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JOHANNA VOGT
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die Tagung die reichen geschlossen.
mit dem Ausdruck des Dankes für Anregungen von dem Vorsitzenden
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die Infanterie oder Artillerie sollen: wir Frauen verfügen
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Milch und Butter und ihre Bedeutung.
davon, ob wir in eingereiht werden über ganz andere
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auf sei. Aber dieser ingeniöse Einfall wird schon dadurch ad absurdum geführt, daß man sich bloß vorstellt, er werde allgemein eingeführt: Wenn die ganze Strotze entlang stets an einem Fenster der Schatten eines sitzenden Mannes erscheint, dann wird das auch dem dümmsten Einbrecher auffallen! Ein anderer Gedanke sicht eine besondere Vorrichtung an der Treppe vor. Sobald ein Einbrecher die unterste Treppenstufe
ümSonntafi tonnten ir (auld)?n, der hem der in packender Meist Ion in Thina erzählte, i war. Abende sanden lörer zu einem M" roortragdes Ms
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betritt, die zum Hause hinaufführt, erscheint ein rotes Licht über der Haustür, so dah der patrouillierende Schuhmann sofort aufmerksam werden kann. Eine Firma erprobte diese Idee nicht ohne Erfolg, aber allgemein eingebürgert hat sie sich nicht, denn dieser Mahnahme steht wie so vielen anderen die Tatsache entgegen, datz sie bei dem Dekanntwerden nutzlos wird. Der Dieb wird eben nicht über die Treppenstusen gehen, wenn er Weitz, dah er dadurch ein Warnungssignal auslöst, Ueberhaupt sind solche schlauen .Fallen", wenn sie nicht geheimgehalten
Kirche und Schule.
Torfkircheavorstcher-Tagimg in Münzcnberg.
• Münzenberg, 7. März. Am Montag fand hier eine Dorfkirchenvorsteher-- Tagung statt, die von der „Dorfkirchen-Der- einigung für das südliche Oberhessen" veranstaltet war. Der Tagung ging eine Art Vorfeier für die festgebende Gemeinde am Sonntag voran, indem im Hauptgottesdienst Pfarrer Dr. Heyman n von Rodheim bei Hungen predigte und ein dorftirchlicher Gemeindeabend, der sehr gut besucht war, im Saale des Gastwirts Volp „Zum Löwen" gehalten wurde. Als Vorsitzender der Dorfiirchen-Dereinigung sprach Dekan G c r i b a - Ridda der gastfreien Gemeinde, sowie allen Mitwirkenden an diesem Abend herzlichen
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Die Milch ist weih — woher kommt diese weihe Farbe? Das Fett schwimmt in der Milch in ganz feinen Tröpfchen, die Tröpfchen sind so Nein, dah man sie mit dem blohen Auge gar nicht sehen kann, sondern nur unter Zuhilfenahme des Mikroskops. In einem Kubikmillimeter Milch kann man 2 bis 5 Mill onen Fllttröpfchen finden. Diese Fettemulsion ruft bei auffallendem Licht die weihe Farbe hervor. Bei der Herstellung von Butter lagern sich die Fetttröpfchen durch den Buttcrungsprozetz aneinander und dann sieht die Butter nicht mehr Weitz aus — wie man nach dem Vorhergesagten annehmen könnte —, sondern gelblich. Dieser Farbstoff (Karotin und Lantophill) stammt aus den Futterpflanzen und geht bei der Milchbildung in die Milch über. Je nach der Art des aufgenommenen Futters bzw. der damit aufgenommenen Farbstoffe verändert sich auch die Farbe des Butterfrttes. Daher ist die Sommerbutter (Grasbutteri) im allgemeinen kräftiger gelb gefärbt als Winterbutter Deson- ders kräftige Farbsto'füberträger sind Kleefutter und Wicken. Der Uebergang von diesem Futter zu anderem verändert die Butterfarbe fast äugen' blicklich. Diele Forscher haben auch festgestellt, dah d'e kräftig gelbgefärbte Butter, deren Milch von Kühen stammt, welche reichlich Grünfutter erhalten, auch sehr reich an Vitaminen, namentlich an dem fettlöslichen Fallor A, ist.
Sonderbare Einbrecherfallen.
Die moderne Kriminaltechnik rückt den „schweren Jungen" immer mehr auf den Leib, und die Sicherungen, die durch Mechanismen oder durch sofortigen „Rotruf" gewonnen werden, sind immer stärker. Freilich geht aus der Suche nach solchen Schuhmahnahmen die Phantasie der Fachleute manchmal auf merkwürdige Wege. Einige Vorschläge, die in letzter Zeit von Beamten von Scotland Pard gemacht worden sind, bespricht ein früherer englischer Polizeiinspektor in einer Londoner Wochenschrift. So empfahl
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z. B. ein junger Kriminalist, jeder Wohnungs- rnhaber solle eine lebensgroße männliche Gestalt aus Pappmaschee des Rachts so auf einen Stuhl setzen, datz der Schatten von außen am Fenster deutlich zu sehen sei. Ratürlich muß dann auch das Licht die ganze Rächt brennen. Er erklärte, kein Einbrecher werde in ein Haus einzudringen dem augenscheinlich noch ein Mann
Selbstmord
des Kamilienmörders Wichmann?
WER. Frankfurt a. M., 7. März. Aach den bisher von der Kriminalpolizei gemachten Erhebungen kann mit großer Wahrscheinlichkeit damit gerechnet werden, dah Wichmann nicht mehr unter den Lebenden weilt. Durch Zeugenaussagen ist festgestellt worden, daß am 1. März, dem Tage der grausigen Tat, kurz nach 12 Uhr mittags ein Mann von der Wilhelmsbrücke i n den Main ge-sprungen ist. Als der Selbstmörder auf das Brückengeländer stieg, stand in unmittelbarer Aähe ein junger Mann. Dieser Zeuge gab eine Personen- und Kleiderbeschreibung, die auf Wichmann paßt. Wichmann hat nach ärztlicher Feststellung seine Frau und seine drei Kinder wahrscheinlich zwischen 10 und 11 Uhr vormittags ermordet. Er hat dann um 11 Uhr das Haus verlassen und ist kurz vor 12 Uhr in den Main gesprungen. Bei den jetzigen Witterungsverhältnissen ist damit zu rechnen, daß es noch einige Zeit dauern wirb, bis die Leiche an die Oberfläche kommt. Die Angabe, daß Wichmann nach der Tat In Do mstadt und Egelsbach gesehen worben sei, dürfte somit nicht zu- treffen. Auf Grund der polizeilichen Ermittlungen kann mit Sicherheit angenommen werden, daß äußerste wirtschaftliche Aot das Motiv zurTat gewesen ist.
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Augenblick zu befürchten war, wurde mit Hebewerkzeugen nach zweistündiger Tätigkeit aus dieser Lage befreit.
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KrciL. . rburg.
]( Marburg, 7.März. Die Stadtverordnetenversammlung bewilli für den Aufbau der Festspielbühne und für die dazu erforderlichen gärtnerischen Anla- ?i e n auf dem im Schlotzpark liegenden Ge- ände einen Kredit von 34 0Ö0 Mk. Es ist Vorsorge getroffen, daß 2000 Personen den Freilich tveran Haltungen beiwohnen können. Der Platz mit dem Schloß im Hintergrund soll nicht nur den Fest^pie.en, sondern auch Konzerten und anderen Festlichkeiten dirnen. Auch der althistv- rische Bückingsgarten am Eingang zum Schlohhof soll mehr als bisher dem Pub üum zugänglich gemacht werden. Es wurden 3.0J Mk. zum Bau einer Wirt chaltshalle dortselbst bewilligt. Mit dem Ausbau einer Starkstromleitung zwischen Odenhausen und dem staatlichen Umspannwerk bei Gießen, der 50 000 Wk. erfordert, ist man einverstanden. Eine lebhafte Aussprache wurde durch die Eingabe des hie igen Grund- und Hausbesitzervereins betreffend Aufhebung d r Wohnungs- zwangswirtschaft in Marburg entfessel. Es wurde mitgeteilt, daß ein Ausschuß die Lage auf dem Wohnungsrnarkt geprüst und dabei festgestellt habe, daß für 3 7 7 Familien n och dringend Wohnungen geb aucht würden. Deshalb bestehe zur Z it keine Mag ich- keit, die Wohnui'gszwangswirt chefc in Marburg abzuschaf en. Die Stadtverordneten sch.os en sich diesem Standpunkt an.
Maingatt.
WSA. Frankfurt a. W., 7. März. Der Langendiebacher Lustmörder Heinrich Aeckermann, der feine Untat nach wie vor lebhaft bestreitet, ist gestern nachmittag nach Feststellung seiner Transportfähizkeit in das Lazarett der Strafanstalt Preungesheim eingeliefert worden.
SenatSergänzung die Dienstpflicht der verheirateten Frau dem freien Ermessen der Ehefrauen überlassen. Der Senat soll darüber beschließen, datz der Platz der französischen Mutter am Herd und nicht an der Front ist. Zahlreichen hervorragenden französischen Frauen ist mit die'em Entgegenkommen nicht gedient. Die Ballettänzerin Monna Pawa hofft, daß der Senat den Gesetzentwurf in seiner augenblicklichen Form annimmt. Frauen müssen nach ihrem Kunnen den Dienst am Vaterland versehen. „3d> persönlich", sagt sie. „würde gern im Automobilkorps dienen". Die Schriftstellerin 3eanne Aenouard sagt: „3ch möchte am liebsten zur Flotte eingezogen werden. 3ch halte es mit der See." Eine andere Schriftstellerin, Germaine Acrement, wiederum erklärt: „Laßt mich in der Feuerzone dienen." Die Schauspielerin 3ane Piecly findet aber: „Trotz meiner streitlustigen Aatur sehe ich als die passendste Aufgabe der Frau in Kriegszeit an, dem Manne Mut zuzusprechen und daS Herz froh zu haben. Selbst im Fall der Mobilisierung ist keine Rede
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französische Künstlerinnen über ihre „Dienstpflicht".
3m französischen Senat bespricht man das von der Kammer bereits angenommene Gesetz, das die Einberufung der ganzen Ration für den Kriegsfall vorsieht. 3n seiner jetzigen Gestalt betrifft das Gesetz beide Geschlechter, doch wlll eine
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werden können, wertlos. Die Einbrecher sind schlau genug, solche Mechanismen in ihrer eigenen Wohnung zu erproben und Wittel und Wege zu ihrer Ueberwindung auszuarbeiten. Ein höchst» >ibner Plan besteht darin, daß eine kleine Grube dicht vor dem Eingang zum Hause ausgegraben wird: diese soll mit einer zähen Leimmafse und einem roten Farbstoff ausgefülll werden. Tritt der Einbrecher auf die dünne Schicht, die die Grube verdeckt, dann bricht et ein und wird sofort festgeleimt und bis an die Knie mit roter Farbe bedeckt. So kann er also leicht erkannt und bequem verhaftet werden. Ein Schutzmann erfand einen künstlichen „Wachthund" mit Glasaugen, die durch kleine elektrische Batterien zum Leuchten gebracht werden können. Dieser elektrisch beleuchtete Hund wird an sichtbarer Stelle aufgepflanzt und soll dann jeden gefährlichen nächtlichen Befucher fernhalten. Aber bei der ersten Verwendung die'es wunderlichen Spielzeugs ergab sich das Resultat, daß der Einbrecher den Hund trotz seiner glühenden Augen einfach — mitnahm. Erfolg hatte eine Vorrichtung gegen Taschendiebe, die noch eine besondere Sicherhcitskette an der Uhr vorsieht, die im Westenfutter befestigt wird. Wenn der Taschendieb die Uhr herauszieht, dann wird die Uhr durch diese Kette festgehalten, und es ist auf die e Weise gelungen, zahlreiche Diebe zu verhaften.
(Ein Denkmal für einen koch.
3n Frankreich hat sich ein Komitee gebildet, um dem berühmtesten französischen Koch, dem Schop'er der modernen gallischen Kochkunst, die ein Stolz Frankreichs ist, Da rem e, in feiner Vaterstadt Pa.iS ein Denkmal zu setzen. Dieser ..Koch der Köche", der aus einer armen Familie stammte und sich als Küchenjunge bei Ta lieh- ranö an seinen ke.ühmten Vorgängern Lagui- Pierre und R i q u e 11 e bildete, ist der berühmteste Küchenchef der napolronischen Zeit gewesen. Als junger Mann betätigte er sich nicht nur praktisch im Backen von Pasteten und Erfinden von Saucen, sondern er studierte auch die Literatur der Küche, um seine große Reform vorzubereiten. ,.3ch betrachtete hinter meinem Küchenofen," hat er selbst gesagt, „die Küchen von 3nbien und China, von Aegypten und der Türkei, von 3talien. Deutschland und der Schweiz. 3d) fühlte, wie unter meinen Streichen bas unedle Handwerk zusammenbrach und eine neue Kunst emporstieg? Er schuf mit seinen Rezepten neue Gesetze der Gastronomie, und sein Ruhm ging durch alle Lande. Racheinander war et Küchenchef an den Höfen von England, Rußland und Oesterreich, dann beim Baron Rothschild und bei dem englischen Gesandten in Paris, Lord Steward. Als seine angegti fene Gesundheit ihm nicht mehr gestattete, selbst am Herd zu stehen, begann er seine literarischen Arbeiten, auf denen die Kochkunst des 19.3ahrhunderts in Frankreich beruht. Er starb, wie er gelebt. Als ihn einer seiner Freunde an seinem letzten Krankenlager besuchte, lag Earöme mit geschlossenen Augen und murmelte: „Du bist es, lieber Freund, Dank! Gestern waren deine Fisch- klößchen gut gekonnt, aber sie waren zu fest und die Sauce schlecht gebunden. Siehst du, man muß ...“ Er hob die zitternde Hand und machte eine Bewegung, wie wenn er etwas anrühren wollte — bann sank er tot in die Kissen zurück.
Scherze von Vriand.
Der französische Außenminister Aristide Driand ist wegen seines Witzes berühmt, und unzählige Scherze, die er auf Kosten anderer und auf eigene Kosten machte, werden von ihm berichtet. Als er zum erstenmal Ministerpräsident wurde, so wird in der „Deutsch-französischen Rundschau" erzählt, rief er aus: „Wie schade, dah meine Angelsaison so früh unterbrochen wirdl" Aus den Einwand, er werde ja auch noch weiter ab und zu Zeit finden, um Angeln zu gehen, meinte er: „Wenn man Ministerpräsident ist, schlagen sich auch die Fische zur Opposition." Eine andere Anekdote handelt von seinem alten Feind, dem royalistischen Rationalisten Löon Daudet. Dieser befand sich einst in der Rähe von Briands zärtlich geliebtem Mustergut Cocherel und wollte seinem Gegner einen Besuch machen. Er trifft ihn aber nickt an und bittet nun den greifen Verwalter, Driand von Löon Daudet zu grüßen: worauf der alte Mann ausruft: „Ah, L^on Daudet — richtig, so hat ja Herr Driand unseren größten Truthahn getauft!“
Dank auS und erläuterte die Bestrebungen der „Dorfkirche". Zur Delebung der Feier trug der von dem hiesigen Lehrer K r o st vortrefflich geschulte Männergesangverein wesentlich bei mit seinen stimmungsvollen Liedern. Für Auge und Ohr gleich lieblich war daS Spiel der evgl. Mädchenvereinigung „Die wahre Freude", in welches das Stück von Hans Sachs „Die Wahrheit niemand herbergen will" geschickt eingeflochten war. 3m Mittelpunkt des Abends stand der eindrucksvolle Vortrag von Pfarrer R ü h l - Reichelsheim über das „Familien- leben". Auch der Turnverein beteiligte sich durch schöne Hebungen am Barren aktiv an unserem Gemeindeabend. Am Schluß sprach Pfr. K ö d d i n g - Eberstadt über die „Rechte und Freyheiten der Burg und Stadt Wünhenberg, bestättiget durch die Münhen- bergische Erben" vom 3ahre 1256, und wies auf die echte Freiheit hin, die im freien Dienst für andere bestehe. Rach einem Dankeswort durch den Ortsgeistlichen und dem Gesang des Liedes „Gin feste Burg ist unser Gott" ging die Versammlung befriedigt auseinander.
Am Montag vormittag begann die eigentliche Tagung mit dem F e st g o 11 e s d i e n st. Liturg und Festprediger war Prof. Stroh vom Prediger-Seminar zu Friedberg. Das von Haupt- leyrer Wagner feinernpfundene Spiel auf der klangvollen Orgel und der harmonieschöne, von Lehrer K r o st geleitete Gesang des Mädchenchors erhöhte die Liturgie. 3n seiner hackenden Rede beschrieb der Prediger auf Grund von Apostelgesch. 20, 28 die „Apostolische Dienstanweisung für uns Kirchenvorsteher" durch Paulus mit ihren 3 „Paragraphen": 1. Denkt hoch von eurem verantwortungsvollen Amt. 2. Habt acht auf die Herde. 3. Habt acht auf euch selbst. Rach dem erhebenden Gottesdienst zerstreuten sich die rund 200 Besucher in die Familien der wartenden Gemeinde, die in herzlicher Gastlichkeit ihre Gaste mittags und nachmittags reichlich bewirteten. Gegen V$2 Uhr begannen die Hauptverhandlungen im Saale des Gasthauses „Zur Burg". Kirchenvorsteher Gilbert Diehl begrüßte im Ramen des Münzenberger Kirchenvorstandes alle Erschienenen und wünschte der Verhandlung einen guten Erfolg. Hierauf gab der Leiter, Dekan S c r i b a . dem Hauptredner, Pfr. Rühl, das Wort für seinen groß- angelegten Vortrag „Fluch und Segen der deutschen Sitte". Aus der Fülle des Stoffs kann nur weniges herausgehoben werden. Die Dauernsitte ist nur noch ein Rest der einstigen deutschen Sitte. Was ist Sitte? Die durch Geschichte und Erfahrung entstandene Regelung des gemeinsamen Lebens. Sie hat also bewahrende und fördernde Kraft. 3hr Gegensatz ist die Mode. Sie kommt aus den Großstädten und reißt die Menschen auseinander: denn durch sie will einer den andern übertrumpfen. Ein eigenartiger Crsah für die Sitte ist das Gesetz. Es ist die Sitte unter Zwang. Die gegenwärtige GeseheSvroduktion beweist das Schwinden der guten Sitten; eine große Gefahr für unser Volksleben. Dagegen Hilst nur das Wort und der Geist Gottes. Er schafft Freiwilligkeit, an Stelle des Geseheszwanges. Die Sinaigebote, 3esu Bergpredigt und die apostoll,cyen Ordnungen schufen neue Volkssitten. 3m Laufe der Zeit wurden sie aber ihres göttlichen 3nhalts entleert und zu toten Gewohnheiten gemacht. Das ist ihr Fluch! Wenn in ihnen der Sinn des brüderlichen Zusammenhalts verschwindet, dann haben die Volksund Kirchensitten keine Widerstandskraft gegen die Mode und den fressenden Kapitalismus, ja, sie können die Profitgier noch fordern. Darum ist die besondere Aufgabe der Kirchenvorsteher die, ihre Dorfsitten zu prüfen, ob sie vom Wort und Geist Gottes erfüllt sind oder es werden können. An der Aussprache, die noch manche schöne Ergänzung bot, beteiligten sich die Kirchenvorsteher leider fast gar nicht. Don ihnen hätte man gern Hinweise auf die besonderen Dorfsitten, ihre Bedeutung und Behandlung gehört. Etwa um Vr5 Uhr wurde die Versammlung und damit auch
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