Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 6. November 1928.
Sundebeliher und Kahrzeugführer.
Dor kurzer Zeit hat das Landgericht Osnabrück eine Ensichcidung gefällt (IS. 170/27) die für alle Hundebefiher, wie auch für alle ^lhrer und Besitzer von Kraft- und andren Fuhrwerken von großer Cdeheittung fern wird. Sw behandelt die Haftpflicht des Hundebesrtzers m dem Falle, in dem einem Fcchrzeugsührer, oder dessen Fahrzeuge durch seinen Hund böswillig ein Schaden zugefüat wird. Der Fall, um den es sich hier handelte, lag folgendermatzm:
Ein Eingesessener des Landgerrchtsbezrrkes Os- nabrück besitzt einen Hund, von dem nachgewiesen ist, daß er nicht nur die vorübergehenden Pferdegespanne, wie z. D. die Däckerwagen. heftig anzubellen pflegt, sondern auch dem Radfahrer und dem Motorradfahrer kläffend nach- jaat und auch bei dieser Tätigkeit vor Personen- unb Lastkraftwagen nicht zurückscheut. Der Hundebesitzer wohnt auf einem Hofe In einem Orte, durch den eine Chaussee hindurchführt. ES ist auch nachgewiesen, daß dem Hundebesiher diese üble Angewohnheit seines Hundes bekannt war. ES soll aber auch nicht verschwiegen werden, daß der Hund manchmal allerdings auch die vorüberfahrenden Fahrzeuge unbehelligt ließ. An einem Tage deS vergangenen Jahres kam ein Motorradfahrer aus demselben Orte an dem Hofe vorbei und der Hund kläffte in Gegen- wart seines Herrn den Fahrer an und jagte ihm nach. Aach einiger Zeit kam der Motorradfahrer zurück: der Hund sprang ihn wiederum an, kam bei feinen Angrisfen vor dos Aad U7fd brachte den Motorradfahrer zu Fall. Wegen deS Ersatzes des hierdurch entstandenen Schadens kam die Sache vor das Gericht und im Verfolg des gerichtlichen Verfahrens verurteilte daS Landgericht Osnabrück den Desitzer des Hundes, den Schaden zu ersetzen. Es begründete sein Urteil folgendermaßen:
.Kannte der Deklagie die üble Angewohnheit seines Hundes, gelegentlich Aad- und Motorradfahrer anzuspringen und anzubellen, so mußte er, wenn er den Hund behalten wollte und er ihm die Unart nicht durch Erziehung austrieb, für feine sichere Verwahrung sorgen, so daß er nicht ungehindert auf die belebte Landstraße gelangen konnte."
Wer selbst Fahrer ist. wird eS ost genug erlebt haben, daß die Fahrzeuge durch ungezogene Hunde belästigt werden, ihnen nachlagen, sie an- kläffen und umspringen, auch wohl einem Fahrer in das Dein beißen und die Hose zerreißen. Aur zu oft ereignen sich hierdurch Unglücksfälle, indem der Aadsahrer zu Fall kommt, oder daß ein Kraftwagen dem ihn umspringenden oder anspringenden Hunde ausweichen will und bei der jähen Aichtungsänderung gegen einen Daum oder in den Straßengraben fährt. Jeder Fahrer, fei er nun Pferdefahrzeugführer oder Rad-, Motorrad- oder Auloführer, wird daher auch die Entscheiduna des Landgerichts Osnabrück begrüßen Allerdings besteht auch In Richterkreisen die Ausfassung, daß jeder Fahrer bei dem Vor- beisahren an Häusern und Höfen auf der Landstraße damit rechnen müsse, daß ihm ungezogene Hunde UnaTmehmlichkeiten bereiten könnten, und er müsse daher so vorsichtig fahren daß chm nichts geschehen könne. Aber der Verkehr der Kraftfahrzeuge hat in neuester Zell so zugenom- men, daß er die Hunde mit derartigen üblen Angewohnheiten mit dem besten Willen nicht zu ertragen vermag. Das Landgericht Osnabrück hat ganz recht, wenn es derartige Hunde an die Kette oder in feste Umzäunung verweist. Die Rkenschenleben sind zu wertvoll, als dah sie aus Rücksicht auf kläffende und anspringende Hunde auf das Spiel gesetzt werden Dürften.
Eine Bitte an die Arbeitgeber.
Dom Arbeitsamt Gießen werden wir um die Aufgabe folgender Dill« an die Arbeitgeber gebeten:
Arbeitgeber, helft die große Rot der aus Ost-Oberschlesien verdrängten Privatbeamten und Angestellten zu lindern durch vorzugsweise Arbeitsbeschäftigung in euren Betrieben und Du- reauSt
Eine große Anzahl Privatbeamte und Angestellte sind aus Ost-Oberschlesien verdrängt worden. Sie, die dem Deutschtum in schwersten Zeiten die Treue bewahrt haben, sind durch ihre Verdrängung stellenlos geworden. Für diese Personengruppen gilt es nunmehr zu sorgen, ihnen ihr schweres Los leichter zu gestalten und sie wieder der Arbeit und damit ihren Derufen zuführen. Diese hohe Aufgabe kann das Arbeitsamt Gießen nur in gemeinschaftlicher Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern erfüllen. ES handelt sich hier um wertvolle Kräfte, die der deufchrn Wirtschaft wieder zugeführt werden müssen: für ihre Unterbringung au sorgen, darf daher auch als Ehrenpflicht der Arbeitgeber bezeichnet werden.
ES handelt sich um etwa vier Gruppen von Beamten und Angestellten:
l. Solche, dies bisher tätig waren auf Bureaus, in Verwaltungen, in Betrieben ufto., wie beispielsweise Korrespondenten. Buchhalter. Versandleiter, Kontoristen, Verkäufer, Registratoren, Dureauvorsteher. Dersicherungsbeamte, Reisende, Konstruktionsgehilfen. Wertmeister. Techniker. Ingenieure, etwa 60 Stellensuchende.
2. Beamte und Angestellte aus der Gruben- und Hüttenindustrie, etwa 35 Stellensuchende.
3. Angestellte aus der Lebensmittel- und Kolonialwarenbranche, dem Gastwirtsgewerbe und aus der Manufakturwarenbrancye, zirka 25 Stellensuchende.
4. Angestellte bei Rechtsanwälten Bureaugehilfen, Bureauvorsteher, zirka 5 Stellensuchende.
Das Arbeitsamt Gießen bittet die Arbeitgeber unter besonderer Berücksichtigung des Umstandes, dah es sich yier um verdrängte Privatbeamte und Angestellte handelt, ihm bei deren Unterbringung durch vorzugsweise Arbeitsbeschaffung in geeignete Stellen behilflich zu sein.
Besitzwechsel im Wiesecker Auiobeirieb?
Wie in W i e s e ck gerüchtweise verlautet, trägt sich der Zweckverband Wieseck-Alten- Duseck mit dem Plane, den Verband demnächst aufzulösen und den Autobetrieb an die Hessische Kraftomnibus A. -G., die mit der Reichsbahn in Verbindung steht, zu übertragen. Am Freitag weilte zu diesem Zwecke bereits eine Kommission In Wieseck, die eine Inventaraufnahme vor genommen hat. Wenn dieses Arrangement auch das Ziel erstrebt, den Autobetrieb weiter aufrechtzuerhalten. so sollte dies nach der Meinung weitester Kreise ter Wiesecker Bürgerschaft doch kein Grund sein, die seit kurzem mit der Stadt Gießen angebah-nten Verhandlungen über die Weiterführung der Gießener Straßenbahn nach Wieseck auf ein totes Gleis zu bringen, oder sie auch nur zu verschleppen. Rach wie vor erblickt die gesamte Bürgerschaft von Wieseck in der elektrischen Straßenbahn daS einzige, für die Wiesecker Interessen am besten geeignete Verkehrsmittel. Die öffentliche Meinung in Wieseck ist jedenfalls durchaus darauf abgestimmt, in der Straßenbahnfrage mit der Stadt Gießen jetzt zu einem für beide Teile annehmbaren Resultat zu kommen.
Dieser Wiesecker Information möchten wir beute nur eine Bemerkung anfügen. Falls es richtig ist, dah der Auto^Zweckverband Wieseck-Alten- Buseck d:rartige DerlausSpläne mit Detriebs- f or tf ühr ung zur Tat werden lassen will, so dürfte dies die Stadt Gießen nicht gleichgültig lassen. Daß man der erweitert en Straßenbahnlinie von (Sie'en nach Wieseck seitens unserer Dachbarg:m:ind? von vornherein eine Konkurrenz an die Seite stellt, die natürlich auf die Rentabilität des Straßen- bahnbetriebes ungünstig einwirken würde, erscheint uns als ein Ding der Unmöglichkeit. jedenfalls als eine Tatsache, die Gießen nicht akzeptteren könnte.
prüfungskonzert
der Schule Minna Körner.
Zu dem von der Schule für höheres Klavier spiel von Minna Körner am Sonntag veransta'telen Prüf ungskonzert hatte sich eine zahlreiche Zuhörerschaft eingefunden, die den Darbietungen mit großem Interesse folgte. Ein reichhalttges Programm wurde von Schülern der verschiedenen Ausbildungsstufen bestritten. Im allgemeinen ist der Stand technischen und musikalischen Könnens — soweit man es bei dieser kurzen Probe beurteilen kann — gut zu nennen. Der Anschlag ist bisweilen, namentlich bei den jüngeren Schülern, noch etwas hart, und die eigene musikalische Gestaltungssähigk.it gering entwickelt. Daß alle, mit einer Ausnahme, auswendig spielten, ist ein gutes Zeichen. Es ist unmöglich, hier auf alle Programmnummern einzugehen. und es sei daher gestattet, nur einzelnes hervorzuheben, ohne damit für die Richtgenannten ein schlechtes Urteil auszudrücken. Don den Jüngeren spielte Liesel Frensdorf ihr kleines Andanttno von Cerny sehr mu i.aliich und ausdrucksvoll, aber auch Ursula Roßberg fand sich mit Kullaks „Schifflein auf dem See' gut ab. Die vierhändigen Stücke waren oft im Tempo verschleppt, aber sauber gespielt. Don den Aelte- ren seien genannt: Erwin Müller, der Schuberts lls-Dur-Iinproptu technisch sehr gewandt und in den Passagen einwandfrei spielte. Dor zu viel Pedalgebrauch muß er sich hüten. Eine sehr gute Leistung war auch Ilse Rolls „Zigeuner spielen" ben Lothar Wind'perce^. Recht ausdrucksvoll und mit guter Einfühlung in dieses modernere Stück. Es ist zu wünschen, daß im nächsten Jahr die Modernen noch mehr berücksichtigt werden, auch bei den Jüngeren, denn die Heranwachsende Jugend muß sich schließlich mit ihnen befassen, und je eher sie in ihren Geist eingeführt wird, desto besser. Paul Köhler (Violine) spielte, von Thea Petri gut begleitet, zwei Sähe der 3. Sonate für Violine und Klavier von Mozart. (Warum nicht auch den ersten Satz?) Sein Spiel ist technisch glatt, aber es fehlt noch mehr dynamische Differenzierung. Zum Schluß hörten wir noch R. Schumanns „Aufschwung" von Lisbeth Arnold mit be
achtlichem technischem Können, aber auch gutem Ausdruck vorgecragen. Ein schöner Abschluß.
Der herzliche, verdiente Beifall mag zu neuen Taten anspomen.
Daten für Mittwoch. 7. November 1928.
Sonnenaufgang 7.03 Uhr, Sonnenuntergang 16.24 Uhr. — Mondaufgang 11,08 Uhr, Monduntergang 15.09 Uhr.
1810: der Dichter Fritz Reuter in Staoenhagen geboren; — 1818. der Naturforscher Du Bois-Rey- monb in Berlin geboren; — 1867: die Physikerin Marie Curie in Warschau geboren; — 1924: der Maler Hans Thoma in Karlsruhe gestorben.
Gießener HZochenmarktpreise
Gs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 200—210, Matte 30—35 Pf. das Pfd.; Käse 10 Stück 60—140 Pf.; Wirsing 12—20, Weißkraut 8—15, Rotkraut 15-25, Gelbe Rü- den 10—15, Rote Rüben 10—15, Spinat 25— 40, Unter-Kohlrabi 8—10, Grünkohl 15—25, Rosenkohl 40-60, Feldsalat 100-120, Tomaten 30 bis 40, Zwiebeln 12—15, Meerrettich 50—150, Schwarzwurzeln 40—70, Kartoffeln 5, Aepfel 20 bis 40, Dirnen 10—30, Dörroost 40, Honig 40 bis 50, junge Hähne 100—110, Suppenhühner 100—120, Gänse 90—120, Rüste 60-100 Pfennig das Pfund. Eier 17—18, Blumenkohl 60—120, Salat 10—20, Endivien 10—30, Ober-Kohlrabi 10-15, Lauch 10-15. Rettich 10-20, Sellerie 10—50 Pf. daS Stück. Radieschen 15 Pf. das Bund. Hagebutten 15 Pf. das Pfd. Wirsing 10 bis 12, Weißkraut 6—7, Rotkraut 15, Aepfä 20 bis 35, Dirnen 10—20, Kartoffeln 4.50—4.70 Mk. der Zentner.
Bornotizen.
— TageskalenderfürDienstag. Stadttheater: „Unter Gcschäftsaufsicht", Anfang 20 Uhr, ®nbe gegen 22.15 Uhr. — Oberbefsischer herein für Innere Mission: Jahresversammlung. Abends 6 Uhr: Festgottesdienst in der-Stadtkirche; abends 8.15 Uhr: Familienabend Im Cafe Leib. — D. u. Oe. A. V.: Lichtbllderoortrag „Ersterfteigungen in Bolivien" 8.30 Uhr, im Großen Hürsaale des Dorlesungsgebäudes. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Charlie Chaplin in: „Zirkus". — Astorin-Lichtspiele: „Der Ucberfaü auf den Südexpreß".
— Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute abend 20 Uhr „Unter Geschäftsaufsicht" in der gleichen Be- setzung wie in den ersten Aufführungen. Spiel- lettung RudolfG oll, der auch die Rolle des Hasel- huhu spielt. Morgen Mittwoch, 7. November, um 19.30 Uhr geht das erfolgreiche Lustspiel „Ballerina des Königs" von Rudolf Presber in Szene. Maria Koch, die die „Barberina" als eine ihrer besten Rollen bezeichnen darf, hatte mit Hans T a n n e r t als Friedrich dem Großen einen außerordentlichen Erfolg. Am Freitag, 9. Juli, findet die Erstaufführung der Neuinszenierung von Schillers „Don Carlos" statt. Spielleitung hat Oberspielleiter Hans T a n n e r t.
— D. H. D. Gießen. Wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichllich, veranstaltet die Ortsgruppe Gießen im Deutschnationalen Handlungsgehilfen- Derband am Donnerstag, 8. November, abends 8.15 Uhr im Saale des Katholischen Vereinshauses ihren 3. Vortragsabend des diesjährigen Winterhalbjahres. Oberstleutnant a. D. Alfred Heinicke (Waldyeim i. Sa.) spricht über „Persien, Land, Leute, eine Karawanenreise". Als besonderer Kenner dieses Landes, in dem Oberstleutnant Helnicke viel gereift ist und viele Jahre gewohnt hat, stehen ihm reiche Erfahrungen und Erlebnisse zur Seite. Der Vortrag wird umrahmt durch über 100 farbige Lichtbilder. Näheres in der Anzeige.
— Das Lichtspielhaus, Dahnhvf- st r a h e , veranstaltet morgen eine Volks- und Kindervorstellung mit Charlie Chaplin in: „Zirkus".
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"Derer st eAutomobil-Müllabfuhr- wagen für die neue Müllabfuhreinrichtung unserer Stadt ist in den letzten Tagen hier angekommen. Nach den erforderlichen Probefahrten und nach Einarbeitung der Bedienungsmannschaft wird das Fahrzeug voraussichtlich in Der nächsten Woche in Dienst gestellt werden. Zu bedauern ist nur, daß zahlreiche Haushaltungen und Gewerbebetriebe noch immer die alten Müllgefäße, wie Pappschachteln, Kisten usw., verwenden und dadurch die rasche und hygienisch einwandfreie Abfuhr des Mülls erschweren. Es dürfte sich dringend empfehlen, daß auch diese Mitbürger sich nun dem neuen Abfuhrsystem mit seinen Vorteilen In gesundheitlicher und betrieblicher Hinsicht anschließen und yx diesem Zwecke baldigst die neuen Müllgefäße anschaffen.
•• Di« staatlich « Gewerbe- und Maschine n b a u s ch u le Gießen hat am 1. Ro- vernber ihr Wintersemester b gönnen. Die Echüler- zahl Ist in steter Zunahme begriffen, so daß die Fertigstellung der Erweiterungsbauten eine unbedingte Notwendigkeit geworden ist. Die Schülerzahl in den Abteilungen: Mafchinenbauschule, Vauabteilung, Schreinerfachschule, Malerfach- schule, Schuhmachecsachschule und keramische Versuchswerkstätte beträgt insgesamt etwa 450 Doll- fchüler. Dazu kommen noch die zahlreichen Kurfusteilnehmer.
** Anlagen-Konzert findet morgen, Mittwoch, 16 Uhr, durch das Musikkorps des 1. (Hess.)
Bataillons, bei günstiger Witterung in der EÜdan- läge statt. Leitung: Obermusikmeister Löb er. Di« Musiksolge: 1. Armeemarfch II, Nr. 161, Alexander- Grenadiermarsch von 2L Leonhardt. 2. Akademische Fest-Ouvertüre von Ioh. Brahms. 3. Marionetten- Parade, Charakterstück, von K. Noack. 4. Fantasie aus der Operette: „Das Dreimäderlhaus" von Schu- bert-Bette. 5. Armeemarsch II, Nr. 197, Steinmetzmarsch von K. Bratfisch.
** Ein aufregender Dorfall ereignete sich gestern nachmittag tn der Walltorstraße. Dori hatten zwei Kiirder, ein Mädchen im Alter von etwa drei Jahren und sein etwa ein Jahr älterer Druder, den Fahrdamm überquert und befanden sich auf dem nördlichen Bürgersteig. Plötzlich lief das Kerne Mädel nach der gegenüberliegenden südlichen Straßenseite zurück, ohne auf die gerade herankommende Elektrische zu achten. Das Kind sprang so dicht vor bem Straßenbahnwagen über bie Gleise, dah es gerade noch am Fuße leicht gestreift wurde und nur wie durch ein Wunder unversehrt davonkcm«. Die Kleine, die natürlich außerordentlich erschrocken war, wurde zu einem benachbarten Arzt verbracht, wo Ihre völlige Unverschrthett fest- gefteUt wurde und sie sich n«h etwa einer Stunde wieder oeruhigte. Der Vorfall sollte aber den Erwachsenen eine ernste Mahnung sein, derart kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt üben die Straße laufen zu lassen.
** Der Oberhessische GeschichtSver- ein hat den 28.Band (Reue Folge) feiner „M itteilungen" als stattliche Festschrift zur Fünszigjahrseier seines Vereins in gewöhnen Gewände soeben hrrausgebracht. Er enthätt einen umfangreichen Ausiatz „Alte Slraßen und Wege in Oberhessen" von Kammerdirektor K. Th. Ey. Müller, dessen erster Teil das Gebiet zwischen Klntzig und Ridder behandelt. Oberreallehrer Karl Dotter hat einen Beitrag zur Pflege der Musik an der Umberfität und dem Pädagogium zu Gießen beigesteuert. Der Schriftführer des Vereins Dr. Karl Walbrach gibt einen interessanten Rückblick über die Vereinsgeschichte eines halben Jahrhunderts.
Kunst und Wissenschaft.
Unterstützung wissenschaft'.lcker Arbeiten zur Schrift- und Buchkunde.
In Frankfurt a.M. wurde eine Internat ionale Gesellschaft für Schrift- und Duchkunbe gegeünbet, beren Hauptaufgabe bie moralische und finanzielle Sinter' stützung wissenschaftlicher Arbeiten auf dem Gebiet von Schrift- imb Duchkunde Ist und die alljährlich durch AuSschreiben von Preisaufgabeir auf dem weitverzweigten Gebiet von Schrift- und Buchkunde die Arbeiten in ®ang bringt und im Fluß hält. Die Gesellschaft ist vor kurzem mit 152 Mitgliedern ins Leben getreten. Sie ist internattonal und muh international sein, das liegt schon jn ihrem Zweck und Ziel. Außer Deutschland sind zur Zeit der Gründung folgende Länder vertreten: Oesterreich, Ungarn, Tschechoslowakei, Jugoslawien, Sowjetrußland, Italien, Schweiz, Dänemark, Schweden, Riederlande, England, Vereinigte Staaten von Rordamerlka. Als Preisaufgabe für 1928/29 wurden folgende Themen gestellt: „Arabische Kalligraphie" und „Schveibpült und Schreibtisch zu allen Zeiten und bei aftfen Völkern".
Berliner Börse.
Berlin, 6. Noo. (WTB. Funkspruch.) Auch im heutigen Vormittagsverkehr bleibt die Tendenz freundlich. Für Spezialwerte, wie Farben, Tietz, Karstadt, Berger besteht weiter Interesse, doch^sind bis jetzt kaum Unisätze zustandegekommen. Man nennt Farben zirka 255. Am Devisenmarkt hört man Paris 124,11, das Pfund 4,848250, den Dollar 4,1990 und Mailand 92,60.
Das
NdÜrttches
Gelanlheltswaller
Jeac Weisel, Ole&en, Sonaenatrafte 6, Telephon Nr. K
u.Nervös-Erschöpftc.SpezialknranstaltEolhelm im Tannas bei Frankf.a.M, — Prospekte durch Dr, M. Schu Ize- Kahleyss, Nervenarzt.
Winterkur tür 5924».
tMerveeskranke
Bestückte Dein Heim besserM
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Zur besseren Wohnungsbeleuchtung gehören auch
Können Sie sich gut
erkennen?
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Leuchten am Spiegel. Das Licht muß von vom auf das Gesicht fallen. Schauen Sie einmal in einen Spiegel, der noch ohne Leuchten ist.
Fragen Sie beim Elektrofachmann nach den Kosten einer solchen Lichtanlage am Spiegel.


