Ausgabe 
8.10.1928
 
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Anspruch im Dresdner Gattenmordprozeß

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Eine Mahnung Severings an die Jugend.

Freusburg (Reg.-Bez. Koblenz), 7. Oft (1BB.) 3n Gegenwart des Reichsminisiers des Innern, Severing sowie der Regierungspräsidenten von Koblenz und Arnsberg und anderer Vertreter staat­licher und städtischer Behörden fand heute die Ein­weihung der Jugendburg Freusburg statt. Minister Severing betonte in seiner Ansprache, die Reichs- rcgierung habe den Ausbau der Jugendburg tat­kräftig unterstützt, um dadurch zu zeigen, daß die deutsche Jugend nicht früh genug in das politische Leben, in die Selbstverwaltung und Selbsterziehung treten könne. Der Volks­gemeinschaft solle das Werk dienen. Der Mi­nister mahnte die Jugend, daran zu denken, dah sie alle Glieder eines Volkes seien. Sie sollten gegeneinander duldsam sein und in fleißiger Arbeitsgemeinschaft »roh verschiedenartig­ster Gesinnung hinwirken auf das Wohl des Vater­landes. Dec Reichsminister keilte dann mit, daß von jetzt an an der Fahrpreisermäßigung für Jugendliche auch das Reichsbanner und der Jungdeutsche Orden teilhaben sollen.

Sonntag, d. 7. OK11928,8nmgs.

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ab st and von den Maiwahlcn gewinnen. Bei der Beratung des Kommunalwahlgesehes im Preußischen Landtag sind die Dinge denn auch so gelaufen, wie es vorauszusehen war: die Sozial- demokraten sind mit ihrem Großwahltag am 2. D^ember auf weiter Flur allein geblieben, dagegen ist das Gesetz in der Weise abaeändert worden, daß die gemeinschaftlichen Wahlen erst im letzten Viertel des n ach sten wah­res stattfinden. Infolgedessen bleiben die Kreis- und Provinziallandtage bis zum Ablauf ihrer Legislaturperiode beisammen. Der Tagungs­abschnitt der Gemeindeparlamente wird dagegen um ein Jahr verlängert.

sie verschmiert war. Polizeipräsident Zörgiebel und der preußische Innenminister Grzesmski haben sich Bericht erstatten lassen. Bisher haben tue Ermittlungen der Polizei zu keinem Ergebnis geführt. Haussuchungen bei der «Roten Fahne und beim Vorstand des Arbeiterradiobundes er­gaben keine Aufklärung. Der Vizepräsident des Arbeiterradiobundes Hoffmann wurde f e st ° genommen, jedoch bald wieder freigelassen. Gegen den Landtagsabgeordneten Schulz, der noch nicht ausfindig gemacht ist, soll wegen Hausfriedensbruchs und groben Lin- fugs vorgegangen werden. Die drei anderen Personen, die an der Entführung beteiligt waren, sowie der Chauffeur werden sich wegen Frei- heitsberaubungund Rötigung zu ver- antwcrten haben, falls es der Polizei gelingt, ihrer habhaft zu werden. Rach einer 'Mitteilung ber Direktion der Berliner Funkstunde wird der Ansager Janisch von seinem Posten abgelöst und künftig an anderer Stelle beschäftigt werden.

Das Zentrum und die Koalitions­verhandlungen in Preußen.

B e r l i n , 8. Oft. (Priv.-Tel.) Der preußische Mini­sterpräsident Braun hat mit dem Zentrumsvertre­ter He ß eine Unterredung über die Erweiterung der Regierung. Die prinzipielle Frage, ob das Zentrum mit der Aufnahme der Deutschen Volks­partei in die preußische Regierung ein­verstanden sei, hat nach dem Blatt Abgeordneter Heß zu stimmend beantwortet. Gleichzeitig er­klärte er, daß das Zentrum auf seinen drei preußischen Ministern beharren müsse. Eine Sitzung des interfraktionellen Ausschusses findet zunächst noch nicht statt. Er wird e rst in einigen Wochen zusammentreten.

Das Kommunalwahlgesetz in Preußen.

Gemeinsame Wahlen finden erst Ende nächsten Jahres statt.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 8. Oft Die in den letzten Jahren in Preußen vorgenommenen zahlreichen ümge* meindungen, außerdem die Auflösung der Guts­bezirke hat eine ganze Reihe von Reuwahlen notwendig gemacht. Don den Sozialdemokraten ist nun der Gedanke eines Grohwahltages in den Vordergrund geschoben, um die im De­zember fällig werdenden Kommunalwahlen mit den Neuwahlen zu den Kreis- und Provinzial­landtagen zusammenzulegen. Angeblich wollen die Sozialdemokraten durch diese Zusam­menlegung eine etwa sich bemerkbar machende Wahlmüdigkeit bekämpfen, in Wirklichkeit geht es ihnen aber darum, den Erfolg vom Mai nun auch in Preußen nach besten Kräften für sich auszunuhen. Sie haben, was recht bezeichnend für die Verhältnisse innerhalb der Preußenkoa- lition ist, für ihre Pläne weder beim Zentrum, noch bei den Demokraten das erforderliche Ver­ständnis wecken können. Namentlich das Zentrum will erst einmal einen größeren Zeit-

Dresden, 6. Oktober. (WB.) Heute vormittag wurden bei starkem Andrang des Publikums die österreichischen Zeugen weiter vernommen. Der 63 Jahre alte Bergführer Oberdörfer hält einen Absturz während des Aufstiegs für unmöglich. Seiner Ansicht nach müsse der Absturz vom Givfel des Goldzechhorns aus erfolgt fein, dessen Betre­ten er als gefährlich bezeichnete. Das 21 Jahre alte Hausmädchen W i n k l e r , die mit ihrer Freun­din Hoyer einmal ausgegangen und dabei von zwei Herren, darunter Treiber, auf der Straße angespro­chen worden war, erklärt, Fräulein Hoyer habe ihr später erzählt, daß sie nicht mehr zu arbeiten brauche, weili h r F r i tz" a l l e s bezahle. Die Zeugin Kaufmannsehefrau Lorenz, bei der Fräulein Hoyer ein Zimmer gemietet hatte, sagte aus: Treiber fei am 1. Oktober 1926 zu ihr gezogen. Er habe Trauer getragen und auf die Frage von Fräulein Hoyer erklärt, er trauere um eine weit­läufige Verwandte. Die Zeugin erzählte dann weiter, daß Fräulein Hoyer viele Kleider von ersten Firmen zugeschickt erhielt. Unter erheblicher Span­nung wurde sodann die Freundin von Frl. Hoyer Frau Lonker, vernommen. Sie erzählte u. a., daß ihre Freundin Annemarie den Verlobungs­ring trug. Sie habe angenommen, daß Anne­marie von Treiber unterstützt wurde. Der Hand- lungsgehllfe Träger sagt aus, der Bruder der Hoyer habe ihm mitgeteilt, daß seine Schwester Annemarie einen sehr reichen Freund habe, den sie auch einmal heiraten wolle, jedoch wehre sich der Freund gegenwärtig noch gegen die Heirat. In ihrem Elternhause habe sich die Hoyer sehr unbe­liebt gemacht. Sie habe sich auch bemüht, Treiber zu einer Scheidung von seiner Frau zu bewe­gen. Treiber soll seiner Frau 10 000 Mark für die Scheidung geboten haben, jedoch habe diese abge- lehnt. Später sei dann die Reise nach Hei­ligend lut eingeleitet worden. Vorher sei Treiber sehr nett zu seiner Frau gewesen, um sie nicht miß­trauisch zu machen.

Es kamen dann Briefe zur Verlesung, die ein Bruder der Hoyer an seine Eltern nach Bremen geschrieben hatte. In diesen ist vielfach von Annas Bräutigam die Rede und von der guten Lage der Schwester, dieeine ganze Dame ge­worden sei". Es ist in ihnen auch von dem Tode der Frau Treiber die Rede, und daß Treiber nun wohl seine, Hoyers, Schwester hei­raten werde. Aus den Briefen geht hervor, daß der Zeuge vermutete, daß bei dem Tode der Frau Treibernicht alles in Ord­nung" gewesen sei.

Darauf wird unter großer Spannung die Ber­ichte des Angeklagten, die 21 Jahre alte Anne­marie Hoyer, aufgerufen.

Sie bleibt vorläufig unvereidigt. Aus ihrer Ver­nehmung geht hervor, daß sie in Begleitung einer Freundin von Treiber und einem anderen Herrn

Znnerpvliiische Forderungen der Wirischastspariei.

Berlin, 6. Oft (TU.) Im Anschluß an die große politische Aussprache der Abgeordneten der Reichspartei des deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei) trat am S amstag der Reichsausschuß unter dem Vorsitz des Reichstagsabgeordneten Drewitz zu seiner Ta­gung zusammen. Abgeordneter Drewitz gab die von den Mandatsträgern einstimmig angenom­mene Entschließung zur Außenpolitik bekannt und wandte sich dann innerpolitischen Fragen zu Einhellige Zustimmung fand die Feststellung des Redners, daß die Wirtschaftspartei das kom­munistische Volksbegehren auf Verbot des Panzerkreuzerbaues ablehne, und ihre Mitglieder auffordere, sich an diesem Volks­begehren nicht zu beteiligen. Die Panzerkreuzer­frage sei nicht durch eine Befragung der Massen zu entscheiden, sondern nur durch eine eingehende sachliche Prüfung unter Berücksichtigung aller dafür und dagegen sprechenden Grunde. Beson­deren Raum nahm die Darstellung der wirt­schaftlichen Schwierigkeiten ein, unter r^nen der M i 11 e l ft a n d gegenwärtig zu leiden hat.

Grundsätzlich vertritt die Wirtschaftspartei nach wie vor den Standpunkt, daß die Regelung der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen des deutschen Volkes von dem Grundsatz der w i r t - schaf tlichen Freiheit, steuerlichen Gerechtigkeit und der Gleichberechti­gung aller Volkskreise erfolgen müsse. Von diesem Grundsatz werde aber mehr und mehr abgewichen. Der Artikel 164 der Reichsversas- fung, der Schutz und Förderung des Mittel­standes verlange, müsse zur Geltung gebracht werden. Bei der Regierungsbildung im Reiche habe die Partei Mitwirken wollen: ihre Forderungen seien jedoch nicht berücksich­tigt, sie selbst nicht zur Regierungsbildung herangezogen worden. Es wurde beschlossen, zur Formulierung bestimmter Forderunaen auf dem Gebiete des Steuer- und Finanzwesens, der so­zialen und Berufsstandpolitik besondere Ausschüsse einzusetzen, deren Vorschläge die Grundlage für das weitere parlamentarische Vor­gehen der Partei im Reich und in den Ländern abgeben soll.

Justiz und presse.

Der preußische Justizmmister empfiehlt ein gutes Verhältnis zur Presse.

Stettin, 6.Okt. (WB.) Auf der Tagung des Preußischen Richtervereins erklärte Justizmmister Dr. Schmidt, engste Fühlung der Richter mit dem tätigen, täglich sich neugeftaltenöen Leben, mit den weitesten Beoölkerungskreisen und das Vertrautsem mit den Sorgen und Bestrebungen der Arbeiterklasse und mit den großen wirtschaftlichen Problemen sei notwendig. Aus diesem Grunde empfehle er ein gutes Verhältnis zur Presse. Die Zer- tungslettüre bedeute Selbstkontrolle und Kennen­lernen der Wirkung der richterlichen Tätigkeit auf die Oesfentlichkeit. Gewiß werde dies vielfach ungerecht beurteilt: aber er habe den Eindruck, als ob sich ein langsames Abflauen der sogenann­ten Vertrauenskrise bemerkbar mache. Er erkenne dankbar an, daß der Richterstand auch bisher ohne Ausnahme seine Pflicht in weitestem Maße erfüllt habe, wodurch ihm die Auf­gabe wesentlich erleichtert worden sei. Hm so dankbarer sei er für die entsagungsvolle Arbeit unter den schwierigen äußeren Verhältnissen.

auf der Straße angesprochen worden ist. Sie habe sich dann häufiger mit Treiber zu Spa­ziergängen getroffen. Als sie stellungslos wurde, sei sie zu ihrer Tante gezogen und habe von Trei­ber Geldmittel erhalten. Als sie von ihrer Tante fortzog, habe Treiber ihr die Miete und wei­tere Geldmittel gegeben. Sie habe von Anfang an gewußt, daß Treiber verheiratet war. Sie habe von Treiber aus Heiligenblut zwei oder drei Ansichtskarten erhalten. Treiber habe sie nach seiner Rückkehr von dem Unglück in Kenntnis gesetzt. Am 1.Oktober sei Treiber dann in ihre Wohnung gezogen. Von einer Scheidung von seiner Frau hab er nie mit ihr gesprochen. Damit schließt die Beweisaufnahme. Nach der Mittagspause erhielt Oberstaatsanwalt Viermetz das Wort zu seiner Anklagerede, in der er die Vorgänge des 14. September 1926, des Todestages der Frau Treiber, und die Vorgeschichte dieses Tages schll- derte und auf die Widersprüche in den Angaben des Angeklagten hinwies. In etwa einftünbiaer Rede legte er dar, daß er den Beweis der Schuld durch die erdrückenden Indizien für erbracht halte.

Er beantragte die Todesstrafe gegen Treiber.

Daraus ergriff der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Alsberg-Berlin, das Wort zu seinem Vlädoyer. Er zeigte die vielen Widersprüche in den Zeugenaussagen, die auf Mißverständ­nisse zurückzusühren seien. Was in Heiligenblut geschehen sei, werfe nicht den geringsten Verdacht auf den Angellagten. Treiber habe eine tadellose Vergangenheit hinter sich. Seine Che sei außerordentlich glück­lich gewesen. Seine Ehebrüche könnten nicht als Beweise auf diesem Gebiete bewertet werden. Zum Schluß erklärte Dr. Alsberg, daß trotz der einzelnen Kompromittierungen Treibers nicht erwiesen sei, was für eine Schuld des An­gellagten spreche. Das Gericht müsse daher auf Freisprechung erkennen.

Oberstaatsanwalt Dr. Viermetz ergriff noch einmal kurz das Wort, um auf die außerordent­lich geringe Wahrscheinlichkeit eines Unfalles hin­zuweifen und noch einmal die Notlage der Treiberschen Unternehmungen zu erwähnen, die unbedingt Geld brauchten. In seinem Schlußwort erklärte der Angeklagte noch einmal:Ich bin unschuldig!" Das Gericht zog sich hierauf zu einer Beratung darüber zurück. Nach anderthalb­stündiger Beratung verkündete Landgerichtsdirek­tor Dr. Knoch um 20.15 Ähr folgendes Urteil: Der Angeklagte Philipp Louis Treiber wird kostenlos freigesprochen. In der außerordentlich kurzen Begründung wurde erklärt, daß das Schwurgericht 34 der lleberzeugung ge­kommen sei, daß Frau Treiber möglicherweise auch das Opfer eines Unfalls geworden sein kann. Treiber wurde sofort aus der Hast entlasten.

Tob In den Alpen.

An der Südwand der Schlüssellarspitze im Wetter st eingebirge ist der Hochschüler Ehlers aus Innsbruck tödlich abgestürzt. 2bn Penegal bei Bozen fand der 22jährige kauf­männische Angestellte Alfred Fleischmann aus Nürnberg durch Absturz den Tod.

Die Besatzung hilft beim Feuerlöschen.

Bei einem gefährlichen Dachstuhlbrand in dem Trierer Vorort Kürenz betätigte sich die Besatzung der Trierer Garnison in anerkennenswerter Weise bei den Löscharbeiten und den Absperrungsmaß- nahmen. Da sich viele Schaulustige zu nahe an die Brandstätte herangewagt hatten, war es für die Trierer Wehr zunächst schwer, mit ihren großen Löschzügep sofort einzugreifen. Soldaten und Offi­ziere des 4 4. Artillerie-Regiments sperr­ten daher die Straßen und verschafften den Feuer­wehrleuten erleichterten Zutritt zur Brandstelle. Gleichzeitig halfen die Soldaten bei den Löschoer. suchen und später auch bei den Aufräumungs- arbeiten.

linier dem verdacht des Muttermordes verhaftet.

In Kunnern bei Winzig (Kreis Wohlau) verstarb am 12. September d. I. die 75 Jahre alte Frau Auguste Gleesner. Schon damals hatte die Polizei Verdacht, daß die alle Frau vergiftet worden sei. Am letzten Sonntag wurden nun der S 0 h n der Verstorbenen, der Stellenbesitzer Josef Gleesner, und seine zweite Ehefrau, Emma Gleesner, unter dem Verdacht verhaftet, die Mütter vergiftet zu haben. Beide bestritten zunächst die Tat, gaben aber dann, durch mehrere Beweisstücke in die Enge getrieben, zu, und zwar zunächst die Frau, daß sie feit dem 15. August der Mutter wieder- holt Strychnin in die Butter, die Milch, den Kaffee und andere Lebensmittel getan hätten. Ent­schieden bestreiten sie dagegen auch heute noch, daß sie am 12. September, dem Todestage der Muller, in die Lebensmittel Gift getan hätten. Die Obduk- tion der Leiche ergab zunächst keine Anhaltspunkte dafür, erst die chemische Untersuchung des Magen- inhalles erbrachte den Beweis, daß Vergiftung vor- liegt.

kindesmorb während der Strafaussetzung.

In der Ortschaft Warkt-Bohrau (Kreis Streh­len) verübte der 22jährige Strafgefangene Fritz Simon aus Breslau an dem sieben­jährigen Kinde eines Arbeiters einen Mord. Simon hatte wegen verschiedener Straftaten im Strafgefängnis zu Breslau drei Jahre zu ver­büßen. Nach einer längeren Krankheit erhielt er jedoch für eine bestimmte Zeit Strafaus­setzung und suchte nun seinen Heimatsort Markt-Bohrau auf. Dort lockte er ein Mädchen aus dem Kreise seiner Gespielllmen fort und er­würgte es. Der Täter konnte bereits am andern Tage verhaftet werden und hat auch das Verbrechen eingestanden.

Ein 70jähriges Ehejubiläum.

Am 9. November tarnt ein deutsches Ehepaar die siebzigste Wiederkehr seines Hochzeitstages begehen, ein Fall, der nicht so leicht wieder vorkommen dürfte. Für diesen Iubeltag gibt es nicht einmal eine Bezeichnung, denn die öach menschlicher Erfahrung sonst längste Ehegemein­schaft, die 65jährige Ehe, wird miteiserne Hochzeit" bezeichnet. Darüber hinaus gibt es leine Bezeichnung mehr. Daß ein Ehe­paar nach der goldenen, der biamantenen und der eisernen Hochzeit nun auch noch das siebzig­jährige Hochzeitsiubiläum begehen kann, steht eben ganz vereinzelt da. Es handelt sich um den früheren Zimmergesellen Theuerkauff in dem Städtchen Neuwedell im neumärkischen Kreise Arnswalde. Beide Eheleute stehen im Alter von 90 Jahren. Sie leben in sehr beschei­denen Verhältnissen, so daß von dem Orts- geistlichen angeregt worden ist, ihrer an ihrem Ehrentage mit Geldspenden zu gedenken.

Rückkehr des verlorenen Sohnes.

Bukarest, 7. Okt. (WTD.) Prinz Nikolaus von Rumänien, Mitglied des Regentschaftsrates für den minderjährigen König Michael, ist aus Paris, wo er angeblich mit seiner Geliebten bei seinem dort im Exil lebenden Bruder Carol abgestiegen sein soll, nach Bukarest zurückgekehrt. Er wurde am Bahnhof von der Königmwitwe, dem Ministerpräsidenten, Regierungsmitgliedern und anderen Persönlichkeiten begrüßt.

Rumänische MinderhettenpoM.

Die Drangsalierung der Siebenbürger Sachsen.

B u k a r e ft, 6. Okt. (TU.) Dießupta" veröffent­licht ein Interview des sächsischen Abgeordneten in Rumänien, B r a n d s ch , in dem er die Gründe der Unzufriedenheit der Sachsen darlegt. Die Lage fei infolge der Allmächtigkeit der Be­amtenschaft unerträglich geworden, so daß der Tag nicht allzufern fei, an dem die Bevölkerung, gleichgültig, welcher Nationalität und Religion sie immer auch sei, zur Selbstverteidigung schreiten werde. Eine zweite Ursache der Unzuf-Tsden- heit sei in der ungeheuren Korruption zu suchen, die durch die hohen Steuern heroorgerufen werde. Ein dritter Grund der Unzufriedenheit fei die noch immer ungelöste S ch u l f r a g e. Wenn einer- feits in Rumänien die Schulen das Oesfentlichkeits- recht und eine gewisse Autonomie besäßen, so wür­den andererseits die Schulen schikaniert oder die Schüler in den Staatsprüfungen fast durchweg fallen gelassen. Unter diesen Umständen müsse

man sich direkt wundern, wenn die sächsische Bevol- ferung noch Geduld habe, auf dem bisherigen Wege zu versuchen, zu ihrem Recht zu gelangen. Sollte es aber nicht gelingen, die Regierung zum Ent­gegenkommen zu bringen, so werde die sächsische Bevölkerung in Rumänien gezwungen fein, die öffentliche internationale Meinung anzurufen, um dort ihr Recht zu suchen.

Aus aller Welt.

Der erste UJaffenlag bet beulschen Zelbartillerie.

Der Waf senrrng der ehemaligen deutschen Feld- artillerie veranstallete am 6. und 7. Oktober seinen ersten Wasfentag in Berlin. Am Sams­tag fanden Wiedersehensseiern im Verband der Regiments- und sonstigen Vereine statt. Zu dem Appell, der am Sonntagvormittag 11 llhr in der Reuen Welt stattfand, hatten sich viele Ehemalige Feldartilleristen eingefunden. Der ersteDorsitzende des Waffenringes, Generalleutnant a. D. Frei­herr v. Watter, begrüßte die Erschienenen und brachte ein Hoch auf das Vaterland und den Reichspräsidenten v. Hindenburg aus. Hier­auf hielt der Ehrenvorsitzende des Waffenringes, General v. Gallwitz, die Gedächtnisrede für die im Kriege gefallenen Kameraden. Er wres darauf hin, daß die heutige Feier dem Hoben Lied der Kameradentreue und dem liebevollen Gedenken an die für uns Gefallenen gewidmet sei. Mit Denkmälern aus Erz und Stein allem sei es nicht getan, sondern in unseren Her­zen müsse ein inneres Denkmal der Treue und Dankbarkeit errichtet werden. Das sei der Boden, auf dem sich alle Deutschen zusammenfinden könn­ten. Der Geist, der die deutschen Soldaten in b<m Schlachten des Weltkrieges beseelt habe, sei Vaterlandsliebe und Gottesfurcht gewesen. Dazu tarnen S e lbstachtung, Pflichtbewußtsein und Kamerad­schaft. Diese hätten damals geholfen, Großes zu vollbringen und sie dürften uns auch in Zukunft nicht verloren gehen. Als das LiedIch halt' einen Kameraden" erklang, fenften sich die Fahnen und Standarten. Am Abend fand eine Festver­anstaltung statt.

Das Schraubenflugzeug in Berlin.

Das Schraubenflugzeug des spanischen Fliegers de la Cierva ist im Zentralflughafen Tempelhof glücklich gelandet. Eine große Menschenmenge be­grüßte das außergewöhnliche Flugzeug, das unter ständigen Umdrehungen der wagerechten Wind- mühlenflügel fast senkrecht elegant niederging. Am Montagnachmittag wird de la Ciervo den Berlinern Demonstrationsflüge vorführen und seine Maschine in ihren Einzelheiten zeigen.

Flugzeugabsturz.

Bei Amstetten (Württemberg) stürzte das Pri­vatflugzeug D 858 vom TYP Schwalbe (Raab- Katzenstein) beim Versuch, eine Rotlandung vor­zunehmen, in einer Wendung ab und grub sich in den Boden. Der 22jährige Be­sitzer und Führer des Flugzeuges, Hartwig aus Gotha, fand dabei den Tod, während die im Rücksitz mitfahrende Pilotin Irma Tho- | mas, wohnhaft in Kassel-Waldau, schwer ver­letzt wurde.

Stürme auf dem Atlantik.

London, 8. Okt. (WTB. Funkspruch.) Der At­lantische Ozean wurde in den letzten Tagen von starken Stürmen heimgesucht. Die gestern in Ply­mouth eingetroffenen Dampfer berichten über das furchtbare Wetter, das sie auf der Fahrt von Ame­rika hatten. Der DampferAmerica" beantwortete zweimal Notsignale und eilte einem holländi­schen und einem schwedischen Dampfer zu Hilfe. Die America" wurde leicht beschädigt und mehrere ihrer Passagiere und Mannschaften verletzt.

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Wettervoraussage.

Die im Norden vorüberziehenden Druckfallgebiete gewinnen mit ihren Randstörungen weiter südwärts nach Mitteleuropa Einfluß und bauen den hohen Luftdruck langsam ab. Infolgedessen ist mit einer Zufuhr ozeanischer Luftmassen zu rechnen, die neben Bewölkung auch gelegentlich zum Auftreten verein­zelter Niederschläge führen. Die Temperaturen dürs­ten sich zwischen Tag und Nacht noch etwas mehr ausgleichen: im allgemeinen wird die Luftwärme noch etwas zunehmen.

Voraussage für Dienstag. Wellerhin teils nebelig-wolliges, teils aufheiterndes Wetter, vorübergehend geringer Anstieg der Tempera­turen, einzelne Riederschläge.

Aussichten sürMittwoch. Wenig Aen- derung des Witterungscharakters.

Lufttemperaturen am 7. Oktober: mittags 15 Grad Celsius, abends 6,7 Grad Celsius: am 8. Oktober: morgens 6,1 Grad Celsius. Maximum 15,1 Grad Celsius, Minimum 5 Grad Celsius.

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