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ticrf tootben" OZrin 2T6er brr Brief berichkele, Juliettchen «n jetzt als tüchtige Köchin bei Henry Ford. Das allein war schon des Stau­nens wert. Aber noch mehr die Schilderung, die Gic Schreiberin von ihrem Dienstherrn und seiner Lebensführung gab. Die Fords hatten, so hieß es da, ein schönes HauS. welches voll von 2lnti- uui täten sei. Henry Ford kaufe fortwährend alte Zachen ein and zahle dafür Unsummen. Für einen einzigen alten Sessel hätte er vor einiger Zeit viele tausend Dollar gegeben. Und dieser Geisel habe vorher eirem General in Washington gehört, der ihn seinerseits au- irgendeinem alten euro­päischen Schloß herübergebracht habe Henry Ford sei sehr vcrivöhnt und an manchen Tagen nähre er sich nur von den seltsamsten Leckerbissen, wie Froschschenkchln, Austern usw. Und jeden Tag zöge er sich ein neues Hemd an, ja manchmal sogar deren zwei ..

Man Wirch sich nicht Wundern, daß dieser Brief m dem böhmischen Dorf und in der tschechischen Kreisstadt die größte Sensation hervorrief. Julie Mattl aber war nun die Heldin des Ortes. Denn, nicht wahr?! Wenn man die Köchin eines Men­schen mit so kostspieligen Gewohnheiten ist. wie der Herr, io's Gescherrl dann muh doch auch an der Köchin etwas dran sein. Und so ist das Bauernmädchen und sein bedenklicher 2t u* durch Henry Ford glänzend in ihrer Heimat rehabilitiert worden.

Thcaterkrieg in Amerika.

(a) Reuyork.

Ein«>r der größten Theaterkonzerne der U.S.Ll., b:a Reuyorker Shubcrt Theatricai Company hat jetzt sem-Nn gefährlichsten Konkurrenten den Krieg erklärt und bedient sich solcher Mittel, wie sie m der Thcatergeschühte bisher völlig unbekannt waren. Der Syndikus von ShübertS richtete nämlich eine (Eingabe an die Staatsanwaltschaft und bat diese, die neueste Produktion der Thcatre Cuiscl-Gesellschaft, dos angeblich unmoralische Drama des auch bei uns bekannten Schriftstellers O ' Rcill, zu verbieten. Der zuständige Staats­anwalt war zunächst klug genug, zu erklären, daß er diese drastische Methode eines Trusts, die Konkurrenz vor der Behörde zu denunzieren, nicht guchcihen könne, versprach aber, sich das genannte Stück ..demnächst" anzusehen. Er ord­nete den Kauf von fünf Karten für sich und seine Begleiter an: die Billetts wurden sodann Anfang Juli für Ende Juli reserviert. Bis dahin ist Staatsanwalt Danton außerstande, das Theater zu besuchen, denn eS ist allabendlich aus­verkauf! und Amerika ist eben (wenn auch nicht ai-s -,l;cn Gebieten) ein ..gesetzliebendes" Land. Di- Cnbe Juli mußten demgemäß täglich rund 1230 Theaterbesucher das O'Äelllsche Sitten­dramaStvanae Jntedube unbeanstandet über sich ergehen lassen, dann aber wird sich die Obrigfcit ihr Urteil bilden uird unter Umständen kann da- Stück innerhalb von 24 Stunden ver­boten werden. Der Shubertsche Feldzug machte im den amerikanischen Theaterkreisen den denk­bar schlechtesten Eindruck, denn er ist natürlich ausschließlich auf Brotneid zurückzuführen. Die Thcatre üuild-2kxeinigung hat sich nämlich aus ganz Heinen Anfängen in wenigen Jahren und angeblich mit zumindest für amerikanische Be­griffe literarischen Mitteln zu einer angesehe- neai Firma emporgearbeitet und hatte bisher keinerlei Scherereien mit den Behörden, welche den Shuberts besonders in letzter Zeit häufig Schwierigkeiten machten. Der Syndikus war nun unvorsichtig genug, öffentlich ^uzugeben, daß er das beanstandete Stück nicht einmal gesehen hat, uqb dies gab den Rest: Shuberts möchten am It<5>ftcn eine Rückwärtskonzentrierung vornehmen, fcdin die Freigabe des O'Äeillfchen Werkes würde wahrscheinlich ihre Boykottierung zeitigen. So ell'üj wäre im alten Europa denn doch kaum möglich.

Lchadcnersatz für eine falsche Auskunft.

(r) Wien.

Der Wiener Arzt Dr. Robert Schwarz- ma nn wurde für den 26. Juni als Sachverstän­diger. zu einer Gerichtsverhandlung nach Klagen- fui geladen. Die Angelegenheit war für ihn von größter moralischer und materieller Be­deutung. Er erkundigte sich also eingehend, ob der Rachlzug ab Wien 22 Uhr fahrplanmäßig um ' .8 Uhr in der Frühe in Klagenfurt einläult. Die 2luSlunftei der Staatsbahnen bejahte diese

Frage, der Schallerbeamke am Bahnhof eben­falls. Erst m Zuge erfuhr der Arzt, daß die Fahrpläne am selben Tage (vielmehr in der Rächt vom 15. zum 16.) einige Aenderunaen er­fuhren und daß fern Zug erst gegen 11 Uhr vor­mittags das Ziel erreiche. Kuczentlckloflen ver- lieh Dr. Schwarzmann den Bummelzug in der nächsten größeren Stadt, mietete sich einen Kraft­wagen und gelangte auf diese Weife rechtzeitig nach Klagenfurt. Rach Wien zurückgekehrt, ver­klagte er die Staatsbahndirektion und forderte Schadenersatz, vielmehr die Erstattung feiner Auto'pesen. Er gewann denn auch den sonder­baren Prozeß mit der Begründung, daß die amt­liche Auskunftei der 25ahn für falsche Auskünfte unbedingt die volle Verantwortung trage. Die ..gemütliche-." Wiener Eisenbahner wurden mit Entlassung bestraft.

Man sieht, daß es in Wien mitunter auch recht ungemütlich fein kann.

Lauft wie die Affen!

ff) London.

W.r leben im Jahrhundert des Sports und der Körperpflege. Unzählig sind in den letzten Jah­ren die Rezepte meist angelsächsischer Herkunft, die uns dic merkwürdigsten Mittel vorschreiben, mit deren Hilfe wir alle. Männlein wie CSkib- lein, gesund und hübsch bleiben können. Der eine Gelehrte empfiehlt uns, mit den Ohren zu wackeln, damit die Stirnhaut und die Ge- sichtSmuskulatur immer geschmeidig bleiben, ein anderer wieder sieht das Heil der Menschheit in Kriechübungen aus der bloßen Erde. Der neueste Evangelist auf diesem Ge­biete ist Capitaitz Lowrh. dem der Rus eines großen Osteolvgen. auf gut deutsch: Knochen- kundigen, vor an geht.

Seine Lehre läßt sich in wenigen Worten er­schöpfen: Wenn ihr mit einwärt-geboge­nen Füßen lauft, werdet ihr niemaÖ mehr an Derdauungsbeschwerden leiden! Zieht ihr es dagegen vor, wie es leider die Mehrheit der schlecht beratenen Menschheit zu tun pflegt, beim Gehen die Füße hübsch auswärts zu setzen, so werdet ihr aus den lästigen und oft gefährlichen Magen»Jndigestionen niemals mehr herauskom- men! Wenn ihr lauft wie die Assen, die sich ja einer notorischen Gesundheit erfreuen, wird das Hüft­bein freier und ungelöster, das in einer auto­matischen Wechselwirkung zum Rückgrat steht. Wird dieses durch eine Zwangsstellung des Hüft­beins. wie sie unweigerlich beim Auswärts- laufen eintreten muß. ermüdet, so teilt sich dieses Gefühl durch das Rervensystem auch dem Ma­gen mit, und die Derdauungsbeschwerden sind da!

Eine sehr einfache und überzeugende Darstel­lung. nicht wahr? Ob aber insbesondere unsere Damen diese neue Heilbotschaft annehmen wer­den?

Oberheffen.

La» Dkreis Gietzeri.

]' Mainzlar. I. Aug. Während man sich zu Beginn der diesjährigen Bausaison noch fein klares Bild über die Ba utätigkeit in unserer Gemeinde machen konnte denn die Staats­zuschüsse waren seinerzeit stark eingeschränkt wor­den. ist nun erfreulicherweise durch die nach­trägliche Bewilligung einiger Zu­schüsse die Tätigkeit außerordentlich lebhaft. Es werden nunmehr bis zum Herbst sechs Wohn­häuser unter Dach stehen: und einige hiervon sollen auch noch bis zum Eintritt deS Winters bezugsfertig sein. Sehr zu wünschen wäre eS jedoch, wenn in der Gemeinde nach einem ein­heitlichen Ortsbauplan gebaut würde, denn von den im Bau befindlichen Wohnhäusern kommt ein Teil auf Grundstücke zu stehen, wo noch keine Baufluchtlinie vorhanden ist. Aus diesem Grunde entstehen den Bauherren erhebliche Schwierigkeiten bei den Anschlüssen an das Licht­netz sowie die Wasserleitung, so daß diese das Was er vorerst noch in Eimern holen müßen, was besonders im Winter nicht so sehr angenehm sein dürste.

Burkhardsfelden. 8. August. Ein Unglücksfall mit tödlichem Ausgang er­eignete sich heute nachmittag in unserem Orte. Der Handelsmann Hermann Katz aus Lich wollte mit seinem Rade nach Hause fahren: in-

3u Hilfe, Hilfe...

Don 3. Braach.

Filmregisseur Bagtoner sauste den Strom ent­lang. sah. wie rin ins Wasser springender Dauer etnen Knaben mit sich ritz, und hörte Hilseruse. Das Auto hielt. Bagtoner und fein Chauffeur strebten zum Ufer und versuchten zu retten. Die B?:> thung gelang, schien aber keinen Dank zu fin i. 5er Mann schimpfte, und der Knabe schi

. ter laß mich leben ich bitte dich ich ehr dich an ich will zur Mutter ich mr . nach Hause laß mich leben Baker !ec.

Bagtoner war erschüttert. »Mann," fvug er, Warum sind Sie so verzweifelt, daß Sie glau­ben, einen nichtswürdigen Punkt hinter ihre Tage setzen zu müssen?

w'Stegen lumpiger Groschen. Armseliger fünfzig Mark. Wenn ich sie bis zum Abend nicht habe und woher soll ich sie nehmen werde ich gepfändet. Die Unehre die Scharche."

..Aber - Mensch Kerl wenn Sie wüß­ten. wie oft der Gerichtsvollzieher in meiner Wohnung war Das ist doch nicht schlimm. Jn der heutigen Zeit. Man nimmt sich zusammen und Ichasst um so stärker."

.Ja schaffen. Seit acht Monaten laufe ich umher und suche Arbeit. Umsonst Mit Muhe und mit den Erträgnissen einiger Felder hielten wir durch meine Frau, ich und vier Kinder. Sollen wir jetzt unser Land verlieren und zum Bettler werten? Eine Pfändung zieht alles hin­ter sich her Das ist ein altes, bäuerliches und rerbürgtes Wott. Der Himmel möge Jhnen ver- 3eiben, daß Sie es mir verwehrten, den rich­tigen Weg zu gehen. Jch mag nicht mehr Schluß. Das ewige Bangen habe ich satt."

Er schüttelte die Fäuste, klagte und weinte. Und der Junge hörte nicht auf zu flehen:Jch will zur Mutter - lob mich zur Mutter - wir wollen nach Hause du und i$ Barer, du darfst nicht in den Fluß zu Htlle. ihr Herren helft mir, ihr Herren zu Hilfe Hwe "

Unendliches Rlitlcid befiel 2? iotoner Er zog die Brieftasche und entnahm ihr einen Hun­derter.

Hier zugegriffen bezahlen Sie Jhre Schulden und legen Sie den Rest auf die Spar­kasse." sagte er und fuhr zufrieden davon. Er fühlte sich alS Wohltäter und steigerte die Selbst­gefälligkeit so stark, daß er im nächsten Ort an» hielt und dein Vorsteher sein Erlebnis erzählte. Er wollte weiteres für den Bauern tun.

.Herr, daS ist nicht notwendig," mußte er vernehmen. »Sie siird hcreingefallen. Der schein­bare Bewerber um eine außer Tätigkeit gebrachte Kehle stürzt sich alle zwei Tage in die Wellen. Wenn ihm von seinem Hause Sie haben die Billa int Wald bemerkt jawohl, zu einem solchen Besitztum hat es der Kerl gebracht ein Zeichen gegeben wird, daß ein für seine Zwecke hoffnungsvoll besetztes Auto naht, sprangt er in eine auch für Richtschwimmer ungefährliche Mulde und läßt sich herausziehen. Sich und den Knaben, dem er die Komödie eingedrillt hat. Rie geht er leer aus Er betreibt den Sturz als Geschäft. Verschiedentlich wurde gegen ihn corgegangen, aber es nützte nichts. Es tut mir leib. Jhnen nicht besser dienen zu können. Sehr leid."

Rach dieser Erklärung machte Baatoner drei Zustände durch. Zunächst raste er. Darrn lachte und zuletzt überlegte er. Auf der Haltestelle des Rachsinncns gestand er sich .Dagtoner, hast du jemals einen Künstler gesehen, der diesen Selbftnwrber auf Kredit im Darstellen der Der- zweiflung übertraf? Olein. Rie. Bei feinem war die Ekstase der Riederge chmetterihctt so groß. Uebcrall biteben Schein, MaSfe und Schminke zu spüren. Aber heute hier bei Gott, das ging ans Herz, das ergriff und schlug ein. Wie Wahrheit. Wie kalte nüchterne Wahrheit. Er befahl dem Ehauffeur umzukehven und vor der Billa an Strom und Wald Halt zu machen.

AlS Retter und Geretteter sich von neuem gegenüberstanden, meinte Bagtoner: .Jch drehe einen FLm. zu dem ich Jhoe Mitwirkung ge­winnen möchte Sprung ms Wasser und die mir vorher aufgeti'chte Flunkerri sollen Jhre einzige Tätigkeit darstellen. Als Gehalt biete ich Jhnen 1200 Mark. Dauer des BerlrageS zwei Wochen, die Teilnahme Jhres Sohnes einbegriffen.

»Danke, wurde erwidert. .Jch muß ablehnen."

. Wegen dcS Honorare»

M> verstehe Sie nicht.'

folge GabelbruchS stürzte er To unglücklich vom Rade, daß er bewußtlos Hegenblieb. Ob­wohl gleich Hilfe zur Stelle war. so tonnten die herbeigerufenen Sanitäter sowie Dr. Echaad von Lich nur noch den Tod feststellen.

Mrci» Ariedbcrg.

DLR. Friedberg, st. Aug. (Eine auswärtige Gesellschaft plant in der Gemarkung Ober-Mörlen die Errichtung einer Seidenraupenzucht und stellte an die Gemeinde das Ersuchen um lieber- laffung eines größeren Geländekomplexes. Nach Zu­stimmung durch den Gemeinderal werden nunmehr mit der Gesellschaft nähere Verhandlungen gepflogen.

= Ober-Mörlen. 8. Aug. D-e Provinzial- straßenverwaltung kommt gegenwärtig einem sehr dringenden Bedürfnis entgegen, indem sie die Hauplverbindungs- uni Durchgangs st ratze Bad-RauheimBad Homburg in einen ordnungsgemäßen Zustand versetzen lätzt. Der Kraftwagenverkehr hatte auf genannter Straße ein so starkes Ausmaß angenommen, daß im Oberbau sich Loch an Loch bewnb und ein sicheres Fahren unmöglich war. Um nun möglichst rasch die Straße dem Derkehr wieder übergeben zu können, arbeiten nicht toeniger als drei Damps- stratzenwalzen bei ununterbrochener zehnstündiger Arbeitszeit. Damit der neue Oberbau eine kräf­tige Verbindung mit dem alten bekommt, wird letzterer zunächst aufgerissen, mit neuan gefahren em Schotter überdeckt und dann gewalzt. Bis jetzt ist die fast 7 Kilometer lange Strecke von hier bis zur Landesgrenze über Ziegenberg hinaus fertiggestellt worden. Jn den nächsten Tagen wird man auch die Provinzicrlstraße Ober» MörlenRieder-Mörlen zu Ende bringen. So­fort soll mit dem Teeren der gewalzten Straßen begonnen werden, damit die schon längere Seif gesperrte Durchgangsstrecke rote bet dem Deriehr freigegebcn werden kann. Die Hilfsarbeiten wer­den hauptsächlich von Arbeitslosen von hier und den benachbarten Dörfern auSgesührt. Sie Post­autoverbindung Bad-RauheimUsingen ist leider durch die Straßensperre unterbrochen. Sie wirb vorläufig nur bis hierher in der Umleitung über den Johannisberg aufrechterhallen.

Kreiß Büdingen.

Ridda, 8. Aug. Die Jnstand - setzungsarbeiten auf der Straße Bad Sa Iz ha us enRidda, die einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen, veranlaßten den Zweckverband Ulfa-Ridda, die regeünäfoigen Autofahrten auf dieser Strecke einzustellen. Eine Umleitung des Verkehrs erwies sich nicht als zweckmäßig. Der Ausfall wird durch Ge- sellfchaftSfahrten, die eben große An­ziehungskraft haben, aufgewogen. Die neue Straßendecke ist bereits vor dem Kurhaus fertig* gestellt, so daß der Kurbetrieb keine weitere Be­lästigung erfährt. Ob cs sich erreichen läßt, die Sttaßenerneueruna bis hierher durchzuführen, was überaus wünschenswert wäre, wird von Pro­vinz und Staat abhängen. Bei der zweiten Teerung des Straßenteils RiddaOber- Sch m i t t e n blieben die Ortsdurchfahrten, bei denen die Gemeinden sich nicht zu einem ttoch- maligem Zuschuß entschließen konnten, unberück­sichtigt. Rur schadhafte Stellen wurden auS- gebessert. Die kleineren Orte sind eben nicht in der Lage, für gewisse Sttaßenteile, die fast aus­schließlich durch den Durchgangsverkehr ruiniert werden, größere Aufwendungen zu machen, während die übrigen Ortsstraßen in der Unter­haltung stark vernachlässigt würden. Eine Auf­teilung des Pflichtzuschusses an die angrenzenden Hausbesitzer ist ebenso abwegig, da diese ohnehin schon unter der Staubplage genug zu leiden haben.

Kreis Schotte».

f~l Laubach, 8. Juli. Die Ortskrankenkasse Offenbach hat die .Billa FriedensruHe­arn Fuße des ,Aotenberges" die Fabrikant S ch u n f vom Windhof bei Gießen aus dem Rachlah von Rentner Albers-Hamburg vor einigen Jahren erstanden hatte, angekauft. Sie beabsichtigt, her ein Erholungsheim für genesende Kinder herzurichten. Zwischen dem Wohnbau und dem Rebenbau derBilla Frie­densruhr" beabsichtigt man die Baulichkeiten zu erweitern. Die Zeit muß lehren, ob der viel­fache Gewinn, den man sich in Lauoach von der neuen Bauanlage der Ortskrankenias e Offenbach verspricht, tatsächlich zu verzeichnen sein wird.

..1200 Mari sind mir zu wenig."

Zu wenig?"

Ja Herr glauben Sie Denn, daß alle Qtetrüberfobrenben. denen ich die Ehre gönne, mich aus Dem Wasser zu ziehen, so geizig sind wie Sie?"

SprachS. zeigte dem Helfer einen breiten Rücken und machte sich daran, wahrscheinlich als Er­holung von dem Bad in Kleidern, aus Wein, Zucker unb Pfirsichen ein« Bowle anzusetzen.

Oer Weltkongreß der Krebsforschung.

Rach dem erst vor einem Vierteljahr auf dem Kongreß der inneren Medizin in Wiesbaden das Krebsprobtem zur Erörterung stand, ift eben jetjt der ^Internationale KrebSkongreh in Loudon, an dem di« de- rühmtesten Gelehrten von 18 Ratwnen teil* nahmen, geschlossen worden. Die Londoner Ta­gung muh als die bedeutendste Konferenz, bi« zur Bekämpfung bie-fer Weltseuche abgehalten wurde, angesehen werden. Auf ihr hat eS sich herausgestellt, daß der Krebs heut« fein unheilbares Leiden mehr ist. wenn auch seine Ursachen noch immer umstritten find und sich zwei Gruppen von Gelehrten schars gegenüber» stehen, von denen die einen behaupten, daß der Krebs durch chemische oder mechanisch« Reizungen bestimmter Gewebegruppen hervorgerufen wird, während di« arideren auf Dem Standpunkt ste­hen, daß der KrebS eine reine Jnfekr Ions krau k- hett ist, die auf einen allerdings noch unbekannten Erreger zurückgeführt werden muh. Jn letzter Zett ist allerdings die Auflassung der letzteren Gruppe allgemeiner geworden Besonders der verstorbene Kopenhagener Forlcher F i e b i g e r, der mtt dem Robcl-PceiS ausgezeichnet ist. ver­trat den Standpunkr, daß gewisse Parasiten durch giftige Absonderungen die erste Krebserscheinung ui einem Organismus Hervorrufen und er hat auch seine Zcheorien durch glänzend gelungene Derluche erhärten können. Den BazilluS selbst hat er freilich nicht festgestellt, genau so wenig wie zwei englische 2erz:e. die 1925 behaupteten, die Krankherteuriache entdeckt zu Haban unb Da­mit sehr großes Aufsehen erregten. Rach Flebiger hat der holländische Forscher Sa ! c a r m allen

wg Gedern, 7. Aug Jn der fetzten Mtt- glieberveriammlung deS Kriegerverein» konnte bet Ehrung eines um die KrieaerverewA- fache sehr verdienten Mitgliedes erfolgen. Dem Landwirt Johann Friedrich Hof, welcher 42 Jabte lang mit größter Treue und ötetotflen» hattigkeit das Amt des Vereins rechn er» versehen hcrtte, wurde in Anerkennung seiner hingebungs­vollen Tätigte ü bad Hassia-Ehrenkreuz verliehen, welches chm von dem Bccc ins Vorsitzen­den Postschaffner Karl Diehl XII. nebst einem AnerfennungS'chreiven De» Präsidiums der Hassia mit ehrenden Worten überreicht wurde. Außer­dem wurde der Ausgezeichnete zum Shrenmttglied des KrregervereinS ernannt. Am letzten Sonntag unternahmen der hiesige Kirchen- gesangverein und der Mädchenbund ihren gemeinschaftlichen 2 u S s l u g nach Vad Salzschlirf. Rachdem man sich aut ber Hinfahrt die alte Kreisstadt Lauterbach kurz angricbcn hatte, wurden in Salzschlirf die Sturanlagei be­sichtigt sowie die eben in herrlichem Blumen­schmuck prangenden. wohLgep siegt en ParkariagrTi. Die allgemeines Staunen erregten. Te* bem Mittagessen wurde die Fußwanderung angetreten, die über Landenhausen, wo die Verein« dem Ortspfarrer Layer (früher m MitteL-Seemen) ein Ständchen brachten, und Rudlos nach Eisen­bach sührte, wo Der herrliche Park und haft Schloß der Freiherrn Riedesel, die hessisch« Wart­burg, gebührend bewundert wurde. Von Ersen­bach auS wurde wiederum dte Bahn zur Heim­fahrt benutzt. Voll aus befriedigt schauten bte Vereine auf den wohlverlaufenen Ausflug zurück.

. U l r i 4 ft e t n, 8. Aug. Ein« besondere Ehrung für vOjährigen Besuch de» Jakobi- Marktes wurde den beiden Handwerksmeistern Messerschrnied L. Kalbfleisch (Lauterbach) unb dem Seilermeister H. Gürtler (Lauterbach) zu­teil. Unser Bürgermeister Appel ehrte die beiden Jubilar# durch Ueberrcichung einer Urkund« unb eines Stadtbildes.

Starkenburg.

WSR. Darmstadt, 8. Aug. Von heut« ab ist die obere Elisabethenstraß« alS Einbahn­straße bezeichnet worden. Der Fährverkehr ist also nur noch möglich von der Wühelminenskraße biS zum Ludwigsvlatz, während Die Elisabethen- straße in der Richtung vom LudwigSplatz bis zur Wilhelmrnenstraße für Fahrzeuge aller Art gesperrt ist.

Rheinhessen.

Lpd. Mainz. 8. Aug. Die n e u e n Feuer­melder, die in Mainz aufgestellt worden sind, reizen natürlich viele unnütze Hande. So kommt es, daß fast t ä g l i ch A l a r m i e r u n g c n erfolgen, die darauf zurückzuführen find, daß unbefugte einen Melder in Bewegung gesetzt buben. Leider ift e» nicht immer möglich, die Unfugftifter seskzuftellen Die LHährige Toni Momberger. Kapuziner- straße 10, geriet gestern nachmittag beim 'Wäsche- Hügeln mit ihren Kleidern den brennenben Holzkohlen im Bügelofen zu nahe. Die Kleider fingen Feuer, und im Nu stand das bedauernswerte Mädchen, laut um Hilfe rufend, lichterloh in Flammen. Ein gerade hinzukommender Brief* träger riß dem Mädchen die Kleider vom Leibe^ doch hatte es bereite fo schwer# Brandwund#n am ganzen Körper erlitten, daß der Tod bald darauf rintrat.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

Q dbersgön», 8. Aug. Am Sonntag fand hier das S y n o d a l-G u st a v - A d o l f - F e st der Kreisgemeinde Wetzlar statt, das au» der diesigen sowie au» den benachbarten Gemeinden zahlreich de- sucht war. Jn dem F#ftgotte»dienst hielt Psarrer Wa h l (Lang-Gönv) die Festpredigt über 1. Kor 13, 13. Der Redner schilderte den Zweck de» Gustüv- Adols-Bereins, hob die Notwendigkeit der Drrein». arbeit besonders hervor und forderte bi# Anwesenden zu einer regen Mitarbeit auf. Jn der Nochoersamm- lung richtete der Ortsaeiftlichc, Pfarrer Bier- mann, herzliche Begrühungsworte an die Festteil- nehrner, wobei er besonders heroorhob, daß es sich um das erste Gustav Adolf-Fest handle, welches in der Gemeinde Ebersgöns gefeiert werde. Pfarrer Wahl (Lang'Göns) erstattete sodann Bericht über das vorjährige groß Gustav-Adols.Fest in Graz, an welchem er teilgenommen hatte. Pfarrer Eappell

Krebsgeschwülsten bei Tieren unb Menschen spul- förmige kleinste Lebewesen entdeckt, beten Her­kommen er aber ebensowenig feststellen konnte« Aus b«m Deutschen Ehiru r g e n-Kon - greß in Berlin vor wenigen Monaten bat Der deutsche Gelehrt# Heidenhain nachweiseu können, bah ber Krebs von einem Erreger stammt unb auf Grund von Uebcrimbfungen in 2000 gälten von Menschen auf Tiere seine Theorie zu beweisen versucht. Bon bieten 2000 Fällen hatte bi« Aeberimpfung m 140 Fälten Erfolg, h- h. bie geimpften Tiere wurden krebskrank. Dre Derluche Der genannten drei Gelehrten haben nun freilich die Gegner ber Parasiten-Theorie noch nicht überzeugen können, um fo weniger, alS auf dem Londoner Jtongreß der Reuhorket Art Dr. Murphy bas Gegenteil gu beweisen versuchte. Er hat seit nahezu zwanzig Jahren bei Hühnern KrebSge!chwü.'r# durch Einspritzung erneS bestimmten Reizstoffes in die Abern erzeugt unb dadurch die Ansicht widerlegt, daß Bazill« nokwerrdlg find, um den Krebs hervvtzurufen. Die gleiche Ansicht vertritt auch der englische Arzt Rev« und der Direktor b«S pathologte schen JnstttutS ber Universität Frankfurt, Professor Bernhard Fischer - Wahl s. Reve yal r.efc hundert Fälle des sogenannten Stongri- Krebses behandelt, ein« Krankheit, die bei den 6ingebotenen in Tibet in ber kalten Jahreszeit durch Auflegen von glühenber Holzkohle m einem Tontopf aus den Leid entsteht Aus bem Welt­kongreß ber Krebsforschung m London ist neben der Diskussion über die Äreb6errcget auch die Behandlung d«S Krebses zur Sprache gekommen. U eberemstimm en d ist bk Ansicht ver­treten worden, baß früh erkannter Krebs gehettt werben kann, daß ei aber unbedingt notwendig . daß der GriundhettSzusumd deS Menschen bauernd vom Arzt überwacht werden muß. Leicht ist der KrebS bei äußeren Organen zu erftnnen, schwieriger Dagegen bei inneren und vor allem am Magen. Hervorvagenb« Dunste leisten die Bestrahlung mit Radium und die Anwen­dung von Röntgenstrahlen, und di« Äombinaticn herber Bestrahlung Sa rten soll geradezu ideale Erfolge gehabt Haven. Jn der letzten Zett hat auch Die Anwendung metallischer Heilstofle, be- «onders Blei, günftiae Heilerfolge erzielt Aller- dings ist bie chemische Verarbeitung deS Metall» noch nicht genügen b gelungen .