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sich die Kleine Entente nicht der Gefahr auS- sehen darf, mit ihrem Antrag im Dölkerbundsrat am Ende gar in derMinderheit zu bleiben. Wan kann hundert gegen eins wetten, daß Dr. Denesch sicherlich am liebsten schroff und un­verblümt den Antrag auf Einsetzung einer Llnter- suchungskommission eingebracht hätte. Ein mut- maßliches Nein Stresemanns hätte ihn kaum davon abgehalten, wenn nur sonst die Mehrheit im Dolkerbundsrat sicher gewesen wäre. Es muh wohl eine st ä r k e r bewehrte Hand gewesen sein, die dem Dr. Denesch in den Arm gefallen ist. Aach der Lage der Dinge braucht man keine besondere Kombinationsgabe zu besitzen, um Mussolini am Werke zu finden. Lind weit bemerkenswerter, als die mehr oder weniger zu­treffende Mutmahung, dah ein Quantum Ma­schinengewehre insgeheim in das entwaffnete Llngarn geschafft werden sollten, ist an dem Zwischenfall von St. Gotthard und seiner Be­handlung die blitzartige Beleuchtung, die dadurch die gespannten Verhältnisse zwischen den euro­päischen Mächten erfahren haben, die Erschei­nung, daß an den fünf Waggons mit Maschinen­gewehren einander die zwei rivalisieren­den Lager, die Gruppe Frankreichs und seiner Trabanten und die italienisch-englische Gruppe mit gemischten Gefühlen begegnen.

An dem Zwischenfall von St. Gotthard gibt es Seiten, an die bisher leine offiziöse Feder gerührt hat. Es ist zwar eifrig untersucht worden, auf welche Weise der Waffentransport von öster­reichischem auf ungarischen Boden gelangt ist und wohin und für wen er letzten Endes be­stimmt war. Darüber war nichts in Erfahrung zu bringen und jetzt will sich niemand als Be­steller der Waffen bekennen. Gar nicht berührt aber wurde die interessante Frage, wie die Sen­dung unbemerkt von Italien nach Oesterreich ge­langen konnte. Wenn schon der österreichische Zollbeamte in St. Gotthard die Waggons vor der Ablieferung an die ungarische Dahn unter­suchte, um wieviel mehr war der österreichische Beamte an der italienischen Grenze verpflichtet, die Waggons bei Llebernahme auf österreichisches Gebiet anzusehen. Lind wenn man schon eine Nachlässigkeit bei diesem österreichischen Beamten einräumen will, so muh man sich doch erinnern, dah die italienisch« Grenze von Musso­linis Faszistengarden bewacht wird, die keine Maus unbemerkt passieren lassen, die Ein- und Ausfuhr kontrollieren und alles durch- schnüfseln. Man weih doch, dah diese unverant­wortlichen Patrioten es verstehen, reichsdeutsche Waren trotz regelrechter Einfuhrbewilligung an der Grenze auszuhalten und zurückzuweisen. Lind diesen eingearbeiteten Detektiven, denen kein Paket entgeht, sollten fünf Waggons mit Ma­schinengewehren durchgeschlüpft sein? Das erscheint kaum glaublich. Diel eher darf man wohl annehmen, dah dem Palais Chigi der Waffentransport gut bekannt war und daß er gebilligt worden ist. Llngarn steht unter der besonderen Obhut Mussolinis, der dort eine Rückendrohung gegen ein unbotmähiges Süd- slawien grohzieht. Er hält es wohl noch nicht an der Zeit, offen zu sagen, dah es ihm ganz- recht ist, wenn Llngarn für gewisse Zwecke etliche Waffen in Reserve hat, aber er versteht es doch, energisch ein allzu genaues Eingehen auf die Hintergründe der Maschinengewehre von St. Gotthard zu verhindern. Darin macht er ganz« Arbeit, und es ist sicherlich kein Zufall, dah in dem Augenblick, da die Kleine Entente nach wochenlangen Beratungen zu dem halben Entschluß kommt, den Dölkerbund auf St. Gott­hard »aufmerksam" zu macken, dah gerade, m dieser Stunde der unsicherste Kantomst der' Kleinen Entente, Rumänien, seinen Auhen- minister nach Rom entsendet, um mit Musso­lini freundschaftlich Hu plaudern. Man kann Gift darauf nehmen, dah die Kleine Entente es dabei bewenden lassen wird, wenn der von ihr auf­merksam gemachte Dölkerbund den Zwischenfall von St. Gohardtt nach einem halben Jahr mit einer unverbindlichen Resolution begraben wird.

Es liegt gewiß gar kein Anlah vor, die Kleine Entente vor Mussolini in Schutz zu nehmen oder den Völkerbund lächerlich zu machen. Die Kleine Entente, und insbesondere ihr treibendes Ele­ment, Herr Dr. Denesch, hat so viel Butter am Kopf, dah es durchaus angemessen ist, wenn je­mand mit dem Zaunpsahl winkt und rät, nicht in dieSonne zu gehen. Lind der liebe Dölker­bund ist nun einmal ein schonungsbedürftiges Rippfigürchen, das allen Anlaß hat, Maschinen­gewehren aus dem Weg zu gehen. Was aber be­trüblich ist und angesichts der Begleitumstände des Falles von St. Gotthard jedem guten Euro­päer wieder schreckhaft zum Bewußtsein kommt, das ist die ungeheuerliche Derlogenheit der heutigen Herren des Kontinents, die sich als Friedensapostel gebärden, von Ethik und Moral triefen und mit scheinheilig verdrehten Aeuglein über den angeblichen kriegerischen Geist Deutsch­lands zetern, dabei aber hinterrücks Waffen schieben und fleißig ihren nächsten heiligen Krieg vorbereiten. Was sollen die Phrasen von Sicher­heit und Abrüstung, die unendlichen Tagungen der Ausschüsse und Komitees, wenn die, die mit der Abrüstung ernst machen sollten, an einen ganz andern Ernstfall denken? Der Zwischen­fall von St. Gotthard ist alles andere als ein Friedensshmptom.

Rumäniens Außenpolitik.

Titulesku über das Verhältnis zu Italien und Lüdslawien.

Paris, 4. Febr. (Havas.) Der rumänische Außenminister T i t u l e s c u hat Vertreter der Presse empfangen und Erklärungen über die außenpolitischen Ziele Rumäniens abgegeben, die er zusammenfaßte in den Worten: Friede im Rahmen der Verträge! Rumänien will alles in seiner Macht Stehende tun, um die Beziehungen mit den ehemals feindlichen Staa- ten zu bessern und günstiger zu gestalten, unter Der Dedlngung, daß die Verträge nicht in Frage gestellt, sondern in gutem Glauben ausgeführt würden. Nachdem Titulescu aus Dre Wirksamkeit direkter Verhandlungen zwischen den Staatsmännern hingewiesen hatte, erklärte er, daß Rumänien mit Frankreich und mit Südslaw ien verbunden sei und daß alles, was mit einer guten Verständigung zwi­schen Italien, Südslawien und Frankreich zu­sammenhänge, auch Rumänien im höchsten Grade interessiere. Er zolle dem friedlichen Geiste, der Italien beseele und seiner Arbeitslust Anerken­nung. Das Problem der ungarischen Op­tanten sei durch die vom Völkerbundsrat im September angenommene Entschließung endgültig geregelt. Die rumänische Politik sei auf den

Oie Exportabgabe für Frankreich.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 6. Febr. Nach dem Beispiel des englischen Reparation Recoverh Act, der von England zunächst einseitig zur Zeit des Londoner Llltimatums eingeführt, später in den Vereinbarungen über die Dawesleistungen ver­ankert worden ist, erhebt auch Frankreich seit annähernd vier Iahren eine 26prozentige Exportabgabe auf die deutschen Ein­fuhrwaren mit Ausnahme der Reparations­lieferungen. Natürlich werden diese 26 Prozent weder vom Lieferanten in Deutschland, noch vom Käufer in Frankreich getragen, sondern im Wege eines Rückrechnungsverfahrens a l s Vartransfer vomReparationsagen- ten vergütet, so dah es sich bei dem ganzen Vorgang um ein recht überflüssiges und kom­pliziertes System handelt, das unter dem Funk­tionieren des Dawesplans eigentlich gar keine Berechtigung mehr hat. Es hatte nur einen Sinn, solange anderweitig nicht mit irgend­welcher Bestimmtheit und Regelmäßigkeit auf deutsche Reparationszahlungen zu rechnen war und man sich in Frankreich und England an diese Exportabgabe halten konnte. Aber die Nebenwirkung war zunächst auch eine Erschwe­rung der deutschen Einfuhr in den beiden Ländern, und schon deshalb hat man nicht ganz darauf verzichten wollen.

Mit England ist nun schon seit Iahr und Tag ein Abkommen zustande gebracht worden, durch das diese Abgabe der Einzelposten unserer Ausfuhr nach England in Form einer Pauschal­abgabe nach den Ziffern der Einfuhr-Statistik Englands vergütet wird: d.h. die Abgabe be­steht also eigentlich nur noch insofern, als der Reparationsagent aus den angesammelten deut­schen Zahlungen zunächst einmal mindestens soviel Bargeld an England zu überweisen hat, wie 26 Prozent der deutschen Einfuhr nach dort aus­machen. Demgegenüber ist in Frankreich bis­her das schwerfällige und hemmende Verfahren aufrecht erhalten worden, bis jetzt durch ein neues Abkommen eine ähnliche Regelung, wie mit England getroffen werden konnte. Sie

Status quo in Europa begründet. Er habe keinen Grund zu der Annahme, daß die italie­nische Außenpolitik darauf abziele, diese Lage umzustoßen. Es gebe also keinen Widerspruch zwischen der italienisch-ungarischen und der ita­lienisch-rumänischen Freundschaft. Titulescu er­klärte alsdann, daß Rumänien der Kleinen Entente treu bleibe und daß er in Rom nichts anderes erfahren habe, was die italieni­schen Interessen mit denen der Kleinen Entente in Widerspruch sehen könnte. Was Albanien angehe, so sei Südslawien der Ansicht, daß das hauptsächlichste Friedenspfand ein freies und un­abhängiges Albanien sei.

Dr. Luther über die Aeichsresorm

Die Notwendigkeit einer Sparpolitik des Staates.

Düsseldorf, 5. Febr. (WB.) Im Rahmen der allgemeinen Kulturveranstaltungen der Stadt Düsseldorf sprach heute Reichskanzler a. D. Dr. Luther vor einer zahlreichen Zuhörer­schaft über das aktuelle Thema: »Aus dem Ver­fassungsleben der Gegenwart". Trotz der schweren Erschütterung nach Beendigung des Krieges und während der Inflationszeit habe das Reich seine Feuerprobe bestanden. Nun stelle das Schick­sal neue Probleme, da die Wirtschaft die Re­serven, die sie vor dem Krieg« besessen habe, noch nicht wieder ansammeln konnte. Auch aus anderen Gründen sei sie sehr emp­findlich. Rückschläge einer Krise könnten daher sehr bedenklich werden. Was sei hier zu tun? Eine Beeinträch tigung der Lebens­haltung der Bevölkerung mühte mit allen Mitteln vermieden werden. Eine grund­sätzliche Einstellung auf Sparen könne Erfolg haben, der Staat mühte dabei mit gutem Beispiele dem Volke vorangehen. Die augen­blicklich vorhandenen drei verschiedenen Auf­fassungen hinsichtlich des Staatsaufbaues, die u n i t a r i st i s ch e, die föderalistische und die allpreuhische Auffassung müßten sich vereinigen lassen. Die Arbeit des Bundes für die Erneuerungdes Reiches, dem der Vortragende als Vorsitzender angehört, schreite gut voran. Voraussetzung sei eine Ein­stellung, die das gesamte Wohl über alles stelle. Zwischen Internationalismus und Llebernationalismus lieg« der Scheideweg für das deutsche Volk.

Der Zwiespalt im Zentrum.

Ein neuer Angriff des Gewerkschaftsabgeordneten Jmbusch

Hamm, 5. Febr. (WB.) Heute tagte in Hamm unter starker Beteiligung der Parteitag für die Westfälische Zentrumspartei. Für Reichs­kanzler Dr. Marx, der durch Krankheit am Erscheinen verhindert war. hielt das Haupt- referar Prof. Dr. Schreiber. Seine Aus­führungen deckten sich im allgemeinen mit der letzten Rede des Reichskanzlers auf der Parker - ausschußtagung in Berlin. Nach Prof. Schreiber ergriff Abg. Imbusch das Wort. Er führte u. a. aus: In der letzten Zeit haben wir nicht unerheblich« Meinungsoerschiedenhei- t«n in der Partei gehabt. Es handelt sich nicht um persönliche ©egenicre; es handelt sich wirk­lich um weitgehende sachliche Meinungsver­schiedenheiten. Deshalb ist auch die Angelegen­heit nicht mit schönen Erklärungen aus der Welt schaffen. Ich halte es für meine Pflicht, die Wähler aufzuklären und offen in der Partei über die Dinge zu reden, weil wir zu einer Klärung der Frage kommen müssen, denn schließlich sind die Wähler und nicht die Zentrale in Berlin die richtigst« Instanz. Ich stelle ausdrücklich fest: die Diffe­renzen sind noch nicht erledigt! Sie lassen sich nicht erledigen durch schöne Erklärun­gen: davon können sich die armen Leute kein Pfund Brot kaufen. Meiner Auffassung nach hat die Regierung in wirtschaftlichen und sozialen Dingen manchmal falsche Auffassungen ver­treten. Bei der Besoldungsordnung ist nicht die Wirkung auf die anderen Kreise des Volkes, ans Wirtschaft, den Arbeiter- und Mit­telstand, berücksichtigt worden. Wir sind nicht gegen das Berufsbeamtentum: nach meiner Auf­sossung hat sich um die Rettung des Berufs-

War allerdings insofern schwieriger, als die fran­zösische Einfuhrstatistik nicht etwa eine so ein­fache Feststellung der abgabenpflichtigen deutschen Einfuhr gestattet, weil diese erst aus der Gesamt­summe der deutschen Lieferungen herausgeschält werden muß, in der sowohl die Sachlieferungen, wie die Einfuhr des Saargebiets mitenthalten sind. Eine Vergleichung der deutschen und der sranzösischen Außenhandels-Statistiken hat nun ergeben, daß der Anteil der abgebepflichtigen, freien deutschen Einfuhr nach Frankreich nur 28 Prozent der Gesamtsumme aus­macht, und von diesen 28 Prozent, etwa 60 Mil­lionen Mark monatlich, haben wir künftighin 26 Prozent, also etwa 15,5 Millionen Mark Pauschal in Bar durch den Reparationsagenten als Ablösung der Recovery-Abgabe an Frank­reich zu überweisen. Llm den Devisenbetrag dafür aufzubringen, sind sämtliche, mit Frank­reich in regelmäßigen Geschäftsverkehr stehende deutsche Firmen verpflichtet, 30 Prozent der aus ihren Frankreich-Lieserungen aufkommenden De­visen, natürlich gegen Reichsmark, an die Reichsbank abzuliefern die ihrerseits mit Genehmigung des Agenten für Reparations­zahlungen die Üeberweilung an die Bank von Frankreich vorzunehmen hat.

Wichtig ist in dem Abkommen ferner di« Be­stimmung, dah in viermonatlichen Abständen der sestgelegte Satz auf Antrag einer der beiden Regierungen entsprechend den Veränderungen der deutschen Ausfuhr abgeändert werden kann, und daß das Gesamtakommen mit dreimonatiger Frist gekündigt werden kann. Die technischen Einzelheiten, so die Bildung einer Devisen- Reserv« und die Einschaltung einer Finanz stelle, sind weniger bedeutungsvoll: der Hauptwerk des Abkommens liegt für uns darin, Daß künftig­hin der französische Käufer nicht mehr 26 Pro­zent des Lieferungswertes seinerseits sofort bei der Verzollung bar zu entrichten hat, was na­turgemäß die Käufe aus Deutschland gegen­über solchen aus andern Ländern erheblich be­hinderte.

beamtentums gerade der Abg. Stegerwald hoch verdient gemacht. Man hätte aber nicht die Forderungen der Arbeiter ablehnen sollen mit dem Hinweis darauf, dah die Wirt­schaft sie nicht tragen könne, und gleichzeitig die Besoldungsordnung den Beamten geben sol­len. Die Besoldungsordnung erfordert solche Summen, dah Reichsbahn und Reichspost Auf­träge rückgängig machen muhten und viele Arbeiter dadurch arbeitslos geworden sind. Es ist das Notwendigste, dah wir für jeden Arbeit und Brot schaffen. Die Partei hat die Pflicht, hier nach dem Rechten zu sehen.

Gegen neue Splitterparteien.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 6. Febr. Wie man hört, wird der Reichsverband der Haus - undGrund- besitzervereine beabsichtigen, eine eigene Haus- und Grundbesiherpartei inS Leben zu rufen, wenn man seine Vertreter bei den kommenden Wahlen nicht an erster Stelle auf die Listen der in Frage kommen­den politischen Parteien setzen werde. Bei dieser Mitteilung ist natürlich die rein taktische Absicht, auf Grund der eigenen Interessen einen Druck auf die politischen Parteien auszuüben, sehr deutlich, aber die Möglichkeit, dah wieder eine neue Splitterpartei entsteht, die die große Politik nur von einem kleinen Stand­punkt aus betrachtet, bleibt durchaus gegeben. Daher ist eine Erklärung des Zentralver­bandes Deutscher Haus - und Grund- besihervereine, des maßgebenden Verban­des dieser Art, wichtig, der erklärt, daß er mit dem kürzlich gegründeten anderen Deichsverband, der eben erst die Absicht einer politischen Partei­gründung in seinem Interesse dartat, nichts zu tun hat. Der Zentralverband erklärt noch einmal, dah er sich zwar feine Entschlüsse Vor­behalten müsse, dah er aber gerade im Inter­esse des Privateigentumsdie Bildung einer neuen Splitterpartei des Reichs­verbandes aus das Entschiedenste be­kämpf e". Eine Erklärung, die politische Ein­sicht zeigt.

Oie Einigung mit den Neichsangesiellien.

Neuer Zahlungsmodus für die Angcstelltengehälter.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 6. Febr. Wie bereit gemeldet, ist der Schiedsspruch in dem Tarifstreit für die Reichsangestellten von beiden Seiten an­genommen worden. Das Abkommen 'Dürfte inzwischen auch von den Organisationen unter­zeichnet worden fein. D.e Veröffentlichung des Abkommens erfolgt, wie das Reichsfinanzministe­rium mitteilt, zu Beginn dieser e im Reichs- besoldungsblatt. Zu gleicher Zeit mit den nun­mehr eintretenden Gehaltserhöhungen wird auch die Auszahlung der Gehälter verschoben werden. Während die Angestellten bisher immer am 1. und 15. eines jeden Monats j« ein halbes Monatsgehalt erhielten, werden sie in Zukunft ihreGesamtmonatsvezügeimmeram 15. jeden Monats ausgezahlt bekommen. Cs entsteht allerdings dadurch eine doppelte Auszahlung für diesmal, da die Angestellten ja schon am 1. ihr halbes Monatsgehalt be­kommen haben und nun am 15., um die neu» getroffene Regelung sofort einführen zu können, ein ganzes Monatsgehalt erhalten. Das dadurch zuviel ausgezahlte halbe Monatsgehalt soll bis zum 31. März 1929 in monatlichen Raken wie- Der einbehalten werden. Da der Tarif­vertrag mit rückwirkender Kraft für 1. Oktvber v. I. in Kraft tritt, ergibt sich natürlich auch noch eine Verrechnung der erhöhten Bezüge. Diese Neuregelung der Auszahlung bringt vor allem für die Kassen der Terwal- tung eine Entlastung, da sie hinfort LUtimo immer nur noch die Beamtengehälter auszu­zahlen haben. Auch für die Wirtschaft springt ein Vorteil heraus, insofern nämlich, als ihr nunmehr durch die Auszahlungen in der Mitte des Monats auch am 15. jedes Monats nicht unerhebliche Gelder zufliehen,.

Oie endgültige Reparationssumme. Parker Gilberts Auffassung.

V e r l i n, 6. Febr. (TU.) DerMontag" gibt eine Meldung der «Renyork Times" aus Paris wieder» nach der Parker Gilbert, als er von der Re- parationskommission sprach, an 50 Milliarden Goldmark als endgültige Separa­tio n s f n m tn e gedacht habe, obwohl er die Summe nicht ausgesprochen habe. Als der Repa­rationsagent daraufhin aus Kreisen der Repara­tionskommission aufmerksam gemacht wurde, daß es Sache der alliierten Regierun­gen sei, die Endsumme feftzusehen, habe er geant­wortet, daß er seinen Pflichtenkreis nicht überschrit- ten hätte und daß er sehr wohl wisse, daß die alliierten Regierungen für die Festsetzung der End­summe zuständig seien. Da er aber als Reparations- agenf für die Ausführung des Dawes- planes verantwortlich fei, habe er auch das Recht, darauf aufmerksam zu machen, daß Deutschlands Auslavdkredit unter der Unsicherheit leide, die darin bestehe, daß es noch immer nicht wisse, was es eudgül - t i g zu zahlen habe. Der Vertreter Frankreichs habe daraufhin die Einwendung gemacht, daß Deutsch- lands ReparaNonsverpflichtungeu 132 Milliar­den betragen. Gilbert habe ihm geantwortet, daß bereits Äonds geschaffen worden feien: Klasse A und B für 50 Milliarden und Klasse C, die den lieft darstellten. Klasse C dürfe aber nur heraus- gebrachl werden, wenn die ersten beiden Klassen bezahlt worden seien.

Kleine politische Nachrichten.

Die Regierungsbildung In Hessen scheint nun endlich Tatsache werden zu wollen. Nachdem man bei der ersten Sitzung der drei Parteien der Weimarer Koalition gesehen hatte, daß sich die Einigung über die Regie- rungskoalition leicht erzielen läßt, ist als Termin für den Zusammentritt des Landtages zur Wahl des Staatspräsidenten Dienstag der 14. Februar in Aussicht genommen worden.

Der Herr Reichs pr Ls ident nahm den Vortrag des Reichsministers des Auswärtigen. Dr. Stresemann, entgegen und empfing spä­ter den früheren preußischen Staatsminister Dr. B o e l i h, der ihm über den Verlauf seiner Reise nach Südamerika Bericht erstattete.

Der demokratische Reichstagsabgeordnete Dr. R a s ch i g , der auf der Durchfahrt von Ludwigs­hafen auf dem Duisburger Hauptbahnhof einen Schlaganfall erlitt, ist heute morgen kurz nach 8 Llhr ohne, das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, im Krankenhaus gestorben. Der Verstorbene, von Beruf Ehemiker, Ehrendoktor von Heidelberg, war Führer der Pfälzer Demo­kraten und gehörte dem Reichstag seit 1924 an.

Der stellvertretende Bürgermeister der Freien und Hansestadt Lübeck, Senator Dr. I. Ver­mehren, ist im Alter von 72 Iahren an Blind­darm- und Bauchfellentzündung gestorben. Dr. Vermehren gehörte dem Senat 32 Iah re an.

Oie Wetterlage.

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Sonntag, den 5. Februar 102& ß^vorm.

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Wettervoraussage.

Das nördliche Tiefdruckgebiet bewegt sich unter Abflachung ostwärts nach Skandinavien hin fort und dürste keinen weiteren Einfluß mehr auf unsere Wetterlage gewinnen. Von Westen her steigt der Luftdruck kräftig an. Linker dem Gin- sluß hohen Druckes ist zunächst durchweg trockenes Wetter zu erwarten. Nächtliche Ausstrahlung läßt die Temperaturen unter den Gefinerpuntt zurückgehen, so daß auch in tieferen Lagen mit leichtem Nachtfrost zu rechnen ist.

Wettervoraussage für Dienstag: Nebelig-wolkig, auch aufheiternd, leichter Nacht« frost und trocken.

Witterungsausfichten für Mitt­woch: Zeitweise bewölkt und weiterhin leichter Nachtfrost.

Lufttemperaturen am 5. Februar: mittags 2,5 Grad Celsius, abends 1,9 Grad Celsius: am 6. Fe­bruar: morgens 0,5 Grad Celsius. Maximum 3,5 Grad Celsius, Minimum 1 Grad Celsius. Erd­temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 5. Februar: abends 1,2 Grad Celsius: am 6. Februar: morgens 0,2 Grad Celsius.