verschl^^E Stimme wurde im Drohen ganz grell und sie schmtt Mario nicht nur ins Gehör, sie schnitt. tn me See»?: „Du verlierst die himmlische Se.^Kk«t, mußt ewig, ewig leiden dafür! Oh. bat darfst it” *un-
nix an!" »i
„Mir nix an." It
„So bifte brav!" Nettchen war beruhigt, fiDf 8 die jetzt stiller vor sich hin Weinende: di« ein Kind, ohne Nachdenken, ganz hilflos, eir? das etwas ongerichtet hat und nun nicht ai,'^ nvm ein weiß. Ein iwoßes Mitleid übermallte nnd Dankbarkeit .uglcich wi« war biefes- ’unflC schöne unb so geiunbe Mädchen doch zu ^wuern. unb wie gut war sie, sie dagegen dran! Mit Löchern sich gegen bie Wand stützend, denn? Sieben hielt sie vor Pern nicht länger mehr ”(ni61 *'agk sie mit ihrer osten, wieder sanften 6Hn..f *Pr.
nu setzen mir uns unb du ruhst bi* l^ln?‘ bann gehste wieder nach Hous, gelt? Deine Muc.^' wird schon in Sorg sein. Ich mach dich nur erst - ordentlich, wort!" Und sie holte ihren Kamm, lkloste
Spiel, Halb.zeitstanb 0:0. Rach der Pausc setzte sofort ein gleichgültiges Spiel ein. Trotzdem konnte Gießen bis zum Schluß viermal erfolgreich fein. Rodelheim stellte eine in allen Teilen gut besetzte Mannschaft ins Feld.
Lollar I — Dietzenbach I 1:1.
Rach Anstoß entwickelte sich ein Spiel, in dew zwei verschiedene Systeme zum Ausdruck kamen. Während die Gäste ein kurzes flaches PahspiÄ zeigten, wartete Lollar mit einem planlosen hohen Spiel auf, das sich die Gäste durch das forsche Drausgangertttm her Plotzbesiher ouszwtngen liehen. Außer einigen Ecken konnten beide Mann» fchaften nichts erreichen. Torios ging es in die Pause Rach Seitenwechsel zunächst dasselbe Spiek Lollar konnte bann durch einen scharfen Sckiuh von rechts in Führung gehen. Das Spiel siel nun mehr unb mehr ab. Kurz vor Schluß konnten die Gäste durch einen Strafstoß den Ausgleich erringen.
ZvßbaÄ in Großen-Buse<t.
3.XL 26 Großen-Voseck I
gegen Sp. M 1920 Heuchelheim I 3J (1:1).
Am ersten Feiertag trafen sich diese Mann- schufen zu einemXFt^undschostsspiel in Großen- Duseck. Beide Mannschaften traten mit reichlichem Ersah an. ährend in der ersten Halbzeit die Einheimischen etwas überlegen waren gestaltete sich das .Piel in der zweiten Halbzeit ausgeglichen, toc^ durch das Resultat ain deutlichsten zum Ausdruck kommt. Schiedsrichter I Grothe Lollar konnte befriedigen.
Kemmerich fchr-irTlmt 46 Stunden.
Der deutsche Schwimm^'- O t t o K e m m e r i ch. V der am Ostersonntag aber^ 6 llbt tn Hamburg zu einem Rekordversuch i Dauerschwimmen ge- | startet war, hot gestern d um 6 älhr noch 46 Stunden das Bassin vepassen. Er hat zwar , damit feine Absicht. 50 ©hl^bCTt zu schwimmen. .■ nicht ganz durchführen ko m- aber ttohdem «j mit fyner Leistung den vo ’?m vorigen 1 Iahr ausgestellten Weltrekord um 14 Stunden Überboten.
D. f. B.
Liga — Langensebbokib 3:6.
Liga — „Germania" Marburg 4:4.
L'ictzi — Hofhcim 09 6:3.
Dritte — Steiuberg 4:3.
1. Äugend — B. f. R. Limburg 1. Jgd. 3:0.
2. Jugend — V. f. B. Kurh. Marburg 0:1.
3. Jugend — V. s. B. Kurh. Marburg 1:1.
Am Karfreitag spielte die L i g a - M a n n j ch a s t mit mehricichem Ersatz in Langenselbold. Trotzdem liefert« sie dem Gegner ein spannendes Spiel. Dem Spielverlauf nach hätten die Gastgeber, die den V. f. B'ern durchweg körperlich überlegen waren, im besten Fall ein 4:3-Si«g verdient gehabt.
Am ersten Feiertag trat bie Liga gegen ,.G e r - mania" Marburg an. Wenn es der B. f. B. - E l f hier auch nicht gelang, ihre Ueberlegenhcii über bie „Germania" durch einen klaren Sieg zu-m Ausdruck zu bringen, jo ließ doch ihr weit besseres Felb- spiel «rkeimen, daß sie ihrem Gegner trotz seiner Zugehörigkeit zur ersten BezirksUgaLlasi« einiges voraus hat. Daß nur ein a-usaesprochenes Pech sie um den wohlverdienten Steg brachte, beweist die Tatsache, daß nicht weniger wie sechsmal bie Xorfatte einen greifbaren Erfolg verhinderte. Ku« nach Hcckbzeit stand die Parkte bereite 4:1 für D. f. B.i das Eirbresultat von 4:4 entspricht nicht dem Spiel- u erlauf.
Mit der Derpfiichiung des Sportvereins 09 Hofheim für den zweiten Feiertag als Gegner für bie Liga hatte die Leitung einen recht guten Griff getan. Wenn die Gaste auch ferne besonderen Feinheiten zeigten, fo konnte ihr frisches und energisches Spiel im allgemeinen sehr gut gefallen. Her- vorzuheben ist die Ruhe und Fairneß, mit der .Hoi- I J?eini das für cs nicht leichte Treffen durchführte. Auch die Platzmannschaft zeigte sich hierin von der angenehmsten Seite. Bis zur Halbzeit, bei der das Resultat 4:1 für die Platzmannschaft lautete, gab diese ständig den Ton an. Nach hem Wechsel kam Hosheim etwas auf und verbesserte das Resultat am 4:3, mußte sich jedoch bis ’inn Schluß noch zwei weitere Tore gefallen lassen.
Di« verstärkte Dritte bot in ihrem Spiel gegen Watzenborn-Steinbergs Erste eine recht mäßige Leistung. Erst nachdem das Treffen schon 3:0 für 'bie Gäste stand, raffte sich die V. f. B. - Eis auf unb errang mit Mühe einen knappen 4:3-Sieg.
Am 1. Feiertag hatte bi« erste Iugenb - Mannschaft die gleiche des V. f. R. Limburg
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