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essen nicht genügen tourten. Daraufhin lieh Polen wochenlang nichts mehr von sich hören, bis es sich endlich entschloß, an Deutsch­land eine Rote adzusenden. auf die dre deutsche Regierung, tote bereits erwähnt, unverzüglich antwortete. Ruch dieser Role folgte erst nach einiger Zeit eine zweite polnische Rote, deren 'Beantwortung deutscherseits also nunmehr er­folgen soll und wobei Deutschland im einzelnen noch einmal eine genaue Formulierung über die Frage der Regelung der Grenzzonenver- ordnung und des damit zusammenhängenden Riederlassungsrechts abgeben wird. Ob es damit schon au einer Fortführung der deutsch­polnischen Verhandlungen kommen kann, steht noch sehr dahin. Es steht jedenfalls jetzt völlig bei Polen, die Wiederaufnahme dieser Verhand­lungen in die Wege zu leiten.

Tirol.

Eine Innsbrucker Kundgebung.

Innsbruck. 7. Iuli. (WT2.) Die deutsch-völkische Arbeitsgemein- schaft hielt eine Protestversammlung gegen die bekannte Veröffentlichung der Agenzia Stefani über die Südtiroler Frage ab. Die Versammlung nahm eine Entschließung an. in der es u. a. heißt: Die Vertrauensmänner des deutsch-völkischen Verbandes geben der Ent­rüstung Ausdruck, daß in den Verhandlungen zwischen der österreichischen Regierung und Italien lemalS die Rede davon sein konnte, daß die Südtiroler Angelegenheit eine rein in- nerpolittsche Frage Italiens sei und daß die österreichische Regierung sich bereit e» klärte, die Aufklärungsarbeit über die Unterdrückung, die Italien in Südtirol betreibt, hemmen zu wollen. Es ist auch, ohne die Aufklärungen des Vundeskanzlers Dr. Sei­pel abzuwarten, klar, daß solche Tatsachen un­serer auswärtigen Politik das Vertrauen des Tiroler Volkes entziehen müssen. Wir sprechen dies auS und verlangen die Feststellung der "Verantwortlichen. Tirol läßt sich in dem Kampfe um die Freiheit und Einheit deS Landes von niemand in den Rücken fallen. Ferner wurde beschlossen, am 12. Iuli am Verge Isel in einer großen Volks­versammlung als Gegenkundgebung zur Sieges­feier in Vozen den deutschen Sieg von K a r f r e i t zu feiern.

Dank des Afghanenkönigs.

Telegrammweckscl mit dem Reichspräsidenten.

Berlin, 7. Iulk. (WV.) Deim Herrn Reichs­präsidenten ist folgendes Telegramm deS Königs und der Königin von Af­ghanistan auS Äabui Angegangen:Unsere Reise in Deutschland ist dank der Liebenswürdig­keit Eurer Exzellenz und der freundschaftlichen Gefühle der edlen deutschen Ration so ver­laufen. daß wir mit sehr freudiger Er­innerung daran in unsere Heimat zurück- gekehrt sind. Diese Erinnerung wird bei unS als die beste Befestigung und Stär­kung der freundschaftlichen Be­ziehungen zwischen den beiden (Staaten an­gesehen werden. Deshalb sprechen wir unsere höchsten Wünsch« für die Gesundheit Eurer Exzellenz und den Aufstieg der deutschen Ration aus und danken nochmals für di« innigen Sym­pathien, di« unS dargebracht worden find. gez. Aman llllah und Suraja."

Der Herrn Reichspräsident hat folgen­des Antworttelegramm gesandt:Suren Ma- Mäten danke ich auch im Ramen der deutschen Regierung und deS deutschen Volkes für den lietenswürdigen Ausdruck freundschaftlicher Ge­fühle. Eurer Majestäten Eindrücke von Deutsch­land und die hier angeknüpften persönlichen Be­ziehungen werden sicher zur Befestigung und Stärkung der Freundschaft zwischen den beiden Staaten beitragen. Das deutsche Voll und die deutsche Regierung vereinigen sich mit mir in dem Wunsche für Eurer Majestäten Wohl­ergehen zum Segen Afghanistans und seines Volketz."

Der Reichspräsident zum amerikanischen LlnabhängigkeitStag

Berlin, 7.Juli. (WB.) Der Herr Reichs­präsident halle zum amerikanischen Unabhängig­keitstage folgendes Telegramm an Präsident Coolidge gerichtet:Anläßlich des Unabhängig- keitstages entbiete ich Ihnen, Herr Präsident, meine herzlichsten Glückwünsche und verknüpfe hiermit meine aufrichtigen Wünsche für das weitere Gedeihen der Bereinigten Staaten." Dar­auf ist ein A n t w o r t t e l e g r a m m von Prä- sident Coolidge eingeaangen, das in lieber- seßung wie folgt lautet:Gestatten mir Eure Ex­zellenz, meinen herzlichsten Dank für Ihre freund­lichen guten Wünsche anläßlich unseres Unabhängig- keitstages auszusprechen. Regierung und Volk der Bereinigten Staaten sind sehr dankbar, Ihre Glück­wünsche zu erhalten."

Oer republikanische Wahlfeldzug in Amerika.

R e u y o r k, 7. Iuli. (WTB.) Der Vorsitzende des republikanischen Rational-Ausschuftes, Dr. Work, legte vor den Mitgliedern des Aus­schusses den Wahlfelteugsplan dar. Er erklärte, di« Republikaner würden lediglich eine informa­tive konstruktive Wahlpolitik betreiben. Ein­gebungen des Gewissens und der persönlichen Freiheit innerhalb des Gesetzes seien kein ge­eigneter Gegenstand politischer Debatte. Diese Bemerkung wird als eine Aufforderung betrachtet, die P r oh i b i t iv n S - und ReligionS- fragen z u vermeiden. Work betonte noch­mals, der Einfuhrzoll, der die Arbeiter gegen billige Arbeit konkurrierender Länder schützen und sie beschäftigen soll, damit sie die Produkten der amerikanischen Farmen kaufen könnten, sei eine der Hauptfragen des WahlfclbzugeS. Di« Mitglieder des Rational- AusschusseS sollten den acht Millionen jungen Amerikanern, die *um erstenmal bei der Präsidentenwahl ihr Stimmrecht auSüben kvn- nen, besondere Beachtung schenken. Die Führer deS demokratischen Wahlfeldzuges hätten kürzlich gleichfalls angekündigt, daß sie beabsich- tigen. einen konstruktiven Wahlfeldzug ohne persönliche Anfeindungen zu führen

Das landwirtschaftliche Rotprogramm.

(Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers^.

Berlin. 9. Iuli. Wan übersieht allzu leicht, welche neuartigen und bisher ganz unbekannten Wege die deutsche Regierung mit dem sogenann­ten landwirtschaftlichen Hilfs- und Rotprogramm vom März dieses IahreS be­schritten hat. DaS Ergebnis dieser Politik kann man deshalb nur unter der Voraussetzung, daß es sich hier im Grunde genommen um einen Versuch handell. richtig beurteilen, ganz ab­gesehen davon, bah die Diskussion in interessier­ten und wissenschaftlichen Kreisen über die Zweck­mäßigkeit der verwandten Wittel zur Milde­rung oder Beseitigung unserer landwirtschaft­licher Mißstände immer noch weiteraeht. Bezeich­nend für diese Diskussion ist der Geschäfts- bericht der Deutschen Pächterkredit­bank (Domänenbank) in Berlin, in dem ver­sucht wird klarzulegen, daß man nicht gleich­zeitig eine Politik der Stabilisierung der Ge­treide- und Schweinepreise zusammen mit einer Autarkie- und ProduttionSsteigerungspolitik, wie es jetzt geschehe, treiben könne, ohne bah die inneren Widersprüche Die Wirkungskraft der Maßnahmen stark beeinträchtigen mühten.

Di« neue Reichsregierung hat in ihrer ersten Erklärung ver'ichert, daß sie die Hilfsmahnahmen, die im landwirtschaftlichen Rotprogramm ihrer Vorgängerin vorgesehen sind, auch ihrerseits weiter durchführen wird. Bisher sind von diesem sehr umfangreichen Programm direkte Auswirkungen noch kaum zu spüren. Rur auf dem Gebiet zur Organisation und För­derung des Absatzes vonSchlachtvieh und Fleisch, für die diu Reichsregierung 8 Mill. Mk. bereitgestellt hat, sind die ersten praktischen Auswirkungen des Rotprogramms zu beobachten. Das An st eigen der Schweine­preise in den letzten beiden Monaten und in diesem Zusammenhang die außerordentlich hohe Ziffer der Schweineausfuhr werden in zu­ständigen Kreisen auf diese Maßnahmen zurück­geführt. Auch die bisher schon getroffenen Regelungen zur Förderung des Absatzes von

Oie Belgrader Kabinettskrisis

Auf einem toten Punkt.

De lg r a d , 9. Iuli. (WB.) Die Versuche, die Krise zu lösen, sind trotz eifriger Beratungen unter den Regierungsparteien an einem to­ten Punkt angelangt. Offenbar wird nunmehr die Wiederherstellung der alten Re­gierungskoalition in einer neuen Auf­lage und unter einem anderen Mi­nisterpräsidenten als Lösung erwogen, doch macht die Frage, wer die Kabinettsbildung übernehmen soll, Schwierigkeiten. Der Vize­präsident der Radikalen Partei, Aca Stano- j« w i t s ch. dem sie angeboten wurde, ist nickt geneigt, dieses Angebot anzunehmen. So wurde bis heute kein Mandatar «mannt Der König empfing im Laufe des Tages mehrer« Führer der Regierungsparteien, darunter Spaho, Dr. Marinkowitsch und am Abend Ljuba Davido- witsch. In politischen Kreisen wird erwartet, daß sich die Lösung der Krise wegen der Schwie- rigjeiten, einen geeigneten Mandatar zu finden, mxh einige Tage hinausziehen wird.

Der Kall Löwenstein.

Bericht des Flugzeugführers.

Paris, 9.Juli. (TU.) Kapitän Drero, der das Flugzeug des verunglückten Bankiers Löwen» stein lenkte, hat sich sehr skeptisch über die Versuche ausgesprochen, die an ähnlichen Apparaten wie dem Löwensteinschen in Paris und London vorgenommen wurden. Kein Flugzeug gleiche dem andern. Auch sei d e r D r u ck d e s W i n d e s, der auf den Außen- türen laste, bei jedem Apparat ein anderer. Löwenstein hätte, so erzählte er roeiter, sich während der häufigen Reisen, die er mit ihm unternommen Halle, stets still auf seinem Platze ver­hallen. Denkbar wäre es nach Drews Auffassung da- gegen, daß Löwenstein einen S ch w i n d e l a n f a l l gehabt hätte. Etwas Gleiches empfänden öfter die Flugzeugführer selbst, die dann das Verlangen ver­spürten, sich von ihrem Sih in die Tiefe zu st ü r ze n. Wie verlautet, sind der Führer und der Mechaniker des Flugzeuges, aus dem Löwenstein in den Kanal abstürzte, nach Brüssel berufen worden, um vor einer Unterfuchungskommission über die näheren Begleitumstände von Löwensteins Ver­schwinden zu berichten. Die Leichenfeier für Löwen­stein ist verschoben, da sein Tod noch nicht als end­gültig feststehend angesehen wird.

Der Gpionagefall Lembourn.

Der frauzöfischc Einflutz in Sän entart Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers^.

Berlin, 9. Iuli. Die Untersuchungen gegen den unter Spionageverdacht verhafteten däni­schen Infanterie Haupt mann Lem­bourn find im wesentlichen abgeschlossen, ihre Ergebnisse sollen noch militärischen Sachverstän­digen vorgetegt werden, um festzustellen, wie weit die Spionage bereits gediehen war. Sv bedauer­lich es ist, daß sich ein Angehöriger eines Volles, mit dem wir im tiefsten Frieden leben, herbellieh, vermutlich im Auftrage deS Rachrichten­dien st es einer anderen Ration, gegen unS zu arbeiten, so erfreulich ist es doch, daß sofort nach dem Dekannttverden der 'Verhaftung nicht nur die dänische Regierung, sondern auch die vorgesetzten Behörden Lem- bournS ihn fallen liehen und sein Treiben mit schärfsten Worten geihellen. Sich nach dem, waS die deutsche Polizei über ihn in Erfahrung gebracht und was et selbst zugegeben hatte, noch für ihn einzusetzen, wäre auch recht töricht ge­wesen. Von besonderem Interesse für unS ist aber die Tatsache, daß Lembourn früher ein­mal Angehöriger deS französischen Spionagedienstes war und auch fjeutenoch unter französischem Einfluß steht, wie ja Frank­reich sich nach wie vor bemüht, zahllose Fäden nach Dänemark hin zu knüpfen und sich im Rorden Deutschlands einen ergebenen Diener zu schäften. Zu diesem Zwecke hat man die sog. »Alliance f t a n <; a i f e" gegründet, der auch Lembourn alS Wllglied angehörte und deren Tätigkeit mll den Interessen deS dänischen Staa­tes nicht gana in Einklang zu stehen scheint. Diese Qrganrsation vermochte in Dänemark deswegen sehr rasch Fuß zu fassen, weil es Frankreich

Schlachtvieh und Fleisch scheinen langsam den Markt zu beeinflussen. Von Seiten der Fleischer- Organisationen wird zwar gerade gegen diesen Teil des Rotprogramms eine lebhafte Opposition getrieben, die aber zu vergessen scheint, bah der Grundgedanke dieser Absatzrationierung in einem größtmöglichen Au sgleich zwilchen den ver­schiedenen Gebieten und Märkten der Fleisch­verwertung innerhalb Deutschlands bedeutet. So hat auch das Reichsernährungsministerium seiner­seits die Reichswehr gebeten, uni) entspre­chende Zusagen erhallen, daß sie ihren Fleisch­und Konservenbedarf in enger Zus ammen- arbeit mit der Zentralstelle für die Viehabsatzorganisation eindeckt. Gerade über diese Maßnahmen und die für den Auslandabsatz in erster Linie geschaffenen FleischverLertungs- betriebe in Ostt>reußen und Schleswig-Holstein wird die in allernächster Zeit erscheinende Denk­schrift des Reichsernährungsministeriums zum landwirtschaftlichen Rotprogramm interessante Detailangaben enthalten.

Von den anderen großen Gebieten der land­wirtschaftlichen Hilfsmaßnahmen ift bisher erst das Umschuldung-Programm auf dem Wege der Verwirklichung, während der Fonds von 25 Millionen zur Rationalisierung des Genossenschaftswesens bei den be­stehenden großen Schwierigkeiten noch nicht in Tätigkeit getreten ist. Der Derteilungsplan für die Ämfchuldungskredite ist vor allem in enger Zusammenarbeit mit den Ländern und Provinzen entstanden, da man den Bericht über die Ver­schuldungsverhältnisse, den der älnlerauslchutz für Landwirtschaft des Enquete-Ausschusses zum Ötanbe vom Iuli 1926 seinerzeit veröffentlichte, inzwischen durch die starke Verschuldung gerade der mittleren und kleineren Bauern alS überholt betrachten mußte. Man hofft, daß aber gerade das Ansteigen der Schweinepreife, deren niedri­ger Stand im letzten Jahr die deutschen Bauern mit Schulden belastete, ihnen wieder neue Be­wegungsfreiheit geben wird.

verstanden hatte, sich die Dänen durch die Auslieferung RordschleSwigs zu ver­pflichten. SS ist infolgedessen auch nicht ver­wunderlich, daß dänische Oftiziere im französischen Heere Dienst nehmen. Auch Lembourn diente unter der Trikolore, bevor er sick in die Geheim­nisse des französischen RachricytendiensteS ein- weihen lieh. Der französische Einfluß namentlich im dänischen HeereZwesen macht sich immer stärker bemerkbar. Französische Generale sind häufig auf dänischem Boden zu finden, auch di« dänische Heeresreform ist französische Arbeit. Wir toiffen nicht, ob diese dänisch-framzösische Freundschaft echt ist. Die unumstößliche Tatsache besteht aber, daß Frankreich intensiv an der Arbeit ist, um Dänemark aus seinem neutralen in französi­sches Fahrwasser hinüberzuleiten imb es zu einem ihm vielleicht später einmal blind er­gebenen Vasallen zu machen.

Zeppelinfeier in Konstanz.

Eckener spricht über die ZukunstSaufgaben des Luftschiffs.

Der Deutsche ßuftfab rtoerbanb hatte aus An­laß des 9 0. GeburtStageS deS Gra­fen Zeppelin feine Mitglieder vom 7. bis 9. Iuli zum 22. Luftfahrertag nach Konstanz am Bodensee eingeladen. Im althisforischen Äon» zAiumsgebäude am See fand am Samstag der Begrüßungsabend statt. Aus dem ganzen Reich waren Festteilnehmer erschienen: Vertreter der Reichsregierung, der badischen Staatsregierung, der Luftschiffahrt, der Verkeyrsfliegerei, der Tech­nik und Wissenschaft. Am Sonntag vormtttag fand vor dem Zeppelin-Denkmal am Se« die Geburtstagsgedächtnisseier und Kranz­niederlegung statt. Dann sprach Dr. Eckener über die zukünftige Gestattung der Luftschiff­fahrt und ihre Wirtschaftlichkeit. Das Luftschiff komme nur für wettere Entfernungen mit großer "Nutzlast in Frage. Die Hauptgefahren seien für die Luftfahrt di« vertikalen Lust- betoegungen, die aber dank der Technik und Konstruktion des Luftschiffes überwunden würden. Selbst Blitzgefahr sei nicht zu fürchten, da der Blitz nur das Metall, nicht aber die Ballons aufsuche. Was die Wirtschaftlichkeit anbelange, so mußten in erster Linie die günstigsten Landungsplätze gefunden werden. Anker­maste seien nur behelfsmäßig, aber nicht aus­reichend. Gs müsse erstrebt werden, Landung und Aufstieg in die Zeit von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang zu verlegen, da um diese Zeit die vertikalen Storungen kaum bemerkbar seien. Wichtig sei die Steigerung der Fahrt- geschwrndigkeit und die allmähliche Er­setzung des Wasserstofses durch He­lium. Heber die Zukunft des Ozeanver- k e h r S äußerte sich Dr. Eckener, daß das Luft­schiff das berufenste Fahrzeug hierzu sei und allen Gefahren standhalten könnte. Der ge­plante Weltflug deS neuenLZ 127 müsse verschoben werden. Der erste große Aus- landflug gehe nach Rordamerika.

Aus aller Welt.

Oer neue Oauerflugweltretord.

Dessau. 7. Juli. (WB.) Die Iunkersflietzrr R i ff i c 3 und Zimmermann sind Samstag abend 9.29 Uhr gelandet, nachdem sie sich 65 Stun­den und 25 Minuten in der Lust befunden haben. Sie haben damit den bisher von den Italienern Ferrari und Del prell gehaltenen Dauerflugwettrekord u m r a n b 6% Stunden geschlagen. Sofort nach der Landung der Flieger stürmten lausende, die stundenlang auf dem Flugplatz den Riedergang des Rekordflugzeuges erwartet hatten, unaufhaltsam nach der Landungsstelle zu und bejubelten die Flieger, die frisch und munter der Führerkabine entstiegen. Professor 3 u n t e r beglückwünschte die Piloten aus da» herzlichste. Vie Flieger äußerlen sich sehr anerkennend über die absolut regelmäßige Ar­beit des 3unkersmotors, der die Maschine selbst über dle heftigsten Gewitterböen am Freitag nachmittag sicher hinweggeführl hab«. Vie lange Flugdauer ist nicht zuletzt zurückzuführen auf die Vrenuftofs-Sparoorrichlung de» Motor» und auf die Möglichkeit der günstigen Ein­

stellung des Junker-Melallpropeller». Die Flieger wurden von den Vertretern der anhal- tifchen Sfaalsrcgieruog und des Magistrats sowie de» Landlagspräsidenten aufs herzlichste beglückwünscht.

Tie Nsi der Nobile-Mannschaft.

Die derMontag" aus fiingsbag meldet, ist der S ch iss »lagen le ar der3 i a II a, Cec- c i o n i, Infolge seiner früher erlittenen Verletzungen gestorben. Zwei weitere Teilnehmer der Rodile- Expedition sind infolge der ungewohnten und schwie- rigcn Lebensverhältnistc fchwererkrankt. Rach den letzten Feststellungen Lvndborg» ist das 61» des Lagers der3faHa"-£cute wieder geschmol- zen und für eine weitere Flugzeuglandung nicht geeignet.

Vie für den bekannten Flieger Übel vorbereitete Expedition, die am Samstag mit einem Schiff ber Hamburg-Amcrika-Linle nach Spitzbergen aus- reifen follte, um mit Flamingo-Flugzeugen auf Skiern die Rettung der Robile-Mannschasl zu be­treiben, wirb unterbleiben. Die Voraussetzun­gen, bie bem Udetschen plane zugrunde Ickhen, sind durch die Witterungsverhaltnisse, welche in den letzten Tagen auf Spitzbergen eingetreten sind, überholt. Auch die Rettung Lundborgs ist bereit» mit einem Wasserflugzeug geschehen. Die Eisscholle, aus welcher die Besatzung der3lalia" treibt, besindet sich n u e noch fünf Kilometer von L an d. Die Ret­tung erscheint bei dem gegenwärtigen Stande nur durch' DasserflugzeugeoderBoote mög­lich, welche in genügender Anzahl in Spitzbergen vorhanden sind. 3n würdignug dieser Verhältnisse und in Ansehung der sür den Transport der Uöet- fchcu Expedition erforderlichen Zelt haben die Be­teiligten sich entschlossen, von den noaj vor wenigen Tagen besonders aussichtsvoll erscheinenden Maß­nahmen abzusehen.

Unreeller und Dürre in Italien.

Die Blätter berichten über schwere Stürme und Gewitter in Dbcritalicn. In Varese wurden zahlreiche Häuser, die Basilika und andere Kirchen beschädigt. Uralte Daumriesen wurden entwurzelt; die elektrische Leitung war längere Zeit unter­brochen. 3n Triest herrscht ein« derartig« Trockenheit, daß die Stadtverwaltung die Be­völkerung zu größter Sparsamkeit im Wasserverbrauch ermahnt hat: wenn es in­nerhalb einer Woche nicht regnet, befürchtet man das völlige Versiegen der Quellen, die die Stadr mit Wasser versorgen. 3n Rom herrscht eine täglich steigende Nitze. DieIrlbuna" meint, daß seit Jahren nicht eine solche hohe lern- oeratur zu verzeichnen war. Gestern zeigte da» Thermometer im Schatten 3 5 bis 36 Grad und in der Sonne 48 Grad an.

Tödlicher Absturz einer Fallschirmpilolin.

Bei dem am Sonntagnachmittag in Güstrow (Mecklenburg) abgehaltenen Bolls- und Werbeflug» tag stürzte gegen 5.15 Uhr, nachdem verschiedene Gruppen-, Kunst- und Passaaierflüge ausgeführt worden waren, beim ersten Fallschirmabsprung au» etwa 500 Meter Höhe die geprüfte Fall- schinnpilotin Ella Tauer aus Leipzig ab, da sich der Fallschirm unerklärlicherweise nicht öffnete. Die PUottn wurde getötet. Die gutbesuchte Flugver- anftaltung wurde sofort abgebrochen.

Aufdeckung von Römergräbern In Wien.

Bei Erdarbeiten auf dem Neuen Markt wur­den unmittelbar vor dem Hotel Kranz in etwa 2,5 Meter Tief« zwei Romergräber mtt Schmuckgegenständen aufgcdeckt. Man vermutet, daß sich in der Nähe noch weitere Römergräber befinden; doch dürsten die Nacharabungen' nicht ausgedehnt werden, da die Fundstelle mitten im Großstadtverkehr liegt.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Hoher Luftdruck führt in ganz Deutschland noch zu heiterem Wetter. Das umfangreich« Tief be­wegt sich langsam ostwärts weiter. 6tine Aus­läufer. die weit südwärts vorgreifen, dürften in unserem Gebiet nur Anlaß zu gelegentlichen Gewitterstörungen, verbunden mit Schauern, ge­ben. Sonst herrscht im wesentlichen wolliges bis heiteres Wetter. Die Temperaturen gehen mtt dem Ilmdrehen der Winde nach Westen zurück.

Wettervoraussage für Dienstag: Außer vcreinzellen Gewitterstörungen mit Schauern teils wolkiges, teils heiteres Wetter, etwas kühler.

Lufttemperaturen am 8. Juli: mittags 18,4 Grad Celsius, abends 14 Grad Cel sius, am 9. Juli, mor­gens 11,8 Grad Celsius. Maximum 21,2 Grad Cel­sius. Minimum 6,2 Grad Celsius. (Erbtempera- turen am 8. Juli: abend» 21,4 Grad Celsiu»: am 9. Juli: morgens 15,4 Grad Celsius. Sonnen- scheindauer 13 % Stunden.