Ur. 5 Erster Blatt
U8. Jahrgang
Zrettag, 6. Januar 1928
Erich,in --tz" 5»«Äta<s «ab Feiertags.
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GietzeimAilzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Chefredakteur
Dr. Friede Dtlh Lange. Verantwortlich für Dohtih Dr Ft Will) Longe, für Feuilleton Dr tz I^gnot; rar den übrigen Ted Ernst Blumlchein; für den An» zeigenteil Äurt AiBmawn, • lämtltd) in Gieyen.
Amerika und das TZeparationsprobkem.
Ver plan des Bankiers Baruch einer Kommerzialisierung der deutschen Kriegsschuld wird erneui disputiert. - Eine internationale Konferenz zur Revision des Oawesplans. - Washington leugnet jede Jiritiative.
Aeuyork. 5. Ian. (XU.) Der Plan deS be- fannicn amerikanischen Bankier- Baruch, d l e deutsche Reparation-schuld an die Alliierten durch eine Schuld an amerikanische Privatgläubiger a b a u - lösen, wird heute sowohl vom .Journal of Eommerce al» auch vom .Aeuyork Herald" erneut auf gegriffen. Während da- .Journal os •ommercc' o'-ne Baruch al» Autor zu nennen, nähere- über die Entstehungsgeschichte veröffentlicht, weid der .Aeuyork Herald" bereit» mit Einzelheiten de» Baruchschen Projekte» aufzuwarten. Dilbert, so berichtet da» .Journal os Tommerce", der bereit» gelegentlich einer früheren Reise sowohl mit Präsident Tvoll da e al» auch mit Handel-minister Hoover die Angelegenheit besprochen habe, sei die treibende Kraft hinter dem ganzen Projekt. Der Entwurf sei damals dem Staatsdepartement zur Prüfung weitergeleitet worden. Bei feinem jetzi- flen Befuch in Amerika habe Gilbert mit den mahgebenden Kreisen in Washington erneut übei den Plan gesprochen, aber man habe sich entschlossen, entscheidende Schritte nicht vor den sranzösischen Wahlen zu hm. Der Plan soll bann einer internationalen Konferenz unterbreitet werden
Da» .Iournal of Tommerce" heg! Befürchtungen für da» Gelingen de» Plane» infofern, al» b l c englischen Ansprüche gegenüber Deutschland gestrlchen werden mühten, womit England da» gröfrtc Opfer zugetraut werde. Zum Schluh weist da» Blatt noch darauf hin, dah durch die Ausgabe von Obligationen d i« Transserschwlerlgkelten beseitigt ttxürben, für die vorläufig auSfc^iehlich dev Reparationsagent die Verantwortung zu tragen gehabt th<bc. Unter den zu erörternden Dorschlä- gen würde in Betracht kommen die Festsetzung der deutschen AepaiallonSverpflichiungen auf eine endgültige Summe, die wesentlich weniger betragen würde al» die Daweszochlungen, au Herdern der Berkaus eine» g rohen Betrage» deutscher Obligationen, deren Erlös unmittelbar Frankreich zugute kommen soll, sowie schliehlich die Löschung der enali- schen Ansprüche gegenüber Deutschland, wahrend weitere deutsche Obligationen herauS- geqeben würden, die zur völligen Bezahlung der interalliierten Kriegsschulden in Amerika an die Bereinigten Staaten übermittelt werden sollen.
Die Anregung Gilbert» auf Festsetzung der Gelamtsumme der deutschen Zahlungen stelle den ersten Qd) ritt zur Ausführung diese» Dorschlage» dar. Gilbert» Vorschlag fei der Ausdruck der Erkenntni», dah der Zeitpunkt für die Erörterung de» Problem» nunmehr gekommen fei. Baruch hat in feiner Denkschrift an die "Regierung betont, dah die interalliierten Schuldenabkommen basiert werden sollten auf dem, wa» die Interalliierten zahlen müffen, wahrend Deutschland zahlen müsse, waS eS zahlen könne. Al» Motiv t>e» Vorschläge» wird angeführt, dah die Möglichkeit vorliege, dah Deutschland nach einigen Iahren überhaupt nicht mehr zahlen werde und dah diese Befürchtung die Alliierten der Festsetzung der Reparationsschuld geneigter machen werde. Da Deutschland die Zahlung von 33 Milliarden Dollar nicht leisten köime. so sollte die Festsetzung auf inS- gesamt höchsten» 14 Milliarden erfolgen. wovon zunächst etwa 2 bi» 4 Milliarden durch fünf- oder sechsprozentige Bond» zu fundieren seien. Die Dorteile eine» solchen Plane» lügen auf der Hand, namentlich für Frankreich. dessen Kredit fofort steigen werde. Sine neu zu bildende ReparationSkommission. in der auch ein amerikanische» Mitglied sitzen müsse, solle bestimmen, wann die Ausgabe der restlichen Obligationen zu erfolgen habe und zwar auf fünf- oder sech-prozentiger BasiS. vielleicht sogar niedriger. Diese Obligationen feien durchaus einwandfrei da sie eine erste Hypothek auf Deutschland darstellten. Sie mühten in Dollar, Pfund Sterling. Gulden, Kronen, Goldlire und Goldlranken ausgegeben werden. Frankreich und England würden genug erhalten, um einerseits die Währungzu stabilisieren und andererseits ihre Schulden an die Dereinigten Staaten zurückzahlen zu können. Die amerikanische Regierung würde alsdann mit der ganzen Reparationsfrage nichts zu tun haben, da ja die Obligationen von privater Seite ebenso wie jetzt die deutschen Anleihen gekauft würden.
Oie Regierung dementiert.
Mellon bezeichnet eine amerikanische Initiative als Nniinn.
Washington, 5. San. (WB.) Schatzfekretär Mellon und Staatssekretär Kellogg dementieren die heutige Pressemeldung, dah die Vereinigten Staaten eine W e 11 k o n s e r e n z zur baldigen und vollständigen Losung der Reparations- und der Kriegsschuldenfrage einberufen würden. Mellon bezeichnete die Meldung als U n - f i n n. Einer der Verfasser des Dawesplancs gemährte der /.Associated Preß" ein Interview, in dem er u. a. erklärte: Die Festsetzung der deut
schen Gesamtschuld ist im Dawesplan ausdrücklich ooraesehen. Kein Vernünftiger glaubt, dah Deutschland die 33 Milliarden Dollar» Kriegsschuld je aukbringen kann. Diese» Problem bedarf des Studiums zahlreicher internationaler Konferenzen und die Losung der Genehmsauna durch die Parlamente vieler Staaten. Wie Parker (Dilbert richtig ausgeführt hat, sind hierfür die alliierten Gläubiger allein zuständig; Amerika hat damit nichts zu tun.
Reichstag und Wahlrechtsreform DasNrtcil deSStaatögerichtShofS inSachen der Landtagswahlcn.
Berlin, 5. Fan. (Prfv.-Tel.) In Berliner politischen Kreisen beschäftigt man sich mit der Frage, welche Stellung der Reichstag nach seinem Die- derzdsammentntt zu der Situation einnohmen wird, die durch die Urteile des Staatsgerichts. Hofes über die Ungültigkeit de r Land» taaswahlen in Hessen, Hamburg und Meck- lenourg^trelitz aktuell geworden ist. Staatsrechtliche
Sachverständige unter den Mitgliedern der graben Reichstagssraktionen erklären, dah die Urteile, so wenig sympathisch man der Bildung von Splitter- Parteien aegenuberstehen könne, juristisch jeden- fall» vollkommen zu treff en. Die Urteile werden damit begründet, dah eine Verletzung der fundamen- taten drei Grundsätze des Wahlrechts oorliegt. da» allgemein, gleich und geheim ist, und zwar werde der (Brunftfaß der Gleichheit und der Allgemeinheit durch die Kautionsgestellung und der der Geheimhaltung durch dleUnterschrists- bestimm un g verletzt. Bisher sind die Urteile noch nicht alle unterschrieben, also noch nicht rechtsgültig. Sobow der genaue Wortlaut oorliegt, werden sich mehrere Fraktionen de» Reichs- tage» mit dieser Frage befassen und prüfen, ob etwa durch Initiativanträge eine reichsgesetzliche Regeleung gesunden werden kann, die die Bildung weiterer Splitterparteien verhindert und dabei die Bedenken de» Staats- gerichtshafes ausschlieht. Hierfür ist allerdings eine versa s su ngsändernde Mehrheit notwendig Ob sie wjammenjubringen ist, wird immer noch bezweifelt. Bedenken bestehen auch insofern, al»
diese Fragen zur allgemeinen Wahlrechts
reform binüberteiten, während man aleichzeilia in parlamentarischen Kreisen wenig Neigung Kit. diese» grobe Problem noch von diesem Reichstag hehandeln zu lassen. Aber gerade tue- gen dieser --chwienakeiten wird die tfrapr der Splitterparteien in Den kommenden Parteibespre» chungen einer genauen Prüfung unterzogen.
ArbeiüSzeillonfliN in Bochum.
Bochum, {>. Ian. (WTB) Die Bochumer Gewerkschaften hatten gegen den Bochumer Verein und die Deutschen Ldelsiahtwerke eine einftmei- (Ige Verfügung erwirkt, wonach die genannten Werke gehalten sein sollten, den für verbindlich
erklärten Schiedsspruch in der nordwestlichen Eisenindustrie bezüglich der Arbeitszeit für gewisse 3rtett von Walzwerken Im Sinne der Gewerkschaften » u r Durchführung zu bringen. Der von den Werken gegen die einstweilige Verfügung eingdtegfe Widerspruch gelangte vor dem Arbeitsgericht Bochum heute zur Verhandlung. Das Gericht Erkannte auf Aufhebung Der einst- welligen Vechfügung, die somit gegen st an ds- l o s geworden sind.
48 Todesopfer der Berliner Explosionskatastrophe.
Berlin, 5. Jan. (U3IB ) Bi» um 10 Uhr abends sind bei den unablässig fortgesetzten Aufräumungsarbeiten In den Trümmern der Stätte de» Explosionsungluckes In der Canbeberger Allee insgesamt 14 Leichen geborgen worben. Zu einem In den Trümmern Vorgefundenen abgerissenen Arm fehlt noch Immer der Körper. Ferner ist bie neunjährige Tochter Gertha des Gastwirlehepaar» Zeithauer, die — wie durch ein Wunder — wenn auch schwer verletzt mit dem Leben baoongt- kommen war. nun doch ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus am Friedrichshain erlegen. Außerdem ist noch in der zehnten Abendstunde die Leiche de» 12 Jahre alten Knaben Heinz Lorey geborgen worden. Jnsgesamt ist damit die Zahl der Tölen auf 17 geftiegen. Zehn davon sind identifiziert, 5 Erwachsene und ein Kind sind noch nicht rekognosziert.
An der Unglücksstelle werden die Ausräumungsarbeiten von Feuerwehr und Polizei fieberhaft fort- gefeht. Drei Züge der Feuerwehr, die mit Ablösungen arbeiten, und zwei Hundertschaften der Polizei, zusammen etwa 200 wann, durchsuchen zur Zeit die Schuttmassen nach weiteren Opfern der Katastrophe. Aus Anordnung des Polizeipräsidenten sind in den Mittagsstunden noch weitere zwei Hundertschaften Schutzpolizei zu Ausräumungsarbeiten herangezogen worden, so datz aufjer der Feuerwehr noch 400 Mann Polizei an der Bergung mitarbeiten. Vie städtischen Behörden fomte Polizei und Feuerwehr haben Verhandlungen über die Unterbringung der durch die Katastrophe obdachlos Gewordenen eingeleitet. Vie Wohnungsämter find angewiesen, Notwohnungen bereitzustellen. Da» Bezirksamt hat einen Aufruf um Geld- und Sadjenfpenben für die so grauenhaft um hab und Gut gekommenen Bewohner des Hauses er taffen. Aus eigenen Mitteln hat das Bezirksamt 5000 Mk. jur Verfügung gestellt. Bürgermeister Scholz vom zentralen Magistrat hat die Verpflichtung übernommen, beim Magistrat und der wohlsahrtsdeputatton weitere Mittel zu beantragen und stellte für die erste Hilfe 25 000 Mk. in Aussicht.
An Der Llnglücksstelle.
Grauenhafter Anblick deö zertrümmerten Hauses.
Berlin, 5. 3an. (WB.) Die EsplofionSkata- strvphe in der Landsberger Allee ist in ihren äußeren Wirkungen noch viel schwerer al» die Katastrophe, die vor etwa 1* 2 Jahren in Moabit in der Kirchstrahe ein Haus fast vollständig zerstörte. Das Haus gehört den Efha- Werkcn, die hinter dem Wohnhaus Kühlanlagen haben. Hier ist möglicherweise der Herd der Explosion zu suchen. Vorläufig kann noch nicht mit Bestimmtheit getagt werden, ob eine Gasexplosion die verheerende Wirkung bervorgeruien hat oder ob die Ammoniak-Anlage des Kühlhauses erplodierte und dann die Gasanlage zur Entzündung brachte. Richt nur das rechte Dorderhaus, sondern auch das ganze LIntergefchoh ist von der unerhörten Gewalt der Ervlo'ivn vernichtet. 3m Erdgeschoß stehen nur noch die starken eisernen Träger, sonst kann man durch die vollständig verwüsteten Räume völlig hindurchsehen. In dem am meisten beschädigten Flügel des Haufe», der rechts an das tief gelegene Dahngelände der Ringbahn grenzte, wohnte eine Anzahl Familien, die durch die Katastrophe Hab ^nd Gut vollständig verloren haben
und deren Angehörige zum Teil getötet, zum Teilschwere Verletzungen davon- lrugen. Die breite Front de» Hause» bietet einen grauenvollen Anblick. Die gesamteGrenz- mauer ist weggerissen und bedeckt den Grund de» treten Felde» mit m-lerh^hem Schickt. Dom ersten oiS zum vierten Stockwerk hinauf sieht man die Zimmerwände und da» Gerippe der Fuhbüden, auf deren Reste noch vereinzelt wenig beschädigte Möbelstücke sieben. Die Tapeten hängen in Fetzen von den Wänden. Hie und da hängt ein Bild. Am schlimmsten hat die Explosion in dem Restaurant von Scheithauer gewütet. Hier ist auch nicht der kleinste Gegenstand heil und unverletzt geblieben. An der Decke der Gaststube hängt eine Llhr, die genauer als jeder andere den Zeitpunkt der Katastrophe angibt. Ihre Zeiger find auf 12.20 Uhr stehen geblieben. Die so grauenhaft au» ihrer Racht- ruhe gestörten Bewohner des Hause», die nur notdürftig bekleidet sich retten konnten, haben bei den Bewohnern der Aachbarchäuser Zuflucht gefunden. Trotz der geradezu übermenschlichen Anstrengungen der Feuerwehr ist e» bisher noch nicht gelungen, alle Verunglückten zu bergen; ba immer noch Einsturzgefahr besteht, muhten auch die Bewohner der anderen Seite de» Hause» ihre Wohnungen verlafsen.
Das 18. Todesopfer.
Berlin, 6 Jan. (WTB. Funkspruch.) Die Auf- räumungsarbeiten an der Unglücksstätte in der Landsberger Allee, die von der Feuerwehr und der Schupo ausgeführt werden, wurden in der oergange- nen Nacht ununterbrochen fortgesetzt. Heute früh gegen 4.30 Uhr wurde die Leiche eines etwa vier Monate alten Kindes geborgen. Man nimmt an, dah e» sich um den Bruder des gestern abend aus den Trümmern hervorgezogenen 12 Jahre alten Heinz Lorey handelt, doch bedarf es noch der Identifizierung, da ein gleichaltriges Kind ebenfalls noch vermißt wird. Die Zahl der Todesopfer ist damit auf 18 gestiegen. Es werden noch etwa sieben Personen vermlht.
Oie Ursachen der Katastrophe.
Leuchtgas, Ammoniak oder Benzin?
Berlin, S. Ian. (HL) Der Berliner Ober- branbdirektor Gempp schreibt in der ..Boss. Ztg." zu der E?plofionSka:astrophe. Die Ursache de» nächtlichen ExplosionSunglückeS in der Landsberger Allee konnte noch nicht geklärt werden. Drei verschiedene Gefahrenstellen befanden sich in dem vierstöckigen Gebäude. In der Mitte de» Haufe» eine Ammoniak-Kühlanlage, hinten ein Benzin- d e p o t, in dem mehrere taufend Liter Benzin lagerten, und dazu kommt noch L e u ch t g a ». Eines von den dreien muh Schuld an der Ex- plofion gewesen sein, ob Leuchtgas. Ammoniak oder Benzin, das wird hoffentlich di« Unter» suchung ergeben.
Die Direktion der Berliner Städtischen Gaswerke A-G. teilt mit:
Unsere zuständige Dienststelle erhielt heute nacht die erste Mittellung von dem Erplottons- unglüd in der Landsberger Allee durch die Feuerwehr. Infolge der Explosion war der am Haus be'indlichs Hinwets auf den Abfperrtopf fortgeriffen und die Stelle, an der der Ab- fperrlopf sich befindet, durch Schutt verdeckt. Eine fo'ort abgesandte Kolorme machte den Abiperrtopf frei, sperrte durch UebetfüHung mit Wa s.r die Gaszufuhr ab und brachte damit das Feuer zum Erlöfchon. Da» zum Grundstück führenbe Anschluh-Gasrohr war infolge der Eplofion a u f g e r i f f e n.
Die Ursache der Eplofion konnten wir bisher nicht feststellen. Wir haben mir ermittelt, daß
in den gesamten Kellerräumen de» Grundstück», die sich nicht nur unter dem Borderhau». sondern auch unter, dem Hof und dem HiirtergebüudG ausbreiten. Die Kühlanlage einer Fleischerei- GenossenschM sich befindet, bie mit Ammoniak betrieben wirb. Soweit die Unglüdt» stelle eine Uebersichl erlaubt, scheint der Herd der EffplosDn in dem unter dem Hof und dem Hintergebäude liegenden Keller gewesen zu sein, wo dar Standort der Kühlanlage gewesen war. Hierfür spricht die Tatsache, datz der Hof Le» Iler ebenfalls elngeftür*t und die ail dieser Seite de» Haufe» frei stehende Giebelwana eingefallen ist, nachhem die nach dem unbebauten Rachbargrundstück hin liegende Kellermauer durtch bie Explosion herauSgcdruckt war. Die Mitlesüing, die ein Berliner Mittagsblatt heute verbpeuct. dah die Explosion aus bie Un* bichtigkVit eine» GaSrohre» zurückzu- führen ist, das in den letzten Tagen neu in da» Hau» hinechktgelegt wurde, ift jedenfalls unrich - t i g; denn Diese» GaSrohr ist bisher noch nicht in "Betrieb genommen worden und liegt, wie die fdprt heule morgen vorgenommene Untersuchung ergeben hat. noch jetzt völlig ge» schlos 1 «71 und intakt da. Weitere Untersuchungen werten erst nach Abräumung der Un- glück-stellq möglich fein.
Oie Teilnahme deö I^eichSpi-äsidenten.
DerkLm. 5. Ian. (WB.) Der ReichS- p r ä f i b « n t hat dem Oberbürgermeister von Berlin ttfme herzliche Teilnahme an dem schweren Ekplosionsunglück in der Landsberger Allee ausgesprochen und chn gebeten, diese auch den Hindi^rbliebenen der Tode-opfer und Verletzten zu übermitteln.
ArgevchnischerBesuchinBerlin
Ein^T^utschlandreise des argentinischen
AtchenMinisters Tr. ttallardo.
Berl.ttn, 5. Ian. (WB.) Der argentinische Minister de» Aeuhern Dr. G a l l a r b o traf heute votzmittag mit dem Rord-Stpreh von Parikommend« in Begleitung von LegationSsekretär Wagenmann vom Auswärtigen Amt, der Dr. Gallprdo von der deutschen Grenze ab beamtet lratte, in Berlin ein. Zum Empfang hatten stch der hiesige argentinische Ge'andte Qulntbna mit dem gesamten Personal der Gesandtsthaft sowie der Ches deS Protokoll», ®efanbtyc Köster und Graf Tattenbach vom AuNvärtigen Amt. auf dem Bahnsteig ein» gefunden. In einer Unterrebung, die der Minister tfcm Vertreter be« WTB. gewährt bat, erklärte er über den Anlah feine» Berliner Besuches. «r habe durch feine Höflichkeit-Visite in Berlin cher Tatsache Ausdruck verleihen wollen, dah bie Beziehunaen zwischen Argentinien und Deutschßand die herzlichsten und un g e» trübtieften feien. Irgendwelche besonderen Anlässe etloa zu Verhandlungen zwischen den beiden Xajierungen lägen zur Zeit nicht vor. Der Minisieic verwie» auf seine bereit» vor 32 Iahren durch gnnz Deutschland unternommene Reise und hob bie auherordentliche Entwickelung hervor. bi< da» Bild der deutschen Städte in jeder Beziehrang aufweife.
Auf bie Frage des WTB.-Vertreter» bezüglich der eQneuten Mitarbeit Argentiniens in ®6 nf erwiderte ®atlarbo: Ich kann Sie verficharn, dah die argentinische Reg-erung leb» bah bte Regelung unserer Beziehungen zum Tö.'kerwund erstrebt.
Zu -er wiederholt in der Presse geäußerten Absicht Argentiniens, seine Berliner Gesandtschaft tzu einer Botschaft zu erheben, äußerte der Minister, dah Argentinien e» aufrichtig be-


