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Cisenbahnunfall bei Dutenhofen.
Preise zu Rechnen. Weniger gefragt sind die s Wirtschaftskartoffeln, für die 3,30 bis 3,50 Mark bezahlt werden. Die Verfrachtung geschieht hauptsächlich nach dem Industriegebiet. — Da die Kartoffelernte weit besser ausgefallen ist, als | man erwartete, werden die Ferkel sehr ge- I sucht. Die Preise sind seit wenigen Woche: um mehr als 50 Prozent gestiegen. 6—7 Wochen alte Jungtiere kosten jetzt 16 bis 18 Mark. Sehr begehrt sind Einlegeschweine zur Haus- schfacht im Winter. Die Preise für Fettschweine halten sich schon seit Wochen auf derselben Höhe, je Pfund 72 bis 75 Pfennig.
Kreis Friedberg.
2$. Bad-Nauheim, 8. Oft. Heute früh wurde das 400 00 0. Vad in dieser Saison verabreicht. Das Vad wurde von einem ausländischen Kurgast genommen. Die Zahl d.r Kurgäste und der verabreichten Bäder haben bis jetzt wesentlich die gleichen Zahlen des Vorjahres überschritten.
Kreis Büdi.^rrr.
△ Nidda, 8. Okt. Die R e k t o r st e l l e an der hiesigen Volksschule ist durch Pensionierung des seitherigen Rektors Gatzert erledigt. Mit der Führung der Dienstgeschäfte des Rektors ist nun der dienstälteste Lehrer an der Volksschule hier, A. M a r g o t t, von der Schulbehörde beauftragt worden.
p. Bad Salzhausen, 8. Okt. Die Feldbc- reiniguna unserer Gemarkung ist jetzt soweit vollendet, daß am 25. Oktober die Ueberweisung der neuen Grundstücke an die Besitzer erfolgen soll.
ow. Ober -Widdersheim, 8. Okt. Gestern fand die Einweihung unserer im letzten Halbjahr renovierten Kirche statt. Superinten- dent Wagner von Giehen hielt die Weiherede, der Ortspfarrer die Predigt. Dekan S c r i b a von Nidda brachte die Wünsche des Dekanats zum Ausdruck und überreichte zwei Opferteller als Geschenk der Dekanatsgemeinden. Der Gottesdienst erfuhr eine wesentliche Verschönerung durch zwei Gesänge des Gemischten Chores unter Leitung des Lehrers Ganz dahier. Am Nachmittag wurde eine Gedächtnisfeier zur Erinnerung an die vor 400 Jahren, 1528 am Sonntag nach Michaelis, geschehene Einfüh-- rung der'Reformation in Ober-Widders- heim gehalten. Pfarrer Dr. Chelius von Dillenburg, ein Nachkomme des einst als erster evangelischer Pfarrer hier tätig gewesenen Magisters Pankratius Chelius, hielt die Gedächtnis- predigt; Prälat D. Dr. Diehl sprach in längerem Vortrag über die Einführung der Resor- mation in Ober-Widdersheim. Der neu ernannte Pfarrer der Nachbargemeinde Nodheim, Pfarrer Kornmann überreichte mit herzlichen Wünschen eine Bibel als Gegengabe seiner Gemeinde Rodheim dafür, daß Ober-Widdersheim vor vielen Jahren einmal die Gemeinde Nodheim mit Bauholz unterstützte. Sodann wurde eine älrkunde über die Erneuerungsarbeiten und über die der Kirche zuteil gewordenen Stiftungen verlesen und in den Altar eingemauert. Diesen Nachmittagsgottesdienst schmücki.e ein Männerchor unter Leitung des Lehrers Alles mit dem Gesang zweier Choräle. Anschließend an den Nachmittagsgottesdienst fand am Kriegerdenkmal vor der Kirche eine Ehrung der aus der Gemeinde Ober-Widdersheim und aus der Familie Chelius im Weltkrieg Gefallenen statt. Sodann war die Geineinde mit den erschienenen 60 Mitgliedern der Familie Chelius, mit den Stiftern und sehr zahlreichen auswärtigen Festgästen zu einer gemütlichen Kafseestunde versammelt; die Frauen der Gemeinde hatten den Kuchen dazu in reichstem Maste gespendet. Bei diesem Zusammensein brachte der Ortspfarrer allen beim Umbau und der Ausschmückung der Kirche Beteiligten, sowie der Orgelbau-Anstalt Förster & Nicolaus in Lich für die gelieferte vorzügliche neue Orgel, und allen Stiftern herzlichsten Dank der Gemeinde zum Ausdruck. Needereidirektor Chelius, Altona, bekundete in warmen Worten die Freude der Familie Chelius über die prachtvolle Wiederherstellung der Kirche und überbrachte die herzlichsten Segenswünsche der Gefamtfamilie Chelius. Prälat D. Dr. Diehl sprach dem Or.'spsarrer für seine Bemühung um die Wiederherstellung der Kirche Dank und Anerkennung aus. Ein von Schriftsteller Chelius, Stettin, eigens für diesen Tag geschriebenes F e st- spiel, das die Einführung der Reformation in Ober-Widdersheim behandelt, um dessen Einübung die beiden Lehrer unserer Gemeinde sich sehr verdient machten, wurde von Gemeindegliedern recht gut zur Darstellung gebracht. Bei einem F a m i li e n a b e n d, der abends 8 Uhr stattfand, wurde das Festspiel wiederholt; es fand in beiden Aufführungen allgemeinen Beifall und brachte den Darstellern allseitige wohlverdiente Anerkennung. Der Mandolinen- und Lauten- Chor der Mädchen • Vereinigung, der Gemischte Chor und die beiden Männerchöre haben unter Leitung der beiden Lehrer die Nachmittags- und Abendseier wesentlich verschönt. Möge von unserer altehrwürdigen Kirche, die nun wohl eine der schönsten Dorfkirchen im Hessenland geworden ist, in fernste Zeiten reicher Segen auf die Gemeinde ausgehen, die so grohe Ausgaben nicht scheute, um ein würdiges Gotteshaus zu erlangen.
heule vormittag gegen 9.30 Uhr ereignete sich am Ausgang des Bahnhofes Dutenhofen in der Richtung nach Giehen ein Eisenbahn- Unfall, bei dem großer Materialschaden entstand und ein Lokomotivführer erheblich zu Schaden kam. Heber den Unglücksfall ist nach den Ermittlungen und der Inaugenscheinnahme unseres im Kraftwagen an die Unglücksstelle geeilten Redaktionsmitgliedes folgendes zu berichten:
Bor dem Bahnhof Dutenhofen, in der höhe der Weichenanlage, die her Gleisabzweigung nach dem Bahnhof Bergwerkswald bei Giehen dient, befand sich ein A r b e i t s z u g , der mit Material beladen aus dem Bahnhof Dutenhofen in Richtung Giehen herausgefahren war. Das personal des Arbcitszuges hatte das Material in der Nähe der Weichenanlage abgeladen, und nun drückte die Maschine den Wagenpark in langsamer Fahrt rückwärts nach dem Bahnhof Dutenhofen zu. Die Sicht war infolge starken Nebels sehr behindert. Als der Arbeitszug langsam zurückrollte, kam im gleichen Augenblick durch den Bahnhof Dutenhofen hindurch ein langer und schwer beladener G ü t e r ; u g in der Richtung nach Giehen. Dieser Zug hatte, wie man allgemein hört, das Signal: „Freie Fahrti" Infolge des starken Nebels bemerkte der Führer des Güterzuges aber zu spät, dah die Strecke in der Weichenanlage für ihn nicht frei war, dah sich vielmehr der Arbeitszug unmittelbar vor ihm in langsamer Rückwärtsfahrt nach Dutenhofen befand. Die Entfernung war, als der infolge des „Frei- Fahrt - Signals" weiterfahrende Lokomotivführer des Güterzuges die Situation erkannte, zu kurz, um den schweren Zug noch zum Stehen bringen zu können. Der G ü t e r z u g fuhr mit groher Wucht dem Arbeitszug von hinken in hie Flanke, wobei der Führer des G ü t e r z u g e s, der sich vor dem Zusammenprall aus der Lokomotive weit herausgebeugt hatte, um die Sachlage zu erkennen, von der Maschine herabgeschleudert wurde, hierbei trug her Beamte Verletzungen am Kopfe und Quetschungen am Rücken davon, die seine Uebersührung durch die alsbald herbeigerufene Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Ehirurgische Klinik zu Giehen notwendig machten. Es l-andelt sich um den Lokomotivführer Richard haacke aus Dillenburg.
Der Zusammenprall des Güterzuges mit dem ?lr deitszug muß nach dem Bild, das man an der Unglücksstelle sieht, sehr heftig gewesen sein; Ortsbewohner erzählen denn auch, daß ein weithin hörbarer Krach zu vernehmen gewesen sei. Die schwere
Am gestrigen zweiten Tage der Reichstagung des Deutschen Bundes für christlich- evangelische Erziehung in Haus und Schule fand vormittags die Hauptversammlung, Führer- und Vertretertagung statt. Die Verhandlungen hatten internen Charakter. Nachmittags folgte im Saale der Iohanneskirche eine öffentliche Bibelstunde, in der Dundesdirektor Winkler vor einer außerordentlich großen Besucherzahl in zündenden Worten ifber 1. Loh. 5. Kap., Vers 4 bis 13 sprach Der Abend brachte in der Neuen Aula der Universität den
zweiten öffentlichen Hauptvortrag.
Hier sprach nach einem Vortrag des K a l b - henschen Quartetts und nach gemeinsamen Choralgesang der llniversitätsprosesfor Dr. H u p f e l d-Rostock über das Thema: „Das evangelische Haus und die Dibel". Der Vortrag ist in folgenden Sätzen zusammenzufassen:
Es bestehen bei der Behandlung des Themas zwei Gefahren. Erstlich die, daß man von vornherein das evangelische Haus romantisch idealisiert, indem man etwa nach den Bildern von Ludwig Richter ober Hans Thoma ein unter den heutigen Verhältnissen doch nur selten Dorfommenbes Idyll zeichnet, ferner aber bie, baß man bas Thema schlicht erbaulich be- hanbelt, baß man etwa schildert, wie erst durch bie Bibel das evangelische Haus seine letzte Weihe erhält. 3m Angesicht der Tatsache aber, baß das „Haus mit der Bibel" weitgehend in Verfall geraten ist, muß die Frage tiefer gefaßt werben, muß gefragt werden, ob nicht vielleicht doch um eines zu naiven Bibelgebrauchs willen die Einheit zwischen Bibel unb Haus zerbrochen ist, muß bie Frage so gestellt werben: Welches Haus entsteht, wenn bie Bibel wirklich in ihm herrscht?
Das ursprüngliche Hausbuch bes evangelischen Hauses war nicht die Bibel, fonbern ber Katechismus. Erft der Pietismus hat bie Bibel in ben Häusern
Güterzugmaschine und ihr Tender, sowie die folgenden sieben beladenen Güterwagen sind e n t g l e i st. Unmittelbar hinter der Maschine ist ein Güterwagen, ber mit Nußkohlen beloben war, vollstänbig zertrümmert; er bildet ein quer über bie Strecke liegcnbes Chaos von Holz, unb Eisenteilen. Die nächsten Güterwagen sind gleichfalls erheblich ramponiert, namentlich finb bie Fahrgestelle unb bie seitlichen Aufbauten ziemlich mitgenommen. Don ben Wagen des Arbeitszuges find zwei Packwagen zertrümmert; her eine von ihnen ist durch die Wucht des Zufammen- stoßes auseinandergerifsen worden, bas Fahrgestell liegt umgestürzt auf ben Schienen, ber Oberbau ist zur Seite geschleubert; an bem anbern Packwagen ist namentlich ber Oberbau gänzlich zersplittert unb ebenfalls umgestürzt.
Zur Zeit unserer Anwesenheit an ber Unglücks- stelle — in ber 12. Mittagsstunbe — war zahlreiches Bahnarbeiterpersonal eifrig mit ben Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Das eiserne Fahrgestell bes einen zertrümmerten Packwagens würbe gerabe mit autogenen Schneibeapparaten zerlegt, um es vor allem von ben Schienen nach ber Seite hin roegbringen zu können. Die übrigen Wagentrümmer würben mittels Winbe hochgebracht. damit man sie ebenfalls zunächst seitlich an bie Böschung nieberlegen kann. Von Gießen unb Dillenburg finb Hilfszuge mit zahlreichem Ardeiterpersonal unb allen Hilfswerkzeugen zur Stelle. Das Bestreben ber Aufräumungsarbeiten geht zunächst dahin, wenigstens ein Gleis ber Strecke Gießen—Wetzlar schnellstens roieber betriebsfertig zu machen. Zur Zeit finb beibe Gleise für jeben Verkehr gesperrt, ba sich bie Trümmer über den ganzen Bahnkörper verteilen. Der Personenverkehr wird zwischen Gießen unb ber Unfattstelle burch Penbel- betrieb aufrechterhalten, ebenso ist Zugpenbelverkehr zwischen Wetzlar unb dem.Bahnhof Dutenhofen eingerichtet. Man hofft, wenigstens ein Gleis bis heute gegen abenb roieber befahrbar machen zu können. Dagegen wirb bie Wieberherftel- lung ber stärker in Mitleidenschaft gezogenen Mitte des Gleiskörpers wohl erst morgen früh beendet sein. 3m Zentrum der Weichenanlage, an ber Entgleisungsstelle ber schweren Güterzugsmaschine, sehen bie Schienen besonbers wüst aus; zum Teil finb bie starken Stahlschienen völlig krumm gebogen, im übrigen ist das Gleis auf der einen Seite in bie Höhe gebrückt worden, während sich die andere Seite in die Bettung eingedrückt hat. Die Ausbesserung an dieser Stelle dürste wohl auch im Laufe des morgigen Tages noch nicht abgeschlossen fein.
lieber die Schuldfrage hört man einander widersprechende Behauptungen. Eine einwandfreie Klärung " .r Sachlage kann natürlich nur die amtliche Unk. -djung ergeben. Die Unfallstelle war heute mittag bereits das Ziel zahlreicher Neugieriger aus den benachbarten Dörfern unb aus Gießen unb Wetzlar.
heimisch gemacht. Er ist ber eigentliche Schöpfer ber fingenben unb betenben, ber aus Gottes Wort leben- ben Hausgemeinbe. Aber er hat die Bibel vorwiegend unter bem Gesichtspunkt inbivibuell erwecklicher Wirkung im Haus gebraucht. Gleichzeitig aber erwartete er von ihr bie Festigung ber für bas Haus bezeichnenben Autoritätsverhältnifse. Gegen beibe Arten bes Gebrauchs ber Bibel erhob sich im Bereich bes Hauses selbst mit fteigenber Gewalt Wiber- spruch. Sowohl die jüngere Generation wie auch bas Hauspersonal wehrte sich gegen bie innere Vergewaltigung, gleichzeitig aber auch gegen bie zum Teil im Dienst irdischer Autoritäten aufgebrängte äußere Vergewaltigung burch bas Heilige Buch voll göttlicher Autorität. Gleichzeitig würbe auch burch bie soziale Entwicklung ber heutigen Zeit, burch bas Aufhören ber Familie als Arbeitsgemeinschaft bas evangelische Haus von außen her zersetzt. Das ist die Frage, kann vielleicht von einem richtigen Bibelgebrauch her aus ben Ruinen bes zum Trümmerfelb geworbenen evangelischen Hauses neues Leben erwachsen? e
Der bisherige Dibelgebrauch im Hause sah das Haus im wesentlichen als eine feststehende Größe an, die durch die Bibel ihre letzte Stützung erhielt. Das entsprach überhaupt jener weitverbreiteten Auffassung der Religion, daß sie dazu da sei, die irdischen Autoritäten zu stützen. Im Grunde ist aber in der Bibel eine ganz andere Richtung lebendig, eine ausgesprochen dynamische. Sie macht allen irdischen Gewalten gegenüber die übergeordnete Autorität des abioluten heiligen Gotteswillens geltend. Sie idealisiert deshalb auch in keiner Weise das Haus, im Gegenteil, sie deckt überall die menschenvergöt ernde Ichsucht, die gerade auch in glücklichen ^amilien oft in der Form der Srlbstvergötterung der Sippe oder der gegenseitigen Vergötterung der Ehegatten bzw. der Kinder herrscht, als gottwidrig auf. Die stellt gerade auch der Eltern Sünden ins helle Licht. Es geht von ihr eine alles menschlich Hohe und Stolze richtende Gewalt aus.
Häuser, die sich wirklich unter diese Gewalt stellen, tragen aber nun die Möglichkeit in sich, auch mitten im Zusammenbruch unserer Zeit echte Hausgemeinden in tieferem Sinn zu werden. Es entsteht ja hier eine Gemeinschaft von Menschen verschiedenster Art. die dadurch, daß sie sich einander in gleicher Sünde stehend und durch gleiche Gnade gerettet wissen, nun doch miteinander ganz tief verbunden sind und innerhalb derer in keiner Weife der Versuch gemacht wird, $u vergewaltigen, besonbers nicht etwa im Dienst rrbischer Gewalten die Bibel zu gebrauchen. Gleichzeitig aber kann ein ernsthafter Bibelgebrauch, bei dein sich das ganze Haus wirklich unter die Gewalt der erbarmenden Liebe stellt, die aus dem Evangelium her wirksam wird, nur dazu führen, Häuser erwachsen zu lassen, die sich nicht in sich selbst verschließen, sondern fern aller egoistischer Sippenvergötterung sich zum Dienst an der Gesamtheit verpflichtet fühlen, die sich Einsamen und Notleidenden öffnen und den Weg ins Volk und in die Gemeinde finden.
Sollen solche Häuser entstehen, dann ist nicht nur eine Vorbedingung die Hausandacht, in der, umrahmt von Lied und Gedicht nicht so sehr gelesene Andachten, als das Bibelwort selbst im Mittelpunkt stehen sollte, sondern auch ein individueller Schrifioerkehr der Hausgenossen mit der Bibel, ein sich Anredenlassen der Eltern durch ihr Wort, eine nicht zu späte Gewöhnung an still besinnliches Lesen ausgewählter Bibelabschnitte auch bei den Kindern, dann ist der Ausbau von Hartsandachten bei besonderen Gelegenheiten (Festen, Geburtstagen) zu Hausgottesdiensten, dann ist auch das Mitarbeiten bei denjenigen Berührungen, die etwa die Kinder sonst mit der Bibel haben, in Kindergottesdienst oder Religionsunterricht eine Voraussetzung. Der heilige Ernst aber des Bibelwortes ist für die Hausgemeinschaft nur tragbar, wenn doch immer wieder dafür gesorgt wird, daß, auch gerade um der Freuds willen daran, Gott als heiliger Vater mit uns redet, um uns in seine Gemeinschaft zu ziehen, jeder solchen Hausseier ein freudiger Charakter gegeben wird. So können Häuser erwachsen, in denen der Herr wirllich einkehrt und die er als Werkzeug seines Willens an der Welt gebrauchen kann.
Die Ausführungen des Referenten waren von außerordentlich tiefer Wirkung auf das vollbesetzte Haus. Angesichts dieses erschütternden Appells, der die Herzen der Zuhörer bis ins Innerste packte, wurde auf einstimmigen Wunsch der Versammlung von der vorgesehenen Aussprache Abstand genommen. Der Vortrag soll demnächst in Druck erscheinen; er sei allen evangelischen Familien schon heute zur ernstesten Beachtung empfohlen.
Mit einem Instrumentalvortrag des K a l b - hennschen Quartetts, Schlußgebet unb gemeinsamen Choralgesang fand der eindrucksvolle Abend seinen Abschluß.
Obstausstellung im Vogelsberg.
*!* Ruppertenrod, 8. Okt. Die in unserem Orte hergerichtete Dezirksobstausstel- l u n g nahm in jeder Hinsicht einen glänzenden Verlauf. Nach mühevoller Vorarbeit während .der ganzen Woche konnte am Samstag früh Kreisdirektor Dr. Stammler- Alsfeld die Ausstellung eröffnen. Es werden hier nahezu alle Besucher festgestellt haben, daß auch der Vogelsberg in der Lage ist, wirklich schönes Tafelkchst hervorzubringen. Dabet darf nicht vergessen werden, dah dieses Jahr die Obsternte außerordentlich mäßig war. Für Preise standen 354 Mk. zur Verfügung. 3n der ersten Aufgabe errangen die Gemeinden Ruppertenrod und Ober- Ohmen erste Preise. Gustav Grün- Lehnheim und Adolf Momberger - Ruppertenrod erhielten die ersten Preise der zweiten Ausgabe. Die dritte Klasse wurde mit etlichen ersten Preisen bedacht. Diese entfielen auf Karl D ö l - zing Ill.-Groh-Felda, Gustav Grün-Lehnheim, August Finkernagel - Ruppertenrod. Otto Orth und Heinrich Fuchs II., beide a s Ruppertenrod. Aufgabe 4 brachte Theodor Schmidt- Ermenrod, Adolf Reiber, August Finkernagel und Ioh. Heinrich Otter- dein, alle drei aus Ruppertenrod, erste Preise. Mit der 5. Aufgabe begannen die Daselbirnen. Karl H a b e r m e h l - Groß-Felda und Heinrich übrig- Ermenrod zeigten hier das Beste und erhielten erste Preise. Die 6. Aufgabe, die zwei Sorten Wirtfchaftsbirnen zeigte, blieb ohne ersten Preis. In der 7. Aufgabe, Cinmachbirnen, trugen W. Velten-Ilsdorf, Wilhelm Hofmann, Heinrich Fuchs II. und Rudolf Horst- Ruppertenrod die ersten Preise davon. Klasse 8, hervorragende Lokalsorten, blieb ohne erste Auszeichnung. Dagegen entfielen auf die 9. Aufgabe fünf erste Preise. Diese erhielten Karl V ö l - zing III. und Adolf Becker aus Groh-Felda, Karl Tröller I. aus Merlau und Bürgermeister Dölzing und Heinrich Weber III,
Auskunft Über die richtige Verwendung des elektrischen Lichtes erhalten Sie bei ben Oöram-DerkaufssteUen, dem Elektrizitätswerk unb sonstigen Elektrosachgeschäften.
Reichslagmg des Sundes „Hais und Schule".


