Ausgabe 
9.11.1928
 
Einzelbild herunterladen

hen. Er änbert nicht die DesoünmgSorbnun g, sondern führt die Aenderungen der neuen De- soWungSorDnung ün einzelnen durch. Alle vor­handenen Stellen werden in ihm nach Maßgabe der neuen Besoldungsordnung ausgeführt. In­soweit in der Besoldungsocdnung Stellen der gleichen Art ohne nähere Angaben in verschiede­nen Gruppen unter geb rächt sind, hat der Stellenplan zu bestimmen, wieviel Stellen in d« einzelnen Gruppen einzureihen sind. Der Stellen­plan wird dem Landtag voraussichtlich in der ersten Hälfte deS Monats November zugehen.

Aus -em Finanzausschuß -es Hessischen Landtages.

Darmstadt, 8. Nov. In der heutigen Sit­zung des Finanzausschusses wurde zunächst gegen die Antragsteller ein kommunistischer Antrag ab­gelehnt. zu den Beratungen des Stellen­planes im Ausschuß Vertreter der Be­amtenorganisationen zuzuziehen. Aehnliche Vorstellungen des Deutschen Beamt en- bundes waren Bereits bei der Beratung der Desoldungsordnung abgelehnt worden. Anträge wegen der Hagel - und Gewitterschäden in Rheinhessen und im Odenwald werden als er­ledigt erklärt. Bei dieser Gelegenheit legt der Degierungsvertreter dar, daß die verzögerte Aus­zahlung von Llnterstützungen an di« Geschädigten oadurch hervorgerufen worden sei, daß einmal außerordentlich viel Gesuche erngeganzen seien, daß andererseits aber auch Anträge eingereicht wurden, die unter Llmständen strafrechtliche Fol­gen für die Gesuchsteller haben könnten.

Auf eine Eingabe der Äotstandsvertretung für den oberenVogelsberg teilt die Regierung mit, daß die Angelegenheit im wesentlichen durch die Aotstandsaktion für 95 Gemeinden deS Vo­gelsberges und den Landtagsbeschluß vom 15. Fe­bruar erledigt sein dürste. Die Arbeiten wegen eines Generalkulturplanes für den Vo­gelsberg seien noch im Gange, so daß die ent­sprechende Vorlage dem Landtag noch nicht zu­geleitet werden könne.

Die Regierungsvorlage, für den Vorsitzenden des Landesarbeitsgerichtes ein Landgerichtsrat eine etatSmähige Stelle zu schaffen, wird angenommen mit dem Hinzufügen, daß die dadurch freiwerdende Landgerichtrats­stelle vorläufig unbesetzt bleibt.

Zurückgestellt wird die Regierungsvorlage über die Neubesetzung der Stellen der Kreis- und Stadtschulrate, um den Fraktionen noch einmal Gelegenheit zur Beratung zu geben.

Oie Verfaffungsreform.

Zusammentritt der Unterausschüsse der Länderkonferenz.

B e rj i n, 8. Noo. (WB.) In Ausführung des Beschlusses, durch den der Verfassungsausschutz der Länderkonferenz am 24. Oktober zwei Unter­ausschüsse eingesetzt hat, sind diese vom Reichs­minister des Innern zur Konstituierung und Fest- setzung des nächsten Arbeitsprogrammes a u f Samstag, den 10. November, nach Ser« 11 n einberufen. Dem ersten Unterausschuß für die Frage der territorialen U m ali e- derung des Reiches gehören an die Reichs­minister Dr. Curtius. Koch-Weser, von Gusrard, ferner Prof. Dr. Triepel, Staats­sekretär z. D. Dr. Busch, Ministerialdirektor Dr. Brecht, Ministerpräsident Dr. Held, Staats- Präsident Dr. Bolz, Staats- und Ministerpräsi- öent Dr. Adelung, Bürgermeister Dr. Peter­sen, Ministerpräsident Deist.

Dem zweiten Unterausschuß für die Abgren- zu na der Zuständigkeiten zwischen Reich und Ländern und die Frage einer Auftrags- vorwaltung neben der landeseigenen Verwal­tung gehören an die Reichsminister Dr Hilf er- ding', Koch-Weser, Schätz!, ferner Prof. Dr. Anschütz, Dr. Brüning (M.d.R.), Mini­sterialdirektor Dr. Brecht, die Ministerpräsidenten Dr. Held (Bayern), Heldt (Sachsen), Schrö.- d e r, Staatspräsident Dr. R e m m e l e und Staats­minister Dr. Pauls s en.

In beiden Unterausschüssen führt Reichsminister Seoering den Vorsitz und ist Reichssparkommis- sar, Staatsminister Sämisä) Generalsachverstän­diger. Als weitere Sachverständige sind bestellt Reichsminister a. D. Dr. Hamm, Staatssekretär Z w e i g e r t, Staatssekretär Professor P o p i tz , Staatsminister Prof. 2>:. A p elt, Ministerialdirek­tor Dr. P oetzsch-Heffter und Professor Dr. R a w i a s k y.

Erweiterung

-er Llnfattversicherung.

Ausdehnung auf besonders gefährdete Arbeitnehmer.

Berlin, 8. Rov. D«r RelchstagsauSschuh für soziale Angelegenheiten beschäftigte sich am Don­nerstag mit einer dritten Novelle zur Llnsallver- sicherung. Dies« will die Linsallversicherung a u s- d e h n e n aus eine Reihe von Betrieben, in denen die Arbeitnehmer besonder- gefährdet sind, nämlich Feuerwehren, Krankenhäuser, Heil- und Pflegeanstalten, Laboratorien, Schauspiel- Unternehmungen, Lichtspielbetriebe, Röntgenbe­triebe, Lebensretter. Rotes Kreuz, Samariter­dienst usw., allerdings nur für das tech­nische Personal, nicht für Bureau- und Derwaltungspersonal. Nicht einbezogen werden Kapellmeister. Musiker und Künstler, deren Iah- resverdienst 8400 Ml. übersteigt, Aerzte und Medizinalprakttkanten, fall- sie nicht nur zur Ausbildung oder unentgeltlich beschästtgt wer­den, und Krarckenschwestern, falls anderweitig für sie gesorgt ist. Versichrrung-Pflichtig sollen Aerzte aber in Laboratorien und Röntgenanstal­ten sein. Der Reichsrat hat neben den Feuer­wehren auch den .Feuerwehrdienst" ein* gefügt, um die Pflicht- und Freiwilligen Feuer­wehren mit zu erfassen. In der Aufnahme der Kapellmeister und Musiker dagegen sieht er eine pleverspannung des De^icherungSprinzips.

Abg. Thiel (D. Dp.) verlangte die Einbe­ziehung der Musiker, der Transport., Holzfällungs­und Handelsbettiebe, in denen nach seiner Mei- nung der kaufmännische Lehrling häufig ebenso ge- fährdet sei, wie der bereits versicherte Hausdiener. Abg. Frau Schröder (Soz.) bemängelte die Auslassung der Gastwirts- und Hausangestellten und bekämpfte die Einkommengrenze. Sie trat ebenso wie die Kommunistin Arendsee und der bayerische Volksparteiler Schwarzer für die Be­seitigung aller Ausnahmen ein. Alle drei behielten sich Erweiterungsanträge vor.

Der Arbeitskonflikt in der Eisenindustrie.

Die UnterMung ausgespertter Arbeitnehmer. Ein sozialdemokratischer Gesetzantrag. Berlin, 8. Rov. (VDZ.) Die sozialdemokra­tische Fraktton im Reichstag hat einen Initia­tivgesetzentwurf zur Llnterstühung zu LIn - recht ausgesperrter Arbeitnehmer eingebracht. Der Entwurf bestimmt: Arbeitslose, deren Arbeitslosigkeit durch eine inländische Aus­sperrung verursacht ist, welche zur Abände­rung oder Beseitigung eines frei­willig geschlossenen Tarifvertrages oder eines für verbindlich erklärten Schiedsspruches vorgenommen wird, er­halten eine Llnterstützung nach Maßgabe der §§ 103/109 ohne Rücksicht auf ihre Arrwart- schaft des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung vom 16. Juli 1927. Ein für verbindlich erklärter Schiedsspruch gilt als rechtswirksam im Sinne dieses Gesetzes, ohne Rücksicht aus schwebende Rechtsstreitiakeiten. Die dazu erforderlichen Mittel sollen der Reichs­anstalt für Arbeitslosenversicherung vom Reich zur Verfügung gestellt werden. Die Arbeitgeber, Die in solchen Fällen an der Aussperrung be­teiligt sind, werden zum Ersatz aufgewen­deter Mittel verpflichtet. Das beantragte Gesetz soll rückwirkende Kraft vom 15. Okto­ber 1928 erhalten.

Arbeiisrechlliche Staatsanwälte.

Reformvorschlägc der werksgerneinschaftlichcn Arbciterverbände.

Berlin, 8. Nov. (TU.) Mit der Aussperrung im rheinisch-westfälischen Industriegebiet beschäftigten sich mehrere Versammlungen des R e i ch s b u n d e s vaterländischer Arbeiter- und Werk­vereine. Der Bundesvorsitzende Wilh. Schmidt (Berlin) wies auf das Nebeneinander von Arbeits­ministerium und Wirtschaftsministerium hin. Die Herausnahme des Arbeitsministeriums aus dem wirtfchafts- und staatspolitischen Aufgabengebiet und vor allen Dingen die unbestreitbare B e - herrschung des Arbeitsmini ft eriums und aller seiner Untergliederungen durch die Ge­werkschaften zeitige immer stärker sich über- schlagende Spannunyen, die nunmehr im rheinisch- westfälischen Industriegebiet zu einer überaus schäd­lichen Entladung geführt hätten. Die werkgemein­schaftliche Arbeiterbewegung verlange schon seit Jahren den sogenanntenarbeitsrechtlichen Staatsanwalt". Die Funktionen aller Schlich- tungsausschüsse hinsichtlich der Ordnung von Ar­beitsstreitigkeiten seien an eine richterliche Institu­tion zu verweisen, die Über den streitenden Grup­pen und politischen Parteien stehe, die vor jedem Terror und Druck geschützt sein müsse. Die wertsge- meinschaftliche Arbeiterbewegung denke hierbei an den entsprechenden Ausbau der Landes­arbeitsgerichte und des Reichsarbeitsgerichts, denen in der Unabhängigkeit des Richtertums wur­zelnde Vollmachten gegeben werden müßten. In den

Arbeitsgerichten selbst müsse die gesamte deutsche Arbeiterschaft ihre Mitverantwortung haben, jed­wedes gewerkschaftliche Monopol sei zu verwerfen. Wertvollste Produktions- und Lebensenergien durf­ten in Zukunft nicht mehr durch Streiks und Aus­sperrungen vergeudet werden.

Bor der Reichstagsdebatte über den Eisenkorrflikt.

Berlin, 9. Nov. (VDZ.) Als Sprecher der Sozialdemokraten in der Lttbettslampfdebatte im Reichstag ist der Abg. Brandes, der Vor­sitzende des Deutschen Metallarbei^erverbandes, vorgesehen. Die demokratische Reichs'.ags- fraktton tritt am Montagvormittag zu einer Sitzung zusammen, in der der Wortlaut eines demokratischen Antrages zum Arbeitskonf.ikt feft- gelegt werden wird. Die Reichsregierung will sich am Samstag in einer Kabinettssitzung mit der Lag« im Ruhrgebiet beschäftigen. Auf Grund dieser Kabinettsberatungen wird dann Reichsarbeitsminister W i s s e l l am Mon.ag im Plenum des Reichstags seine Erllärung namens der Reichsregierung zu den vorliegenden An- treigen abgeben.

Oer Zn-ustrieführer.

Aus einer Rede Geheimrat DuiSbergs.

Köln, 8. Nov. (TL1.) Aus einer Rede, die Geheimrat Professor Dr. C. Duisberg anläßlich der Eniweihung des Earl-Duisberg-Realghmna- fiums in Wiesdorf bei Köln hielt, seien die folgenden Sätze als angesichts der gegenwärtigen Wirtschastslärnpfe in der Eisenindustrie besonders bemerkenswert herausgehoben.

Man stellt sich, so sagte Dr. Duisberg, die Männer der Großindustrie immer a l s Dikta­toren, als Männer der Faust mit rücksichts­losem Gewinnst reben hin. Durch meine Tätig­keit aLs Vorsitzender des Reichsverbandes der Deutschen Industrie habe ich aber die Lieber­zeugung gewonnen, daß die führenden Männer Der Industrie stets Die eigenen Interessen hinter die Der Allgemeinheit stellen. Auf Den Schultern Der Industriellen ruht eine große Verant­wortung, lastet die Sorge für Lausende von Arbeitern und Angestellten. Die Industriellen fühlen sich dafür verantwortlich, daß Die gesamte deutsch« Wirtschaft eine gesunDe Entwick­lung nimmt und sie halten es für ihre Pflicht, gegen Erscheinungen und Maßnahmen anzu- kämpfen, Die bei Dem schweren Wettbewerb am Weltmarkt z u einer ernsten Gefähr­dung unserer Wirtschaft führen und da­mit letzten Endes auch der deutschen Arbeiter­schaft zu schweren Schaden gereichen müssen. Bisher ist es gelungen, trotz heftiger Erschütte­rungen die wirtschaftliche Grundlage der Exi­stenz unseres Dolles ausrechtzuerhalten und sogar große Industrien wieder aufzubauen. Auch in der Zukunft wird die Hauptsorge der führenden Männer unserer Industrie Dem Fortschritt und der Blüte unserer Vollswirtschaft gelten.

Der Entwurf enthält auch die Ermächtigung für die Regierung, eine Liste Der Berufskrank­heiten auszustellen. Der Vertreter des Tlinifte- riums sagte die von Frau Schröder verlangte Mit­teilung der beabsichtigten Liste zu. Er wandte sich feiner gegen den Vorwurf, die Sozialversicherung fei nur em kleines Mäntelchen. Das Mäntelchen sei zum mindesten recht teuer; Denn es habe ohne die Erwerbslosenoersicherung 1927 rund 3,7M illiarden gekostet und werde 1928 wohl 4 Milliarden kosten. Auch der Vertreter des Reichs­rates wies auf Die hohen Kosten, Die Die Novelle schon ohne Die verlangte Erweiterung für die Län­der bringe.

Polen und die Meinlandräumung

Zaleski verzichtet auf rin Dstlocarno.

Königsberg, 8. Noo. (WTB.) Die ,^Ostpreuß. Zeitung" veröffentlicht eine Unterredung eines ihrer Mitarbeiter mit Dem polnischen Außenminister Za- leski. Danach hat Minister Zaleski erklärt: Ich stehe Den Wünschen nach einer Räumung des Rheinlandes keineswegs ablehnend gegenüber. Was ich dagegen vermieden sehen möchte, ist, daß man den Versuch machten könnte, die Frage der Rheinlandräumung zu einer Aktion zu mißbrauchen, die Die Stellung Polens schwächen könnte. Auf Die Frage, was Minister Zaleski unter einer möglichen Schwächung der Stellung Polens Der stehe, ob er Damit inDireft sagen wolle, daß er für Die Sicherheit Polens ein sog. O st-Locarno für notwendig, oder den jetzigen vertraglichen Zustand für ausreichend erachte, antwortete Minister Zaleski mit großer Entschiedenheit: Unter einem Ost-Lo­carno versteht man gewöhnlich einen Vertrag, Der Die Sicherung unserer Grenze mit Deutschland u n - ter Die Garantie Der Westmächte stellt. Eine solche Garantie ist im K e l l o g g - P a k t ent­halten. Unter Der Voraussetzung Der Ratifizierung Des Kellogg-Paktes Durch Die beteiligten Mächte bin ich Der Ansicht, daß Der jetzige ZustanD in vertrag­licher Hinsicht Dem Sicherheitsbedürfnis Genüge leistet.

Ieiiungsverbote in Oberschlesien.

6 a t t o w i h, 8. Nov. (TU.) DerOberschle­sische Kurier" und DieKattowiher Zei­tung" sind am Freitag wegen Veröffentlichung eines Beschlusses, Den Die deutschen Abgeordneten des Sejm und Senats gefaßt haben, und der den Sejm­marschall Überreicht werden sollte, beschlag­nahmt worden. Der Beschluß lautet dahin, daß die deutsche Fraktion sich außerstande sehe, an Der für Samstag geplanten Festsitzung des Sejm teilzunehmen, weil im vergangenen Jahrzehnt lroh feierlichster Versprechungen nichts geschehen sei, um die Erhaltung des heiligen Erbes des deut­schen Volkstums sicherzuflellen. Daher sei der 10. November für Die Deutschen kein Tag Der Freude.

Oie Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung in Äerlin

In Der alten Autohalle am Kaiserdamm wurde Die Internationale Automobilausstellung eröffnet. Nach einleitenDen Musikoorträgen eines Bläsercyors begrüßte der erste Vorsitzende des Reichsverbandes Der AutomobilinDustrie, Dr. Allmers, Die Gäste. Ein Jahrzehnt der Verarmung liege hinter uns, und

dennoch sei die Ausstellung ein Beweis Des Auf- siieges Der KraftfahrinDustrie. Der Reichsverband her Automobilindustrie habe Die Gründung eines Forschungsinstitutes für Das Kraft- fahrwesen beschlossen und werde als erste Rate Dafür einen Betrag von 500 000 Mark bereitstellen. Die Aufgaben des Instituts sollen Vereinheit­lichung undVerbilligung Der Autoindustrie fein. Die deutsche Autoindustrie entbiete den Ver­tretern Der ausländischen Konkurrenz vor Dem Tur­nier ritterlichen Gruß. Die auslänDischen Gäste mögen Daheim berichten, Daß alle, vom Wirischafts- führer bis zum Arbeiter, an Dem Wiederauf- bau unseres geliebten VaterlanDes arbeiten Dr. Allmers wies auf das Beispiel eiserner Pflichterfül­lung hin, das der ehrwürdige Reichs Präsident dem deutschen Volke biete und schloß mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland, in das die Versamm- lung begeistert einfiel und gemeinsam Das Deutsch- landlieD sang.

Der Präsident Des Automobilklubs von Deutsch­land, Graf Arnim-Muskau, sprach als Ver­treter der Verbraucher Des Kraftfahrverkehrs. Im Namen der Stadt Berlin beglückwünschte Oberbürger­meister Böß Die Veranstalter Der Ausstellung. Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius gab sei­ner großen Freude Darüber Ausdruck, daß nach 17jähriger Pause die deutsche AutomobilinDustrie wieder in der Lage sei, gemeinsam mit Dem Aus­lände wieder eine große Ausstellung zu veranstal- ten. Die Ausstellung gebe ein anschauliches Bild von Den technischen Fortschritten Der KraftfahrinDustrie und zugleich wertvolle Ver­gleichsmöglichkeiten. Ungeachtet aller Schwierigkeiten ist Die Deutsche AutomobilinDustrie in zäher Arbeit an ihren WieDeraufbau herangegan- gen und steht mit ihren Konstruktionen beute wie­der auf der Höhe. In ihren neuen Modellen nimmt sie jeden Vergleich mit Dem AuslanDe auf. Von Der erfreulichen Ausdehnung Des weltwirtschaftlichen Verkehrs werden Die Automobilindustrien aller Länder hoffenllich reichen Nutzen ziehen können.

Aus aller Wett.

Furchtbare Explosionskataftrophe in einer amerikanischen Schuhfabrik.

3n Lynn (Massachusetts) ereignete sich in einer Schuhfabrik eine Naphta - Explosion, bei Der bas Gebäude sofort in Jlammen aufging. Bis 9 llhr morgens waren als Opfer Der Lxplosionskalastrophe zwölf Leichen geborgen. Die Zahl Der verletz­ten beträgt über 20. 3n der allgemeinen Aufregung ist es bisher unmöglich gewesen, festzustellen, wie- viele Personen in Der Schuhfabrik beschästtgt wa­ren. Die erste Explosion es handelte sich um eine Zetluloidmischung erfolgte um 8.35 llhr. In Den nächsten Minuten wurde durch mehrere kleinere Explosionen eine Wand des einstöckigen Fabrikgebäudes herausgedrückt. Zwei Leichen wurden auf Die Straße geschleudert. Zahlreiche be­nachbarte Wohnhäuser wurden Durch die flammen in Mitleidenschaft gezogen. Unter Den Toten be­findet sich eine Mutter mit ihren Drei Kindern, die in einem benachbarten Wohn­hause beim Frühstück von den aus Dem Fabrikgebäude durch die wohnungsfenster schlagen­den Flammen getötet wurden, während die übrigen Mitglieder der Familie, der Vater und fünf Kin­der, mit leichten Brandwunden davonkamen.

Der Aetna beruhigt sich.

Nach Den letzten Meldungen aus Catania ist Die Ausbruchstätigkeit Des Aetna im Abnehmen begriffen. Obwohl Der Eisenbahnverkehr nicht unter­brochen ist, wurde ein Ergänzungsverkehr z u Was- s e r zwischen Den Städten Syrakus, Catania und Messina mit zwei Dampfern aufgenommen.

Bei einem Aulounfall getötet

In der Kolonie Berlin-Grunewald fuhr in den frühen Morgenstunden ein Automobil auf Den Bürger st eig unD gegen einen starken Baum, Der umstürzte, wobei ein Straßenpassant ge­tötet wurde. Zwei Insassen des Autos wurden so schwer verletzt, daß sie Dem Krankenhaus zugeführt werden mußten.

Ein Auto vom Zug überfahren.

Das Quito des Gutsbesitzers Stöckle aus Unter» töying«! (Bayern) fuhr im schnellen Tempo ge­gen bi« Bahnüberf ahrt Der Lofolbahn WörishofenTürlhüm, wobei der Gutsbesitzer infolge des unübersichtlichen Geländes den eben Herannaßenden Personenzug übersah. Das QLuto wurde vom Zuge ersaht Stöckle wurde völlig verstümmelt, so dah der Tod auf der Stelletnttat. Die in der Begleitung Stöckles befindliche Kassiererin erlitt so schwere Ver­letzungen, daß sie kaum mit Dem Leben Davon­kommen Dürfte. Das Auto wurde vollkommen zertrümmert. Der Anprall war so stark, Daß auch ein Wagen Des Zuges beschädigt wurde.

Schweres Flugzeugunglück In Serbien.

In Neusatz (Iugoslavien) verunglückte ein Mi­litärflugzeug, Das in geringer Höhe über Der Stadt Flüge ausführte. DaS Publikum bemerkt« plötzlich, Daß sich ein Flügel Des Apparats dorn Rumpf löste. Im nächsten Augenblick stürzt« Das Flugzeug auf das Dach eines Hau- s e s und von Dort auf Die Straß«, wo es zer­trümmert liegen blieb. Unter Den Trümmern wurde außer Der Leiche des Piloten auch ein junges Mädchen, eine Schülerin Der Neu- saher Handelsschule, schwerverletzt aufge* funDen. Als sie im Spital zur Besinnung kam, gab sie an, daß sie Den Flug als Passagier m i t g e m a ch t habe. Diese Erllärung nef Ueber» raschung hervor. Da Militärflugzeuge weibliche Personen als Passagiere nicht mitnehmen Dürfen und man anfangs glaubte, daß das Mädchen von Dem abstürzenden Flugzeug verletzt worden fei. Man vermutet ein Liebesdrama. Vom Publikum tourDen ein Passant und Drei Kinder durch das abstürzende Flugzeug schwer ver­letzt.

Frecher Naubüderfall in Berlin.

In Moabit wurde mittags auf Den Kauf­mann Wessel ein verwegener Raubüberfall ver­übt. Wessel betreibt in einem zweifenstrigen Laden eine Likör-Großhandlung. Ge­gen 11.30 Llhr betraten zwei Burschen das Ge­schäft und forderten zwei Liköre. Als Wessel ihnen erklärte, daß er nur Flaschen verkauf habe, entfernten sich beide wieder. Knapp fünf Mi­nuten später erschienen Die beiden, in deren Be­gleitung sich jetzt zwei weitere Burschen befanden, abermals im Laden. Während zwei sofort über den Ladeninhaber hersielen und ihn zu Boden schlugen, eilte ein anderer an Da« Telephon und Durchschnitt Die Lei - t u n g. Der vierte Täter hat!« inzwischen di« Ladenkass« erbrochen und ihren Inhalt an sich genommen. AIS Wessel um Hilfe rief, wurde er mit einem Dell bedroht. Den Tätern gelang es, wer formt zu entkommen.

Oie Wetterlage.

ÖireiHns.

W

Röst-

18 <3

755

Vonnerstaa, I. 8. NoVt>. 1928,7" abdS.

® wontenros <$ ntner O naro eefleciL ) -o"'» oeaten «toew » Schote 6 Graupeln, e ntoti K 6rwi!ter.(g)W'0dS«'e-0' «W «irntrr Osi «eisige' SiMsuowest Q sturmoane» tordwejl Ott »feilt ruegtn mn dem winde. P*< »etdtn ititronen sienendtn Za* ten ootn die Temperatur an. Pie Linien eertHnden Orte eul aieiOc» twi rvtrcyivitfcv umaererfwif» Uifidreca

Wetervo raussage.

Die südliche Störung bewegt sich ostwätts weiter und die Witterung Mitteleuropas gelangt mehr un ter Den Einfluß Der Nordwestseite. DaDurd) roirD ein Kaltluftzustrom heroorgerufen. Der Den über Den britischen Inseln lagernDcn Druck nach Mitteleuropa ansaugen Dürfte. Unter Dem Einfluß hohen Druckes steht stärker aufheiternDes und vorwiegend ttockencs Wetter bevor. Die Temperaturen, Die eine geringe Zunahme erfahren haben, werben erneut sinken und nachts um null Grab zu liegen kommen

Wettervorhersage f ü r Samstag: Wolkig mit Aufheiterung, wieder kälter, Tempe­raturen nachts um Den Gefrierpunkt, trocken.

Witterungsaussichten für Sonn­tag: Weiterhin teils wolkig, tells aufheiternDes Wetter ohne stärkere Temperaturänderung, Durch­weg trocken.

Lufttemperaturen am 8. November: mittags 8,1 Grad Celsius, abends 6,6 Grad Celsius; am 9. Nov.: morgens 6,4 Grad Celsius. Maximum 8,1 Grad Cel­sius, Minimum 5,4 Grad Celsius. (ErDtempera- turen in 10 Zentimeter Tiefe am 8. November: abends 5,8 Grad Celsius; am 9. November: morgens 5,7 Grad Celsius. Sonnenscheindauer \¥\

1 Stunben.