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keil ist, mindesten« subjektiv gutgläu - big sein Schon damit kann genug Unheil an- Seichtet werden. Denn leibet ist bei allzu vielen enschen der gute Glaub« eine Gummihaut. di- sich ziehen und zerren lädt, und die man sehr viel verpacken kann. Aber wo Dummheit und Leichtgläubigkeit auihöre». wo die Absicht zu politischer und moralischer Brunnenverglltung beginnt, da sollt« di« Geduld gerade der eigen;n Volksgenossen enden Die gegenseitige Achtung als Vorbedingung dafür kani nur so lange bestehen, wie jeder von jedem die De- Wtyheit der redlichen Ausübung bed Berufes hat Niemand wird ein Splittergericht veran- hallen wollen, wenn einmal über die Schnur gehauen wird, wenn die Leidenschaft auch mal über die Ufer der Wirklichkeit hinwegichäumt. Doch im Parteikamps und tn der Vertretung von Volksintereffen bad es nicht zu ltruvello'en Wahrheitsverletzungen kommen Die Lüge t ft kein ansiänbtges politisches unb kein anständiges journa lifttsches

Handwerkszeug. Sie ist es am allerwenig­sten dann, wenn st« gegen die Gy re und den Auf der Gegner geht Das sollte man sich aus Anlay des Stlvesterartikels im .Journal" wieder einmal vergegenwärtigen 3n den Parteistuben im Lande und drauhen. Das Jahr 1928 wird in den meisten Staaten Westeuropas «in schwere« Kampfjahr sein S« wird an den Gournalifren der Welt liegen, ob diese Kämpf« sauber ge­führt oder ob sie eine Peftatmofphäre zurück- lassen werden."

Oberheffen.

Landkreis Wirften.

i Mainzlar, 10. Gan. Di« Loh ndifs «- renzen der blefigen Holzhauer mit bem Forftamt Giefren sind erireulicherweisi nun­mehr beigelegt. Die Arbeiten hoben gestern be­gonnen und werden ungefähr acht Wochen an­bauern Es werben anndbernb 400 Festmeter Stammholz unb 300 Festnieter Brennholz gc- ichsaaen werden Während in früheren Jahren bte Rotte bi« zu 32 Mann stark war. sind es In diesem Jahre nur acht Mann Di« geringe Stärke derselben ist auf den guten Sang der Gnbuftrle zurückzulühren.

Bg Grvfren-Buseck, 10. Gan. Am Sonn­tag hatte der Gesangverein ..Sänger- kranz" zu seiner diesjährigen Wintervcranstal- fung eingeladen. Der DvrUtzende Äarl Gröber hieb die zahlreich Erschienenen nach einem De- arüftungschvr willkommen ölnige wohlgeiungene Chöre. ein flott gespieltes Theaterstück und einige humoristische Darbietungen sorgten für die Unter­haltung btt Gäste. Sine Verlosung und Tanz be­schlossen die Veranstaltung.

Beuern, 10. Gan. Dieser Tage fand hier die erste Veranstaltung des hie igen Vv l k S- bildungsvereins für diesen Winter statt. Prof. Dr. Helmke, Giefren, sprach bei dicht- gesülltem Saale unter Vorführung einer groben Gabi von Lichtbildern über Schmuck, Waffen unbOeräte in vorgeschichtlicherZeit. Die sehr deutlich gegebenen Bilder stellten zu­meist von Pros. Dr. Helmke selbst ausgegrabene Stücke dar, die sich zur Zeit im Giebener unb Friedberger Museum befinden, unb zeigten die fortschreitende Gntwickelung in der Herrichtung von Geräten, besonders von Töpfen, zum Teil kunstvoll geformt und verziert, sowie Wassen und Schmuck aus der Stein- unb Broin> Sehr schön erhaltene, kunstvoll geformte Hal«- unb Armringe. Nabeln aus Bronze, sowie die primitiven Waffen und Ausrüstungsstücke un­serer Vorvvrfahren wurden den aufmerksam Zu- bbrenben vor Augen geführt. Auch einige schön« Ciüde aufl unserer Gemarkung, vor drei Jahren in der Haunbach auSgegraben. wurden gezeigt. Di.' dreistündigen au«g.z ichneten Ausfüh­rungen wurdest mit grober Aufmerksamkeit aus­genommen unb ernteten reichen Beifall. Pros Dr. Helmke, der in unserem Orte kein Jreni- ber ist. beabsichtigt in nächster Zeit einige Hügel­gräber in der Struth zu öffnen, um feststellen zu können, ob es ein und derselbe Volksstamm wie in der Haunbach war. der dort vor 4000 bis 5000 Gohren gewohnt hat. Der Vorsitzende sprach zum Schlub die Hoffnung au«, den Redner auch im nächsten Winter wieder in einer solchen tung begruben ,u sonnen.

Neinharbshain, 10. Gan Nachdem die Grundstück-Übergabe bei unserer

(§s zogen drei Burschen wohl über den Mein ....

'Roman von Erica Grupe-LÖrchtr.

14 Fortsetzung Nachdruck verboten

Dann raffte |k sich auf. Und al» sie nun auf bem Läufer vor den Üogenreihen schritt, batte ihr (Bang bereit» wieder elroit von ihrer graziösen Sicherheit, ileberrascht sah lüetroarl auf. al» fit nach fo kurzer Zeit schon wieder eintrat. Stemmt Raymond?" fragte er. sich fchnell erhebend. ..hast du Ihn so bald schon gefunden!?'

.,9tem. Komm, wir juchen ihn letzt zusammen. Bleibe heute fltenb immer bei mir Dktroart. sie legte ihm ihre Hande auf die S titulier und sah ihm unter IdxDtrem Herzklopfen in die Augen ..Unb komme morgen zu meiner Mutter, und bitte sie um meine ftdnb."

Dritte» ftapitel.

Ptetokirl schritt wariend auf dem Bahnsteig eine» kleinen, nor^ran ^hlrtten Bahnhofe» aut und ab. din Sommerhimmei vom relnflen tMau spannte sich über da-.' wellenförmige. grünende Landschaft »bild. Ommer wieder spähte sein Auoe der hiNldxn Rich, hing entgegen. Erwartung »volle Freude In seinem Biuk und doch von Ernst überf (hattet

konnte e» möglich fei», haft er Melusine. seit über vier C^ibrtn seine heimliche Braut, hier mitten in den Girren de» Kriege» oben in einer Utappe Nord- sronkrelch» erwarten durfte?

Da bog der Zug, von einer nahen Kurve her plötzlich ausiauchend zum Bah'.Hof ein. tfr richtete sich straff aus. sein Auge überflog die Dogen, lln. willkürlich hielt er vor Spannung, vor l.chmuchtiger ikrwartung den Diem fefunbenlang an. Dann ging e» rote ein schlag von Areude durch ibn. Da» er bl» zum letzten .'lugenblick kaum zu erhoffen gewaat erfüllt« »ich seht.

Don au» einem Kuoee zweiter -laste stieg eine junge Tarne bereu». Al» einzige Zto-'istin zwifchen mehreren eolbulen. btt der Zug hier an ihren Ve» ftlmmungeon auf einer Bahnlinie zweiter Ordnung getragen

SÄcluiine*

(Jr muhte sich Ml 3oum halten, um iOre-i Romen nicht ben>u»yirufen, «he sie noch che-en schmalen

Buntes Allerlei.

Ciae 5chvi«, die zu den Kindern kommt.

Efn paar hundert Kinder leben bn nördlichen Kanada und zwar besonders in der Provinz Ontario, die bisher keine G lg nfyr.t zum Schul- b.-fuch hauen. 3axir reichen die Stahlwege der Eisenbahnen auch bis in diese Geb.ele. aber sonst dring' zu diesen einsamen ^ cfrLungai keine gei­stige Anregung, und viele Wtrrn find nicht im­stande. die Kinder In fern gelegene Schulen zu 'chicken Die kanadische Negierung hat daher den Plan ausgenommen, die Schule zu den Kindern zu lenden, wenn diese nicht zu Ihr kommen können. Die kanadischen Gil en bahnl in ien Haden sich bereit erklärt, einig? Schulwagen rn.tzu- sührrn, die zu diesem Zwecke besonder« gebaut worden find Jeder Sch al wagen enthält einen grofycn und las igen Schulraum und eine Woh­nung für den Lehrer Etwa die Hälfte des geräu­migen Waggons wird von dem Unterrichts­zimmer eingenommen. Da gibt es ein Dutzend Schulbänke, die für gröfrere und kleinere K nder berechnet find. An der g-gmüberliegenden Seite, die belanders h-ll erleuch'et ist. steht die Tafel und kann die x-irte aufgehängt werden: hier ist auch da« Katheder des Lehrers. Liese Wand­schränke. die in den S iienwänden eingebaut sind, en halten die Schulbibliothek, die au« den Schul­büchern und einer Leihbibliothek für K.nfrcr be- stebt, aber auch eine Aöt.ilung für die Drohen auf weist Auch an einer Schulglocke fehlt es nicht, die mit weithin schallendem Auf die Kin­der rinlädt. Hinter dnn Schulraum befindet sich da« Schlafzimmer des Lehrer« und daneben eine Küitze. die mit allem, vom Ofen bi« Aum Eis­kasten. au«geftattet ist. Die Wigen besuchen im Lause eines Monats sechs v r'chiedme dieser weit verstreuten D.nn infren In Ontario und bl Iben immer drei bl« sechs Tage da. Während dieser Zeil verbringen di- Kinder einen groben Leck des Lage« in der Schule, und wnm der Schul- Wagen weiterfährt, bclomm.m sir Hausarbeiten, die sie In der Zwischenzeit erledigen müssen, bi« der Wagen zurückkehrt. So wird für einen Zu­sammenhang des Unterrichts trotz dar groben Pausen gesorgt. Die Qcfrr.-r find unter dem Ge­sichtspunkt ausgesucht, frafr fie die Verhältnisse de« kanadischen * und das W sei feinet

Bewohner gut kennen. Der Gnfpcktor dieser fah­renden Schulen, Dr. McDougall, erklärt, dah sich bfe Einrichtung bisher vortrefflich bewährt habe. ..Die neue Schule wirkt aus hie Kinder wie eine Offenbarung", meint er. ,Ghre leuchtenden Augen, die unverwandt auf den Lehrer ge­richtet sind, zeugen deutlich davon, dah ihnen

die Schule nicht als 3a>ang erscheint, sondern als ernt langersehnte Möglichkeit, die ihnen mm er­öffnet ist. Gn meiner langjährig m Prußis als Schulmann habe ich niemals vorher fo aufmerk­same. lerneifrige und H eifrige Klassen gesehen."

Ivie man sich In China da» Opium abgewähnl

Die Opiumbelämpfung des Völkerbundes hat zwar in Ehina äufrerlich zu einem Erfolg geführt, mdem der Genufr von Opium offiziell verboten worden ist. und der chinesische Vertreter beim Völkerbund erklärt, dafr das Opi um verbot im himmlischen Neich eine voll ndete Tatsache ist. Gn Wirklichkeit aber sieht die Sache ganz anders au«, wie der Pekinger V.tlch erstattet des .E»- celfior" zu melden weih. Auch das OpiumtKtbot wird von den Machthabern als reiche Einnahme­quelle behandelt. Die dem Opium Verfallenen müssen sich die Droge natürlich abgewöhnrn. und während dieser Zeit kann man ihnen da« füfre Gift nicht ganz entziehen Sie erhalten allo für die Zeit der Entziehungskur eine .Ant opium- Lizenz" für 10 Dollar, die ihnen den Genufr des Opium« vorläufig weitet gestaltet, und dazu müssen fie noch ein Zeugnis für einen Dollar kaufen, durch da« fie vor Bestrafung geschützt sind. Diese GtlaubniS gilt nur eine Gellang. Wenn man sich aber auch dann noch nicht ganz des Opium« entwöhnt hat, kann man ein .Ab- ftinen^zeugnis" für 30 Dollar kaufen das den (Beirut) des Opium« auf unbestimmte Zeit ae- stattet Eine Lizenz, durch die der Besitz und der Kauf von Opium für straffrei erklärt wird, erhält man in Gestalt einer Besch intgung. dafr »das Opium vernichtet wird". Eine Erlaubnis, eine Opiumhöhle öffentlich anzukündigen, kostet 1000 Dollar das Gahr. und dazu braucht man noch eine andere Urkunde für 400 Dollar den Monat, die das Recht des Opi um Taufe« im groben gestattet. Während so unter dem Schein fre« OpiumverbotS der Genufr den Zahlenden ermög­licht wird, ermutigen die Behörden zu gleicher Zeit die Mohnanpflanzungen und fordern geradezu zur Bestellung der Aecker mit Mohn auf. Als man Tschang Tsung iXfrang, den Gou­verneur von Schüttung. auf diese von ihm selbst mterzeichnete Ausiord rung zum Mohnanpslan-m bintoie«, sagte er; »Wie soll ich einen genauen Plan für die Bekämpfung dieser Pflanzungen auf­stellen. wenn ich nicht genau torifr, wie viel angepslar.z' wird?" Gedensalls di ml das ganze Verbot nur dazu, dafr die chinesischen Beamten den Bauern, den Händler und den Verbraucher der Droge nach Möglichkeit brandschatzen.

Selbbercintgung schon im Gahre 1923 erfolgte, läfrt das Äudurbauamt jetzt noch ver­schiedene Kulturarbeiten verrichten. So wurden in diesem Winter wieder 160 Raum­meter Blaubafaltsteine angefahren, um an den EhaussierungSarbeiten des alten Grünberger Wege« weiterzuarbeiten. Ein grober llcbelftanb in unserer Zeldgemarkung ist, dafr die bei der Feldbereinigung projektierte Drä nage nicht durchgesührt worden ist. Da nun einzelne Landwirte für sich dränieren, wird da« Zu­standekommen einer Desamtdränage immer aus­sichtsloser. Gn unserem etwa 350 Einwohner zählenden Dorfe betrug im Der;(offenen Gahre ole Zahl der Gestorbenen 4. Geboren wurden 5 Kinder. Vor den Traualtar traten nur 2 Paare.

n. Grofren-Linden, 11. Gan. Arn mor­gigen Donnerstag wird Goh. Weber V., der als Artillerist den Feldzug 1870/71 mitmachte, 81. und seine Frau Slisabethe. peb Birr. die jahrzehntelang in Diesten am Selterstor Obst verlauste, am 31. d. M 82 Gahre all.

Lang-Köne, 10 Gan. 9fm nächsten S'M» tag unb Sonntag findet hier eine große a ((ge­rn c l n e Geflügelschau statt, auf bei alle Ühten Geflügel vertreten fein werben. Die Züchter unb Freunde de» Geflügels werben hier prächtiges Ma- terial sehen können.

gr. Drüningen. 10. Gan. Am Gainstag- morgen gegen i Ufrr vernahm der Schuldiener Krämer beim Kohlenholen Im Schulkeller in dem danebenliegenden Keller der einen Lehrer­wohnung ein verdächtige- Wafserge- räufefr. Ls stellte sich heraus, dafr dort au« einer durch den Frost undicht gewor­

denen Stelle der Leitung unterhalb des AbftcllhahnS sich ein ziemlich starker Was erstrahl gegen die Decke ergoß. Das Wasser hatte hier ein gröberes Loch ausgewaschen und stand in beiden Kellerräumen 10 bi« 20 Zentimeter hoch Nach Abstellen der Wasserleitung versickerte das Wasser allmählich fast vollständig. ohne größeren Schaben angerichtet au haben.

df. Langsdorf, 10. Gan. Am Sonntagabend fand nach längerer Unterbrechung wieder ein Lichtbildervortrag der Liga zum Schutz der deutschen Kultur statt, der diesmal die stattliche Besucherzahl von 4 P».'- fonen auswieS. Baron t>. 11 n g e r n - S t e r n - berg, ein geborener Deutsch-Balte, referierte über die Baltifchen Randstaaten. Nach einem geschichtlichen Rückblick über ihr« Ent­stehung und Besiedelung schilderte er die heuti­gen, für unsere deutschen Brüder trostlo'en Der- Dältniffe. Mit Bedauern mufr feftqeftellt werden, dast dort im Baltikum die deutsche Oberschicht, hauptsächlich aus Grofrgrundbefitzem bestehend, m dauernden Ab nehmen begriffen ist, im Gegen- atz zu Finnland, wo die schwedische Oberschicht Aunimmt und somit einen Schutzwall gegen Rufr- land bietet. GS fehlt im Baltikum der koloni­sierende deutsche Dauer. Bei einem Ansturm des Slawentums sind daher die baltischen Rand­staaten leicht au überrennen und Oflpteufren wird Nachbar des oolscheMistischen Rufrland. Daher ist die Erhaltuna deS deutschen Elemems für u:. eine Notwendigkeit und Aufklärung am Platze Nach dem Vorträge zeigte der Redner noch etwa 50 gute Lichtbilder, die in anschaulicher Weise mit Land und Leuten tm Baltikum be­kannt machten.

Äupeefoffer aus bem Wagen geholt unb auf den Boden gestellt, ftanb Dietwart schon neben ihr.

Sie hob sofort ihren Blick, da sie feine Stimme erkannte, itme brausende Freude rauschte in ihm. ab er ihre fjanb zu stummem Grüfte an feine Lip­pen zog. *21 her eine söniiliche Begrüftung war ge­boten. Der Bahnhof»kommanbant stand in einiger Entfernung und musterte da» seltene Schauspiel, eine junge Zivilistin hier unter den Ankommenden zu sehen.

Zhr Blick überflog ihn schnell. Wie verändert war er feit feinem letzten Urlaub. Schmal die Züge, bleich die (Bernitt»färbe. Die Uniform zu weit, die starke llbmagerung nur unvollkommen verbergend. Und al» ihr Auge setzt an seinen Armen heradglitt, sah sie. dafr er die linke Aanb elngebüfrt hatte.

Ur batte ja so gut gelernt, in ihren hübschen, aus­druckevollen Zügen mit bem beweglichen Mienenspiel unb den tiefen, dunkelblauen Augen zu lesen. Wie­viel Freude und Glück und mikiauchzender lieben»- lubel war ihm da einst in den Stunden der Sonne und während der ersten ttrieaezeit bei leinen Urlau­ben em gegen geleuchtet! Um Jo deutlicher fühlte er jetzt roie diese brausende Freude de» Wiederlehens in ihr nicht den ersehnten Diderhall zu finden schien Diese Erkenntnis war roie ein leise brennender Schmerz.

Sie hielt seine Nechte fefunbeiüana in der ihren kt und jagte al» erste, Dort der Vegrüftung mit danoem Forsthen Wie geht e» Raymond?"

Doaienfr er auf ifrre Frage vorbereitet war, be­deutete ihm ihre Antwort doch Mühe ..Er lebt. Ba­roneste' Mit Meier Beruhiaung kann ich Sie hier empfangen. Aber er schweb: nach w-e vor in grofter Gefahr. Unb leider ist die'e Lebensgefahr, die gestern fast zur Hostnungslosiakeit wurde, ja auch du bedauerliche Berechtigung für Sie geworden, Sbren Bruder hier im Lazarett degrüfren zu dürfen.

Auch fie behielt die offizielle Anrede bei. da fie den Kommandanten Immer noch w ihnen herüber- blmjeln sah. ^Zch bad e» Ihnen danken. Dunvart. daft Sie mein Herkommen ermöolldX hoben! *td) roeifr e» Auch meine Mutter läfrt Ihnen taulenbmai banken. J» Ist |a fo etwa» Auster gewöhnliche« a>.i« mir da gew.hrt wurde '

(kr geb ihr he;, stummen Händedruck zurück O. niemand bester al» er Dustte wo» für Stixoer^' feiten. Formalitäten, Fragen, und Kückantworten

bei allen möglichen Gnftanytn e» bedurft hatte, um bem todkranken Freunde den Besuch seiner Schwe­ster hier in der Etappe zu ermöglichen! Unb doch war Dietwart sein Bemühen geduckt, den Wunsch des Freunde» zu erfüllen und ihm selbst ein Wie­dersehen mit der (Beliebten au ermöglichen, gerade nach den kaum verflossenen fürchterlichen Tagen.

..Darf ich ihn noch heute sehen?" fragte fie weiter.

.2a. Baronesse! Wir hatten chm ja 2hre Ankunft nur al» möglich in Aussicht stellen können. Nicht stanz bestimmt. Wir todfrien |a nicht, ob Ihnen nicht tn der Heimat noch im letzten Auoenblick schwierig- feiten ober Umstände bereitet wurden."

Das hätte auch wohl fein können! Besonders roetl wir Frauen nicht gut Bescheid in derlei Dingen roiHen. Aber Fritz Wenger hat sich der Angelegen- Heu mit ebenso viel Energie rote Taft angenommen. 2ch bin nun tatsächlich hier. Gestern mn biefe Zeit habe ich e» immer noch nicht glauben können."

-Darf ich Sie zum Wagen bringen. Baroneste? Dir fahren gleich zum Lazarett, wenn e» Ihnen recht tft. damit Sie Raymond noch heute begrüfr.-n können, ehe da» Fieber gegen Abend wieder steigt."

Dietwart» Gesicht erhtelt rowber einen ernsten Ausdruck, der stch im Laufe der letzten Jahre immer mehr in da» irische, vor Leben»kraft strahlende Man- nergesitht emgegraben. Der in der Nahe wartende Bursche eilte auf feinen Wink Herder unb ergriff da» Gepäck der Baronesse. Ein Änimperoxigen wartete vor dem kleinen Bahnhof»gebäude mit zwei un­ruhig scharrenden Pferden. Die Setten wände au» flatternden schwarzen Datix-tuchquadraren waren zur Hälfte angeknüp't. und boten Schutz gegen neu- g^cr.gc Blicke. Sie wohlre sich ihren Sitz hinter dieser Da.1),tuchwand und hatte Gelegenheit über die frei wr ihr liegenden Sitze in die Landschaft htnau». zu'pahen. wahrend der Bursti»e ihre Handta'che und ben stachen Aupeefoffer vorn beim Kurfcher oer- haute.

Man stand tm Hochtomrner. Golden wogte da» reife Korn auf den fcch hebenden und senkenden bügeln der welligen Landschaft. 0n einer der Sen­kungen leuchtete üppiger W>efenqrund Zur Kechten bad i-ch ein sttrchturm im varockbau iu» dem Stadt- bilb berau»®ie ld)on ist hier die Landichzst", meinte lie. als Dtenoon nun nach ihr den Sagen beftieg und chr gegenüber Platz nahm. ..Schon von

ftreti Friedbckrg

WSR Bad-Aauhelm, 10t Gan Gestern abend stürzte der Oberkellner M in feinem neuer bauten Hause die Kellertreppe hinab und mitt hierbei tödliche Schädel- perlelnngett

Mrrie Schotte».

5 U I r i ft e i n. 10. Gan. Um auch tn den Krellen der hiesigen Bürgerschaft zu dem ge­planten Bapnba» S ch o 11 e n2 l s s e l b Stellung zu nehmen, von dem in den letzte» Wochen in den Kreisen der Vogelsberger Bevöl­kerung viel die Rede war trat der hiesig* Ortsgewerbeverein zu einer Versamm­lung zusammen. Bei der Besprechung des über­aus wichtigen Planes, durch dellen DerwcrAie chung bte wirtschaftliche Erschliessung und Ent­wicklung des oberen 3cgcl«b<rae« endlich um einen wesentlichen Schritt vorankäme konnte mit Freuden feftgestellt werden, dafr der jetzige Plan, im Gegensatz zu dem vor dem Kriege geplanten Bahnbau, in weiten Kreisen mit regem Guter- elle und freudiger Zuftlmmung ausgenommen wird. Die Erkenntnis, dafr ein Bahn bau für den oberen Vogelsberg und leine Beoölkertmg direkt eine Lebensnot Wendigkeit bedeutet, bat sich mitt­lerweile eben doch fast restlos durchge'etzt. Rur würde für die allermeisten der beteiligten Ge­meinden als Endpunkt der Bahn die Station Burg« und Nieder-Gemünden weit vorteilhafter sein als Alsfeld, da von frort die Fahrt nach Giefren doch erheblich kürzer ist.

Arcie Alsfeld.

V* Alsfeld, 10. Gan. Dieser tage hielt tn der hiesigen Dürergesellschast UmperlU tätsprofesfor Dr. Bürker aus Giefren einen Vortrag über .D t e weifren Blut­körperchen". Der Vortrag fand das reafrt Gn ter elfe bei den aufmerksam lausch.nden Za- frömm, die den Phhsiksaal der Oberrealschule bis auf den letzten Platz «füllt hatten. Der Vortragende verstand es in der Xat meisterhaft, den wissenschaftlichen Vortrug volkstümlich |u gestalten. Besonders inlerefsant waren feine Aus­führungen über die Aufgaben der weifren Blut­körperchen bei Erkrankungen fre« menschlichen Körpers, die frei Vortragende als eine besondere Leibwache des rnenjchlichn Organismus bezeich­nete. An Schlüsse des überaus fesselnden Vor trag«, den die dankbaren Zuhörer mit reichlichem Beifall belohnten, gab Professor Vürker noch besondere eingehende Erläuterungen auf Grutch der von ihm verfertigten Präoaratc und Appa­rate, welche die b.sonders toifro-. gierigen Zuhörer noch längere Zeit zusammmbiclten. E« mufr dank­bar fest gestellt w-rfren, dafr die hiesige Düreo- geielllchast unter der s?hr rührigen Q.-itung von otufrienrat Gräber durch ihre Vorträge auch in einer kleinen S adt einen Schatz von geizi­gen Genüssen ang r.gt und gesörd.rt hat. wur­den doch im Lause fre« ver'lo's.^nen Gahre« von der Gesellschaft neun Vorträge veranstalt.t, dar­unter in anerkennenswerter Weise sechs von Professoren der Landes Universität Giefren. Sin am Sonntag in der hiesigen Walpuvai«- kirche von dem Leipziger Orgdoirtupk-n Lu« Darge« ver.nstaltete« Orgelkonzert, da« m charakteristischer Folge einen lieberblick über die Entwicklung der Orgelmusik vom Ende fre« 17. bis zu Anfang des 20. Gahrhunderts brachte, wie« leider nur einen schwachen B such aus. was tm Gntereffe fr?« jungen Künstlers zu bedauern ist, dessen Spiel sich durch eine hochentwickelte Technll und eine auf ebensolcher Stufe stehen da Ausdruasfähiakeit au «zeichnete. Die Reichs­zentral für Helmatdienst. L-ndesabtei- tung Hoffen, veranstaltet auch in diesem Gahre wieder eine Woch?nendtagung tn Alsfeld am Freitag. 20. Ganuar, im groben Stale des .Deutfcheit Hauses". Die Beranstallung ist als staatsbürgerlicher Bildungstag ged^tchtz Von den drei Dorträgett, die an diesem Tag gehalten werden, wird der eine ein wissenschaftliches, der andere ein kulturelle« und b«T dritte ein aufren- politisches Thema behandeln Die Vorträge waren vis jetzt immer recht gut besucht

KreiS Lauterbach.

P Schlitz. 10. Gan. Dieser Zige feierten der hiesige Gräfliche Obergärtner Heinrich Frank und Frau da« Fest der Goldenen Hochzeit. Der Gubllar steht schon seit über einem halben Gahrhunderi In Diensten der Gräflich Görtzscben Familie und ist heute noch trotz feines frofren Älter« täglich auf sc -» kosten Dem Paar,

der Echamoagne herauf habe id, immer am Kuoee« fenfter gestanden, um hinaustehen zu können. Wie schon tft e» hier!"

Unb flaffrfdwr Boden zugleich", auch cr roari schnell einen Blick, halb zurückgcwandt, über bte Landschaft, obgleich In feinen Äugen ganz andere Gedanken standen. ..Die Jungfrau von Drleon» <o0 in ihrer Jugend diese Dörfer und Städtchen durch­schritten Haden. Und ring» die Schlösser unbGtäbie- namen tragen Erinnerungen an Gestalten au» Schil­ler» .Jungfrau von Drleon»*.

Der Wagen setzte sich In Bcweoung Die kräftigen Pferde schossen den Hügel hinab. Auf der baum­bestandenen Lhaussee der Stadt zu roar kaum He Fußgänger zu leben. Diettoart beugte sich fetz, schnell do und U>p T' . :'me» Hand an feine Lippen. ..Liebste' Da ft ich dich jetzt hier Wiedersehen farni!" Unaussprechliche e nphnbungen standen In leinen Augen, al» er ihre sein geformte Rechte im freUgrau- |eibenen Ke^eHandschuh noch In der feinen hielt. .V<h kann dir nicht lagen. Melusine, wie sehr Ich mich nach dir gesehnt habe gerade, al» ich wuftt, row schlecht e» auch um mcch stand und die Moglichkesi vor mir auffrteg. dich nicht mehr rocedersehen zu dürfen."

Gn ihren Augen lag ein Prüfen unb Beobachten, al» Mitleid oder nachträgliche, Mttbangen. Lieder blieb ihr Luge auf dem leeren linken unteren Uni­formärmel hasten. ..«an Hai dir die linke Hand am­putiert?"

,3a. Und doch kann ich noch von Glück sagen. E» ist die Unke. Ich werde in meinem Berufe später nicht zu 'chroer behindert fein/

?hr Blick aing oon ihm weg in» Seite. Sein Jpä- Jertr Bfruf* Sinn würde birie 3e!t ein Jnbe beben? Und barm erhielt er tn seinem Berufe eine Position? Und dann machten sie beide flocfryit. unb sie wurde fern Selb?

Sonderbar, wie ihr da» alle» fo fern dünkte ec in werteste Feme gerückt' Ohne jeden greifbaren f> roeii sie da» alle» nicht herdersehnte. Hoch­zeit mit ihm machen? Mit einem BerftürnmelNn? Kiemoi» wieder würbe er sie al» riegonter Tänzer uab Goellfchaster durch die stunden jubelnder ue» benefreube d.ndurchfähren können. Stü:'.ich wurde chr stuge sich verletzt fühlen durch ferne Ber- ftummetung.

GJortfefrung folgt)