Ausgabe 
6.1.1928
 
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einer unterer aderftten 6d)au'ip*dcr. Öäbcrt Wassermann, den Wftvchen Schmle- rrnfttreftot .Strtef? In feinem Oaftftrtireper- tiXre Hier tft 4ur ö«ii eine f*r gute »eMun« des e<Uojr'w mLallch, neben H rm Voll alS .©triefe* find In Hauptrollen tätig d-e Dvl< I(inner i, 3aft£, Sehre sowie Me Damen Baumann, Jüngling. Maras unb Scherer

Erweiterung der S e 11 r i n ä r Ä11 ntken Seit Herbst vergangenen Jahre« ist man mit einem Erweiterungsbau der Veterinär Kliniken beschäftigt. Der Bau ist bis jetzt auf Höhe de, Erd­geschosses gediehen, die vauarbeiten mutzten ober durch den ei »Getretenen Frost für einijae Tage ruhen. Der Neubau soll für Zwecke der Geburt»- Hilfe für Tiere dienen, (Es sind 9täume für infi­zierte und trächtige Tiere im (ErbflcItioH. Vabora- toriums- undZleruxiltunasräume Im Obergeschoß und Im Dachgeschoß eine Wohnung vorgk'bcn. Da die Errichtung des Vauwesens ein dringendes 'Br- bürfm» ist. sollen die Arbeiten mit »eschleunigung durchgesuhrt werden.

Weitere städtische Notwohnun- gen ar. der Älä ran läge. S'n weiterer Block von vier Notwohnungen .An her Kläranlage wurde in den letzten Zogen vor Weihnachten seriiggrstellt und (Moarn. «s wur­den hier die Mieter eines m der Altstadt al» bau­fällig erklärten und inzwischen abgebrochenen Hause« untergebracht. Die <zahl brr errichteten Notwohnungen, von denen die ersten aus <ni»- rangierten Gisendahnwag n. die In späterer 3ejt erbauten in belfere Ausführung als Fachwerk­bauten mit äußerer Holz- und innerer Leicht­bauplatten Verschalung bergefteflt sind, hat sich damit auf zusammen 41 erhöht. Da noch drin­gender Bedarf für derartige Bauten vorliegt, dürste mit der Errichtung weiterer Notwoh- nungen zu rechnen fein.

Abgabe der Einkommen-, Körper­schafts- und Umsatzsteuererklärung. Wie der tzanla Bund erfahrt, hat der Neichs- minifter der Finanzen durch Verordnung vom 22. Dezember 192? als Frist für die allgemeine Abgabe der Steuererklärungen zur Cinkonnnen- steuer und Körperfchaftssteuer für die Frühjahrs- Veranlagung 1923 die Zeit vom l.bis 15. Februar bestinnnt. Dieselbe Frist ist auch für die allge­meine Abgabe der Steuererklärung zur Umsatz- ftcwr für die Frühjahrsveranlagung 1928 be­stimmt worden.

WsN Wanderlagersteuer für den Autohauflerbondel. Aus Beschwerden aus ümzel- und Großhandelskrelfen über den Autobau- fierhandcl hat die Fnedberaer Industrie- und Han­delskammer sich bei den zuständigen Stellen für die Erhebung der Wanderlagersteucr für den Auto­haufierhandel eingesetzt. Aus Borstellungen des Hes­sischen Industrie- und Handelskammertages hat das hessische Finanzministerium nunmehr verfügt, datz auch der Autohausierhandel zur Wanderlagersteuer herangezogen wird, damit ein genügender Schutz des mit der Gewerbesteuer belasteten eingesessenen Han­dels gewährleistet wird.

vienstsubiliium. Am Mittwoch konnte der Vorstand der Gifiterabfertlfluna Gießen. Reichs- bahn Oberinspektor Ludwig Griebel, sein 45|äl)rlfle» Dienstjubiläum begehen Die Beamten­schaft brachte ihrem Chef Del Dienstbeginn ihre Glückwünsche mit lleberreichung eines prachtvollen Vlumenkorbev dar, wofür der Jubilar herzlich dankte. Durch den Vorstand des Reich-bahn-Ver- kehrsamtes Gießen, Reichsbohn-Rat Ibfch, erhielt der Jubilar Glückwunsch- und Anerkennungsschrei­ben des Hern, Reichspräsidenten, des Generaldirek- tor* der Deutschen Reichsbahn und des Präsidenten der Reichsbahndirekiion Frankfurt a.M. auvgehää- dfgt. Herr Griebel ist seit Jahren Leiter der Guterabsertiguiig Gießen.

" Lehrgang für Turnlehrerinnen in Friedberg. Aus Veranlassung des Landes- amts für das Bildungswesen findet in der Zeit vom 16. Januar bis 4. Februar in Friedberg ein Lehrgang für Turnlehrerinnen unter Leitung von Oberreallehrer K l b s - Friedberg und unter Mitwirkung der Turnlehrerin Frl. 2 anbei- Siesten statt. CS sollen täglich sechs Uebungs- fhm ben gestalten werden. In der Hauptsache wer­den folgende Stoffgebiete behandelt' Seh-. Laus- Sprung- und Wurfschule. die wertvollsten Hal- tungsiwungen in der rhythmischen Gymnastik, das träte turnen, die Vehrweife im Unterricht Spiel unb Volkstanz und Musterstunden des Leiters mit seinen Schülerinnen. Zugelassen wer­

den Lehrerinnen unb Anwärterinnen aus Ober* Hessen und dem Kreise Offenbach 2»h die schon früher einen Lehrgang besucht haben, können berückt cchtigt werden.

" Die erste Zuchtotehoersteiaerung Des ^'^^wirijchastskammerausfch.sses für Oder- Hessen tm Jahre 1928 findet am »Januar in Sie- ^en statt Gemeldet sind über 60 Bullen der hesfi- <dxn Fleckviehraffe.

DLR Rlckel-Füns-iger prüft man mit dem Magnet Die unlängst Aur Ausgabe ae- langten Fünfziger sind bereits gefälscht mor&en Die ?o!'chstücke bestehen aus Metall, das uom Magnet nicht angezogen wird. Das Nickel aber wird vom Magnet onge^ofien. Die Anwendung eines kleinen Magneten genügt also, um sich vor Schaden zu be­wahren. , . ,

Falsche AeichSbanknvten über 20 Aeichsmark. 3n letzter Zeit ist wieder- holt vor der Annahme von Nachbildungen der Deich sbanknotcn über 23 Mark mit dem AuS- S' datum vom 11 Oktober 1924 gewarnt wor­bet denen ein besonders aussäll.ges Kenn­en bann bestand dah die auf dem druck- freien rechten Aande der Dorderseite der Fäl­schung befindliche CBunbprägung (farblos ge­prägtes Ctnienmufter) anstatt rippcnartig er­habene Linien, vertiefte Linien Aciate. 7k u erb maß sind nun diese rippenartigen Limen auf den Falschstücken wie bei echten Boten nach der Vorderseite zu erhaben ausgeprägt, fallen jedoch durch ihre starke Pressung auf. Der Aand des Au-fertlgungs-Konirollstempels stößt ui'.t.m rechts an eine der ausgeprägten Li­nien nahezu an Die Fälschung bleibt trotz der vvrgenomm''!-cn .krünberung an der mangel­haften Wiedergabe des Frauenkopfes schon bei geringer Aufnunfamkeit für jedermann kenntlich.

" 1 4 4 Stunden lebendig begraben. Man schreibt uns: Wie im Anzeigenteil bekanntge- geben, hat sich der Fakir To Rah in der Stutt­garter Sporthalle 120 Stunden ohne Lust- unb Nah- rungszujuhr eingraben lassen. Dieses Wagestück will (51 Rahly um 24 Stunden überbieten, (kl Rahly laßt sich nm 7. Januar in Gießen in der Volks- Halle eingraben. Bedeutende Autoritäten, wie San.- Rat Dr. 3ungmar(d)ant und Dr. Fulda aus Frankfurt a.M.. sowie mehrere Professoren der Gießener und Marburger Universität haben die Ueberwachung übernommen. Der Sarg des Fakirs wird vor der (Eingrabung notariell versiegelt. Die gesamte Wissenschaft steht vor einem Rätsel. Man ist auf den Ausgang des Experimentes gespannt.

Oberheffen.

Landkreis Gießen

00 Klein-Linden, 5. Jan. Bei einer Ein­wohnerzahl von rund 2000 Seelen hatte unsere Gemeinde im verflossenen Jahre 3öGe­burten (1926: 27) zu verzeichnen. Einige in den Gießener Minikcn geborene Kinder sind in der Zahl nicht enthalten. An Trauungen wurden 11 (1926: 12) vollzogen. Sterbefälle ereigneten sich 24 (1926: 14).

Alten-Buseck, 5. Gan. Am Silvester­abend veranstaltete der Kegelklub®ut Aolz' im Saale von Ludwig Dpber einen Theaterabend. Die zur Tlufführur.g ge­brachten Stücke sanden allseitig volle Anerkcu- nung und lebhaften Beifall. Zur Verschönerung des Abends trugen weiter die musikalischen Dar­bietungen unter Leitung des Herrn Conrad 71t colat In hervorragender Weise bei. Den Beschluß der Veranstaltung bildete Tanz.

Lich. 6. 3 an. Der hiesige Konzert ve rein veranstaltet am kommenden ©onntagnachmittag im hiesigen Schlosse einen Mvgartabend Mitwirkende sind die Damen Cläre Schlesier- Altmann, Gertrud Wetzl, Hedwig Möser. Näheres in der heutigen Anzeige.

ü Hungen , 5. 3an. Da- diesjährige Winter­vergnügen desStahlhelm" Ortsgruppe Hungen-sDilllngcn nahm bei voll be­setztem Saal einen glanzenden Verlauf. CS wech­selten Musikvorträge, ernste Gedichte auS Deutsch- lands Notzeit, Gedenken der Gefallenen, em ernstes kleine« Theaterstück unb zwei humoristische Einakter au» dem alten Soldatenleoen mitein­ander ab. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete ein Vortrag deS Grasen Georg zu Svlms-Laubach über den Ostlandflug mit dem Weltflieger Könnecke. Der Vortra­gende schilderte In anschaulicher Weife den Ver­laus des FlugeS und die schweren Strapazen.

die unterweg» und besonders nach der Landung In der Düste bei Bagdad zu überwinden waren, too die Tropenhitze und die täglichen vergeblichen Startversuche Flugzeugführer und -Gast sehr -u- fe»ter. Archer Beifall belohnte den Borlra- genben. Der gemeinsame Gesang des Deu'.fch- landlledes beschloß die würdig verlaufene Feier.

Areis Friedberg

DSR. Friedberg, 5. Jan. In einem Hause im Stadtteil Fauerbach brach ein Brand aus. der erst nach längeren Bemühungen der Feuerwehr gelöscht werden fontnr. Das ganze Haus wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Als Brand rfache wird ein schadhafter Ofen bezeichnet.

Ober-Mörlen. 5. Jan. Wahrend in vieler Wetterauer Orten in den beiden letzten Jahren die Gemeinden die von den örtlichen Sparkassen enrliehrnen ®dt>~r aus gewertet haben, nun Teil über die gesetzliche Pflicht von 12.5 Prozent hinaus, hatte die hiesig? Spar- und Da rlehnS lasse sich ml: der Aufmunterung au dem gleichen Schritt bis jetzt erfolglos on die hiesige Gemeindevertretung gewendet. Der .Bad-Narch Ztg." zufolge führte die hier viel­besprochene Angelegenheit nun zu einer gemein­samen Sitzung des Gemeinderats und des Vor­standes genannter Kasse. Der Direktor der Kasse bestand auf der baldigen Aufwertung, zumal diese die Konten von säst 1000 Personen bereits in Goldwert umgerechnet hab', während der Bürgermeister die finanzielle Belastung her Gemeinde ins Tressen zog Schließlich wurden Anträge aus 12.5prvz. und 15proz. Auswertung auS dein Gemeinderat gestellt. Die Mehrheit der Gemeinderätc stimmte für 12,5 Pros, mit welcher Negc-lung aber die Kaffe nicht zufrieden ist. weshalb fic sich weitere Schritte vorbehält. Ins­gesamt hat die Demrindr von der Kasse 83000 Goldmark entliehen und seinerzeit zum Dau der Wasserleitung und zweier Lehrerwohnhäuscr verwandt. Das Wirtschaftslebenunserer aufstrebenden Gemeinde wird durch die nahe Welibadestadt stark im günstigen Sinne beein­flußt. Das zeigt sich auch in der regen Bau­tätigkeit der letzten Jahre. Auch in 1927 wurden wieder fünf Neubauten vollendet.

# Reichelsheim, 5. Ian. Das neue Verwaltungsgebäude der hiesigen Spar - und Kreditkasse ist im Rohbau voll­endet. In diesem Sommer fall der Innenausbau vorflenommen werden. Die Ausführung der Pläne und die Bauüberwachung liegt in den Händen des Dauamles der Landwirtfchastslammer. Der Neu­bau verspricht ein Schmuck unseres Dorfes zu werden.

Kreis Büdingen.

f. N a n st a d l, 5. Ian. Am Nloniagmorgen gegen 6 Uhr gab eS Feuerlärm. Cs brannte in dem Wohnhaus des Landwirt» Karl Seyf - fort. Der Durchzugsbalken am Kamin deS zwei­ten Stockes fing Feuer, welches auf den an der Wand deS Zimmers stehenden Waschtisch über­sprang. der mit der gesamten darin besindlichen Wäscheausstattung der Tochter deS Haute« ver­brannte. Zum Glück wurde die im Ncbcntzimm.'r schlafende Tochter durch daS Knistern deS Feuer« wach, und fo konnte man den Brand löschen, noch ehe er größeren Schaden getan hatte. Am 1. Januar wurde der langjährige Ortsdiener unserer Gemeinde, Friedrich Dach ein KriegSveteran von 1870/71, der 42 Jahre lang seinen Dienst mH großer Pflichttreue verleben hatte, auf sein Nachsuchen wegen seines hohen Alters pensioniert. Ein halbes Dutzend Dewerber für das Polizeidieneramt ist vorhan­den, doch will man von feiten der Gemeinde aus Sparsamkeitsgründen dem Feldfchützen dieses Amt mitübertragen. Im Sommer hat Kauf­mann Heinrich Fitzenberger jn der Hinter­gasse ein neues Geschäftshaus gebaut, oaS noch zum Weihnacht-fest eröffnet wurde. Ebenso hat der Installateur Heinrich Weiß In der Nähe de» DabnhofeS ein Spengler- und elektrische- InstallationSwerkhauS errichtet, eben­dort erbaut der Gastwirt Otto Nuppel neben seiner Wirtschaft Im Frühjahr eine Metzgerei, ferner will ein auswärtiger Däcker noch eine Bäckerei errichten, die auS Mangel einer solchen im Dorfe einem dringenden Bedürfnis entspricht. Zur Zeil werden viele Wagen Kleinpslaster an die Staatsstraße Nanstadt Nidda gefahren, weil diese bis zum Hain halbwegs Nidda wegen deS aewaltig gesteigerten Autoverkehr» gepslastert werden soll. Unser neugegründeter Musikverein Hal

Es zogen drei Äurschen wohl über den Mein ....

Roman von Erica Gr upe- Lärche r.

10 Fortsetzung Nachdruck verboten.

Rings um die Empore und deren Sitze zog sich oneuwnberfdjilehenb eine Reihe kleiner Lauben hm. 8km hatte bkje kleinen .Logen', wie man sie nannte, für dielen Abend aus kleinen, roh gezimmer- '<" " .; ' die mit dunkrirot,n leichten _

dvapierungen überzogen toann aufgefuhrt, um die Einnahmequellen des WohltStlgkeitsfefteo zu er- höhen. Denn jede Loge wurde als Buen Rellro für kleinere Gnipven, für befreundete Paare, vielleicht auch einwlne Lieb,»pärchen. gegen ein, Miete obge- neben. Es war nicht jeb,rn«nn» Sache, drunten in den RebenfkUen um bas Büfett der Reftaurativu im allaemelnen Tohuwabohu zu speisen unb sich aufzu­holten. wenn man sich vom Tanze oueruben wollte.

Melusine stellte feft, daß bk mclftrn der Logen Tings um die Emvore Ms jetzt fall noch vereintem, dalagen Die Shmibe war noch zu früh, um, erschöpft von, Tanzen, der Hitze, bem Lärm und dem llmfcvr uromenlrren. blcfe stillen »Intel aufzusuchen. die ab- seil» bes Festtrubel» tagen. Selbst Kellner liehen sich hier oben noch nicht blicken, da es noch nicht» zum Servieren gab.

Ich mochte eben gern in »ine von dkl en Lagen oehen und mir ben Holzt bssel ob nesteln den mir Jkrr Wenge, vorhin Z»,m Umiuü nnaeftetfi bit Dlriwari von Schvlze, n>anbie sich zurück

Tewiß gern! Wenn ich Ihnen behilflich fein darf E, begann bereit», von einer Lva» zur ande­ren zu geben und bn jede, den stopf hin,in.zust,cken. Tw oUrnih-ifkn waren leer AVer mitten ,'ui bem fletnen. nwij,gedeckten Tisch stand n#b.n bei Örn telchen ein Hanfes Meirwv Gestell daß eine we ße Karte mit bem Ausdruck . Bestellt oder rffervkrt" trug.

erft an der allerletzten der einen R,the tret Twi

ineber bestellt noch reserviert zu lein' Skr-.n Sie okl- leicht hkr sich Ihrer Attribut, <ü» r- -,u> <v ledigen wollen »aronefk**

Da kam sie heran und trat ein. (Es war ein klei­ner. behaglicher Winkel. Eine Loge nur zu vier Planen. Wk alle anderen Logen von nebenan durch Stoffwände abgegrenzt. Oben schwebte eine kleine Ampel, über die |id) ein zartlila Seidenschirm brei­tete. Einige Margeriten und Mimosen mit feinem Duft leuchteten in ihrem Weiß und Gelb aus einer hohen (chmalfn Kelchvas, auf dem Tischtuch. Aber auf bkjem Dich fehlte bas kleine Nickelyesiell mit der Brstelltane.

Das bemerkten beide, unb über beide senkte es fich gleich wie dn Gefühl des Gebvvgenseinö Mein- fine legte ihren Blumenstrauß, den ihr Fritz Wenger vorhin auf dem Podium von einer der herumflan­kier,nden Blumenverkäuferimien erftanben. aus d,r i'Xinb unb btoann, an dem Gesteck von Holzlöfs,!. Blumenstraußchen unb Knoten von flatternden Sri» denbünbern zu nesteln.

Es war eine schwkrige Sache (Einige der weichen fchmaten Setbenbanber halkn fich In die Schlingen ber Sicherheitsnadeln vechafpelt! Vielleicht zitterten der Baronesse die »änbe ein wenig, weil sie fühlte, w'.e er, in ganz kleiner (Entfernung neben ihr siebend, auf die biibldwn Hande fah*

Plötzlich feuhte sie schwer und entmutigt auf, ließ dk Ann, sinken und meinte:Es geht nichts 31) kam, es von hier au» nicht erkennen, wa» fich In hie Nadd verwickelt hat!"

Mi, einem Schn,, war er vor ihr .Wenn ich Ihnen okUelthi etwa» behilflich sein dürfte, Baro- nesief" Er iagte e» khr leik, mit einem leisen G,. nufch von <iagbahig?eit unb Enkichtosienhei, zugleich Sie antwortete nicht, sondern fenkte nur den Kopf. *o doß bie abstehende' großen Schiup'en d,- Zeiden- dande» fast sein Ges'cht berührten.

Mi, Diokreitan, bk sie deutlich aus seiner ganzen »viltung imb jeder Bervegung von Ihm lxra.i»fnl)i,e. erud»k er nun ml, foitzen Fingern das (bdteif «'on Lolsel Biumenttraut 1>en unb Bänbern au» der Radel zu lösen.

lind trogdeTn sie der Atem an$uballen sucht, Jublk er doch wk unmittelbar unter «einen Finger- r unter dem 'eichten weihen Batiftaewebe be» «iWrbemb#: ihre Brust fich hob und senkte

®te ein teuer süher gehe um »voller Raulch kaie

* * ubrr « be Mkr etwr in-? He t. ü wie auf

einer kleinen Oase inmitten des Bolltrubels waren. Es kostete Ihm einige Mühe, äußerliche 5)armlosigkdt und Unbefangenheit zu zeigen, als ihm die Losimg des Straußes gelungen wgr unb er sich nun wieder aufrichtete. Aber er fühlte, auch sie ftaiw unter einer gleichen Besänaenheit. So unterließ er es, irgendein banal ablenkeiides Scherzwort zu suchen ...

Sie reichte ihm die Hand:vielen Dank, Herr von Scholzer! Es war für eine Herrenhand gewiß eine doppelt schwierige Sache, mit einer verwickelten Sicherheitsnadel hantieren zu müssen! Aber Sie ...

Die Worte des begonnenen Satzes verflüchtigten sich in ihr, denn er hatte ihre Rechte an seine Lippen gezogen in* preßte einen Kuß auf sie. Nicht mehr mit solch offiüeUem Dank, wie vor ein paar Tagen zu Haufe. Aber wärmer, sehnsuchtsvoller ... unb doch wieder mit der dyannanten Ritterlichkeit, die Metirfine schon neulich beummgen hatte Darm rich­tete er sich wieder auf. Sie sahen sich in die Augen. Nur hier bleiben können!" buchten sie im selben Herzfchtaa^Nur nicht wieder in das lärmende Meer fremder Tesichter!"

Er zog mit einiger Hast bk Uhr, um durch irgenbeinf Bewegung aus dieser eigenartigen Situation, für die es feine Worte gab, heraus- zukommen.

(Es geht auf halb elf Uhr, Baronesse! Ich habe gloHid) einen Meinen Einfall befonnrwn! Schelten wie Ihn nicht wegen feiner Waghalsigkeit, wenn Ich Ihnen bie Frage verlege--V

Nun?" ergänzte sie unb sie selbst spurte, rok Ihr bas Herz tlopw.Nun. wa» für ein win- halsiger Einfall ift's? Wagen Sie ibn mir nicht W sagen? Ober--ist er In feiner Aus­

führung waghalsig?"

Nur das erste. Baroneß,' Ich möchte Ihnen den Vorschlag machen, ob wir beide hkr oben in dieser Loge speilen wollen.' (Er machte eine stanz furze Pause, um bie Wirkung feines vor- ' Möget vj sehen Aber in Ihren Augen blitzt, cs leicht aut. War es Erskmmen. Ueberraschung ober vtelldcht auch Freude?

Du w irbe er feder: ..Sie hatten mir ja neu- Ich be beginfenbe Zusag. qrgeben. nut mir ge nnniam beu:# abend spe kn Z» wollen! Diese Loge Ift zweiscllo» noch frei! Wu» hindert M mud

am Weihnachtsabend, dank der Leitung feines tüchtigen Dingenlcn HUst von Nieder-Mockstadt. mehrere Lieder heg'.eiten dürfen, ebenso hat er durch zahlreichen Besuch feiner Theakerausfüh- rung am Neujahrsabend eine willkommene Om« nähme zur Deckung der Unkosten bei seinen vielen Anschaffungen erzielt. Im vergangenen Jahre 1927 muhten, in einer nie vorher ge­wesenen Zahl von 19. alt und jung Kliniken und Krankenhäuser auHucecn. meist zu Operationen. Da» Jahr 1927 hat uni gebracht: 12 Geburten. 8 Konfirmanden. 4Trau­ungen unb 8 Beerdigungen.

ow Ober-Widder »heim, 5. Jan. In der Psarrei Ober-Widtzersheim wur­den im Jahre 1927 getaut 29 Ätnber (17 in Ober-Diddrrscheim uno 12 im Mlial Dorsdors): konfirmiert wurden 29 Kinder (24 und 5). Kirch­lich getraut wurden 14 Paare (10 und 4); ver­storben sind 13 Personen (5 und 8). Die Gottes» dienste wurden an 61 Sonn- und Feiertagen in der Mult.rgemeinde von 3403 männlichen und 3258 weiblichen Personen besucht, im Filial von 2149 Männern und 2459 Frauen: am heil.gen Äi < .dmahl nahmen teil in Ober-Widdersde im 849 Personen, in Dorsdors 528. An Äo rieft en unb Liebesgaben wurden gespendet in Ober- Wlddersheim 548 Ml., in Dc-rSdvrf 357 Mk. Im Laufe des Iabres entstand in Ober-Widder»de:m au» den fcithcrigcn Frauenabenden ein evan­gelisch-kirchlicher Frauenverrm. und sowohl m der Multergemcinde tote im Filia, wurden Mädchenv.re.nigungen gegründet. Im neuen Jahre soll eine gründliche Renovierung der Kirche in Ober-Widder sch. irn erfolgen.

Mvci# Schotten.

Schotten, 5.Ian Im Einvernehmen mit dem Urelsamt ist der amtierende Kreisarzt Medizi­nalrat Dr. Best, als 6 dyu I n r st für ben Kreis bestell: worden. Damit Ht der Kreis dazu übergegangen, ein dringendes Bedürfnis au befrk« digcn Leider erftrerft fich bie schulärztliche Tätig­keit nicht auf alle Orte bes st reifes, sondern nur auf dk fünf größeren imb zwei in der Nah« Schottens gelegene kleinere. Wenn man auch bie auf finan­ziellem Gebiet liegenden Gründe zu würdigen weiß, die nur zu dieser Teillösung Anlaß gaben, fo mutz doch gewünscht und erstrebt werden, daß dk fegens- reiche Eiurichtung baldigst der gesamten Schuijugentz des Streifes zugute komme.

Laubach, 5. Ian Gestern ereignete sich in der Nähe unserer Stadt ein ausregender Dorsal!. Leute bemerkten gegen 3 1lhr un­weit der Haltestelle Wetterfeld an der Grenze der Laubacher und Nöthgefer Gemarkung einen unbekannten jungen Mann unruhig hin und her laufen. Als der Miltogszug Hungen- Laubach herankam, sahen sie. wie der Fvnnde gegen die Lokomotive vorstürmte, jedoch noch sm letzten Augenblick den Kops zurückbvg. Die Lvko- motive erfasste jedoch den Körper an d?r Schul­ter und schleuderte ihn heftig zurück. Der junge Mann blieb bewußtlos Hegen. Ob?rtoachtmeister Poth wurde fofort benachrichtigt und brachte den Schwerverletzten tm Auto de» ArzteS Dr. Phil-vdl in daß Krankenhaus des Iohaim-Fried- rich-StifteS. Erkundigungen ergaben, daß der junge Mann ein gewisser 9mtl Haggen- müller au» Oberbapem ist der als Hau»diener im .Deutschen Haus" in Duybach bedienst st war Der Vasthalter stellte ihm ein gut^ Zeugnis aus und teilte mit, daß er gestern morgen nvtdürlkig arkleidet, den Gasthvf plötzlich verlassen bebe ®r habe schwer an Liebeskummer (verschmähte Liebe) gelitten und offenbar da» seelische Gleich­gewicht verloren. Im verflossenen Jahre wurden innerhalb berevangelischenRirchc 6 Trauungpn, 30 Taufen und 21 Beerdigungen vollzogen. - Wie bereit» berichtet, beabsichtigt man, In unserer Stadt überall die Kanali­sation durchzuführen. Zu dem Zweck dielt heute morgen Daurat Steinbach au» Gießen den Mitgliedern deS Gemcinderat» einen Dor­trag über Zweckmäßigkeit unb die wichtigsten Einzelheiten einer solchen Anlage. In dem er sehr beachtenswerte Dorschläge machte.

ttreiS tUefel».

L Ober-Ohmen. 5. Ian. Der Gesang­verein .S a n g e r l u st" veranstaltete Im Saale de» Gastwirt» Nud. Horst eine wohlgelungene Silvesterfeier. Zwei Theaterstücke wurden flott gespielt und sanden reichen Deisall. Gefangs- vvrträge de» Verein» wechselten mit heileren Svloszenen und mit Musikstücken der Kapelle

daß ich noch bas Recht aus Ihren Besitz für bk- kn Abend erwerbe? Gerade ietzt, ehe der Schwarm ber anderen Gäste in dk Neoenlogen kommt, wirb unser Souper hier viel angenehmer und ruhiger ein als später. Oder wünschen Sie nachher n einem der ReslaurationsfLl, zu Nacht zu spei- en, unten ?"

Da wehrte Ite temperamentvoll ab Zwischen all jenen lachenden, schnitzenden, zum aroßten teil fremden Menschen sitzen? Aber die llnbefannten waren schließlich noch anoenepnwr unb beouemer als dk vielen, bie man eben dach persönlich ober vom Sehen kannte! Und bann den Neckereien der Dorüberftrelienben Masken ausgesetzt zu jein, die unter der Flagae der Maskemreihest einem wo­möglich Konfetti schnitze! ins Deinaia- warfen, ober mit einer langstietigen Blume hinten in ben Ausschnitt des Kostüm- kitzelten, oder ähnlicher, meist plumper Scherz, mehr?

So beschlossen sie den Plan ganz schnell unb ohne Bedenken. Melusine blieb gleich hter *tn. um nicht etwa ihrem Vetter In bie Arme zu ge­raten unb Dtetwart erwarb sich durch seiertlchtei Kaul einer numerierten Logenkarte da» Anrecht auf bie letzte noch freie Loge unten an der Kolk D, cs ging alles so platt und schnell, weil sie bewe derselben Meinung waren.

Während sk oben auf feine Rückkebr wartete, He6 f»e sich auf einen der vier Stühle nteder. nach­dem sie ihn an eine der drapierten Wände heron- gezogen hatte. 6k schloß die Auaen unb lehnt, den Koo» mit d,r großen 5d)lup(boub< zurück In die weichen Stoffoorbunw der Nebenloge. Wir da- ganze ein Traum? Over lebte fte bas olles In Wirtlichkeit durch*

Köstlich das Leben! Hier oben so nahe der Lebensfreude jein unb doch fich wie auf einer ksei­nen Oos, fühlen können Aus dem großen Tank- lixH schwebten die Melodien heraus unb lullten |» ein. Und daß biete blühende, junge Männerkraft mit ihr jauchzend burch dtese Shmben der Leben-- freube ging, daß er nicht neufid) von der folgen Umarm:ng de, Rheinwosters für troig erstarrt ae- b! ' ,n war! War da» nicht dn Gluck? Oh |k wollte ihm bas nachher auch Ins Gedächtnis rufen!

(Fortsetzung folgt.) ___