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Oie große Rechte".

Ein grundsätzlicher Aufsatz Lchlange-LchöningenS.

-Berlin, 8. Aua. (TU.) Unter der Ueber- schrill ./Sic grosse Rechte" verdttenttuht der stellvet tretende Vorsitzende der Deutschnationalen VoUspartei. Echlange-S ch ö n in g e n, im Zusammenhang mit der Distusfion überBcon- archie oder Republik" in derBörsew-Zeitung" einen längeren Artikel, in dem er u. a. au-führt: Wer den heutigen Parlamentarismus beobachtet mit seinen Irrungen und Wirrungen, seinen un­gezügelten wirtschaftlichen Intecessenkämpsen. seinem wilden Auseinanderplatzen von Partei­meinungen in kleineren Dingen, der zieht Ver- gleiche und sieht, daß dieS grenzenlos zerrtslene Volk nicht so sehr zugrunde geht am Feind, sondern an sich selbst. Das heißt, an dem System, daS es hd) hat auldrängen lassen und nun imt deutscher Gründtichleit in Reinkultur exerziert.

So brauchen wir Deutschnationalen unS den Kops zur Freud« unserer Gegner zur Frage: ..Monarchie oder Republik' nicht zu zerbrechen: ..Wir sind und bleiben Rionarchiften sowohl auS Gesüht wie aus Verstand, bestätigt durch den Augenschein. Mit gleicher Deutlichkeit mutz aber doch wohl ausgesprochen werden, datz es stch im Augenblick um etwas Dringenderes handelt. Die Monorchie, als die dem deutschen Volke wesensnotwendige Lebensform, wird nicht wiederkehren durch Volksversammlungen und parlamentarische Abstimmungen, sondern nur durch neue weltgeschichtliche Erschüt­terungen schwerster Art. die endgültig über Deutschlands Sein oder Richtsein entscheiden. Die Ration für diesen sicher kommenden Augen­blick mit allen ihr zur Verfügung stehenden Kräften bereitzustellen, das ist meinem Geluhl nach die historische Aufgabe der Deutsch- nationalen Volkspartei. Darin liegt die grösste Idee, die ein geknechtetes Volk überhaupt haben kann: Die "Befreiung aus eigener Kraft, nicht durch Feindesgnade. Darum ist die Frage so un­geheuer ernst: Kleine Rechte mit stärkster Kritik an den Fehlern des heutigen Systems und Ab st otze n aller derer, die die tägliche Betonung einer selbstverständlichen Gesinnungs­treue nicht für der politischen Weisheit letzten Schluß ansehen oder g r o h« Recht«, die an sich heranziehen, was irgendwie demselben Ziel zustrebt.

Die Welt ist mit Sxplosionsstofs erfüllt und an unseren Ostgrenzen brodelt es bedenklicher denn je. Gerade in diesem Zusammenhang be­ginnt innenpolitisch die viel zu leicht genom­mene kommunistisch« Gefahr besondere Bedeutung. Die Industrie gehl einer neuen Jtrife entgegen. Di« Landwirtschaft steh , n» mittelbar in ihr. Handwerk. Handel und Gem. t « liegen darnieder Sie Arbeiter werden Ne leh ten und am schwersten Leidt, -v. ide>. . -u eine Regierung, die in allen groben 2eb 0..

rung-gelbern arbeitet, anhält, durfte trotz redlicher Bemühungen Deutschlands wenig Aussicht auf ein« pratnsche Lösung der deutsch- polnischen Verständigung bestehen.

Die U-JooMastrophe vorpola.

Die Bergung der Mannschaft des * 14.

Triest, 4. Aug. ($11) Am Mtttwochfrüh gegen drei Uhr wurde das verunglückte Unterseeboot _F 14 in den Hasen von Pola eingeschleppt und in ein Dock gebracht. Rachdem di« Giftgase aus dem Innern des Bootes entfernt waren, konnten dje Toten geborgen werden. Acht Leichen befanden sich im Hinteren Te l des Bootes, zwei beim Kommandoturm und zwei im Turm selbst. Die übrigen lagen im Bug. Die Gesamtzahl der Opfer beträgt entgegen den bisherigen Meldungmt 27. Di« Leichen wurden im Marrnehospital auf­gebahrt. Am Dvnnerstagvormittag findet die Be­erdigung statt, an der neben hervorragenden Per- fönlichk^ten der Marin« auch ein grotzes Auf­gebot des Heeres teilnehmen wird. Di« Stadt Triest hat Trauerfchmuck angelegt.

An Einzelheiten über die letzten Augenblicke der eingeschlossenen Seeleute wird jetzt die letzte Botschaft der Sterbenden an die Rettungs­mannschaft bekannt, die folgenden Wortlaut hat.

wir sind im Bug. Da» Gas bringt vor. wir sterben.

Unter Führung des Admirals F o s ch i n wurden die Hebungsarbeiten fieberhaft durchgesührt m der Hoffnung, doch noch einige Leute der Be­satzung des U-Bootes retten zu können. Trotz her hochgehenden stürmischen See. die mehr als einmal tne Ursache war. datz die Arbeiten unter­brochen werden mutzten, gelang es den räuchern schließlich. Stahllobei sowie eine m das U-Boot führende L uf t v« r bi n du n g anzu- bringen. Auf diese Weise wurde auch eine tele­phonische Verbindung mit der eingeschlossenen Besatzung hergestellt. Die Besatzung des U- Bootes forderte bringenb Hilfe, da Ice nicht glaubt«, «S noch viel langer im U-Boot aus- halten zu können. Rachdem sich die See einiger­maßen beruhigt hatte, begann man gleich mit der Hebung desVootes. Im Lause des Abends war das U-Boot bis auf 13 Meter unterhalb des Wasserspiegels gehoben worden, als plötzlich Die telephonischen Signale auf&orten. Die Hebungsarbeiten wurden insolgedessen. soweit das überhaupt noch möglich war, beschleunigt.

Um 18.30 Uhr war bas schwierige werk endlich gelungen. Das U-Boot befand sich an der Ober fläche. Die Luken wurden ausgebrochen, aber die 25 wann starke Besatzung und die zwei on Bord befindlichen Offiziere waren bereits tot. Chior- roaHerftoffoergiftunq scheint nach den bisherigen JeftfteUungen die Todesursache bei dem größten Teil der Leute gewesen zu sein.

Das Unterseeboot F. 14 wurde nach P o l a geschleppt und dann in eine Werst gebracht, wo man die Bergung der Leichen vornahm Den Arbeiten wohnten Admiräle, Generäle und der Kommandant des Triester Armeekorps bei, der am Heck des Bootes Blumen tm Barnen per italienischen Armee für die Marinehelden nie­derlegte. Die Bergung der Leichen dauerte meh­rere Stunden, denn die Arbeiten gestalteten sich infolge des vorhandenen Ehlorwasserstossgases im Innern des Bootsrumpfes anderst schwierig. Die 27 Leichen wurden auf einen groben Ponton ge­legt und nach Dem Warinekrankenhaus gebracht, wo sie In der Leichenhalle ausgebahrt wurden.

Marineoffiziere halten dir Ehrenwache. Am Leichenbegängnis, das am Frei tag x statt finden wird, werden ein Vertreter des Königs und Admiral Sirianni teilnehmen.

Schlechte Aussichten für die pariser Misierrevue. i

Chamberlains Erkrankung. - Nelloggs Kommen in Frage gestellt.

(Eigene Drahtmeldung de»Gießener Anzeigers'.

Berlin S. Aug. Die OHitieilung. datz der englische Auhenminister E h a m b e r l a i n weder in Paris zur Unterzeichnung des Kellogg-Pakten noch in Genf zu den Beratungen des Völker­bundes erscheinen werd«, hat in allen euro­päischen Hauptstädten geradezu sensationell ge- wirtt Wir haben natürlich leinen Grund, die Angaben der Engländer, datz Chamberlain ernst- 1 i ch k r a n k ist und dringend der Ruhe und Er­holung bedarf, in Zweifel zu ziehen. Datz er aber unmittelbar vor Der Pariser und Genfer Zusammenkunft absagt imd datz an seine Stelle ein Mann tritt, der wohl kaum irgendwelche Vollmachten nenne.iSwerter "Art mit auf den Weg bekommen wird, ist doch mehr als auf* fallend. Man kann sich des Eindrucks nicht er­wehren, datz England keine Lust verspürt, sich bei der Beratung namentlich der in Genf vor und hinter Den Kulissen zur Debatte stehenden Problemen irgendwie festzulegen.

Der litauisch-polnische Konflikt allein würde schon genügen, um das Fernbleiben Chamberlains verständlich zu machen. Aber wir haben die Absicht, in Genf Die Rheinland- r ä u m u n g anzuschneiden und sowohl Frankreich wie auch England vor die Frage einer Entschei­dung zu stellen. Rach allem, was über die Be­deutung und den Eharakter des englisch-französi­schen Flottenkompromisses bekannt geworden ist, sieht es beinahe so aus als ob di« Engländer sich darauf feftgelegt haben, den Franzosen am Rhein freie Hand zu lassen und die Räumungssrage im Sinne der französischen Wünsche zu behandeln. Datz Frankreich keine sonderliche Beigung verspürt, an eine vorzeitige Räumung heranzugehen, hat sich in' Den letzten Wochen sehr deutlich bemerkbar gemacht. Richt einmal die Möglichkeit finanzieller Zugeständnisse durch Deutschland ist verlockend genug, um Die Franzosen räumungsfreundlich zu machen. Auch in den Unterhaltungen zwischen Briand und unserem Botschafter hat sich gezeigt, datz Die Pariser Regierung jeder Aussprache übet das Problem des Tages aus dem Wege zu gehen versucht.

Unter diesen Umständen sollten wir eigentlich den Dingen ihren Lauf lassen und Die Räumungs­fristen abwarten. 3e mehr von unserer Seite die Rotwendigkeit einer Freigabe des Rhein- landes vor Den festgesetzten Terminen betont wirb, desto zurückhaltender benehmen sich die Franzosen, desto unverschämter werden sie aber auch mit ihren Gegenforderungen. Für uns liegt keine Veranlassung vor. den Preis, Den wir frei­willig für die Räumung zahlen würden, künstlich in die Höh« zu schraubew Haben wir bis heute gewartet. Dann werden wir zunächst noch das Jahr 1930 ins Land gehen lassen können, Das Der zweiten Zone die Freiheit bringen soll. Auch auf Die Reise Stresemanns nach Pa­

ris brauchen wir heute kein so starkes Gewicht mehr zu legen. Herr Kellogg, Der Batet des Paktes, scheint grotze Lust zu haben. Daheim zu bleiben, ebenso ist Briand .gefährlich erkrankt"! Wenn Stresemann nach Paris fährt, dann unter­nimmt er Die Reite nur aus Höflichkeit Dem amerikanischen Staatssekretär gegenüber. "Bleibt dieser in Washington, Dann kann auch Stresemann in "Berlin bleiben, zumal Herrn Briands Zustand vicht der beste ist. er also schon jetzt zu verstehen gibt, dah er sich mit Rücksicht auf feine ge­schwächte Gesundheit auf RäumungLgefpräche mit Dem deutschen Auhenminister nicht etnlafsen kann. Oie Einladung zum pariser

Llnferzeichnungsaki.

Spanien und Rußland nicht aufstefordcrt.

Paris, 9. Aug. (WTB. Funkspruch.)TZatin* erklärt in der Vage zu fein, ankündigen zu können, dah die französische Regierung imJInmtn und im Auftrage Kelloggs vorgestern den als Erstunterzeichner des Kriegspaktes genannten Mach- ten Die offizielle Einladung übersandt habe. Es handelt sich um Die sieben Lo- carnomächte und die englischen Do­minions. Die Antworten dürfen Ende dieser Woche in Paris eintreffen.Petit Parisien" berich­tet in gleichem Sinne und bemerkt dazu, logischer- weife hätte Kellogg die EinlaDungcn versenden müssen, da aber Paris als Unterzeich­nung s o r t gewählt wurde, habe die amerikanische Negierung es für höflicher gehalten, Dah Die Ein- ladungen von Frankreich, Dem Gast- geb er, ausgehen. Frankreich sei jenem Wunsche nachgekommen unter der Bedingung, dah es gleich­sam im Namen und im Austrage Ame - r i k a s handele. Nach einigen Bedenken habe man sich auf dieses Verfahren geeinigt. Die offiziellen Einladungen feien vor zwei Tagen ergangen, und zwar an die ursprünglichen Gründer. Dos ameri- konische Staatsdepartement und der Duai d'Orsay hätten sich in diesem Sinne geeinigt.

Italien und das Zlotienkompromiß.

London. 8. Aug. (WB.) Der diplomatisch« Korrespondent desDaily Telegraph" meldet. Die italienische Regierung, der in Der vorigen Woche das engltsch-sraitzösische Flottenabkommen durch Den britischen und Den französischen Botschafter in Rom übermittelt wurde, habe jetzt ihre ersten Eindrücke mitgeteilt. Rom sei ebenso wie Washington über das vorläufige Kompromiß zwischen London und Paris offenbar nicht he­ge i st e r t. Es werde namens Mussolinis mit ge­teilt, datz der früher in Genf von Itcrlien ver­tretene Standpunkt unverändert bleibe, und datz besonders gegen jegli che Trennung der Frage Der Marinerüstungen von Der Der Landrüftungen WiDerspruch erhoben werd«.

Des Volkes nahezu aktionsunfähig. Dafür aber um so aktionssähiger in allen parteipolitischen Dingen im Sinne Der Sozialdemokratie ist. Im Angesicht einer solchen Sachlage brauchen wir Die große Rechte. ES kann nicht so weitergehen, dah sich Die Linke immer fester zusammenballt und Die Rechte immer mehr sich zersplittert. Das einaufeben als höchste vaterläirDische Pflicht ist nicht nur Sache Der D. R. B. P., sondern eben­so Der vaterländischen Verbände und Der rechts- stehenDen wirtschaftlichen Organisationen je- Der Art.

GroßhenzogFriedrich II. von Badenf.

Karlsruhe, 9. Aug. (WTB. Funkspruch.) Auf feinem Schlosse in Badenweiler ist heute früh Der ehemalige GrotzherzogFriedrichll. von Baden im Alter von 71 Jahren gestorben. Fried­rich war ein Sohn des Großherzogs Friedrich I. und dessen Gemahlin, der Großherzogin Louise, einer Tochter des allen Kaisers. Friedrich II. ist sein Leben lang von ganzem Herzen Soldat gewesen. Eine Reihe von wichtigen Kommandostellen hat er während seiner militärischen Laufbahn innegehabt. So war er von 1893 bis 1896 Kommandeur der 29. Division in Freiburg und dann Kommandierender General der 8. Armeekorps in Koblenz, später Gencralinspek teur der 5. Armeeinspektion 1907 nach Dem TvDe feines Vaters bestieg er den badischen Thron. Als Regent bemühte er sich ehrlich um das Wohl seines Landes. Seit der Revolution lebte er ganz zurück- gezogen abwechselnd in Freiburg, Badenweiler und Baden-Baden. Seit 1885 war er in kinderloser Ehe mit der Prinzessin Hilda von Nasiau verheiratet. Seine Schwester ist die Königin Viktoria von Schweden.

Gewerbeaufsicht durch das Reich?

Berlin, 8. Aug. Wie Der Demokratische Zei- tungsdienst mitteill, wird zur Zeit im Reichs- arbeitsministerium die Frage geprüft, ob es zweckmäßig sei, den Landesarbeits­ämtern die Gewerbeaufsicht, Die jetzt von Den LonDesbehorden ausgeübt wird, als neue Aufgabe zu übertragen. 2er Reichsarbeits- Minister beabsichtigt, nach der gleichen Quelle, die Länder um ihre Stellungnahme zu Diesem GeDanken zu ersuchen.

Aus aller Wett.

Martens startet um den Hindenburg Pokal.

Der bekannte Rhön-Segelflieger Wartens hat bei seinen "Borbereitungen zu Dem Flug um Den Hindenburg-Pokal. Der salschltcher- weise allgemein als Lurvvaslug bezeichnet wirb, arges Pech gehabt. Am Tag« D«S Startes tourDe Der Rumpf Der Maschine Durch eine kleine ®r- plosivn teilweise zerstört, aber Der Schaden konnte innerhalb 24 Stunden behoben werden, so Datz Martens am Mcttwoch Die letzten Vorberei­tungen zu seinem Flug treffen konnte.

Mariens ist ktt 1917 aktiver Flieger. Sr ge­hörte im Kriege Der Jagdstaffel Richthofen an. Später kam er als Student in Die öegelflug- betoegunp hinein. Erstmals findet man ihn mit feinem weltberühmt gewordenen Vampir in Der Xbbn. mit Dem er lich in Diesem Jahr fast sämt­liche erste Preil« geholt bat. Auf Der Watter- kuppe bat er Die nach ihm benannte Segelflug- schule gcgrunDt't. dic später von der Rhön- R> Heu - Gest.ttchatt übernommen wurde and heute Welirrtt gen letzt. Martens wird mit einem G M. ® Gebrüder Müller. Griesheim) Flug­

zeug starten. Das Flugzeug ist mit einem 35 ?8.-Anzani-Motor ausgestattet. Es hat eine Marimalgeschwindigkeit von rund 140 Kilometer in Del Stunde und dürfte Damit in Bezug auf Leistungsfähigkeit mit an Der Spitze Der Klein- flugzeugthpen stehen.

Martens wirD am Donnerstag früh um 5 DHr vorn Frankfurter Flugplatz aus starten. Er WirD zunächst nach Berlin fliegen, wv er sich über Einzelheiten seines Weiterfluges schlüssig werben wird. Er WirD in verschiedenen Etappen fast sämtliche HauptstäDte Europa- berühren. Der Start von Berlin wird voraussichtlich am kom­menden Montag erfolgen. Die Route wird sich nach Der Wetter- und Windlage richten. Mar­tens saßt Den Flug als eine Vorbereitung zu Dem für Da8 nächste Jahr geplanten inter­nationalen EuroparunDflug auf, zu dem nur Sportmaschinen zugelassen werDen sollen. Für seinen Diesjährigen Flug sieht Martens eine Dauer von 14 Tagen bi8 Drei Wochen vor. Er will versuchen, Den Weitstreckenrekord für Kleinflugzeuge zu brechen. Als Endpunkt Des Fluges ist Frankfurt in Aussicht genommen.

vr. Spickernagel f.

Der langjährige preußisch« Londtagsabgeord- netc Der Deutschen Vollspartei. Dr. Wilhelm Spickernagel, ist an Den Folgen einer Kopfrosc- erfranfung plötzlich verstorben. Dr. Lplckemagel war Referent in der Presseabteilung der Rcnchs- tegicrung. Spüler wurde er 'Beigeordneter des Deutschen Städtetages und leitete in dieser Eigen­schaft dessen Presseableilung. Dr. Spickcrnagel, Der ein Alter von nur 38 Jahren erreicht hat. ist in Den letzten Jahren vor allem als Heraus­geber Der Zeitschrift Des Deutschen Städtetages bekannt geworden.

Der Sturm an der Stifte von Ftorida.

Iacksvnvillc (Florida). 8. Aug. (WB.) Der Trvpensturm wütet weiter an Der Ostkuste von Florida. Telegraphen- und Telephonverkehr lurd gestört. Zahlreiche Ortschaften sind vorn Ver­kehr abgeschnitten Der Wind erreichte an manchen Stellen eine Hundert^Meilen-Stärke. "Viele Einwohner verbarrikadierten sich in ihren Häusern. Der Sachschaden in Den vom Sturm betroffenen Gevielen wird auf fünf Mrl- lionen geschätzt. Verluste an Menschenleben find nach den bisherigeii Meldungen nicht zu beklagen. 'Der Dampfer .Mgvnquin", Der, wie gemeldet. Die Orientierung verloren hatte, ist wohlbehalten in Der FloriDa-Skratze eingetroflen. wo er das Hnde Dos Sturmes abwartet. Der Sturm hat jetzt auf Die südlichen Teile von Wittelslorida übergegriffen.

Der Fremdenlegionär klemm ,u lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt.

Der ehemalige deutsch« Fremdenlegivnär Klemm, dec bekanntlich wegen Unterstützung Abd el Krims zum lode oerurteiU worden war, ist durch den Präsidenten der Republik zu lebenslang- lichcr Zwangsarbeit begnadigt wordcn.

Tleuer Vefuvausbruch.

Nach einer vom Vesuv Observatorium veröffent­lichten Mitteilung öffnete sich Dienstag gegen Mit­tag un südwestlichen dbldjmtt des Beiuokral r» ein Feuerjchlund. aus dem unter Explosionserfchei- nungen «in (tarier Laoaftrom bervorquillt. Di« sehr fluffige und helleuchtend« Maste bildet einen ovalen See von etwa 7'» Meter Durchmesser, au» dem sich zwei große weißglutzende Ströme er- pietzeu Der kleine Eruptionskegel. dessen Spitz« in einer Lange von etwa 30 Meter abgeiprengt wurde, wirkt unter starken örplolionen aus einer «Nva

40 Meter im Durchmcsier betrapenben Deffnung großenteils schwarze Massen aus Die Seismo­graphen des Observator,ums befinden sich seit über itnem Monat in lebhafter Bewegung und haben zahlreiche Erdstöße und lokal« Erdbeben ver'eichnet. Die Mitteilung de» Ob­servatoriums fchlicßr mu der Feststellung, daß die- er gerade ein 3ahr nach dem letzten erfolgten Au», bruch noch einige Tage andauern könne, aber die um den Vesuv gelegenen Dörfer keineswegs zu beun­ruhigen brauche.

Schweres Bootsunglück auf dem Main.

Zwei Leipziger Studenten, die sich auf einer Paddelboot-Tour befanden, gerieten bei dem Sie- rether-Loch bei Bamberg in einen Strubel und gin­gen mit ihrem Boot unter. Ein Schiffer ritte zu Hilfe und rettete beide lebend in einen Kab" Us dieser mittels eines Seiles ans Ufer gebracht wer­den sollte, fippte er plötzlich um. Die beiden Stuben- ten und ihr Retter, Der erst kürzlich geheiratet hatte, kamen in den Fluten um. Bisher wurde die Leiche des einen Studenten und diejenige des Schiflers ge­borgen. -

Der französische Flieger Vrouhin abgeflüt)!.

Das Flugzeug, mit Dem der französische Flie­ger Drouhin in "Begleitung eines Ingenieurs, eines Funkers und eines Mechanikers auf Dem Flugplatz Orly zu einem Uebungöfluge zur Vorbereitung eines seit längerer Zeit anqetün- Digten TranSozean-FIuges auf gestiegen war. ist kurz nach Dem Start in Der Röhe des Flugplatzes abgestürzt. Unter den Trümmern Des '^Ipparaks konnte Der Mechaniker mir a I s Leiche geborgen werden Drouhin und di« beiden anderen Insassen erlitten schwere Ver­letzungen.

vom Lisblock erschlagen.

In Der Ci-kapelle bei St. Bariholoma am König­see bet BerchtesgaDen stürzte, währenD eine Grupp« von Touristen sie besuchte, em großer (Eisblod herab unb erschlug Den Sohn Des Eisenbahnsekretürs (Blas aus Hannover, Der in Begleitung seiner Ettern und Geschwister Das Naturdenkmal besucht«.

Schwere Gefängnisstrafe für einen bestialischen Baler.

Bor dem Schöffengericht Berlin-Mitte wurde gegen Den wegen verschiedener Roheitsdeltkte vorbestraften Heizer Karl M a r v h n verbandelt. Dem zur Last gelegt war. am 9. Februar des Jahres sein achtjähriges Töchterchen Charlotte wegen eines Kii derstreiches in der bestialischsten Wette verprüge.t zu haben. Der Angeklagte hat. wie die Beweisaufnahme ergab. Das KinD mit einem S t o ck blutig g c- schlagen, unD die Kleine mußte dann, nur mit einem Hemdchen bekleidet, die ganze Rächt in Der kalten Küche stehen. Der Staatsanwalt bean­tragte gegen den Angeklagten eine Gefängnis­strafe von vier Monaten und zwei Wochen. Das Gericht t>iclt diese- Strafmaß jedoch bei toeitem nicht für ausreichend, verurteilte drn brutalen Vater zu einem Jahr und zwei Wochen Gefängnis und ordnete feine sofortig« Ver­haftung tm Gerichtsfaal an.

Ein zehnjähriger Brandstifter.

Im Juli entstand in Bedersdorf tSuhs-- fall») em Grobfeuer, das 14 Scheunen und Stal­lungen, sowie mehrere Wohnhäuser vernichtete. Der Sachlchaden belief sich auf über 200 000 QHari. Jetzt stellt sich der Brand als Racheakt eineS zehnjährigen Schülers heraus. Der sich zurückgesetzt fühlte, wekl er bei einem Schützenfest Der Jugend seines Heimatdorfes nicht Schützenkönig geworden war.

Die Detierlaae.

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meist trocken.

W 111« r u n g S a u s f i ch te n für Sams tag Meist bettete# und trockenes Wetter.

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Ä-c.rervorau-jage.

Das nordische Tief ist ostwärts tp#"t?rqctDCn- Dert und feine Ausläufer brachten in den gestri- aen Rachrntttaysstunden bei uns Riederschläge. W^ikrhin wird sich dessen Einfluß auf unter TDetttr kaum noch geltend machen, da über Ong» land unD Frankreich wieder kräftiger Lultdruck- ansticg erfolgt ist. Rachts wird es vorläufig füM bleiben, tagsüber tritt infolge Sonneneinstrachlung Erwärmung ein.

Wettervoraussaae für Freitag: Bicltach beit«, nachts kühl, tagsüber wärmer.

Lufttemperaturen am 8. August: mittags 24^4 Grad Celsius, obenDs 16,5 Grad Celsius: am 9. August: morgens 16,2 Grad Celsius. Maximum 29 Grad Celsius, Minimum 12,2 rad Celsius. Erdtempe- raturen in 10 Zentimeter Tiefe vm «.August: abends 21.M Gtad Celsius: am 9. August: morgens 17 Grad Cclsius. Niederschlag 0,5 Millimeter. Souneu- iAetnbaucr 7K Stunde