Gelber, verbunden mit LIrkundenfälschung, zu einem Jahr drei Monaten Gefäng- tt i S verurteilt.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
CO Klein-Linden, 8. Febr. In diesen Taget» traten die Vorstände der hiesigen Krankenstat i v n und der K l e i n k i n d e r s ch u l e zusammen, um ihre Rechnungsabschlüsse für Das abgelaufene Geschäftsjahr 1927 vorzunehmen. Die Rechnung der Krankenstation schließt in Einnahme mit 1675,52 Ml., in Ausgabe mit 1472,66 Mark, so daß ein lleberschuß von 208,86 Mk. verbleibt. Ganz zufriedenstellend gestaltet sich auch der Jahresabschluß der K l e i n k i n d e r s ch u l e. Dieser zeigt in Einnahme 1266,93 Mk., in Ausgabe 1193,91 Mk., mithin verbleibt ein Kassenbestand von 73,02 Mk., während noch im Jahre 1926 die Ausgaben die Einnahmen überschritten. Dem seitherigen Rechner, Rektor i. R. V o h - le r, der 32 Jahre lang, seit Gründung der Kleinkinderschule, ununterbrochen die Rechnergeschäfte führte, wurde durch den Vorsitzenden der Dank für seine Tätigkeit erstattet und zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt.
—.— Klein-Linden, 8. Febr. Seine diesjährige Generalversammlung hielt der hiesige Kriegerverein jetzt ab. Die Vorstandswahl ergab die einstimmige Wiederwahl sämtlicher bisherigen Vorstandsmitglieder. Es wurde beschlossen, am 25. Februar ein M i l i t ä r k o n z e r t der Gießener Reichswehrkapelle unter Leitung von Obcrmusikmeister L ö b e r zu veranstalten. Der Verein zählt rund 100 Mitglieder.
qj Lollar, 8. Febr. Dir ordentliche Hauptversammlung des Turnvereins fand dieser Tage unter der Leitung drs ersten Vorsitzenden, Bürgermeister Schmidt, statt. Aus dem von dem l.Turnwart Karl Agel erstatteten Turnbericht war zu entnehmen, daß die turnerische Betätigung auf allen Gebieten gut und erfolgreich war. 57 Preise konnten gebucht werden, darunter viele erste Preise. Der Besuch der Turnstunden war gleichfalls, unter Berücksichtigung der bestehenden Verhältnisse, befriedigend. Kleber die Tätigkeit der Sportabtei- lyng (Fußball) berichtete Spielwart OttoDietz. Es bestehen eine 1. und eine 2. Mannschaft, dazu eine Jugendmannschast, die zusammen 41 Spiele durchführten. Die von dem 1. Rechner Hein- richRohrbach vorgetragene Rechnung schließt ob mit einem Barvermögen von 608 Mk. Die Vorstandswahl ergab die einstimmige Wiederwahl des seitherigen Vorstandes. Reu hinzu trat als Leiter der Sportabteilung Turner Bruno Grote, so daß sich der gesamte Vorstand wie folgt zusammenfeht: 1. Vorsitzender Bürgermeister Schmidt, 2. Bors. Ludwig Hofmann VL. 1. Schristf. Hermann Schwalm. 2. Schriftf. Otto Klippel. 1. Rechner Heinrich Rohrbach, 2. Rechner Ph. B r u s i u s, 1. Turnwart Karl Agel, 2. Turnwart Albert Drescher, 1. Frauenturnwart Heinr. Bodes. 2. Frauen- turnwart Ludw. Wagner. -Zeugwart Heinr. Bier au, Leiter der Sportabteilung Bruno Grote, Schriftführer der Sportabteilung Otto Dietz. Einen größeren Raum der Verhandlmi- gen nahm die Bildung der Ausschüsse für das am 30. Juni. 1. und 2. Juli in Verbindung mit dem 45jährigen Stiftungsfest des Vereins hier stattfindende Gauturnfest in Anspruch. Dank der vom Vorstand geleisteten guten Vorarbeiten und der regen Anteilnahme det Mitglieder fand auch dieser Punkt seine befriedigende Erledigung. Es wurde die Wahl eines zehngliedrigen Bau- und Ausschmückungsausschusses. eines aus 13 Mitglieder bestehenden Finanz-, Wirtschafts- und Vergnügungsausschus- ses und eines aus zehn Turnern sich zusammensehenden Wohnungs- und Empfangsausschusses getätigt. Die Regelung der turnerischen Angelegenheiten übernahm der Dereinsvorstand. Die Ausschüsse werden alsbald ihre Arbeiten aufnehmen. Es steht zu erwarten, daß der Verein, der mit einer Mitgliederzahl von 280 wohl der stärkste Ortsverein ist, allen am Turnfeste beteiligten Turnern und Turnerinnen den Aufenthalt hier so angenehm wie nur möglich gestalten wird. Die anschließende allgemeine Aussprache beschäftigte sich eingehend mit einigen für die Förderung der Körperpflege bedeutsamen Fragen. So wurde lebhaft bedauert, daß in Lollar bis heute noch keinerlei Gelegenheit zum sicheren Baden und Schwimmen
Gebratene Haifischfloffen und Gchwalbennest-Guppe.
Kulinarische Weltreise durch Berlin von Siegfried Ascher.
In wenigen Stunden kann man in Deutschlands Hauptstadt mehr von der Welt sehen, als wenn man eine mehrwöchige Mittelmeerreise unternimmt. Freilich, man mutz Bescheid wissen. Kein Reisehandbuch verzeichnet diese inoffiziellen Sehenswürdigkeiten: wer sie kennenlernen will, mutz die Winkel der Weltstadt aufsuchen, Erkundigungen einziehen, keine Mühe scheuen. Dann aber kann er an einem Tage mehr Exotisches sehen als der professionelle Globetrotter. Er braucht nur einen Streifzug durch die exotischen Restaurants zu unternehmen, Berlins fremde Gäste an den Stellen zu beobachten, wie sie sich wie in ihrer Heimat benehmen: in ihren Gasthäusern.
In einigen chinesischen Restaurants, die nicht weit voneinander entfernt liegen, betrachtet man den Europäer meist als Eindringling, dessen Erscheinen die Anwesenden geniert. Der Journalist, der in die Rätsel der chinesischen Speisekarte eindringen will, sich aber unter den mystischen Zeichen der chinesischen Bilderschrift nichts vorstellen kann, stützt auf höfliche, kühle Abwehr. Erst die listige Frage, ob denn die Chinesen wirklich faule Eier und Regenwürmer essen, ruft entrüsteten Protest und, was beabsichtigt war. aufklärende Vorträge hervor. Die Zumutung fchlietzlich, daß Rizinusöl ein chinesisches Rationalgetränk sei, das in ilnmengen konsumiert werde, läßt dann auch den letzten Rest von asiatischer Zurückhaltung schwinden, und bald ist der neugierige Europäer darüber belehrt, datz die chinesische Küche geradezu appetitlich zu nennen ist. Besonders beliebt ist bei den „Söhnen des Himmels" eine Vorspeise. „Chap Suy" genannt, eine Art Ragout, das hauptsächlich aus zarten Bambussprosfen besteht, jedoch auch andere Gemüse und Kalbfleisch enthält. Stark gewürzte Gemengsel aus verschiedenen Fleischsorten,
in der Lahn sich bietet. Das Fehkn jeglichen Raumes zum Umkleiden und Aufbewahren der Kleidungsstücke der Badenden wurde bemängelt und dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß unsere Gemeindevertretung, sobald als die finanziellen Verhältnisse es irgend ermöglichen, mit dieser für alle Volkskreise so wichtigen Angelegenheit sich befassen möchte. Weiterhin wurde vielseitig unter allgemeiner Zustimmung der Versammlung der Meinung Ausdruck gegeben, datz die körperliche Erziehung unsererSchul- j u g e n d. wie sie i n Lollar geschieht, als unzureichend und nicht mehr zeitgemäß bezeichnet werden mühte, die Besetzung einer Lehrer- stelle an unserer achtklassigen Schule mit einem Turnlehrer als wünschenswert bezeichnet. Die Bildung einer Altersriege wurde lebhaft begrüßt und Meldungen zur Beteiligung entgegengenommen. Die kurz vor Kriegsausbruch der Verwirklichung nahe gerückte Frage des Turnhallenbaues, wozu damals größere Mittel bereitstanden, nahm die Versammlung längere Zeit in Anspruch. Die jetzigen Verhältnisse bedingen die Abhaltung der Turnstunden in einem Wirtssaale. Es haben sich im Laufe der Zeit Mihstände herausgebildet, was stark hemmend auf den Turnbetrieb sich auswirkte. So mußte mehrfach in den Winter- monaten infolge anderweitiger Beanspruchung des Raumes wochenlang sämtlicher Turnbetrieb unterbrochen werden, die Gliederung in den einzelnen Abteilungen macht die Benutzung eines Raumes für sämtliche Abende der Woche notwendig. Man erkannte die Dringlichkeit dieser Frage an und bezeichnete dies als die wichtigste Aufgabe, die es in aller Kürze zu lösen gilt.
k. Oppenrod, 8. Febr. Der hiesige Kriegerverein hatte bei Gastwirt Weller eine Famili enfeier veranstaltet. Außer den Familien der Vereinsmitglieder waren auch die auswärtigen ehemaligen Mitglieder dazu ein- geladen. Der Vorsitzende begrüßte die Erschienenen herzlich, ganz besonders galt sein Gruß den Gästen. Ferner gedachte er der im Weltkrieg Gefallenen und der verstorbenen Mitglieder des Vereins, die durch Absingen des Liedes „Ich hatt' einen Kameraden" geehrt wurden. Im übrigen trugen Lieder des Gesangvereins, sowie sonstige heitere Darbietungen wesentlich zur Verschönerung des Abends bei. Durch Spenden von Vereinsmitgliedern und sonstigen Freunden konnte in vorgerückter Stunde noch Kaffee und Gebäck verabreicht werden.
* Hattenrod, 8. Febr. Dieser Tage fand der erste Vortrag mit dem neuen Liesegang - schenEpidiaskop statt. Mit Hilfe des Apparats wurde im Geiste eine Wanderung durch schönes deutsches Land angetreten. Der Weg führte vom Städtchen Füssen am Lech nach dem Bodensee und von dort, cm Rheinfall bei Schaffhausen vorbei, nach Basel. Dann wurde das Rheiugebiet von Mainz bis Bingen und das Moseltol durchwandert. Einige Märchenbilder beschlossen den schön verlaufenen Abend. Mit Hilfe eines Lichtbildapparates ist besonders den Landleuten, die sich sehr selten eine größere Reise erlauben, Gelegenheit geboten, für wenig Geld die schöne Heimat zu schauen.
§ Beuern, 8. Febr. Eine weit über die Grenzen seines Heimatdorfes hinaus bekannte Persönlichkeit, der Gast- und Landwirt Karl Ludwig Ranft, wurde gestern unter großer Beteiligung aus nah und fern zu Grabe getragen. Der Ortsgeistliche. Pfarrer W a g n er, zeichnete den Verstorbenen als treuen Familienvater und pflichtbewußten Beamten, der mehr als zwanzig Jahre als Untererheber und ein ganzes Menschenalter hindurch als Postagent tätig war. Ramens des Postamtes Gießen, das durch eine Abordnung vertreten war, legte Postdirektor Körber (Gießen) einen Kranz nieder, dabei dem Verstorbenen einen ehrenden Rachruf widmend. Auch der Verband der .Untererheber des Bezirks Grünberg, der hiesige Kriegerverein und der Gesangverein Polihymnia ehrten den Verstorbenen durch Riederlegen von Kränzen. Der Gesangverein fang seinem Ehrenmitglied am Grab.
:—: Beuern, 8. Febr. Am Sonntag fand im „Holländischen Hof" dahier das Winterfest des Gesangvereins „L i e d e r k r a n z" bei sehr gutem Besuche statt. Die Veranstaltung, die zu gleicher Zeit vom Vorsitzenden Hch. Kumpf in kernigen Worten als die 24. Wiederkehr des Stiftungs- tages des Vereins gekennzeichnet wurde, nahm einen ausgezeichneten Verlauf. Der Verein, der nun schon 24 Jahre unter der Leitung seines bewährten Diri- nach dem Pfeffer „Curry" genannt, werden gern gegessen und von den indischen Gästen dieses orientalischen Restaurants bevorzugt. Das Haupt- nahrungsmittel ist natürlich Reis, der die Stelle des Brotes vertritt — denn Brot kennt man in China nicht. Große Terrinen mit heißem, körnigen Reis müssen bei jeder Mahlzeit auf dem Tisch stehen: aus diesen Behältern füllt der Chinese eine Schale, die neben seinem Teller steht, und der er zu jedem Bissen einen Löffel Reis entnimmt. All diesen Speisen wird eine scharfe Sauce, die aus dem Mehl der zerriebenen Soyabohne bereitet wird, zugesetzt. In dem vornehmsten dieser chinesischen Restaurants, das einen Koch aus Peking beschäftigt, speist der chinesische Gesandte, und auch fein siamesischer Kollege läßt es sich dort wohlschmecken. Rur an dieser Stätte findet der chinesische Feinschmecker seine Leckerbissen, die Haifischflossen und Schnitzel aus Bärenklaue, zu denen eigens aus China importierte Champignons genossen werden. Zu den kostbaren Leckerbissen zählt auch eine Suppe aus Schwalbennestern, die eigentlich Schwalben- speichel'uppe heißen müßte: denn nicht etwa das eigentliche Schwalbennest wird verzehrt, sondern aus ihm wird der Speichel ausgekocht, mit dem die Schwalbe die einzelnen Halme zusammengeklebt hat.
All diese Leckerbissen sind recht kostspielig, und der Durchfchnittschinese begnügt sich daher mit kleingeschnittenen Fleischstückchen, die — wie alle chinesischen Speisen — mit Stäbchen gegessen werden, oder mit einem Salat aus rohem Weißkohl, Pilzen und Paprika. Kanton-Rudeln, die zwei Meter lang sind, und „Kwang-Pä", chinesische Muscheln, vervollständigen dieses Mahl. Die berühmten „faulen" Eier jedoch sind gewöhnliche Kalkeier, die mehrere Monate in kalkhaltiger Erde liegen und eine grünlich-schwarze Färbung angenommen haben: kein Europäer kann behaupten, daß sie einen sehr vertrauenerweckenden Eindruck Hervorrufen.
Dersteckter und für den Uneingeweihten fast unauffindbar liegen die japanischen Restaurants: nur ein kleines, mit japanischen Buchstaben bedecktes Täfelchen weist dem hungrigen Asiaten den Weg. Auch die Japaner essen sehr viel Reis, der nur im Wasserdampf quellen darf,
genten Sommerlab steht, hat wieder einmal gezeigt, daß er Vorzügliches zu leisten fmftanbe ist und sehr gute Schulung aufzuweisen hat. Besonders zu erwähnen sind noch die vorttefflichen Leistungen eines innerhalb des Vereins gebildeten Quartetts. Die theatralischen Aufführungen wurden mustergültig gespielt. Reicher Beifall belohnte die Vortragenden. Den Ausklang des Abends bildete Tanz.
Watzenborn-Steinberg, 8. Febr. Der hiesige Geflügel- und Kaninchenzuchtverein veranstaltete im Saale zum „Grünen Daum" eine recht gut beschickte Ausstellung. Durch seine wiederholten Ausstellungen in den letzten Jahren hat der Verein in anerkennenswerter Weise zweifellos einen Ansporn gegeben, dem das reichhaltige gezeigte Zuchtmaterial zu danken ist. Ganz besondere Anerkennung verdient es, datz gerade die jüngere Oeneration mit großem Interesse und Verständnis sich der Zucht zugewandt hat in Erkenntnis des Llmstandes, datz den Ausgabeposten, die entstehen, bei sachgemäßer Zucht und Behandlung eine Einnahme gegenübersteht, die bei dem Tier noch einen kleinen Lieberschutz abwirft. Der Besuch der Ausstellung war recht lebhaft. Die Prämiierung hatte folgendes Ergebnis (nur Ehren- uni) erste Preise können hier angeführt werden): In Abteilung A Hühner: Plymouth- Rocks, Otto Häuser einen Ehren- und einen 1. Preis: Wyandottes, weiß, Karl Philipp IV. Ehrenpreis: Wyandottes, schwarz, Karl Philipp IV. zwei Ehren- und zwei 1. Preise, Otto Schäfer Ehrenpreis: Wyandottes, gestr., Karl Wilhelm Burger Ehren- und einen 1. Preis; Rhodolänöer, Heinr. Pfeiffer Ehrenpreis, Heinrich Schmandt 1. Preis: Rhodoländer, schwarz, Karl Andermann Ehren- und 1. Preis, Ernst Burger 1. Preis; Minorka, schwarz, Karl Häuser IX. Ehren- und 1. Preis; Italiener, rebh., Karl Häuser Ehrenpreis; Italiener, schwarz, Rich. Burger Ehren- und 1. Preis; Leghorn, weiß, Karl Philipp Ehrenpreis. — In Abteilung 8 Zwerghühner: Reue engl. Zwerg- lämpfer Karl Philipp IV. Ehrenpreis; Bantam, silber, Karl Philipp IV. Ehrenpreis; Bantam, schwarz, Heinrich Schmarcht Ehren- und 1.Preis. — In AbteilungL Wassergeflügel: Pekingenten Karl Philipp IV. Ehrenpreis. — In Abteilung v Kaninchen: Schwarzloh Ludwig Schmitt Ehren- unö 1. Preis; Weiße Riesen Ernst Burger Ehren- und 1. Preis: Karl Ruhl Ehrenpreis; Hasen- laninchen Karl Ruhl Ehrenpreis; Grausilber Karl Rage! Ehrenpreis.
* Leihgestern, 8. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Kriegerverein bei guter Beteiligung der Kameraden seine diesjährige Jahresversammlung bei Kamerad Schrök«r ab. Aus dem Jahresrückblick des 1. Vorsitzenden war zu entnehmen, daß das Vereinsleben im verflossenen Jahre sehr rege war und der Verein wieder auf der Höhe ist. Die Rechnungsablage bot ein zufriedenstellendes Bild, dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Bei derV o r- standswahl wurde der bisherige 1. Vorsitzende Kam. Jäger einstimmig wiedergewählt. Die weiteren Wahlen brachten folgendes Ergebnis: Kam. Wilhelm D i e h l,' 2. Vorsitzender, Georg Dern VIII., Schriftführer, Dern Rechner, Ludwig W a l l b o t t, Gg. Will V. und Gg. Waldschmidt, Beisitzer, ferner noch Otto Harnisch. An Stelle des bisherigen Vereinsdieners Kam. Haas, der nach 40jähriger treuer Amtstätigkeit aus Gesundheitsrücksich en sein Amt niedergelegt hatte, wurde Kam. Gg. Häuser Aum Vereinsdiener gewählt. Im Anschluß an die geschäftlichen Verhandlungen vereinigte man sich zu einem gemütlichen Beisammensein, das allen Kameraden noch einige frohgestimmte Stunden brachte.
Kreis Friedberg.
= Bad-Rauheim, 8. Febr. In würdiger Weise feierte der hiesige Gu st av-Adolf- Frauenverein fein Jahresfest. In der Dan- kcskirche widmete Pfarrer Knodt im Hauptgottesdienst die Predigt den Bestrebungen des Vereins. Die Geschäftssitzung im Gemeindehaus wurde durch musikalische Darbietungen verschönt. Der Verein, dessen Mitgliederzahl die 200 nun überschritten hat, entfaLete eine rege Tätigkeit auf dem Gebiete der Fürsorge. Besonders der evangelischen Diaspora-Gemeinde in Ober- Mörlen nimmt er sich mit Eifer an.
Kirch-Göns, 8. Febr. Im Anschluß an die Feldbereinigung werden nach den Plänen
und auch für sie muh das Fleisch in kleine Stückchen geschnitten werden. Im Gegensatz zu den Chinesen essen sie völlig rohe Fische, die mit einer scharfen japanischen Soße, Cho-Vo genannt, übergossen werden. Mit wahrer Begeisterung spricht der Japaner von einem Gericht, das aus geschabtem Rettich, rohen Weißkohlblättern, Makkaroni und Zwiebeln besteht: aber auch bei dieser seltsamen Mischung darf die scharfe Soße nicht fehlen. Während die Chinesen fettes Schweinefleisch bevorzugen, ißt der Japaner nur mageres Fleisch: daneben bildet Fisch, der mit Reis gefüllt ist, eine beliebte Speise. Seinen Pudding bereitet der Japaner aus einem Brei, der aus zerstohenen, braunen Bohnen .hergestellt und direkt aus Japan importiert wird. Für den Europäer ist dieser Rachtisch nicht sehr verlockend; denn das braune Pulver strömt einen geradezu unerträglichen Geruch aus. Auch mit dem Ragout, das aus Fischeingeweiden besteht und mehrere Tage in einem verschlossenen Tops gestanden haben muß, bis es in Fäulnis übergeht, können wir uns schwerlich befreunden. In einem vornehmen japanischen Restaurant, in dem auch japanische Prinzen verkehren, bereiten sich die Gäste ihre Speisen selbst auf einem kleinen Spirituskocher, den sie vor sich stehen haben.
Weit vertrauter muten uns die italienischen Restaurants an, aus denen dem Eintretenden lebhaftes Stimmengewirr entgegenschallt. Erst allmählich überzeugt man sich davon, datz die Gäste nicht etwa in politische Meinungsverschiedenheiten geraten sind, sondern daß sie sich nur angeregt unterhalten. Die italienischen Rationalgerichte sind Spaghetti, die dünnen, und Makkaroni, hie röhrenförmigen Rudeln, die tatsächlich in Bergen verzehrt werden. So verbraucht eines bei bekanntesten italienischen Restaurants täglich 80 Pfund Spaghetti und Makkaroni. Aus viele verschiedene Arten werden die italienischen Rudeln zubereitet, so z. B. auf Bologneser Art mit gekochtem Fleisch und Tomaten, auf venezianische Art mit Muscheln, auf römische Art mit Erbsen. All diese verschieden zubereiteten Gerichte werden mit Butter und Parmesankäse genossen. Rur die Reapolitaner verschmähen diesen Zusatz und essen ihre Rudeln
des Kulturbauamts Friedberg in unserer Gemarkung umfangreiche Drainagearbeiten ausgeführt, die auf 15 050 Mk. veranschlagt sind. Es handelt sich um die Herstellung von 26 300 laufende Meter Drainagegräben und um Rohrlieferungen in Höhe von über 6000 Mk.
Kreis Büdingen.
• Ridda, 8. Febr. In dem benachbarten Wallernhausen ereignete sich heute ein schwerer Llnglücksfall. Beim Füttern seines Viehes wurde der 50 Jahre alte Landwirt Heinrich Luft II. von einer Kuh so heftig gegen den Unterleib getreten, daß sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Der Arzt stellte innere Verletzungen fest und ordnete die Uebersührung des Verunglückten nach der chirurgischen Klinik in Gießen an. Auf telephonischen Anruf war die Freiwillige Sanitätskolonne vorn Roten Kreuz in Gießen mit ihrem Sanitätsauto rasch zur Stelle und brachte den Mann zur Klinik, wo sofort eine Operation vorgenommen werden muhte. .
]:[ Gelnhaar, 8. Febr. Dor einer zahlreichen Zuhörermenge hielt am Sonntagabend im Rihelschen Saale Lehrer Schütz einen wohlgelungenen Volkstumabend im Dienste des Vereins für das Deutschtum imAus« land. Ein Leihsches Epidiaskop hatte die Rach- bargemeinde Bleichenbach in freundlicher Weise überlassen. Zur Eröffnung des Lichtbildervortrages hielt Herr Schütz in markigen Worten eine kurze Ansprache, in der er die Leiden und Qualen der Millionen von Grenz- und Auslanddeutschen schilderte. Er selbst, der schon einige Jahre in dieser Arbeit für den V. D. A. darinsteht, hat im Jahre 1926 im Dienste des V. D. QL eine Reise nach Rordtirol unternommen. Hier sammelte er ein überaus reichliches Kartenmaterial, das ihm beim Vortrag von großem Vorteil war. Der Dorttag begann in München, wo die schönsten Sehenswürdigkeiten gezeigt wurden. Von hier mit der Dahn nach der Andreas-Hoser-Stadt Innsbruck. Weiter ging es durch Rordtirol nach Kufstein und von da bis zum Drennerpah, wo heute die italienische Trikolore als Grenzzeichen zwischen Rord- und Südtirol weht. Ueberall zu sehen war die echte deutsche und Schweizer Kunst; denn das Deutsche ist bodenständig, das Italienische fremd. Umrahmt wurde der Vortrag von einigen von Schülern und Fortbildungsschülern vorgetragenen Gedichten von Maria Kahle, der großen Führerin im Dienste des V. D. QL Als letztes Bild wurde Reichspräsident von Hindenburg gezeigt, bei dessen Erscheinen das Deutschlandlied gesungen wurde, womit der Volkstum- abend beendet war.
Kreis Schotten.
a. Schotten, 8. Febr. Im Rathaussaal fand gestern unter Leitung des Kreisdirektors Geh. Reg.-Rat Boeckmann - Schotten eine Versammlung zahlreicher gelaßener Interessenten statt, um über den Bahnbau Sch otten — Ulrichstein — Alsfeld zu beraten, insbesondere über die Strecke Sch otten —Ulrich st e i n. Vertteten waren die sämtlichen an oder in der Rähe der Sttecke liegenden Gemeinden, Gewerbe, Handel und Industrie, V. H. C. und eine Reihe wirtschaftlicher und privater Interessenten. Der Vorsitzende gab einen ausführlichen Ueberblid über die geschichtliche Entwicklung des schon fast dreißig Jahre alten Projekts und über den gegenwärtigen Stand des geplanten Dahnbaus. Wenn die wirtschaftliche Lage in der Gegenwart für alle Beteiligten, für Reichsbahn, Staat und Gemeinden auch nicht sehr günstig sei, so dürfe man die alten, schon durchgearbeiteten Pläne nicht aufgeben, sondern in zäher Festhaltung würde man an der Verwirklichung weiterarbeiten. Die Dahnbaufrage wurde von der Versammlung eingehend besprochen, besonders beteiligten sich an der Aussprache Lehrer Sind* Rudingshain, Bürgermeister Mengel ° Schotten, Staatsrat Dr. Weber- Konradsdorf, Bürgermeister Weber- Eschenrod, H. W. S t e i n - Stumpertenrod, F. Pfann- stiel- Ulrichstein, Dr. Dambmann und Z e s ch k h - Schotten. Man war der Auffassung, datz die Inangriffnahme des Baues ohne Mithilfe der Reichsbahn, des Ret- ches und hessischen Staates für die Gemeinden allein unmöglich sei, diese zuständigen Stellen hätten daher auch in erster Linie die Entscheidung über die Linienführung.
mit Speck; daher werden sie von allen anderen Italienern etwas verächtlich als halbe Barbaren angesehen. Ein anderes beliebtes italienisches Gericht besteht aus „Teigtaschen", die mit Fleisch oder Gemüse gefüllt und „Ravioli" genannt werden. Besonders schmackhaft ist ein Ragout aus Reis und gebackener Leber, das mit einer Schicht Parmesankäse überkrustet ist, und auch ein in Oel gebackenes Gericht, das in einer Teigmasse Geber, Blumenkohl, Artischocken und Kalbfleisch vereinigt und „Fritto misto" heißt, schmeckt nicht übel. Großen Reiz scheint die italienische Küche auf die Prominenten unseres Musiklebens auszuüben, denn der Dirigent der Staatsoper, Generalmusikdirektor Kleiber, die bekannte Sängerin Frieda Leider, und der Tenor Pattiera zahlen zu den Stammgästen des italienischen Restaurants.
Richt nur von der russischen Aristokratie, auch von der deutschen Hochfinanz und Diplomatie, von fremden Gesandtschaften und prominenten Künstlern wird das elegante russische Restaurant ausgesucht, aus dem den Eintretenden die Klänge eines russischen Zigeunerchors entgegenschallen, den Fürst Galizin, ein bekanntes Mitglied der früheren russischen Hocharistvkratte, leitet. Dort schätzt man besonders den milden, auf russische Art geräucherten Lachs, den seltenen Stör und den ausgesuchten Kaviar; aber auch ein kaukasisches Gericht, „Schaschlich" genannt, ein am Spieß gebratenes Filet, und das „Cote- lette marach al“, eine mit Champignons gefüllte Hühnerbrust, wird von den Feinschmeckern viel verlangt. Während man dieses Lokal nur mit reich gespicktem Geldbeutel betreten kann, gibt es noch mehrere einfache russische Restaurants, in denen sich auch der weniger Begüterte an der Borschtsch-Suppe, die aus Rüben gekocht wird, und an den „Dlini", den kleinen, mit Weißkäse gefüllten Eierkuchen, erfreuen kann. Regen Besuches erfreut sich das ungarische Restaurant, in dem Paprikahühner und die verschiedenen Arten des ungarischen Gulaschs verabfolgt werden, dagegen ist das bulgarische Restaurant eingegangen, und auch das türkische und spanische Restaurant haben ihre Pforten schließen müssen.


