naten fest stelle. Es sei im höchsten Grade unvorsichtig, so unrichtige Behauptungen aufzustellen. wie Senator Hertz eS getan habe.
Dieser erwiderte: .Sie haben uns, Herr Finanzminister, am 7. März erklärt, daß Sie Maßnahmen ergriffen hätten, gegen den Sturz des Franken anzulämpfen und bei dieser Operation höchsten- drei Milliarden in Anspruch nehmen würden. In Wirklichkeit sind für Spekulationen gegen die Erhöhung des Franken Beträge in Höhe von 45 Milliarden ausgegeben worden." Schließlich erklärte Poincar^, daß die Interpellation über die Finanzlage diskutiert werde, bevor der Senat in die Ferien gehe. Hierauf vertagte sich der Senat bis Donnerstag, um Kenntnis von der Regierungserklärung zu nehmen.
Oer Oonezprozeß.
Moskau, 5. Juni. (WTB.) ' Wie der Vertreter des WTB. über den Schachty-Prozeh be- rich.et, ist die Vernehmung des Oberingenieurs Kusma, der außer wegen Sabotage auch wegen der Annahme von Destechungsgel- d e r n angeklagt ist, desha b besonders interessant, weil Kusma der erste Angeklagte ist, der dem Staatsanwalt ern st haften Wider st and entgegensetzt. De Staatsanwalt wurde sogar, als er sich in eingehenden Feststellungen mit der politischen Haltung Kusmas im Jahre 1919 beschäftigte, vom Vorsitzenden darauf hingewiesen, daß nur das zur Erörterung stehe, was aus den Akten erkennbar sei. Lüe Firma Knapp, deren Ingenieur Dabstieber nach der Anklageschrift auf Veranlassung von Seebold Kusma, der Leiter der Abnahmekommission war, 2 5 00 Rubel gegeben haben soll, damit er die Knapp-Maichinen bevorzuge, hat bekanntlich erklärt, daß Kusma ihr vollständig unbekannt sei. Der vorgestern vernommene Hauptangeklagte Baschkin will von K 5 st e i erfahren haben, daß dieser jene
2500 Rubel an Kusma gezahlt habe Als Staatsanwall Krylenko Kusma vorwarf, daß er sich an der Oktober-Revolution mcht aktiv beteiligt habe, entgegnete Kusma: Ich bin kein Held. Ich ging nicht in den Krieg, war aber immer ein Mann der Arbeit.
Gtresemann Ehrenvorsitzender der Liberalen Vereinigung.
Berlin, 6. Juni <Piv. Tel.) In einer Dor- ftandssihung der Liberalen Vereinigung, die gestern unter dem Vorsitz des Staatsministers a. D. F i s ch b e ck stattsand, wurde einstimmig Reichsauhenminister Dr. S t r e s e - mann. Reichsminister a. D. Koch- Weser und Geheimrat Professor Dr. Kahl zu Ehrenvorsitzenden der Liberalen Vereinigung ernannt. ES wurde fernerhin beschlossen, die Verhandlungen zur Anbahnung und zur Schaffung einer liberalen Arbeitsgemeinschaft und Vereinigung innerhalb und außerhalb der Parlamente weiterzusuhren, und für Ende Juni eine allgemeine Tagung für die Mitglieder der Liberalen Vereinigung und für jene Kreise einzuberufen. die an diesen Bestrebungen interessiert find.
Gozialdemolraten und Regierungsbildung.
Berlin. 5. Juni. (Priv.-Tel.) Rach den Beratungen des fozialdemokratischen Partciaus- schusses, der morgen in Köln zusammentritt, wird Hermann Müller-Franken voraussichtlich am Freitag dem Reichspräsidenten über die Entscheidung seiner Parieiinstanz Bericht erstatten. Die „CB. Z." will wissen, daß eine Betrauung des Abgeordneten Müller-Franken als Reichskanzler kaum mehr in Frage gestellt und daß S e v e r i n g für das Amt des Reichsinnenministers in Aussicht genommen ist.
Oer Landtag stimmt der Auseinandersetzung mit dem Großherzog zu. Annahme der Regierungsvorlage in erster Lesung.
Der wichtigste Punkt, der am Dienstag den Hessischen Landtag beschäftigte, war die Vorlage der Regierung über die endgültige Auseinandersetzung mit dem do rmals regierenden Fürstenhaus. Lieber den 2lb- fieorbncten schwebte eine Spannung, wie eigent- ich bei der entscheidenden Abstimmung die Dinge sich gestalten wurden. Trotz der festen Worte befürchteten einige Regisseure, daß die Sache schief gehen könnte. Wit 29 Stimmen des Zentrums, Der Deutschen Dolkspartei, der Demokraten und der Aufwertungspartei gegen 25 Stimmen der Kommunisten und Sozialdemokraten, bet Stimmenthaltung des Bauernbundes und der Deutsch- natumalen entschied sich das hessische Parlament dafür, die von der Regierung vorgeschlagene gütliche Regelung mit dem ehemaligen Fürstenhaus einer gerichtlichen Auseinandersetzung vor- zuziehen. Die Abstimmung der zweiten Lesung, gegen deren sofortige Vornahme von den Sozialdemokraten Widerspruch erhoben wurde, findet am kommenden Freitag statt.
Im übrigen hat der Landtag heute fleißige Arbeit geleistet und zahlreiche Vorlagen verabschiedet. Zu einem kleinen Geplänkel kam eS zwischen Dolkshartei und Zentrum wegen der geforderten Erleichterungen in der Sonderge- bäudesteuer. Finanzminister Kirnberger ver- fprach jedoch bis zum Winter die Vorlage des neuen Gebäudeentfchuldungsgefetzes. da er die erfolgte Reform der Gewerbesteuer für dringlicher als die Sondergebäudesteuerreform gehalten habe.
Sitzungsbericht.
Darmstadt, 5. Juni. Präsident Delp eröffnet um 10,15 LIHr daS im Saal und auf den Tribunen gut besetzte Haus. Rach Erledigung Kleiner Anfragen geht das Haus zur Debatte über den volksparteilichen Antrag auf vermehrten Wohnungsbau 1928 über, der durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt werden soll. Widerspruch erhebt sich dagegen nicht.
Den kommunistischen Antrag auf Aufhebung der Karenzzeit bei Arbeitslosigkeit begründet Qlbg. Galm. Abg. Schaub (Soz.) stimmt der Anregung ebenfalls zu. Arbeitsminister Korell erklärt, daß auch der Regierung die Mängel des Arbeitslosenversicherungsgesetzes bekannt seien. Rach Vorlage der angestellten Llntersuchungen werde durch eine Rovelle der Reichsregierung Abstellung der Härten erfolgen. Gegen Sozialdemokraten, Kommunisten und zwei Zentrumsabgeordnete wird der kommunistische Antrag durch die RegierungSantwort für erledigt erklärt.
Din Antrag, die hessische Regierung möge bei der Reichsregierung für baldige Erhöhun g der Llnfallrente eintreten, wird angenommen.
Die Regierung wird ermächtigt, wie im Vorjahre 15 Millionen Mark im Anleihewege für Den Wohnungsbau aufzunehmen.
Jur Unterstützung für die auS dem Osten vertriebenen hessischen Ansiedler werden 20 000 Mark bewilligt.
Der vottsparteillche Antrag auf Auswerfung eines größeren Betrages aus der Sondersteuer für den bebauten Grundbesitz zum Zwecke des Wohnungsbaues wird gegen die Antragsteller durch die Regterungsantwort für erledigt erklärt. Ss folgt der volksparteiliche Antrag, alsbald ein Gesetz über die Regelung der Sondergebäudesteuer mit weitgehenden Erleichterungen vorzulegen. Bis dah.n möge die Regierung durch einen Erlaß an die Finanzämter diese Erleichterung ab 1. April 1928 eintreten lassen.
21bg. Riepolh (DDP.) begründet nochmals seinen Antrag. In der Haltung der Regierung sei hier ein Wandel eingetreten, denn bei dem Steuer- Vorauszahlungsgesetz 1928 habe sie ebenfalls durch Verfügung an die Finanzämter Erleichterungen zu- gestanden. Das gleiche solle doch auch hier geschehen
Aba Dr. Best (DRP.) schließt sich grundsätzlich den, Vorredner an.
Finanzminister Ä i r n b e r g e r erklärt, daß die rechtliche Unterlage für die hessische Sondergebäudc steuer geklärt sei. Die Regierung Hube zuerst bi-' Gewerbesteuerreform oorgenommen. Das Sonder gebäudesteuergefetz werde dem Landtag im Winter zugehen
Abg. Winkler (Z.) stellt fest, daß die Volks- Partei im vorigen Jahre fühlbare Erleichterungen hätte erhalten können, wenn sie mü dem Zentrum das damals vorgelegte Gesetz mitgeschaffen hätte, als die Sozialdemokratie sich der Mitarbeit entzog.
Abg. Lux (S.) stellt fest, daß Zentrum und Volks- Partei im vorigen Jahre schon mehr hätten erreichen können, wenn sie sich den sozialdemokratischen wci- tergehenden Anträgen angeschlossen hätten.
Abg. R i e p o t h (D. Vp.) DcrteiDigt die Haltung feiner Partei vom vorigen Jahre, derm die Opposition habe der Koalition die Verantwortung nicht abnehmen wollen. — Der vollsparteiliche Antrag wird gegen die Stimmen der Rechten abgelehnt.
Der Bauernbund wünscht, daß zur Veranlagung der Grundsteuer die reichsgesetzlichen Einheitswerte maßgebend sein sollten.Dazu liegen verschiedene Eingaben in gleicher Richtung aus Watzenborn-Steiicherg, Fränkisch-Crumbach und Ronrod vor.
Abg. Dr. Müller (Bbd.) bittet die Regierung, Einzelanträg« auf Rachprüfung der Grundsteuerwerte wohlwollend zu behandeln.
Abg. Winkler (Zentr.) ist der Auffassung, daß auch die reichsgefetzlichen Einhellswerte einer Rachprüfung noch unterzogen werden mühten. — Das Haus schließt sich dem Ausschußbeschluh auf Ablehnung gegen die Rechte an.
Es folgt gegen den Widerspruch der Linken die Beratung der Vorlage über
die Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Großherzog.
Abg. Widmann (Soz.) erstattet den Aus- schuhbericht. In der allgemeinen Aussprache ergreift zunächst Abg. Dr. Best (Drp.) das Wort. Er stimmt der Abfindung grundsätzlich zu. Er findet es selbstverständlich, daß sich Deutsch- nationale und Bauernbund der Stimme enthalten wollten, aber bei so wichtigen Fragen dürsten solche taktischen Manöver nicht angewendet werden.
Abg. G a l m (Komm.) vertrllt seinen Antrag, die für die Abfindung geforderten Wittel f ü r de n Wohnungsbau zu verwenden. Er richtet dabei heftige Angriffe gegen die Sozialdemokraten, so daß wiederholl heftige persönliche Auseinandersetzungen zwischcm Redner und sozialdemokratischen Abgeordneten entstehen.
Abg. Böhm (Dn.) gibt für seine Partei die Erklärung ab, daß sie grundsätzlich das Recht des ehemals regierenden Hauses auf Abfindung anerkenne, sich aber der Stimme enthalte, um den Sozialdemokraten die Verantwortung nicht abzunehmen.
Vizepräsident Blank gibt Kenntnis von einem Antrag der Deutschnationalen, der Regierung wegen der Fürstenabfindungsvorlage bas Vertrauen auszusprechen. (Heiterkeit.)
Finanzminister Kirnberger bittet, bei der Behandlung der Sache doch Die allein maßgebenden Punkte zu beachten, ob man die Frage der Rechtsgültigkeit der Vereinbarungen von 1919 und Die Frage Der Auswertung den ordentlichen Gerichten überlassen wolle, oder ob man sie, wie die Regierung cs vorschlage, durch einen Vergleich erledigen wolle. Die Gesamt regicrung glaube nach reiflicher lieber» Icgung, dem Parlament den Dergleichsweg Vorschlägen zu müssen. Di« Spruchpraxis Der Gerichte in den Prozessen wegen der Vermögens- auseinandersstzungen der ehemaligen Fürstenhäuser habe Auswertungsziffern von 75, 80. 85 und 100 Prozent und mehr festgesetzt. Jetzt sei mit der Gegenseite ein Betrag von 73 Prozent erreicht und ebenfalls sehr günstige Zinssätze festgesetzt worden. Demgegenüber sei es ungewiß, wie ein Prozeß ausgehe. Die Regierung sei sich der großen Forderung.'» bewußt. Hm Die Debatte über diese hell le Frage abzukurzen, sei es besser, es nicht auf einen Prozeß ankommen zu laffen. der unter Umständen jahrelang Dauern könnte.
Abg. Scholz (D. Vp.) gibt für seine Partei die Erklärung ab, baß die Fraktion der Deutschen Volkspartei es für eine selbstverständliche Konsequenz der gesetzlichen Grundlagen halle, dem groß- derzogkichen r)au(e eine billige Entschädigung für die Uebereignung des früheren Farnllieneigentums aus den Staat zu gewähren. Sie werde daher der Vorlage znftimmen. mißbillige aber
daß die stärkste Regierungspartei, deren Minister die Vorlage initunterichrieben hätten, sich aus parteipolitischen Gründen a b • lehnend verhalle.
Abg. d. Helmolt (Bbd.) gibt für ieine Partei die Erklärung ab, daß sie sich der Stimme enthalte.
Abg. Kaul lSoz.) verliest eine längere Erklärung seiner Frattion. Sie bebaute, daß bet Volksentscheid und die spatere reichsgesetzl che Regelung in dieser Frage nicht für Hessen eine Regelung getroffen habe. Seine Fraktion halte an den Beschlüssen vom 5. Mai 1919 fest, die für beide Teile maßgebend fein müßten Eine Aufwertung könne nur nach den allgemeinen Aufwertungsgefetzen für alle Staatsbürger erfolgen Sie erblicke in dem Ucbereinfom- men, das ja als Ganzes angenommen werden müße, eine ungerechte Bevorzugung des ehemals regierenden Hauses. Seine Partei lehne die Vorlage a b, weil Die durch sie zu übernehmende Derant- wortung zu groß sei.
Abg. S) e i n ft a b t (Z.) verliest für das Zentrum eine Erklärung, nach Der Das Zentrum feit Jahren eine reichsgesegliche Regelung Der Frage angestrebt habe. Das sei aber an Der höchst unsachlichen Behandlung der Fürstenabfindung gescheitert. Das Zentrum habe schon damals klar und deutlich den Schutz Des Privateigentums und Der wohlbegründeten Rechte der Fürstenhäuser anerkannt. In Preußen habe die Sozialdemokratie Die Verantwortung ja auch mit übernommen. Der vom Ministerium vorgelegte Entwurf fei nach Ansicht des Zentrums einem ungewissen Prozeß vor- zuziehen unD eine gerechte Regelung Der Frage.
Abg. Reiber erklärt für Die Demokratische Partei, daß nach Dem Versagen Des Deutschen Volkes und Des Reichstages in Der Fürstenenteignung und nach Der Anschauung der Demokraten über Die Praxis Der Deutschen Rechtsprechung Hessen sich in einer Zwangslage befinde, aus Der heraus es keine andere Möglichkeit gebe, als Der Vorlage z u - 8 u ft i m m e n , um die Angelegenheit aus der Welt zu schaffen.
Einzelberatung wird nicht gewünscht. Ein kommunistischer Antrag auf namentliche Abstimmung findet keine zehn Unterschriften. Die Abstimmung ergibt 29 Stimmen für und 25 gegen d i e Vorlage bei Stimmenthaltung des Bauernbundes und Der Deutschnationalen. Dafür stimmten Zentrum, Demokraten, Deutsche Volkspartei unD Aufwertungspartei: dagegen Kommunisten und Sozialdemokraten. Gegen Die zweite Lesung erhebt sich Wider- spruch der Sozialdemokraten, die daher auf Freitag verschoben wird.
Gegen Die Stimmen Der Kommunisten wird Die Erhöhung Der Diäten Der Land tagdabgeorbneten von monatlich 100 auf 150 Marl beschlossen. — Der volksparteiliche Antrag auf größere BauDarlehen an Beamte und Bedienstete wird durch die Retzierungsant- wort für erledigt erklärt. Zu der übermäßigen privaten Bautätig i eit beamteter Architekten sprechen die Abg. Hauch (DVP.) und D o n a t h (Dem.). Das Haus ersucht daher die Regierung, hier Abhilfe zu schaffen. Damit Den f'lft auch mit Der Gewerbesteuer belasteten privaten Architekten keine Konkurrenz entstehe.
Präsident Delp gibt Kenntnis von einem eingelaufenen Mißtrauens antrag der Kommunisten, der auf Die Tagesordnung Des Freitags gesetzt wird.
Aus aller Wett.
Zwei Lehrerinnen imLchwarzwald etmordet
Zwei Lehrerinnen im Aller von 25 und 35 Jahren, die beide in Mannheim angeffeUt waren, wurden Dienstag vormittag oberhalb Breitnau gegen die weißtannenhiitle zu. etwa um 8.45 Uhr mit durchschnittenem halse tot aufgefunden. Die Leichen lagen etwa siebzig Meter voneinander entfernt Der Befund läßt bei beiden auf Lustmord fchliehen. Rach Den Ermittlungen find es zwei Kusinen namens Gersbach. Sie wollten auf dem höhen weg nach dem Feldberg weilerwandern. Auf die Meldung von ihrem Ausbleiben begab sich sofort ein größeres Aufgebot der Freiburger Bereif- schastspolizei in das in Frage kommende Gebiet und sand nach längerem Suchen die beiden Leichen auf. Irgendwelche Anhaltspunkte über den oder die Täter hat man noch nicht. Die Nachforschungen werden mit aller Energie forlgeseht. Die Erregung über diese scheußliche Tal ist naturgemäß außerordentlich groß. Nach den letzten (Ermittlungen der Polizei scheint es sich bei dem bereits gemeldeten Doppelmord im Feldberggebiet (Schwarzwald) nicht nur um einen Lustmord, sondern auch um Raubmord zu handeln. Denn den beiden Leichen fehlen auch Geldbeutel und Schmucksachen.
Line Bluttat nach elf Jahren aufgeklärt.
Von Geslügeldieben erstochen wurde in Der Rächt vor dem Bußtag Des Jahres 1917 auf einem Bauerngehöft in Rudow bei Potsdam Der 20 Jahre alte Grenadier Hermann Behrendt vom 93. Infanterieregiment. Der bei feine» Schwc- ster auf Heimaturlaub war. AlS Täter wurden jetzt der 42 Jahre alte Arbeiter Paul Böhme und der ein Jahr jüngere Steinsetzer Paul Grahl ermittelt und fest genommen. Rach hartnäckigem Leugnen hoben beide die Tat Angegeben. Srahl und Böhme find wegen der verfchiedenften Delikte vorbestraft, u. a wegen «Straßenraubes, Wilderns und Einbruchs. Grahl verbüßt gegenwärtig eine Freiheitsstrafe' Böhme arbeitete bei einem Dau. Beide sind nach dem Geständnis der Staatsanwaltschaft Potsdam zu- geführt worden.
Der „eiserne Gustav" bei Botschafter von hoefch.
Der Berliner Droschkenkutscher Gust. Hartmann, der in Begleitung des Berliner Journalisten Theobald gestern in Paris eingetroffen ist und mit dessen Reise sich die gesamte Presse beschäftigt, hat in der deutschen Botschaft vvrgefprochen. Botschafter v. Hoefch hat ihn zu einem Frühstück eingeladen, an Dem 18 Personen teilgenommen haben.
Dirbelsturmkatastrophe in Steiermark
Der 10 Kllometer südwestlich vom Gleichenberg entfernt auf einer Anhöbe liegende Ort Otta- Den wurde von einer verheerenden Wltbelsturm- katastrvphe heimgesucht. Die Dächer der Häuser wurden durch Den Sturm hetabgerifsen und mehrere Häuser zum Einsturz gebracht. Der Sturm entwurzelle viele Bäume und trug die Erde von Den Feldern davon. Der Verkehr in Den Straßen wurde vollkommen unterbunden, Da Telephon- und Telearaphenftangen umgeworfen und d e Bezirksstraßen von Den entwurzelten Bäumen Dolltommcn verlegt smd Der Turm Der unterirdischen Kapelle, die neben Der Pfarr
kirche steht, ist eingeftürzt. Der Wirbelsturm, Der eine ViertelstunDe Dauerte, war von einem starken Hagelwetter begleitet. Die Schloßen bedeckten etwa 20 Zentimeter hoch Den Boden. B eie Anpflanzungen wurden vernichtet. Einige Kinder sind verletzt worden.
Die angeblichen SOS-Rufe Der ..Italia".
Aus Fachkreisen wird mitge teilt: Die Rachrichten über vom Luftschiff .Italia" ausgesandte und angeblich in verschiedenen Teilen Rord- curopa- aufgefangene Radiodepeschen sind m i t größtem Vorbehalt aufzunehmen. Das Luftschiff war mit einer Sende lation von 500 Watt Energie audgcftal et. Diese Station wurde durch einen Hilfspropeller betrieben, der nur Dann arbeiten kann wenn das Luftschiff durch feine eigenen Motoren an- getrieben H egt. Wie aus den früheren Be- richten ersichtlich und auch ho' wahrscheinlich ist. hat Die .Italia' bei der Rück e-r vom Rordpol alle Betriebsstoffe verbraucht Vor- amsgefefct aber, daß d e .Italia" in Der Luft vorn Winde als Ballon getrieben wird, kann der Hllfsprepeller und Dann Die Sen Deflation nicht arbeiten.
vorstandswechsef^
bei Der Deutschnationalen Volkspakkki Hessens.
Darmstadt, 5 3uni. Die LandeSgeschäfts- ftellc Darmstadt der Deutschnationalen Volkspartei teilt mit, daß der bisherige Landes- Vorsitzende Der Partei, General Der Kavallerie v. Hahn, fein Amt niedergelegt hat. Er trug sich schon seit Jahresfrist mit dieser Absicht, die er nur im Hinblick auf Die Reichstagswahlen noch zurückstellte. Der Landesvor- ftand ehrte Die Verdienste des scheidenden Führers, indem er Exz. v. Hahn zum ständigen Mitglied des inneren Landesvorstandes wählte voas Exz. v. Hahn dankend annahm. AlS Rach'olger im Amte des Landesvorsiyenden wurde General Frhr. v. Preuschen (Darmstadt) gewählt. Zweiter Landesvorsitzender wurde Dau- rat Jakobs (BenSheim).
Line INillionencrbkchast für ein holländisches Dorf.
Eine reiche Frau hat ihrem Heimatsdorf Dirks- land (1600 Einwohner) eine Millionenerbschaft hinterlassen, die folgendermaßen verwandt werden muß: Eine Million Gulden für Den Bau eines Krankenhauses, 100000 Gulden für eine N ä h s ch u l e , 50 000 Gulden für eine Badeanstalt für Schulkinder: die Zinsen von 35 000 (Bulben zur alljährlichen Weihnachtsbescherung von Kindern. Außerdem hat die Kirche rund 100 000 Gulden erhallen. Auch die Grundstücke für Den Bau der Anstalten wurden von der Besitzerin gestellt.
vier Schieferbrucharbciter verschüttet.
Auf Dem Schieferbruch .Gabe GotteS" oberhalb Marktgölitz in Thüringen wurden am Montaq- nachmittag durch Einsturz eines Stollens vier Echieferbrucharbeiter verschüttet. Unter Aufbietung aller Kraft arbeitet man an Der Freilegung des Stollens. Klopfzeichen werden vernommen, so Daß Die Hoffnung besteht. Die Verschütteten noch zu retten.
Vorführung eines Raketenflugzeugmodells in Wien.
Die Scgelflugvereiniguna der Technischen Hochschule führte im lleberschwemmungsgebict der Donau den Probeflug eines 80 Zentimeter großen Raketenflugzeugmodells vor. Es gelang nach an« sanglichen Schmierigkeiten ein schöner Geradcflug des Modells mit 150 Kilometer Stundengeschwindigkeit. Die Vorführungen werden unter Verwertung der bisher gemachten Erfahrungen nach dem Bau eines nepen Modells fortgesetzt.
Die Wetterlage.
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Das finnländische Tiefdruckgebiet hat sich etwas abgeflacht, seine ßaae aber feit gestern wenig verändert. Dagegen fuhrt die neue ozeanische Störung über den britischen Inseln zu weiterem Barometerfall. Mitteleuropa liegt noch im Bereich einer stochen Druckvertellung, die zu otörungsbilbunyn führt. Die sich teils in Gewittererscheinungen be merkbar machen. Die Temperaturen werden unter dem Einfluß der Dorderseitenwirkung Des westlichen Tiefs langsam ansteigen.
Voraussage für Donnerstag: Wolkiges, auch aufheiterndes Wetter, etwas wärmer mit Rei gung zu Gewitterstörungen.
Voraussage für Freitag: Bewölkungszunahme, wärmer mil liebergang zu einzelnen Niederschlägen.
Lufttemperaturen am 5. Juni: mittags 11,4 Grad Celsius, abends 10,6 Grad Celsius: am 6 3uni: morgens 11,3 Krad Celsius. Maximum 16,8 Grad Celsius, Minimum 4,6 Grad Celsius. — Erdtempera turen in 10 Zentimeter Tiefe am 5. Juni abends 17,5 Grad Celsius, am 6. Juni: morgens 14,5 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer % Stunde
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