Ausgabe 
6.11.1928
 
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deS Deutschnationalen Arbeiterbundes, des Stahl­helms, von wirtschaftsfriedlichen Verbanden und Llnorganisierten befinden, hat dem Gedanken der Volksgemeinschaft und der sittlichen Verbundenheit aller Volksgenossen einen schweren Schlag versetzt und gezeigt, daß die Eisen- und Stahlindustrie der nordwestlichen Gruppe den so oft betonten Gedanken der Werksgemeinschaft und WerkZverbunben- heit keinerlei praktische Bedeutung mehr zu­messen."

Landiagöabgeordneier Kindt t*

Darmstadt, 5. 2lov. (TU.) Am Sonntag starb im Darmstädter Krankenhaus der lang­jährige Abgeordnete im hessischen Landtag, Lu­dolf Kindt. Er ist geboren am 27. 3anuat 1877 in Birkenfeld, besuchte daS Gymnasium zu Oldenburg, die Hochschule zu Darmstadt und war

24 Jahre in Deutsch-Südwestafrika als Kauf- I mann und Herausgeber der ZeitungSüdwest" in Windhuk tätig. Don 1910 bis 1915 war er auch Mitglied des Südwestafrikanischen Landes- rates und wurde von den Engländern im Jahre 1919 wegen nationaler Gesinnung aus Subwest­afrika ausgewiesen. Ludolf Kindt ist seit 15. Dezember 1921 ununterbrochen Mitglied des hessischen Landtages gewesen. Die Deutsch­nationale Volkspartei erklärt zum Hin- fcheiden ihres Abgeordneten: ..Der hessische deutschnationale 5ZandtagSabgeordnete Rudolf Kindt ist am letzten Sonntagabend nach langem schweren Leiden im Alter von 55 Jahren in Darmstadt verschieden. Dor dem Kriege war er mehrere Jahrzehnte als Farmer und Zeitungs­herausgeber in Deutsch-Südwest tätig und gehörte auf Grund seiner vielfältigen Verdienste als Mit­glied dem LandeSrate der Kolonie am Er hat auch den Feldzug gegen die Osthereros und

KauoshottenKokken rm Jahre 1896 und den großen Herecoaufftand 1904 als Kriegsfreiwilliger mil­gemacht. Lach dem Weltkriege durch di« Eng­länder seines Eigentums beraubt und vertrieben, schloß er sich der Deutschnationalen Volkspartei in Hessen an und hat ihr als Abgeordneter bis zum Tode sehr wesentliche Dienste geleistet. Be­sonders bemerkt wurde sein unerschrockener öffent­licher Kampf gegen jene hochbedenklichen Be­strebungen, di« einen autonomen Pufferstaat zwi­schen Frankreich und Deutschland mit Einschluß Hessens schaffen wollten. Herr Kindt nahm als Schriftleiter des Mitteilungsblattes des Wein­heimer S. C. eine hochangesehene Stellung ein. Ein glänzendes Zeugnis für seine literarischen Fähigkeiten bilden zahlreiche Novellen auS Deutsch-Südwest, die mit großer Anschaulichkeit unb drastischem Humor geschrieben sind. Im Hessischen Landtag dürfte ihm Frau Julie Heraeus, Offenbach, nachfolgen."

Begeisterter Empfang Eckeners in Berlin.

Der Reichspräsident empfängt die Zeppelin-Besahung.

Hindenburgs Glückwünsche.

Berlin, 5. Nov. (WTB.) Kurz nach 12.30 Uhr trafen Dr. Eckener und diss Besatzung des Luft« schiffes im Palais des Aeichspräfiden- ten ein. Auf dem Wege von Staaken bis zum Palais war der Autozug überall von der Bevölke­rung mit lautem Jubel begrüßt worden. Dor dem Palais des Reichspräsidenten hatte sich eine zahlreiche Menschenmenge angesammelt. Im großen Empfangssaal begrüßte

Reichspräsident v. Hindenburg

Dr. Eckener und die Besatzung mit etwa folgender Ansprache:

Es ist mir eine große Freude, Sie persönlich kennenzulernen und Ihnen auszusprechen, wie sehr ich mich über Ihre Leistungen gefreut habe. Ihre Ozeanfahrten hat das ganze deutsche Volk mit Span­nung, Gebeten und Hoffnungen begleitet. Das Herz des ganzen deutschen Volkes schlug mit Ihnen, be­sonders während der Stunden der Ungewißheit und der gefahrvollen Stunden der Stürme. Aber mit Ihnen, Herr Dr. Eckener und Ihren Kameraden, waren wir unverzagt in der Ueberzeugung, daß Ihr Flug glücken werde. Unser Vaterland sieht in diesem neuen Luftschiff und in seiner glänzenden Führung über Meere und Kontinente eine deutsche Leistung, auf die es stolz ist im Bewußtsein seines Arbeitswillens und im Vertrauen auf seine Zukunft. Ich bin gewiß, im Namen des ganzen deutschen Volkes zu sprechen, wenn ich allen, die mit Kovf, Herz und Hand an der Schaffung dieses Luftschiffes mitgewirkt haben, und allen, die es sicher durch Sturm und Gefahr geleitet haben, tief empfundenen Dank und Anerkennung ausspreche. Mit diesem Dank verbinde ich den Wunsch nach weiteren Er­folgen in der völkerverbindenden Arbeit des Luft­schiffbaues. Mögen Ihnen, meine Herren, und dem deutschen Luftschiffbau weitere Erfolge beschieden sein.

Or. Eckener

erwiderte u.a.: Hochzuverehrender Herr Reichspräsi­dent! Ich bitte, zugleich im Namen der Besatzung, meinen herzlichen und ehrerbietigen Dank sagen zu dürfen für die Begrüßungsworte, die Sie auszuspre­chen die Güte hatten. Das Gefühl, das uns stets be­gleitet hat, war das Gefühl, auf dem richtig en Wege zu fein. Wir haben stets die feste Ueberzeu­gung gehabt, daß das Luftschiff das geeignetste Luft­verkehrsmittel über dem Ozean ist. Unsere zwei Fahrten über das Atlantische Meer haben uns in dieser Ueberzeugung gestärkt. Die Rückfahrt von Amerika hat uns gezeigt, daß die Leistungsfähigkeit unseres Luftschiffes doch noch ein wenig zu wün­schen übrig läßt, ober wir wissen, wie dies zu bessern ist. Und wir legen hier vor Ihnen, hoch­verehrter Herr Reichspräsident, das Gelöbnis ab, daß wir alle unsere Kräfte einsetzen wollen, das uns überkommene Erbe im Sinne des Grafen Zeppelin zu verwalten. Wir bitten Sie, Herr Reichspräsident, unseren Bestrebungen auch ferner­hin ein freundliches Interesse erhalten zu wollen.

Im Anschluß daran stellte Dr. Eckener die Mit­glieder der Besatzung, zunächst den Erbauer, Chef» kanstrukteur Dr. Dürr, dem Reichspräsidenten vor, der mit jedem einzelnen einige Wort« wechselte. Besonders herzlich begrüßte der Reichspräsident auch die amerikanischen Marineoffiziere. Als Reichspräsident von Hindenburg und Dr. Ecke- ner daraus auf d e u B a l k o n des Palais traten, brach die harrende Menge in ungeheuren Jubel aus. Nach kurzer zwangloser Unterhaltung dankte Reichs­präsident von Hindenburg Dr. Eckener und der Luft- schisfbesatzung für ihren Besuch und wünschte ihnen weiter beste Erfolge für ihre Arbeit.

Empfang im Reichsverkehrsministerium

Der Reichskanzler

begrüßt die Zeppelin-Besatzung.

Berlin, 5. Lov. (WTB.) Der Leichsver-- kehrsmmister und Frau v. Guörard hatten Ein­ladungen zu einem Frühstück in den Festsaal des Leichsverkehrsministeriums ergehen lassen, das eine große Anzahl der hervorragendsten Persön­lichkeiten des politischen und des wirtschaftlichen Lebens vereinigte. Mit Dr. Eckener erschienen Oberingenieur Dr. Dürr, Kommerzienrat Colsmann, Dr. Maybach, seine Kapitäne Flemming unb Lehmann, sein Sohn und sein« Tochter sowie die gesamte Besatzung desGraf Zeppelin". Reichskanzler Mül­ler wies in seiner Begrüßungsrede daraus hin, daß die gesamte Bevölkerung ohne jeden Unter­schied sich herzlich an dem Empfang des Luft­schiffes beteiligt habe, und dankte namens deS Reichspräsidenten und im Namen der Reichs- reg'.erung allen Beteiligten, von den Erbauern des Luftschiffes und der Motoren bis zum letzten Werkmann, vor allem aber Dr. Eckener und seiner Besatzung für di« vollbrachte große Tat. Sie sei ein Beweis für da- Streben und Können des deutschen Dolkes, der in Amerika und in der ganzen Welt freundschaftlich als Kulturwerk ge­würdigt worben sei. Der Jubel, mit dem das Luftschiff in Deutschland wie in Amerika emp­fangen werde, sei ein Symbol für die Verstärkung der Freundschaft zwischen den beiden Völkern. Die Bemerkung des Staatssekretärs Kellogg, daß die Sympathiekundgebungen dem ganzen deutschen Volke gegolten hätten, erwidere er aufs allerherzlichst«.

2n seiner Erwiderung dankte Dr. Eckener na­mens des Luftschiffbaues unb der Besatzung für die ehrenden Worte des Herrn Reichskanzlers und für den ihm und seinen Mitarbeitern berei­teten glänzenden Empfang. Wenn jetzt ein gütiges Geschick es gewollt habe, daß der »Graf Zeppe­lin" sich durch das schauerlichste Wetter habe durcharbeiten müssen, ein Wetter, in das et sich früher nie hineingewagt hätte, so möchten Re­gierung und Reichstag die daraus zu ziehende Lehre beherzigen und sich hinter die Sache st e l l e n, die ihre Lebensfähigkeit so glänzend bewiesen habe. Der amerikanische Geschäfts­träger Poole feierte dann die Leistungen des Luftschiffes, die nicht nur in das Gebiet der Wissenschaft und Technik, sondern auch in das der Mannheit und Tapferkeit gehörten, und beleuch­tete den Sinn der beiden Empfänge diesseits und jenseits des Ozeans mit ihrer weitgehenden Ge­meinsamkeit der Gedanken und Empfindungen.

Völkerwanderung nach Staaken.

Berlin, 5. Nov. (Tpl.) DerGraf Zeppe­lin" hatte, wie nicht anders zu erwarten war, im Laufe des Tages einen großen Teil der Ber­liner Bevölkerung nach Staaken hinausgelockt. Die Verkehrs- und Besucherzahlen am Nach­mittag übertrafen alle Erwartungen. Es war als ob der gesamte Berliner Autopark, Privatwagen und Droschken nach Staaken rollten. Auf der Heerstraße fuhr man in beiden Richtungen in zwei bis drei Reihen nebeneinander, wo­bei es natürlich zu langwierigen Stockungen kam. Dis in die späten Abendstunden dauerte der Zustrom der Hunderttausende nach dem Staakener Flugplatz. Ein rotes Blinkfeuer be­leuchtet spärlich den Weg, der von den Halte­stellen zum Flugplatz führt. Allenthalben haben sich fliegende Händler mit Lebens- und Genuß- mitteln, Zcitungsverkäufer unb Postkartenhänd­ler niedergelassen. 3e näher man dem Staakener Felde kommt, desto beängstigender wird der Ver­kehr. An den Kassen stehen in Reih und Glied riesige Menschenschlangen. Inmitten des Feldes schwebt, fast wie ein ungeheurer Walfisch anzusehen, an seinem Ankermast das Luftschiff. Scheinwerfer lassen den »Graf Zep-

Der undekannke Fnedensvertrag.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 6. Nov. Der Versailler Vertrag ist der überwiegenden Mehrheit des deutschen Boltes noch immer ein Buch mit sieben Siegeln. Es weiß wohl, daß in ihm jener berüchtigte Paragraph enthalten ist, der uns die Schuld am Kriegsaus­bruch zuschiebt und mit dessen Hllfe sich das gesamte Dertragswerk bis heute gehalten hat, es weiß auch, daß diese oder jene Bestimmungen uns militärisch ohnmächtig gemacht oder uns Teile des Reiches und unsere Kolonien genommen oder uns verpflichtet haben, Reparationen zu leisten. Aber es kennt nicht oll die anscheinend unbedeutsamen Artikel des Ver­trages, die so manche Frage zu regeln versuchten, an deren Lösung den Signatarstaaten oder deren Va­sallen besonders viel gelegen war, die aber nicht minder stark als etwa die Entwaffnungsartikel zu erkennen geben, wie nachdrücklich und nach­haltig es die Alliierten zum Ausdruck zu bringen verstanden haben, daß wir die Unterlegenen find und daß sie denFriedensoertrag" aufgesetzt haben.

So gibt es eine Verpflichtung Deutschlands, die im Versailler Vertrag als Pavagrapb 363 und 364 numeriert ist, wonach wir der Tsche­choslowakei Teile der Häfen Hamburgs und Stettins auf neunundneunzig Jahre «in- zuräumen haben. Wie die Tschechen diesen Teil des Vertrages auslegten, zeigte sich sehr bald in den Erörterungen ihrer Presse. Stets von neuem kam zum Ausdruck, dah von nun ab diese beiden Häsen Ausfalltore für den ts chechischen Handel würden und bestimmte Anlagen unter die Hoheit des tschrchoflowa- kischen Staates kämen, etwa so, wie es mit der Danziger Westerplatte geschehen ist, die heute einen militärischen Stützpunkt Pofens auf Danzi­ger Staatsgebiet darstellt. Wirtschaftspolitische Vernunft hat denn aber schließlich die Prager Legierung veranlaßt, bei der praktischen Durch- süh.ung dieser Paragraphen mit uns zusam- menzuar beiten und einen Modus zu su­chen, Der den handelspolitischen Notwendigkeiten, wie sie sich aus der wirtschaftlichen Verflech­tung der beiden Nachbarstaaten e.gebrn chaben und auch »weiterhin ergeben, Rechnung trägt.

Ganz laicht ist diese Zusammenarbeit nicht ge­worden, sie hat sich über viele Jahre erstreckt, aber jetzt doch zur Unterzeichnung eines Heberetnfommend geführt, das zwar auf den Artikeln 363 und 364 basiert, jedoch den neunundneunzigjährizen Pachtvertrag, der für Hamburg abgeschlossen ist, den Bedürfnissen der Hansestadt anpaßt und die Tschechoslowakei im wesentlichen nicht anders als andere Privatpächter behandelt. Als F.eihafen wird demnach in Zukunft das Gelände am Saale- und Moldauhasen zur Verfügung gestellt. Für Stettin sind keine besonderen Vereinbarungen getroffen worden, es ist lediglich beschlossen wor­den, auch hier Anlagen an die Tschechoslowakei zu verpachten, wenn es von der Prager Regie­rung gewünscht werden sollte. Bei aller Berück­sichtigung des Entgegenkommens der Tschecho­slowakei bleibt aber doch die Tatsache bestehen,

peltn" im magischen Stlberglanz leuchten. Sonst ist das riesige Feld in ägyptische Finsternis ge­hüllt. Erst in der elften Abendstunde ebbte die Flut der hin- und zurückströmenden Massen ab. .lieber dem Ganzen lag, nachdem das Wetter sich nachmittags äufgellärt hatte, ein sternen­klarer Himmel.

Gras Zeppelin,, zum Rückflug gestartet.

Staaken. 6. Nov. (WTB. Funkspruch.) Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist heute morgen bei be­decktem Himmel und einer frischen Brise um 7.05 Uhr unter dem Jubel der Zuschauer zur Heimfahrt nach Friedrichshafen abge­flogen. Troß der frühen Morgenstunde waren zahlreiche Personen am Startplatz erschienen, um das grandiose Schauspiel zu genießen. 3m übrigen herrschte am Montag und in der Nacht zum Diens­tag weltstadlvcrkehr in Staaken. Sämtliche Lokale hatten die Nacht über geöffnet, ebenso dos Post­amt. das die Masse von Zeppelin-Karten kaum zu bewältigen vermochte. Viele Zeppelin-Pilger, die erst spät nachts in Staaken eingetroffen waren, blie­ben bis zur Abfahrt des Luftschiffes draußen, an­dere waren in Autos. Aboag-Magen und mit den Frühzügen der Eifenbahp herbeigeeill.

An Bord des LuftschiffesGraf Zeppelin" befin­den sich außer den 40 Mann Besatzung 4 5 Passa­giere, davon sind zehn zahlende Gäste, die übrigen Ehrengäste, darunter auch der Berliner Polizeipräsident 5örgiebe|L

Rückflug über Thüringen.

halle. 6. Nov. (WTB. Lunksprnch.)Graf Zep­pelin" hat um 8.35 Ahr 3>< ssau und um 9.10 Uhr Halle in niedrigem Fluge passiert, jubelnd von Tausenden von Einwohnern -begrüßt; er fährt In der Richtung Erfurt.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" überflog um 10 Uhr Gera, um 10.17 Uhr Greiz und flog in Richtung Plauen I. B. weiter.

dah es einer unserer Nachbarstaaten für nötig ge­funden hat, uns mit Hilfe des Versailler Ver­trages zur Erfüllung von Forderungen zu zwin­gen, wie sie sich sonst andere Nattonen unter­einander nur im Rahmen von Wirt­schaftsverträgen und gegen gleichwertige Zugeständnisse zu geben bereit sind.

Aus aller Wett.

Dskar v. MÄlcr rationalisiert die HaSSwirtschast.

Zum erstell Male wird iqr Februar 1929 tn Essen die Wanderausstellung -Technik an Heim" stattfinden, die von dort aus ave größeren Städte des Leiches besuchen soll. Der Gedanke dieser Ausstellung beruht auf der Tatsache, daß weitaus der größte Anteil des deutschem Volksvermögens etwa 40 Milliarden Mark, im Haushalt umgesetzt werden. Bei dem Umsatz dieser riesigen Summen sp'.elt aber die Rationali­sierung in der Hauswirtschaft leider immer noch nur eine ziemlich untergeordnete Rolle und sie zu propagieren, soll die Aufgabe der Wan­derausstellungTechnik im Heiu»- sein. Die Ide« dieser Wanderausstellung stammt vom Direktor des Deutschen Museums in München, Oskar v. Miller, der in Gemeinschaft mit dem Ver­ein Deutscher Ingenieure durch aefe Ausstellung den Geist einer Neugestaltung der Hauswirt­schaft in weiteste Kreise tragen wiLl, Er wird dabei unterstützt durch das Leichskurator?ium für Wirt­schaftlichkeit, die Leichs so«. schuagLgesellichaft für Wirtschaftlichkeit im Dau- und Wohnwesen, dem Reichsverband deutscher HaussraiLeave^ei.e, dem Deichsverband landwirtscha tlichen Hausfrauen­vereine und dem Lette-Berein. Bei dirser Wan­derausstellung ist nicht etwa an eine reine Messe- schau gedacht, sie soll vielmehr zeigen, wie an Zeit, Kraft und Geld gvspart wer­den kann ohne baß Wohlstand unjb Gesundheit beeinträchtige werden. Sie soll vors Augen fuh­ren, was die moderne Technik und die neuzeitliche Ernährungslehre zur zweckmäßigen Einrichtung der Womn.äume, zur wirtschaftlichen Ausnutzung der Betriebsmittel und auch zur günstigen Zusammen siel lung des Küchenzettels beizutragen vermögen.

Erneute Tätigkeit des Aetna^

Der Aetna ist, nachdem sein Aufbruch fast ganz aufgehört hatte, wieder in r-ephafte Tätigkeit getreten. Am Monte Nasi bat sich ein neuer Trichter gebildet, der massenhaft Lava auswirft, die in der Rich uag Nunziata, einer Siedlung, die zur Gemeinde M-rscaU ge­hört, vorrückt. Diese und andere nahegelegene Orte wurden vorsichtshalber von der ByittÄkcrung geräumt. Am Nachmittag eingetroffcne1 Nach­richten besagen, daß der Lava ström einige Wein­gärten zerstörte und mit beschleunigter Geschwin­digkeit auf di« Gemeinde Mascali tten^tft. Der Hauptlavastrom wälzt sich in dem Saft eines Wildbaches in einer Breite von 20 N^-ter und mit einer stündlichen Geschwindigkeit von 500 Meter zu Tal. Abgesehen von einigen Dauern­

Ileffchech!schenFreihäseninSieMMHambMg

Höfen auf dem offenen Lande befinden sich gegen# wärttg feine weiteren Ortschaften in Gefahr.

Schweres Bauunglück.

An der Staustufe bei Obernau lAschaff«r- burg) an der etwa 200 Arbeiter beschäftigt sind, ereignet« sich ein schweres Unglück. Ein Feld- bahngerüst in Höhe von etwa 8 m stürzte in dem Augenblick zusammen, als zwei mit Beton be­ladene Feldbahnwagen das Gerüst passierten. Die beiden Wagen stürzten in die Tief« und rissen drK Arbeiter mit sich. Zwei der Ar­beiter wurden von den Wagen zerguesicht und waren auf der Stelle tot, em dritter Qlt- beiter wurde beiseite geschleudert und kam mit schweren Verletzungen davon. Wan hofft, baß er am Leben bleibt. Ein vierter Arbeiter konnte sich im letzten Augenblick in Sicherheit bringen.

Blutiges Ende eines Mahlgesprächs.

Die erregte Stimmung, die am Vorabend der ame­rikanischen Prasidentschaftswahlen in der Bevölke- herrscht, wird durch einen Bericht aus Jesup in Georgia gekennzeichnet, wo es anläßlich eines Wahlgesprächs zwischen einem Mieter unb einem Scheriff zu einem Faustkampf kam, der schließlich zu einem Zweikampf mit Mes- ser und Pi st ol« wurde. Der Richter blieb t o t auf dem Platz. Er hatte im Gespräche scherz- weise den Scheriff, der, wie er, ein Anhänger Hoovers war, als einen Smith-Anhänger bezeichnet. Der Scheriff wurde durch die Bemerkung aber der­art gereizt, daß er den Richter angriff, der sich zu- nächst mit der Faust und dann mit dem Mesier ver­teidigte. Der Scheriff zog darauf den Revolver und tötete den Richter mit zwei Schüssen. Er wurde wegen Mordes verhaftet.

Linen blinden Passagier vom Tode errettet

ötn Ausländer, der sich in Hamburg an Bord eines äleberseedampfers ge­schlichen imt) im Kohlenbunker versteckt hatte, geriet dadurch tn ernste Gefahr, dah weitere Kohlenladungen eingcschüttet wurden. Aus der Fahrt nach Cuxhaven machte sich der blinde Passagier notgedrungen durch KloPfzeichÄr bemerkbar. Di« Besatzung boh.te daraufhin Lö­cher in die Dunkerwand, um den Eingeschlos­senen mit Luft zu versorgen. Als funken­telegraphisch Hilfe herbeigeholt worden war. wurde das Bunkerschott mit Sauerstoffgebläse durchgebrannt und der Gingeschlossene befreit Der blinde Passagier, ein lettischer Staatsangehö­riger, wurde der Polizei übergeben.

Die Ürlegsanleihebetrugsaffäre.

Die Ermittlungen des Berliner Untersuchungsrich­ters zur Aufklärung des Kriegsanleihebe- t r u g e s sind dadurch erleichtert worden, daß es jetzt nach einem fast Dreioierteljahr gelungen ist, zwei der wichtigsten Hintermänner der Affäre, den in Paris lebenden Bankier Eugen Hirsch und den Amsterdamer Makler van den Siepkomp, zu vernehmen. Eugen Hirsch stellte sich In Berlin zur Verfügung. Ferner wurde der Makler von den Siep- kamo ebenso wie eine Reihe bereits genannter Amsterdamer Bankiers In Holland vernommen. Seine Aussagen waren besonders wichtig in Zu­sammenhang mtt den gegen den Regierungsrat im Ministerium für die besetzten Gebiete, Steiger, erhobenen schweren Beschuldigungen.

Die krönungsfeierllchkeiten la Iapan.

Die vormalige Hauptstadt Kioto ist tn Erwar- hma der feierlichen Thronbesteigung des Kaisers festlich geschmückt. Die alten Straßen sind von Triumphbogen überspannt und mit Flaggen und farbigen Laternen verziert. Drahtlose Stationen und Televisionsapparate sind eingerichtet wor­den, um dl« Derbrei'.ung der Nachrichten tn ganz Japan zu beschleunigen. Für den Transport kinernatographischer Filme sind Flugzeuge bereit- gestellt. Die Ausgaben für die Zeremonien wer­den auf 100 Millionen Mark geschätzt.

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Wettervoraussage.

Die Druckstörung über der Ostsee hft ihr« Sage feit gestern nur wenig aeänted, füllt sich aber langsam auf. Von Südwesten bringt ein Druckfallgebiet vor, das erst später fick be­merkbar machen dürfte, da der Einfluß yohen Druckes noch standhält.

Voraussage für Mittwoch: Morgen- teilweise nebelig, tagsüber meist wolkig, Tempera­turen zunächst wenig verändert, jedoch später anftelgenb, meist trocken.

Aussichten für Donnerstag: Vorwie­gend wollig, milb, vereinzelt Niederschläge wahr­scheinlich.

Lufttemperaturen am 5. November: mittags 9,8 Grad Celsius, abends 6,6 Grad Celsius; am 6. Roo.: morgens 3,4 Grad Celsius. Maximum 10 Grad Cel­sius, Minimum 3 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 5. November: abends 8,2 Grad Celsius; am 6. November: morgens 6,3 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 4% Stunden.