Ausgabe 
9.2.1928
 
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Wirtschaft.

Fried. Krupp A. &. in Essen.

Die Fried. Krupp A.G. in Essen baut zur -Zeit, wie WTB.-Handelsdienst erfährt, neue elektrische Lokomotiven, die auf diesem Gebiet einschneidende Veränderungen hervorzi^ rufen geeignet sind. Aeußerlich unterscheiden sich die neuen Lokomotiven von den bisherigen nicht, ihr Motor aber arbeitet nach einem vollkommen neuen, von Dr. Schön bei der Fried. Krupp 21. G. entwickelten System. Während die bis­herigen elektrischen Lokomotiven nur durch trans­formierten 162/s Periodischen Wechselstrom an­getrieben werden, gestattet es die neue, eigen­artige Konstruktion der Motore bei den Krupp­schen Lokomotiven, den 50 periodischen Wechsel­strom, so wie ihn die Kraftwerke erzeugen, zu verwenden. Die Bahnanlagen können auf diese Weise an jede beliebige Zentrale angeschlossen werden, und der Vau von Transformatoren für Vahnverteilungsleitungen und Unterstationen wird gespart. Die hierdurch erzielte B a u - kostenverrinaerung beträgt 25 b i s 30 Proz. Die Konstruktion nimmt ihren Aus- gang von dem einphasigen Induktionsmotor. Durch Einführung einer im Luftspalt zwischen Ständer und Läufer rotierenden Kurzschlustent- Wicklung werden die Feldpulsationen beseitigt, und der neue Motor erhält die Betriebseigen­schaften der altbewährten Drehstrommotore. Bor allem fallen die Kollektoren hierbei fort Die neue Lokomotive ist für Rangierzwecke gebaut. Sie wiegt 48 Tonnen und hat zwei Motore von je 300 P. S.. Die Geschwindigkeit ist dem Ver­wendungszweck entsprechend gering: Maximum 12 Kilometer, aber die Zugkraft ist mit etwa 12 000 Kilogramm normal. Wirtschaftlichste Lei­stung wird bei 6 bis 12 Kilometer Geschwindig­keit erreicht. 2ln der weiteren Durchbildung waren beteiligt außer der Firma Fried. Krupp als Erbauerin der Motore die Firma Garbe- Lohmeyer & Co. in Aachen und Professor P u n g a in Darmstadt. Ein Stück des neuen Typs befindet sich bereits auf einer der 3. ©. Farbenindustrie gehörenden Braunkohlen­grube in Merseburg in Betrieb, während die zweite ebenfalls an die I.G. Farbenindustrie geliefert wird.

Preußische Pfandbriefbank. Die Bankhäuser Sam. Montagu & Co. und Singer & Friedländer, London, haben von der Preußi­schen Pfandbriefbank 6 000 000 Mk. kapital­ertragssteuerfreie Iproz. Goldpfandbriefe zum Kurse von 93V- Prozent fest übernommen. Die auf Grund dieser Goldpfandbriefe von den Bank­häusern auszugebenden Zertifikate sind bereits im Wege des freihändigen Verkaufs als dau­ernde Kapitalsanlage begeben. Die Auflage zur öffentlichen Zeichnung findet infolgedessen in Lon­don nicht statt. Der Erlös aus Lluslandverkäu- fen wird ausschließlich zur Darlehensgewährung an die Landwirtschaft verwandt.

* Interessenausbreitung des R. W. E. i m Saargebiet. Wie WTD-Handelsdienst erfährt, ist es dem Rheinisch-Westfälischen Elektri­zitätswerk gelungen, zirka 95 Prozent der Aktien des Elektrizitätswerks Illingen in seine Hand zu bekommen. Das Elektrizitätswerk Illingen wird von dem Saarländisch-lothringischen Elek­trizitätswerk beliefert, das nunmehr damit in seinem bisherigen Verbreitungsgebiet dem R. W. E. als OSertragskontrahent gegenübersteht.

* Ludwig Loewe L Co. 21.=®., Berlin. Die Generalversammlung der Ludwig Loewe & Co. A.-G., Berlin, genehmigte die Kapitaler­höhung um 5 auf 20 Millionen Mark. Von den neuen 2lktien werden 3 Millionen Qllarf einem Bankenkonsor tium zu 145 Prozent über­lassen mit der Maßgabe, den Aktionären das Bezugsrecht im Verhältnis von 5:1 zu 150 Prozent einzuräumen. Die restlichen zwei Mil­lionen übernimmt ein Bankenkonsortium zu 200 Prozent. Rach Mitteilung der Verwaltung hat der Umsatz des abgelausenen Geschäftsjahres 13,5 Millionen, gegen 7 Millionen Mark im Vor­jahre, betragen und hat sich vor allem infolge der gut arbeitenden 2luslandsorgani a'ionen auch in den letzten Monaten weiter gehoben. Der gegenwärtige 2luftragsbestand sichert volle Be­schäftigung für sechs Monate. Der 2luftrags- eingang ist weiter zufriedenstellend. Lieber die Dividendenaussichten teilte die Verwaltung mit, daß infolge der hohen Steuerlasten nicht mit einer höheren Dividende als im Vorjahre (10 Prozent) zu rechnen sei.

* Verein f ü r Chemische Industrie, 21. - G., F r a n k f u r t a. M. 2luf Grund des sehr befriedigenden Verlaufes des Geschäftsjahres 1927 ift wie WTB.-Handelsdienst erfährt, auf das erhöhte 2lktienkapital mit einer wahrscheinlich

etwas höheren Dividende (L03. 6 Prozent) zu rechnen. ..

Hollandanleihe der Württem­berg ischen Wohnungskreditanstalt. Unter Mitwirkung der Danatbank und der Württembergischen Rotenbank hat ein hollän- dischÄ Konsortium eine 4-Millionen-Goldmark- 2lnleihe in Form von 7prozentigen kapitalertrags­steuerfreien Goldhhpothe.enpfandbriefen zu 93,65 Prozent Retto der Würltemkergischen Wohnungs­kreditanstalt übernommen. Die 2lnleihe wird am Donnerstag, 9. d. M., in Holland zu 96,25 Pro­zent zur Zeichnung aufgelegt.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 9. Febr. Tendenz: eher etwas fester. Das Effektengeschäft bewegte sich wei­terhin in a l l e r b e s ch e i d en ste n G r e n z e n , Öa tcy das Privatpublikum immer noch nicht zu einer regeren Teilnahme bewegen läßt, so daß die Speku­lation sich in ihrer Enttäuschung darüber ebenfalls zurückhält. Darin wurde sie heute unterstützt durch die i n n e r p o l i t i s ch e n U n st i m m i g k e l t e n , die eine gewisse Beunruhigung heroorriefen. Trotz­dem war die Tendenz im allgemeinen eher etwas ester, im Zusammenhang mit dem relativleich- en Geldmarkt. Man verwies ferner auf die lebhafte Nachfrage nach den neuen Reichsbahn-Vor­zugsaktien und hofft bei dem starken Interesse von Auslandseite, daß eine nachhaltige Wirkung auf dem deutschen Geldmarkt nicht eintreten werde. So nahm die Spekulation verschiedentlich kleine Deckungskäufe vor, die auf den meisten Mark­gebieten geringe Besserungen hervorriefen, da sich andererseits kaum Abgabeneigung bemerkbar machte. Gegen die gestrige Abendbörse waren zunächst über­wiegend 12-v. H.-Kursbesserungen zu verzeichnen. Elektrowerte zogen bei kleinen Umsätzen durch­schnittlich um 1 d.S). an. Für Montanwerke war das Interesse etwas reger. Mannesmann plus 1,75 v. $)., Rheinbraun plus 2 v. H. Rheinstahl und Stahlverein blieben jedoch nur behauptet. Banken vernachlässigt und kaum verändert. J.-G.- Farben eröffneten leicht gebessert. Für F r e i g a b e w e r t e erhielt sich einiges Interesse, Hapag und Rordlloi)d je plus 1 o. H., Scheideanstall plus 0,75 v. $)., Holz­verkohlung jedoch minus 1 v. S). Bon Bauwerten zogen Heidelberg um 1 v.H. an, Holzmann plus 3,25 v. H. Wayß & Freytag gaben dagegen trotz des in ihrem Börsenprospekt angeführten guten Geschäfts­ganges leicht nach. Kleyer minus 2 v. H. D e u t s ch e Anleihen fast umsatzlos, Ausländer etwas angeregt. Im weiteren Verlaufe stockte das Geschäft fast vollkommen, man nannte nur wenig veränderte Kurse. Es machte sich v e r st ä r k t e Z u r u ck h a l - t u n g bemerkbar, da der G e l d m a r k t eine A n - span nu ng zeigte. Tagesgeld erhöhte sich auf 6,5 v H Im Devisenverkehr notierte die Reichs­mark gegen Kabel 4,1925, gegen London 20,432. London gegen Kabel 4,8720. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,06, Madrid 28,63.

Berlinc. Börse.

Berlin, 9. Febr. Wie schon vorbörslich, so war auch das Geschäft zum offiziellen Beginn wieder sehr gering. Die Umsätze hielten sich auch bei den führenden Papieren im Rahmen von 12 Mille. Die innerpolitische Lage und der Metallarbeiter­streik verschärften die an und für sich schon große Unsicherheit, doch wurde die Stimmung später etwas freundlicher, da man mit einer Dis- kontsenkung in England rechnet und diese auch für Deutschland in nächster Zeit erwartet wird. Der Geldmarkt zeigte eine weitere Erleichterung. Tagesgeld stellte sich auf etwa 5,5 bis 7,75 v. H., Monatsgeld 7,25 bis 8,5 v.H., Warenwechsel 6,25 v. H. Im großen und ganzen konnte man zu den ersten Kursen eher eine leichte Verkaufsneigung fest­stellen, doch schritt die Spekulation in einigen Werten, wie Glanzstoff, Ostwerke und Schullheiß zu Deckun­gen, so daß bei dem herrschenden Stückemangel ge­ringe Kursbesserungen zu verzeichnen waren. Die Kurse waren meist unverändert, zum Teil ergaben sich Schwankungen um 1 v.H. nach beiden Seiten. Schubert & Salzer verloren 2 v. H. Holzmann und Ostwerke gewannen etwa 3 v. H., Glanzstoff 7 v. H., Spinnerei Hammersen 2 v. H. Deutsche An­leihen kaum verändert. Ausländer ohne Um­sätze. Pfandbriefe und Anteile eher angeboten und schwächer. Nach den ersten Kursen konnten einige Werte bis 1 v.H. anziehen. Glanzstoff noch plus 2 v. H. Im weiteren Verlauf wurde es aber wieder ruhig, die ersten Kurse blieben behauptet, nur Rhein­stahl und Danat 1 v. H. über Anfang.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M.. 9. Febr. Die Marktlage ist unverändert flau, lediglich Kleie und Mais liegen fester. Weizenkleie zeigt jedoch kein be­deutendes Geschäft und Roggenkleie ist völlig lustlos, da weder Angebot noch Anfrage besteht. Das Mehlgeschäst liegt völlig darnieder, der Preis für Weizenmehl bröckelt mehr und mehr ab. Mais ist sehr fest. Es wurden notiert:

Weizen 1, gut. gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 24,50, Weizen 2, gut, gesund, trocken, bis zu 3 Prozent Auswuchs 23,25 bis 23,50, Weizen 3, geringe Beschaffenheit, bis zu 23 Pro­zent Feuchtigkeit 22,75 bis 23,25, Roggen 24,50, Sommergerste für Brauzwecke 27,50 bis 29,50, inl. Hafer 23,50 bis 24, Mais (gelb) für Futter­zwecke 22,50, Mais (gelb) für andere Zwecke 22,75 bis 23,25, Weizenmehl, süddeutsches Spe­zial 0 36 bis 36,75, Roggenmehl 33 bis 35, Weizenkleie 14,15 bis 14,25, Roggenkleie 15 bis 15,25 Mk.

Frankfurter Schlachtviehrnarkt.

Frankfurt, 9. Febr. Austrieb: 1034 Kälber, 267 Schafe, 626 Schweine. Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 72 bis 76 Mk.: mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 71; ge­ringe Kälber 55 bis 64. Schafe: Mast­lämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 50 bis 53; mittlere Mastlämmer, ältere Mast­hämmel und gut genährte Schafe 42 bis 49. Schweine: Bolls le.schige Schweine von etwa 200 bis 300 Pfund Lebendgewicht 58 bis 60; von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 57 bis 59; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 56 bis 58 Mk. Markt­verkauf: Geschäft in allen Viehgattungen mittelmäßig und geräumt.

Amtsgericht Gießen.

Gießen, 31. Ian. Gegen zwei Autofahrer wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung ver­handelt. Beide Unfälle hatten sich auf der Straße GießenSteinbach zwar zu ganz verschiedenen Zeiten, aber fast an derselben Stelle, nämlich am Eingang zur 9. Schneise, ereignet In beiden Fällen fand zunächst je ein Augenscheinstermin am Tatort statt.

Im ersten Falle war der Führer eines Last­kraftwagens von der Landstraße aus in die 9. Schneise eingebogen, ohne nach rückwärts durch seinen Beifahrer ein Zeichen geben zu lassen, durch das nachfolgende Fahrzeuglenker rechtzeitig die Absicht des Angeklagten, nach links einzu­biegen, erkennen konnten. Der Beifahrer, ein im Autofahren nicht ausgebildeter Arbeitsloser, hatte zwar durch die rückwärtige kleine Scheibe des Führersitzes gesehen. Es wurde aber festgestellt, daß dies nicht genügen konnte, um einen Lieber- blick über die Straße zu erlangen. Denn der hohe Kasten des Lastautos versperrt die Aussicht auf wesentliche Teile der Landstraße. Der Angeklagte hätte darauf dringen müssen, daß der Beifahrer links aus dem Wagen sah, und, falls der Bei­fahrer noch zu unerfahren hierzu war, eventuell vor dem Einbiegen anhalten und selbst schauen müssen. Der Angeklagte ist ohne Fahrzeichen und ohne sich ordnungsmäßig zu vergewissern, was hinter ihm folgte, kurzerhand plötzlich nach links in die Schneise eingebogen. Ein Motorrad­fahrer, der gerade das Lastauto überholen wollte, konnte mit diesem Einbiegen nicht rechnen und fuhr gegen das Auto auf. Er trug geringe Verletzungen davon. Wegen fahrlässiger Körper­verletzung erhielt der Führer des Lastkraftwagens eine Geldstrafe von 30 M k., evtl, sechs Tage Gefängnis.

In dem zweiten Falle hielt ein Lastauto am Eingang der Schneise rechts auf der Straße. Die Fahrer hatten zwei Mädchen ein Stück mit- fähren lassen, die jetzt aussteigen mußten, da sie in der Richtung nach Steinbach wollten und der Lastwagen in die Schneise einbiegen muhte. Das eine Mädchen hatte bereits die Straße überquert und stand auf der gegenüberliegenden Grasnarbe unmittelbar am Kleinpflaster. Der Angeklagte, der sein Personenauto lenkte,- sah dies, erschrak ob des Leichtsinns des Mädchens, das kurzer­hand über die Straße gelaufen war, verminderte aber seine recht hohe Geschwindigkeit nur wenig, da er glaubte, es steige jetzt niemand mehr aus. Auch rechnete er damit, daß man das Herannahen seines Autos bemerken werde. Dies war ein Irrtum. Das zweite Mädchen stieg auch noch aus. Das Auto des Angeklagten erfaßte es. Das Mädchen wurde auf den Kühler geschleudert, etwa 20 Meter mitgenommen und fiel dann seitlich zur Erde. Wie durch ein Wunder ist es dem Tode entgangen. Cs trug eine leichte Gehirnerschütte­rung und sonstige Verletzungen davon und war einige Wochen arbeitsunfähig. Der Angeklagte war viel zu schnell gefahren. Er mußte bei ge­höriger Vorsicht erkennen, daß damit zu rechnen war, daß sich neben dem Lastauto Menschen be­wegen könnten. Er hat sich deshalb einer fahr­lässigen Körperverletzung schuldig gemacht. Daran änderte nichts, daß er allem Anschein nach Signale gegeben hatte. Diese waren aber von der Verletzten und von den übrigen Zeugen nicht gehört worden, da der Motor des Lastautos angestellt war. Strafmildernd kam in Betracht,

daß auch eine erhebliche Unvorsichtigkeit der bei­den Mädchen vorlag, die, ohne sich weiter um­zusehen, über die verkehrsreiche Straße gegangen waren und somit eine gewisse Mitschuld an dem Unfall trugen. Die Strafe lautete auf 150 Mk. Geldstrafe, eventuell 15 Tage Gefängnis.

Amtsgericht Wetzlar.

Q Unter der Anklage des Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz haben sich vier Steinbrecher auS Ebersgöns bzw. aus Oberkleen zu ver­antworten. Der Sachverhalt ist folgender: Bei einer Revision der Arbeitsstelle der Ange­klagten wurde festgestellt, daß Sprengkapseln und Dynamitpatronen teilweise nicht in den dafür vorgeschriebenen Räumen untergebracht, sondern für jeden Arbeiter in dem Betrieb zugänglich waren. Der erste Angeklagte, der als Schieß­meister die Verantwortung für die vorhandenen Sprengmittel hatte, gab an, er habe an dem betreffenden Tage den üblichen Tagesbedarf an Sprengstoffen dem Magazin entnommen. Infolge eines Defekts an der Bohrmaschine, den er aber schnell beseitigen lassen wollte, sei er nach Butz­bach gegangen und habe in der Eile die Spreng­stoffe nicht wieder ordnungsmäßig an den vor­geschriebenen Ort gebracht. Bezüglich des zweiten Angeklagten ergab sich, daß ihn keine Schuld traf, da er zu dieser Zeit nicht mehr auf Schicht war. Der dritte Angeklagte hatte, wie er angab, zufällig die Sprengstoffe entdeckt und wollte nun, obwohl er keine Schietzerlaubnis hatte, selbständig Sprengungen, zusammen mit dem vierten Angeklagten, vornehmen, und wurde nur durch das Erscheinen des Revisionsbeamten daran gehindert. Das Gericht sah nur bei zwei An­geklagten ein Vergehen im Sinne der Anklage als vorliegend an und verurteilte sie zu der Mindeststrafe von drei Monaten Gesäng- n i s unter Bewilligung einer Bewährungsfrist von drei Jahren. Auch müssen sie die Kosten des Verfahrens tragen. Die beiden anderen An­geklagten wurden freigesprochen.

Buntes Allerlei.

Lin politischer Hochstapler.

Ein politischer Hochstapler ist im Gebäude der Re­gierungskommission in Saarbrücken verhaftet worden. Es handelt sich um den in der Nähe von Budapest geborenen ehemaligen Bankbeamten Paul Kolos, der wegen verschiedener Schwindeleien und Unter­schlagungen von den deutschen Gerichten gesucht wird, und auch bereits einmal aus Deutschland aus­gewiesen worden ist. Auf dem Arbeitsamt der Rs- gievungskommission stellte er sich als politischer Flüchtling aus Ungarn und Korrespondent erster freigewerkschaftlicher Zeitungen mit Namen Felix Klein vor, als der er bereits von einer hiesigen Gewerkschaft Geld und eine Fahrkarte nach Frank­furt erhalten hatte und bat um eine Stellung als Postbeamter. An Hand des Verbrecher­albums konnte der Schwindler entlarvt und verhaftet werden. Er dürfte nach Leipzig aus­geliefert werden, wo er feine letzten Schwindeleien verübt hat. Außer gewerkschaftlichen Empfehlungen zeigte er auch ein Empfehlungsschreiben des franzö­sischen Arbeitsministers vor.

Großfeuer in einem amerikanischen Lokomotiv­schuppen.

In Connellsville (Pennsylvania) wurde ein Lokomotivschuppen der Ohio-Eisenbahn mit den angrenzenden Gebäuden durch Feuer zer­stört. Der Sachschaden beträgt über 3 Mill. Dollar. Durch den Brand wurden dreißig Lokomotiven stark beschädigt. Die Ursache des Feuers ist unbekannt. Der Brand, der durch starken Wind angesacht wurde, breitete sich schnell auf die Rachbarbauten der Hauptwerkstatt und einen Fachwerkbau, in dem 250 An­gestellte beschäftigt waren, aus.

Letzte Nachrichten.

Mütter Wieland

aus der Untersuchungshaft entlassen.

Frankfurt a. M., 9. Febr. (W. S. R. Ei­gener Drahtbericht). Auf Antrag des verhafteten ehemaligen Verwaltungsdirektors der städtischen Bühnen-A.-G. Müller-Wieland, wurde heute früh vor dem Untersuchungsrichter im Wege des Hastprüfungsverfahrens über die Fort­dauer der Untersuchungshaft Müller- Wielands verhandelt. Da weder F uchtver- dacht noch Verdunkelungsgefahr besteht, hat der Untersuchungsrichter den Haftbefehl auf­gehoben.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren

Frankfurt a. M |

Berlin

Schluh- Kurs

l'Uhr- 1

Kurs |

Sch.uh-, Kur» I

Anfang Kur-

Datum:

8. 2.

9. 2.

8 2.

9. 2

p/o Dl Beichöanleihe v. 1927

_

-

87,5

Dt Anl Ablös Schuld mti

Auslot -Rechten

51,75

51 85

52

52,1

DeSgl. ohne Äuül.'s -Rechten

15.9

15,9

15.9

15 9

7°/o Arants Hyp-Bi. Ho dvt

unlundbar bis i932

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_

_

_

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82.75

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4

4,25

_

4 70 Oesterreich eim eil! Rte

4°/0 Ungarische Goldrie

24,9

25

_

4°/« Ungarische SiaatSr. v 1910

21 65

24,6

_

41/*0/, dcsgl von 1913

_

4% Ungarische Kronenrte

1,55

1,65

1 7

4°/ Turk ^ollanleihe v 1911

13.4

4% Türk Bagdaddabn-Anl

Serie 1

13,8

13.75

4°/deSgl. Gert. !I

13,25

13,13

13,4

4*8 Rumänen convert R>e

5,45

i'V'o Rumänen Goldnnl

Von 1913

16.65

16.75

BQa Deutsche Etiendahn 4'/,

Hamburg-Amerika Pale: . 6

150.5

151,5

l 1,25

150,9

Hamb -Südam Damv'sch 8

-

211

Hansa Dampfschiff 6

214,25

Norddeutscher ^lont> 6

153,75

154,75

154.2.

153.75

HUg Deutsche Crcdiiansi 10

--

144.5

144

Barm r Bankverein 10

145

146

145,25

Berliner HandelSgcsellsch 1'2

265.75

265.13

Commerz- und Privat-Bk li

176,75

176.75

176.5

1.6,65

Tarmst. u Raiionaldank 12

220 5

229

229,5

Dentiche Bank 10

162

162.26

162

Dlskonto-Geselllchas' Ant 10

158.25

158 25

157.75

157.5

Dresdner Bank 10

159

158.75

158

158,6

Mliteldeuliche ttreöttbant 9

207.5

207,5

126,5

1'6 5

126,75

_

LeichSdlurk.........10

193,75

195,13

193,25

Ziffern geben die Höhe der zuletzt

Frankfurt a. M

Berlin

Schluß Kurs

1-Uhr- Kurs

Sch.uh- Ansang Kurs 1 Kur-

Datum:

8 2.

9 2.

| 8.2.

| 9 2.

Ä. 6 ®.........

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163,25

163.75

163,13

163.5

Bergmann .......

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182.5

182

Elektr. Lieferungen . . .

10

169

Licht und Straft .....

10

F219

220

219.5

219.5

Felten & (Suin. aume .

.6

122.5

122

123

122

Ges r Elckir Untern .

10

261

262

261.5

Hamb Elektr Werke . .

10

149

149,75

Rhein. Eleltr. ....

8

153.5

154

155

10

. 7

179

Siemens A HalSkr ...

16

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-

130.25

. 9

163

BudernS ...... .

. 0

97,5

97.26

97,25

Deutsche Erdöl ......

.6

129,75

129,75

129

Essener Steinkohle ....

.8

139.25

Gelsenkirchener f./» 9

4

133.25

133,25

132,75

Harvener .....

8

186

186.5

185.5

186,5

Hoesch Eisen ........

» D

140 5

9lfe Bergbau .......

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222.5

222,5

Klöcknerwerke .......

.5

119.5

120

Köln-Neucssen .....5/t

141,5

141.5

Mannesmann .f */ 9 <

148.25

150

148,75

149,25

ManS'elder......

116,25

-

116.75

Lberschles Eisend Bevor

0

106

Oberschles Kokswerke

0

95.4

95,13

Phönir Bergbau f '/, I

8

99

99.13

99

Rheinische Braunkohlen

10

231

233

231

232

Rheinftahl

. 0

165,5

166

165,13

165

Ricbeck Pkontan ....

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-

-

Bereinigte Stahlw- t-/ 9 3

103

102,5

103

102,9

Olavi Minen ... 1

sh

14

43,9

Kali Aschersleben .

IC

172 65

173

KaliWesterrgeln

10

183

183.25

Kaliwerk Salzdetfurth

12

249

3 G Sarden-Industrie Dpnamit Nobel ....

10 . 0

259,5

260

260

260

Scheid, anstatt . . . .

.8

197.75

199.5

'Goldschmidt . . . . .

.L

111 5

111.5

RutgerSwerkr . ......

.0

95

_

94,75

94,5

Metällgelcll chatt . . . . .

10

178

Dividende an. Reichsbankdiskont 7

Frankfurt a. M

Berlin

Schlub- Kurs

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Anfang Kur'

Datum:

8. 2.

1 9.2.

8. 2.

| 8. 2

PbUipp Hotjinann .

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139.25

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138

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. 8

179

Wavh 4 Freitag . .

. IG

-

135.25

SchulkdelS PatzeuHofer.

15

391.25

390.5

Lsslwerke ......

. 12

324,5

327.25

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. 15

-

561

568

Bcmbcrg.........

. 8

427.75

426,5

Zellston Waldbof....

. 12

246.5

246.25

246,5

Zellstoff Aschaffenburg .

10

169

171

-

Lharlotnnburger Wasser

7

128.5

128.25

' eslauer Gas

. 8

174

173.5

Daimler Motoren....

. 0

86.25

86.25

87

_

63,25

_

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76 75

Ludw- Loewe ....

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137,25

136

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179.75

Sudd Zuller ......

. 0

140.5

141,25

Banfnoten.

Berlin, 8 ffedr

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Amerikanische Noten. .

4,172

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Belgische Noten ...

4 4

58,18

58.42

Dänische Noten ....

*

111,85

112,29

Englische Noten . . . . .

4 «

20,872

20,452

Lombardzinsfuß 8 Prozent.

Brief .

16.53

16,»D

Holländische

Italienische

168.41

169,u!)

Noten . . .

22,20

22,28

Norwegische Noten. . -

e 4

111,18

111,62

59,15

Deutsch-Teslerr-.ä ioo Kronen

58,91

2,57

12,10

2,0V

112.54

Schweizer Noten ....

80,47

80,79

(^hrtnifrhi' .

71,17

71,45

Tschechoslowakische Noten

12,38

12,44

Ungarische Noten

-

73 10

73,40

Devileumartt Derlm

-Frankfurt a. W.

Telegraphische

Auszahlung.

8. Febr.

9. Febr.

Amtliche Noti.rung

Amtliche Notierung

Geld

Briei

Geld

Briei _

Amst^ Ro»

168.70

169,04

168,61

168,95

1,794

Buen.-Aires

1.789

1,793

1,790

Brsi.-Antw

58,30

58,42

58,305

58,425

Ehrrstiania

111,38

111,60

111,44

111.66

Kopenhagen

112,10

112,32

112.11

112.33

Stollbolm .

112,39

112,61

112,38

112.60

Lclsingfors.

10,547

10,567

10,45

10,57

Italien. . .

London. . .

22,17

20,403

22,21

20,443

22,165 20,408

22,205

20,448

Ncuvork . .

4,1865

4,1955

1,1890

4,1970

Baris....

16,45

16,4'3

16,45

16,49

Schweiz ..

80,56

80,72

80,-65

80,725

Spanten . .

71,33

71.47

71.31

71.4a

Japan . . .

1,964

1,968

1,963

1,96,

Rio de Jan

0.5025

0,5045

0,503

0.505

Wien In D- Cefl. abgell

«8,96

59,08

68,975

59,005

Brag . .

12,408

12,428

12,413

12.433

Belgrad Budapest.

7,37t

73,21

7,385

73.35

7,358

73,21

7,372 7$,35

Bul "arten

3,027

3,033

3,030

3,036

Lissabon

20.68

20,72

19.68

19.72

Danzig. .

81,57

81,73

81.57

81.73

Konst..mtn.

2,120

2,124

2.121

2,125

5.606

Alden. .

5,544

5,556

5,594

Canada

4,180

4,188

4,180

4,188

4,284

20,977

Urn.ua»

4,276

4.284

4,276

fcdro . .

1 20.927

20 967

20.937