Wirtschaft.
Bergwerke, Salinen und Hütten in Hessen im Jahre 1927.
Nach den Mitteilungen der Zentralstelle für die Landesstatistik waren im Jahre 1927 in Hessen 18 Berg werke in Betrieb, davon eins in ©tarfenburg, alle anderen in 06er« Hessen. Es gab fünf Braunkohlenbergwerke, deren Gesamtförderung 426 453 Tonnen Braunkohlen im Werte von 1 280 023 Mark betrug. Durchschnittlich wurden in den Braunkohlen- gruben 401 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. Die 13 Eisenerzbergwerke förderten insgesamt 696 944 Tonnen Roherz. Beschäftigung fanden 1099 Arbeiter und Angestellte. Bergwerke ohne Förderung waren acht vorhanden, und zwar ein Braunkohlenbergwerk und sieben Eisenerzgruben Brüche und Gruben unter bergbehördlicher Aufsicht gab es in Hessen sechs, und zwar eine Bauxitgrube, eine Marmorgrube, drei Kieselgruben und eine Ockergrube. Die Gesamtförderung betrug 10 573 Tonnen im Werte von 881 242 Mark. Beschäftigt wurden 91 Arbeiter unb Angestellte. Anlagen zur Berarbeitung von Kohlen waren fünf vorhanden, und zwar zwei Braunkohlen- und Raßpreßsteinfabriken, eine Schwelerei und ein Steinpreßkohlenwerk Salinen besitzt Hessen zwei, die staatliche Saline zu Bad-Rauheim und Saline Ludwigshalle zu Wimpfen. Der Absatz von Salzen hat betragen 16 542.85 Tonnen im Werte von 808 939 Mark Beschäftigt wurden durchschnittlich 162 Arbeiter und Angestellte. Eisengießereien gab es 26. 3n diesen Werken wurden für Gußwaren zweiter Schmelzung insgesamt verarbeitet: 59 460 Tonnen inländisches und 5276 Tonnen ausländisches Roheisen und 9248 Tonnen Schrott. Beschäftigt wurden 3675 Arbeiter und Angestellte. Der einzige Schwefelsäurebetrieb, den Hessen besitzt. sind die Chemischen Werte vorm. H. & C. Albert in Amöneburg, woselbst 5621 Arbeiter und Angestellte Beschäftigung finden.
Bon den Schlachiviehmärkten.
Das Geschäft an den deutschen Schlachtviehmärkten der vorigen Woche bewegte sich ungefähr auf der Höhe der vorhergehenden Berichtsperiode: im allgemeinen gingen Großvieh und Schweine etwas besser. Die Auftriebszahlen haben sich gegen die Vorwoche für Rinder nicht unwesentlich erhöht und beliefen sich auf 18 000 (14 800). Kälber waren in 18 000 (19 100) Schafe in 12 200 (14 000), Schweine in 74 100 (78 200) Stück den Märkten zugetrieben.
Die Preisgestaltung war für Rinder nicht ein» hertlich. Der größte Teil des Vorrats wurde für Versandtzwecke aus dem Markt genommen. Eine beträchtlich« Zahl guter Bullen ging an die Wurst- und Konservenfabriken. Es überwogen kleinere Preisaufschläge von 2 bis 3 Pfennig Auf dem Kälbermarkt machte sich eine etwas gefestigte Kaufstimmung bemerkbar. Es wurde durchweg alles abgeseht. 3n den oberen Klassen erhöhten sich die Spitzenpreise um eine Kleinig- kert. Am Schafmarkt gestaltete sich die Ge- schästslag« infolge der verringerten Zufuhr gut. RamenlUch die jungen und gangbaren Tiere wechselten frühzeitig den Besitzer. Das Schweine- gefchäft lag etwas gebessert bei überwiegenden Prersbesserungen von 1 bis 3 Pfennig. Schwere Fettschweine waren nach wie vor wenig begehrt. Man notierte je Pfund Lebendgewicht:
* Ausfall der S a in s t a g b ö r s e n. Rach dem Beschluß des Börsenvorstandes sind be
Rinder
Kälber
Schafe Schweine
Berlin
20-60
48-76
25-60
60-68
Bremen
25-63
40-73
40-65
50-70
Breslau
20-56
43-68
39-62
54-65
Ehemnih
27-58
54-74
53-58
60-72
^Dortmund
28-66
45-85
35-60
62-75
^Dresden
28-62
45-75
40-67
59-68
Düsseldorf
25-64
45-80
—
63-77
-.Elberfeld
20-66
50-80
—
65-78
Essen
27-65
50-110
40-53
63-75
Frankfurt M.
28-64
55-78
36-47
59-75
Hamburg
15-63
38-85
20-63
52-67
Hannover
20-62
40-80
45-63
58-70
Husum
18-60
45-60
Karlsruhe
18-62
56—84
—
53-72
Kassel
22-62
50-75
—
65-72
Kiel
20-59
37-66
—
43-66
Köln
30-67
50-115
—
62-76
Leipzig
25-63
48-78
40-63
60-69
Magdeburg
23-61
40-80
30-60
54-70
Mannheim
20-63
56-80
46-52
60-76
München
21-60
75-93
_
48-72
Stettin
15-58
30-72
20-58
57-69
Stuttgart
15-62
62-82
—
48-72
Zwickau
20-57
60-75
45-60
63-71
kanntlich an den Samstagen im Juli und August die Börsenräume für jeglichen Estekten- rerkehr geschloffen. Auch die Maklerfirmen haben eine Vereinbarung getroffen, an diesen Tagen öon einer Geschäftstätigkeit abxufeben. 3nfolgc- öeffcn waren am Samstag überhaupt keine Kurse, aus denen man eine Tendenz ersehen könnte, zu hören. Rur in Devisen wurden einige ilm- sätze getätigt. Die Mark stellte sich gegen den Dollar etwas fester und zwar auf 4,1874. London gegen Kabel hörte man mit 4.8717'« und London gegen Madrid mit 29,50'...
D i « amtliche Großhandelsindex- Ziffer. Die auf den Stichtag des 4. 3uli berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber der Vorwoche um 0,3 v. H. auf 141.4 (141,0) gestiegen. Von den Hauptgruppen haben die Indexziffern für Agrarstoffe um 0,9 v. H. auf 135,8 (134,6), und für Kolonialwaren um 0,3 v. H. auf 138,8 (138,4) angezogen. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat um 0,1 v. H. auf 135,3 (135,5) nachgegeben, während die Indexziffer für industrielle Fertigwaren sich um 0,2 v. H. auf 159,6 (159,3) erhöht hat. — Die für den Monatsdurchschnitt Juni berechnete Großhandelsindexziffer ist gegenüber dem Vormonat mit 141,3 (141,2) nahezu unverändert geblieben. Unter den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe mit 133,0 (135,9) eine kaum nennenswerte Abweichung erfahren. Die Indexziffer für Kolonialwaren hat um 0.6 v. H. auf 138.7 (139,6) nachgegeben. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat sich um 0,2 v. H. auf 135.0 (135.3) gesenkt, wäh. rend die Indexziffer für industrielle Fertigwaren um 0,4 v. H. aus 159,1 (158,4) angezogen hat.
• Saaten st and im Deutschen Reich Anfang Juli. Die Entwicklung der Feld- früchte ist unter der vorwiegend falten und regnerischen Witterung im Juni gegenüber normalen Jahren zurückgeblieben. Die letzten sonnigen Tage konnten keinen nennenswerten Ausgleich mehr bringen, so daß mit einer Verspätung der Getreideernte um zwei bis drei Wochen zu rechnen ist. Der Stand des Wintergetreides hat sich gegenüber dem Vormonat gebessert und ist zumeist zufriedenstellend. Die Roggenblüte hat bei dem trüben Wetter außergewöhnlich lange gedauert, ist aber fast überall gut verlaufen. Die Blüte des Winterweizens hat erst in wärmeren Tagen begonnen. Das Sommergetreide ist vielfach mit Unkraut durchsetzt. Die Hackfrüchte sind im allgemeinen in der Entwicklung noch zurück. früh auf gelaufene Kartoffeln haben verschiedentlich unter Frost gelitten. Die Heuernte hat sich fast überall verspätet: sie ist nunmehr jedoch in vollem (Sange; während die Erträge der Menge nach nicht überall befriedigen, ist die Qualität allenthalben zufriedenstellend. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten zwei gleich gut, drei gleich mittel, vier gleich gering ergibt sich im Reichsdurchschnitt folgende Begutachtung: Winterweizen 2.7 (im Vormonat 2,8). Winter- fpelz 2.4 (2,5), Winterroggen 2,9 (3,1), Wintergerste 2,9 (3,1), Sommerweizen 2,8 (2,8), Sommerroggen 2,9 (2,9), Sommergerste 2,6 (2,6), Hafer 2,9 (2,8), Kartoffeln 3,0 (3.0), Zuckerrüben 3,1 (3,1), Runkelrüben 3.0 (3,1). Klee 3,2 (3,1), Luzerne 3,0 (3,1), Bewässerungswiesen 2,8 (2,9), andere Wiesen 3,2 (3,3).
* Die deutschen Genossenschaften im Juni. Der Juni als Schlußmonat des ersten Halbjahres brachte 134 Reugründungen und 134 Auflösungen. Dazu kommen 5 Konkurse, und die in den Auflösungen enthaltenen Richtigkeitserklärungen stellen sich auf 22. Der Zuwachs an Genossenschaften vom Januar bis Juli belauft sich auf 157. Den wesentlichsten Anteil hieran haben die landwirtschaftlichen Genossenschaften Bisher haben im Verlauf des ersten Halbjahres 1928 die Richtigkeitserklärungen sowie die Konkurse erheblich nachgelassen. Der Gesamtbestand der deutschen Genossenschaften stellt sich am 1. Juli auf 52 357.
'Bayerische Motoren-WerkeA. -G.. München. Die außerordentliche Generalversammlung der Bayerische Motoren-Werke A. G., München, beschloß einstimmig die Erhöhung des Aktienkapitals um 6 Mill. Mk. auf 16 Mill. Mk. durch Ausgabe von 6000 Stück Inhaberaktien zu je 1000 Mk. mit Dividendenberechtigung ab 1. 1. 28. Die neuen Aktien werden entgegen dem bisherigen Antrag sämtlich den alten Aktionären zum Kurse von 130 Prozent im Verhältnis von 5:3 angeboten. Wie seitens der Verwaltung mitgeteilt wurde, ist der Verlaus des neuen Geschäftsjahres bisher befriedigend. so daß auch die nächst« Zeit weiterhin günstig beurteilt werden kann. Die Zahl der Arbeiter hab« sich auf 2000 erhöht.
' Heinrich Lanz QI.-®.. Mannheim. Die G.-D. unter dem Vorsitz von Kommerzienrat Hermann Röchlin genehmigte einstimmig
ohne Diskussion den bekannten Abschluß und beschloß, den verbleibenden Reingewinn von 89 318 Mk. vorzutragen. Begründet durch di« übliche saisonmähige Geschäftslage ist das Werk zur Zeit stark beschäftigt. Der Olbruf von Dresch. Maschinen und Dulldoggs ist aut Zeit sehr stark. 2«i einem günstigen Ausfall der Ernte wird mit einem Anhalten der günstigen Geschäftslage gerechnet.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 9. Juli. Tendenz: still. Nach der zweitägigen Unterbrechung kam da- Bör. sengeschäft zum Wochenbeginn nur sehr zögernd in (bang. Es machte sich eine starke Zurückhaltung und eine gewisse Unsicherheit bemerkbar, da hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Geldmarktes Besorgnisse bestanden. Vielfach glaubte man nicht, daß wir in eine stärkere Entspannung eintreten werden, zumal jetzt die Einkommensteuerzahlungen, die Industrie- belaftungszinsen und die letzte Nate der Eisenlmhn- Emission sehr beschwerten. Außerdem tritt bereits die frrage der E r n t e f i n a n z i e r u n g in den Vordergrund. Die Börse liegt jedoch vor allem unter den Nachwirkungen der Löwcnstein-Angelegen- heit, wenn auch die Befürchtungen hinsichtlich deren Weiterentwicklung immer mehr verschwinden. Andererseits bietet die feste Haltung der Neuyorker Börse vom vamstag dem Markte eine Stimmung, und für verschiedene Spezialwerte bestand einiges Interesse. Demgegenüber nahm die Spekulation auf einigen Marktgebieten kleinere Abgaben vor, so daß die Kursentwicklung uneinheitlich war. Elektroaktien waren etwas gefragt, Bergmann waren 2 o. H., Licht & Straft, Siemens 1,5 o. H. Interesse bestand ferner für Süddeutsche Zucker, auf die Termineinführung (plus 3 v. H.). Aschaffenburger und Zellstoff waren 3,25 o.H. erhöht, während Waldhof etwas nachgaben. Am Chemiemarlt waren J.-G.-Farben knapp behauptet, Scheidean« statt 1,5 v. H. gebessert. Montanwerte blieben stark vernachlässigt: es überwogen die kleinen Kursabbröckelungen bis etwa 1 v. H. Banken und Schiff« fahrtsaktien lagen ebenfalls sehr still und wenig verändert. Deutsche Anleihen lagen geschästslos. Von Auslandrenten waren Türken etwas gefragt, besonders Anatolier. Im Verlaufe war das Interesse für Elektro reger. AEG. zogen erneut 2 v.H. an, Siemens sogar 6,5 v. H. Auch Schiffahrtswerte wurden stärker beachtet. Hapag gewannen 3 o. H. Davon angeregt wurde die Stimmung allgemein etwas freundlicher, zumal am Tagesgeldmarkt erst« mal eine fühlbare Erleichterung eintrat und der Satz für Tagesgeld auf 7 o. H. ermäßigt wurde. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 14,8085, Pfund 20,403, Paris 124,20, London gegen Kabel 4,8713, Mailand 92,78, Madrid 29,48, Holland 12,09.
Berliner Börse.
Berlin, 9. Juli. Hatte man geglaubt, daß von dem Ausfall der Samstagsbörse sich heute ein starker Orderseingang bemerkbar machen würde, so ist man enttäuscht worden. Es haben sich bei den Banken einig« Aufträge angesammelt, die aber keinen Einfluß auf das Geschäft hatten; dieses war nach wie vor sehr klein. Die (Brunbftimrniing blieb durchaus freundlich, ohne daß besondere Anregungen Vorgelegen hätten. Beeinflußt wurde etwas die Stimmung durch die feste Haltung der Neuyorker Börse am Samstag. Das Interesse konzentrierte sich wieder auf einige Spezialwerte, wobei an erster Stelle Polyphon plus 18,5 v. H. standen, sonst waren die Kurse behauptet. Einige Elek- tropapiere und Kaliaktlen, Berliner Handelsgesellschaft, Berger, Kammgarn, Deutsche Linoleum usw. plus 5 v. H. Eisenbahnverkehrsaktien hatten 4,75 v- H. verloren. Anleihen waren etwas fester. Ausländer waren uneinheitlich, teilweise etwas lebhafter, besonders Anatolier und Bosnier-Eisenbahn etwas höher. Am Pfandbriefmarkt scheint durch Liquidationspfandbriefe wieder etwas'Ware herauszukommen. Geldmarkt weiter leicht entspannt, Tagesgeld 6,5 bis 8,5 v.H., Monatsgeld 7,5 bis 8,75 v. H. Im Verlaufe blieb das Geschäft sehr rubig, und die Kursentwicklung war nicht einheitlich. Lebhafter blieben die Spezialwerte; Schifffahrtsaktien und Elektropapiere standen hierbei im Vordergrund. Schwach lagen die Kunstseidenwerle, von denen Zellstoff 7,5 v.H. und Hemberg 3 v.H. einbüßten.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M.. 9. Juli. Cs wurden notiert: Weizen 26,50 Mk.; Roggen 28 50; Hafer, inländischer 27,75 -28.25; Mais (gell») für Futterzwecke 24,25—24,75; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 36,50-37; Roggenmehl 38-39; Weizenkleve 13,50; Roggenkleie 16,25; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 32—60; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 50—95; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 9—9,50; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 5;
Weizen- unb Roggen st roh. gebünbelt 4—4,25: Treber, getrocknet 17.50-17.75. Tendenz: ruhig.
Frankfurter Lchlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 9. Juli. Auftrieb: 1648 2"t t: darunter 409 Ochsen. 95 Bullen. 712 ?uh« 392 Färsen. 601 Kälber, 55 Schale, 6194 rrcr^tXi'- notierten Rinder. A. Ochsen: volifletschig«, ausgeinäftete. höchsten Schlacht- werts. 1 lungere 59 bis 62 Mk.: 2. ältere 54 r rrTt ,gc. vvllfleischigc jüngere 48 bis 53.
oollfleischige. höchsten ^.chlachtwerts 51 vis 55; sonstige voNfleischige ober ausgemastete 48 vis 50 C Kübe iünacrc voNfleischrge höchsten Schlacktwerts 47 bis 51 ;' vollflelschig« ober ausgemästetc 42 bis 46, fleischig« 35 bis 41; genug genährte 25 bis c^ -cl " Jar Simgrinberi. voll
ste lschige ausgemastete. höchsten Schlachtwerts 58 bis 62; vollfleischige 54 bis 57. fÄT 48 bis 53. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 72 bis 75; mittlere Mast- und Saugkälber 65 vis 71; geringe Kälber 55 bis 64. Schweine Fettschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 65 bis 68; voNfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 66 bis 69; von etwa 200 bis 240 Pfd. 67 bis 70; von 'eiM 160 bis 200 Pf. 67 bis 70; fleischige von etwa 120 bis 160 Pfd. 62 bis 66; Sauen 56 bis 62 Mark. Marktverkauf: Am Rindermarkt verblieb bei ruhigem Handel etwas Uebcrftanb. Schweine schleppend, Heberftanb. Kälber unb Schafe ausverkauft. Schafe wegen des geringen Auftriebs nicht notiert.
Amtsgericht Gießen.
* Gießen, 6. Juli. Im Rorember vorigen Jahres fuhr ein Kraftwagenführer die Straf)« von Gießen nach Steinbach mit dem CHuto. Er sah zwei Lichter entgegenkommen, die anscheinend von einem Motorrad herrührten. Das. eine Licht davon schwankte. Er wurde zwar stutzig, blendete aber nicht ab. Der Motorradfahrer wurde von dem starken Lichtkegel des Autos geblendet und kcm mit seinem Beifahrer zu FaN. Der Beifahrer erlitt dabei Verletzungen. Der Angeklagte wurde wegen Verstoßes gegen die Krastfahrzeugvorschristen und wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 30 Mark und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt.
Gießener Jugendgericht.
Als Jugendschöffen wirkten mit Lehrer Heinrich Krausch unb Eilenbahnkassenoberinspektor Krautwurft, beibe von Gießen.
. Ein fünfzehn Jahre alter Ausläufer hat in einem Geschäft, in dem er beschäftigt war. ein Fläschchen Parfüm und einen Schminkstift an sich genommen, um sie an Fastnacht zu verwenden. Ebenso nahm er widerrechtlich ein Paar alte Gummistrümpfe mit, die einem Lehrling der Firma gehörten. Der Junge, der sonst ein ordentlicher, fleißiger Mensch ist, bereut seine Tat. Mit Rücksicht auf die Geringfügigkeit der Qbjekte sah das Gericht von Strafe ab und sprach eine V« r - warnuna aus. Die Kosten des Verfahrens muß er allerdings tragen.
3n der Rächt vom 1 auf den 2. Weihnachtsfeiertag 1927 beteiligte sich ein Siebenzehnjähriger in besonderer Weise an einer Schlägerei in der Rahe der Möbsschen Seifenfabrik an der Heuchelheimer Straße. Urteil; 35 Mark Geldstrafe, entsprechend dem Wochenverbienst als Maurergehilfe, eventuell sieben Tage Gefängnis, und Anordnung von Erziehungsmaßregeln. Gegen zwei weitere Angeklagte, die bereits das 18. Lebensjahr vollendet haben, wurde vor dem Einzelrichter verhandelt.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten Jinb ohne Verbindlichkeit der ischriftleitung.)
Stornfels. Ihr Gegner kann nicht ins Blaue hinein fordern. Er muß mindestens ungefähr den Tag angeben, an dem er für Sie geackert unb gefahren hat. Die von ihm behauptet« Leistung muß er beweisen. 3n der Leistung einer 2lb- schlagszahlung kann ein Anerkenntnis der Schuld liegen. Die fragliche Schuld ist nach dem Gesetz noch nicht verjährt; Ihr Gegner mußte fein« Forderung nicht innerhalb em«s Jahres geltend machen, und ebensowenig bedurfte er eines „Patentes". Welche Einnahme Ihr Gegner versteuert hat, ist für Sie ohne Belang.
Aus dem Amisverkündigungsblatt.
Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 49 vom 6. Juli enthält: Einreichung der Belege über den Steuerabzug vorn Arbeitslohn. — Die Serien des Krcisausschusses. — Der Geschäftsgang beim Kreis« amt Gießen. — Flugoeranftaltung in Gießen. — Dienstnachrichten.
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die bmter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlofsenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, LombarbzinSfuß 8 Prozent.
Frankfurt a. M
Berlin
Schluß. Kurs
l-Uhr-
Schluss
Anfang
Kur.
Kur»
Kur,
Datum
6.7.
9.7.
1
j 9. T.
6% »t. RtlcManlcibc v. 1927 . . Di. An!.-yM,LchuN> mit äufr
87.25
—
«7.5
-
los.-Rechten.........
51.25
_
51,4
51.4
TeJfll. ohne au»U>I -Rcchie . . 7% Arants. Hyp. St. «oldps. tut-
17.9
—
17,8
18
kündbar bt» 1932.......
90,75
_
Ci% Rheinische Hyp.-Bmit Liqu ®olbp|............
75,3
A.C.e.abfl. 9orftlcfl««übligatwn..
rückzahlbar 1932 ......
_
-
-
4% Lchwetz. Bunbctb.-flnL. .
#% Oesterretchische voidcke.. . .
—
—
80.4
4,?0% Oesterr. iStTbcrrtt. . .
1.25
—
3.4
4% Oesterreich. einheiU. Rtc. . .
—
—
_
4% Ungarische Wolbrtc......
26
26,1
4% Ungarische Staatii. d. 1910 .
«yf% belfll. t>on 1913.....
—
_
26,5
4% Ungarische Aroncnrie.....
_
1.8
4% lütt. ßoUantcUic ö. 1911 . .
4% Tückische Bagdadbahn-Avl., Serie I.... . ....
4% bergt. Serie 11 . .....
11,18
—
11
11,1
12,J
—
11.13
11,13
Rumänen eonvcrt. üke. . . .
_
4 V, Rumänen Boldanl. von 1918
20,65
20,65
-
-itig. Deuricheirisenbabn . . <y,
Pamvura-Amrrita Patet ... 8
^amb.-«üdam. Damvllch- • .8
165.1.1
Ibj
165,65
165,65
—
202.26
Hansa Dompsschiss.....10
•
206.5
206.5
Norddeutscher Ltovd.....8
165,76
139.25
155,5
153.13
155,25
‘Ulg. Deutsche Eredttonft. . . 10
—
139
189,75
Barmer Banfreiein .... 10
115.5
-
145,75
146
Ucrltnei HandeUgeieUsch. . . 19
—
276.5
•8 2
ommer». unb Privat-Bant . 11
187.5
—
187.5
187.5
Darmst. ü. Rationalban^ . . 12
275.75
275
476,5
276
Deutsche Bant......10
167
167
167
167
LUtonto-Sesellschai! Aul.. . 10
162.5
—
162
16?
Dresdner Bant......10
167
166
167
Llirteldeutiche EreditLant ... 9
VictaULant....... - 8
T
I
205
143,75
205 143.13
Reichahant........12
276
:ec.
275.25
266.25
Franbsurt a. M.
Berlin
Schluß«; l-Uhr«
Schluß-
Anfang
Muts
| Rurs
Kur»
Our»
Datum:
6. 7.
' 9 7.
6. 7.
| 9.7.
A.S.«.. . .......
Bergmann........
. 8
176,75
176.9
177
177
. !>
—
203,5
203
205
E.'ettr. Lieferungen.....
10
170.5
—
171.5
Licht und Krasl ......
10
221
222
222
222
gelten & Guilleaume....
. 6
130,5
130
130
Äes. f. (Fleftr. Untern.....
10
260, «5
—
259.25
259
Hamb. Clettr. Werte ....
10
—
—
159.5
159
Rhein (Mehr.......
. n
153
249
152,5
253.65
echtes, eidtr........
10
_
—
Echuckert . ......
. 8
201,5
•'05,25
205.25
206
Eiemen? £ Halske.....
19
—
361
262
362,75
TranSradw .......
. 8
—
155,5
Lahmeyer 4 So.......
10
172
154.5
Buderus.........
. 5
-
83
82,5
83.13
Deutsche Erdöl ......
. 6
140,13
HO
HO
140,75
diener Eteintohle.....
. 8
*
125,5
128
Gelsentirchener ... |. K 9. 4
13»
—
138.9
138.75
Harvener.........
. 6
1585
—
158,5
156.5
Hoesch Eisen........
. 8
—
*
131,5
ylfe Bergbau .......
. 8
—
—
—
Klöcknerwecke.......
. 7
128.9
127.25
128
127
flöüvSReueiicn.......
. 9
—
—
131.13
132,5
Manne-mann ......
. 8
136
135,13
134.5
135,1
Manrselder........
Lberschles. Eilend. Bedarf . .
. 7
114.5
113,5
. 6
—
—
107
107.75
Oberschlei. KoUweckc
. 6
_
—
111,75
112,5
Bhönlr Bergbau ...
Rbeinisckte Broutckohieu . .
b¥i
10
93,75
293
—
93,9
293,5
93.5
292.5
Rheinslabl . - f. Iatzr 4^
158,5
152
153,25
151,65
«teuiiIiUtontan ......
7,2
Bereinigte Stahiw. .... Olavi Minen . ....
Kali 4il<Set41t6en.....
8afi Westeregeln......
. 6
2 sh
96.75
-
96,65
96,5 51.4 265 265 444
10
10
262,5
375,5
262 2?2
«aliwcck Latzdctfurk- . . .
15
i/.l
454
3. ®. irarveu-IndUvM . . .
Dynamit Nobä......
EcheideanstaU.......
12
. 5
266.25
466
366,25
266
. 9
-'06
207
_
Goldschmidt . ......
. 5
98
97,5
98
ÄutOTrttütrtf
. 6
100
HO, 75
100, j
100,9
Lrmi.zeieMchaf,......
11
—
ISS
—
Frankfurt a- M.
Berlin
Schluh.; l-Uhr.
Schiuh > Änfanq
Aura I Aura
Aurs | Aura
Datum:
6.7. 9.7.
| 6.7. j 9. 7.
PhiUpv Hohmann . . .
... 7
148.5 ।
Heidelberger Cement . .
. . 10
Cemcnt Äcilftabt . . .
... 8
173
Watch & Freitag ....
. . 10
146,5 । -
Echuliheij Ba-enhoser .
. . 15
•* •
356,5 355
Ostwecke.......
. . 12
—
316 316.5
ver Gian,ltosi ....
. . 18
657 657
Bemberg.......
Zeltsiois Woldhos . . . ZeNstofs tlltchafienvura . Übackottcnburgcr Waifer
. . 14
— —
600 596
. . 12
. . 12
312.75 212
232.25 236
312.25 312
233.13 225
. . • 1
—
128 U9
^rslauer Sa«.....
... 8
— -
205.75 205,5
Daimler Motoren . . .
. . . 0
108,5
108.4 108,25
De trag .......
. . . 0
— 1 _
- 61.5
kldlerwecke Slever . . .
. . . 6
109,25 108,5
109 I 109
Ludw. Loewe.....
. . 10
■1
24'1 . '43..
Nat. automobil ....
. . . 0
—
85,75 86
Oreniiein & Sopvel . .
. . . b
— —
120.25
reonhard lieb ....
.8
— . —
267..» 1
Bamag'M'guin . . .
. . . 0
— —
23,75 !
Franks. Dlaschinen . . .
chcktznrr.......
. . . 6
76
76 ।
. . 11
135
Henliaenstaedt . . • .
Uunghanr..... ,
Lechwecke..... .
Mmntrnltwecke . . . .
. . . 0 ... 4
•4.5
85
»
• . . 8
113.25 -
. . . 8
119 -
—
Miag...... . .
. . 10
146 -
148 ,48,5
Nelarsulmer .....
. . . 8
03,75 61,75
72 -
Peter» Union.....
. . . 8
HO
HO —
liiebr. Roeder ..... Voigt ck H«ssner . . .
. . 10
. . . ft
209 —
Ebdd. Zucker.....
... 8
154,5 157,6
154,25 | -
Bwwfnolm.
Centn, 6. IuU
<8eU>
Brre-
Slmerikarnlche Not» .
. . . .
4.1M
?J84
Belgckche Nöten ....
* a a <
56,58
58.82
Tänikchr Ästtn . . .
a a . j
111.73
112,17
Tuglrsche Roten. . . .
• • • >
1U.265
41.445
Berlin. 6 ^nfi
--
MT"
)rcm;öniche ytoien . . . . Hollältdische Noten ...... Italienische Noten......
Norwegische Noten ..... Deutsch Oeftrrr , 5 im Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
Schweizer Noten ..... Svanilche Noten.......
Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . ...
Devisenmarkt Berlin relegravb'lche
168,23
22,08
111,73
59,14
2,54
112,0«
80,59
12.865 72,77
—Franlfiru
2 nSz « hl
ie.6j 188,91 23,14 113,17
59,3« 2,56 112,52
80,91
61.04 12.425
73,07 a. HL
u n 0
6. Juli
S. Juli
Amtlich« Notierung Geld Brief
Amtliche Notiernog
Äeld Brief
vm».«Rott Buen-Lllrek Bnl.-Snew ThrisUnnta Kovendagrii Stockholm - fcelfingfort. Ukalten. . . London - - . Nenn ort . . Pari-.... SLwei- . - Spanien . Japan . - ■ Wo de Fan. Sten In®.- C<fL abatß Prag ... Belgrad . . vodapekt. . Bulgarieu Lissabon Tanjig. . . Äoniteuttin. St dell. . . lsnada Urnjnaö tatre
TC37J3 16«, «'J
1,772 1.776
^8,37 58,49
111,9. 112,13
111.99 112,21
112,22 112,44
10.52 10,54
.'«.97 22,01
20,38? 20,422
«.1835 4,1915
l6.40u 16,445
-0.62 50,78
"9,01 >9,15
1,953 1,942
'•498 J.MHi
0.96 59,08
12,395 12,415
7.363 7
72.94 <3,03
».02? 3,02«
18,«8 18,92
»1,50 81,66
2,145 2,149
5,405 5,415
4,171 4,179
4,266 4,274
•0.907 20,947
IM.67 1.76s 68,38
Hl,$7 112,02 112,17 10,524 21,395 20,382
1,184 16,41 60.62 69 07 1,934 0.498
»9.00 12,40.1
7.363 79,81 5,019 18,78 81,47 2,140 5,405
1,172 4,Ä1 80,906
168,95 1.772
58,50 H2.1v 112,24 112.39 10,544 22.095 20,422
4,192 16.45 80,78
69.21 1,938 0.500
59, U 12,429
7.873 UM
3.045 18,82 «1,63 2,144
1 6,415
1,180
4.269 30,946


