Ausgabe 
11.4.1928
 
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S* Ur, 85 Zweites Blatt

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Mittwoch, U. April 1928

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gde^eiieu)

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Hoben Sie mir das Geld mitgebracht?"

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l6hrlfJ i.he iir" 'chließlich der Siegeslorbeer sicher ist. tmrftc nach E'-./.W« dieser Charakteristik eigeiitlich kaum mehr Zweifel-

* ? v fileß«» Mt sein. Ungewollt symbolisierend sagte ein ^öffnen a^ hiesiger Kenner des Rudersportes von Oxford. Sted 24.A^1, daß diese Mannschaftin ruhigen Wassern eine

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WO Mark uuf'/, Jahr gegen Lobe Äwsen und gidjerbett v-Selw gebet fofort gesucht Schriitl. Angeb unr 02798 a.b.®iec^:

II» die Franzosen hn Ruhrgebiet einmarjdiicrt ren, wurde von einer Berliner Gesellschaft eine ,i»nliche 5 ilmejepebition in bi e b e h je Gegend ausgerüstet, di« Szenen aus [ Besä tzungs zeit im Lichtbild festhalten sollte. u Operateure mit zehn Ausnahmeapparaten und

Allen, welche un< anläßlich btt Ronfir. mationunfereWtf chre Aufninksoinkeii enviesen, sagen wir herzlichen Dan!. ZWiljeÄ^eh.

ttngspunkte.

Der Beginn des Wettruderns war zu 10 Ht)r morgens angesagt worden. Doch schon ab 7 Alhr früh sah man endloses Bolk nach den Alfern der Themse zwischen Putneh und Mortlake pilgern.

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lieW 1877-1878

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In mir besten Qualitäten |Ä S.ÄeGIer,

Bor etwa 4 Wochen legte die hessische Re­gierung dein Landtag 2 Gesetzentwürfe: Steuer- vorauszahlungsgesey und Gewerbesteuer geseh für 1928 vor. Der erstere der beiden Entwürfe, das Steuervvrauszahlungsgesey, ist bereits verab­schiedet, das Gewerbesteuergeseh soll nach der Osterpause zur Derat-ung kommen. Alm die bei­den Borlagen richtig würdigen zu können, muh man sich daran erinnern, daß das Finanz­ministerium schon im Frühsommer 1927 einen Gewerbesteuergesehentwurf in Borlage brachte, der nicht nur die Erhebung der staatlichen Ge­werbesteuer im Rj. 1927 und den folgenden Jahren regeln sollte, sondern sogar eine Bach­veranlagung für die Rj. 1925 und 1926

Ich langte umständlich unb bedächtig mit der rech­ten Hand in meine Tasche. Mit der linken zupfte ich an meinem Ohrläppchen. Dies war das mit den

der Gewerbesteuer für die Rechnungsjahre 1925 unb 1926 aus praktischen und wirtschaftlichen

knickte er zusammen und gestand seine Tat. Mit einer Droschke wurde er übtransportiert.

Auch ich war in demselben Amtsgebäude, wohin der jugendliche Spion gebracht worden war, unb lieferte dort die erbeuteten Schriftstücke ab, die so­fort an die Filmgesellschaft zurück- gestellt wurden. Diese war nicht wenig erstaunt, als sie erfuhr, in welch großer Gefahr ihre geheim« Expedition ins Ruhrrevier geschwebt hatte und noch mehr überrascht, als sie ihre geheim« Korrespondenz, deren Verschwinden noch gar nicht bemerkt worden war, aus fremder Hand zurückerhielt.

Ls wurde feslgcslcllt, daß der junge Mann die Akten nach Schluß der vienskzeil aus dem Archiv enkwendek hatte. Sic kamen wie-

zu zeigen, oder milsahren würbe, um im bc setzten Gebiet die Verhaftung der Operateure zu bewirken, vor diesem Grad an Gemeinheit schrak ich zurück, unb es bedurfte oller Zurück­haltung, dem Kerl nicht ins Gesicht zu fragen. Mit zynischem Gleichmut wollte er achtzehn Leute, Jamillenoätcr darunter, in die franzö­sischen Gefängnisse bringen!

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Athen und Gparia rudern um die Weite... Eindrücke vom Oxford-Cambridqe-Makch. Don George Popoff.

London, Anfang April.

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Gteuervorauszahlungsgesetz und Gewerdesieuergesetz für das Rj. 1928 Don Or. Frih Aiepoih, Bürgermeister der Stadt Schlitz M. d. L

Der Bursche meinte, daß er mit b i e A b - ceise rechtzeitig Mitteilen könnte, daß er auf Öen Bahnhof komme, um mir die Betreffenden

) Dgl. Nr. 83 desG. A." vom 7. April.

onen wollten unter Führung eines

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und bsdankte sich. Ich nahm die von ihm gekauften Papiere, jatyte für uns beide, Jtcmö auf und ging stolz erhobenen Hauptes zur Tur hinaus. Er sollte noch eine kleine Weil« sitzen bleiben und dann aus dem rückwärtigen Ausgang das Lokal verlassen.

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fl>a et sich die Kosten für seine Sektgelage und 7iaucnaefchenke nicht au» dem Gehalt, das er ils BurcauangcftcUter der Filmgesellschaft be- loa. erübrigen konnte, war er auf die nieder, «richtig, Idee verfallen, durch den verrat dieser «Heimen Jllmctpebilion an die Franzosen einen hohen Judaslohn zu verdienen.

der au ihren alten Platz zurück, ohne Schaden angeridjtel zu haben. Achtzehn Personen waren vor der Verhaftung, große Werte in der höbe einiger THiUlonen Goldmark vor der veschlag- nabrne gerettet worden.

Als die Eltern des verkommenen Jungen von dem tragischen Ende erfuhren, das der letzte streich ihres j'xrm Sohnes genommen, waren sie bestürzt und verzweifelt.Ihr Sohn kommt in den nack.sten Jah­ren nicht w.edcr." Mit diesen Worten überbrachte der Beamte die Hiobsbotschaft. Tatsächlich erhielt der Bursche mir zweieinhalb Jahre Gefängnis. Die Strafe fiel deshalb fo milde aus, weil der Verräter noch nicht einmal achtzehn Jahr« war.

.Orford und Cambridge gleich Athen und Lpartal" Diese Gegenüberstellung stammt nicht nan mir. Darum sei es gestattet, sie treffend zu finben. Hie eine Stätte edler Wissenschaften, feiner Künste, spitzfindiger Dialektik; junge Leute, bic entweder frühreife Gelehrte oder morbide Ästheten sind: sorgfältige Pflege des äußeren 1 Menschen und guter Manieren, beides nicht selten in. Dekadenz der Kleidung und Maniriertheit des ^-nehmen- ausartend... Dort eine Hoch- bfcirg körperlicher Kultur, praktischen Wissens, ^«-bekümmerter Lebensfreude: Jünglinge, die, ob- whl noch im Kindesaltcr stehend, sich doch bereit» Männer fühlen, in ihrer Alniversität vor cllem eine Schule der Lebensdisziplin sehen: souveräne Verachtung jeder Qlrt von äußerlicher Verfeinerung und bewußtes Betonen eines rauhen und herben Sportsmannsgeistes. So stehen sie sich gegenüber, diese Vertreter der beiden an- u«sehensten Alniversitäten Englands, und toem r»n beiden im Wettstreit um körperliche Ge-

Diele Leute, die Leute dervornehmen Welt^ kamen in Balltoiletten und evening dress direkt aus Nachtklubs und Tanzlokalen und trugen eine durchaus angeregte Stimmung zur Schau. Der ganze Eisenbahn-. Autobus- und Alntcr- grundoaHn-Derkehr Londons schien an diesem -Tage ausschließlich in den Dienst vonOxford und Eambridge" gestellt zu sein. 2ka. die Eisen- bahiwerwaltung ging, in ihrer sportlichen Be­geisterung. gar so weit, daß sie alle behördlichen Anzeigen und Fahrpläne dieses Tages in Dunkel­blau und Hellblau, den Farben von Oxford und Cambridge, drucken lieh.

Auf Barnes Bridge, wo jeder Plah ganze 10 Shillings kostet, ist eine exklusive Gesellschaft versammelt: Verwandte und Freunde der rudern­den Studenten, alle dunkelblaue oder hellblaue Rosetten im Knopfloch tragend. Auch König Amanullah nebst Frau Königin sind gcmz. m bet Rähe zu sehen. Der Blick von Barnes Bridge die Themse hinunter ist köstlich: man sieht fast die ganze Rennstrecke in graziösen Windungen vor sich liegen: die eine Seite der Themse ist von malerischen Häusern flankiert, die andere stellt saftig-grüne, wohlgepflegte Felder und Wiesen dar Aleberall stchen die Menschen dichtgedrängt. Da es noch früh ist, nimmt alles hier im Freien das zu Hause verpaßte Moryenfrühstuck ein. An einer Stelle sieht man viele Hunderte von Schotten in ihrer malerischen .Nationaltracht stehen. Sie fingen kernige Whisky-Lieder. Das Gros der Menge gröhlt aber in Erwartung des kommenden Ereignisse« recht unmelodisch und laut: sie alle sind im voraus .begeistert", denn obwohl es sich hier um eine Eportsausübung von Angehörigen der höheren Gesellschaft han­delt ist die demokratisierende Wirkung des Sports hierzulande so stark, daß der englische Proletarier im körperlich geschickten Lord stets nur den Sportsmann sieht und im Moment alles andere beiseite läßt... .

Auf halber Strecke steht em hoher Beobach­tungsturm. an dessen Spitze eine Stange mit »wei Fähnchen, einer dunkelblauen und einer hellblauen, angebracht ist. die zur Signalisierung des Verlaufs des Wettruden^ dienen sollen. Aller Augen sind auf diese Fähnchen gerichtet. Es ist aber noch nicht 10 Alhr. Es ist erst etwas über 9 Alhr und so hat man noch Zeit, sich em wenig mit anderen Dingen zu beschäftigen. Da hat zum Beispiel die .Rationale Alnum der Stu­denten von England und Wales" ein Progrannn- heftchcn des heutigen Wettruderns herausgegeben und da auch dieses .Programmheftchen" gany anders ist als ähnliche Dokumente bei uns zu Lande, so sei es gestattet, darauf einen Blick zu werfen. Dor allem bringt diese kleine, aber amüsante Broschüre etwas wie Biographien sämtlicher Teilnehmer des Wettruderns In jedem Doot sitzen acht Ruderer und em Steuer-

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mann, und es versteht sich, daß die öftentliche I Meinung von Großbritannien für diese acht jungen Leute ein weit größeres Interesse an den Tag fegt, als beispielsweise für solche Be­rühmtheiten unserer Dorstellungswelt, wie etwa den Frauenimitator Bar bette oder den rumä­nischen Außenminister Titufesco. Der Präsident des Oxforder Ruderllubs heißt T. W. Shaw, der Präsident d-s Canchridger Klubs 2. C. Holcroft. Das sind hier große Ramen. Die Herausgeber der Ruderzeitschrift schreiben über den Erst­genannten in folgender Art:Es gibt Menschen, die das Glück haben, daß jedermann sie bei ihren Dornamen kennt. Einer jener Glücklichen ist der Präsident des Oxforder Ruderklubs Shaw. Er ist für Oxford nur Tim. Als Tim Shaw kennt ihn die ganze WellI" (Tim Shaw ist 22 Jahre alt und .alles ist ihm einerlei".) Auch der Mann aus Cambridge muh eine bemerkenswerte Persönlichkeit sein, denn von ihm heißt es:

John Culchech Holcroft ist auf diese Erde durch den frühesten Märzwind des Jahres 1905 ge- blasen worden. Hiernach tauchte er für einige Jett in Dunlelheit und Ammenfürsorge unter. Als er jedoch wieder an der Oberfläche unserer Zeit erschien, da hatte er gleich eine Schrot- Pistole in der Hand und begann verwegene 3agb auf die Spatzen und Sperlinge von Standridge zu machen..." Alnd so weiter: von einem erfährt man. daß er .ein Bolschewist" wäre, vom an­deren. daß die Backfische von ganz London ihn vergöttern, vom dritten, daß er mit besonderer Vorliebe die Heilige Schrift und andere erbau- | liche Bücher lese.

Unter den Photographien, die im großen und ganzen Durchschnittsphysiognomien zeigen, fallt indessen ein Gesicht durch wirklich außergewöhn­liche Schönheit auf. Darunter stehtW. E. Lle- wellhn". Don diesem Mann kann man in den Times" (die in einem ellenlangen Leitartikel die Arme. Kniee, Brustkörbe usw. eines jeden Ruderers lang und breit erörtern und ein- schätzen) die Behauptung lesen, daßLlewellhn das Problem des ganzen Wettruderns" wäre. Wieso? Deshalb ist der gute Llewellhn .das Problem des ganzen Wettrudcrns ? Ganz ein­fach: Llewellhn ist der Anruderer des Oxford- Bootes. Das ganze heutige Rennen dreht sich (nachdem Cambridge fast 9 Jahre hintereinander gewonnen hat) darum, ob nun endlich wieder einmal Oxford gewinnen wird oder nicht. Don entsthcidendcr Bedeutung in jedem Boote ist aber gerade der Anruderer. Armer Llewellhn, ich möchte heute nicht in seiner Haut fteden. 3ch fühfe es. er wird die Oxforder sicher nicht jum Siege führen, denn von allen Dunkelblauen sieht gerade er am meisten nach Athen und am aller­wenigsten nach Sparta aus...

Da! Jetzt! Es geht los! Die Wenge halt den Atem an. Aber ich sehe nichts. 2ch schaue dem

Barne« Bridge nach Putneh hinüber und sehe keine Boote nahen. Keine Boote, aber - mc Fähnchen! Die Fähnchen auf dem Beobachtungs­turm am Ufer bewegen sich plötzlich unb oh das dunkelblaue Fähnchen, die stolze Standarte Athens geht, man sieht es ganz deutlich, her­unter Das soll heißen: Cambridge ist voran und das schrittweise Herunterziehen des anderen Fähnchens gcht an. In welchem Maye Okford immer mehr und mehr Aurüdbterbt. Das Fähn­chen sinkt weiter: Oxford geht Wetter zurück eine Länge, zwei Längen, drei Langen. Ietzt sieht man auch die beiden Boote selbst angerubert kommen: auf dem breiten, ruhigen Flusse die beiden einzigen Lebewesen, beide graziös

I und rassig, wie schlanke Windhunde oder irgend­ein anderer zarter, übermütig daherstürmender Schönheitsbearifs. Wie Fürsten oder Kömg»nnder beherrschen diese achtzehn Säuglinge alles im Umkreise. Und als wollten sie ihnen ein könia- liches Geleite geben, folgt in einigem Abstande langsani unb behutsam eine ganze Flottille von Motorbooten. Dampfbarkassen, Passag'ecdampfern usw Mehrere Motorboote führen die Dertteter der Presse mit sich, die, mit Rabivapparaten be­waffnet. auf diesem Wege nicht nur ihre Blätter über jeden Ruberschlag der beiden Mannschaften

I informieren, sondern auch Millionen von Radio- Abonnenten alle einzelnen Phasen des Wett- ruderns durch den Act her zubrüllen.

Zuerst koinmt das Boot der Hellblauen. Die Giganten von Cambridge" nennt der Dolksmund die Insassen dieses, mit der Schnelligkeit eines slüchttgen Gedankens vorüberflihenben KanuS. Alle (tebt sinb in ber Tat übergroß und stämmig, voll spartanischer Muskelkraft. Ohne die geringste Spur von Aiebetmübung zu zeigen, rüdem sie gleichmäßig excckt und lächelnd dem Finish zu. An meinem Standort sind die Zuschauer alle zur anderen Seite der Brücke geeilt und warten nun bis da unten auch daS Oxforder Doot erscheinen wird. Man zählt die Langen: eins, zwei, fünf, acht, neun, zehn es ist nicht zu fassen - end­lich erblickt man sie. Mit zusammengeoissenen Zähnen, all ihre edle Kraft verausgabend, ihre Schönheit opfernd, rudern die acht Dunlelblauen, die Zarten, die Feinen so gut, so brav sie können. Aber das Spiel ist schon verloren. Barnes Bridge ist der entscheidende Punkt. Don hier bis zum Finish ist's nur eine halbe Meile. Da ist nichts mehr zu machen. Rur die Sorge bleibt noch übrig, mit einigem Anstand ans Ziel zu gelangen. Sie leisten es, arbeiten sich durch, find ebenfalls am Finish angelangt, aber

I brechen dann, außer Atem unb erschöpft, tote : seltsam schöne^Llumen, die man all ihres fiebert* saftes beraubt hat. völlig ausgepumpt und kraft­los in ihrem Boote zusammen. Athen ist tote : es nicht anders sein konnte gegen Sparta i I unter fegen T <"

Als er dort ankam, trat ein Detektiv auf chn zu, zeigte seine Marke, fragte:Was haben Sie mit dem Franzosen gemacht?- Der Bursche, der eben noch mit so frechem Gleichmut das oaterlondrsche Fn- tereffe verraten hatte, war wie aus den Wolken ge- allerdings im Q fallen, wurde totenblaß, leugnete zuerst. Als ihm Frnanzministers aber die energische Antwort entgegendonnerte:Wir wissen alles, wir haben sie fett gestern beobachtet,

läge. .,, .

Alnfre damalige Haltung trug uns nicht den beiden Koalittonsparteien - heftige Angriffe ö® demokratischen Partei ein, deren Fraktion fi® als einzige im Landtag für die Dachveranlagung 1925 unb 1926 eingesetzt hatte. Dkr Frakttons- vorsihenbe ber Demokraten hielt unser« Argu­mente für nicht stichhaltig, in ber Amokratischen Wochenschrift wurde gehetzt, man schockte sogar vor persönlichen Derdächttgunaen nicht zurück, alles, weil man glaubte, auf Kosten der Deutschen Dollspartei Wahlgeschäste machen zu können.

Wenn wir uns diese Vorgänge ber längsten Vergangenheit ins Gedächtnis -urückrusen. dann muhten wir bei Würdigung des Entwurfs des Stcuervorauszahlungsgesetzes tm ganzen Befrie­digung empfinden. Auch die Regierung hat die Alnmöglichkcit einer Rachveranla­gung für die RechnungSiahre 1925 unb 1926 eingesehen unb macht sich zur Begründung ihrer Haltung dieselben Argumente zu eigen, bic wir im Sommer 1927 anführten. Ganz besonders ist

Db er nicht ein« Anstellung im besetzten Gebiet anstrebe, war mein« nächste Frage. Nein, antwortete er, i hn interessiere nur das Gel b, unb | er bedang sich noch eine Provision an der Wert- | summe aus, die sich aus der Beschlagnahme der {jilin- und Photographie-Apparate ergeben würde. ] Mit Handschlag, wie cs auch Gauner zu tun p'le­gen, besiegelten wir unser schmutziges wwiTt. Am nächsten Tag wollten wir uns in einem Restaurant in der Friedrichstraße wieder treffen. Ich würde das Geld mitbringen, er noch weitere, wichtige Doku- mente, hauptsächlich bi e Korrespondenz der Filmgesellschaft, mit hohen Regie­rungsstellen im besetzten Gebiet, die sich bereit erklärt hatten, die 5)erstellung dieses Ruhr- filmes zu unterstützen.

81s ich dorthin kam, traf ich einen blutjungen I Nach vierundzwanzig Stunden. In dem oerab- urschen, der auf mich einen verlebten und oer- rej>etcn Restaurant. Wir kamen fast gleichzeitig an, rterien Eindruck machte. Wie ich nachträglich er- s<.t-wn uns an einen einsamen Tisch, bestellten zu Hk, war dieser Achtzehnjährige ein in allen Dars cj|cn $5 sollte seine Henkersmahlzeit n'Kursürstendomm bekannter Lebejünglmg. werden, die letzte, die er in Freiheit gemeßen, die

1 er noch nach der Speisekarte auswähfen konnte. Denn die .ßäscher waren bestellt und warteten vor der Tür. Ich hatte sie beim Hinein­gehen gefel-en. Kurz nach uns kamen sie auch ins Lokal und setzten sich wie harmlose Gäste einige Tische von uns entfernt nieder.

vnm. _______________ ,-------------Haben Sie etwas mitgebracht?" war meine erste,

ifr ging auch mutig ins Zeug, als ich mit ihm zu absichtlich mit Zurückhaltung und Vorsicht abge- cchen begann. Ich gab mich zurückhaltend, skep- stimmte Frage, während mein Machbar an einem ... -

ti sparsam, als er eint schwindelhaft hohe Summe Fileü das ihm sehr gut zu munden schien, herum- y^sah.

^Kaufpreis nannte, denn ich wollte ihm Miß- schnist. Und Die Stellungnahme der Landtagssraktton der

- .. -------------ihn in tffe kin Aktentasche aU6 und breitete Deutschen Volkspartei zu der bamaligen Regie-

r^chtig V \c finrrrfnnnbent rfilmaeieUid)aft, in rungsvorlage war tlar unb elnbeutig. ^ubeschodet unseres grunbsatzlichen Standpunkts, wonach die Real steuern ihrem Wesen nach G e m e i n be­steuern sein unb bleiben sollten, waren wir bereit, an ber Beratung unb Verabschiedung des Desehes sachlich mitzuarbe'lten. Es wurde jedoch damals bekannt, daß der Reichssinanzminister den Erlaß eines Rahmengesetzes über die Erhebung der Grund- und Gewerbesteuern durch bte Länder plante, und der schon vorliegende Referentenentwurf lieh erkennen, bah ber hes­sische Entwurf mit dem Reichsgeseh nicht in Einklang stanb. Alm nicht Gefahr laufen, ein Gesetz zu verabschieden, da man nach bret- viertel Jahren wieber zu änbern gezwungen gewesen wäre, schlossen wir uns im Landtag dem Standpunkt aller Parteien bet Demo­kraten ausgenommen an und traten für die Zurückstellung des Gesetzes ein. Wir er­klärten aber damals ausdrücklich: Sollte das geplante ReichSrahmengeseh in 1927 nicht mehr zustande kommen, dann hätten tot* die Ver­pflichtung unb seien auch gewillt, für eine end­gültige Veranlagung der Gewerbesteuern, erst­mals für bas Rj. 1927, auf gerechter Grundlage einzutreten. Schon im Sommer 1927 lehnten wir - - im Gegensatz zu dem Willen des

- eine Rachveranlagung

Als Telephonist im Dienst der Entente.

Wie die heimliche deuische Mmexpedition im Ruhrgebiet den Franzosen verraten werden sollte

-glsseurs nachts über die Militärgrenze

<B und insgeheim, in vorher bestimmten Häu­ft i, vom Dachboden aus die französischen

> (b a t e n , die sich unbeobachtet glaubten, pho - ii gruppieren. (Es sei gleich jetzt gesagt, daß

Film zustande kam und eine fta r t e Propa > nbaroirtung gegen die Tätigkeit der fron- ,-chcn Soldateska im friedlichen Industriegebiet Her ganzen europäischen unb auch amerikanischen ; stentlichkeit erreichte.)

Iin<6 Tages meldete sich nun wieder eine ano- n» Stimme durch das Telephon und deutete die schtigkeit seiner Meldung an. Ich sprach mit ihm.

wollte ins Haus kommen, ich riet ihm ab unb lug ihm eine Begegnung bei der Möckernbrucke

rwhc Kunst entwickle", wohingegen aber die Leute von Eambridge »sich bei rauhem Wellen- $ing mchr zu Hause fühlten"...

Die Themse ist ein Fluß, der durchweg recht übermütig geschlängelt bahinfließt. Doch zwischen Conbon unb Windsor ist er ganz besonders reich iii Biegungen und Windungen aller Art und ifi daher ganz vortrefflich für ein Wetttubern geeignet. Die Rennstrecke ist etwas über vier Liiglische Meilen lang. Sie liegt zwischen Putney Bridge und dem Ship Inn von Mortlake und kassiert unterwegs die Londoner Vororte Ful- Ham, Hammersmith unb Chiswick, sowie die großen LisenbahnbrückenHammersmith Bndgc und ..Barnes Bridge, die zwei wichtige Etappen des Keimend abgrcnzen. Von beiden genannten drücken liegt Barnes Bridge ziemlich am Ende der Rennstrecke und gilt daher seit ewigen Zetten «IS einer ber besten und exllusivsten Deobach­

er packte seine Aktentasche aus und breitete die ganze Korrespondenz der Filmgesellschaft, in Orlginalbricfen natürlich, vor mir auf dem Tisch aus. Ich blickte flüchtig, doch schnell prüfend hinein. Und überzeugte mich. 3a, der «ursche war ein ganz gemeiner, niederträchtiger Ver­räter!

uen von meiner Seite vortäuschen, was ihn in ccnbaftc Erregung brachte unb ihn unvorsichtig eben ließ. Schon spielt« er auch seinen letzten und jtycn Trumpf aus: er erbot sich, Dokument« zu rqen, die O r i g i n a l k o r r e s p o n d e n z d e r e sei lschaf t über den geplanten Film. Ich er« ode mich für den Fall, daß er mir dies« Papiere hinten oierundzwanzigStunden lang überlasten i-ntc, zu Zahlungen, allerdings nicht in der von tu gewünschten Höhe, bereit. Mr begannen zu :rbeln und zu feilschen. Schließlich einigten wir n» auf bic Summe von 4000 Francs, die damals mib .......... ___rr_,.

l.ndid) viel Geld bedeutete. Zum Schluß wurde ich Detektiven verabredete 3<*idym, daß alles in rcchetifch und verlangteDerirauen gegen Der Ordnung und ich im Besitz der kritischen Dokw n". pwnte war! In langsamer Rede verstcherte ich

3d) muß meine Rolle ganz ausgezeichnet gespielt noch einmal mein Vertrauen, auf bas er sich t>m. Denn auf einmal kramte der Bursche aus verlassen forme. (Roch heute schäm« icy nnch mcht nm Drusttoschen eine Anzahl von Papieren her- Lüge.) Ich gab ihm das Geld, er zahlte nach r unb zeigte ste mir. 2lus den Sck)riftstücken waren ' ' ' " -

IleEinzelheiten der geplanten F i lm- : yebi ti o n zu ersehen. Er versprach mir, am ichsten Tage noch weit« r« Dokumente zu Itftm. Ich hingegen kündigte ihm die vereinbarte '^jyrblung feiner Dienste an. Wie aber würden wir, bestellte ich di« Frage, die Fikmexpsdftion auch recht» ibg erwischen?

Erwägungen ab. Aus praktischen Erwägungen, weil bei der Arbeitslage der Fmanzamter bie Rachveranlagung mit den vorhandenen Beamten gar nicht hätte durchgeführt werden können: auS wirtschaftlichen Erwägungen, well man es feinem Steuerpflichtigen hätte zumuten können, im Jahre 1928 borber wären die Steuerbescheide nicht herausgekommen Rachzahlungen auf Steuer» schulbigkeiten ber Jahre 1925 und 1926 zu fei­lten. Da auch wir sehr wohl wußten, bah bte Erhebung ber vorläufigen Gewerbesteuern vom Erttag ber Rechnungsjahre 1925 unb 1926 natur­gemäß unbillige Härten ftir eine recht große Zahl von Steuerpflichtigen im Gefolge hatte, stellten wir uns ich persönlich habe dies in der Kammer ausdrücklich betont voll und ganz auf dem Boden einer Entschließung ber Industrie-

Handelskammern und forderten:

Keine Deranlagung. d. h. keine Rachzahlun­gen für 1925 unb 1926. wohl aber Rück­zahlungen, wenn bie vorläufig ^zahl­ten Gewerbeertragsteuern für Staat unb Ge- meinbe zusammen 20 Prozent des gewerb­lichen Ertrags in diesen Jahren überfliegen. Endgültige Veranlagung erstmalsfür das Rechnungsjahr 1927 auf gerechter Grund-

| KaufgesucheJ

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