aus neu hereinkommenden, langfristigen Auslandkrediten abzudecken. Man sollte sich hier aber größerer Zurückhaltung befleißigen, denn eine Erhöhung der ohnehin schon großen Beträge umschuldungsbedürftigen ausländischen Zwischenlredits ist für die Konsolidierung der deutschen Auslandschulden ohne Zweifel von Nachteil. Gewiß berechtigt die Begebung der RNE°Anleihe zur Hoffnung auf weitere ausländische Emissionen, aber eine Schwalbe bedeutet noch keinen Sommer; nach der bisherigen Politik des Federal Reserve Boards ist für die Zukunft an eine Ermäßigung der hohen Geldsätze vorläufig nicht zu denken. Auf dem englischen Kapitalmarkt sind bei der gegenwärtigen Schwäche des Pfundkurses keine allzu hohen Hoffnungen zu setzen, und Frankreich kommt bei der dort noch herrschenden Mentalität für langfristige Kredite an Deutschland nicht in Frage.
*
* Die amtliche Grohhandelsindex- z i f f e r. Die auf den Stichtag des 3. Oktober berechnete Großhandelsind^xziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber der Vorwoche um 0,4 v. H. auf 140,4 (139,8) gestiegen. Don den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe um 1,0 v. H. auf 135,1 (133,7) und diejenige für Kolonialwaren um 0,2 v. H. auf 134,3 (134,0) angezogen. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren war mit 133,5 (133,4) gegenüber der Vorwoche nahezu» unverändert, während die Indexziffer für industrielle Fertigwaren sich um 0,3 v. H. auf 159,9 (159,5) erhöht hat. Im Monatsdurchschnitt September ist die Gesamtiirdexzifser gegenüber dem Vormonat um 1.1 v. H. auf 139,9 (141,5) zurückgegangen. Von den Hauptgruppen hat insbesondere die Indexziffer für Agrarstoffe um 2,5 v. H. auf 134.2 (137,6) und diejenige für K lonial- waren um 3.3 v. H. auf 131,0 (135,5) nachgegeben. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist um 0,6 v. H. auf 133,5 (134,3) zurückgegangen, während die Indexziffer für industrielle Fertigwaren mit 159,5 gegenüber dem Vormonat unverändert war.
* 52 502 deutsche Genossenschaften am 1.Oktober. Nachdem der Schlußmonat des dritten Vierteljahres noch 113 Neugründungen brachte, denen 94 Auflösungen von Genossenschaften gegenüberstehen, und fünf Konkurse, zeigt sich für das abgeschlossene dritte Vierteljahr wieder ein Aufstieg in der Zahl der Genossenschaften von rund 150. Für nichtig erklärt wurden im letzten Vierteljahr 42 Genossenschaften, so daß sich ein Gesamtbestand der deutschen Genossenschaften aller Gruppen am 1. Oktober 1928 von 52 502 ergibt. Es hat danach eine Erhöhung des Bestandes gegenüber dem 1. Januar 1928 von genau 300 sta tgefunden. Im September zeigten die Kreditgenossenschaften keine Vermehrung, auch die Handwerkergenossenschaften wiesen eine wesentliche Destandsveränderung nicht auf. Bei den Produktivgenossenfchaften gab es einige Zugänge (Brauerei-, Druckerei-, Schokoladenbranche). Neue Händlergenossen schäften entstanden im Seifen - handel und Fahrradhandel. Ausgelöst wurden solche im Milch- und Butterhandel. Die Baugenossenschaften zeigten im Bestand keine wesentliche Veränderung. Sie gehen der Zahl nach nur noch langsam auswärts. Größer war aber die Zahl der neuen Siedlungsgenossenschaften. Die Konsunrvereine zeigten der Zahl nach einen Rückgang. Ganz wesentlich erhöhten sich im Bestand die landwirtschaftlichen Genossenschaften mit 63 Neugründungen, denen 35 Auslösungen gegenüberstanden.
• Ein Versicherungskonkurs ohne Masse. Das Konkursverfahren über das Vermögen der 1923 mit einem A.--K. von 1 Mill. Mk. gegründeten Westland-Rück- und Mitversiche- rungs-A.-G. in Düsseldorf tour mangels Masse eingestellt.
* Der Saaten st and aßen anfang s O k t o b e r. Nach de -ußischen Sta
tistischen Landesamt in der .jen Korrespondenz" veröffentlichten Zusarnnmi ß.llung konnte die Getreideernte frühzeitig, schnell und trocken eingebracht werden; sie ist im allgemeinen besser ausgefallen als im Vorjahre, und wurde oft als eine gute Mittelernte, oft als äußerst günstig bezeichnet. Die Grummeternte war dagegen in der Regel wenig befriedigend; als gut ist sie nur selten bezeichnet worden. Die Kartoffelernte hatte schon zum größten Teil begonnen. Die Erstbestellungsarbeit konnte allgemein erst im letzten Septemberdrittel begonnen werden. Die Viehweiden haben in den von der Dürre betroffenen Gegenden sehr gelitten. Von den Feldschädlingen sind im September weitaus am stärksten die Mäuse hervorgetreten. Plötzliche Schädlinge sind kaum gemeldet worden. Unter Zugrundelegung der Begutachtungsziffern 2: gut, 3: mittel und 4: gering ergibt sich folgendes Bild: Spätkartoffeln 2,9 (September d. I. 3,0, Anfang Oktober 1927 3,0), Zucker
rüben 3,3 (3,0 bzw. 2,8), Futterrüben 3,1 (3,0 bzw. 3,0), Kohlrüben 3,0 (3,0 bzw. 3,1), Mohrrüben 3,1 (0 bzw. 2,9), Zwiebeln 2,9 (0 bzw. 3,0), andere Kohlarten 3,2 (0 bzw. 3,0), Klee 3,3 (3,4 bzw. 2,6), Rieselwiesen 3,2 (3,2 bzw. 2,8), andere Wiesen 3,5 (3,5 bzw. 3,5).
* Elektrizitäts-A. -G. norm. W. Lahme y er & C o., Frankfurt a. M.'Das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres der Elektrizi- täts-A.-G. norm. W. Lahmeyer ist, wie mitgeteilt wird, befriedigend. Die dem Unternehmen nahestehenden Gesellschaften haben im allgemeinen nur dieselbe Dividende wie im Vorjahre gebracht; daneben würden aber hinreichende Ueberschüsse erzielt durch Bauarbeiten, Zinsen usw., um die gesteigerten Unkosten decken und das Disagio nebst Kosten der letztjährigen Anleihe abschreiben zu können. Die Bauabteilungen waren während des ganzen Jahres gut beschäftigt und sind auch jetzt noch für längere Zeit mit Aufträgen versehen. Das Pumpspeicherwerk des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks bei Herdecke und das Vermuntwerk der Vorarlberger Jllwerke, die die Gesellschaft als Generalunter, nehmer ausführt, schreitet programmäßig vorwärts. Hinzugekommen ist neuerdings ein neues Dampfkraftwerk für die Stadt Memel. Die. Abteilung Leitungsbau hat erhebliche Abschnitte der in Ausführung befindlichen 220 000-Volt-Nord°Südleitung zur Verbindung der Werke des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerkes mit den Vorarlberger Wasserkräften in Auftrag. Außerdem sind Erweiterungsanlagen für nachstehende Unternehmungen in Arbeit. Der Gesamtanschlußwert bei den angeschlossenen Unternehmungen stieg insgesamt von 384 220 auf 436 491 Kwh. im Jahre 1927, verkauft wurden im Jahre 1927: 404 952 935 (i. V 319 450 207) Kwh. Der Geschäftsgewinn beziffert sich auf 4,465 (3,57) Mill. Mark, Zinsen beanspruchten 560 129 (35 861) Mark, Unkosten 1 918 979 (1552 673) Mark. Nach Abschreibung von 43 755 (43 070) Mark auf Gebäude bleibt ein Ueberschuß von 2 032 869 (2 011 117) Mark, aus dem wieder 10 o. H. Dividende auf die Stammaktien und 6 v. H. auf die Vorzugsaktien vorgeschlagen werden. Zum Vortrag bleiben 110 869 (90 397) Mark. In der Bilanz sind insbesondere durch die oben bereits erwähnte 6proz. schweizerische Anleihe von 15 Mill. Franken erhebliche Verschiebungen eingetreten. Wertpapiere und Beteiligungen erhöhten sich durch Vollzahlungen auf Aktien der Bayerischen Elektrizitäts-Lieferungsgesellschaft, sowie durch Zukäufe. Die allgemeine Baurechnung ist durch die Abrechnung eines großen Teiles der im letzten Aahre als noch im Bau befindlich bezeichneten Anlagen erheblich vermindert, ebenso wie andererseits tue Anzahlungen auf in Ausführung begriffene Bauwerke. Die Guthaben, der dem Unter- nehmen nahestehenden Gesellschaften sind zum größten Teil, die in Anspruch genommenen Bankkredite vollständig getilgt, dagegen ist das Bankguthaben auf rund 9,2 Mill. Mark gestiegen. Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr werden als befriedigend bezeichnet. Generalversammlung am 19. Oktober.
* Kapitalerhöhung der Faber & Schleicher A.-G. Der Auffichtsrat der Faber & Schleicher A°G., Offenbach am Main, hat beschlossen, einer außerordentlichen Generalversammlung die Erhöhung des Aktienkapitals um 408 000 Mar? aus 1 400 000 Mark vorzuschlagen. Die neuen Aktien sollen von einem Bankenkonsortium unter Führung von S. Merzbach, Offenbach am Main, dem ferner die Deutsche Effecten- und Wechselbank und die Darmstädter und Nationalbank Frankfurt am Main, ange- hören, übernommen werden, das sie zu einem später festzusetzenden Ausgabekurs den Mtio- nären im Verhältnis 5 : 2 anbieten soll. Der gestiegene Umsatz in Verbindung mit den von der Kundschaft verlangten ausgedehnten Zahlungszielen mache, tote der Aufsichtsrat zur Begründung ausführt, eine Verstärkung der Betriebsmittel erforderlich. Der vorliegende Auftragsbestand sichere der Gesellschaft volle Beschäftigung auf mehrere Monate.
Frankfurter Börse.
F r a n k fu r t a. M., 8. Oktober. Tendenz: etwas schwächer. — Di« Börse eröffnete die neue Woche in außerordentlich stiller und ziemlich unsicherer Haltung. Die Umsatztätigkeit war minimal, da die Teilnahmslosigkeit des inländischen Publikums eher noch zugenommen hatte und auch aus dem Auslande keine Orders vorgelegen haben dürften. Die Kulisse bekundete daher eher Abgabeneigung, und bei uneinheitlicher Kursentwicklung traten gegen die Schlußkurse vom Samstag überwie- aend Rückgänge von 1 bis 3v. H. ein. Die unein- Zeitliche Haltung der Neuyorker Samstagsbörse konnte dem Markte feine Stütze geben. Etwas Interesse bei leicht anziehenden Kursen bestand für Montane im Zusammenhang mit der erhöhten Produktion und den Absatzziffern im Bericht des Stahlvereins. Gelsenkirchen eröffneten 0,5, Klöckner 1 v. H.
höher. Phönix setzten unverändert ein, zogen aber im Verlaufe etwas an. Siemens zogen 1 v. H. an. J.-G.-Farben stark vernachlässigt, so daß ein offizieller Kurs zunächst nicht zustande kam. Scheide- anstalt konnten 1 v. H. anziehen. Zellstoffwerte, Banken und Schiffahrtsaktien gaben überwiegend leicht nach. Autowerte lagen auf die Verstimmung über die Rückgänge bei Daimler schwach. Adlerwerke und Daimler gaben je 2,5 v. H., NSU. 2,90 v. H. nach. Auch Kaliaktien waren auf Realisationen ab geschwächt. Aschersleben büßten 2,5 v. H., Gelsenkirchen 2 o. H. ein. Angeboten waren ferner Deutsche Liyo- leum mit minus 3,5 v. H., Farben wurden schließlich 1,5 v.H. niedriger festgesetzt. Deutsche Anleihen waren merklich abgeschwächt. Ablösung für Neubesitz 0,25 v. H. niedriger. Ausländische Renten still. Im Verlause wurde die Tendenz ausgesprochen schwach. Die Spekulation nahm weiter Abgaben vor, und bei der herrschenden Aufnahmeunlust traten meist weitere Kursrückgänge ein. Am Elektromarkt waren vor allem Siemens mit minus 5,5 v. H. und AEG. mit minus 2,25 v.H. angeboten. J.-G.- Farben waren 1,5 v. H. schwächer. Tagesgeld war zu 6 v.H. flüssig. Am Devisenmarkt war die Mark weiter abgeschwächt. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2012, gegen Pfund 20,377, gegen London-Kabel 4,8493, gegen Paris 124,13, gegen Mailand 92,53, gegen Madrid 29,78, gegen Holland 12,0925.
BerUner Börse.
Berlin, 8. Oktober. Noch vorbörslich sah es so aus, als ob es, von den Spezialwerten ausgehend, allgemein etwas freundlicher werden würde. Man hatte mit Befriedigung gehört, daß der angejagte Bürgerkrieg gestern in Wien ruhig verlaufen ist, verwies auf den festen Grundton in Neuyork und auf den hiesigen leichten Geldstand. Da aber sonst keine 1 besonderen Anregungen Vorlagen, und besonders das i Publikum in seiner abwartenden Haltung verharrte, konnte sich zu den ersten Kursen keine einheitliche Tendenz herausbilden. Mit Ausnahme weniger Spezialwerte war das Geschäft klein. Im allgemeinen behauptet, lagen Spezialwerte etwas gebessert. Andere Märkte dageaen still oder gar schwach. So eröffneten Schlesische 8-Gas 4 v. H. niedriger. Kaliaktien minus 2,5 v. H. Autowerte weiter gedrückt. NAG. 2,5 v. H. niedriger, auch Daimler eröffneten mit 85 auf ihrem niedrigsten Nachbörsenkurs vom Samstag. Für Montanwerte bestand ebenfalls eher Abgabeneigung, da der Ouartalsbericht des Stahl- werksverbpndes enttäuschte. Durch höhere Anfangkurse fielen Karstadt mit plus 3,5 v. H. Mitteldeutsche Creditbank mit plus 3 o. H., Glanzstoff mit plus 7,5 v. H. und von Nebenwerten Thorls Del mit plus 3,13 v. H. auf. Deutsche Motoren waren 4,5 v. H. höher. Deutsche Anleihen nach ruhigem Geschäft plötzlich stärker nachgebend. Ablösungsschuld für Neubesi'tz 15,10 nach 15,60 anfangs. Angebliches Auslandinteresse blieb unberücksichtigt. Ausländer behauptet. Anatolier weiter schwacher. Pfandbriefmarkt undurchsichtig. Der Geldmarkt war leicht. Tagesgeld 5,5 bis 7,5 v.H. und vereinzelt darunter. Monatsgeld 8,25 bis 9,25 v. H., Warenwechsel etwa 6,90 o. H. Im Verlause gaben die Kurse ziemlich einheitlich bis 2 v. H. für die schweren Werte nach, nur der Montanmarkt mar sehr lebhaft und unter Führung von Phönix bis 1 v. H. höher. Man konnte in diesem Papier Kaufe einer interessierten Großbank beobachten. Im weiteren Verlaufe gaben die Kurse meist noch eine Kleinigkeit nach. Daimler gaben 2,5 v. H., Phönix 5 v.H. nach. Anleihen wurden mit 15,30 bis 15,35 gehandelt.
F Inksuvter Getreidebörse.
Frankfurt a.M., 8. Oki. Am Frankfurter Produktenmarkt konnte sich die Auswärtsbewe- gung der letzten Woche auch heute wieder fort- fetjen. Die Stimmung war auf die etwas erhöhten Nuslandforderungen ausgesprochen fest jedoch das Geschäft bewegte sich in sehr engen’ Grenzen, da die Händler in den Vormonaten 3U höheren Preisen stark vorgesorgt haben und der Preis namentlich für Weizen und Roggen künstlich gehalten wird. Für Futtermittel herrscht weitere rege Nachfrage. Namentlich Weizenkleie ist sehr gesucht, auch in Hafer war heute etwas besseres Geschäft zu verzeichnen. Es wurden notiert: Weizen 24 Mk.; Roggen 23 bis 23,25 Sommergerste für Brauzwecke 25,50; Hafer (inl.j 23,25 bis 23,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 21,75 bis 22; Weizenmehl (südd. Spezial 0) 34,25 bis 34,50; Roggenmehl 31,25 bis 31,75; Weizen- kleie 14,50; Roggei-.kleie 14,50 bis 15; Erbsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 32 bis 59; Linsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 55 bis 115; Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt) 4,50; (gebündelt) 3 bis 3,25; Treber (getrocknet) 19,50 bis 20 Mk. — Tendenz: fest.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 8. Okt. Auftrieb: 1652 Stück Rinder, darunter 260 Ochsen, 81 Bullen, 733 Kühe, 430 Färsen; 584 Kälber, 75 Schafe, 6039 Schweine. Es notierten: Rinder: Ochsen: oollfleischige, aus
gemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 55 bis 59 Mark; ältere 51 bis 54; sonstige vollfleischige, jüngere 48 bis 50; ältere 43 bis 47. Bullen: jüngere, voll- fleischige, höchsten Schlachtwerts 49 bis 53; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 45 bis 48. Kühe: jüngere, oollfleischige, höchsten Schlachtwerts 44 bis 48; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 39 bis 43; fleischige 33 bis 38;'gering genährte 25 bis 32. Färsen-(Kalbinnen und Jungrinder): 56 bis 59; voll- fleischige 51 bis 55; fleischige 45 bis 50..— Kälber: besie Mast- und Saugkälber 73 bis 77; mittlere Must- und Saugkälber 68 bis 72; geringe Kälber 58 bis 67. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 78 bis 80; oollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund 78 bis 80; von etwa 200 bis 240 Pfund 77 b.s 80; von etwa 160 bis 200 Psuuk» 76 bis 79; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 73 bis 76; Sauen 64 bis 70 Mark. — Marktverkauf: Rinder ruhig, geringer Ueberftanb» Schweine ruhig, Ueberftanb. Kälber und Schafe ruhig, ausoerkauft.
Kunst und Wissenschaft.
Rheinlandtagung der deutschen Geschichtsforscher.
Der letzte Tag der rheinischen Studientagung des Verbandes Deutscher Geschichtslehrer in Heppenheim galt den abgetrennten deutschen Brüdern in Eupen und Malmedy. Der Vortragende, Dr. Hans Berger (Berlin), verstand es, dem in der Öffentlichkeit oft behandelten Thema neue Seiten.abzugewin- nen; Professor Dr. Behn (Mainz) hielt einen beifällig aufgenommenen Vortrag über seine Ausgrabungen im Kloster Lorsch bei Heppenheim. Nach einem kurzen geschichtlichen Abriß gab er ein sehr lebendiges Bild von den Methoden moderner Grabungstechnic, die hier in Lorsch zu so außerordentlich weittrageni^n Ergebnissen geführt haben. Mit Lichtbildern erörterte er die Probleme, die sich an die vermeintliche Torhalle, die Ausweitung des Atriums, die Türme, die Apsiden und die Ecclesia Varia anknüpfen. Von höchstem Interesse war die Beschreibung der entdeckten Stuckmalereien und ein Schaubild von dem vermutlichen Aussehen der berühmten Klosteranlage. Der Vortrag, der Historiker einmal in die Werkstatt des Archäologen blicken ließ, fand reichen Beifall und regte eine große Zahl der Teilnehmer an. nach Schluß der Tagung das nahe Lorsch zu besuchen. Dr. S. Kloevekorn (Saarbrücken) behandelte am Nachmittag die Saargebietsjrage. Die Behauptungen. daß die Bewohner des Saargebiets wiederholt in der Geschichte den Anschluß an Frankreich gewünscht und zu Zeiten der Zugehörigkeit zu Frankreich sich außerordentlich wohlgefühlt hätten, seien durch die Ergebnisse der Forschung widerlegt. Den Abschluß der Tagung bildete der Vortrag des Professors Harald Stein acker. (Innsbruct) über das Thema „Rhein, Donau und Weichsel als deutsche Schicksalsströme". Vom Gesamtsinn der deuffchen Geschichte aus wies der Vortragende die Verbundenheit der Rheinlands mit den Donau- und Weichsellanden auf. Er behandelte das Thema nicht gevpolittsch, sondern universalhistorisch. Die drei Ströme würden nicht als geographische Wesenheiten gefaßt, sondern als Symbole für Altdeutschland, Oesterreich und Preußen.
Letzte Nachrichten.
Lleberfall auf Graf Hardenberg in Darmstadt.
Darmstadt, 8. Oft (WTV. Drahtmeldung.) 3n der Nacht von Sonntag auf Montag wurde auf den Grafen Hardenberg in seiner Wohnung im Neuen Palais ein IkberfaU verübt. Gegen 2 Uhr schleppte sich der Gras in halb bewußtlosem Zustande zum Polizeiamt und alarmierte das llebersallkommando. 3n seiner Wohnung entdeckte man vor seinem Bette eine Blutlache. Vermutlich ist der Graf von Einbrechern niedergeschlagen worden als dieser sie bemerkte. Die Verletzungen sind nicht lebensgefährlich. Er erhielt Stich- und Schlagwunden und wurde in das Städtische Krankenhaus verbracht. Ob Gegenstände geraubt oder der Ueberfall politischer Natur ist — der jetzt 57 Jahre alte Graf Hardenberg ist hos- marschall in der großherzoglichen Verwaltung, weiter Erster Präsident der „Schule der Weisheit" und vor- sitzender des Vereins der hessischen Bücherfreunde und mit dem Hause des Grohherzogs eng verbunden — konnte noch nicht festgestellt werden. Es sind Fingerabdrücke seftgestellt. Jedoch konnte Graf Hardenberg noch nicht über die oder den Täter vernommen werden, da er noch nicht vernehmungsfähig ist.
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angesübrten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent.
Frankfurt a.M
Berlin"
Schluß»!
Kur» 1
1-Uhr- kur»
Schlug Kurs
Anfang Kur»
Datum
6. 10.
8. 10.
6 10.
| 8.10.
6% tt «eichranleihe o. 1927 . .
87,35
—
87.5
Dt. Anl.-Ablös.-Schuld mit AuL-
_
—
_
—-
$e8gL ohne Auslos^Rechte . . .
16,2
16
16,5
16,1
7% Frankl. HyP^Bk. Goldvt. uw
kündbar bis 1932.......
90
—
<*
—-
<¥i% Rheinische Hyp.-Bank Liqu-»
Goldps.........
75,4
——
—
A.E.G. aba. 3ortrtegfr Obligation
rückzahlbar 1932 .....
85
4% Schweiz. BundeSb.-Anl.. . .
95.5
—
—
—
4% Oesterreichische Goldrte.. . .
31,75
—
32.5
—
4,20% Oekierr. Silberne. ....
3,26
3,3
—
4% Oesterreich, einheitl. Rte. . .
—
—
—■
4% Ungarische Goldrte.....
—-
—
27,4
—
4% Ungarische StaatSr. v. 1910
—
—
—
4%% desgl. von 1918.....
——
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—
—*
<% Ungarische Kronenrte.....
2.4
—
2,45
—
4% Türk. Zollanleihe v. 1911 . .
4% Türkische Bagdadbahn-Anl.,
11,26
—
11.25
—
Serie 1
11.6.'
-
11.65
11,4
4% desgl. Serie II
11 25
—
ll.1
11,2
4% Rumänen convert. Rte.
8.4
—
Rumänen öolBanL von 1918
24,13
—
24,25
—
Wg. Deutsche Eiseudabn . . <Vi Hamburg-Amerika Paket . . . 8
168
159
159.12
—
hamb^Südam. Dampfsch. . . 8
—
—
Hansa Dampfschiss.....10
191
—
Norddeutscher Lloyd.....8
150.25
—
162,13
151,0
Allg. Deutsche Ereditanst. . . 10
137,5
—
137,75
137,75
Barmer Bankverein .... 10
142.5
—-
143.13
Berliner handelogesellsch. . . 12
—
—
299.6
101.6
Lommerz- und Privat-Ban!. 11
190,25
190.5
191
190.5
Darmst. u. Nationalbank . . 12
293,75
•295.5
294.6
295.25
Deutsche Bank...... 10
169,13
—
170 76
170
Dirkonto-Grsellschast «nt. . 10
163.75
163.75
164
163,75
Dresdner Bank......IC
171.5
171,5
171
Mitteldeutsche Lreditbaul ... 9
205
—
212
215
Metallbank.........8
138
187,75
138
187.75
Erbaut .......12
300,5
300,75
800,5
Frankfurt a.M
Berlin
Schluß. Kur»
1-Uhr- Kurs
Schmb- kur»
Anlang Kur»
Dalum: |
6 10.
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| 6. 10.
| 8,10.
äLtt.®............8
Bergmann ......... 9 Elektr. Lieserungeu..... 10 Licht und Kraft ...... 10 Felten & Guilleaume. .... 6 Ges. s. Eiektr. Untern.. ... 10 Hamb. Eiektr. Werk« .... 10 Rhein. Elektr.........9
Echtes. Elektr........10
Echuckert..... 8
Transradio . ....... .8
Buderus..... .... 6
Deutsche Erdöl.......6
Essener Stein ko hl» ...... 8 Gelsenkirchener ... J. H 9- 4 harpener.......... 6 hoesch Eisen. ........ 8 Me Bergbau........8
Klöcknerioerke ........ 7 Köln-Neuessen. ....... 9 Mannesman« ....... 8 Marisfelder .......7
Oberschles. Eifenb. Bedarf ... 5 Oberschles. KokSwerke.....6
Phönix Bergbau......
Rheinische Braunkohlen... 10 Rhetnstahl . . f. % ga6t 4fc Riebeck Montan......7,2
Bereinigte Stahl»......6
Otavi Minen . «h
Kali Aschersleben ..... 10
Kaliwerk Salzdetfurth ... 15
9- ®- Farben-JnduftM ... 12 Dynamit Nobel ....... 6 Scheideanstalt....... .9 Goldschmidt ........ 5 Rütgerswerke..... 4
Metallgei-llschast. ..... U
188.13
207
178.5
153.5
269
162
212
174.75
142.5
129
152,25
258
132,45
109,25
97
290
146,6
95.5
53.1
292
297
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462,5
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102.5
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98.25 291,25 147.75
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98 64 294.75
295
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284
104,25 106,25
189 206.25
22*
156
272.75
161
237 213.75 402,5
88
142
130,6
163
259
124
131.5
132
112.25
115.25
97,6
292
97,5
53,9
293
293
482
264
104
105,25
Frankfurt a.M
Berlin
Schlich-! 1-Uhr. kure Kur»
Schluh- Kurs
Anfang kur»
Datum:
6. 10.
8. 10.
| 6. 10.
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Philipp Holzmann .... Heidelberger Eemenl • • • Cemeni Karlstadt ...» Woyh 4 Freitag .....
Schultheis Patzenhof« . . Ostwerke........
Ber. Glanzstoss ..... Bemberg........
Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg . . Charlottenburger Mass« . Dessauer GaS ....... Daimler Motoren .... Demag ........
Adlerwerke Kleber ....
Ludw. Loewe ...... Not. Automobil ..... Orenstetn 4 Kopp« ... Leonhard Tietz ..... Bamag-Meguin ..... Franks. Maschine» • • • • Gritzner ......
Heyliaenstaedt . • • • • Funghans. . ...... Lechwerke. . ...... Mainkraftwerk . . . . . Mag...... • • • •
Nelars ulmer ......
(Bebt. Roeder ...... Boigt 4 Haesfn« .... Südd. Zucker......
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11 . O . 4 . 8 . 8
10 . 8
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Sank
140
136.6
170
139 25
297.5 215
91,5
125
18
74 126
>8.5
89.5
114.75
120
139.5
34
109
127.6
216
148,75
noten.
। i i i s i । । 11 । । i 11 i । g । s i । .• ii । >iii
140
388 294 565 481 .95
213.75 128.76 '00.75
87.75
52.5 123.75
261.5 69.5
115,25 275
19 75
126,5
139,5
35 109.76
216 148
335.22
295
568
483
296
130
85
52
124
261
67 115.ö 276,5
139.5
___ Berlin, 6. Oktober
tönet
Amerikanische N»tt» ..... Belatftte Roten ........ Därmche Roten........ •netiftte ftxau..Hilt
4,17 t
58,21
111,68
20,31
58,45
113,12
20,89
Telegraphische Auszahlung.
Berlin. 6 Oktober
Äeld
Ä^'-f "
französische Noten.....
16,46
iM‘4 ”
Holländische Noten......
167,93
168,61
Italienische Noten......
22,10
22,18
Norwegische Noten. ...
111,59
112,03
Deutsch-Oesterr, 5100 Kronen
58,88
69,12
Rumänische Noten......
2,545
2,565
Schwedische Noten ......
111,95
112,39
Schweizer Noten.......
80.64
80,96
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten . .
68,20
68,48
12,38
12,44
Ungarische Noten . ...
73.00
73.30
DevifenmarU Derlm
—Frankfurt a. M,
6. Oktober
8. Oktob r
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
i»eiö
«örter
(dcld
I Brief
Aorst.-Rott.
168,25
168,n9
168,34
168,68
Buen^AireS
1,763
1,767
1,764
L<68
Brss.-Antw.
□8,315
58,435
58,32
58,44
Thristiania.
111,50
112,02
111,88
112,10
Kopenhagen
111,87
111,09
111,y4
112,16
Stockholm •
112,19
U2.4,
112,25
111,47
HelsingforS.
10,564
10,584
10,568
10,588
Italien. .
11,99
41.03
22,00
.22,04
London. . .
10,345
20,385
20,358
20,398
Neuyork . .
l,196.i
4,2045
4,1985
4,-065
Paris....
Schwei, ..
16,395
16,435
16,40
30,805
16 44
«0,77
80,93
80,965
Spanten . .
68 32
68.46
68,25
68,39
Japan . . . Rio de Jan.
1,9,6
1,920
1.926
1,930
1.501
0,503
0.5015
0,5035
Wien io
Cdt. abgest.
J9,015
□9,135
59,055
59,175
12,436
12,455
12,442
12,463
7,378
7,391
7,378
7,392
Budapest. . Bulgarien .
73,165
73,305
73,215
73,355
3,030
3,036
3,030
3,086
Lissabon
18,88
18,91
18,88
18,92
Danzig. . . Konstantin.
81,30 2,173
81,46
2,177
81,35
2,168
81,61 2,173
Athen. . .
5,425
6,435
6,425
6,435
Conada . .
4,194
4,202
4,197
4,205
Urnüaay. .
4,266
4,274
4,266
4,274
Ctfco .. .
20.865
20.905
20,876
20.916


