nach seiner Rückkehr, erzählen. Manche werden sich in Paris mit ihm anfreunden, denn er ist ein biederer und aufrechter Mann. Lind toerm er in seiner schlichten Art sein Stück deutscher Geschichte, das er repräsentiert, auch jenen Vertretern französischer offizieller Stellen, die ihn sprechen werden, vortragen wird, dann wird auch er eine Arbeit leisten, die nur vaterländisch genannt werden kann. Diesen Gedanken sollte man unterstreichen, wenn man den Kommentaren dieser originellen Angelegenheit Raum gibt.
Obrrheffen.
prämiiepungsmartt in Homberg.
<- Homberg a.d. Ohm, 6.Juni. Der heutige Prämienmarkt erfreute sich bei prachtvollem Wetter eines starken Besuchs und zeigte einen guten Auftrieb von ausgezeichnetem Zuchtmaterial: etwa 90 bis 100 Pferde, 140 Rinder, 20 Ziegen und 40 Schweine waren zur Preiebewertung aufgetrieben. Außerdem fand ein Ferkelmarkt mit einem Auftrieb von über 200 Tieren statt, hier wurde flott gehandelt, die Preise waren infolge der erhöhten Fleischpreisc etwas angezogen. Bei der Prämiierung wirkten als Preisrichter mit: 1. für Pferde: Oberlandstallmeister i. R. Schörke, Landstallmelster Hertel und R. Wolter (Reichelsheim): für Fleckvieh: K. Hahn (Bellersheim) und Techniker B ü x l e r (Gießen): für Vogelsberger Bieh: H. Velten (Göbelnrod) und H. v o n (k i f f (Grünberg): für Ziegen: I. Jäger (Queckborn) und Hch. Scheid (Großen-Buseck); für Schweine: R Weiß (Hof Graß) und Otto Koch (Aulen Diebach). Dos Prämiierungscrgebnis war folgendes:
A. Oldenburger Pferde: 1. gedeckte Stuten: Ehrenpreis Hch. Bock (Schadenbach): Erste Preise K. Dörr (Bleidenrod) und K. Röcker (Wei- tershain): 2. Preise: L. Eisenbach (Rieder-Ohmen) und Adolf Dörr (Weitershain); 2. Familien: Ehrenpreis Franz Steubitz (Wittelsberg): 1. Preis Aug. Specht (Maulbach): 3. 2jährige Oldenburger: Erster Preis Hch. Kirchner II (Oberkleen), 2. Preis Julius Beck (Schadenbach): 4. 3jährige Oldenburger: Erster Preis Job. Wevpler (Reibertenrod), 2. Preise Wilh. Weigel (Heidelbach) und Franz Steubitz (Wittelsberg).
B. Belgier Pferde: 1. gedeckte Stuten: 1. Preis Wilhelm Erb (Schadenbach) und Otto Kohler (Ober-Breidenbach), 2. Preis K. Friedrich (Erbenhausen): 2. Stuten mit Fohlen: 1. Preis K. Friedrich (Erbenhausen), 2. Preis W. Seim (Erbenhausen): 3. Familien: Ehrenpreis K. Friedrich (Erbenhausen), 1. Preis Hch. Rispel (Ober-Ofleiden), 2. Preis W. Erb (Schadenbach): 4. zweijährige Fohlen: 1. Preis K. Friedrich (Erbenhausen), 2. Preis Ludwig Mohr (Rülfenrod): 5. dreijährige Fohlen: 1. Preis Th. Eerth (Bernsfeld), 2. Preis Hch. Rispel (Ober- Ofleiden) und Ad. Werner (Dieder-Breidenbach).
C. Rinder der F l e ckvi e h r a sse: 1. Bullen über 18 Monate: 1. Preis Gemeinde Deckenbach, 2. Preis Homberg: 2. Bullen bis 18 Monate: 1. Preis Karl Stein (Elpenrod), 2. Preis Wilh. Fey (Büßfeld) und Hch. Pfaff (Weitershain), Aug. Martin (Gonterskirchen): 3. Kühe mit 2 Kälbern: 1. Preis Fr. Herbenor (Kirchhain), 2. Preis Hch. Anders llf (Appenrod), Julius Weiß (Rieder-Gemünden), Hch. Weh (Ausmühle), 3. Preis. Karl Weitzel (Hom- bera), Hch. Pfaff (Weitershain): 4. Aeltere Kühe. 1. Preis Aug. Jung (Windhausen) und Hch. Woh II (Auhmühle), 2. Preis Jul. Weih (Rieder-Gemün )en), Hch. Pfaff (Weitershain), K. Christ (Homberg), 3. Preis. Jul. Weih . (Rieder-Gemünden), Joh. Becker II (Bleiben- 1 rod), Aug Seim (Bleidenrod), Deeg (Homberg), r-W. Schweißguth (Dühfeld), Karl Christ (Homberg): 5. Familien: Ehrenpreis Jul. Weiß (Rie- der-Gemünden) und Hch. Pfaff (Weiterhain), 1. Preis W. Jung (Windhausen): 6. Kalbinnen: Ehrenpreis Aug. Weh (Wahlen), 1. Preis Karl Keller (Weitershain), 2. Preise Aug. Meß (Wahlen). Aug. Jung (Windhausen), Hch. Weber 111 Dühfeld, Otto Hisserich (Homberg), Peter Rik- las (Ober-Ofleiden), 3. Preis Aug. Seim (Bleidenrod und K. Hisserich IV (Homberg).
D. Rinder der Vogelsberger Rasse: 1. Bullen: Ehrenpreis Gemeinde Homberg: 2. Preise Gemeinde Weitershain, Schenk zu SchweinSberg in Kirtorf und Hch. W. Lang (Ehringshausen): 2. Rinder: 1. Preis Joh. Fey (Durg-Genründen): 2. Preis L. Wiesner (Wei- terShain): 3. Preis Hch. Jäger (Schweinsberg); 3. junge Kühe: Ehrenpreis Förster Kehl (Wäldershausen): 1. Preis Hch. Jäger (Schweinsberg); 2. Preis W. Fett (Homberg) und Schenk zu Schweinsberg in Kirtorf; 4. ältere Kühe: 1. Preis Schenk zu SchweinSberg; 2. Preise Aug. Schlosser (Lehrbuch), Joh Moos (Homberg); 5. Familien: 1. Förster Kehl (Wäldershausen); 2. Preise Franz Wolf (Homberg), Hch. Jäger (Schweinsberg) und Chr. Dehnert (Windhausen).
E. Ziegen der Saanenrasse: 1. Böcke: 1. Preis Stadt Homberg; 2. Preis Deckenbach; 2. Ziegen: 1. Preis Konrad Löchel (Deckenbach) und Otto Köhler (Ober-Breidenbach); 1. und zwei 2. Preise Hch. Gontrum (Homberg).
F- Schweine: Hesse (Otterbach) einen 1. Preis und einen 2. Preis; Mohr (Rülfenrod) einen Sammlunc^preis; Stark (Wirrberg) einen 1. und einen 2. Preis; Schweinezuchtverem Schadenbach 1. und 2. Preis.
Bei der Prcisverteilung hielten Ansprachen: Bürgermeister- S ch w e i k e r, Kreisdirektor Dr. Stammler und Oekonomierat K o r e l l (Angenrod). An dem Reiter fest beteiligten sich die Vereine aus Geilshausen, Rieder-Ohmen, Bühfeld und Obergleen unter Leitung des Grafen Bredow.
Landkreis Gießen.
* Watzenborn-Steinberg. 6. Juni. Am Sonntag errang der hiesige Männergesang v e r e in „Sangerkranz" unter der vorzüglichen Leitung seines Dirigenten. Chor- meister Heinrich Blaß, Gießen, auf dem Ge- sangswettstrert in Donbaden bei Braunfels den 1. Preis in der ersten Land klasse ferner dxn Ehrenpreis und den Hauptehrenpreis. Dem Dirigenten wurde von den Preisrichtern gleichzeitig der Dirigentenpreis zuerkannt. unter besonderer Anerkenung seiner Fähigkeiten. Im Klassensingen sang der Verein als selbst- gewählten Chor „Sie beiden Särge" von Friedrich Hegar, ein Chor, der als einer der schwersten deutschen Männerchöre bekannt ist. AIS Preisrichter fungierten die bekannten Komponisten Werth und Schaaf. Schon seit 15 Jahren steht der hiesige Gesangverein .Sänger- kranz" unter der bewährten Leitung von Cyor- meister Blaß, dessen Verdienst eS ist. daß der Verein ausgezeichnete Preise bei vielen Wett-
Lebensmittel aus der Retorte.
Jucker aus Lumpen.—Oie Chemie „auf dem Holzweg".
Von Dr. Siegfried Kurih.
Prosessor 2 e r g i u S, bekannt durch sein Der'ahren der Kohleverflüssigung, hielt auf der Hauptversammlung des Vereins deutscher Chemiker einen Vortrag, in dem er aufsehenerregende Mitteilungen über die künstlich" Herstellung von Rahrungs- mitteln macht?.
Um die Jahrhundertwende schilderte ein deutsches Witzblatt das Wirtshaus der Zukunft recht ergötzlich. Da standen Behätter mit komprimiertem Sauerstoff, Wasserstoff. Stickstoff und Kohlenstoff; bestellte nun ein Gast ein saftiges Beefsteak, so wurden nur ein paar Liier dieser komprimierten Gase miteinander gemischt, einige Ingredienzien hinzugetan, und die verlangte Speise stand vor dem Besteller. Diese verheißungsvolle Zukunstsküche ist bisher freilich nicht erstanden und wird sich — zum Trost der Feinschmecker und Eurrogatseinde — wohl nie verwirklichen lassen. Zwar sind unsere Rahrungs- mittel, ja alle lebenden Organismen, nur aus wenigen, reichlich zu Gebote stehenden Elementen ausgcbaut, nämlich aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauer st off, Stick st off und geringeren Mengen Phosphor, Calcium, Eisen, Ratrium und Magnesium> — doch ist es bisher nicht geglückt, auf künstlichem Wege aus diesen Elementen Stoffe zu erzeugen, die den von der Ratur gebotenen Röhrn,itteln entsprechen, obwohl das natürlich vielfach versucht worden ist. Das „weiße Pulver", von dem der große Chemiker B e r t h e l o t geträumt hat, sollte in kleinster Dosis die ganze für einen Menschen erforderliche Tagesration enthalten; aber bisher ist es nicht möglich gewesen, unsere Rahrungsaufnahme so zu vereinfachen.
Vor einem Jahrhundert glaubte man noch, daß die organischen Verbindungen nur im Organismus selbst mit Hilfe der sog. „Lebenskraft" entstehen könnten. Da fand der große Chemiker Friedrich Wöhler in Berlin die künstliche Herstellung des Harnstoffs; damit vollzog sich eine Umwälzung in dem gesamten Gebiet der chemischen Wissenschaft, die von nun ab ihre Aufmerksamkeit der organischen Synthese zu- wandte. Die organische Chemie nahn bald einen ungeheuren Aufschwung. Aus wenigen Elementen. unter denen der Kohlenstoff eine hervor- ragenbe Stellung einnimmt, baut sie nach wunderbaren Methoden die mannigfaltigsten Kombinationen aus, ähnlich wie der Architekt aus demselben Backstein die verschiedenartigsten Gebilde erstehen läßt. Wohl an 200 000 organische Verbindungen können wir durch die organische Synthese Herstellen, die nicht nur deutschen LIrsprungs ist, sondern auch in Deutschland am meisten gepflegt wurde. Heute schreckt man vor der künstlichen Erzeugung der kompliziertesten Bestandteile des lebenden Organismus nicht mehr zurück. Vor ungefähr drei Menschenaltern hat Berthelot in Paris die Synthese der Fette verwirklicht. Dor etwa fünf Jahrzehnten sind dank der genialen Kunst eines Emil Fi s cher die ersten künstliche Kohlenhydrate, wieTrauben- zucker und Fruchtzucker, in Würzburg in der Retorte hergestellt worden. Derselbe Forscher unternahm es. auch Methoden zum künstlichen Ausbau eiweißartiger Stoffe auszuarbeiten. Schon im Jahre 1911 konnte er einen solchen künstlich erzeugten, im Laboratorium des Chemikers entstandenen Stoff vorweisen; bei der Konstituierung der Kaiser-Wilhelm-Gcsellschaft zur Förderung der Wissenschaften, am 11. Januar 1911 konnte man das erste künstliche Eiweiß bewundern — aber die Rohmaterialien für diesen synthetischen Stoff mit dem unaussprechlichen, 21 Silben langen Rainen kosteten rund 1000 Mk.. und die darauf verwandte Arbeit war sicherlich noch höher zu veranschlagen. Dennoch füllte das so erhaltene Präparat nur ein winziges Glas. Zum Verfüttern eignete es sich kaum; aber phan- tafiebegabte Zeitgenossen knüpften an diese Darstellung die allerkühnsten Hoffnungen. Schon glaubte man sehen zu können, wie das pflanzliche uird tierische Eiweiß vor dem synthetischen den Rückzug antreten mühten. Der geniale Emil Fischer jedoch meinte lächelnd: „Der Ochs macht's halt besser." Er glaubte nicht daran, daß Pflanze und Tier jemals aus unserm Ernährungsplan gestrichen werden könnten.
Fast scheint es. als ob die B e r g i u s s ch e n Betrachtungen auf der Chemikertagung in Dresden über Holz und Kohle ähnlich überschwengliche Hoffnungen erwecken — doch liegt das
durchaus nicht in der Absicht von Dergins selbst. Er ist keineswegs „auf dem Holzweg", wenn er auf die Verschleuderung der im Holz rufjenöen Schätze warnend hinweist. Vergessen wir nicht, daß vor dem 19. Jahrhundert das Holz allein bestimmend für die Wirtschaftskultur aller Völker war. Obwohl die Steinkohle zum großen Teil an feine Stelle getreten ist, werden noch jetzt 30 Millionen Raummeter Holz jährlich in Deutschland in verschwenderischer Weise verfeuert, zu denen für Deutschlands Zeitungsgewerbe in normalen Zeiten ein Verbrauch von vier Millionen Doppelzentner Holzpapier jährlich kommen. Der Raubbau, der am deutschen und europäischen Walde getrieben wird, ist also ganz gewaltig. Die deutsche Papierfabrikation verschlingt allein jährlich den 12 Teil der regelmäßigen Abholzung des bayerischen Staatswaldes oder einet Wald- fläche von 62 000 Hektar. Eine Zeituna von 100 000 Auflage verbraucht täglich das Holz, das in einem Jahr auf einem Hektar wächst. E s genügt nicht, daß immer nachdrücklicher die Mahnung erschallt, mit unseren Kohlenvorräten schonend umzugehen und die verwendete Kohle restlos auszu nutzen; man beginnt sich feit einigen Jahren auch zu fragen, ob nicht dem verschwenderischen Verbrauch des Holzes gleichfalls Einhalt geboten werden müßte. Run hat man Methoden ausgearbeitet, um all die Reben- erzeugnisse, die bei der Verkohlung des Holzes entstehen, zu gewinnen. Aber solche modernen Holzverkohlungsanlagen erfordern gewaltige An- lagelapitalien. Verschiedene Technologen, namentlich Gas-Techniker, entwarfen Verfahren, um Brennholz, minderwertige Sträucher usw. in vollwertige Kohle umzuwandeln. Reben die schwarze Kohle trat die „grüne Kohle".
Run eröffnet Dergius wieder eine andere Der» wertungsmöglichkeit. Der Holzstoff, die unverdauliche Zellulose, soll in verdauliches Kohlehydrat, in Zucker und Stärke, umgewandelt werden. Schon vor einem halben Jahrhundert hat der geistvolle A. W. Hofmann, der bas Reich der Teerfarben erschloß, in seiner Vorlesung über die Kohlehydrate darauf hingewie- fen, daß die Zellulose und der Zucker sich m ihrem Aufbau eigentlich nur durch ein Molekül Wasser unterscheiden. In seiner witzigen Art schloß er: „Also, meine Herren, verwandeln Sie die Lumpen, die ia auch zum größten Teil auS Zellulose bestehen, durch Einfügen eines Moleküls Wasser in Zucker." Aber nur langsam ist die „Verzuckern n g des Holzes" tatsächlich auf verschiedeäen Wegen verwirklicht worden. Technisch läßt sich aus dem Holz Zucker gewinnen. Vielleicht werden wir allmählich dahin kommen, uns von den ausländischen Kraftfuttermitteln freimachen zu können. Wird man aber deswegen auf die landwirtschaftliche Erzeugung der Nahrungsmittel ganz verzichten können? Der Chemiker hat zwar Eiweiß, Zucker, Gerste und Pflanzenfqrbstoffe in ihre Bestandteile zerlegt, und er vermag auch die einzelnen Baustoffe zuweilen wieder kunstvoll zusammenzusehen. Aber nur mit einem riesigen Aufwand an Hilfsmitteln kann er das leisten, was die lebende Ratur ständig spielend erzeugt. Sonne, Erde, Wasser und Lust schmiegen sich in dem grünen Leib der Pflanze zusammen, und in wundersamer, lebendiger Wandlung wird die Frucht. Es ist eine gewaltige Arbeit, die da auf den Feldern geleistet wird. Kein Chemiker, kein Jngeyieur kann aus diesen Bestandtellen, die die Pflanze verbindet, bauen, was in der reifen Frucht später vor uns liegt. Stoffe der Erde, Stoffe des Wassers und der Luft, Stoffe im Innern der grünen Pflanze werden mit der Kraft des Lichts zusarnmenge- schweißt, im zartesten Gefüge zusammengebunben und zeigen sich uns als etwas ganz Reues. Haber schenkte uns das „Brot aus der Luft", als er zeigte, wie man den Stickstoff der Atmosphäre an den Wasserstoff binden und dadurch den Acker ertragreicher machen könnte. Erhöhung der Ertragfähigkeit unserer Accker — das ist vor allen Dingen das Ziel, das der Chemie unserer Tage vorschwebt. Schädlingsbekämpfung durch chemische Mittel, richtige Sortenauswahl, zweckmäßige Düngung — das sind die Mittel, mit denen wir den Vorrat und die Güte unserer Rahrungsmittel stetig steigern werden. Die Retorte des Chemikers wird den Acker nie ersehen, wohl aber wird des Chemikers Arbeit dem rationellen Ackerbau ein willkommener Helfer und Bundesgenosse fein.
streiten gewann. Der „Sängerkranz" errang während dieser Zeit nur erste Preise, mit einer Ausnahme, wo der Gesangverein nur durch Unter- legenheit des Stimmenmaterials sich mit d em zweiten Preis begnügen mußte. Chormeister Blaß erfreut sich in weiten Kreisen größter Beliebtheit und Anerkennung wegen seines Könnens und feiner Gerechtigkeit. In letzter Zeit war er wiederholt als Preisrichter bei Wettsingen tätig.
s. Utphe, 6. Juni. Ein hiesiger Landwirt war in feiner Scheune mit Schneiden von Knüppelbolz an feiner eigenen Kreissägeanlage beschäftigt. Auf bisher unaufgeflärte Weise flog ihm ein Knüppel mit derartiger Wucht gegen den Kopf, daß das eine Auge schwer verletzt wurde und er län- geme Zeit bewußtlos liegen blieb. Der Arzt erklärte feine Verbringung in die Gießener Klinik für notwendig, um nicht auch das andere Auge zu gefährden.
Mrcuf Friedberg
4- Bad-Rauheim. 6. Juni. Der Zweig- verein vom Roten Kreuz hielt feine diesjährige Hauptversammlung unter dem Vorsitz von SanitätSrat Dr. Hahn im Restaurant „Gaudes" ab. Der Jahresbericht zeiate. daß der Verein eine rege Tätigkeit entfaltet hat. Weitgehend wurde die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz unterstützt, aber auch auf dem Gebiete der Veteranen- und 5a- milicnuntcrftütjung konnte wieder manches gute getan werden. Die Jahresrechnung schließt mit 2211.65 Mk. Einnahme und Ausgabe ab. Die Mitgliederzahl beträgt 172 Beschossen wurde, ben Rote-Kreuztag am 17. Juni zu veranstalten. da der auf den Herbst festgesetzte Sonntag für unsere Badestadt ein nicht so günstiges finanzielles Ergebnis erwarten läßt. Eingehend besprochen wurde die Jugend-Rote-
Kreuz-Bewegung. deren Organifalion auch für unsere Stadt ins Auge gefaßt werden soll. Einstimmig wiedergewählt wurde der seitherige Vorstand, dem außer den Vorsitzenden Sanitätsrat Dr. Hahn und Beigeordneter Kissel und dem Geschäftsführer Th. Stamm nodj Bürgermeister Dr. Ahl. Beigeordneter Kling. Sanitätsrat Dr. Hirsch. Lehrer O ß w a l d. Kolonnenführer H. Stamm, Stadtverordneter Schäfer und Kaufmann G. Horn angehören. — Die Südwestdeutsche Konferenz für Innere Mission hält vom nächsten Sonntag bis Montag hier ihre diesjährige Sommertagung ab. Eine Jugendversammlung auf dem Johannisberg ist damit verbunden.
Kreis Büdingen.
• L iß be rg, 5. Juni. In der Rächt gegen 21 h Uhr brach in der modern eingerichteten Handelsmühle Ringshausen auf bis jetzt unaufgeklärte Weise Feuer aus. Die Mühle brannte bis auf die Umf aff ungä- mauern ab. Rur durch daS fchnelle. wirkungsvolle Eingreifen der Ortsseuerwehr und durch das Riederlegen von Anbauten konnte ein ileber- greifen der Flammen auf WohnhauS und Rebengebäude verhindert werden. Rach Hilfeleistung der Wehren von Eckartsborn und Orten berg konnte der Brand gegen 5 il&r morgens als gelöscht betrachtet werden.
Kreis Schotten.
| Gedern, 6. Juni. Der erste Teil der Gederner Jung Viehweide in der Selle ist nun fertigacstclll. Ss werden noch im Laufe dieser Woche die ersten Jungtiere aufgetrieben werden. Um die Gewichtszrmahme genau feft- ftellen zu können, werden die Tiere vorher erst gewogen. 3n diesem Jahre kann aber nur eine beschränkte Anzahl von Tieren auf die Weide ge
trieben werden. BIS zum nächsten Frühjcchr hasst man. die gesamte, zur Melioration vorgesehene Fläche derart instand gesetzt zu haben, daß die Weide dem Bedürfnis der ganzen hiesigen Landwirtschaft genügt — Die hiesige Schafherde hat. wie in den meisten Gemeinden deS Landes, feit Kriegsfchluh bedeutend abgenommen. Während in früheren Jahren die Herde durchschnlltlich aus 700 Tieren bestand, sind eS heute nur noch etwa 300.
Kreis Alsfeld.
r. Ober-Ohmen. 6. Juni. Die hiesige Schulfparkafse hat dank der Bestrebungen des Lehrers Jung im letzten Schuljahr au< Sparpfennigen der Schüler über 2000 Mk zusammengebracht. also durchschnittlich jede Woche SO Mk. Die Beträge werden verzinslich angelegt.
Mrcie Lauterbach.
Lpd. Lauterbach. 6. Juni. Heber den bei den Ausgrabungsarbeiten für daS Gebäude der Sparkasse gemachten Münzenfund wird un8 mitgeteilt, daß die von verschiedenen Blättern gebrachte Wertangabe deS Funde« weit überschätzt ist. Die wenigen Goldstücke, die bei dem Funde vorhanden sind, habenvie Größe von Zwanziamarkstücken. sie sind zwar au« Feingold hergestellt, aber wie alle Münzen auS jener Zeit, nur auS dünnem Goldblech geprägt. Die gesamten Münzen stammen aus der Zeit vor und aus dem Anfang deS Dreißigjährigen Krieges und sind zum größten Teil nicht gut erhalten, also für Sammler feine begehrenswerten Objekte. Seltenheiten befinden sich nach vorläufiger Schätzung unter den Münzen nicht. Die Bauarbeiter, die den Fund gemacht haben, machen Eigentumsansprüche geltend, aber auch der Grundbesitzer will den Schatz für sich haben, und so droht ein Prozeß um die Münzen, die vorläufig vom KreiSamt verwahrt werden.
P. Schlitz, 6. Juni. Dor einigen Jahven wurde in unserem altersgrauen, mit lauschigen Winkeln bedachten Städtchen von der Äfa-Fiun- aesellschaft der reizende Film: Tischlein deck dich" ausgenommen. Dieser Tage wellten nun wieder einige Filmoperateure derselben Gesellschaft hier, um einen neuen Film „DaS deutsche Volkslied" in unserer Stadt aufzunehmen. welche für die einzelnen Motive zahlreiche stimmungsvolle Bilder darbietet. Es ist keine Frage, daß durch diese Filme unser malerisches Städtchen weithin bekannt wird. — Um eine bessere Verbindung mit Bad Salzschlirf während der Saison herzustellen, läßt der hiesige Derkehrsverein von jetzt an vorläufig dreimal wöchentlich ein Poftauto -wischen den beiden Orten laufen.
Giarkenburg.
Lpd. Darmstadt, 6. Juni. Dieser Tage war der Landwirt Wambold aus Bessungen mit dem Abfahren eines Baumes aus dem Orangeriegarten beschäftigt. Als der Wagen mit dem Baum auf der Straße fuhr, ft reiften die Aeste des Baumes die Hochspannung, der Baum kam ins Rutschen und durchschlug W. die Wirbelsäule. Rur mit Mühe konnte der Schwerverletzte aus seiner gräßlichen Lage befreit werden. Er starb am folgenden Tage unter den größten Schmerzen bei vollem Bewußtsein.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
i Wetzlar 6. Juni. Nach längerer Pause versammelte sich das Stadtoerordnetentot- l e g i u m wieder zu einer Sitzung, beten Tagesordnung durch mehrere Punkte noch erweitert wurde. Zur Beratung stand ein Antrag der Verwaltung, den im vorigen Jahre gebildeten zweiten HypothekenfondS um weitere 100 000 Mark auf 400 000 Mark zu erhöhen, um den Wünschen von Baulustigen mehr entgegenkommen zu können, besonders well die bisher bewilligten Mittel nahezu ausgebraucht sind. Der Betrag soll in Zchrm einer Anleihe bei der städtischen Sparkasse, deren Einlagebestand auf 1 600 000 Mark angewachsen ist, ausgenommen werden. Das Stadtparlament ist mit der Anleihe einverstanden und stimmt einem weitergehenden Antrag zu. gegebenenfalls den Betrag bis auf 500 000 Mark zu erhöhen. Einen breiten Raum der Erörterungen nahm ein Punkt der Tagesordnung ein, der sich mit dem Zu stand der sogenannten eisernen Brücke über d i e Lahn am Hausertor befaßte. Die Brücke ist im Jahre 1873 durch eine Interessentengruppe, bestehend aus den Firmen BuderuS, Gewerkschaft Raab, 3. QL Waldschmidt usw. zum Zwecke der 6r0befßtberung erbaut und vor einigen Jahren in den Besitz der Stadt übernommen worden. Dem früheren Verkehr vvlllommen gewachsen, ist sie heute, da sie die Lahn ohne Pseller überspannt und ihre Verstrebungen auch nicht verbessert werden können, zu schwach, um dem neuzeitlichen starken Lastkraftwagenverkehr usw. ausreichende Stütze zu geben. Die an gestellten Berechnungen haben gezeigt, daß die Gefahr deS Einsturzes bei zu großer Belastung sei es durch Fuhrwerke, fei eS infolge von Menschenansammlungen, eine große ist Die Verwaltung ist daher nicht in der Lage, die weitere Verantwortung für die Sicherheit bei Verkehrs zu übernehmen, und schlägt der Stadtverordnetenversammlung den Bau einer neuen Drücke im Zuge der alten vor. Die Pläne wurden noch durch Daurat Golder näher erläutert. QLad) Verhandlungen mit Vertretern der Regierung zu Koblenz besteht die Hoffnung, daß aus einem Fonds der Ätafl» wagensteuer ein nicht unbeträchtlicher Zuschuß xu den Baukosten erwartet werden kann, lieber die Art der Drücke, ob auS Eisen oder Beton, gingen die Meinungen auseinander. Während die erstere Bauart auf 220 000 Mark geschätzt wird, soll die zweite Bauart etwa 80 bis 100 000 Mark mehr kosten. Bei der De ton brücke muß außerdem daS Ettahenvifier um etwa einen halben Meter gehoben werden. Interessant waren auch die Mitteilungen über den täglichen Verkehr auf der Drücke, der mit rund 590 Kraftfahrzeugen, 255 Fuhrwerken und 1200 Fahrrädern ganz erheblich erscheint. Die Stadtverordneten erklärten sich mit dem Reubau der Drücke grundsätzlich einoerftanben und stellten fürs erste einen Bettag von 200 000 Mark auS Anleihemitteln zur Verfügung, die Frage der AuSlührung einer späteren DÄchlußsasfuna Vorbehalten. Im weiteren Verlause der Sitzung berichtete bann noch der Vorsitzende über den Stand der Arbeiten an der Ruine Ka lS - m u n t. Die Ausgrabungen, die allerhand ReueS über die Geschichte dieses alten Bauwerkes zutage gefördert haben, ftnb beendet, und man
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