in dem Umfange, wie während des Aufschwungs und der beginnenden Hochspannung.
* Bon der Frankfurter Börse. Dom 27. Juni ab werden Metallbank. und Metallurgische- Gesellschast-Aktien im Terminhandel statt wie bisher in Abschlüssen von 4000 Mark in Abschlüssen von 3000 Mark und einem Mehrfachen hiervon gehandelt.
* Zunahme der Feierschichten im Ruhrbergbau. Infolge zunehmender Absatzschwierigkeiten hat die Zahl der Feierschichten im Ruhrbergbau eine starke Steigerung erfahren. Sie betrug im Januar 27 719 (arbeitstäglich 1050), im Februar 25 364 (1015), im März 21065 (780). Nach vorläufigen Feststellungen stell! sich die Zahl, der Feierschichten im April auf 7483 (325) und im 'Mai auf 304 375 (12175).
'StillegungderZeche^agenbeck. Der Mühlheimer Bergwerksverein sieht sich gezwungen, die im Stadtteil Essen-West liegende Zeche Hagenbeck infolge der heutigen Wirtschaftspolitik und infolge der Wirkung der stark bebauten Oberfläche stillzu- legen, sobald es die gegenwärtigen Abbruchsverhält- ntffe zulassen. Ein Teil brr Belegschaft soll bei den in Mühlheim gelegenen und dem Konzern gehörenden Zechen Humboldt, Rosenblumendclle und Wiesch beschäftigt werden.
* Zus ammenschluh von Eisenwerken. Wie der WTB.-Handelsdienst von zuverlässiger Stelle erfährt, beabsichtigt der Mehr- heitsbesihcr, nämlich die Neunkirchener Eisenwerke AG , die Justus Stahlschmidtschen Werke m Kreuztal, das Walzwerk Steinseifer in Eifer- feld, die Firma Bonzel & Eo. in Olpe, und dos Heggener Walzwerk in Finnentrop i. W. aus Aationalisierungs- und Ersparnisgründen durch die Gründung einer Aktiengesellschaft zu einer Betriebsaemeinschaft zusammenzuschlie» ßen. Zentralwerk soll das Heggener Walzwerk werden, auf dem die Platinen ausgewalzt und dann zur Verarbeitung an die übrigen Werke weitergegeben werden sollen. Aach erfolgtem Weiterausbau der Werke soll die Belegschaft von 700 auf etwa 1500 Mann verstärkt werden. Das Kapital der neuen Aktiengesellschaft wird voraussichtlich etwa 2 Millionen Mk. betragen. Die Gründung wird voraussichtlich in einigen Wochen erfolgen. Die Mehrheit von etwa 60 Proz. des Aktienkapitals der Neunkirchener Eisenwerke befindet sich in den Händen eines Konsortiums unter Führung der Bankengruppe Taxeira de Na- tos in Amsterdam. An diesem Konsortium ist auch die Deutsche Bank und die Firma Otto Wolsf in Köln beteiligt. Den Nest der Aktien von Neunkirchen besitzt von früher her die Stummgruppe.
* Frankfurter Allgemeine Der» sicherungs-A. -G. Die Generalversammlung genehmigte debattelos den bekannten Abschluß mit 12,5 (t. D. 8) Prozent Dividende und beschloß Kapitalerhohung um 5 Millionen auf 25 Mill. Mk. Die neuen ab l.Juli 1928 dividendeberechtigten Aktien werden von einem Bankenkonsortium übernommen, dos sie den alten Aktionären in vollem Betrage im Derhältnis 4:1 zum Kurse von 187,5 Proz. zum Bezüge onbietet. Dom Borstand wurde die Notwendigkeit der Kapitalerhöhung einmal mit dem stark vergrößerten Geschästsumfang begründet — im 2lahre 1927 hätten die Prämien mit rund 63 Millionen Mark die zweieinhalbfache Höhe des Jahres 1913 erreicht — und dann mit der geplanten Wiederoufnahme des Auslandgeschäftes, wozu auch Kapitalien nötig seien. Ferner wurde die Aufnahme der Regenversicherung beschlossen. Nach den Mitteilungen des Borstandes hat bereits der Allianzkonzern die Regenversicherung, die namentlich ifl England betrieben werde, ausgenommen. Es handle sich bei der Regenver- sicherung entweder um Vergütung der bei fport- 1 lichen Veranstaltungen, Freilichtaufführungen y-ufto. entstandenen Unkosten, oder um Erstattung des Einnahmeausfalles. Das Reichsaufsichtsamt habe bereits seine grundsätzliche Zustimmung zur Aufnahme dieses neuen Zweiges gegeben. Die Verwaltung verspreche sich hiervon keine sonderlich großen Einnahmen, doch habe die Frankfurter Allgemeine als großer Konzern diesen Zweig aufnehmen müssen, schon um dadurch die Möglichkeit zu neuen Einnahmen zu schaffen.
.* Frankfurter Getreidebank A.-G. Der auf den 26. Juni einzuberusenden Generalversarnm- lung wird die Verteilung einer Dividende von 5 v. H. (im Vorjahre 8 v. H.) auf das um 200 000 auf eine Million Mark erhöhte Aktienkapital vorgeschlagen.
* Mannesmann-Röhrenwerke A.-G. Die G.-V. setzte die Dividende auf 8 Proz. für die Stammaktien fest. Lieber das laufende Geschäftsjahr führte die Verwaltung aus: Die ersten vier Monate sind im Hüttenbetrieb befriedigend verlausen. Der Versand an Röhren betrug rund 15 Proz. mehr als in den gleichen Monaten des Vorjahres. Aber auch mit der erhöhten Erzeu
gung sind die Anlagen noch immer nicht voll beschäftigt. Die Jnlandpreise waren die gleichen wie 1927. Dagegen sind die Exportpreise für die einzelnen Fabrikate der Gesellschaft andauernd zurückgegangen, so daß bei einigen Spezialprodukten auf Aufträge verzichtet werden mußte. Die Herstellungskosten sind derart hoch, daß die Gesellschaft nach und nach aus ihren Erportgebieten verdrängt wird, weil die ausländische Konkurrenz beträchtlich billiger liefern kann. Die Lage des Ruhrkohlenbergbaus hat durch dir Lohnerhöhung eine verhängnisvolle Verschärfung erfahren. Der Preiskampf gegenüber ausländischen Kohlen besteht unvermindert fort, so daß sich das unbestrittene Gebiet, in dem v allein eine Kohlenpreiserhöhung durchgeführt "werden kann, immer mehr verkleinert. Es läßt sich heute noch nicht übersetzen, welchen Einfluß die Preiserhöhung auf die tatsächlichen Erlöse haben wird.
' Deutsche Kabelwerke A.-G. Berlin. Die Generalversammlung der Deutsche Kabel- werke A.-G, Berlin, genehmigte den dividenden- losen Abschluß für das Geschäftsjahr 1927, wonach der verbleibende Reingewinn von 30 621 Mark auf neue Rechnung vorgetragen wird. Lieber das laufende Geschäftsjahr führte die Verwaltung aus, daß die Limsätze bis Ende Mai etwa 20 Prozent mehr waren, als zur gleichen Zeit des Vorjahres, während der P. »- zentsah der Linkosten gegenüber dem Vorjahre gesenkt werden konnte. Zwecks Hebung des Preisniveaus seien Bestrebungen im Gange, die — wie die Verwaltung hofft — allmählich zum Erfolg führen werden Zur Zeit sei das Unter- nehmen noch für längere Zeit gut beschäftigt. Wenn nicht unvorhergesehene Limstände ein- treten, sei für 1928 wieder mit besseren Resultaten zu rechnen.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M.. 7. Juni. Tendenz: Schwächer. — Nachdem gestern abend auf Deckungen eine merkliche Erholung eingetreten war, eröffnete die heutige Börse sehr schwach und in ziemlich unsicherer Haltung. Angeblich sollen auch von selten des Auslandes Verkäufe vorgenommen worden fein, wahrscheinlich jedoch nicht in größerem Umfange. Ale Baissespekulation suchte durch Dlankoabgaben Die Abwärtsbewegung zu beschleunigen. Auf die Stimmung drückten die wachsenden Absatzschwierigkeiten im Ruhrbergbau, die zu weiterer Einlegung von Feier- fchichten und verschiedentlich zu Zechenstillegungen geführt haben. Dabei verwies man auch auf die ungünstigen Ausführungen auf der gestrigen Gene ralverfammlung der Mannesmann-Röhrenmerke. Zu den ersten Kursen traten durchweg Kursrückgänge von 1 bis 3 Proz. gegen die gestrige Abendbörse ein. Stärker abgeschwächt waren am Clektromarkt Chadeoktien 7 Mk.. Gesfürel mit 5 und Siemens mit minus 3ch P'roz. Don Montan- werten waren Rheinstahl minus 3,5 Proz. stärker angeboten. Am Chemiemarkt eröffneten J.-G.- Farben 3 Prozent niedriger, Schrideanstalt waren gut behauptet, während Holzverkohlung 1,5 Prozent anziehen konnten. Metallgesellschaft lagen geringfügig höher. Zellstoff Waldhof verloren nach dem Dividendenabzug 4,5 Prozent. Deutsche Anleihen lagen still. Auch ausländische Renten fast ohne Geschäft. Nach den ersten Notierungen uneinheitlich, wurde es später allgc- mein etwas f e ft c r. Man verwies dabei auf den leichten Geldmarkt. Die Spekulation schritt zu Rückkäufen, -und es ergaben sich meist kstnne Kursbesferungen von etwa 1 Prozent. Tägliches Geld war zum ermäßigten Satz von 5,5 Prozent reichlich angeboten. 2lm Devisenmarkt lag der Dollar merklich schwächer. Man nannte: Mark gegen Dollar 4,1822, gegen Pfund 20,420, London Kabel 4,882750, Paris 124,18, Mailand 92,70. Madrid 29.25, Holland ^2^950.
Berliner Börse.
Berlin, 7. Juni. Im heutigen Vormittagsver- kehr hat sich bereits nach einer Kurserholung gestern Abend wieder eine stärkere Ner oofttat bemerkbar gemacht, die in dem unregelmäßigen Verlauf der Neuyorker Börse ihre Unterstützung sand. Befürchtungen betreffend einer Diskonterhöhung in Chikago erhielten sich. Das Ausland war nicht erheblich am Geschäft beteiligt. Die Regierungsbildung ist im Gange, und für die Börse die Frage des Finanzministers noch nicht entschieden. Zu Den ersten Kursen war die Abgabeneigung der Spekulation noch recht beträchtlich, inwieweit es sich dabei um Blankoabgaben handelte, kann man natürlich nicht feststellen. Die Kurse gingen ziemlich einheitlich 1 bis 3 v. H. zurück, vereinzelt bis 5 v. H. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer ruhig. Mazedonier bis 1 v. H. schwächer. Psandbriefmarkt till. Der Geldmarkt war unverändert leicht. Tages- eld 5,5 bis 7 v. H., Monatsgeld 7,5 bis 8,5 v. $).; Warenwechsel etwa 6,88 v. H. Gleich nach den ersten Kursen trat ein Umschwung ein, es kam zu
einer allgemeinen Erholung, und vorher eingetretene Verluste wurden schnell wieder eingeholt. Man verwies auf die schwächere Haltung des Dollars, 4,1820 nach 4,1855 gestern, und auf die leichte Verfassung des hiesigen Geldmarktes. Spezialbewegungen hauen Konti Kautschuk plus 5,5 v. H. auf die Annäherungsbestrebungen in der Reifenindustrie und angebliche Jnteressennahme der General Motor-Compagnie. Danatbank plus 8 v. H., Polyphon plus 6, Berger plus 5, Kunstseidenwene ebenfalls plus 5 v. H.
Frankfurter Lchlachtvichmarkt.
F r a n k f u r t a. M., 7. Juni. Auftrieb. Rinder 77 Stück, Kälber 965, Schafe 105, Schweine 951. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 77 bis 82, mittlere Mast- und Saugkälber 72 bis 76, geringe Kälber 60 bis 71. Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 62 bis 65. vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 62 bis 65, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 65 bis 68, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 64 bis 68, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 60 bis 64. Marktverkauf: Sperrmarkt. Kalber lebhaft, ausoerkauft. Schweine schleppend und Ueberstand. Schafe wegen des geringen Auftriebs nicht notiert.
Frankfurter Getrciv^dörfe.
Frankfurt a. M, 7. Juni. Der hiesige Produttenmarkt verkehrte heute in etwas gebesserter Haltung. Das Geschäft ist eine Kleinigkeit lebhafter geworden, jedoch ist die Llmsatztätigkeit im großen und ganzen sehr gering. Weizen konnte 0,25 Mk. anziehen, ebenso Roggen lag 0,50 Mk. erhöht, während Weizenkleie 0,25 Mk. niedriger gehalten war. Es wurden notiert: Weizen 26,75 bis 27 Mk.: Roggen 28,25 bis 28,50; Hafer (inl.) 28 bis 28,50; Mais (gelb, für Futter- und andere Zwecke) 25; Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 37,50 bis 38,50; Roggenmehl 39,50 bis 40; Weizenkleie 14.50; Roggenkleie 17 Mk. — Tendenz: stetig.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 6. Juni. Der hiesige Markt vermochte sich dem verflauenden Einfluß der überseeischen Marktmeldungen nicht gan» zu entziehen, obgleich das Angebot von inländischem Brotgetreide nach wie vor nur recht gering war. Der kanadische Farmerpool war mit Weizenofferten heute nicht im Markt, die kleinen Ablader haben ihre Forderungen um bis zu einem halben Gulden je hundert Tonnen herabgesetzt. Auf dem niedrigeren Preisniveau zeigten sich etwas bessere Geschästsansätze. Auch Roggen war vom Auslande in den Forderungen ermäßigt. Jnlandweizen ist nur ziemlich wenig osseriert, auch die Nachfrage hielt sich in engen Grenzen; soweit Llmsähe stattfanden, erfolgten sie zu etwa 2 Mk. niedrigeren Preisen als gestern. Roggen ist in Kahn- und Waggvnware knapp angeboten, bei dem erneut stockenden Mehlabsatz besteht auch nur geringe Kaufneigung. Soweit Nachfrage von Privatmühlen vorliegt, werden 1 bis 2 Wk. niedrigere Preise geboten. Liefe- rungspreise für beide Brotgetreidearten 1 bis 1,50 Mk. abgeschwächt. Am Mehlmarkte hat die gestern zu beobachtende leichte Besserung erneuter Stagnation des Geschäftes weichen müssen. Die Mühlen find zu Preiskonzessionen geneigt. Gute und mittlere Hafergualitäten vom Äonfum weiter gefragt, geringe vernachlässigt. Gersten still. Es notierten für je 1000 kg: Weizen, mär?., (74'<- kg/bi-Gewicht. östliche Stationen über Notiz), 261 bis 264, Juli 281,50, Sept. 270,50, Ott. 270,75 (matter); Roggen, märt, (69-kg/bl-Ge- wicht, östliche Stationen über Notiz). 277 bis 279, Juli 272.50 bis 272,75, Sept. 253. Oft 253,50 (schwächer); Sommergerste 250 bis 278; Hafer, märt. 261 bis 267, Juli 268; Mais, zollbegünstigter Futtermais, 238 bis 241 (fest); für je 100 kg: Weizenmehl 32,25 bis 36,25 (ruhig); Roggenmehl 36,25 bis 39 (ruhig); Weizenkleie 16,75 biS 17 (still); Weizenmelasse 16,75 bis 17,25 (still); Roggenkleie 18.50 (still); Diktvriaerbsen 50 bis 60; kleine Erbsen 35 bis 40; Futtererbsen 24,50 bis 26; Peluschken 24 bis 24,25; Ackerbohnen 23 bis 24; Wicken 25 bis 27; Lupinen, blau. 14.25 bis 15,25; Lupinen, gelb, 16 bis 17; Serradelle, neu. 23 bis 28; Rapskuchen 18,80 bis 19; Leinkuchen 23 bis 23,60; Trockenschnihel 15,20 bis 15,40; Sohaschrot 20,60 bis 21,20; Kar toff elf locken 26,50 bis 27 Mark.
Schöffengericht Gießen.
* Gießen, 6. Juni. Bei der Beratung des Allendorfer (Lda.) Gemeinderats im Februar 1928 äußerte ein Mitglied, als über die Anschaffung einer Fahne mit den Reichs- sarben verhandelt wurde: „Heute morgen sind Säcke versteigert worden, das hätte eine ge
geben." Der Beschimpfung der Reichsfarben angeklagt wurde das Gemeinderats- Mitglied freigesprochen; feine Angabe, er hätte sagen wollen, daß man aus dem Erlös der Säcke die Fahne kaufen könne, hielt das Gericht nicht für toiberlegt.
Eine Taglöhnerin aus Rödgen bei Bad- Nauheim hatte eine Anzeige mit falschem Namen bei der Staatsanwaltschaft eingereicht. Wegen Llrkundenfälfchung wurde sie zu 2 0 Mk. Geldstrafe an Stelle einer Woche Gefängnis verurteilt.
Ebenfalls wegen Llrkundenfälfchung wurde ein Arbeiter zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt; er hatte eine ArbeitS- beschelnlgung gefälscht, um Arbeitslosenunterstützung zu erhalten.
Arn 2Ö./27. Februar 1928 war es zwischen jungen Leuten von Michelbach und Busen - born zu einer Schlägerei und Messer- stecherei gekommen. Die Angeklagten wurden freigesprochen. da sie möglicherweise in Notwehr gehandelt hatten.
Büchertisch. - _
— Mensch und Erde, Der Leuchter bestes Buch 1 92 7. (Otto Reichl. Verlag. Darmstadt.) 18 Mk. Vorträge und Wissätze von: Graf H. Kahserling. Hans Much, E. G. Jung. Lev Frobenius, Max Scheier, Hans Prinzhorn. Richard Wilhelm. Wilhelm Salomon, Levine von Llngern-Sternberg. Egenolf Roeder von Diersburg. Karl Welkisch. — Das Buch vereinigt unter dem Generalthema „Mensch und Erde" die auf der vorjährigen Tagung der „Gesellschaft für freie Philosophie" in Darmstadt gehaltenen Vorträge, ergänzt durch einige, dem erörterten Gedankenkreis zugehörige „freie Aufsätze". Vorzügliche und eigenartige Persönlich feiten geben hier ihre intimsten Lieberzeugungen und wecken ehrfürchtigen Schauder vor den dunklen Gewalten, die hinter unseren im Alltagsleben sich so nüchtern darstellenden Lebensabläufen stehen. Fesselnd und staunenswert ist die Spannweite des Themas, das auf den ersten Anschein eng gefaßt, in der Behandlung immer neue Seiten und Probleme darbietet. Dies Buch kann keiner lesen, ohne angeregt zu werden und — mag et auch manchmal skeptisch den Kops schütteln — sich für die Deutung der Erscheinungen um neue wertvolle Gesichtspunkte bereichert zu wissen. 637
— Siegfried Ochs. Lieber die Art, Musik zu hören. Werk-Verlag. BerlinW57. 1928. 6. bis 8. Tausend. Preis kart. 1.60 Mk — Die vorliegende Schrift des nunmehr 70jährigen Berliner Dirigenten enthält Anregungen die in Gestalt eines Vortrags einer Zuhörerschaft unterbreitet wurden, unter denen sich fein einziger Musiker von Fach befand, und ist so vorwiegend für Leser bestimmt, die nichts von den Techniken der Kunst wissen. Dadurch aber, daß fachtechnische Erörterungen ausgeschaltet bleiben, wird diese Schrift in ihrer klaren, geistvollen Art gerade dem Musikfreund recht wisikommen sein. Die Auswirkung der Musik unterscheidet sich nach dem Verfasser von den andern Künsten, daß sie auch solche Herzen erfüllen kann, die nichts wissen von der Tabulatur. Dem begeisternden Moment steht das Erkennen des technischen Aufbaues, der konstruktiven Arbeit bei einem musikalischen Kunstwerk gegenüber. Da ist es ein Genuß, zu lesen, wie der erfahrene Musiker hineinführt in alle die Grundlagen der musikalischen Form. Interessant ist es, was er vom Wandern von Melodien („Steffen von musikalischen Einfällen") zu lagen weiß. Lind der Komponist der so originellen Dariattonen über „Kommt ein Vogel geflogen" kann hier nicht an dem Humor in bet Musik vorübergehsn. Der Verfasser läßt seine Ausführungen darin gipfeln, daß das „Hören von Musik, wie jeder Kunstgenuß, zum großen, ja, wenn nicht zum allergrößten Teil eine Sache der Veranlagung ist." „Kennen und Beherrschen musikalischer Formen und Ausdrucksmöglichkeiten kann viel zum Verständnis beitragen, aber nur bei solchen, denen, um mit Beethoven zu reden, die Musik Feuer au8 der Seele schlägt." „Das Getue, Heucheln von Begeisterung für musikalische Gebilde, auch der schwierigsten, die selbst den Fachleuten alle möglichen Hindernisse bieten, müssen wir in seiner ganzen Lächerlichkeit erkennen und demgemäß behandeln. In der Kunst soll jeder willkommen fein, der sie liebt." 205
Sprechstunden der Redaktion.
12 bi» 1 Uhr mittag», 5 bi» 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschloffen.
Für unverlangt eingefanbte Manuskripte ohne beigefügte» Rückporto wird keine Gewähr übernommen.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent.
Frankfurt a. M
Berlin
Frankfurt a. M.
Berlin
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Dt. «nI.-ÄdlSs.-Schuld mit 3ut. los.-Rechtrn.........
Detfll. ohne AuUos ^Rechte . . .
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4% Ungarische Staallr. v. 1910 . <y,% bdfll. von 1913.....
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4% Tüd. stollanlethe v. 1911 . . 4% Türkische vagdadbohwsni.,
Serie I..........
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4% Rumänen convert. Rte. . . . 4ft% Rumänen Oolbenl. von 191".
«llg. Deutsche Eisenbahn . . 4)', Hamburg-Amerika Paket ... 8 Homd.-^üdam. Dampssch. . . 8 Hansa Dampfschiff.....10
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Allg. Deutsche Sredtianst. . . 10 Samer Bankverein .... 10 Berliner Handellgesellsch. . . 19 Commerz. unb Privat-Banl . 11 Damit, u. Nationalbank . . 11 Deutsche Bank......10
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