Ausgabe 
8.10.1928
 
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Stinten, Sport und Spiel

bereits übernommen.

T Aus der nördlichen Wetterau, 7.Oktober. Eine Rekordernte haben in die­sem Jahre die T o m a t e n, in ländlichen Kreisen vielfach Paradiesäpfel genannt, erbracht. Wäh­rend man sie vor etwa 15 Jahren in den Gärten unserer Gegend fast kaum kannte, sind sie heute Allgemeingut aller Volksschichten geworden. Der heiße Sommer war ihrem Wachstum beson­ders günstig.

r. Aus dem südlichen Kreise Gresten, 7. Oktober. Die Kartoffelernte ist, bis auf einige Rachzügler, so ziemlich beendet. Die Landwirte sind mit dem Ausfall der Ernte recht zufrieden. Es gab zwar keine so großen Knollen, wie im vorigen Jahre, dafür aber sind die Kartoffeln dieses Jahr alle ge­sund und konnten bei schönstem Wetter einge­kellert werden. In der kommenden Woche wird an den Stationen mit dem Verladen begonnen. Ein fester Preis ist nirgends zu erfahren. Man wartet ab, spricht aber von 4,50 bis 5 Mark. Die Regenfälle der letzten Wochen haben den Voden so gut durchfeuchtet, dah man allgemein mit dem Säen der Winterfrucht begon­nen hat. Die Mäuseplage, die man wegen der langen Trockenheit befürchtete, ist nicht ge­kommen. Rur hier und da an Rainen und Abhängen sieht man die schädlichen Rager.

Kreis Friedberg.

Dad-Rauheim, 7. Olt. An der heute stattgch-bten Wahl zur evangelischen Kirchengemeindevertretung beteiligten sich 8cy Wahlberechtigte, das sind rund 26 Pro­zent. Cs wurde gewählt vom Wahlvorschlag 1, der in der Hauptsache die Mitglieder der seit­herigen Kirchengemeindevertretung auswies, 52 Mitglieder, von der von der Opposition einge­reichten Liste 2 die Zahl von 28 Mitgliedern. Die neue Kirchengemeindevertretung zählt dem­nach 80 Mitglieder, darunter nur eine Frau.

Rheinhessen.

WSN. Mainz, 7. Okt. Die städtische Pressestelle teilt mit:Es besteht der Verdacht, daß ein Beamter des städtischen Einquartierungsamts Gelder, die durch'die Kaffe zu vereinnahmen ge­wesen wären, unterschlagen hat. Gegen den betr. Beamten wurde das Disziplinarverfahren er-

Höhung der Kopfsteuer auf 0,85 Mark balanciert der Haushalt von 1929 mit 830 950. Mark. Aus der Götzstiftung gelangen 83900. Mark zum Vau für Turnhallen und Spielplätze zur Verteilung. Der nächste Turntag findet am 4. und 5. Oktober nächsten Jahres wahrscheinlich in Berlin statt; für diesen wurde Dr. Meyer- Hamburg als Vorsitzender des Wahlausschusses eingesetzt.

ÄieAusbilbungsardeilimGauSessenD.T.

Der reichhaltige älebungsplan des Gaues Hessen (D.T.) liegt nunmehr vor. Aus ihm ist zu ersehen, daß der Gauturnaus- chust zu zwei älebungsstunden zusammengerufen wird. Hier holen sich die einzelnen Dezncksturn- warte den für das kommende Jahr vorgesehenen älebungsstosf, um ihn in vier Vezirksvorturner- tunden an die Vereinsturnwarte heranzubringen, ne ihn dann in ihrem Wirkungsfeld in turneri- cher Kleinarbeit mit den Turnern be- und ver­arbeiten. Eine Einrichtung, die im letzten Jahre ich als recht wirkungsvoll erwiesen hat, die Zu- ammenkunst der Dereinsschülerturnwarte und Vorturner, ist wieder ausgenommen worden. Das Gebiet des Frauenturnens erfordert wieder wie alljährlich vier Gauübungsstunden. Zu drei Tressen wird der Gauschwimmwart seine Schwimmer u. Schwimmerinnen zusammen bestellen, um mit ihnen turnerisches Schwimmen und Sprin­gen, vor allem aber auch das Rettungsschwimmen, zu üben. Auch der Gauwart für das volkstüm- I liche Turnen (Gausportwart) lästt seine Getreuen zweimal zu älebungsstunden zusammen tret en. Der Gausechtwart hält, wie üblich, mehrmals Fechb- stunden ab. Dem Gauspielwart liegt es ob, je nach Bedürfnis Spielerzusammentünfte und Schiedsrichterlehrgänge einzuberufen. Diese, sagen wir, Pflichtarbeit, kann aber durch jeden Fach- | wart erweitert werden, da es jedem Bezirks- oder Fachturnwart unbenommen ist, noch weitere älebungsstunden einzulegen. Am wertvollsten werden jedoch die in Aussicht genommenen Lehr­gänge zu bewerten sein, die im Laufe des Winters für das Männer- und Frauenturnen zur Durchführung kommen sollen.

Diese turnerische Ausbilbungsarbeit soll im nächsten Jahre bei folgenden Veranstaltungen Früchte tragen, sofern diese von dem Gauturntag Genehmigung finden.

1. Wintergerätewettkämpfe in den einzelnen Be­zirken bis 1. April.

2. Volkstümliche Beziiksturnfeste bis l.Juli.

3. Gauturnfest in Alsfeld, verbunden mit Volks- turnen, Fechten, Schwimmen und Spielen vom 20. bis 22. Juli.

4. Gausrauenwe»turnen am ersten Sonntag im Juli.

5. Gauturnfahrt, rüöglichst auf einen Berg, An­fang September.

Fußball in Hessen-Hannover.

Im Bezirk Hessen-Hannover leistete sich gestern Hessen Kassel gegen Tura Kassel ein sicheres 3:0. Sp. C. Göttingen kam gegen den S. D. Kassel mit 3:6 in Nachteil. Sport Kassel schlug Germania Mar­burg 4:2.

Die Iußballlampse in Süddeutschland

Bezirke TNain-hesfen.

Hier zeigt die Tabelle der Gruppe Main jetzt insofern eine Veränderung, als in dem Ortstreffen zwischen den beiden Spitzenvereinen, Rotweiß und Eintracht Frankfurt, die Bockenheimer, die seither innegehabte Führung an die wesentlich bessere Ein­tracht abgeben mußten. Rotweiß verlor vor etwa 20 000 Zuschauern mit 1:2 Toren und liegt nun an zweiter Stelle. F. Sp. V. Frankfurt ließ zwar erst­malig den Internationalen Knöpfte spielen, mußte aber trotzdem den zu Gast weilenden Union­leuten aus Niederrad mit einem knappen 1:1 einen

öffnet. Auch ist er vorläufig vom Dienst enthoben worden. Die Angelegenheit wurde der Staatsanwalt» chaft zur weiteren Verfolgung übergeben." Wie wir hierzu noch erfahren, handelt es sich um den Ver­waltungsoberassistenten Sa m e s von hier, der etwa 6000 Mark veruntreut haben soll. Es be­steht die Möglichkeit, daß die Summe bedeutend höher ist.

Preußen.

Kreis Biedenkopf.

* B i e d e n k o p f, 7. Okt. Auch in der hiesigen Ge­markung ist jetzt der K a r t o f f e l k r e b s festgestellt worden. Ä , ,, ,

T Waldgirmes, 7. Okt. Die Kartoffel­ernte ist zu Ende. Der Ausfall war viel besser, als erwartet wurde. Die Spielplatzfrage bei unserer Grundstückszusammenlegung, die hier schon viele Sorgen bereitet hat, ist nun dahin entschieden, daß der Spielplatz unterhalb des Dorfes zu liegen kommt, entgegen dem Wunsche des Turn­vereins, des Schulvorstandes und der Gemeindever­tretung. Die beiden Projekte oberhalb des Dorfes kamen je an 18 000 Mark, denen die Gemeinde kein gleichwertiges Land stellen konnte.

Wirtschaft.

Die Geldmarkilage nach dem Ultimo.

Der Quartalsultimo ist überraschend leicht ver­lausen, besonders wenn man berücksichtigt, daß der Oktobertermin im allgemeinen außerordent­lich große Geldansprüche, insbesondere auch für die Erntefinanzierung stellt. Wenn erwartet wur­de, daß an den Tagen nach Ultimo, wir das früher häufig der FaU war, eine Versteifung des Marktes eintreten würde, so ist diese ^Er­wartung nicht eingetreten. Infolge der außer­ordentlich starken Vorsorge der Reichsbank, aber auch der Danken ist eine relativ schnelle Entspannung nach dem Ultimo ein­getreten. Die Möglichkeit der starken Vorsorge der Danken war vor allem dem reichlichen An­gebot von Auslandgeld, insbesondere aus Frankreich und England, zu verdanken. Darüber hinaus wird aber auch die relativ günstige Lage der Landwirtschaft und wahrscheinlich auch dec Rückgang der Wirtschaftswnjunktuc an der Ent­spannung mitgewirkt haben. Im Handel mit täglichem Geld kam die Entspannung bisher am wenigsten zur Geltung, was im wesentlichen dar­auf zurückzuführen ist, dah die Rückflüsse noch nicht in vollem Umfange eingesetzt haben. Tages­geld kostet daher immer noch 7,5 bis 9 Prozent. Einer Entspannung am Tagesgeld wirken vor­läufig noch die am 10. Oktober fälligen Vor­auszahlungen auf die Einkommen- und Körper­schaftssteuer entgegen, doch kommen hierbei auch die Rückflüsse aus dem Oktobercoupontermin in Betracht. Auf den Warenwechselmärkten war die Entwicklung durchweg ruhig; vereinzelte Posten sollen ss^Proz. unter dem Bankdiskont placiert worden fein. Am Privatdiskontmarkt konnte der Sah am 29. September bereits von 6,75 auf 6/55 Prozent ermäßigt werden. Eine weitere Ermäßi­gung kam bisher nicht in Frage, da die Rach- ftage nicht sehr groß war. Monatsgeld hatte nur geringen »Umsatz. Der Zinssatz für der­artige Abschlüsse lag bei 8 bis 8,5 Prozent. Im allgemeinen seht sich die Auffassung durch, dah die Lage am Geldmarkt eine langsame Erleich­terung erfahren dürfte. Man rechnet vor allem auf stärkere Rückflüsse von Erntekrediten, da der bessere Ausfall der diesjährigen Ernte auch der Landwirtschaft einen wertmäßigen Mehrer­trag bringen werde, was auch für die allgemeine Geldlage eine Erleichterung bedeutet, da der Einfuhrbedarf dadurch entsprechend vermindert werde. Ferner hofft man auf eine allmähliche Besserung der langfristigen Kreditversorgung. Das kurzfristige Auslandkreditgeschäft hat für den Geldmarkt nur insofern eine Rolle gespielt, als seine Gestaltung den Geldmarkt Ultimo Okto­ber nicht in Unruhe gebracht hat. Die Abzüge amerikanischer Guthaben konnte infolge der I Flüssigkeit des europäischen Geldmarktes durch Inanspruchnahme kurzfristiger französischer und englischer Kredite finanziert werden. 3m üb­rigen soll sich die kurzfristige Kreditschuld tri I letzter Zeit vergrößert haben, da man hoff«, fit

Steuerrecht und

Turn- und Sportbewegung.

In den letzten Jahren haben die Klagen der Turn- und Sportvereilne über ihre Behandlung durch die Steuerbehörden einen ganz erheblichen Umfang angenommen. Reben der Lust bac­ke i t s st e u e r kommt für die steuerliche Be­lastung der Vereine für Leibesübungen haupt- sächHiiich die Gruppe der Realsteuern, Grund­vermögens- und Hauszinssteurr, Grunderwerbs­und Werttzuwachssteuer in Frage. Immer wie­der haben Vereine z. D. gegen die Veranlagung ihrer turnerischen und sportlichen Veranstaltun­gen zur Luslbarkeiltsste-uer gegen Stadtverwal­tungen angehen müssen und, soweit wir über­sehen können, auch fast überall im Verwaltungs- strei'tveLfahren ihren Standpurckt durchgesetzt. 2lber diese und ähnliche Erfolge im Einzelfall nützen der Gesamtheit der Turn- und Sport­vereine wenig, da sie keine Aenderung der all­gemeinen Praxis der Steuerbehörden herbei­führen können.

Was die Turn- und Sportbewegung braucht, ist die grundsätzliche und für alle besteuernden Körperschaften gleich verbindliche Anerken­nung der Gemeinnützigkeit ihrer Be­strebungen und ihrer Zusammenschlüsse. Der in diesem Jahre gegründete Steuerausschuh des DRA. hat in seiner jüngsten Sitzung deswegen die Forderung ausgestellt, dah jeder Verern und Verband, der hauptsächlich Leibesübungen be­treibt, in steuerlicher Hinsicht als gemeinnützig anzusehen ist. Es ist damit nichts vollkommen Reues verlangt worden, sondern nur die Aus­dehnung eines in manchen Gesetzen, wie z. D. dem Körperschafbssteuergesetz, bereits eindeutig ausgesprochenen Grundsatzes auf die gesamte Ge­setzgebung. Dieser Leitsatz, der an Wichtigkeit kaum hinter den bekannten Forderungen nach der tätlichen Turnstunde und ausreichender Spiel- flcühen zurücksteht, muß durch ein Reichs­gesetz verwirklicht werden. Dies wird tunftig das Endziel der gemeinsamen Bemühungen des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen Und der Zentrallommission für Arbeitersport und Körperpflege sein. Erst wenn dieses Reichs- gesetz geschaffen worden ist, wird der Turn- und Sportwelt in der kommenden Steuerreform die besondere Stellung gesichert sein, die sie wegen ihrer anerkannten Bedeutung für die Vollsgesamtiheit beanspruchen kann. Wann dieser Zustand erreicht sein wird, ist aber noch un­bestimmt. Es gilt deswegen, bis dahin bie Härten und Unbilligkeiten der bestehenden Steuergesetze nach Möglichkeit aUszugleichSn. Dies wird, wie bisher, der DRA. und die Zentrallommrssion durch gemeinsame Anträge bei den zuständigen Ministerien des Reichs und der Länder und den parlamentarischen Ausschüssen für Leibesübun- oen zu erreichen suchen. Dies genügt aber nicht, es müssen auch Unterlagen für eine Aenderung der gegenwärtig so zersplitterten und unein­heitlichen Steuergesetzgebung und für eine Recht­sprechung. die den Belangen der Turn- und Sportwelt Genüge leistet, gewonnen werden, um bei künftigen Reformen nut Erfolg den Stand- punSt unserer Bewegung geltend machen zu können.

Der DRA. hat sich deswegen entschlossen, den ihm angeschlossenen Vereinen und Verbänden, sobald es sich um Rechtsstreitigkeiten grundsätz­licher Avt handelt, R e ch t s s ch u tz zu gewähren. Jeder Verein und Verband kann also zukünftig die Hilfe des DRA. 6et Steuerstreitigkeiten in Anspruch nehmen; allerdings unter der Vor­bedingung, dah die Prozehführung von der ersten Instanz an in den Händen der Beauftragten des DRA. liegt. Die Kosten der von ihm über­nommenen Prr^esse tragt der DRA. selbst.

Weihe der Deutschen Turnschule.

Am Samstag wurde auf dem Gelände des Deusichen Sportforums die Deutsche Turnschule in feierlicher Weise ihrer Brstirnnrung übergeben. Vor zahlreichen Gästen, Vertretern der Reichs-, und Staatsregierung, hielt der Vorsitzende der D. T., Professor Dr. Berger, eine Begrüßungs­ansprache. Es folgte dann die feierliche Ueber- rcichung der Schlüssel der Turnschule, im An­schluß daran hielt Oberturnwart Steding (Bremen), der neue Direktor der Turnschule, die Weiherede. Rach weiteren Reden und Vor­trägen der Berliner Liedertafel wurde der stim­mungsvolle Akt mit einem Rundgang durch die Turnschule beschlossen.

Tumeriagung in Berlin.

Im Anschluß an die Weihe der Deutschen Turnschule fand in Berlin die fällige Haupt- ausschußfitzung statt, die durch die Berichte des 1. Vorsitzenden und des D. T.-Geschäftsführers eingeleitet wurde. Die Zusammenfassung der Sänger und der Spieler wurde den Kreisen überlassen; bei den Skiläufern wird sich die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Skiverband segensreich auswirken. Den Olympischen Spielen gegenüber behält die D. T. chre abwartende Hal- hmg bei. Der Turnfestbericht sand allseitigen Beifall, da auch finanziell mit einem zufrieden­stellenden Ergebnis zu rechnen ist. Durch Er-

Punl't überlassen. Die Offenbacher Kickers gelangten durch ein verdientes 3:1 gegen ihre Nachbarn, die F. V. 03 Fechenheim, auf den dritten Tabellenplatz. Das Hanauer Ortstreffen zwischen dem F. C. 93 Hanau und der Sp. Vgg. 60/94 Hanau brachte ein 4:0 zugunsten der 93er und bewies, daß die Gleich­wertigkeit der 60er mit den älteren Ligavereinen vorläufig noch in weiter Ferne steht. Auch die Aschaffenburger Viktoria machte erneut einen sehr schlechten Eindruck und verlor fast' widerstandslos gegen Germania Bieber mit 0:5 Toren.

In der Gruppe Hessen war der Spitzenver­ein Wormatia Worms spielfrei. Sein Ortsrivale, Alemannia Worms, behaupetete sich gegen V. f. L. Neu-Isenburg mit einem 1:0, den sie hierdurch von dem zweiten Tabellenplatz verdrängte. Der F. Sp. V. 05 Mainz hielt sich gegen die Sportgemeinde Höchst stets sicher und gewann fast nach Belieben 4:0. Der F. C. Langen nutzte gegen die Sp. Vgg. Arheilgen den Vorteil des eigenen Platzes aus und gewann mit 4:2 Toren. Eine große Ueberraschung bereitete Hassia Bingen, da sie den Sp. V. Wies­baden mit 3:0 glatt schlagen konnte.

Bezirk Bayern.

In der Gruppe Nordbayern erhielten die beiden bis jetzt ungeschlagenen Spitzenvereine nur knappe Siege. Der 1. F. C. Nürnberg konnte näm- sich den F. C. Würzburg nur 3:1 schlagen, die Sp. Vgg. Fürth holte sich bei Bayern Hof mit dem noch knapperen 1:2 die Punkte. 1. F. C. Bayreuth

Oberhessen.

Landkreis Wietzen.

OO Klein-Linden, 7.Okt. Im überfüllten Gotteshause hielt heute am Erntedankfest unserer ev Kirchengemelnde der nach hier versetzte Pfarrassistent Bremmer seine 21 n t r j 115 p r e b i g t, ber er den Text aus Apostelgeschichte Kap. 17, von Vers 24 ab, zugrunbe legte. Der K i r ch e n g e s a n g v e r- ein unb der Posaunenchor, beide unter Lei­tung von Kreisbaumwart Germer, verschonten durch passende Chöre die Feier. Psarrassistent Bremmer war seither in Griesheim bei Darm­stadt als Geistlicher im Amte.

D Sich, 7. Olt. Aus dem Etadtvorstanb: Die Stadt Lich hat in den Jahren 1921/22 dem Siedlungsunternehmen eine abgetrie­bene Waldsläche im Plattenfeld in Größe von etwa 40 Morgen xur Verpachtung an hiesige Landbewerber zur Verfügung gestellt. Von einem Pächter dieses Geländes ist Antrag auf Drai- nierung gestellt worden. Das Kulturbauamt hat festgestellt, dah ein Teil des Geländes ent­wässerungsbedürftig ist. Rach einem früheren Be­schluß will der Stadtvorstand die Drarmerung ausführen lassen, toenn sämtliche Pächter dre Verzinsung und Tilgung des aufzuwendenden Kapitals durch Zahlung eines Zufch:ags zum Jahrespachtprcis übernehmen. Der Zuschlag je Morgen wird sich bei gleichmäßiger Verteilung auf ettoa 7 Mk. jährlich stellen. Eine mehrmalige Anfrage bei den Pächtern dieses Geländes hat ergeben, dah nur wenige bereit sind, den ge­forderten Zuschlag zu entrichten. Tlnter Berück­sichtigung dieses Umstandes beschloß der Stadt - r orstand, die Drainierung nicht zur Ausführung zu bringen. Gegen die Unterbringung der Ziegenböcke in einem Gehöft tm Weichbild der Stadt sind Beschwerden eingelaufen. Da eine sonstige geeignete Unterbringungsmöglichkeit zur Zeit nicht vorhanden ist, beschloß der Stadtvor­stand, die Böcke während der jetzigen Sprung- periode an ihrem Standort zu belassen und ge­eignete Maßnahmen zu ergreifen, dah die Rach­barschaft durch Gerüche nicht allzusehr belästigt wird. Die Dorkriegsmieten in städti­schen' Gebäuden wurden angemessen erhöht. Ein alter Rotviehbulle muhte wegen Un- tauglichkeit abgeschafft werden. Der Erlös betrug 633,60 Mk. Gelegentlich des Rotviehmarktes in Gießen am 11. September d. I. ist als Ersatz ein junger Rotviehbulle zum Preise von 1020 Mk. angeschafft worden. Der Stadtvorstand erteilte zu der An- und Abschaffung seine Genehmigung. Der Stadtvorstand hat durch einen früheren Beschluß die Anerkenntnisgebühren fürTankanlagenmit Wirkung vom 1. April 1928 auf jährlich 200 Mk. erhöht. Die Interessen­ten weigern sich, eine Anerkennungsgebühr in dieser Höhe zu entrichten und suchen um Revi- dierung dieses Beschlusses nach. Der Stadtvor­stand konnte sich nicht dazu entschließen, die beschlossene Anerkennungsgebühr zu ermäßigen. Die Deutsch-Amerikanische Petro­leumgesellschaft in Frankfurt a.M. hat die Absicht, in einer Hofreite in der Langgaffe eine Dapolin-Pumpanlage zu errichten. Der Stadtvorstand beschloß, die Genehmigung hierzu unter dem Vorbehalt zu erteilen, daß die Schlauchleitung nach der Straße in geeigneter Weise in den Fußsteig zu verlegen ist, damit der Fußgängerverkehr bei Inbetriebnahme nicht gehindert ist. Sie Erteilung der Genehmigung erfolgt widerruflich gegen Revers und Zahlung einer jährlichen Anerkennungsgebühr von 200 Mk. Gleichzeitig gab der Bürgermeister bekannt, dah ein weiteres Gesuch auf Errichtung einer Tank­anlage für die Ecke SchlohgasseDraugasse in Auslicht stehe. Der Stadtvorstand behielt sich Stellungnahme zu dem Gesuch bis zur Vorlage der Pläne vor. Das Ueberlandwerk Oberhessen hat bei dem Dau der Fern­leitung nach Kolnhausen bei Lich einen eisernen Mast direkt auf einen schmalen Feldweg entlang der Wetter in der Lohmühle gestellt, ohne die Genehmigung der Stadt hierzu emzu- holen. Der Fuhrverkehr ist durch die Aufstellung des Mastes behindert. Es wurde beschlossen, dem UebeUandwerk Friedberg aufzugeben, einen aus­reichenden Fahrweg links oder rechts des Mastes zu schaffen:. Im Anschluß hieran fand eine nichtöffentliche Sitzung statt. Bürgermeister G «i l ist zum Standesbeamten und Orts- gerichtsvorsteher der Stadt Lich ernannt und verpflichtet worden und hat diese Geschäfte

zfx-{fifz4 'XXAUAt.HMtAtt I verlor gegen A. S. D. Nürnberg 1:4, Franken Nürn.

jUtC *)öUCrn|U)Of< | berg würbe von V. f. ER. Fürth 1:6 geschlagen, so

JUS* Ümschuldungsaktion. baß auch biefe beiben Spiele ben Platzbesitzern ver-

WSR. Lauterbach, 6. Sept. Die Hessl* In ber Gruppe Sübbayern entspricht bas sche Bauernschaft hielt hier ihre diesjährige z-i DOn Bayern München gegen D. S. V. München Herb st Vertreter tag ung ab, die nach aus- I &em Stärkeverhältnis. Auch Schwaben Ulm kann führlicher Debatte zu der aktuellen Um schul - I sich über sein 2:6 gegen S. V. 60 München nicht be- dungsaktion zugunsten der Landwirtschaft klagen. Das größte Erstaunen muß bte haushohe folgende Entschließung faßte: »Die hessische I Niederlage Hervorrufen, bie Wacker München von Bauernschaft hegt schwere Bedenken gegen Schwaben Augsburg mit nicht weniger als 0:5 die geplante Turchfuhnrng der Umschuldung, denn Toren bezog. Das ist für ben Spitzenverein ber jeder Bauer ist auf dem Dorfe moralisch und I Gruppe eine ziemlich bittere Pille, wirtschaftlich geliefert, wenn bei der , . K

Umschuldungsaktion feine Lage bis in alle Ginzel- läuft

Hellen geprüft und gar mit seinen Gläubigern _ . . , .

in Unterhandlungen wegen Kürzung der Der- Husen deutsche Rekorde.

Pflichtungen getreten wird. Er verliert das für Das gestrige große internationale Sportfest Kreditfähigkeit notwendige Ansehen. Diese Um- fcS S. C. Eharlottenburg, in dessen Mittelpunkt schul düng ist daher keine Hilfe für den! Start Rurmis stand, brachte den 15 000 Bauern. Wir bitten die hessische Regierung, Zuschauern aufregende und nicht leicht zu ver-

Schritte bei der Reichsregierung zu unternehmen, Essende Momente. Im Stundenlaufen stellte der

daß von den bereitgestcllten Geldern der größere Finne nicht weniger als drei neue Weltrekorde Teil zur Ermöglichung eines Moratoriums I auf und zwar: 15 Kilometer, 46:49,5, 10 englische für die Schulden der landwirtschaftlichen Meilen 50:15 und 1 Stunde 19,21082 Kilometer. Genossenschaften verwandt wird." Auch der Hamburger Husen wuchs über sich

........ selbst hinaus und stellte mit 48:50,6 für die 15 Kilometer und mit 18,21120 Kilometer für die Stunde neue deutsche Rekorde auf. Körnig gewann die 200 Meter in 21,9, S torz-Halle bie 400 Meter, Kivi - Finnland das Diskus­werfen, H i r f ch f e l d das Kugelstoßen, L o u- k o l a - Finnland die 5000 OIL ter vor Schaum­burg- Münster, und Larva, der finnische Olympia-Sieger die 1500 Meter in 3:52 vor dem Berliner Turner Wichmann, der mit 3:52,6 einen neuen Turnerrekord auf stellte. Pelher gab 200 Meter vor dem Ziel auf.

Handball im Bezirk Main-Hessen.

Ergebnisse der Gruppe A.

Polizei Butzbach Sp.-D.98 Darmstadt 4:7. Kickers Offenbach Polizei Darmstadt 2:6. Rotweiß Darmstadt, V. f. R. Schwanheim 3:4. H. Sp. V. Frankfurt Post-Sp. V. Frankfurt 2:4. Sp. Vg. 04 Arheilgen V. f. B. Friedberg 3:0.

Ergebnisse der Gruppe B.

Sp. V. Wiesbaden Pol.-Sp. V. Wiesbaden 4:10. Wiesbadener Sp. C. Germania Wiesbaden 5:1. Polizei-Sp. V. Worms F. Vg. 06 Kastel. Dieses Spiel wurde beim Stande 6:0 abgebrochen. Die Kafteler Mannschaft hatte nur sieben Mann im Spiel und ließ sich außerdem Ausschreitungen gegen den Schiedsrichter zuschulden kommen.

F. Sp. V. 05 Mainz Alemannia Worms 3:2.

Kiippers-Blersen schwimmt Rekord.

Bei dem am gestrigen Sonntag abgehaltenen Schwimmfest des Krefelder Schwimmvereins 1893 | konnte der deutsche Meister und Rekordmann Ernst Küppers (Viersen) den von ihm ge­haltenen Rekord im 100/ZNeter-Rückenschwimmen auf 1:11,2 Minuten verbessern.

Deutsche Gehermeisterschast.

Bei günstigem Wetter wurde gestern bei Mühl- Hof bei Rürnberg die Deutsche Gehermeisterschaft über 50 Kilometer ausgetragen. Wie im vergan- I genen Jahre, konnte auch diesmal wieder der deutsche Meister H äh ne l-Erfurt in glänzen­dem Ssil den Meistertitel erringen. Er lag vom fünften Kilometer an in Führung und gab die Spitze bis zum Ziel nicht mehr her. Beim End­spurt sicherte er sich einen Vorsprung von fünf Minuten vor dem zweiten. Ergebnisse: 1. Hähnel- Erfurt 5:01,21,3; 2. Reichelt-München 5:06,59; 3. Preßler-Flensburg 5:12,27.