Ausgabe 
7.9.1928
 
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Oberheffen.

La dkrci4 Gießen.

m Lollar. 6. Sept. Das Preisschiehen des Beteranen- und « ri e g e r o e r e i n s Lol­lar findet an den kommenden Sonntagen statt. 3ur Preisoerteilung stehen etwa zwanzig wertvolle Gegenstände zur Verfügung, die zurzeit im Schau­fenster des Sattlermeisters Karl Seipp zur An­sicht ausstehen. Der Kartoffelkrebs, über dessen Feststellung in der Gemarkung Lollar wir kürzlich berichteten, ist erfreulicherweise bis jetzt nicht weiter ermittelt worden. Das vorforglicher- weife erlassene allgemeine Verbot des Verkaufes non Kartoffeln konnte daher auf den einen Fall beschränkt werden.

i Mainzlar, 6. Sept. Bei der gestern statt- gehabten GrummetgraSverstetgerung der Gemeinde waren bei schwacher Betei liaung die Preise auch ziemlich niedrig, und es verblieb sogar noch einiger lleberftand. Zum großen Teil handelte es sich auch um Stücke mit sumpfi­gem Untergrund, wo das Grummet nur zu Streaizwecken zu gebrauchen ist: hier konnte man den Viertelmorgen schon zu 50 Pf. haben. Dank der guten Witterung war die Grummeternte in noch nicht ganz einer Woche beendet. Dah der Ertrag gut war. erkannte man an den genau so vollbeladenen Wagen wie bei der Heuernte.

gr. Vrüningen, 6. Sept. 3n dieser Woche fanden hier dieAeichsjugendwettkämpse statt. Es nahmen alle Schüler der Oberklasse, ausgenommen die körperlich behinderten, daran teil. Bei einer Beteiligung von 36 Schülern wurden 12 Siege errungen. 3n jeder Abteilung wurde ein vvliStümlicher Dreikamps, bestehnid aus 100-Meter- bzw. 75-Meter-Lauf. Weitsprung und Schlagballwectwurs, auSgetragen. Das Er­gebnis ist folgendes: Gruppe i, Knaben: 1. Jakob Schäfer 48 Punkte, 2. Otto Schmalz 40 P. Gruppe I, Mädchen: 1. Marie G rohhauS 50 P., 2. Emilie Größer 40 P. Dorklasse, Knaben. 1 Albert Lei dich 49 P., 2. Eh istian Petri 46 P., 3. Gerhard Bender 43 P. 4. Wilhelm Petri II. 41 P.. 5. Paul 3s- heim 40 P. Bor klasse, Mädchen: 1. Emma 3s- heim 50 P., 2. Frieda Albach 49 P., Z^Hilde 3 «beim 44 P. Die beiden Mädchen Marie Groh hauS und Emma 3s h e im erreichten die höchste Punktzahl und bckonunen die Ehren­urkunde de« Reichspräsidenten, die übrigen zehn Sieger die vom Reichsausschuh für Leibes­übungen gestiftete Urkunde.

)( Lich, 6. Sept. Nachdem der Unterricht be­reits begonnen hatte, wurden am Somllagnach- mittag die Konfirmanden dieses 3ahres in feierlichem Gottesdienst eingewiesen. Am Schluß des ®ctie«bienfted traten nach alter Sirte die Eltern und Poren der diesjährigen Konfirmanden an den Altar heran, um durch Handschlag zu versprechen, den Pfarrern bei ihrer Arbeit an den Kindern treulich zur Seite zu stehen. Es wurden 52 Kinder in den Unterricht ausgenom­men, 18 Knaben und 33 Mädchen, darunter 35 von Lich, 13 aus dem Rettungshaus ArnSburg und vier von Riederbessingen.

- Lich, 6. Sept. Dank den eifrigen Bemühun­gen von Lehrer Schneider hat die Hessische Vereinigung für Volkskunde in den letzten Jahren auch in unserer Stadt Zuwachs an Mitgliedern gefunden. Das gibt der Vereinigung, an deren Spitze Oberstudiendirektor Dr. Faber (Friedberg) steht, Veranlassung, ihre diesjährige Zahrestagung im Spätherbst in unserer Stabt ab­zuhalten.

T Obbornhofen. 6. Sept. 3n seiner letzten Sitzung befaßte sich der Gemeinderat mit der Neubesetzung der Gemeinderechner- ste^le, die durch den Tod deS seitherigen 3n- babers Peter Mörschel freigeworden war. BoU den 17 Bewerbern kamen 2 in die engere Wahl. Beim zweiten Wahlgang wurde der Ar- briter Hugo Kammer mit 4 ©tinunen gegen 3 Stimmen, die auf Heinrich Glockengießer entfielen, gewählt. Der neuzewählle Rechner wird nach kreisamtlicher Verpflichtung gegen Mitte des Monats seinen Dienst an treten. An Stelle des verstorbenen Ortrgerichtsmannes 'Peler Mör­schel wurde dessen Schwiegersohn, der Land­wirt Heinrich G l o ck c n g i e ste r. als Crsatz- mami gewählt Die Grummeternte wurde t>er in gut acht Tagen durchgeführt. Der Ertrag ist gering, nur in einzelnen Wiesen war der Futterstand aut. Einige Wiesenstücke, sowie der Unternuhen der Baumanlageu wurden nicht ge­mäht. sie sollen noch al« Grünfutter Verwen­dung finden. Der Stand der Hackfrüchte ist

nach den verschiedenen Riederich lauen in letzter Zeit befriedigend. Den Spätkartofseln war der Regen noch sehr zustatten gekommen.

s. Aus dem mittleren Horlofftal, 6.Sept. Die Grummeternte, die m unserer Gegend allgemein schon während der trüben und teilweise regnerischen Tage der vorigen Woche begonnen unb infolgedessen schlechte Fortschritte gemacht hatte, konnte nun, durch baS anhaltend schöne Wetter dieser Woche begünstigt, schneller ati je ein Iahr beendig t werden, so dah um die Mitte der Woche fast alle Wiesengründe geräumt find. Die geerntete Menge läßt zu wünschen übrig, denn kslbst die Regenfälle des August haben den schwachen Graswuchs nicht mehr entscheidend beeinflussen können, nachdem die ®ta6narbe durch die 3uliglut fast vollständig verbrannt war. Hier und da wirb mit dem Abernten deS Frühobstes begonnen. Gut behangen sind die Birnen, während an Aep fein die meisten Landwirte kaum ihren eigenen Hausbedarf erhallen. Auch an den Pro­vinzial straf, en sind kaum Aepfel zu sehen, mit wenigen Ausnahmen; z. D. sind besonders die Goldparmänenbäume im Straßenzug Inheiden Berstadt sehr reichlich behangen. Am besten ist das Steinobst geraten. Die Dörfer, in denen frü­here Zwetschensorten gepflanzt wurden, waren am Samstag bereits vom Dutt der ersten ZwcNchen- kuchen erfüllt.

Kreis Zriedberg.

Friedberg, 6. September. Zum gestrigen Schweinemarkt waren 346 Ferkel aufge­trieben. für welche im Alter bis zu 6 Wochen 15 bis 20 Mk.. von 6 bis 8 Wochen 20 dis 25 Mk. und von 8 bis 12 Wochen 25 bis 35 Mk. gezahlt wurden. ES blieb kein Ueberstand.

DSR. Bad-Rauheim, 6. Sept. Gestern feierte der älteste Einwohner von Rieder- Mörlen seinen 9 3. Geburtstag. Der rüstige Greis verrichtete bis in die letzte Zeit noch leichte Selbarbeiten.

Z Bad-Rauheim, 6. Sept. Die Reihe der für hier geplanten Schubert- Feiern leitete das hiesige Doppelquartett mit einer wohl- gelungenen, stark besuchten Deranstallung im kleinen Bühnensaal des Kurhauses ein. Das Programm wurde im instrumentalen Teil von dem sog. Gießener Trio, ini gesanglichen Teil vom Doppelquartett unter Leitung von Ehvr- meiftcr Gernhardt bestritten. Fräulein Eckart (Gießen) erwies sich in den zwei Schu- bertschen Klaviertrios und in einem Klaviersolo als temperamen 1 volle Pianistin, die starken Dei- sall erntete. Redakteur E ck behändelle in kurzer, geistreicher Bettachtung das Thema »Franz Schubert und das deutsche Lied".

Kreis Büdingen.

Büdingen, 6. Sept. Am Dienstag toud>e auf dem reizend gelegenen Festplatz am Hammer bei prachtvollem Wetter das diesjährige 3u- gendfest abgchol'en. Unter Boranttitt der Ka­pelle Änaf setzte sich um 1,30 Uhr der lange Festzug in Bewegung. An der Spitze marschierten die Heinen A-B-E-Schützen, an die sich die übrigen Klassen anreihten. Die Schüler des Gym­nasiums schlossen sich dann an die Volksschüler an. Aus dem Festplatz hiell Oberstudiendirektor Dr. Keller vom hiesigen Wolf gang-Emst-Gymna- fiuin eine markige Festrede, die mit einem Hoch auf unfer geliebtes deutsches Vaterland aus klang. Das Deutschlandlied wurde sodann gemeinsam ge­sungen. Die Schüler und Schülerinnen wurden nuiunehr auf Kosten der Stadt Büdingen mit Kaffee, Brötchen und Würstchen bewirtet. 5ret- übungen der jungen Turner fanden verdienten Beifall. Anschließend begannen die Einzelspiele nach Klassen geordnet. Alt und jung erfreuten sich an den schönen Spielen der Kinder. Gescmg uni) Musik, Wettläufe, Faustball, Sackhüpfen, Ringelreihen u. a. m. wechselten in bunter Folge ab. Die anschließende Preisverteilung war ein Ergebnis, von dem die jungen Kämpfer noch lange reden werden. Gegen Abend wurde in frohbewegter <3rimmung Der Heim marsch ange- irelcrt

Ridda, 6. Sept. Während des hiesigen Herbstmarktes wurde einem Zinmiermeister aus dem benachbarten Unter-Schmitten das Fahrrad gestohlen. Er stellte c8 für kurze Zeit vor eine Wirtschaft, die an lebhaftem Straßenverkehr gelegen. Rach Der Rückkehr war es verschwunden. Von dem Diebe fehlt jegliche Spur. -- Unter der Einwirkung der sommer­lichen Hitze nimmt die ® rummc Lernte einen raschen Verlauf. Während mll den Erträgen

der außer Tfamba noch eine beträchtliche Portion Schmutz als Zusatz enthüll. Er stammt von den stets unfauberen. vor Schmutz buchstäblich ftarren- t 'n Händen Der Dinierenden, die sich eigentlich niemals waschen. Run beginnt dos Mahl. V atürlich wird ex faustibus gegessen. Man beißt ton dem faustgroßen Klumpen ab. Der in kürzester Frist verzehrt ist. Meist bleibt es nur bei einer Topffüllung Dom Tfamba des Gastes zweimal zu nehmen, gilt als unfein. Das Innere des Holznapses muß nach Beendigung der Mahlzeit wie ausgewaschen aus sehen. Auch das gehört in Tibet zum guten Ton. Bleibt kein Bröselchcn Xfamba in Dem Holznapf. Dann war die Masse kunstgerecht geknetet. Run beginnt ein Teegelage, von dem sich der Europäer keine Dorstellung zu machen ixrmag. Der Tibeter trüift nütnli® nn Durchschnitt seine zwanzig Räpfe Tee.

Inzwischen ist der Kochtops neu mit Wasser gefüllt worden, da- zu kochen beginnt Run kommt, allerdings nur bei wohlbabenden Leuten, Der zweite Gong: die Suppe. Eh? das Wasser kocht, werden k.eingefchnit'.ene Spcckfiückchen hin- cmgetcoricn. 3cDer Tibelcr der .le cren Ge ielstchast" trägt im Bausch seines Pelzmantels ein saust großes Stück Speck. da- vor Schmutz ganz schwarz geworden ist und meist auf ein hohes Alter zurückbncken kann. Jetzt egt er Da6 Stück auf den Schatt feine5 Stiesels. foliS er selche trägt ober sonst aus Di? glatte °ette seines fd>mierig?:x Pelzmantels und schnc det mit dem Mes er ein Stück herunter, das bebende zerkleinert wird. Line halbe Handvoll solcher Lpcckftückchcn reicht auS, um einem halben Tutzend Tib.r ern di? Illu'ion einer nahrhaften Fleisch'uppe vorzuzautzern. Vermögende Leute higeit dieser Luppe logar noch etwas Salz rrnzu, daS manchmal übrigens aud) dem Tfamba bciacmifdbt wird. Ganz ferne Leute geben wohl auch nod) eine Handvoll Riehl oder Tlamba unter dauerndem Umrühren in Die Suppe Ist sie fertig, so beginnt die Verteilung. Wenig appefillich voll'ieht sich daS We ter?. Zolls bc Luppe dünnflüs ig ist. gebt alles gut. Dinn w>rd sic gcirunfcn. Ist fic ober breiarag. Io helfen d.e Hände bei bei Mahlzeit ober a.er re.i- am gctzräuchlichstcn ist. sie wird ousgeleckt. Die

Mahlzeit wird erst bann beendet, wenn der Topf vollständig l?er ist. Am Schlus c läßt jeder anständige Mensch einen Eßnaps. nachdem er sachgemäß auSgeleckt ist, in Den Falten seines Pelzmantels ver chwindrn. Der Kochtopf toirD niemals gcrelliigtl Sehr gut erzogene Ti­beter bringen vor Beginn der Mahlzeit Den Göt.crn ein Opfer dar, fie tauchen ihre Finger in Das Sf en und spritzen nach Den vier Himmels- rtchtuiigen etwas Davon fort. Auch habe ich es g setzen, daß die Tibeter die erste halbgefüllte chale Tee Den Göttern opfern.

Einen Gang für sich bilbrf der Bu11ertee. Der nur von wohl>abend?n Tibetern getrunfen toirD; er ftelll manchmal auch eine leckere Zu­speise dar. Zur Herstellung des Butlertees be­dienen sick) die Tibeter eine- hochzylindrigen Hol^gesäßes. dessen obere Oeffnung geschlv sen toirD, uiid in dessen Innern sich ein Stempel bctocat Diese Holzbütten werden zu drriviertel mit heißem Tee gefüllt, dem alsdann ein großer Klumpen Butter zugeletzt wird. Run wird Der Holzstempel sehr kräftig^nach oben gezogen. Durch diese Bewegung wird die Butter mit dem Tee vermischt, und es entsteht eine milchartige Flüstig- fett. der sogenannte Duttertee. von dem der Tibeter ung!au6 ite Mengen vertilgen kann.

Bei dem Kapitel .ButlerLee1 Darf ich eine rein tibetische Gewohnheit nicht oerichweigen. wenn­gleich fie nach europäi'chem Geschmack auch wenig anmutig ist: Dor dem Genuß deS Buttertees schöpfen die Ti Lgöste (selbstverlläiiblich mit der hohlen Faust) etwas von der auf der Oberfläche des Tees schwimme d?n Butter ab. die sie sich zum Schuh gegen Äiltt und Detter in« G c - sicht ich mieten und mit der sic sich die Hände eiixfeticiL Roch dieser Prozedur, die gleich­falls zum guten Ton gehört, beginnt Dann Die Buttertre Mahl zell.

End ich einige Worte über em tibetische- Pro- viantmoga in Alle Dorräte werden am Rande des Zetlioi ern ausgelchlchrei. d e RatzrengSmittel netzen anderem Zelttnvento. Hier Unb die 'But- tcrlaife, Tlamba unb Mebl in Säcken, sowie abg.häuicte Tiere, wie Schale usto ver­staut. Ledens mittel werden sur die Win-

der Dergwiescn kaum gerechnet werden darf, liefern die Grundwiesen annehmbare Heumengen, die vielfach nicht erwartet wurden. Die Heu - preise, die im Hinblick auf den trockenen Spät­sommer stark in die Höhe schnellten, können sich unter den veränderten Verhältnissen nicht mehr behaupten. Saures Heu wird heute mit 3.20 bis 3,50 Mk. lüßeS mit 3,50 bis 3,80 Mk. be­fahlt. Die Rachttage ist nicht besonders groß.

]:( ® ein haar, c. Sept. Der Postschaffner Georg Stoa befand sich auf dem Heimweg nach feinem Amts ort Onenbera. als ihm zwischen Gelnhaar und Bergheim das Rad aus rutschte. Er kam so unglücklich zu Fall, daß er b etou b t - los im Graben liegen blieb. Zwei Rei­sende. die mit ihrem Auto vorbeikamen, fanden ihn hr einer großen Blutlache liegen. Sic brachten ihn in den nächsten Ort Bergheim. Don den an den Hilfsstellen eingezahlten Geldern und Briefsachen fehlte nichts.

f Unter-Widdersheim, 6. Sept. Bei der GrummetgraSversteigerung der hiesigen Gerneindewiefen wurden Preise erzielt, die Ott die Höhe der HeugraSpreife überstiegen. ES hatten sich viele Kauflicbhaber eingc hinten, darunter solche aus den benachbarten Doriern Ober-WidderSheim und Utphe. Em Stück Wiese kam auf 10 bis 26 MI., je na<$ Güte und Menge Des Grassutters. Da sich die Wiesen in der feuchten Hör lofsn: oder ung befinden, ioar Der Gras­stand alS mittel anzusprechen. Geringe Stücke mit saurem Futter kosteten 50 Pf. bis 3 Mk. Die Hackfrüchte zeigen nach den Regenfällen der letzten Wochen ein befriedigendes AuS'ehcn. Der Stoppelllee ist handlang gewachsen und be­ginnt bereits Knöpfe zu treiben. Die beim Um­bruch der Stoppeln eingesäten Erbsen unb Wicken find gut auf gelaufen unb werden bei dem gün­stigen WachÄvetter mit Dem Stoppe2lee genü­gen b Gvünfutter im Herbst liefern 3n den Gärten liefern die Gurken noch gute Erträge, während die bei dem trockenen Wetter gelb ge­wordenen Bohnen fich nicht mehr erholen. DaS Kohlgemüse ist in guter Entwicklung begriffen. Hier und da tritt die Kropfkrancheit auf. wäh­rend die Erdflohplage vollständig überwunden ist.

KreiS Schotten.

eT Groß-Eichen, 6. Sept. DaS neue Pfarrhaus unterer Gemeinde geht der Voll­endung im Rohbau entgegen. Man kann heute schon sagen, daß das Haus sich sehen lassen kann. AlS Ort für daS Gebäude wählte man eine ruhige Stelle in Der Rähe der Kirche, wozu allerdings ein Weg gebaut werden muß. Um daS hie­sige Schulhaus wird eine hohe Mauer an­gebracht. Der fchon vor langer Zeit angefangene Dau wird eben fertiggestellt.

*!* Aus dem DogelSberg, 6. Sept. Hier ist oben Die Grummeternte in vollem Gange. Es ist allerdings nur in den Grundwiesen ein Mähen möglich, Da die Tristen dürr sind und seither ausgehutet wurden. Die Qualität des Grummets must als erstklassig bezeichnet werden.

Kreis Alsfeld

I* Ruppertenrod, 6.Sept. Die hiesige DrummetgraS-Dersteigerung zelligte bei der heutigen Futterknapphc'tt reges Inter­esse seitens der hiesigen Einwohner. Die Preise werden jedoch nie befi>nders hoch, da die meisten Wiesen schon seit Jahren immer von denselben Leuten gefteiaert werden. AuS diesem Grunde ist die Einnahme der Gemeinde begrenzt.

Rheinhessen.

Lpd. Mainz, 6. Sept In Bischofsheim ereignete sich eine schwere Bluttat. Der ver- heiratete 33jährtge Schlosser Schneider erhicll, als er mit einem jungen Burschen in Streit gera­ten mar, von einem 19jährigen Taglöhner mit einer .stacke einen Schlag auf den Kopf, ' wobei die Schödeldeckc zertrümmert mürbe. Sch. stürzte bernußttos zusammen unb kam in hoff­nungslosem Zustand ins Krankenhaus. Der Täter wurde verhaftet.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

O Hörnsheim, 6. Sept Der hiesige Turnverein hielt am Sonn.ag fein dies­jähriges Abturn en ab. das sich bei gutem Wetter eines zahlreichen Dekuches. bc onderS aus den unüiegenDen Gemeinden, erfreut?. Rach An­kunft des Festzuges auf Dem öieftplatze hielt der Dorfitzende Heinrich B o r ck die Festan-

terszeit aufgespcicherf. Außer den Salzbeulel­chen verdienen die Magenbeutel erwähnt zu werden. In die Mägen der geschlachteten Tiere werden Herz. Leber und Rieren eingenäbt, oft auch Die Därme. Solche Magcnbcutel werden zuweilen jahrelang ver­wahrt. Sie verbreiten einen penetranten Gestank. Wie steht es in Tibet um den Fleischgenust? Im allgemeinen ist es Dem gläubigen Tibeter verboten, Fleisch zu genießen Doch wird dieses Gesetz nicht so scharf beobacht.t wie jenes. daS den Genuß deS Alkohols untersagt. Ter Tib'ter weii das Fleischverbot zu umgehen. ES ist ihm nämlich nicht gestattet, das fleisch solcher Tiere zu ejen, die er selbst getötet hat oder die auf leine Veranlassung abgeschlachtet worden sind. Dir Gläubigen leben streng der Vorschrift gemäß. Dennoch wurde in den von mir besuchten Gebieten von Den Tibetern, vor allem in bet Lhas agegenb. unheimlich Biel Fleisch vertilgt.

DaS geschlachtete Tier wird sofort zerlegt. Herz. Cungt, Magen. Die Leber unb bie Därme eineS Vabs oder eines Schafes wanbem unmittelbar in den Kochtopf, um ausgekocht zu werben. DaS gekochte Fleisch toirD entweder gleich verzehrt oder für fbäterc Tag? aufgehoben. Besonderer Dorliebe erfreuen sich beim Tibeter bie Därme unb der Hlogen dcr geschlachteten Tiere. Der größte Leckerfis'en find bie Würste. Die Wurst bereit ung ee'tt fvl7,enberma en vonsta.tcn. Fleisch und Fett, Leber Lunar und Darmstücke werben zerkrackt und mit Tfamba oder Mehl vermischt. Dies« so getonnnenc Flei hmasse wirb mit Den Händen und einem Stückchen in einen lediglich zwischen den Fingern ousgestrcisien Darm eingekührt. Run werben die Darmenden zuaebunben und b c Würste w?rdrn ausgekocht. Ich selbst war ein leiden chaftticher Verehrer die'er Wurüe. >:nn wih end meiner E,-ebttion war ich gezwungen, in meiner Ernährung ganz wie bie jingtboreiuii zu leben.

Wird a B. ein Hammel ge'chlachtet. so tft bieS ein HammeU'risch ist m Tibet eine

pciKb'e Dc. kateste Da« Fie ich eines -ahmen IakS ober eines Pier des würde her Hxter hin­gegen niemals an rühren; denn diese Ti?« bnb

spräche. DaS Abtu men land m zwei Riegen statt. Die Hebungen waren für beide Riegen dieselben; sie bestanden in Hundertmeterlauf, Hochspruna, Weitsprung. Äupeliohcn. Weithvch- sprung unb Stabhochsprung. SS wurden folgende Preise errungen: Riege I: 1. Preis Albert Lin­ker unb Albert Faber mit je 113 Punkten. 2. Albert Hedrich 101 P. 3. Albert Ohly U P Siege II: 1. Hermann Lang 102 P. 2 Alfred Gümbel 94 P. 3. Walter Schwarz 91 P. 4. Fried­rich Damm SO P. und 5. Hermann Hedrich ZI P.

~ SberSgönS. 6. Sept. Bei Dem vom biefigen Schützenverein rwrnhaltetm d es- jährigen Preisschießcn wurden folgende Preise errungen: 1. Preis Konrad Schindel ,EbersgönS) 36 Ringe, 2. Johannes Köhler «Ho­chelheim) 35 R 3. Otto Mesterschmi Dl > SberS­gönS) 34 R.. 4. Walter Mel erfchmidt «SberS­gönS) 31 R.. 5. Karl Mesferschmidt (Hochtoetsel) 34 R.. 6. Wilhelm 3ung (SöersgönSi 33 R. 7. Marlin Wagner «Eloeberg 33 R, 8. Johannes Weber (Hochelhcün) 33 R.. 9. Gerne i nb.vorsteher Schindel iLberSgönS) 33 R.. 10. Diehl «Hoch- weiscl) 32 R.. 11. Gatzert (Hochtoe.sel > 32 R.. 12. W. Rage! (SbersaönS) 32 R.. 13. H. Laun- hardt (6-lcebetg) 32 R.. 14. Rompf (Po^aonS) 31 R.. 15. Dämon (Hochweifei) 31 R. lly Karl Eckard: (SberSgSns) 3! X

Q Aus dem fireife Letzlar, 6. Sept. Der Kreisausjchuß hat eine neue Kreis- fa^ung für die ländlichen Fortbil­dungsschulen im Kreise Wetzlar er­lassen. Rach der Satzung sind üi denjenigen Ge­meinden. in denen eine Fortbildungsschule be­steht oder eingerichtet wird unb welche lewe OrtzSiatzung über bie Berpflichturm zum Besuch chrer Fortbildungsschule erlassen haben, albe im Gerneindebezirf wohnhaften, nicht mehr vollS- schulpflichttgen männlichen Personen unter acht­zehn Jahren verpflichtet. Mc füt bie Gemeinde errichtete öffentliche ländliche Forlbildunasschule zu besuchen. Die Schulpflicht besteht für vier aufeinanderfolgende Winterhalbjahre. Die Pfllcht zum Besuche der Forchildungsschirle ruht, so­lange der Schulpflichtige eine öffentliche Fach­schule oder Innungs- bzw. xochvereurSschule, oder eine Privatschule besucht, oder r.nen ent- sprechenden anderen Unterricht erhält.

Kreis Marburg.

1( Marburg. 6. Sept. Sin heute hier ab­gehaltener Schaf- und Schweinemarkt toar mit 845 Schafen, 438 Ferkeln unb 12 Läufern beschickt. Bezahlt wurden für bis 6 Wochen alte Ferkel 15 bis 20, 6 bis 8 Wochen alte 20 bis 25. 8 bis 12 Wochen alte 25 b iS 35 und für Läufer 40 bis 60 Mark daS Stück, je nach Qualität. Einjährige Lämmer kosteten 23 bis 25. Schafe 30 bis 35 und Hämmel 45 bis 50 Warf je Stück. In Schweiiu?n wurde der Markt ge­räumt, während der Handel in Schafen flau war. Ein Vier am 29. August, abends 7.30 Ubr. aufgelassener Kinderluf tballvn ging, wie aus Der zurückgesanDten Anhängekarte erslcht- lich, am anderen Tage, vormittags 5.30 Llhr, bei Prostken im Kreise Lyck (Ostpreußen) nieder. Der kleine Ballon hat also bie weite Reise m zehn Stunden zurückgelegt. - Heute vormlltag wurde in der DiegenstraA ein gewerblicher Fvrt- bildumgsschüler namenS Hoffmann auf dem Rachhaufewege von der Schule von einem Auto überfahren unb lebensgefährlich verletzt. Er wurde in die Klinik emgeliefert.

Kreis Biedenkopf.

4t Gladenbach, 6. Sept. Gestern mittag entstand an der Straße Gladenbach Diebenkopf rieche der .Bretten Erle" ein Waldbrand. Durch daS rasche und tatkräftige Eingreifen der Eintvvhner von Runzhaufen konnte der Brand lokalisiert werden, wodurch größerer Schaden vermieden wurde.

Maingau.

Lpd. Frankfurt a.M., 6. Sept. Am Donnern tagoormittag um 630 Uhr wurde auf einem Strafjcnübcrgang zwischen den Bahnhöfen Loehnberg und Stockhausen (Lahn) ein Auto aus Seilers von einem Zuge a n ge­fahren und leicht beschädigt. Hierbei wurden zwei Personen leicht verletzt. Die Ur- fache Des Unglücks ist noch nicht ermittelt

Sprechsiuudcn der Redaktion

12 bi» 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nadjniiilaq geschloffen

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sakrosankt, weil Dick für den Menschen arbeiten? Mit Hammelfieich ist das grnz etwas anderes. Ich selbst habe TBeter gesehen, die unheimliche Wengen Hammelfleisches vertilgen konnten. Der $u solchem Wahl geladen« Gast bearbeitet die ihm dargebotene Keule mit Wester und Zahnen Derartig kunstgerecht, daß am Schaiß auch kein Fäserchen mehr an den Knochen zu entdecken ist. Er gleicht in der Tat einem anatomischen Präparat

Der nächste Gang gUt dem abgenagten Kno­chen. Der wird mit Hilfe deS Riesters ober zwei Steinen zerfchlagen. und nun wird das Mark herausgelchlürtt. Erft dann bekommt der gierig wartende Hund die 5tznochenveste

Ist die Mahlzeit beendet, so putzt der Tibeter bie fetttriefenden Finger an seinem Pelzmantel ab oder, was ali viel zweckmäßiger gilt, er reinigt und trocknet fie im Haar

Riernaaß toinb behaupten wollen, daß der Ti­beter sehr anspruchsvoll sei. Die nach unkren fiulhirbegriffcn wenig anmutigen Rebenerfchei- nungen in der Art deS Essens und TnnkenS find landesüblich unb stehen somit über der curopäisthen Kritik- Der Fremdling, besonders aber dcr Fvrfcher tut gut. sich so rasch wie möglich seiner Umgebung anzupassen. Er ist außerdem gezwunaen. sich ganz einzuord­nen. wenn er feinem Ziele dienen will. D'e Söhne dieser Hochsteppcngebiete sind mißtrauisch und hellhörig: eine unzeitgemäße Bewegung oder gar eine kritische Bemerkung kann die übelsten ,folgen nach sich ziehen. So hilfsbeoeit der Ti- be:er nn oll gemeinen auch fein kann, hier würde er keinen Spaß verstehen. Dcsholb ist eS am tLügften. sich in jeder Weik den landesüblichen Gewohnheiten möglichst unauffällig e.nzugliebern unb. w'e da- Sprichwort sagt. ..mit den Wollen zu heukn". Dazu h.lft allein Di« ZwangS- ,aae. in der sich der Fvrschcr in folgen weit­en r iegenen Gebieten, die jeder Kultur nach un­seren Begr.skn dar s.nd. befindet. Ratürlich kostet da- am Anfang eisige Ucbcrtotnbung. ober unter u^gcwöhnlicheir Berhältni-sen wird bk Gewohnheit zur zweiten Ratur.