Ausgabe 
9.11.1928
 
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Aus der Provmrialhauptstadi.

Gießen, den 9. November 1928.

Liewer ^edakzionsonkel.

Ich hob der lang net geschriwwr. Ich hatt fei Zeit net. Ich war an mrr m Gesellestick Jot unser Priefung. unn do muht 'H mich banvarrsch dranhalte, damit ich mei Geselleschdrck noch recht- zeidig serdig krag. Es is mer namUch, lrewer Onkel, mit Reschbekt ze vermelde krrzlich en ganz barwarischer Schrecke in mer Le^lrngslnoche ge- fahrn. weil'S ferzlich Aner in der Paus be m Fortbildingsunnericht gesagt Hot drowwe im ahlde Klinik dismol warsch noch s letzte Mol, deh mer unser Gesellepriefung ohne Prima- zeugniß mache kennte, unn vom nächsde Iohr ob mihte alle Schusderlehrling e richtig Maduri- dädszeugnih howwr wie die Sturrende, die wo alleweil Widder hierherlomme unn wo deswege siele Leut wider so fiel besser duhn schlafe duhn klmne. Warum? Weil die, wo die Sturrende sinn, nachts der Bolizei duhn achtpafse helfe, unn weil de Sturrende ihr Geld aach fein Kuhedreck net is, was ich meim Meisder schunt oft gesagt hob. wo e r awer gesagt Hot, 'en Lehrling verstand vo der Bevölkerungsbolidik nix. unn die Sturrende wär'n doderbei in Gäiße e Sach for sich. Umr wie ich en dann gefragt hob, wie s dann mit dem Maduridäsreifeexame for die kinfdige Schuster- buwwe wär, oa Hot er mich emol scheel vo der Seit a'geguckt, Hot aus Versehe uff en neue Lackschdiwwel gespuckt, wo demnächst zur Aus- schdellung komme soll. Hot vor lauter Aerjer den Lackschdiwwel ze wiche o'gefange unn Hot ge- krifche:Läusbub dommer, biste gepickt? Aka­demisch gebildeter Schusderbub? Dich Hots! Wer will dann demnächst dene Deehgefäher Bauern im Dugelsberg noch die Schdiwwel mache, die wo se aach howwe misse, mit geheerige Nagels- köpp unne drunner, wann jeder Schusdersbub aach noch Ladern lerne muh? Schlächgkopp" se^gt mei' Meisder zu mer! .Frieher Hot s bei gewiße Meisder gehrihe:In de notwendigste Fächer nvtdirstig bestanne.' 11 nn die Menschheid is aach net driwwer ze gründ gange! Wann de mer noch emol von denr Schusderackedemiker a'fängst, dann komm' ich der uff de Kopp!, Läusbub dommer. Hälfst ja Schneider Wern kenne, uff der Schnei- derackademie! Kaaf der doch en Zebbelin. wann de so hoch enaus willst. Wann de nadierlich das Geld dazu host, dreidauhig Doller, ohnig Knöbb, Kamehlgarn unn Zwirn, i^ewigbei gesagt."

Ich möcht bleehlich emol wisse, ob die, wo im Zebbelin mitgefahrn sinn, aach uff ihrer Reis Schdiwwel a'gehabt habbe?Mit Ausncchm von dem blinne Dassaschier, der sich hamlich uff feine Schdrimp in e Blaugaskabinche geschliche Hot," hob ich gekrischenMeisder, «hend nenne se d e n blind, der fei' Aagedeckel geheerig nffgemacht Hot. grat) den. wo die gescheide annern finf Dutzend Mitfohrer net geseh howwe! Wer woarn dann eigendlich, mit Derlaab gefrogt, die blinne Bafsaschiern? Zer St ros mich der Läusbub aus Amerika alleweil drei Tag lang 's Geschirr spiele, denn se konnten en doch net, ohne Pah, wo er net bei sich gehobt Hot, ins adlan- dische Otzean enunner plumse lofse. Dos wär jo unmenschlich grauham gewesd. Llberobo, von weje Geschirr spiele! Ich alaab als, mit dere Aerweit kennt'- net so weit Hergewese sei."Dorimm," frägt der Meisder.No," mein ich.uff SchusderS Rappe, mit Berlaab gesagt, schwebt mer siche­rer dovchS irdische Dasein, sagt mer mein Schusderverschdand; unn da drowwe soll's als

Oer Betrugsprozeß in Gießen.

Oie Urteilsverkündung.

Gießen, 8. Nov. In der Strafsache gegen die Angeklagten S> R. und He. vor dem Er­weiterten Schöffengericht v.r.ündete heute abend gegen 6 Uhr das Gericht das Urteil.

Die Angeklagten H. und R. wurden des be­trügerischen Bankerotts in Tateinhrit mit einem Konkursvergehen, weiter deS Betrugs in zwei Fällen und des Detrugsversuchs in einem Fall, sowie H. der Untreue in 12 Fällen und R. der Untreue in 8 Fällen für schuldig befunden. Der Angeklagte H. wurde zu einer Gesamtstrafe von drei Iahren sechs Monaten Gefäng­nis, der Angeklagte R. zu einer Gesamtstrafe von ein Iayr zehn Monaten Gefäng- n i s verurteilt, wegen der übrigen angeklaglen Fälle wurden H. und R. mangels ausreichenden Beweises freigesprochen. Auf dir erkannte Strafe wurden den Angekiagten 5 Monet? 2 Wochen d:r erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung ge­bracht. Außerdem wurde die sofortige Ver­haftung der beiden Angeklagten wegen Flucht­verdachts angeordnet.

Der Angeklagte He. wurde von der Anklage wegen Untreue in einem Falle mangels hin­

reichenden Beweises freigesprochen. Aus der alsdann mündlich Dorgetragenen Urteilsbe­gründung ging hervor, daß öu offene Handels­gesellschaft H und R. spälestms Ende des Iahres 1925 ihre Zahlungen e.ngrstellt hat. Weiter er­achtete das Gericht für fcstgestellt, daß H. durch übermäßigen Aufwand auherhalö seines Hauses erhebliche Summen verbraucht hat. Es bestehe auch kein Zweifel, daß H. und R. lediglich in der Absicht, ihre Gläubiger zu benachteiligen, keine ordnungsmähigen Bucher geführt t)abrn_ Vur mit Rücksicht darauf, dah die Angeklagten noch nicht vorbestraft s.nd. habe man sich nach langem Ueberlegen entschlossen, ihnen mildernde Umstände zuzubilligen. Darauf wurden die ein­zelnen unter Anklage stehenden Fälle behandelt, wobei das Gericht betonte, dah es nicht den geringsten Anlaß habe, an der beeidigten Aus­sage irgendeines Zeugen zu zweifeln. Von der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte habe man nur aus dem Grunde abgesehen, weil das Gericht annehme, daß die Angeklagten haupt­sächlich infolge unglaublichen Leichtsinns sich zu ihrem Tun haben bestimmen lassen.

geheihe howwe:Platz gemachd, es komme die Soldadc, weh das Herz voll iS. deh geht der Mund iwwer!" Was brascht mer da viel Ge­schirr zu spiele? Do vergeht leicht der Abbeditt." Recht hoste," hat mei Meisder gesagt.Mir is es etzend sogar schon hier unne schläachd worn. Soll mer do net die Kränk kriege, wenn se iwwer den ameriganisch Läusbub so e Gedähds mache? Es fehlt bleeßlich noch, daß em dein Schdinnes sei' Dochder en Heiralsatrag macht! Ncnh Aache wäre alleweil schon gar fei Polsder- karde mehr ze hawwe, von Wege dem Tietz seiner neust Dehenswerdigkeit, unn gesdern hätte se en Eisenbahndirekzionspräsendent, der wo fein ge- polsderte Freifahrt schein gehobt hält, unn aach en dito Reichsdagsabgeordnete, in der H o l z k l a s s ohne Traglaste, wo aach so hamlich nach Aachen hawwe fahrn wolle, als blinne Passaschier unnere Dank erausgezoge unn der Tietz hätt aach dene zwaa seidene Herrn von Wege ihrer ganz außergcwehnliche Holzllassesahrt e ganz ugeheuerlich A'gebott gemacht.So was kann heutzedag vorkomme, Meisder," hob ich ge­fügt;mer tounnert sich iwwer nix mehr. Ich wunner mich aach net, wann der Zebbel bahld nach Gieße zcm Lichtfest kimmt unn iwwer unßerm elektrischbengalisch beleuchtete nördliche Stadtteil unn seiner Hauptstroß, die wo e unßere Zozzels- gäß'che is, zur Hewung des Fremdeferkehrs en Schleifeboge macht! Dann giebt 's wos ze gucke, Meisder."Her mer uff mit deiner Zukunfts- rnuhik! Es werd schon emol mehr Licht in Gieße Wern, Hot schon der ahld verstorwene Göthe gesagt. Do Hot er gewiß an anher nächhd Nachbarschaft, den Dammstraßedorchbruch, gedenkt."

Unn dann Hot der Meisder sein Lackschdiwwel Widder sauwer mache misse.

So geht'-, wenn mer sich ärjert

Hertzlich grieht Dich for Heut, liwwer Zeidungs- onfel

Del

Kallche au8 der Zozzelsgah.

<?or notigen.

Tageskalender f ü r Freitag Stadt- thcater.-Don Carlos". Anfang 19.30 Uhr, Ende gegen 22.45 Uhr. Deutscher Bund für djrHtl. Er­ziehung in Haus und Schule, Ortsgruppe Gießen: Familienabend, 8 Uhr, im Iohannessaal. Verein Rudersport Gießen 1913 e. V. und akad. Ruderab­teilung: Monatsversammlung, 8.30 Uhr, im Boots­haus. Deutscher Bauschulbund: Monatsversamm- lung, 20.15 Uhr, im Hotel Köhler, Westanlage. Lichtspielhaus, Bahnhofstr.:Alraune". Astoria- Lichtspiele:Der Postraub in der Teufelsschlucht".

Stadttheater Gießen. Aus dem Sladt- theaterbureau wird uns geschrieben: Die Klassiker­aufführung desDon Carlos" beginnt heute Abend bereits um 19.30 Uhr. Spielleitung hat Oberspiel­leiter Hans Tanner t. Der außerordentliche Erfolg und vielseitiges Verlangen veranlaßt die In­tendanz, den ersten Tag des Kammerspielzyklus am Sonntag, 11. November, 15.30 Uhr einmalig zu wiederholen. Das preziös-muntere Kammerspiel Die Mitschuldigen", ein Lustspiel in Versen des jungen Goethe Spielleitung Intendant Dr. Rolf P r a s cb geht wieder in Szene. Vorher wird das collegium musicum der Universität unter Lei­tung von Dr. Stefan Temesoary Mozarts Serenade in l)-Dur" für Streichorchester und Pauken zum Vortrag bringen. Abends findet die letzte Aufführung von Arnold und Bachs SchwankUnter Geschäftsaufsicht" als Fremdenvor­stellung Beginn 18 Uhr statt.

* Der Engere Ausschuh ber Gie­ßener Studentenschaft im Winter­semester 1928/29 letzt sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender: stud. med. Otto Henningsen, 2. Vorsitzender: stud. jur. Armin Brehms, 1. Schriftführer: stud. phil. Erich Schmitt, 2. Schriftführer: stud. jur. Kurt Fihau, 1. Kassen­wart: stud. jur. Wilhelm Klaus, 2. Kas entoart: stud. forest. Ernst Pfnorr, Beisitzer: stud. jur. Theodor Mittler, Wetzlar; Kulturamt und Amt

REGEN. WIND U. SCHNEI

GEGEN SPRÖDE HAUT

SCHÜTZT Sie

für pokil. Billmnci: stud med. Schaum:

Pr sscamt: ud. Heinrich Kimmel; Lesehalle und Nachrichtenblatt: stud. med. Walter zur Nieden; Auslandsamt: cand. phil. Erhard An- tony; Dergünstigungsarnt: stud. jur. Kurt Fitzau; Aelteste der Studentenschaft: Assessor Wetzel, cand. phil. Karl Raiser. Gießen; GntlastungsauS-' schuß: cand. phil. Karl Raiser, cand. phil. HanS Richter, cand. jur. Ferdinand Weißgerber; Dar­lehenskasse der D. St. Gießen: cand. phil. HanS Richter, stud. phil. Erich Schmitt.

** Diebstähle. Der Poltzeibericht meldet: In der Nacht zum 1. November wurde in der Ebelstrahe eine verschlrehbare, aus Holzlatten be- steheirde Gartentür gestohlen, in der Nacht zum 3. November an einer Arbeitsstelle am Nah­rungsberg eine Sturmlaterne rmt Spaliereisen entwendet und am 6. November einem Besucher des Volksbades von seinem in der dortigen Fahr­radhalle abg stellten Fahrrad d e clektrische Fahr- radlatcrne sor.genommen. Am 3. November, mor­gens gegen 8y3 llbr, wurde in einem Hause im Seltersweg ein E.nbruchsdiebstahl ausgeführt. Der Dieb schlich sich durch den Flur in das obere Stockwerk und stahl einem Dienstmädchen ein schwarzes Portemonnaie mit 14 Mk. Inhalt, sowie eine kleine Kasette aus Weißblech mit Papieren und Qu.ttungSkartenbescheinigungen. Personen, die sachdienliche Angaben zur 2luf- klärung der Straftaten und zur Ermittelung der Täter machen können, werden um Mitteilung cm die Kriminalpolizei geboten.

** Grober Unfug. In den letzten Tagen wurde, wie der Polizeibericht meldet, der Richtungs­weiser (Einbahnstraße) im Seltersweg, Ecke Goethe- straße, abgerissen und fortgeschleppt. Leider gelang es bisher noch nicht, die Täter zu ermitteln.

(Deilere Lokalnachrichlen im 2. Blatt.)

Jean Weisel, (Heben, Sonnenstrabe 6, Telephon Nr. M

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artige Tabakmischung in Verbindung* mit dem neuen, gesetzt, gesell. Edelweiß - Mundstück ist ein so mildes, reines Tabakaroma erreicht w orden, wie man es bis­her nicht für möglich hielt. Keiner Äig;a retten- Fabrik in Deutschland ist es möglich,diese Zi­garette nachzuahmen.

Typ 5, ein ungewöhnli­cher Zigaretten name. Er wird verständlich, wenn man weiß, daß mit dieser Zigarette eine ganz neue Art, ein ganz neuer Typ geschaffen wurde. - - Typ S ist die Standard-Marke, d.h., das mustergültige Er­zeugnis deutscher Wert­arbeit. Durch die eigen-

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