Ausgabe 
6.10.1928
 
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nicht!), gab sich als n e u g e b a cke n e r D ch u h- mann zu erkennen und schrieb mich auf. Am nächsten Tage stand imGießener An­zeiger" eine Lokalnotiz etwa des Inhalts: Heute nacht um 12 Uhr trat di« neue Schutz­mannschaft ihren Dienst an; es gelang ihr, einen Studenten wegen ruhestörenden Lärms abzufas- sen. Dieser Missetäter konnte nach Lage der Sache nur ich sein, und so komme ich zu der Ehre, mein SOjähriges Jubiläum als erstes Objekt der schutzmännrschen Tätigkeit feiern zu können. Freilich: in den nächsten Semestern mehrte sich die Zahl meiner Leidensgenossen ganz erheblich (Beweismittel: Schutzmann Otterbein), aber die zahl­reichen Konflikte mit der Schuhmannschaft, da­mals dem Wechsel sehr schädlich, sind heute eine Quelle harmloser Erinnerungen.

** D i e Museen sind Sonntag, 7. Oktober, von 11 bis 1 Uhr bei kleinen Eintrittspreisen geöffnet.

** Die stadtische Kunstsammlung tm Neuen Schloß, Eingang Senckenbergstraße, ist in den Monaten bis zum April nur an jedem ersten Sonntag im Monat bei freiem Gintritt ge-

öfs" t Erziehungsbeihilfen für hessi­sche Schüler. Dach Artikel 142, Absatz 2, der DeichKPerfassung sind durch Deich, Länder und Semeinden öffentliche Mittel bereitzustellen für Zugang Minderbemittelter zu den mittleren höheren Schulen. Dei der Auswahl soll

ganze Persönlichkeit des Schülers nicht etwa einseitige verstandesmäßige Begabung oder äußeres Wohlverhalten maßgebend sein. Dor­zugsweise sollen Schüler der oberen Klassen Bei­hilfen erhalten, weil im allgemeinen erst bei ihnen ein genügend sicheres Urteil abgegeben werden kann. Die Beihilfen sollen aber nicht nur das Derbleiben begabter Schüler auf ho- Heren Schulen ermöglichen, es gehört auch zu ihrer Aufgabe wie die Deichsverfassung aus­drücklich hervorhebt, besonders begabten Dvlks- schülern den Uebergang zu den ihnen sonst der- schlossenen höheren Schulen zu ermöglichen. Auch für das laufende Schuljahr sind für Hessen wieder Erziehungsbeihilfen bereitgestellt worden. Die in Betracht kommenden Schüler und Schülerinnen werden durch die Direktionen und Schulleiter dem Ministerium für Kultus und Dildungswesen bor-

Der Michspräsiderü

an das deutsche Roie Kreuz.

Deichspräsident v.Hindenburg hat anläß­lich des am Sonntag, 7. Oktober, stattsindenden Dot-Kreuz-Tages an den Präsidenten des Deut­schen Ro'en Kreuzes. vWinterfeldt-Men- f in, das folgende Schreiben, datiert 6. Oktober 1928, gerichtet:

Zum morgigen Dot-Kreuz-Tage, der durch den 100. Geburtstag oes Stifters des Roten Kreuzes, Henri D u n a n t, in diesem Jahre eine | besondere Bedeutung erhält, grüße ich das! Deutsche Dote Kreuz in dankbarer Anerkennung für feine in opfervoller Arbeit für das Gesamtwohl geleisteten Dienste. Möge der Dot-Kreuz-Tag all« Kreise unseres Dolkes mit dem ernsten Willen erfüllen, in Krankheit, Sorge und Dot einander zu helfen, um in tätiger Dächstenliebe das Be­wußtsein «ngverbundener Dolksge- m ein schäft zu fördern und zu stärken.

v.Hindenburg.

Das erste Objekt der Gießener Polizei.

Prof. Dr. F a b r i c i u s , Oberbibliolhekar a. D. der Universitätsbibllothek in Marburg, schreibt uns: Soeben lese ich im Gieß. Anz., daß am 1. Okt. \ das Andenken an die U ms o r m u n g d e r G i e - ßener Polizei (1. X. 1878) festlich gefeiert worden ist. Da steigt mir eine persönliche Er­innerung auf, die mich bedauern läßt, die Feier nicht mitgemacht zu haben, denn ich war damals das erste Objekt, sozusagen das Dersuchs- karnickel der neuen Schuhmannschaft. Das kam so: Am 1. Oktober 1878 sollte ich. damals Gießener Student, bei den llßern als Einjähriger ein- treten. Am 30. September fuhr ich nach Gießen, fand in den großen Ferien zunächst keinen Bekannten und verbummelte den Dachmittag so aut es ging. Abends sah ich einer Seiltänzer­truppe auf dem Brand zu uni) traf dort an­fällig einen Korpsbruder. Dun war uns beiden geholfen: wir begossen die letzten Stunden deS Zivillebens mit reichlichen Libationen und nach Mitternacht begab ich mid). nach damaliger Gießener Mode durchaus nicht geräuschlos, nach Hanl« Unterwegs stellte mich plötzlich ein Mann in blauer Uniform, mit Helm (so etwas gabs bei den bisherigen Dachtwächtern

geschlagen.

*' Der Verband hessischer Schul­geographen. dem Lehrer aller Schularten angehören und der eine Landesgruppe des Deut­schen Schulgeographen-Verbandes bildet, hält seine diesjährige Hauptversammlung am 27. und 28. Oktober in Bad-Dauheimab. Der Vor­sitzende des Verbandes. Studienrat Dr. Knie- riem (Bad-Dauheim), hält einen Lichtbildet- Dcrtrag überDie Stadtgeographie von Bad- Dauheim". Zur Aussprache stehen dann die Be­richte der Fachausschüsse über Methodik. Wan­derungen und Lehrplan. Eine Führung durch die technischen Anlagen des Bades beschließt die Tagung.

" Für Pilzsammler. 3n der Zeit der Pilzernte werden alljährlich zahlreiche schwere, zum Teil tödliche Erkrankungen durch den Genuß giftiger Pilz,« verursacht, die in den meisten Fällen selbst gesammelt sind.. Da es allgemeine Erkennungsmerkmale für die Giftigkeit von Pilzen nicht gibt und gerade eine wirksame Behandlung ter Erkrankungen infolge Genusses Les gefährlichsten Pilzes (des Knollenblätter, schwammes) bisher unbekannt ist. kann jedem Pilzsammler nicht dringend genug empfohlen werden, zu Genuhzwecken nur solche Pilzarten zu verwenden, die als zweifellos ungiftig gelten können. Einen Ueberblick über die wichtigsten genießbaren und giftigen SJiljc in gemeinver­ständlicher Darstellung zu geben, hat sich auch das Deichsgesundheitsamt veranlaßt ge ehen. Das soeben in neuer, erheblich erweiterter Auflage bei Julius Springer. Berlin W 9. Linkstraße

i 23/24. in Form eines Büchleins erschienene Pilz- merlblatt ist unter Mitwirkung des Botanischen Museums in Berlin-Dahlem und der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde bearbeitet. Cs werden darin 63 Pilzarten beschrieben: 57 davon sind farbig in Vs bis Vi natürlicher Größe abge­bildet. Auch finden sich in dem Büchlein zahl­reiche praktisch bewährte Belehrungen über das Sammeln von Pilzen und die Behandlung von Pilzvergistungen bis zum Eintreff n des Arztes. Das Pilzmerkblatt kann durch den Buchhandel bezogen werden. Der Preis für ein Stück beträgt 90 Pf. Um über die in Deutschlcmd beobach­teten Pilzvergiftungen genau unterrichtet zu sein und auf Grund des gesammelten Materials die Bevölkerung über die Gefahren wirksamer auf- Hären zu können, hat die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde eine Kommission von Aerzten und

I Pilzfachmännern gehrtet. Aus:ührliche und möglichst sofortige Mitteilungen über vorkom­mende Vergiftungen werden an Samtatsrat Pro­fessor Dr. Welsmann in Pelkum bei Hamm (Westfalen) erbeten. Jnstesontere werden die behänd Ir.ten Aeezte und Krankenhäuser um Be­richte ersucht, die für die Beurteilung des Ver­laufs der Erkrankungen und ihrer Behandlung

I alles Wissenswerte enthalten.

Wie bekannt, findet am nächsten Sonntag m ganz Hessen ter D o t - - K r e u z - a g statt. Das Rote Kreuz ist bekanntlich eine Gründung des am 6. Mai 1828 geborenen Schmelzers Duncmt, t>er aus Erfahrung nach der schlacht von Solserino darauf kam. Es hat sich daher I das Rote Kreuz, das in allen Landern Mt verbreitet ist, zunächst beschäftigt mit ter Pflege von Kriegsverwunteten. Inzwischen aber ist sein Aufgabentreis erheblich verbreitert worden. Wir in Gießen haben bekanntlich eine in Segen wir­kende Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, die vor kurzem ihr 25. Jubiläum gefeiert hat. Sie war übrigens seiner­zeit schon vom hiesigen evangelischen Arbeiter­verein geplant, kam aber dort nicht zuiiande. Daher wurde die Aufgabe vorn hiesigen Zweig- verein des Roten Kreuzes übernommen, an dessen Spitze der im Frühjahr verstorbene Landgerichts- bireitor Wiener stand. Die Sanitätsivlonne ist zwar ein Verein für sich mit eigener Kassen- sührung, aber sie bedarf doch von Zeit zu Zeit auch ter geldlichen Unterstützung durch den | Zweigverein vom Roten Kreuz. Reben dieser ; Sanitätstolonne und ihrer Unterstützung hat das ; Aote Kreuz aber noch eine Reihe von anderen Aufgaben. Dach den Satzungen des Landes­vereins hat er sich zu beteiligen bei Matznahmen zur Hebung ter Volksgesundheit im allgemeinen und bei der Bekämpfung von Seuchen und sonstigen Dolkskrankheiten. Es gibt zahlreiche Rot-Kreuz-Schwesternschaften. Er Hit mitzuwir- ken bei der Fürsorge für Kriegerhinteroliebene, Kriegsbeschädigte (vor allem Kriegsblinde), für aus ihren Wohnsitzen Vertriebene und für infolge tes Umschwungs der wirtschaftlichen Verhält­nisse Verarmte. Alle diese Aufgaben und noch andere (z. B. Hilfe bei außergewöhnlichen Rot- fällen, Gisenbahnunfällen. Ueberschwe.nmungen. auch außerhalb des Landes, bei einem Erdbeben und dergleichen) bedürfen natürlich Geld und nochmals Geld. Aus den regelmäßigen Beiträgen allein können sie nicht bestritten wer- . den wenn es auch in Deutschland über 1000 000

Mitglieder in über 7 000 Vereinen des Roten Kreuzes gibt. Es findet daher, wie schon ge- faat, am nächsten Sonntag in Gießen der Rot - Kreuz-Tag statt, bei dem eine Anzahl von jungen Damen, die sich dazu bereiterklärt haben, auf den Straßen Blumen verkaufen und sich auch sonstige Gaben erbitten. Vom nächsten Montag an findet außerdem zu Gunsten des Roten Kreuzes eine Haussam ml u n g statt, zu der sich eine Anzahl junger Männer zur Verfügung gestellt haben. Mögen die Hel­ferinnen und Heller überall freundlich au। genom­men werten und ihre Sammlung reichen Er-

L a uba ch. 5. Okt. In dieser Woche fand die Hauptversammlung ter Dezirksspar- kasse Laubach im »Solmser Hof" statt. Di« Beteiligung war sehr gut Den Vorfitz führte ter Direktor der Kasse, Oberamtsrichter Zimmer­mann. Die Ergebnisse der Rechnung für 1927 sind günstig, ter Rechnungsrest betrug 10 449,26 Mk.. ter Sparverkehr 352 495,09 Mark Einnahme. 98180.77 Mk. Ausgabe: ter Scheck- und Ueberweisungsverkehr 629 951.43 Mk. Einnahme. 591 226.27 Mk. Ausgabe: ter Kontv- kvrrentverkehr 564 920,64 Mk. Einnahme. 590 388/15 Mark Ausgabe: der Bankverkehr 486 549,37 OHL Einnahme, 536 513,44 Mk. Ausgate Die Der- waltungskosten betrugen: n) Persönliche 10 561,97, b) sachliche 4 526,30 Mk. Die Vergleichung ergab insgesamt 2 793 230,32 Mk. Einnahme, 277469W Mark Ausgabe, einen Rest von 18 639,33 Mk. Die Zahl der Sparkassenbücher belief sich im Anfang des Jahres auf 611 Stück. Zugang tm Saufe des Jahres 302 Stück, Abgang tm Laufe des Jahres 42 Stück, mithin Stand Ente des Jayres 871 Stück. Die Zahl der Giro-Konten war am Anfang des Jahres 359 Stück, im Laufe des Jahres Zugang 45 Stück. Abgang im Laufe tes Jahres von 4 Stück. Stand Ente tes Jahr«, von 400 Stück. An die Versammlung schloß stch da« übliche gemeinsame Essen. Die Bezirkskasse Lau­bach wurde im Jahre 1833 durch Otto Grafen i u Solms-Laubach (17991872) mit einer Stiftung von 10 000 Gulden begrüntet, um dis durch die napoleonischen Kriege stark verhüt­teten Landwirte aus den Händen der Wucherer zu befreien. Sie umfaßte, wie heute noch, die Orte ter früheren Deichsgrasschast. bie ßaa-

bach und Utphe mit denRieddorfern Utphe. Trais-Horloff, Inheiden.

Kreis Alsfeld.

r. Aus dem oberen Ohmtal. 5.Okt. Be- qünftiqt durch die Witterung im Sommer machten sich die Rebhühner sehr vorteilhaft her. aus, o daß der diesjährige Herbst dem Weidmann zahlreiche und starke Ketten wohlgenährter Hühner br*n$r - Felda, 5. Okt. Die M o l k er e i - G e. nossenschast Groß.Felda die bereits meh­rere hohe Auszeichnungen für ihre Fabrikate erhiell, wurde auf der Internationalen Ausstellung für mo derne Lebenshaltung in $art5 oom 14. bta 2°. Sep­tember für eingesandte h e s s i sch e garten butter und Erzeugnisse der K a f e = a b r t r a Hon mit bem Grund Prix, Ehr°nkr°uz mrl Ehrendiplom zur Goldenen Medaille, und Medaille ausgezeichnet.

Kreis Lauterbach.

WSD Lauterbach. 5. Oft- Bei einem Hei­nen Brand im Krömmelbeinschen Sägewerk war der Arbeiter Anton Ztnn aus Maar tn bas Sägemehltransportrohr rm Keller gckroch.ir, um nochzuschen, ob Funken tn das Dohr ^fallen seien. Als nach Löschung tes Brandes der Detrteb wieder in Gang gesetzt wurde, wurde Ztnn von tem im Dohr angebrachten Echaustor an bei - ben Unterschenkeln schwer verletzt. Gin Bein wurde dem Unglücklichen gebrochen.

Starkenburg.

WSD. O s s e n b a ch , 5. Olt. 2rn Stadtgarte« wurde heute vormittag in Anwesenhett zahl­reicher prominenter Persönlichkeiten die Wän­de r a u s st e l l u n a des Dhein-Wainiscten Der- bantes für DolksoildungWre wohnen? eröffnet. Unter den Anwesenden temertte man Staatspräsident Adelung, Schulrat H af - finger als Leiter der Zentralstelle für Bolls- bildung und Jugendpflege, und Oberbürgermeister Granzin -Offenbach. Dach kurzenDegriißungs- worten tes Oberbürgermeisters nahm Staa,ts- präsitent Adelung das Wort zur E^ffnungs- rete. Der Geschäftssiihrer tes Dhein-Maintschen

sich erst noch erkämpfen mutz. Die Personen­beförderung wird vorläufig nicht gerate lukrativ fein Gewiß, es wird reiche Amerikaner, eilige Geschäftsleute geben. Time is money... Aber:

Man soll Briefe mi( dem Luftschiff schicken", sagt Dr. Eckener.

In ter Lat: ter Vorteil ist deutlich. Auch für den Geschäftsmann. Und mit Begeisterung allein ist es schließlich gerate beim Luftschiff nicht getan. Aber das sind Dinge der Zukunft. Einer Zukunft, an deren Anfang wir erst stehen.

Wir nehmen Abschied. Viele Leute toarten noch Eine Unmenge Arbeit bringen diese Tage, seit­dem das Schiff fährt. Cs scheint fast, als wenn jeder, der es in der Luft gesehen hat irgendwo im deutschen Vaterland wie in der Schweiz, das Bedürfnis bat.tem Doktor" persönlich zu danken. Die Flut der Briefe will kein Ende nehmen .. Da marschieren Schulklassen auf, von Fabriken, für die einer die Feder fuhrt. Familien, Vereine. Und Aur Derzwe.flung seiner Sekretärin möchte Dr. Eckener am liebsten jeten Brief selbst beantworten...__

Es ist nur gut, daß ter Mann, von dem letzt alles spricht, tn einigen Tagen Ruhe bekommt: Wenn terGraf Zeppelin" die deutsche Handels­flagge über den Allantik trägt, wenn nachts d-.e Oz-andumpler di- Lichl-r di-s-4 G-lst-r!ch,f!-s über sich Hinwegrasen sehen, dem Gebirge ter Wolkenkratzer Deuyorks entgegen.

Aus der pwvmzialhauptstadt.

Gießen, den 6. Oktober 1928.

Not-Kreuz-Tag.

Oberhessen.

Landkreis Gienen.

-- Lich. 6.Okt. Der Frankfurter Verein fürGejchichteundAlterturnskunde un­ternimmt am morgigen Sonntag einen Ausflug nach Oberhessen. Der Besuch gilt in erster Linie den geschichtlich so bedeutsamen Ruinen Kloster Arns­burg und Münzenberg, die unter Führung von Geheimrat.Kautzsch besichtigt werden sollen.

U Rodheim a. d. Horloff. 5. Okt. Schon im Vorsommer kündigte der Rechner der hiesigen Spar- und Darlehnskasse. Otto Hof­mann, infolge vorgerückten Alters seine Amts­tätigkeit. In der folgenden Generalversammlung wurde einstimmig Karl Hofmann, der Sohn des seitherigen Rechners, zum Dachfolger ge- wählt. Dieser Tage erfolgte nun gelegentlich ter Kassenrevifion durch Genossenschaftsrevisor Hartmann-Gießen die Einführung tes neuen Rechners in sein Amt. Cs wird allgemein be­grüßt. daß das Rechneramt in Händen derselben Familie bleibt; ist doch das Aufblühen un­serer Kasse im wesentlichen ein Verdienst tes jetzt 81jährigen Greises, ter nun mit Stolz auf die Kasse als auf sein Lebenswerk blicken kann. Er war vor 37 Jahren Mitbegründer und erster Rechner. Zu der fast allerorts hörbaren Klage über" den schlechten Ertrag des Tafelobstes kommt in unserem Ort nicht minder merllich die über das fast vollständige Feh­

len des Wirtschaftsobstes. Wahrend hiesige Apselweingroßkelterei von K. Uhl anderen Jahren um diese Zeit schon wochenlang in Betrieb war. konnte ihre Tätigkeit in diesem Jahr erst vor wenigen Tagen beginnen, da die Suche nach Kelterobst erst nach längerer Zell Erfolg halle. Jetzt find die ersten Waggons, die teils aus der Rhön, teils aus dem nord- lichen Deutschland kommen. auSgelaten worden. Die Preise des Obstes sind naturgemäß ehr hoch und kommen an die des Tafelobstes im vorigen Jahre heran.

* Hattenrod, 5.Okt. Dieser Tage sand bei Gastwirt Dörr ein Lichtbildvortrag statt. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt Zu­erst wurde eine Lichtbildreihe über dieSeeschlacht vor dem Skagerrak" gezeigt. Die prächtigen Bilder gefielen sehr. Dann folgten zwei humoristische Bild- feiten, und zwarDer große Krieg in Scherz- und Sinnbild" und ausNix für ungut von Rudolf Dietz. Die Lichtbildreihen wurden von der Gesell­schaft für Volksbildung in Berlin entliehen.

und ter Herbstmarkt nach tote vor am Montag ter ersten Septemberwoche abgehalten. Auf Vor­schlag ter Feldkommission soll ein Teil ter seit­her in Selbstbewirlschaftung befindlichen städti­schen Wiesen auf längere Zeit verpach- t e t und außerdem auf einer hierzu geeigneten Wiese Weiten angepflanzt werden. Die nach dem genehmigten Voranschlag zu erhebende Um­lage von 62 000 Mark soll wie folgt auf­gebracht werten: 1. auf je 100 Mk. Steuerwerk der Gebäude und Bauplätze 22 Pf., 2. auf je 100 Mk. Steuerwerk des land- und forstwirtschaft­lich genutzten Grundbesitzes 44 Pf., 3. auf je 100 Mk. Steuerwert des Anlage- und Betriebs­kapitals 60 Pf., 4. auf je 1 Mk. tes für ba« Dj. 1925 festgestellten ftaatlidjen Gewerbeertrags- steuersolls 150 Pf., 5. auf je eine Mark tes für das Dj. 1925 festgestellten ftaatl. Sontergebäute- steuersolls 34,93 Pf. Die erforderlich gewordene Garage für den 34-Sitzer-Omnibus tes Zweckverbandes Didda-Ulfa soll int ehern. Kraftschen Drauereianwesen eingerichtet und daselbst auch ein Bekriebsstofstank eingebaut werten. In der vor einigen Tagen statt­gehabten Ausschuhsihung tes Zweckverban­des Didda-Ulfa wurde beschlossen, den Sommerfahrplan auch für die Win- termonate bestehen zu lasten, da die Eisen­bahn nennenswerte Aenterungen tes Fahrplanes nicht vorgenommen hat und außerdem von ten beteiligten Gemeinten Anträge auf Aenderung nicht vorgebracht worden sind. Hinsichtlich ter Linie Didda Ulfa soll jedoch, ebenso wie im Vorjahre, für die Zeit vom 1. November bis 31. März eine Vormittagsfahrt Didda ab 6.45 und Ulfa ab 8 Uhr eingelegt werten. Falls genügend Interesse besteht, soll die Linie übel? Bad Salzhausen nach Geih-Didda, möglicher­weise auch bis Dauemheim durchgeführt werten.

Aus dem Niddatal. 5. Okt. Hier sind die Aepselpreise ungemein hoch. Sie über­treffen fast die Marktpreise in den Städten. Gutes Wirtschaftsobst kostet 25 Mark, Tafelobst 30 Mark pro Zentner. Dabei handelt es sich nicht um aus­sortierte Ware, sondern die Aepfel werden in der Zu- sammensetzung abgelassen, wie sie der Baum liefert. Während der überwiegend größte Teil der Obst­züchter die gesamte Apfelernte in den Rocktaschen Heimtragen konnte, ist ein kleiner Teil in der glück- lichen Lage, wenigstens einige Korbe voll zu ejmten. Wer aber, wie es ganz vereinzell zu verzeichnen ist. durch einen außergewöhnlichen Zufall bis zu 20 und 30 Zentner bergen durfte, hat eine schöne Einnahme zu verbuchen. NeuerHohenastheimer" ist eine seltene Erscheinung. Nur einzelne haben, wohl versuchsweise, die Obstkeller in Betrieb gesetzt. Für Schüttel- ob ft zahlt man 10 bis 12 Mark. Die Anlieferung ist natürlich ungenügend, wenn nicht aus anderen Gegenden Obst herangeführt werden kann. Die fchlech- ten Aussichten für das neue Apfelweinjahr haben be­reits eine Erhöhung der seitherigen Apfelweinpreise bewirkt.

Kreis Schotten.

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Kreis Frievberg

WSD. Friedberg, 5. Okt. In ter gestrigen Stadtverordnetensitzung stand derDei- fcritt ter Stadt Friedberg zur Hessischen K v m m u n a l e n G a s s e r n v e r s o r g u n g zur Beratung. Das Kollegium tonnte sich für den Beitritt infolge der Unklarheit, die die ganze Frage noch umgibt, nicht entschließen. er­regt Befremden, daß ter hessische Staat größten Wert auf die Geheimhaltung ter Satzungen ter Hekoga legt. Die kleineren Städte OberhessenS fürchten, daß sie bei Zusage unter das Diktat von Bankenkonsortien kämen. Weiter beschäftigte sich die Versammlung mit der Bad-Rau­he i me r Kläranlage, die immer noch nicht einwandfrei arbeitet und erhebliche Mängel auft weist. Stadtverwaltung und Kreisamt, wie auch das Kulturbauamt werten ter Anlage ihr be­sonderes Augenmerk schenken.

B u tz b a ch, 5. Okt. In sinniger Weise verband die hiesige W e i d i g - O b c r r e a l s ch u l e die Ver­kündigung der Sieger in den Reichsiugendwett- kämpfen mit einer Jahn-Gedenkfeier, an der auch die oberen Klassen der Stadtschule teilnah- men Die fein aufgebaute Gedächnisrede auf Jahn hielt Studienassessor Dietz. Anschaulich führte er die Jugend in die beiden Hauptwerke JahnsDas deutsche Volkstum" undDie deutsche Turnkunst ein Gedicht- und Mufikvorträge umrahmten die Rede. Oberstudiendirektor Dr. Binzel nahm die Verkündigung der Sieger in den diesjährigen Reichsjugendwettkämpfen vor und weihte eine von Zeichenlehrer Grün entworfene und kunstvoll be­schriebene G e d e n k t a f e l, auf der alle Sieger m den Reichsjugendwellkämpfen, die feit 1924 die Ur­kunde des Reichspräsidenten erhiellen, verzeichnet find und auch in Zukunft aufgcführt werden sollen. Bemerkenswert ist, daß die Teilnahme an den Wettkämpfen mit jedem Jahre wächst: sie ift von 16,2 v. H. (der Schüler) im Jahre 1924 auf 71 4 Prozent in diesem Jahre angeftiegen. Erstmalig wurden in diesem Jahre an der Weidig-Oberreal- schule auch volkstümliche Schulmeisterschaften »n Einzelübungen ausgetragen.

Kreis Büdingen.

m Nidda, 5. Oktober. In der jüngsten G e- meinderatssihung wurden u. a. folgende Beschlüsse gefaßt: Das Doppelhaus in der Hopsengasse wird den Postschassnern Ludwig Hofmann und Louis L u d w i g für ten be­reits festgesetzten Kaufpreis von 9800 Mk. je Wvhnung käuflich überlassen. Der P fc und 5obl«nmar!t, ber in d-r als Fohlenmarkt ausgebaut und versuchsweise mit einer Prämiierung verbunden irrten soll, wird in Zukunft Mitte Juli, und zwar Montags,

Don heute on erscheint als Winter ausgab e der

TÄschett-Fahrpia«

des Ameigevs

mit sämtlichen Eisenbahnverbindungen OberhessenS und der benachbarten preußischen Bezirke, sowie mit

-em zuständigen post- und privat-Krafiwagenverkehr

als WWettwls GsAbersaSe