Einzelbild herunterladen

Aus der provmzialhaupistadi.

Gießen, den 8. Oktober 1923.

Kirmes.

Da» Erntefest, das nach althergebrachtem Drauch an vielen Orten nach Einbringung der Ernte gefeiert wird, ist zum größten Teil auf das Kirchweihfest übergegangen. Das Kirchweihfest, in vielen Gegenden auch Kirmes genannt, ver­dankt seinen Ramen der ..Kirmesse", der an Kirchweihtagen gelesenen heiligen Messe. In jeder Gegend erscheint sie unter anderer Benennung. Sv kennt man sie in Schwaben unter Kirbe oder Kilbe, auch Meßti oder Meßtag. Körbi heißt sie in' Franken, Kirda oder Kirta in Bayern und Oesterreich. Ursprünglich war sie. wie der Harne besagt, mit der Einweihung einer Kirche ver- bun§rn. Sie war somit mit keinem festen Tag einer Jahreszeit verknüpft. Als die Kirchweihen mit der Zeit ein weltliches Gepräge annahmen, kamen die Behörden überein, die Feiern un Herbst, und zwar im Oktober, unter Zusammen­legung des Erntefestes zu feiern. In. Gegenden Deutschlands hatte man beschlossen die Kirmestage der einzelnen Ortschaften auf verschiedene Sonntage zu verteilen, damit ieoe Gemeinde sich an der Feier der andern betei­ligen kann.

In den katholischen Gegenden entspricht die Kirmes heute noch einem kirchlichen Fest da gleichzeitig mit ihr eine kirchliche Feier verbun­den ist. während sie im protestantischen Deutsch­land mehr einem jahrmarktähnlichen Getriebe gleicht.

Zwei bis drei Tage dauert gewöhnlich die Kerb", die an manchen Orten mit einer Dor- kerb und einer Rachkerb gefeiert wird. Das ganze Jahr über freuen sich die Landbewohner auf dieses Fest. Durch den festlich geschmückten Ort tönt Musik aus allen Wirtshäusern. Der ..Kerbe- bäum" wird von jungen Burschen und Mädchen umtanzt. In manchen Gegenden führt man den Hammeltanz auf, bei dem ein junger Hammel ausgetanzt oder ausgelost wird. Anderswo ubt man noch das Hahnenschlagen oder Schechen- schießen. Alles läuft nur auf Belustigung hinaus, und so mancher Dua hat auf der Kerb fein Madel gesunden.

Die älteren Leute schauen dem mit Vergnügen zu. sie halten sich mehr an reale Dinge, an die Freuden des Magens, an gutes Essen und Trinken.

In manchen Gegenden werden zur Vorberei­tung der Kirmes junge Mädchen uns) junge Bur­schen von der Gemeinde gewählt, die man in Thüringen Plahbuben. in Schwaben Kerbebube oder Bloßknechte (Dloß-Platz), in manchen Teilen von Hessen Platzburschen nennt Die ihnen zu- geteilten Mädchen führen die Bezeichnung Bloh- mad oder Dlohjungfer. In Hessen und in einigen mittelrheinischen Orten hat sich auch noch eine Sitte aus der heidnischen Zeit erhalten. Man feiert dort nämlich noch das Begraben und Aus- graben der Kirmes. Am Schlüsse des Festes wird namentlich am Mittelrhein ein Pferde­schädel. oder ein geschnitztes Bild des Zöllners Zachäus. der als Patron der Kirchweihe gilt, in die Erde vergraben und es bei Beginn der nächsten Kirmes wieder ausgegraben. Unter Iubel zieht man mit diesem ausgegrabenen Schatz zum Tanz- plah. und damit ist das Fest eröffnet. Der Brauch des Vergrabens des Pferdeschädels stammt aus der vorchristlichen Zeit und erinnert an den Wodanskult, bei dem man dem höchsten Gotte Wodan als Opfer Pferde darbrachte. An andern Plätzen vergraben die jungen Burschen zum Schluß der Kirchweihe eine Flasche Wein, die man ein Iahr darauf ausgräbt. In lustigem Zuge, unter Vorantritt der Musik bringt man diese Flasche Wein ins Wirtshaus, wo sie ausgetanzt wird. Alnö wenn die Kerb zu Ende ist. da bleibt bei manchem der Katzenjammer und ein leerer Geldbeutel.

Die Landbewohner freuen sich von Iahr zu Iahr auf ihreKerb". Wer das mühsame Land­leben kennt und weih, wie sehr sich der Bauer auälen muh. um der Erde die Früchte abzu­gewinnen. der oft weder Sonn- noch Feiertag kennt, wenn es heiht. zu säen und zu ernten, der kann es wohl verstehen, wenn sich das Land­volk einige Tage im Iahr ganz der Freude hin» aibt und seine Kerb in vollen Zügen genießt. y I. Ka lisch.

Daten für Dienstag, den 9 Oktober.

Sonnenaufgang 6.13 Uhr, Sonnenuntergang 17.21 Uhr. Mondaufgang 12.45 Uhr, Monduntergang 16.27 Uhr. *

1477: Gründung der Universität Tübingen; 1813: der Komponist Giuseppe Verdi in Roncole ge­boren; 1841: der Architekt Friedrich Schinkel in Berlin gestorben; 1874: Gründung des Weltpost­vereins; 1906: Zeppelins Luftschiff steigt zu seiner ersten größeren Fahrt auf; 1925: der Schöpfer der Weimarer Verfassung, Hugo Preuß, in Berlin gestorben.

^iefietter WochenmarkLpreise.

Es kosteten auf dem Wochenmarkt vom Samstag das Pfund: Butter 190 bis 220; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 12 bis 15; Weißkraut 10 bis 12; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 9 bis 12; rote Rüben 10 bis 12; Spinat 30 bis 35; Römischkohl 10; Unter-Kohl­rabi 8 bis 10; Rosenkohl 50; Feldsalat 100; Tomaten 20 bis 25; Zwiebeln 12 bis 17; Meer­rettich 50 bis 150; Kartoffeln 5 bis 6; Falläpfel 8 bis 10; Aepfel 20 bis 30; Birnen 8 bis 25; Zwetschen 10 bis 15; junge Hähne 100 bis 110; Suppenhühner 100 bis 120; Rüsse 100; Preisel­beeren 60 bis 65; Brombeeren 60 bis 65; das Stück: Eier 16 bis 17; Blumenkrchl 50 bis 130; Salat 10 bis 20; Salatgurken 20 bis 50; Einmach­gurken 3 bis 6; Endivien 10 bis 30; Ober-Kohl­

rabi 5 bis 15; Lauch 10 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 20 bis 50; das Bund. Radieschen 10 bis 15 Pfennig.

Bornotizeu.

Tageskalender für Mo ntag. Licht- pielhaus, Bahnhofstraße:Anna Karenina". Astoria-Lichtspiele:Die Rothaut von Danville".

Aus dem Stadttheater bureau wird uns geschrieben: Die Direktion des Reuen Operetten-Theaters, Frankfurt a. M., Glock und Land, die gemäß der mit ihr getroffenen Vereinbarung in diesem Winter die Operetten- aufführungen am hiesigen Stadttheater geben wird, eröffnet ihre Operettenspielzeit am mor­gigen Dienstagabend mit einer Rovität. Cs ist dies die OperetteGräfin Eva" von Franz Mar- tos (Deutsche Bearbeitung von Paul Frank und Peter Herz), Musik von Albert Szirmai, die vor einigen Wochen mit starkem Erfolg in Frank­furt a. M. ihre deutsche Uraufführung erlebte. Die Presse besprach in günstiger Weise den Er­folg und Wert dieser Operette. In hervor- tretenden Aufgaben sind die Damen Visa Berg­mann und Käthe Itter, sowie die Herren Jenö Rador, Gustav Rothe-Carey, Al­bert B a d e w i tz, Arthur Hoffmann, Adolf Wiesner, Richard Guttmann und Iosef Vetter beschäftigt. Inszenierung: Oberregisseur Adolf Wiesner. Musikalische Leitung: Kapell­meister Kurt Harder, Tänze: Tanzregisseur Hans Heinz Klüfer.

Anna Karenina" im Lichtspiel­haus. Tolstois berühmter RomanAnna Kare­nina" ist von der Metro-Goldwyn-Mayer verfilmt worden. Greta Garbo und John Gilbert spie­len die Hauptrollen. Bei seinem Erscheinen in Ber­lin hat dieser achtaktige Großfilm lebhaftes Aufsehen erregt und einen ungewöhnlichen Erfolg zu verzeich­nen gehabt; er läuft von heute ab im Lichtspielhaus in der Bahnhofstraße. (Näheres in der heutigen An­zeige.)

U. S. A. 2 m ,ro i l b e n Weste n" betitelt sich ein neuer großer Reisefilm der Döring-Film- Werke, Hannover, der in Gemeinschaft mit dem Nord­deutschen Lloyd, Bremen, geschaffen wurde. Der Film zeigt, wie die tüchtige Arbeit europäischer Kolonisten den wilden Westen der Vereinigten Staaten von Nordamerika gezähmt hat. Er gibt nicht nur ein Stück Kulturgeschicht , sondern zeigt auch die Natur- chönheiten der berühmten amerikanischen National­parks, die Naturwunder enthalten, wie sie nur in liefern Lande eigen sind. Die Vorführung des Films indet am Mittwochab. nd in denPalast-Lichtspielen" tatt. Näheres in der heutigen Anzeige.

Die 1. Kompagnie unserer Gar­nison kommt nach Berlin. Mit Wir­kung vom 1. Dezember ab tritt die 1. Kompagnie des 1. (Hess.) Batl. Inf.-Rgts. 15 in Gießen unter Hauptmann von Stockhausen auf ein Vierteljahr zur Wachttruppe in Berlin. Das Kommando der Kompagnie wahrt bis 1. März nächsten Jahres.

** Straßensperrung. Vom Oberhessischen Auto-mobil-Club E. V. (A. v. D), Gießen, wird uns folgende Straßensperrung mitgeteilt: Orts­durchfahrt Groh-Karben bis zur Gehspitze im Zuge der Straße Groh-KarbenIlbenstadt, für alle Fahrzeuge vorn 8. Oktober bis auf weiteres.

"AufgehobeneStra Heu sperre. Vorn Oberhessischen Automobil-Club E. D.»(A. v. D.), Gießen, wird uns folgende ausgehobene Strahen- sperre mitgeteilt: Abzweig der Marburger Straße nach Wieseck bi« Abzweig nach dem Friedhof wieder frei.

* Blumenschmuck-Wettbewerb des Verkeh rs-Vereins. Wie aus dem heu­tigen Anzeigenteil ersichtlich ist, können die Preis­träger in oem Blumenschmuck-Wettbewerb des Verkehrs-Vereins das Ergebnis der Bewertung chres Blumenschmuckes aus einer Liste am Der- kehrsbureau ersehen. Dom 10. Oktober ab kön­nen die 1. und 2. Preise im Verkehrs-Bureau abgeholt werden.

* * Evangelisch-kirchliche Personalie. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Wilhelm Kornmann zu Frankfurt a. M. die evangelische Pfarrstelle zu Rodheim an der Hor­loff, Dekanat Ridda, übertragen.

* * D i e Fr ei willige Gailsche Feuer­wehr beging am Samstagabend im Saale des Katholischen Dereinshauses unter großer Be­teiligung aus dem Mitgliederkreise, sowie in Anwesenheit einer Anzahl Ehrengäste unter dem Vorsitz des ersten Kommandanten Wenzel die Feier ihres 73jährigen Bestehens. Der Abend, dem ein recht abwechslungsreiches Programm zu­grunde lag, bereitete allen Festteilnehmern einige schöne Stunden. Der Schriftführer und Adjutant der Wehr, Robert Bouffier, entbot im (Kamen der Wehr den Ehrengästen und der sehr stattlichen Festgemeinde herzlichen Willlommen- gruß. Der GesangvereinHeiterkeit" unter der Leitung seines Chormeisters Wilhelm Schütt- ler erfreute durch den glänzenden Vortrag eines größeren Chorwerkes und einiger Volks­lieder. Der VereinWandervogel Höhenflug" bereicherte den Abend durch Darbietungen instru ­mentaler Art, bei denen man angenehme Stteich- und Zupfgeigenmusik zu hören bekam. Kamerad Wei ny a r d t sorgte durch humoristische Vor­träge dafür, daß die Lachmusleln in Bewegung kamen, Mitglieder der Kapelle Weller konzertier­ten im übrigen unermüdli ch und gut, um die Zu­friedenheit der Gäste zu erringen. Sämtlichen Darbietungen wurde reicher Beifall gezollt. Der Feuerwehrdezernent unserer Stadt, Beigeordneter Dr. Hamm, zeichnete im Verlaufe des Abends drei Mitglieder der Gailschen Wehr für 15jäh- rige treue Dienstzeit durch ileberreidjung städ­tischer Ehrendiplome aus; die verdienstvollen Wehrleute sind: Robert Bouffier, Willy Wacker und Georg L i n d e n st r u t h. Bei­

geordneter Dr. Hamm beglückwünschte die aus­gezeichneten Herren zu der wohlverdienten Ehrung, dankte für sich und die übrigen Ehren­gäste für den herzlichen Willkommen grüß der Wehr und hob bei dieser Gelegenheit noch mit warmen Worten der Anerkennung die große Schlagfertigkeit unserer Gießener Feuerwehr her­vor, die das uneingeschränkte Vertrauen der Mitbürger verdiene. Der Redner trank schließlich auf den Fortbestand dieses guten Geistes in der Gailschen Feuerwehr und auf deren weiteres Blühen und Gedeihen. Der weitere Verlauf der sehr harmonischen Feuerwehr-Veranstaltung war mit Tanz ausgefüllt.

* Militärkonzert. Das gestern nach­mittag auf der LiebigÄbhe veranstaltete Militär­konzert des Musikkorps unseres 1. (Hess.) Gre­nadier-Bataillons 15. Inf.-Rgts. Gießen unter Leitung des Obermusikmeisters 2 über, reihte sich sowohl hinsickitlich der Leistungen der Kapelle, als auch hinsichtlich der Vortreffttchkeit des Pro­gramms würdig den früheren Veranstaltungen dieser Art an. Dem Konzert, dem ersten nach den Herbstmanövern, war auch diesmal ein voller Erfolg beschieden. Die einzelnen Darbietungen anden den lebhaften Beifall der großen Zu­hörerschaft; der große Saal derLiebigshöhe" war bis auf den letzten Platz besetzt. 3n etwa ! drei Stunden wurde das umfangreiche Programm erledigt, das u. a. eine große Fantasie aus der OperSiegfried" von R. Wagner und die Ou­vertüre zur OperettePique Dame" von Frz. v. Suppe aufwies. Durch zahlreiche Einlagen wurde die Dortragsfolge noch reicher und ab- wechslungsvoller. Da über die vortrefflichen Lei­tungen der Kapelle schon wiederholt an dieser Stelle geschrieben wurde, erübrigt es sich, heute erneut hierauf einzugehen. Erwähnt sei nur, daß diesmal auch einzelnen Mitgliedern der Kapelle Gelegenheit gegeben wurde, ihr großes Können zu zeigen. So wirkte beiAir (Barte Rr. 7 E=Sur für Violine von CH. de Beriot" der Unterfeldwebel Wanihek an erster Stelle; die Darbietung fand stürmischen Beifall. Dasselbe ist vonZwei Herzen, ein Schlag!" zu sagen; diese Konzert-Polka für zwei Trompeten wurde von den Musikern Grenadier S t a n g und Unter­feldwebel Hofmann geboten und erntete gleich­falls den verdienten Beifall der Zuhörer. Das Konzert fand einen schönen Abschluß mit einem Potpourri über deutsche Lieder, in das die schön­sten und tiefsten Dolls- und Schullieder ein­geschlossen waren. Auf den reichen Beifall am Schlüsse des Programms folgte nochmals eine dankbar begrüßte Zugabe.

Derbandstag

der ehemaligen 116er.

Aus fast zwanzig Vereinen ehemaliger 116er I waren die alten Soldaten am Samstag und Sonn­tag in ihre frühere Garnisonstadt Gießen geeilt, um hier ein Wiedersehen mit den Kameraden zu feiern und um über den weiteren Ausbau der Orga­nisation und andere wichtige Verbandsangelegen- beiten zu beraten. Von den Vereinen waren vertre- ten: Gießen 116er, Gießen Landwehr, Offiziersverein 116, Offiziersverein Landwehr, die 116er Vereine aus Alsfeld, Lauterbach, Laubach, Bad-Nauheim, Frankfutt a. M., Offenbach a. M., Darmstadt, Dussel- darf, Neeheim, Neuwied und als Gastverein Rei­chelsheim in der Wetterau. Der Tagung voraus ging am Samstagnachmittag imPostkeller" eine Vorstandssitzung, wobei die einzelnen Punkte der Hauptversammlung besprochen und zu den Anträgen Stellung genommen wurde.

Die Jubiläumsfeier des Gießener Vereins ehemaliger 11 6 e r brachte am Samstagabend im Saale des Cafe Leib ein über­fülltes Haus; sie bot den Festgästen einen genuß- reichen Abend und nahm wie bei dem 116er I Verein nicht anders zu erwarten einen glänzen- den Verlauf, so daß besonders die auswärtigen Ka­meraden wiederholt ihre Anerkennung äussprachen. Auch fast alle hiesigen Militär- und Regimentsver- eine hatten sich zu der Feier eingefunden. Nach einem flotten Eröfsnungsmarsch der Kapelle Topp- Krengel sprach Frl. Decker das Festgedicht. Obertelegraphensekretär Reitz fand herzliche Worte der Begrüßung und brachte ein Hoch aus auf treue Kameradschaft im 116er-Verband. Es erfolgte dann der Fahneneinmarsch der auswärtigen und hiesigen Vereine. Pfarrer Müller hielt eine vom hohen vaterländischen Geiste getragene Festrede und be­tonte, daß die Militär- und Regimentsvereine auch mit dazu berufen seien, den Geist der Vaterlands­liebe und des Opfermutes zu pflegen. Obertele­graphensekretär Reitz hob bann in einer Ansprache die Verdienste der Gründer des Gießener Vereins ehemaliger 116er hervor, die besonders während der Kriegszeit ihre Kameradschaft mit den Frontsoldaten treu bewahrt hätten. Er verteilte an 18 verdienst­volle ältere Mitglieder Ehrendiplome und ernannte sie im Auftrage des Vereins zu Ehrenmitgliedern. Den Dank der Geehrten fpxach Kamerad Stiebet aus. Konzert, Tanz und andere Vorführungen füll­ten den Festabend in abwechselungsreicher Weife aus.

Den Derbandstag im Cafe Leib am Sonntag­vormittag leitete Verbandspräsident Kurt Mohr, Gießen. Rach kurzen Degrühungsworten gab er einen Rückblick über das abgelaufene Der- bandsjahr; er begrüßte besonders den neu ge­gründeten 116er-Verein Laubach mid den Gast­verein der Fronttämpser aus Reichelsheim in der Wetterau. Die Denkmalsschuld ist bis auf 2600 Mark abgetragen. Das VerbandsorganDer 116er" hat sich unter Leitung von Professor Wenzel, Darmstadt, gut entwickelt und er­übrigte einen namhaften Lieberschuß. Der Ver­band ist jetzt auf 18 Vereine angewachsen. Die Iahresrechnung verlas Verbandsrechner Konrad Becker. Die Gesamteinnahmen betrugen 7387 Mark. Die Vereine zahlten zum Denkmal 5147,45 Mark. Dem Rechner wurde mit Dankesw orten

Entlastung erteilt. Hebet Punkt 3, Verb an ds- organ, referierte der Vorsitzende, der betonte, daß es rund 1000 Mk. Lieberschuh ab geworfen Hube. Der Zusammenschluß mit dem Offiziersblatt und dem Organ der 222er wurde angeregt. ES sprachen hierzu: Kriegsgerichtsrat a. D. Koch, Gießen, für den Offiziersverein; Oelber- mann für die 222er; ferner Verleger Berg- Häuser, Lauterbach; Dodenschatz, Offen­bach; Krowetschek, Alsfeld; Dr. Silber­bach, Darmstadt.

Ein Antrag des Vereins Gießen befaßte sich mit der Tilgung der restlichen Denk­mal s ch u 1 d; nach längerer Beratung erklärten sich fast sämtliche Vereine bereit, Summen von 100 bis 200 Mk. zinslos zur Verfügung zu stellen, so daß auf dem Wege freiwilliger Zeich­nung etwa die Hälfte zufammenkommen wird, auch die 254er und 186er haben je 100 Mk. zu- gefagt. Im Laufe des nächsten Iahres hofft man ten Rest der Schuld endgültig abzutragen. Auch die 222er stellen eine Zuwendung in Aus­sicht. Rach der Schuldentilgung will der Verband sich mehr wie bisher der Kriegergräber- Fürsorge widmen. Auf Antrag Ofseirbach soll nach jeder Hauptversammlung den Vereinen eine Abrechnung zugehen. Die Satzungen wurden dahingeheird geändert, daß der Schriftleiter des 116er« Mitglied des Verbandsvorstandes wird, und daß ein Verein, der zum großen Teil aus ehemaligen 116em besteht, in dm Verband aus­genommen werden kann. Daraufhin erfolgte die Aufnahme der Frontkämp'ervereinigung Reichels­heim i. d. Wetterau. Auch die Offiziersvereini- gung ehemaliger 116er Landwehr wurde ein­stimmig ausgenommen. S u d h e i m - Gießen er­klärte, daß am 116er-Denkmal Veränderungen vorgenommen worden seien; er machte deshalb folgende Vorschläge: Einführung einer Denkmals­überwachung, Gründung eines Denkmal Unterhal­tungsfonds, Einführung eines allgemeinen 116et Ehrentages. Die Vorschläge wurden dem Präsi­dium des Verbandes als Material überwiesen.

Der Vorsitzende der Landwehrvereinigung, B o p f, bat um den Derbandstag 1930, da die Vereinigung 1930 ihr zehnjähriges Bestehen feiern werde. Bodenschatz (Offenbach) erklärte, daß der 116er- Verein Offenbach nächstes Jahr sein Fahnenweihfest begehen werde und damit eine Wiedersehensfeier aller 116er verbinden wolle. Bopf übergab dem 116erVercin Düsseldorf eine Fahnenschleife. Die HauptversammlungdesDerbandesfür 19 29 erhält Alsf eId. Bei Punkt Vorstandswahl wurde auf Antrag des Kriegsgerichtsrats a. D. K o ch der bisherige Vorstand in Anerkennung feiner Ver­dienste um Denkmal,Verband,Verbandszeitfchrift ein- stimmig durch Zuruf wiedergewählt. Der Verbandsvorsitzende Mohr dankte für das Der- rauen und schloß gegen 13.30 Uhr die Tagung. Am 116er-Denkmal fand von 11.30 bis 12.30 ein Pro- menadenkonzert statt.

Rundfunkprogramm.

Dienstag, 9. Oktober.

6,30: Morgengymnastik. 13 bis 14: Von Stutt­gart. Mittagskonzert. 15,05 bis 15 35; Stunde der Iugend. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst, unter Leitung von Fini Pfannes. 16,35 bis 18,05: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18,10 bis 18,30: Lesestunde. 18,30 bis 18,45: Don Kassel: Zwanzig Minuten Ratschläge für Frau und Kind. 18,45 bis 19.15: Don Kassel:Reu- zeitlicher Rundfunkempfänger und neuartiger Rundfunkstöver", Vortrag von Posttnspektor Wil­helm Heerdt. 19,15 bis 19,45: Funkhochfchule: Das in Griechenland epidemisch auftretende Den­gue-Fieber", Vortrag von älniv.-Prvf. H. Braun. 19,45 bis 20,15:Die Geschichte der Hirsch-Dun- kerschen Gewerkvereine", Dortrag von Gewerk- schastssekretär Gammers. 20,15: Don Stuttgart: Bunter Abend. Anschließend: Rach Stuttgart: Heitere Stunde.

Nur echt mit dem

Gegen Staub----ein Mittel nur 0Cedar Mop und Politur.

SPART 2EIT UND MÜHE

'verschont