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chen. Diese Kosten sollen in Zukunft in den zuständigen Ressorts verrechnet werden.

Aus -em (Sesehgebungsausschuß.

Darmstadt, 6. März. Der Gesetz- aebungsausschuh des Hessischen Landtags hielt heute eine Beratung ab, in der eine Regierungsvorlage über die Pacht­schutzordnung beraten und angenommen wurde. Cs wurde ein Zusatz im Sinne eines An­trages des Abgeordneten Weckler genehmigt und damit Anträge der Abgeordneten Weckler und Anaermeier für erledigt erklärt. Die Regierungs­vorlage, durch die die Geltung des Polizei- ge setz es bis zum 31. März verlängert wird, wurde genehmigt: über das Polizei- beamtengcseh wird erst in der nächsten Woche beraten. Ein Gesuch, die Strafver­folgung des Abgeordneten Sturm­fels zu genehmigen, wurde abgelehnt. Der Ausschuß nahm auch einen Antrag der Abge­ordneten Schreiber, Reiber und Genossen ent­gegen zur Reubearbeitung des Hessischen Polizei- strafgesehes vom 30. 10. 1855 in der Fassung vom 10. 10. 1871.

Oberheffen.

Landkreis Gietzcri.

t Allendorf (L a h n), 7. März. Am Sonn­tag hielt unser seitheriger Geistlicher, Pfarrer Schultheiß, in der Kirche seine Abschieds­predigt. Ihm fern de schon vor einiger Zeit die Pfarrstelle zu Großen- Linden über­tragen, doch versah er bis jetzt immer noch in Abwechselung mit Pfarrassistent Göbel von Klein-Linden hier den Gottesdienst: auch leitete er den Konfirmandenunterri' t Durch die Reu- -besetzung unserer Psorrstell-. di: PiarrerBecker von Herbstein übertragen wurde, ist Pfarrer Schultheiß von diesem doppelten Dienste be­freit. In die letzten Jahre seiner Wirksamkeit fallen die Reuherrichtung unseres Gotteshauses und die Gründung des Kirchenchores, die von ihm betrieben wurden. Der Kirchenchor trug seinem Gründer zu Ehren am Sonntage vor: Wenn alles auf Erden vergehet, so bleibt doch Die Liebe besteh'n" und der Schülerchor sang: Zum letztenmal in heiliger Stunde, find wir vereint bei Gottes Wort".

* Großen-Linden, 7. März. Die Likör-, Gärungs-Cssig-Fabrik- und Bren­nerei von Krause & C o. (Inhaber Rud. und Wilh. Gutermuth), Grohen-Linden feiert in Diesem Jahre ihr hundertjähriges Be- stehen. Gegründet wurde sie im Jahre 1828 von Jean Gossi, einem geborenen Frankfurter, der Das noch heute stehende alte Haus, an daS er im Laufe der Jahre einen oanzen Ko:nplex von Gebäuden anbaute, erwarb. Äurch Kauf ging die Firma nach dem Tode des ersten Inhabers von den Söhnen auf die Herren Engel und Krause über, die sich große Verdienste um Das Aufblühen des Geschäftes erwarben. Als jener ausschied, trat zuerst der Schwager Krauses, Ioh. Bal. Gutermuth, und nach dessen Tode sein Sohn Rudolph als aktiver Teilhaber in das Geschäst ein, der es zuletzt allein über­nahm, mit seinem Sohne Wilhelm weiterführte, und es durch Aufnahme des Brennens von Stein­häger und von Wein und anderen Edelbrä weiter ausgebaut hat. Die Firma errang . der Gießener Gewerbeausstellung für den aus­gestellten Steinhäger die goldene Medaille. Zwi- schen den Geschäftsinhabern und ihren Ange­stellten bestand stets bestes Einvenrehmen. Ein Zeichen dafür ist, daß ein Destillateur 52 Jahre, Der andere 38 Iahre, ein Küfer 46 Iahre, ein Reisender 24 Iahre, ein anderer 33 Iahre bei der Firma tätig waren bzw. sind. Der jetzige Destillateur und Brennmeister ist auch schon seit 15 Iahren bei ihr beschäftigt, während sein Vorgänger, der im Weltkriege den Tod fürs Vaterland erlitt, ebenfalls 15 Iahre in dem Hause tätig war. Durch Angliederung der beiden Firmen Karl Engel, Großen-Linden, und später der alten, angesehenen Firma B. Blumen- st h a l in Rennertehausen bei Battenberg ver­größerte die Firma ihren Betrieb.

. Aus Dem südlichen Teile des Kreises Gießen, 7. März. Wohl selten Hal die Frühjahrsarbeit des Landwirtes so früh eingesetzt wie in diesem Jahre. Schon hat die Feldbestellung begonnen, und hier und da sieht man eifrige Landwirte, die bereits Hafer säcn. Die Winterfrucht steht bis jetzt recht gut, und die Befürchtungen, die man wegen der Rachtfröste hegte, haben sich nicht erfüllt.

I M a i n z l a r, 7. März. Die Holzhauer­arbeiten in unserem Gemeindewald sind nun­mehr beendet. Um die Arbeiten zu beschleunigen und sämtliches Stamm- und Werfholz möglichst im Monat Januar schlagen zu lassen, wurde noch eine Rotte aus dem benachbarten Treis a. d. Lda. herangezogen. Unglücksfälle sind außer einem leichten Unfall bei den Arbeiten glücklicherweise nicht vorgekommen. Die hiesige Rotte ist zur Zeit mit dem Entrinden des Stammholzes noch einige Tage beschäftigt. Der Einschlag ist gegen das Vorjahr um rund 70 Fe st meter höhe^ Die erste Rutzholz-Dersteigerung dürste schon in den nächsten Tagen stattstnden.

§ Alten-Buseck. 7. März. Wenn es vor wenigen Iahren noch kaum möglich war, bei Veräußerung von landwirtschaft­lichem Grundbesitz alle Interessenten zu befriedigen, so zeigen die in letzter Zeit statt» gehabten Versteigerungen und Verpachtungen ge­nau das entgegengesetzte Bild. Die Preisangebote bewegen sich trotz mehrmaligen Ausgebotes auf einer derart niedrigen Stufe, wie man sie bis jetzt selten erlebt hat. Die Schüler der hiesigen Fortbildungsschule besichtigten am Dienstag unter Leitung des Lehrers Fay das Universitätsversuchsgut auf dem Ha rdthof bei Gießen. Anter fachkundiger Führung von Beamten des Institutes, deren Erklärungen die Schüler das lebhafteste Interesse entgegenbrachten, hatten die jungen Leute Ge­legenheit, alle Einzelheiten des Betriebes in Augenschein nehmen zu können und ein klares Bild von der vorzüglichen Einrichtung und musterhaften Leitung des Versuchsgutes zu ge­winnen.

Bg. Großen-Buseck, 7. März. Während bei der zweiten Holzversteigerung die Preise als sehr hoch bezeichnet werden mußten 2 Raum­meter Duchenscheitholz kamen auf 40 bis 42 Mk., 2 Raummeter Buchenknüppel bis auf 34 Mk., 5 Raummeter Buchenrciser auf 28 bis 30 Mk.. sanken die entsprechenden Preise bei der g e st r i- genOSer Weigerung bet allerdings vielfach ge­ringerer Qualität aus 28, 26 ui'd 21 Mk. Es Findet nun noch eine Rutzholz- und eine Brenn-

Entlarvte Fakire.

Don Graf Karl von Klinckowstroem, München.

als Geschenk anzubieten. Aber da ereignete sich etwas, was nicht im Programm vorgesehen war. Aus diese unüberlegten Worte Sarraks hin stürzte plötzlich dessen kleiner Sohn, der nebst seiner Frau ebenfalls anwesend war, weinend auf seine Mutter zu und rief:Mama, die nehmen mir alle meine Fischchen mit fort!" Tableau!

Der sehr einfache Trick Sarraks wurde dann bei einer andern Gelegenheit bald aufgedeckt: einer der Anwesenden hob heimlich bei günstiger Gelegenheit einen Zipfel des Tuches auf, mit dem der Meister sich bedeckt hatte, und da fand man wiederum ein Rohr, das Sarrak unter seiner Kleidung verborgen gehalten hatte, und aus welchem er eben im Begriffe stand, die Fischchen in das Glas auszuleeren. Trotzdem fand er unter denen, die nicht alle werden, auch weiterhin gläubige Anhänger, bis er nach 1910 von der Bildfläche verschwand, nachdem feine Identität mit dem obenerwähntenProfessor Saldini" fest- gestellt worden war.

Wie steht es nun mit dem ägyptischenFakir" Tahra Bey? Seine Kunststücke bestehen im folgenden: Rachdem der Magier sich angeblich in Trance versetzt hat, wird ein 83 bis 90 Kilo­gramm schwerer Stein auf seinem Leibe in Stücke zerschlagen. DaS nächste Experiment betrifft die angebliche Anempfindlichleit gegen Schmerzen. Tahra Bey legt sich auf ein Brett mit Rägeln nach dem Vorbild indischer Büßer, ferner läßt er sich lange Hutnadeln durch die Wangen, durch das Fettgewebe der Arme und durch die Haut unter dem Kinn stechen, ohne Schmerz zu verraten, und ohne daß er blutet.

Aber alle diese Vorführungen haben gar nichts Wunderbares an sich: jeder kann sie nachmachen. Das Kunststück, einen weichen Sandsteinbrocken auf d^m Leibe zerschlagen zu lassen, ist ein alter Trick, der von jeher im Repertoire eines jeden Iahrmarkt-Herkules enthalten ist. Die Dägel im Rogclbrett aber sind stumpf und stehen so dicht, daß die Last des Körpers sich ohne jede Anbe­quemlichkeit für den Ausführenden verteilen kann und kein Ragel die Haut auch nur ritzt. And das Durchstechen bestimmter Stellen der Haut mit dünnen Radeln ist ebenfalls eine Sache, die bei jedem Menschen genau so gelingt, kaum Schmerz bereitet und völlig unblutig verläuft. Man muß sich nur dazu überwinden, es zu versuchen. In deutschen Flieger.reifenunterhie't" man sich wäh­rend des Krieges vielfach mit diesem Kunststück. Der französische Schriftst Her Paul He uz e hat unlängst alle diese Tricks des Tahra Bey nach­gemacht und in einem sehr interessanten Buche darüber berichtet.

Auch das Lebendigbegraben für ein Viertelstündchen, das Tahra Bey vorführt, ist in der Form, wie es geschieht, eine ganz ungefähr­liche Sache: der mit P/i Finger hoher Sand­schicht bedeckte Sarg, in den sich derFakir" einschließen läßt, würde ihm nach ärztlichem Urteil sogar gestatten, sein Experiment Über eine ganze Stunde auszudehnen. Die Autohypnose und die Wiedererweckungszeremonien des angeb­lich Scheintoten sind nichts anderes als theatrali­sches Beiwerk, um dem Publikum Sand in dse Augen zu streuen. Der bekannte amerikanische Laschenspieler und Entf"sselungskünstler Harry Houdini hat es sogar «ertiggebracht, in öffent­licher Dorführung in einem verlöteten Metall­sarg unter Wos'er l1/, Stunden zu verweilen. Gr blieb währenddessen mit der Außenwelt nur durch ein Telephon in Verbindung.

Ohne Zweifel sind auch dieFakire", die der Indienreisende als fahrende Gaukler zu sehen bekommt, feine echten Fakire oder gar Vogls. Das ganze Milieu des Zauberlandes Indien mag aber leicht dazu beitragen, daß der naive Reisende diesen Gauklern besondere Fähigkeiten zuzuschreiben geneigt ist. Fachmänner, d. h. in diesem Falle Taschenspieler, haben oftmals fest- gestellt, daß das Können der indischen Zouber- ntnfller meist weit hinter dem ihrer europäischen Kollegen zurückb'.eibt. Hervorragende Leistungen scheinen eine Ausnahme zu sein.

Am 1880 trat in Paris ein mit zahllosen Talmi-Orden behängter Zauberkünstler auf, der sichProfessor Saldini" nannte und mit lauter Reklamewissenschaftliche Erperimental- sltzungen über Magnetismus, Katalepsie und Hellsehen" ankündigte. Einmal hatte er das Pech, aus seinem Publikum heraus den be­kannten Taschenspieler R a y n a l h zur Mitwir­kung an seinen Vorführungen aufzusordern der darüber einen amüsanten Bericht hinterlassen hat. Saldini rief durch magnetische Beeinflussung angebliche Katalepsie hervor es war ja die Zeit, als die Grscheinunaen des Hypnotismus noch den Reiz der Reuheit hatten, wobei ihm seine Frau als Versuchsperson diente. And er fand auch bei seinen Zuhörern großen Beifall. Run bat ihn aber Frau Rayna ly, es einmal mit ihr zu versuchen, was Saldini auch sogleich tat. Er geriet aber in nicht geringe Verlegenheit, als sein neues Medium die gleichen Phänomene vormachte, wie vorher seine Gattin, denn er war auf diese prompte Wirkung seinesmag­netischen Fluidums" nicht gefaßt. Er beeilte sich daher mit der Entschuldigung, er dürfe ein so empfindliches Medium nicht überanstrengen, Frau Raynaly aus Ihrem angeblichen magne­tischen Trancezustand zu wecken. Es war auch die höchste Zeit, denn Frau Raynaly konnte kaum noch das Lachen verbeißen.

Etwa 27 Jahre später begann eine französische spiritistische Zeitschrift wunderbare Dinge von einemFakir-Doktor" mit Ramen Gral Albert de Sarrat zu berichten, der u. a. binnen wenigen Minuten ©amenförner zum ftetmen und kleine Fischchen aus den Eiern zum Ausschlüpfen zu bringen vermochte. Der Magier ging dabei folgendermaßen vor: er gab einem der An­wesenden ein Häufchen Erde in die geöffneten Hände und steckte eine abgezählte Anzahl ge­kennzeichneter Samenkörner hinein. Darauf wurde das Licht gelöscht. Sarrak führte unterdessen unter Stöhnen magnetische Striche über dem Erdhäufchen aus und stocherte gelegentlich mit einem Bleistift darin herum. Da, o Wunder! als wieder Licht gemacht wurde, sah man, daß grüne Keime hervorgesproßt waren und zwac genau soviele wie vorher Samenkörner einge­pflanzt worden waren.

Kannte Sarrak das Geheimnis der indischen Vogis, das Pslanzenwach, tum auf wunderbare Weise zu beschleunigen? Es schien so. And doch wurde der erstaunlich einfache Trick bald entdeckt: der Pariser Bildhauer Arnold hatte den Ein­fall, als er einmal den Vorzug hatte, diever­zauberte" Erde in seinen Händen zu halten, diese Erde zu untersuchen, während die Keimlinge im Saale herumgereicht und bestaunt wurden. And siehe da, er fand die gekennzeich­neten Samenkörner vollzählig vor. Das ganze Wunder lag lediglich in dem Bleistift, mit dem derFakir" in dem Erdhäufchen herum­zustochern pflegte: er war ein Rohr, in welchem die Keimlinge verborgen gewesen waren.

Auch mit feinem anderen Kunststück erlebte der armeGraf Sarrak' eine Blamage. Er pflegte seinen Zuschauern einige Körner ge­trockneten Kaviars zu zeigen, die er in ein halbgefülltes Glas Wasser 'warf. Dann setzte er sich auf einen Stuhl, mit dem Gefäß zwischen seinen Schenkeln, und bedeckte feinen Körper von der Brust bis zum Boden mit einem weißen Tuch. Sodann wurde das Licht bis auf eine kleine Lampe ausgelöscht. Sarrak flüsterte unverständliche Worte vor sich hin und stöhnte bisweilen laut. Das hat er vermutlich von den spiritistischen Medien gelernt. Rach 10 Minuten wird wieder Licht gemacht, man entfernt den Aeberwurf, und aus den Kaviarkörnern im Glase sind jetzt ebenso viele kleine rote Fischchen geworden! Das gläubige Publikum staunt das Wunder an.

Aber eines Tages gab eine Dame ihrem Un­feinen Ausdruck, indem sie laut sagte: ..Der hält uns feohl für Idioten." Sarrak beeilte sich nun, um den peinlichen Eindruck dieser treffenden Bemerkung zu verwischen, den an­wesenden Damen je eines der kleinen Fischchen

Holzversteigerung statt. Die Beteiligung an der Haussammlung zugunsten des ge­planten Kriegerdenkmals war bei nur wenigen Ausnahmen allgemein. Der eingegan- gcnc Betrag beläuft sich auf über elf- hundert Mark.

* Climbach, 7. März. Arn Sonntag 1., und Montag. 2. Iuli findet hier das BundeSfeft des Lumdatal-Sängerbundes statt, womit der hie ige GesangvereinLieder­kranz" die Feier seines 3 5jährigen Be­stehens verbindet. Der Festausschuß hat die erforderlichen Vorarbeiten bereits in Angriff genommen. Man ist unter Aufbietung aller Kräfte eifrig bemüht zumal seit 1896, wo das Fahnenfeeihsest stattfand, noch kein Fest hier wieder abgehalten wurde dieser Veranstaltung besondere Weihe und Glanz zu geben. Hoffent­lich geben die noch zu erwartend.n Anmeldungen der Vereine recht bald und zahlreich ein, um eine Aebersicht über die Beteiligung zu ge­winnen. Man hofft hier, daß alle Festbesucher in unserem waldumrahmten liebst hen Dörfchen heitere und gastfrohe Stunden v-rleben, und auch die Vereine, die sich an dem gleichzeitigen Wcrtungssingen beteiligen, auf ihre Rechnung kommen werden.

tor. Odenhaufen, 7. März. Anser Krie- gerberein hielt am Samstagabend bei Kam. Delling einen in jeder Hinsicht mit verlaufenen Familienabend ab. Der Vorsitzende be­grüßte die Anwesenden und schloß seine An­sprache mit einem Hoch auf unfern Reichspräsi­denten v. Hindenburg. Musiklehrer Schweitzer hatte mit feiner guten Kapelle den musikalischen Teil übernommen und damit den größten Teil zum Gelingen der Feier beigetragen. Frau Thorn und Lehrer H ö ch st zeigten einen sehr schönen Zeppelinfilm. Angehörige von Mitglie­dern spielten ein Theaterstück in geschickter Weise. Kamerad Müssig unterhielt die An­wesenden durch sehr gute heitere Vorträge. Am 11 Ahr gab es Kaffee und mürbe Wecken, die vorzüglich mundeten. Der Vorsitzende dankte allen Mitwirkenden, dabei besvnd.rS den Frauen für ihre Mühe und Arbeit, die sie immer und hauptsächlich während des Krieges gehabt, und schloß mit einem Hoch auf die deutschen Frauen. Die ganze Feier verlief sehr schön und in fin­niger Weise.

Geilshausen, 7. März. Bei Beginn dieser Woche wurde bei Landwirt Kriep eine Saatreinigungsanlage Petkus auf- gestellt. Von den Landwirten wird diese Einrich­tung lebhaft begrüßt, da im Lumdatal noch leine derartige Maschine vorhanden ist. Es ist jetzt jedem Landwirt Gelegenheit geboten, ein ein­wandfreies, vollwertiges Saatgut zu erhalten. Die Ersparnisse, die hiermit erzielt werden, sind sehr grob, da alles Minderfeer ige von der Ma­schine ausgeschieden feird und der Wirtschaft erhalten bleibt. Aus diesem Grunde wäre im Interesse der Landwirte eine eifrige Inanspruch­nahme der Saatreinigungsanlage zu wünschen, o Saasen, 7. März. Am Volkstrauertag wurde hier in der Kirche der Film:Der h i 11 i g e Dorn" vorgeführt. Dieser Film, der in das Samariterwerk der Krüppelfürsorge führt, war gerade am Volkstrauertag gut am Platze. Der Film zeigt neben anderen segens­reichen Arbeiten auch die Arbeit an den Kriegs­krüppeln. Die verbindenden Worte wurden vom Pfarrer gesprochen. Der Hessische Landesverein für Innere Mission veranstaltete die Filmvor­führung, um den Reinertrag der neu.n Krüppel- Lehrwerkstätte zu Rieder-Ramstadt zuzuwenden. Hier gingen 63,40 Mk. ein.

-j- Grünberg, 7. März. Die Kanalisation der Londorfer Straße von der Gießener Straße bis zur Bahnüberführung ist soweit beendet. Die meisten Hausanschlüsse sind fertiggestellt. Im Interesse der Anlieger und der Landwirte wäre auch eine baldige Fertigstellung der Straße von Bedeu­tung, da in riniaen Wochen die Destellnngsarbeiten einseßen und auf der Londorfer Straße der Haupt­verkehr nach den Aeckern zu liegt.

Kreis Büdingen.

):[ Gelnhaar, 7.März Gestern nachmittag sollte ein siebenjähriges Mädchen einen Laib Brot holen. Es bekam von feiner Mutter dazu rin Markstück mit. Unterwegs spielte es mit fei­nem Ball und nahm das Gelo stück in den Mund, von wo es in die Speiseröhre ver­schluckt wurde. Der sofort herbeigerufene Arzt konnte das Geldstück nicht herausbekommen, da es sich unter dem Kehlkopf fe ft gefegt hatte. Er ordnete die Ueberfuhrung des Kindes nach Gießen in die Klinik an, wo die Mark auf operativem Wege entfernt werden muß.

Kreis Schotten.

Laubach, 7. März. Auf der vorgestrigen Holzversteigerung der Gemeinde (ForstortEisenlöcher", bei der Station Lau­bacher Wald) wurden weaen der bequemen Ab­fahrt verhältnismäßig hohe Preise erzielt. Es kosteten der Raummeter Buchenscheiter im Durchschnitt 13 bis 14 Mk., Duchenknüppel 9 bis 10 Mk., Buchenstocke 8 bis 9 Mk., vier Meter Reisig kamen auf 5 Mk. Wie wir seinerzeit meldeten, ist in der hiesigen städtischer Turnhalle eine Jugendherberge herge­stellt worden. Die innere Ausstattung ist jetzt beendet. Es sind zwei hübsche Schlafräume eingerichtet worden, einer mit 14 "Selten und einem kleinen eisernen Herd für Knaben, und ein zweiter mit 12 "Betten und einem ei fernen Ofen (auch zum Kochen zu benutzen) für'Mäd­chen: hier steht auch ein Schrank mit Reserve- Bettzeug. Die beiden Schlasräume sind ttkit Sitz­gelegenheit, Waschbecken ausgestaitet und auch mit elektrischer Beleuchtung versehen. Arn letzten Samstag wurde die Herberge erstmalig benutzt. Für die "Beigeordnetenwa.hl. die am 18. März stattsindet, sind drei Wahlvor­schläge eingereicht worden: Gemeinderatsmit­glied Wilhelm Pitz II., Landwirt und Dez.- Sparkassen ontrolleur: EemeinderatSrnitglied

August E m m e l i u s, Kaufmann: und Metzger- meister und Landwirt Adolf R e i d t.

cP Freienseen. 7. März. LandwirtschaflS- rat Trautmann. Direktor des Landwirt­schaftsamtes Grünberg, hielt dieser Tage im Rat­haussaal in gut besuchter Versammlung einen Vortrag überVorteile der Jung­vieh w e i d e". (Bürgermeister Männche leitete die Versammlung. Der Redner führte u. a. etwa folgendes aus: Die gesundheitlichen Vorteile für das Vieh, die eine derartige Weide mit sich bringt, sind von weittragender Bedeutung. Die Entwichlung des Jungtieres, insbesondere die Knochenbildung, wird durch die Bewegung in freier Ratur äußerst günstig beeinflußt. Die Widerstandsfähigkeit, Gesundheit und Freßlust sind weiterhin Vorteile, die die Folge des Weideganpes sind. Reben diesen Vorteilen stehen die wirtschaftlichen Vorteile für den Besitzer. Die Kosten für Fütterung und Haltung werden wesentlich herabgesetzt. Die sich anschließende Aussprache 'war sehr anregend. Reben Fra­gen, die das Thema des Vortrages berührten, wurden verschiedene andere Gebiete behandelt. Die an den Redner gestellten Fragen wurden beantwortet. Da das zur Verfügung stehende Gelände, das im Eigentum der Gemeinde ist, für eine Iungviehweide nicht ausreichen wird, soll zunächst ein Iungviehtummelplatz inS Leben gerufen werden. Bürgermeister Männche dankte Direktor Trautmonn für feinen lehr­reichen Vortrag. Die Versammlung zollte den interessanten Ausführungen lebhaften Beifall.

§ Alrich stein, 7. März. Am Samstagabend wurde unsere Gemeinde in di? M i s s i o n s - arbeit in China eingeführt. Mi fionat Lauk von der Baseler Mission hielt in der Kirche einen Mifsionsvortraq. Der Redner Hai selbst nahezu elf Iahre in China als Missionar gearbeitet und konnte daher aus der Fülle seiner eigenen Erfahrungen vom Vordringen des Christentums im Reich der Mitte berichten. Zahl­reiche gut gelungene Lichtbilder waren eine willkommene Ergänzung des ge'prochencn Wor­tes, die Zuhörer folgten dem Vortrag bis zum Schluß mit gespannter Aufmerksam eil. Ein nam­hafter Betrag ging als Kollekte für die Baseler Million ein.

ZFeldkrücken.7. März. Am Sonntag konnten wir der Predigt eines Missionars lauschen, des Herrn La u k von der Basler Mission, der in packender Weise von Kampf und Not der Mission in China erzählte, wo er über 10 Jahre lang tätig war. Abends fanden sich noch einmal zahlreiche Zuhörer zu einem schönen und lehrreichen Lichtbildervortrag des Mis­sionars in unserer Kirche ein.

Kreis Alsfeld.

»er. Homberg a. d. Ohm, 7. März. Zu dem heutigen Schweine markt waren 212 Schweine aufgetrieben. Es wurden je nach Alter folgende Preise erzielt: Für 68 Wochen alte Ferkel pro Kopf 20-22 Mk., für 9-12 Wochen alte 2330 Mk. Roch ältere Ferkel galten über 30 Mk. Dieser erste Frichjahrsmarkt war zwar gut besucht, dennoch blieb etwas Aeberstand, was sich auf die zur Zeit herrschende ungünstige wirtschaftliche Lage zurückführen läßt. War doch der 'Preis für Mastschweine auf dem letzten Frankfurter Viehmarkt erheblich gesunken.

(5 Dannenrod, 7. März. Am Samstagabend wurde in der hiesigen Kirche ein mehraktiger Film D e r billige Bor n" aufgeführt. Dieser zeigte das Leben in dem Krüppelheim Hekenenheim zu Volkmarstein in Westfalen und die Entstehung der Anstalten in deutlicher Weise. Leider war hier der Besuch am Abend nicht so stark: in Appenrod war er am Freitagabend, in Mau 1 bach am Don­nerstagabend erheblich besser. Der Reinertrag ist dem Hessischen Krüppelheim zu Nieder-Ramstadt zuge­flossen. Am 13. März wird in der hiesigen Kirche durch Missionsinspektor Pfarrer Schulz (Berlin) ein Lichtbilder vortrag über bas Wirken der Mission in Japan stattfinden.

ck. Wettsaasen, 7. März. Die Hof reite des früheren Gemeinderechners Karl Grün da­hier wurde dieser- Tag? zum viertenmal auf Antrag der Erben durch das Ortsgericht Wett- faafen versteigert. Die erste Versteigerung er­folgte Anfang Iuni 1927, sie erbrachte ein Ge­bot von 1905 Mk., die zweite Versteigerung feat Mitte Iuni 1927 und brachte 2000 Mk die dritte Versteigerung war Anfang Februar 1928 mit 1300 Mk., die vierte Versteigerung dieser Tage brachte ein Gebot von 2000 Mk. Die ©c» nebmigung soll diesmal erteilt werden.

Rheinhessen.

WSR. Mainz, 7. März. Die unhaltbaren Zustände auf der M ainzer Straßen­brücke wurden heute wieder dargetan durch einen Unfall, der ein mehrstündiges Ver­kehrshindernis herauP.schwor. Heber 200 Fahrzeuge konnten längere Zeit nicht feeiter- fahren. Einem schwer beladenen Lastauto einer ©inblinger Südfrüchtehandlung kam ein Rad­fahrer entgegen. Um ein Unglück zu verhüten, riß der Führer das Auto im letzten Augenblick zur Seite. Der La st wagen fuhr in voller Fahrt auf das Trottoir und rannte wider das Brückengeländer, riß dieses zu­sammen und schwebte zur Hälfte in freier Luft über dem Rhein. Die beiden In­sassen, der Fahrzeugführer und eine weibliche Person, kamen mit dem Schrecken davon. Das Lastauto, dessen Absturz in den Rhein jeden