Ausgabe 
9.2.1928
 
Einzelbild herunterladen

Itebertotntnmg von Geländeschwierigkeiten. Be­rücksichtigung der einzelnen Gemeirrden u. dgl. m. nach genauen Prüfungen und Anhörung der technischen Gutachten. Die vielen Dersammlun- Qen, die eben an anderen Plätzen im Vogelsberg mit dem Ziel, möglichst jedem Ort eine Sonder­bahn zuzuführen, stattfinden, sind meist Kirch- tumspvlitik oder einzelnen privaten Interessen entsprungen; sie verwirren mehr als daß sie Klarheit schaffen. Einig war die Versammlung In dem Gedanken, daß die Durchführung der (fast einzig noch vorhandenen Sackbahn Nidda Schotten) großen Linien FrankfurtRiddaSchot­ten UlrichsteinAlsfeldTreysaKassel bzw. HersfeldBebra das erstrebenswerteste Ziel fei, dah die wirtschaftliche Ersa)liehung des Herzens vom Bogelsberg nur wirksam durch den Bau einer durchgehenden Parallel bahn möglich fei. Ein größeres Komitee wurde von der Versammlung gebildet, das den Bahnbaugedan- fen mit ruhiger Sachlichkeit und unter ein­gehender Prüfung aller Verhältnisse weiter wirk­sam behandeln soll.

Laubach, 6. Febr. Hier tagte wieder im Sölmser Hof" Vach althergebrachter Weise, wie schon seit fünf Jahrhunderten, die Laubacher Baumkircher oder B l a s i u s - G e s e li­sch a f t. Es ist dies ein Rechtsalterturn, das sich aus dem Mittelalter bis in die Gegenwart ge­rettet hat. Um das Jahr 1400, gleichzeitig mit der Entwickelung unseres Heimatortes zu einer Stadt, gingen auch im Tale der Seen, eines linken Seitenbachs der Ohm, eine Anzahl von Dörfern aus, darunter auch Baumenseen oder Baumkirchen. Diese Dörfer werden im Kaufbrief von 1340 (Hanau an Fallenstein) noch als bestehend genannt, im Teilungsbrief der Grafen Bernhard und Johann zu Solms von 1436 dagegen als ausgegangen. Ein Ueberrest jenes Dorfes ist die Baumkircher Mühle bei Freienfeen, die jetzt allgemeiner nach einem früheren BesitzerHoresmühle" genannt wird. Die Bewohner jener ausgegangenen Dorfschaften (sie waren klein, hatten je nur 15 bis 20 Hof­reiten durchschnittlich), siedelten nach Laubach über, freiwillig, ohne jede Nötigung. Die An­gabe, daß ein Abt von Fulda ober ein Graf Solms die Dörfer zerstört habe, ist ebenso falsch wie diejenige von der Vernichtung im Dreißig­jährigen Krieg. Die Grafen Solms waren damals noch gar nicht in hiesiger Gegend ansässig. Im neuen Wohnsitz Laubach bildeten nun jene Zu­wanderer ein geschlossenes Gemeinwesen, das noch heute durch das fortdauernde gemeinschaftliche Eigentumsrecht an der Allmende der alten Hei­mat zusammengehalten wird. Zur Zeit gehören der Gesellschaft noch 31 Besitzer von baumkircher Wiesen an. Auswärts wohnende Besitzer von baumkircher Wiesen gehören der Gesellschaft nicht an. Zur Wahrung der Rechte der Gesellschaft ist einSchultheiß" bestellt. DasSchultheißen- Amt", so heißt es in der Verordnung von 1701, gehet, wie von Alters her, auf die Weise, daß ein jeder ein Jahr die Verwaltung hat; die Reihenfolge imSchultheißen-Amt" ist durch die Reihenfolge der Häuser der Baumkircher In der Stadt bestimmt. Jedes Jahr, am St. Blasius-Tage (3. Februar) versammeln sich um 10 MJ?r morgens die Baumkircherim Staats­anzuge" (so ist streng vorgeschrieben) in einer Wirtschaft, früher (bis 1848) im Rathause. Die Lade der Gesellschaft mit den Akten und Ur­kunden, die der Schultheiß in seiner Wohnung in Verwahrung hat (sie stammt aus dem Jahre 1727), wird von den sieben jüngsten Daumkirchern abgehvlt und zur Versammlung gebracht. Zu­nächst werden unter Leitung desSchultheißen" die geschäftlichen Angelegenheiten erledigt, die Weideteile verlost (15 Lose) und die Zinsen ein- gezogen, wobei eineSiebener-Kommission" mit-

totrft. Das Protokoll führt der Schultheiß. Der Gemeinbesitz der Gesellschaft ist eine Fläche Wie­senland von 15 Morgen (4400 Quadratmetern). Rach Erledigung des geschäftlichen Teils wird ein gemeinschaftliches Mittagessen eingenommen, wober besondere Vorschriften gelten, deren Ver­letzung mit Geldstrafen geahndet wird. Die jüngsten Baumkircher müssen bedienen. Am Abend (9 Mhr) wird die Lade in die Wohnung des neuen Schultheißen getragen, wohin sich alle Mitglieder in einem Fackelzug begeben. Hier werden sie bewirtet und verbringen noch einige Stunden in angeregter geselliger Unterhaltung. Genau in dieser althergebrachten Weise wurde auch Heuer wieder der Blasiustag gefeiert. Als alter Schultheiß amtierte Landwirt Wilhelm Krämer, als neuer Landwirt Karl Jäger. Ehrenschultheiß ist der Veteran Konrad S a lz- ntann, Landwirt, der seit 56 Jahren Mit­besitzer ist. Reu eingetreten, als Wiesenbesitzer, sind Gärtner Otto Braun und Landwirt Hein­rich Jochem III. Dem gestern verstorbenen Mit­besitzer Georg S a l z m a n n, Landwirt, wurde ein warmer Rachruf gewidmet. Landgerichts­direktor Otto Schmeckenbecher (Gießen) (f 1916) und Oberamtsrichter Friedrich Zim­mermann (Laubach) haben das Verdienst, bei der Anlegung des neuen Grundbuchs dieses eigenartige Rechtsaltertum gerettet zu haben.

Eichelsdorf, 8. Febr. Zu Ehren unseres in dieser Woche von hier nach Nidda üEergefiebclten Ortspfarrers, Dekan Scriba, gab die Ge­meinde ein Festessen, an dem der Orts­vorstand, der Kirchenvorstand, die beiden Orga­nisten, der Gemeinderechner, der Kirchenrechner, der Kirchendiener und die Vorsitzenden des Ge­sangvereins und des Kriegervereins teilnahmen. Es sprachen für Orts-- und Kirchenvorstand Bürgermeister Knodt, den Schulvorstand Lehrer Reinig, den Gesangverein Werkmeister Rau und den Kriegerverein Maurermeister Rau. Alle Redner dankten dem Scheidenden für feine treue Arbeit und sprachen herzliche Wünsche für sein ferneres Wirken aus. Gesangverein und Kriegerverein veranstalteten abends zu Ehren ihres scheidenden Mitgliedes einen Fackelzug. Rudolf Repp und Förster Schmitt dankten im Namen beider Vereine für die Förderung, die Dekan Scriba während der dreizehn Jahre seines Wirkens in unserer Gemeinde dem Gesang- und Kriegerverein an­gedeihen ließ.

Rainrod, 8. Febr. Wie nun feststeht, wird die Kreisabdeckerei im Läuns- b a ch t a l, zwischen Schotten und R a i n r o d gelegen, errichtet werden. Andere Plätze, die ursprünglich in Vorschlag tarnen, lieh man fallen, um nicht das Oandschaftsbild durch den nur un­gern gesehenen Eindringling zu verunstalten. Die projektierte Baustelle liegt abseits der großen Verkehrs- und Wanderwege, ist durch trennen­den Hochwald jeglicher Sicht entzogen. Auch die oberhalb gelegene Siedlung im Läuns- bachtal, die jetzt nicht mehr soviel Bewohner aufzuweisen hat als in der Zeit ihrer Ent­stehung, wird nicht beeinträchtigt, da die räum­liche Entfernung und das gewundene Tal keine Berührung irgendeiner Art zulassen.

I Eichelsachsen, 8. Febr. Bei der am Sams» ag hier stattgehabten Holzversteigerung wurden wie überhaupt in den letzten Jahren so hohe Preise für das Holz geboten, wie bis jetzt bei keiner Versteigerung int Vogels­berg. Es wurden bezahlt für Buchenscheiter l.ÄL 1517 OHL, 2. Kl. 13-15 Mk., für Knüppel (oft armdick) 1113 Mk.. für <5töde 910 Mk., für Reiser bis zu 2 Mk. für den Raummeter. Diele Dieter auS dem wc ten Umgreife waren zu dem Derkauf einer außer Reiser nur

geringen Holzmenge erschienen. Die hohen PreiS- zahlen beweisen, welch ein Holzhunger im süd­lichen Dogelsberge herrscht trotz der Lieferung von Losholz und wie wenig seine Bewohner sich bis jetzt auf den viel billigeren Kohlenbrand eingestellt haben. Trotz der Notzeit, die der Hagelschlag und die nasse Witterung im letzten Jahre hier verursachten, haben sich Geringbemit- telte oft 100200 Mark Holzschulden auferlegt.

V Gedern, 8. Febr. Die erste Gemein- deratSsitzung im neuenRathaus nahm einen würdigen Verlauf. Bürgermeister Müller schilderte nochmals die unhaltbaren Zustände des alten BureauS und gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß für die städtische Verwaltung endlich ein Heim geschaffen worden ist, das allen Anforderungen für lange Zeit genügen dürfte. Mit dem Wunsche, daß stets der Geist des sozialen Friedens herrschen, Heimat und Vaterlandsliebe, sowie Bürgerstolz geb ihen und überzeugte Anhänglichkeit zur Regierung in den neuen Räumen gepflegt werden möchten, for­derte der Bürgermeister die Gemeinderatsmit- glieber auf. auch in Zukunft, wie seither, mit ihm zusammen^ zum Wohle der Stadt. Die Tagesordnung war rasch erledigt. Nachdem fast sämtliche Gemeinden der Umgebung die Feldbereinigung entweder durchgeführt oder beschlossen haben, muß sich auch unsere Stadt über diese Frage entscheiden. Da bei den Gemeinden, die sich bis zum 31. 3. 28 mit der Durchführung der Feldbereinigung einver­standen erklären, der Staat einen Teil der Ko­sten übernimmt, sowie Gelder zinslos oder zu einem billigen Zinsfuß gewährt, ist man im Prinzip auch dafür, will jedoch in einer noch anjuberaumenben Versammlung der Grundeigen­tümer erst deren Meinung hören. Mit dem Ver­treter der Oberhessischen Basaltw er ke schloß die Gemeinde einen Vertrag, nach welchem Stück- und Klopfsteine zur Ausbesserung der schlechten Feldwege zu billigsten Preisen geliefert werden. Im Frühjahr soll die Ortsdurchfahrt geteert werden. Die Kosten belaufen sich auf 6000 Mark, wovon die Provinz 4000 Mark trägt. Es wurden 1000 Mark genehmigt. Die Anwohner der Hauptstraße sollen den Rest aufbringen. Nach Erledigung der Tagesordnung stattete Apotheler Veesen- meier im Namen des Gemeinderats dem Dür- germcifter für fein tatkräftiges Eintreten bei der Durchführung der städtischen Belange herzlichen Dank ab. Mit dem Versprechen, sich stets voll und ganz einzufetzen für das Wohl der Stadt, schloß Bürgermeister Müller die erste Sitzung im neuen Rathaus.

Krris Alsfeld.

-er. Homberg a. d. 0hm, 8. Febr. Im HotelHessischer Hof" sand vor einigen Tagen die Generalversammlung des Ver- schönerungs- und V e r ke h r s v e r e i n s dahier statt. Nach dem Rechenschaftsbericht wur­den sämtliche vorgesehenen Wanderungen mit einer durchschnittlichen Beteiligungsziffer von 15 Mitgliedern durchgeführt; eine Ausbesserung der Wege und Bänke, auch Neuaufstellungen sanden statt, und das Markierungsneh wurde entsprechend erweitert bzw. ergänzt. Die mit Blumen geschmückten Fenster wurden durch einige Vorstandsmitglieder im Laufe des Sommers be­sichtigt und die besten durch Verleihung von Diplomen ausgezeichnet. Sogar zwei Konzerte hatte man veranstaltet. Die mit einer Wander­auszeichnung bedachten Mitglieder wurden an­schließend verlesen, darunter etliche, die schon die dritte und vierte Auszeichnung erworben haben. Nach Prüfung der Rechnung, die keiner­lei Anstand ergab, wurde dem Rechner Ent­lastung erteilt, worauf der neue Voranschlag be­

raten und genehmigt wurde. Bei der Tot« standSwahl Hieben Lehrer Allen dörfer 1. Vorsitzender, Lehrer Immel 2. Vorsitzender, Wachtmeister Weichert Schriftführer, Bau- inspeltor Essel Rechner, Schlossermeister Stumpf Beisitzer und für Frl. Griesheimer, das nicht mehr dem Vorstand angehören möchte, wurde Bahnmeister i. R. Erbe als Beisitzer gewählt; Altbürgermeister Spamer und Forst­meister Wagner wurden gleichfalls wieder- gewählt, auch gehört der jeweilige Bürgermeister Dem Vorstand an. Danach trug der Vorsitzende in großen Zügen die im Verkehrsverein, der Mitglied des Oberhessischen Verkehrsbundes ist. in Angriff genommenen Arbei - t e n vor. Eine Eingabe an die Oberpostdirektion wegen Einführung eines zweiten Bestellganges am Nachmittag wurde abschlägig beschieden, je­doch später eingerichtet. Mm die Einlegung eines Zuges oder Triebwagens, ter 13.31 Mhr in Dg. Nieder-Gemünden einläuft, wurde man auch vorstellig, erhielt aber ablehnenden Bescheid. Bet einer später erfolgten persönlichen Rücksprache wurde eine Erneuerung des Gesuchs empfohlen, was geschehen ist. Der Verkehrsverein wurde ferner vorstellig bei der Reichsbahn-Direktion um Anlage eines Telephons im Güterraum des Bahnhofsgebäudes, um Wiedererrichtung einer Haltestelle in Wäldershausen (nach Bedarf), um anderweitige Berechnung im Stückgutverkehr auf der Nebenbahn KirchhainBg. Nieder-Gemün- den (zweierlei Tarif). Die Ausgabe von Sonn* tagsfahrkarten soll erstrebt werden. Durch den Vertrieb des Kalenders des Hessischen Verkehrs­verbandes wurde eine kleine Einnahme erzielt. Da die andern am Platze bestehenden Vereine ihr Wintervergnügen schon abgehalten haben, teils noch abgehalten werden, beschloß man, von der Llbhaltung eines solchen abzu'ehen und an deren Stelle am 4. März einen Familienabend abzuhalten. Der Bahnhofsweg hat der Stadt und dem Verkehrsverein schon viel Arbeit ver­ursacht, denn die Reichsbahngesellschaft erklärt: Die bahneigene Zufuhrstraße ist Privatstraße der Deutschen Reichsbahngesellschaft,. und sie teilt deren Mitbenutzung nur gegen Zahlung eines jährlichen größeren Betrages zu den Mnter- haltungs- und Reinigungskosten gestatten. D'e endgültige Klärung dieser eigenartigen Sach­lage steht noch aus. Die sehr anregend ver­laufene Generalversammlung wurde durch den Vorsitzenden gegen 11 Mhr mit dem Wunsche geschlossen, daß das bevorstehende Vereinsjahr sich dem verflossenen würdig anreihen möge. Auf Beschluß des Gemeinderats soll auch in diesem Jahre, und zwar am 6. Juni, ein Prä­mienmarkt hier stattfinden. Gr wird auf demselben Gelände abgehalten werden, wo auch der vorherige stattfand. Die Vorbereitungen dazu sind schon lebhaft im Gange.

Starkenburg.

WSR. Darmstadt, 8. Febr. In den nächsten Wochen soll mit der Verbreiterung der Landstraßen des mittleren Oden­walds begonnen werden. Die Hauptstraßen sollen eine Breite von 16,50 Meter, die Neben­straßen eine solche von 12,50 Meter erhalten. Die Arbeiten sollen besonders an der Durch- gangsstrahe HeppenheimFürthErbach aus* geführt werden.

ibtder.Öeste!

Ulf

in der neuen

y v. 7 ww w 5 *u*

unferes neuen Jabrikgebäudes mm) mm bald zu den. WahrzeichenDresdens gehö­ren. Über42mhoch,umfaßt1 er 12. Stock- merke .Die letzten drei Stockwerke werden abends in grandiofer Weife, erleuchtete mer­den. ßiefes äußere Reichen der enormen^ Sntmicklung unferes Unter nehmens das tiefte Zeugnis, für die ff-iite unfrei: fölafken.

Z-----x E --7' ___

alfo ausbe/ien undinaxedoni

/Chen kann nicht~fd

übertroffen merden. Sie i/t auchfiirdcncU

S SäüS

Mm NS