Wirtschaft.
Fried. Krupp A. &. in Essen.
Die Fried. Krupp A.G. in Essen baut zur -Zeit, wie WTB.-Handelsdienst erfährt, neue elektrische Lokomotiven, die auf diesem Gebiet einschneidende Veränderungen hervorzi^ rufen geeignet sind. Aeußerlich unterscheiden sich die neuen Lokomotiven von den bisherigen nicht, ihr Motor aber arbeitet nach einem vollkommen neuen, von Dr. Schön bei der Fried. Krupp 21. G. entwickelten System. Während die bisherigen elektrischen Lokomotiven nur durch transformierten 162/s Periodischen Wechselstrom angetrieben werden, gestattet es die neue, eigenartige Konstruktion der Motore bei den Kruppschen Lokomotiven, den 50 periodischen Wechselstrom, so wie ihn die Kraftwerke erzeugen, zu verwenden. Die Bahnanlagen können auf diese Weise an jede beliebige Zentrale angeschlossen werden, und der Vau von Transformatoren für Vahnverteilungsleitungen und Unterstationen wird gespart. Die hierdurch erzielte B a u - kostenverrinaerung beträgt 25 b i s 30 Proz. Die Konstruktion nimmt ihren Aus- gang von dem einphasigen Induktionsmotor. Durch Einführung einer im Luftspalt zwischen Ständer und Läufer rotierenden Kurzschlustent- Wicklung werden die Feldpulsationen beseitigt, und der neue Motor erhält die Betriebseigenschaften der altbewährten Drehstrommotore. Bor allem fallen die Kollektoren hierbei fort Die neue Lokomotive ist für Rangierzwecke gebaut. Sie wiegt 48 Tonnen und hat zwei Motore von je 300 P. S.. Die Geschwindigkeit ist dem Verwendungszweck entsprechend gering: Maximum 12 Kilometer, aber die Zugkraft ist mit etwa 12 000 Kilogramm normal. Wirtschaftlichste Leistung wird bei 6 bis 12 Kilometer Geschwindigkeit erreicht. 2ln der weiteren Durchbildung waren beteiligt außer der Firma Fried. Krupp als Erbauerin der Motore die Firma Garbe- Lohmeyer & Co. in Aachen und Professor P u n g a in Darmstadt. Ein Stück des neuen Typs befindet sich bereits auf einer der 3. ©. Farbenindustrie gehörenden Braunkohlengrube in Merseburg in Betrieb, während die zweite ebenfalls an die I.G. Farbenindustrie geliefert wird.
• Preußische Pfandbriefbank. Die Bankhäuser Sam. Montagu & Co. und Singer & Friedländer, London, haben von der Preußischen Pfandbriefbank 6 000 000 Mk. kapitalertragssteuerfreie Iproz. Goldpfandbriefe zum Kurse von 93V- Prozent fest übernommen. Die auf Grund dieser Goldpfandbriefe von den Bankhäusern auszugebenden Zertifikate sind bereits im Wege des freihändigen Verkaufs als dauernde Kapitalsanlage begeben. Die Auflage zur öffentlichen Zeichnung findet infolgedessen in London nicht statt. Der Erlös aus Lluslandverkäu- fen wird ausschließlich zur Darlehensgewährung an die Landwirtschaft verwandt.
* Interessenausbreitung des R. W. E. i m Saargebiet. Wie WTD-Handelsdienst erfährt, ist es dem Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk gelungen, zirka 95 Prozent der Aktien des Elektrizitätswerks Illingen in seine Hand zu bekommen. Das Elektrizitätswerk Illingen wird von dem Saarländisch-lothringischen Elektrizitätswerk beliefert, das nunmehr damit in seinem bisherigen Verbreitungsgebiet dem R. W. E. als OSertragskontrahent gegenübersteht.
* Ludwig Loewe L Co. 21.=®., Berlin. Die Generalversammlung der Ludwig Loewe & Co. A.-G., Berlin, genehmigte die Kapitalerhöhung um 5 auf 20 Millionen Mark. Von den neuen 2lktien werden 3 Millionen Qllarf einem Bankenkonsor tium zu 145 Prozent überlassen mit der Maßgabe, den Aktionären das Bezugsrecht im Verhältnis von 5:1 zu 150 Prozent einzuräumen. Die restlichen zwei Millionen übernimmt ein Bankenkonsortium zu 200 Prozent. Rach Mitteilung der Verwaltung hat der Umsatz des abgelausenen Geschäftsjahres 13,5 Millionen, gegen 7 Millionen Mark im Vorjahre, betragen und hat sich vor allem infolge der gut arbeitenden 2luslandsorgani a'ionen auch in den letzten Monaten weiter gehoben. Der gegenwärtige 2luftragsbestand sichert volle Beschäftigung für sechs Monate. Der 2luftrags- eingang ist weiter zufriedenstellend. Lieber die Dividendenaussichten teilte die Verwaltung mit, daß infolge der hohen Steuerlasten nicht mit einer höheren Dividende als im Vorjahre (10 Prozent) zu rechnen sei.
* Verein f ü r Chemische Industrie, 21. - G., F r a n k f u r t a. M. 2luf Grund des sehr befriedigenden Verlaufes des Geschäftsjahres 1927 ift wie WTB.-Handelsdienst erfährt, auf das erhöhte 2lktienkapital mit einer wahrscheinlich
etwas höheren Dividende (L03. 6 Prozent) zu rechnen. ..
• Hollandanleihe der Württemberg ischen Wohnungskreditanstalt. Unter Mitwirkung der Danatbank und der Württembergischen Rotenbank hat ein hollän- dischÄ Konsortium eine 4-Millionen-Goldmark- 2lnleihe in Form von 7prozentigen kapitalertragssteuerfreien Goldhhpothe.enpfandbriefen zu 93,65 Prozent Retto der Würltemkergischen Wohnungskreditanstalt übernommen. Die 2lnleihe wird am Donnerstag, 9. d. M., in Holland zu 96,25 Prozent zur Zeichnung aufgelegt.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 9. Febr. Tendenz: eher etwas fester. Das Effektengeschäft bewegte sich weiterhin in a l l e r b e s ch e i d en ste n G r e n z e n , Öa tcy das Privatpublikum immer noch nicht zu einer regeren Teilnahme bewegen läßt, so daß die Spekulation sich in ihrer Enttäuschung darüber ebenfalls zurückhält. Darin wurde sie heute unterstützt durch die i n n e r p o l i t i s ch e n U n st i m m i g k e l t e n , die eine gewisse Beunruhigung heroorriefen. Trotzdem war die Tendenz im allgemeinen eher etwas ester, im Zusammenhang mit dem relativleich- en Geldmarkt. Man verwies ferner auf die lebhafte Nachfrage nach den neuen Reichsbahn-Vorzugsaktien und hofft bei dem starken Interesse von Auslandseite, daß eine nachhaltige Wirkung auf dem deutschen Geldmarkt nicht eintreten werde. So nahm die Spekulation verschiedentlich kleine Deckungskäufe vor, die auf den meisten Markgebieten geringe Besserungen hervorriefen, da sich andererseits kaum Abgabeneigung bemerkbar machte. Gegen die gestrige Abendbörse waren zunächst überwiegend 1—2-v. H.-Kursbesserungen zu verzeichnen. Elektrowerte zogen bei kleinen Umsätzen durchschnittlich um 1 d.S). an. Für Montanwerke war das Interesse etwas reger. Mannesmann plus 1,75 v. $)., Rheinbraun plus 2 v. H. Rheinstahl und Stahlverein blieben jedoch nur behauptet. Banken vernachlässigt und kaum verändert. J.-G.- Farben eröffneten leicht gebessert. Für F r e i g a b e w e r t e erhielt sich einiges Interesse, Hapag und Rordlloi)d je plus 1 o. H., Scheideanstall plus 0,75 v. $)., Holzverkohlung jedoch minus 1 v. S). Bon Bauwerten zogen Heidelberg um 1 v.H. an, Holzmann plus 3,25 v. H. Wayß & Freytag gaben dagegen trotz des in ihrem Börsenprospekt angeführten guten Geschäftsganges leicht nach. Kleyer minus 2 v. H. D e u t s ch e Anleihen fast umsatzlos, Ausländer etwas angeregt. Im weiteren Verlaufe stockte das Geschäft fast vollkommen, man nannte nur wenig veränderte Kurse. Es machte sich v e r st ä r k t e Z u r u ck h a l - t u n g bemerkbar, da der G e l d m a r k t eine A n - span nu ng zeigte. Tagesgeld erhöhte sich auf 6,5 v H Im Devisenverkehr notierte die Reichsmark gegen Kabel 4,1925, gegen London 20,432. London gegen Kabel 4,8720. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,06, Madrid 28,63.
Berlinc. Börse.
Berlin, 9. Febr. Wie schon vorbörslich, so war auch das Geschäft zum offiziellen Beginn wieder sehr gering. Die Umsätze hielten sich auch bei den führenden Papieren im Rahmen von 12 Mille. Die innerpolitische Lage und der Metallarbeiterstreik verschärften die an und für sich schon große Unsicherheit, doch wurde die Stimmung später etwas freundlicher, da man mit einer Dis- kontsenkung in England rechnet und diese auch für Deutschland in nächster Zeit erwartet wird. Der Geldmarkt zeigte eine weitere Erleichterung. Tagesgeld stellte sich auf etwa 5,5 bis 7,75 v. H., Monatsgeld 7,25 bis 8,5 v.H., Warenwechsel 6,25 v. H. Im großen und ganzen konnte man zu den ersten Kursen eher eine leichte Verkaufsneigung feststellen, doch schritt die Spekulation in einigen Werten, wie Glanzstoff, Ostwerke und Schullheiß zu Deckungen, so daß bei dem herrschenden Stückemangel geringe Kursbesserungen zu verzeichnen waren. Die Kurse waren meist unverändert, zum Teil ergaben sich Schwankungen um 1 v.H. nach beiden Seiten. Schubert & Salzer verloren 2 v. H. Holzmann und Ostwerke gewannen etwa 3 v. H., Glanzstoff 7 v. H., Spinnerei Hammersen 2 v. H. Deutsche Anleihen kaum verändert. Ausländer ohne Umsätze. Pfandbriefe und Anteile eher angeboten und schwächer. Nach den ersten Kursen konnten einige Werte bis 1 v.H. anziehen. Glanzstoff noch plus 2 v. H. Im weiteren Verlauf wurde es aber wieder ruhig, die ersten Kurse blieben behauptet, nur Rheinstahl und Danat 1 v. H. über Anfang.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M.. 9. Febr. Die Marktlage ist unverändert flau, lediglich Kleie und Mais liegen fester. Weizenkleie zeigt jedoch kein bedeutendes Geschäft und Roggenkleie ist völlig lustlos, da weder Angebot noch Anfrage besteht. Das Mehlgeschäst liegt völlig darnieder, der Preis für Weizenmehl bröckelt mehr und mehr ab. Mais ist sehr fest. Es wurden notiert:
Weizen 1, gut. gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 24,50, Weizen 2, gut, gesund, trocken, bis zu 3 Prozent Auswuchs 23,25 bis 23,50, Weizen 3, geringe Beschaffenheit, bis zu 23 Prozent Feuchtigkeit 22,75 bis 23,25, Roggen 24,50, Sommergerste für Brauzwecke 27,50 bis 29,50, inl. Hafer 23,50 bis 24, Mais (gelb) für Futterzwecke 22,50, Mais (gelb) für andere Zwecke 22,75 bis 23,25, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 36 bis 36,75, Roggenmehl 33 bis 35, Weizenkleie 14,15 bis 14,25, Roggenkleie 15 bis 15,25 Mk.
Frankfurter Schlachtviehrnarkt.
Frankfurt, 9. Febr. Austrieb: 1034 Kälber, 267 Schafe, 626 Schweine. — Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 72 bis 76 Mk.: mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 71; geringe Kälber 55 bis 64. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 50 bis 53; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 42 bis 49. — Schweine: Bolls le.schige Schweine von etwa 200 bis 300 Pfund Lebendgewicht 58 bis 60; von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 57 bis 59; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 56 bis 58 Mk. — Marktverkauf: Geschäft in allen Viehgattungen mittelmäßig und geräumt.
Amtsgericht Gießen.
• Gießen, 31. Ian. Gegen zwei Autofahrer wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung verhandelt. Beide Unfälle hatten sich auf der Straße Gießen—Steinbach zwar zu ganz verschiedenen Zeiten, aber fast an derselben Stelle, nämlich am Eingang zur 9. Schneise, ereignet In beiden Fällen fand zunächst je ein Augenscheinstermin am Tatort statt.
Im ersten Falle war der Führer eines Lastkraftwagens von der Landstraße aus in die 9. Schneise eingebogen, ohne nach rückwärts durch seinen Beifahrer ein Zeichen geben zu lassen, durch das nachfolgende Fahrzeuglenker rechtzeitig die Absicht des Angeklagten, nach links einzubiegen, erkennen konnten. Der Beifahrer, ein im Autofahren nicht ausgebildeter Arbeitsloser, hatte zwar durch die rückwärtige kleine Scheibe des Führersitzes gesehen. Es wurde aber festgestellt, daß dies nicht genügen konnte, um einen Lieber- blick über die Straße zu erlangen. Denn der hohe Kasten des Lastautos versperrt die Aussicht auf wesentliche Teile der Landstraße. Der Angeklagte hätte darauf dringen müssen, daß der Beifahrer links aus dem Wagen sah, und, falls der Beifahrer noch zu unerfahren hierzu war, eventuell vor dem Einbiegen anhalten und selbst schauen müssen. Der Angeklagte ist ohne Fahrzeichen und ohne sich ordnungsmäßig zu vergewissern, was hinter ihm folgte, kurzerhand plötzlich nach links in die Schneise eingebogen. Ein Motorradfahrer, der gerade das Lastauto überholen wollte, konnte mit diesem Einbiegen nicht rechnen und fuhr gegen das Auto auf. Er trug geringe Verletzungen davon. Wegen fahrlässiger Körperverletzung erhielt der Führer des Lastkraftwagens eine Geldstrafe von 30 M k., evtl, sechs Tage Gefängnis.
In dem zweiten Falle hielt ein Lastauto am Eingang der Schneise rechts auf der Straße. Die Fahrer hatten zwei Mädchen ein Stück mit- fähren lassen, die jetzt aussteigen mußten, da sie in der Richtung nach Steinbach wollten und der Lastwagen in die Schneise einbiegen muhte. Das eine Mädchen hatte bereits die Straße überquert und stand auf der gegenüberliegenden Grasnarbe unmittelbar am Kleinpflaster. Der Angeklagte, der sein Personenauto lenkte,- sah dies, erschrak ob des Leichtsinns des Mädchens, das kurzerhand über die Straße gelaufen war, verminderte aber seine recht hohe Geschwindigkeit nur wenig, da er glaubte, es steige jetzt niemand mehr aus. Auch rechnete er damit, daß man das Herannahen seines Autos bemerken werde. Dies war ein Irrtum. Das zweite Mädchen stieg auch noch aus. Das Auto des Angeklagten erfaßte es. Das Mädchen wurde auf den Kühler geschleudert, etwa 20 Meter mitgenommen und fiel dann seitlich zur Erde. Wie durch ein Wunder ist es dem Tode entgangen. Cs trug eine leichte Gehirnerschütterung und sonstige Verletzungen davon und war einige Wochen arbeitsunfähig. Der Angeklagte war viel zu schnell gefahren. Er mußte bei gehöriger Vorsicht erkennen, daß damit zu rechnen war, daß sich neben dem Lastauto Menschen bewegen könnten. Er hat sich deshalb einer fahrlässigen Körperverletzung schuldig gemacht. Daran änderte nichts, daß er allem Anschein nach Signale gegeben hatte. Diese waren aber von der Verletzten und von den übrigen Zeugen nicht gehört worden, da der Motor des Lastautos angestellt war. Strafmildernd kam in Betracht,
daß auch eine erhebliche Unvorsichtigkeit der beiden Mädchen vorlag, die, ohne sich weiter umzusehen, über die verkehrsreiche Straße gegangen waren und somit eine gewisse Mitschuld an dem Unfall trugen. Die Strafe lautete auf 150 Mk. Geldstrafe, eventuell 15 Tage Gefängnis.
Amtsgericht Wetzlar.
Q Unter der Anklage des Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz haben sich vier Steinbrecher auS Ebersgöns bzw. aus Oberkleen zu verantworten. Der Sachverhalt ist folgender: Bei einer Revision der Arbeitsstelle der Angeklagten wurde festgestellt, daß Sprengkapseln und Dynamitpatronen teilweise nicht in den dafür vorgeschriebenen Räumen untergebracht, sondern für jeden Arbeiter in dem Betrieb zugänglich waren. Der erste Angeklagte, der als Schießmeister die Verantwortung für die vorhandenen Sprengmittel hatte, gab an, er habe an dem betreffenden Tage den üblichen Tagesbedarf an Sprengstoffen dem Magazin entnommen. Infolge eines Defekts an der Bohrmaschine, den er aber schnell beseitigen lassen wollte, sei er nach Butzbach gegangen und habe in der Eile die Sprengstoffe nicht wieder ordnungsmäßig an den vorgeschriebenen Ort gebracht. Bezüglich des zweiten Angeklagten ergab sich, daß ihn keine Schuld traf, da er zu dieser Zeit nicht mehr auf Schicht war. Der dritte Angeklagte hatte, wie er angab, zufällig die Sprengstoffe entdeckt und wollte nun, obwohl er keine Schietzerlaubnis hatte, selbständig Sprengungen, zusammen mit dem vierten Angeklagten, vornehmen, und wurde nur durch das Erscheinen des Revisionsbeamten daran gehindert. Das Gericht sah nur bei zwei Angeklagten ein Vergehen im Sinne der Anklage als vorliegend an und verurteilte sie zu der Mindeststrafe von drei Monaten Gesäng- n i s unter Bewilligung einer Bewährungsfrist von drei Jahren. Auch müssen sie die Kosten des Verfahrens tragen. Die beiden anderen Angeklagten wurden freigesprochen.
Buntes Allerlei.
Lin politischer Hochstapler.
Ein politischer Hochstapler ist im Gebäude der Regierungskommission in Saarbrücken verhaftet worden. Es handelt sich um den in der Nähe von Budapest geborenen ehemaligen Bankbeamten Paul Kolos, der wegen verschiedener Schwindeleien und Unterschlagungen von den deutschen Gerichten gesucht wird, und auch bereits einmal aus Deutschland ausgewiesen worden ist. Auf dem Arbeitsamt der Rs- gievungskommission stellte er sich als politischer Flüchtling aus Ungarn und Korrespondent erster freigewerkschaftlicher Zeitungen mit Namen Felix Klein vor, als der er bereits von einer hiesigen Gewerkschaft Geld und eine Fahrkarte nach Frankfurt erhalten hatte und bat um eine Stellung als Postbeamter. An Hand des Verbrecheralbums konnte der Schwindler entlarvt und verhaftet werden. Er dürfte nach Leipzig ausgeliefert werden, wo er feine letzten Schwindeleien verübt hat. Außer gewerkschaftlichen Empfehlungen zeigte er auch ein Empfehlungsschreiben des französischen Arbeitsministers vor.
Großfeuer in einem amerikanischen Lokomotivschuppen.
In Connellsville (Pennsylvania) wurde ein Lokomotivschuppen der Ohio-Eisenbahn mit den angrenzenden Gebäuden durch Feuer zerstört. Der Sachschaden beträgt über 3 Mill. Dollar. Durch den Brand wurden dreißig Lokomotiven stark beschädigt. Die Ursache des Feuers ist unbekannt. Der Brand, der durch starken Wind angesacht wurde, breitete sich schnell auf die Rachbarbauten der Hauptwerkstatt und einen Fachwerkbau, in dem 250 Angestellte beschäftigt waren, aus.
Letzte Nachrichten.
Mütter Wieland
aus der Untersuchungshaft entlassen.
Frankfurt a. M., 9. Febr. (W. S. R. Eigener Drahtbericht). Auf Antrag des verhafteten ehemaligen Verwaltungsdirektors der städtischen Bühnen-A.-G. Müller-Wieland, wurde heute früh vor dem Untersuchungsrichter im Wege des Hastprüfungsverfahrens über die Fortdauer der Untersuchungshaft Müller- Wielands verhandelt. Da weder F uchtver- dacht noch Verdunkelungsgefahr besteht, hat der Untersuchungsrichter den Haftbefehl aufgehoben.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren
Frankfurt a. M |
Berlin
Schluh- Kurs
l'Uhr- 1
Kurs |
Sch.uh-, Kur» I
Anfang Kur-
Datum:
8. 2.
9. 2.
8 2.
9. 2
p/o Dl Beichöanleihe v. 1927
_
-
87,5
—
Dt Anl Ablös Schuld mti
Auslot -Rechten
51,75
51 85
52
52,1
DeSgl. ohne Äuül.'s -Rechten
15.9
15,9
15.9
15 9
7°/o Arants Hyp-Bi. Ho dvt
unlundbar bis i932
93 5
_
_
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8iqu -Hoidps
82.75
—
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—
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4,25
_
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—
—
4°/0 Ungarische Goldrie
24,9
—
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_
4°/« Ungarische SiaatSr. v 1910
21 65
24,6
_
41/*0/, dcsgl von 1913
—
—
_
4% Ungarische Kronenrte
1,55
—
1,65
1 7
4°/ Turk ^ollanleihe v 1911
—
—
13.4
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Serie 1
—
—
13,8
13.75
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—
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13,13
13,4
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Von 1913
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Hamburg-Amerika Pale: . 6
150.5
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211
Hansa Dampfschiff 6
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214,25
Norddeutscher ^lont> 6
153,75
154,75
154.2.
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HUg Deutsche Crcdiiansi 10
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—
144.5
144
Barm r Bankverein 10
145
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146
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Berliner HandelSgcsellsch 1'2
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—
265.75
265.13
Commerz- und Privat-Bk li
176,75
176.75
176.5
1.6,65
Tarmst. u Raiionaldank 12
220 5
—
229
229,5
Dentiche Bank 10
162
162.26
162
Dlskonto-Geselllchas' Ant 10
158.25
158 25
157.75
157.5
Dresdner Bank 10
159
158.75
158
158,6
Mliteldeuliche ttreöttbant 9
—
207.5
207,5
126,5
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126,75
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LeichSdlurk.........10
193,75
195,13
193,25
Ziffern geben die Höhe der zuletzt
Frankfurt a. M
Berlin
Schluß Kurs
1-Uhr- Kurs
Sch.uh- Ansang Kurs 1 Kur-
Datum:
8 2.
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| 8.2.
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Bergmann .......
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182
Elektr. Lieferungen . . .
10
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Licht und Straft .....
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178
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. 10
139
—
139
—
Nekarlulmer ....4.4
. 8
98 5
—
100.25
—
iktnS Union ...44.
. 8
111.9
—-
112,5
—
Gebr Nocder ..44.
. 11
——
—
—
—
Borg, A Haeffner . . . .
. 6
178.5
-
179.75
—
Sudd Zuller ......
. 0
140.5
—
141,25
—
Banfnoten.
Berlin, 8 ffedr
Qklb
Brrci
Amerikanische Noten. .
4,172
<
,18:
Belgische Noten ...
4 4
58,18
58.42
Dänische Noten ....
*
111,85
112,29
Englische Noten . . . . .
4 «
20,872
20,452
Lombardzinsfuß 8 Prozent.
Brief .
16.53
16,»D
Holländische
Italienische
168.41
169,u!)
Noten . . .
22,20
22,28
Norwegische Noten. . -
e 4
111,18
111,62
59,15
Deutsch-Teslerr-.ä ioo Kronen
58,91
2,57
12,10
2,0V
112.54
Schweizer Noten ....
80,47
80,79
(^hrtnifrhi' .
71,17
71,45
Tschechoslowakische Noten
12,38
12,44
Ungarische Noten
• -
73 10
73,40
Devileumartt Derlm
-Frankfurt a. W.
Telegraphische
Auszahlung.
8. Febr.
9. Febr.
Amtliche Noti.rung
Amtliche Notierung
Geld
Briei
Geld
Briei _
Amst^ Ro»
168.70
169,04
168,61
168,95
1,794
Buen.-Aires
1.789
1,793
1,790
Brsi.-Antw
58,30
58,42
58,305
58,425
Ehrrstiania
111,38
111,60
111,44
111.66
Kopenhagen
112,10
112,32
112.11
112.33
Stollbolm .
112,39
112,61
112,38
112.60
Lclsingfors.
10,547
10,567
10,45
10,57
Italien. . .
London. . .
22,17
20,403
22,21
20,443
22,165 20,408
22,205
20,448
Ncuvork . .
4,1865
4,1955
1,1890
4,1970
Baris....
16,45
16,4'3
16,45
16,49
Schweiz ..
80,56
80,72
80,-65
80,725
Spanten . .
71,33
71.47
71.31
71.4a
Japan . . .
1,964
1,968
1,963
1,96,
Rio de Jan
0.5025
0,5045
0,503
0.505
Wien In D- Cefl. abgell
«8,96
59,08
68,975
59,005
Brag . • .
12,408
12,428
12,413
12.433
Belgrad • • Budapest.
7,37t
73,21
7,385
73.35
7,358
73,21
7,372 7$,35
Bul "arten
3,027
3,033
3,030
3,036
Lissabon
20.68
20,72
19.68
19.72
Danzig. .
81,57
81,73
81.57
81.73
Konst..mtn.
2,120
2,124
2.121
2,125
5.606
Alden. .
5,544
5,556
5,594
Canada
4,180
4,188
4,180
4,188
4,284
20,977
Urn.ua» ■
4,276
4.284
4,276
fcdro . . ■
1 20.927
20 967
20.937


