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Nachdruck ocrboten.
18 Sortierung.
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Jacques nicht alle» davon erzählt hat —,
wichtig.
wichtig", sagte
Odette ichnitt da» Filet in Schei dgs kann man sich denken", sagte und belud sich mir den heißen
„Gott, ich habe es vergessen, Charles. Du warst auf der Jagd, am anderen Tage war so vieles 311 tun, da ist mir der Brief an» dem Kopf gekommen.
Ich hielt ihn auch gar nicht für so „Dieser Brief ist aber sehr
Charle» ernst.
„Meinst du wirklich? Cs fleht
Nome, noch ein Dalum darunter."
Stadtverordnetensigung mifgetetlt t soll mit dem Dau des Hollenfchwi
„Ach, die allen sie ausgewärmt." ben. „^ürf) bin sie
„Io, Madame, hie dicke Marie
H Marburg, 4. Sept. Die In der heutigen mitgeteilt wurde.
Der Crnestc kann mein Gepäck mitnehmen. Ich gehe. Daran ist nun nichts mehr zu ändern."
Da Odette sah, daß dieser harte Schädel seinen Plan gefaßt hatte und ihn keine Bitte und kein 23er- sprechen mehr bewegen konnte, zu bleiben, dachte sie: man weiß nicht, für was es gut ist, wenn sic aus dem Hause geht. Sie stieg die engen knarrenden Treppen wieder herunter, an deren Wänden die Tapeten in Fetzen hcrunterhingen. Das alte Haus
.es war Zeit, daß man hier aufräumte, auch mit Artemis.
Odette stand in der Küche und schob die Kasserollen hin und her, wie vorher Artemis, und beeilte sich, das Mittagessen für die Gaste herzurichten. Die dicke Flämin strahlte. Cs war ihr Lohnerhöhung versprochen worden. Artemis ging fort. Madame und sie würden allein herrschen.
„Ach, Madame", sagte sie, während sie die Teller zusammenstellte, „es war die höchste Zeit, daß die Artemis aus 8cm Hause kam. Denn Sic wüßten, was die alles über Sie gesagt hat, damals. Na, ich will mir den Mund nicht verbrennen, e» geht mich auch nicht» an."
„Was hat sie denn gesagt?"
„Zum Beispiel hatte sie es immer mit einem Schlüssel.'
„Mit was?"
„Mit einem alten Schlüssel, den man über die Mauer geworfen hatte und der in Dupont (Barten gefunden wurde, wissen Sie, damal», im Frühjahr, al» sie die Beete umgruben.“
„Ja, und was soll mit dem Schlüssel gewesen
Verhängnisse.
Vornan von Liesbet Dill.
Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale-.
„Da habe ich sie zurückgclMesen und darauf machte sie mir diese Szene. Aber hmauswerfen sollte inan sie nicht. Ich werde hingehen zu Jl)r."
„Nein, bleib", sagte Charles, auf dessen Stirn eine Wolke stand. .Äch will e» nicht. Ich habe cs gesagt und cs bleibt dabei. Sonst wiederholen sich
diese Auftritte hier, ich mag das nicht. Wie denn Jacques zu diesem Brlefe?"
„Er hat ibn im Sekretär meiner Tante den", sagte Odette.
„Und weohalb erfahre ich davon erst fragte er, und sah sie an.
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ganz recht."
„Glaubst du wirklich, das-, der Mord mit dem Briefschreiber im Zusammenhang steht?"
„Das weiß der Himmel, Odette. Jedenfalls w 1 ich den Brief feinen Augenblick länger im "am. haben."
fein?"
„Gott, sie sagte ja nicht» Bestimmte». Sie wußte e» auch schließlich nicht genau."
Geschichten, immer wieder werden
ganze Sac1)e wieder auf rühren? Soll ich wieder verhört werden und das alle» über mich ergehen?' Jja, davon kann uns niemand befreien", sagte Charles schwer. „Der Brief, von dem nun schon «in anderer weiß — und wer weih, wem der
Jacques man uu>» wi-i-u y*u —, den
kann ich gar nicht verheimlichen. Der Mann hat
Artemis verabschiedete sich. Sie sah au» wie eine Bäuerin, die zu einem Begräbnis säl das schwarze Meid von Madame <-------
deren schwarzen Kapotthut auf mit den gelben Pen- see». Sie reichte Frau Odette eine knochige, harte
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„Arme Odette, nun mußt du kochen", sagte (Thar- les, der an der Küche oorbeikam, „und ich bin schuld daran. Ader wir werden jemanden suchen. '
Doch das wollte Odette durchaus nicht mehr. Für die paar Monate. „Im Frühjahr ziehen wir schon in unser Haus, dann brauch.' ich niemand mehr. Marie bleibt hier, und der Pächter kann bann in die Rüche stellen, wen er will."
„Gerade deshalb. Ober trotzdem. Die Verschleierung des Absenders ist ersichtlich. Der Brief kann uns auf die Spur führen."
Er steckte ihn in die Tasche und nahm seine Mutze.
„Wohin gehst du?"
,,Auss Gericht. Und zwar sofort."
„Aber Charle», um Gotte» willen! Willst du die
Ivhnung für gute Leistungen an die Stiemen verteilt wurden/ 3n festlichem Zug zog man am Abend unter den Klängen der Kapelle wieder heim.
* EichelSdors, 4. Sept. Am Sonntag fand h-er da» Dekanat-fest für Innere Mission im Dekanat Didda Katt. 3m Seitgottc»bien ft in der Kirche und in gut besuchter Rachversammlung unter den prächtigen Linden bei der Zunkerrnühle schilderte Psarrer Schneider der Direktor der Rie-er-Ram- städter Anstalten. die große Hot feiner Pfleglinge. die christlicher Rächstenliebc ein weite» Betätigungsfeld bietet. 3n d.r Rachvrrsammlung. in der Dekan Scriba-Ridda die Grüße de» Dekanats entbot, stellten sich der Po'auncnchor Wallernhaufen und der Gelangverein ^Eintracht", SichelLdors. in den 'Dienst der guten Sache. Insgesamt konnten rund 100 Wk. an Galen nach Rieder-Rainstadt abgefüfrrt werden.
ld. Breunge»hai n, 4. Sept Unter Dorf ist seit langem an einen lehr häufigen Lehrerwechsel aewöbnt. Der Zoll, daß Pfarrer und Lehrer last gleichzeitig unser Dorf verlassen, dürfte allerdings noch nicht in Erscheinung getreten fein. Pfarrer Zimmer siedelt im Lause de» Herbstes nach Dauernbeim über und Lehrer Wedel tritt um biefeloe Zeit eine ihm in Königstädten bei Groß-Gerau übertragene Stelle an. Beide Beamte sieht man hier nur ungern scheiden.
V Ober-Seemen, 4. Sept. Au» noch nicht vollständig geklärten Gründen verletzte der Arbeiter M. dahier die beiden Brüder Kneipp durch verfch.edcne M e s s e r.st i ch e. Mährend der eine mit einem Stich in den Oberschenkel davonkam, erh-.elt der andere einen solchen In den Rasen-Augenwinkel und muhte in» Gederner Krankenhaus verbracht werden. Das Befinden der beiden Berlehten ist vorläufig befriedigend.
ld. Aus dem vorderen Vogelsberg, 4. Sept. Infolge reichlicher Regenfälle haben sich die im Sommer im Wachstum stark zurückgebliebenen Feldfrüchte sehr gut erholt und stehen nun wieder in voller Frische in kräftigem Wachstum. In den Oberwalddörfem gehl die Fruchternte, die sehr gute Stroh- und Körnererträge bringt, ihrem Ende entgegen. Die Hack- fruchlernte verspricht ein gutes Ergebnis. 2lur der Grünfuttermangel gestaltet die Haltung des starken Biehbestandes äußerst schwierig. Doch dürfte auch diese Rot in absehbarer Zeit behoben sein.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
-ä- Dutenhofen, 4. Sept. Die in Unterhaltung der Provinzialstraßenverwaltung ftebenbe Verbindung« st raße von bi er nach Wetzlar, die hauptsächlich dem Autv-Durch- gangsverkehr Gießen—Wetzlar dient, wird gegenwärtig in verschiedenen Abschnitten i n - standgeseht, wobei auch die Ortsdurchfahrt erneuert worden ist. Gegenwärtig ist die Beschotterung der Straße unterhalb unsere« Dorfe» im Gange, die längere Zeit in Anspruch nehmen wird, da diese Straßenstrecke wegen ihre« schlimmen Zustandes eine doppelte Basaltschoiterdecke erhalten soll.
Kreis Marburg.
Zuchtrichtungen. 14 Kalbinnen und eine Anzahl Ziegenböcke und Ziegen prämiiert. Die Prelle bestanden in barem (Seide. Aach dem Viehmarkte sand nachmittags ei ne Verlosung von 12 Stück Vieh, landwi.t chastl che i Geräten, Ha.shaltungS- gegenständen usw. statt. Hierbei gewann Gastwirt Richard Orth hier den ersten Preis, eine Kalbin im Ankaufswert von 400 Mark. Außerdem fielen von den elf verlosten Bindern noch drei hierher, zwei nach Kohden, zwei nach älnter-Schmitten usw. Die meisten Gewinne waren auf dem Markte angekauft. Der Krämer- markt war ebenfalls gut besucht: sehr zahlreich hatte sich die Landjugend eingesunden, die eifrig dem Tanze auf einem Tanzboden im Freien und in der Turnhalle huldigte. Die von vier Firmen ausgestellten landwirtschaftlichen Geräte und Maschinen erregten bei den Landwirten großes Interesse, namentlich die neuen Systeme der Kartoffelerntemaschinen und da» Modell einer elektrisch betriebenen (betreibe- und Heuabladema- schine. Die Krämer waren mit den Geschäften in ihren Kaufbuden Im allgemeinen zufrieden, und die großen Wirtszelte sowie die Gastwirtschaft xn der Turnhalle waren voll besetzt. Große Anziehungskraft auf die Marktbefucher übten auch die Vorführungen de« im vorigen Jahre hier gegründeten Veit - und Fahrverein» für Aidda und Umgebung mit Preisverteilung auf dem Reitplätze au«. Das Schulreiten, Hindernis- springen, Gewandthertsreiten und Schaufahren für Wagenpferde, ein- und zweispännig mit Kalt- und Warmblutpf er den unter Leitung des Reitlehrer» Guillaume, Oberwachtmerstcr i. R. und jetzt Landwirt dahier, erregten bei der großen Zuschauermenge außerordentliches Interesse, vrcl Bewunderung und lebhaften Beifall. Der rn den letzten Jahren stets zugenommene Besuch unsere» Herbstmarkte» zeigt, daß er sich immer mehr bei den Bewohnern der Wetterau und de« südwestlichen Vogelsberges einführt.
??. Aidda. 4. Sept. Heute vollendete hier einer unserer ältesten Einwohner, Bahnhofsvorsteher i.R. Wilhelm Hammel, in erstaunlicher Rüstigkeit sein 8 8. Lebensjahr. Er ist aus Hungen gebürtig und war viele Jahre Vorsteher der Bahnhöfe Aidda und Grünberg. Ferner gehört er zu den wenigen hier noch lebenden Veteranen von 1866 und 1870,71. Dem beliebten Mitbürger wurden von vielen Seiten die herz- lichsten Geburtstagswünsche dargebracht. An dem DereinSleben AiddaS nimmt der lebensfrohe Mann in jugendlichem Eifer noch regen Anteil.
* Ober-WidderSheim, 4. Sept. Die Taglöhnerin Lina Raab bei der von Harnic- fchen Gutsverwaltung auf dem benachbarten Häuserhof konnte in diesen Tagen auf eine 29- jährige ununterbrochene Dienstzeit zurückblicken. Die hessische LandwirtschastSkammer ließ ihr aus diesem Anlaß eine bronzene Brosche mit der Inschrift „güt. treue Dienste" überreichen. Ebenfalls 29 Jahre steht der Knecht Wilhelm Raab in den Diensten der Gutsverwaltung. Ihm wurde neben einer bronzenen Medaille eine Anerkennung-urkunde zugesteut. — Die Mehrheit der Anteilscheine der Pächter de« hiesigen Gern e i n de st e inb r uch s ist in den Besitz deS hiesigen HartbasaltwerkeS übergegangen, wodurch nun auch die Verwaltung durch die GeschäftSfüHrung deS HartbasaltwerkeS geschieht. Dadurch wird eine bessere wirtschaftliche Auswertung de» Bruches ermöglicht, der vor dl km einen vorzüglichen Pflasterstein abgibt.
Kreis Schotten.
a. Schotten, 3. Sepl. Die Bezirkssparkasse Schotten hielt im RathauSsaal unter Leitung ihres Direktor-, Bürgermeister Menge! (Schotten), ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Ms Vertreter der Aufsichtsbehörde ^wohnte der Krciscirektor. Geh. Reg-Rat Bo eck- jiann, den Verhandlungen bei. Vom Sparkassen- ^verband und der Hess. Girozentrale war der Vorsitzende, Iustizrat A e h. erschienen. De« im letzten Jahr verstorbenen Genrein devertrelers Karl Schütz (Scholten) wurde in Treue gedacht. Die von einer Kommission vvrgeprüfte 1927er-Rechnung wurde genehmigt und dem Rechner Entlastung erteilt. Der Direktor erstattete einen allgemeinen Utbcrblid über die Lage auf dem Kaptlalmarkt in 1927 und ging an Hand des gedruckten Jahresberichts näher auf die Verhältnisse an der hiesigen Kasse ein. Gin Drittel der allen FriedenSsparkapitalien von etwa 2,7 Millionen Mark sind feit dem Ende der Inflation wieder in der Kaffe angesam- ni e 11 wordew Der Gesamtumsatz der Kasse ist
und Asche. Die Scheuer war mit Ernte- Vorräten, meist ungedroschener Frucht, angefüllt. Der angerichtetc Schaden wird auf 12 000 Mk. geschätzt Das Gebäude war versichert, doch nicht in der Höhe des Schadet. In der Aähe liegende Häuter wurden angekohlt, sonst aber nicht allzusehr m Mitleidenschaft gezogen. Menschen und Vieh kamen nicht zu Schaden. Die hiesige Feuerwehr konnte den Brand auf seinen Herd beschränken, fo daß die herbeigerusenen auswärtigen Wehren nicht in Tätigkeit zu treten brauchten.
Ärcie Biedenkopf.
< Weidenbausen, 4. Sept In der letzten Woche wurden auch in der hiesigen Hütte bk Arbeit nach 41 ^wöchiger Unterbrechung wieder ausgenommen Es ha- den wiederholt 'Verhandlungen stattgefunden, die aber erst Ende voriger Woche zu bfm Ergebnis führten, daß unter denselben Bedingungen wie zuvor die Arbeit wieder angenommen wurde
# Holzhausen bei Gladenbach, 3 Sept. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag sank die L u s l w ä r m e derart, daß stellenweise Gurken und Bohnen erfroren.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber (einerlei Verantwortung.)
Ein $onntag»erlebni» mit unmanierlichen Leuten
Am Sonntag abend mußte ich folgende« erleben:
In einem h test gen bekannten Konzert-Cafs läßt ftch neben mir an einem kleinen Tllckchen. das dicht neben meinem steht, eine Familie nieder bestehend au» zwei Damen und einem Herrn Kurze Zeit später erscheint ein Jüngling von etwa 19 Jahren und nimmt nach herzlicher Begrüßung der bereit» Anwesenden an ihrem Iifcbc' Platz. Offenbar ein Verwandter der Herrschaften. Kaum sitzt dieser hoffnungsvolle junge Mann, al» er au» feiner Rocktasche einen kleinen roten Taschenkamm hervorzieht und sich damit eifrigst in seinen Hauptlocken herum f äo r t! Während er sich noch abmüht, sagt die jüngere der beiden Damen zu ihm: Komm, gib mit mal den Kamm!' Sie empfängt den Kamm, der Jüngling beugt fich etwa« über den Disch vor und läßt sich mit kräftigen Zügen fein« Locken ft riegelnl!I Dann steckt er mit dankbarem Lächeln an seine Helferin den Kamm wieder ein. — Einige Zeit später betritt ein älterer Herr mit einer jungen Dame (anscheinend Vater und Tochter) das Lokal. Beide scheinen gute 'Bekannte meiner sich frisierenden Aachbarn zu fein. Darum nehmen sie an meinem Disch« Platz, um sich an der allgemeinen Unterhaltung beteiligen zu können. Kaum sitzt die junge Dame ... (ufw., s. o.l), Sie öftnet ihr Handtäfchchen, entnimmt ihm einen Taschenspiegel und — einen reizenden kleinen roten Kamm und kämmtsich ausgiebigst ihren Bubikopf!! Da kommen mich doch allmählich gelinde Zweifel darüber an, wo ich mich denn eigentlich befinde? Bin ich in einem öffentlichen Lass oder an einem heimlichen Ort?? Meine Zweifel werden noch gesteigert, ate sich im Lause de» QQxnb» noch folgende» er eignet; Die Dame, die den 3üngling so kunstvoll frisierte, fährt urplötzlich mit einer Hand mebr- mal» an ihrem Bein hin und bet Fragt der Jüngling: ..Was hast du gemalt?" Antwortet die „Dame": „Ich hab' mich gekratzt." (I!) Ich sah und hörte esl
Solche Vorkommnisse sind leider auch ein Zeichen unserer angeblich so aufgeklärten 3eit Auf der einen Seite ertönt der Schrei nach Htz- gi t ne , nach Licht, Luft, Sonne und Säuberte! t durch alle Gassen und Winkel, unb auf der anderen Seite lassen Menschen, die sich a n - maßen, Bildung zu besitzen, die einfachsten Regeln de« An stände« außer acht' Sie glauben, weil „sie es sind", sich derartige Unanständigkeiten. wie die von mir erlebten, erlauben zu dürfen. Oder gehört e» vielleicht jetzt zum guten Ton. M> bei Tische zumal noch in einem öffentlichen Lokal, zu frisieren und zu kra tzen?? Wenn dem so ist. dann bitte ich höflichst, mir doch Bescheid zu geben, denn ich möchte gar zu gerne auch zu den „feinen Leuten" gehören!! B.
etwa viermal so groß wie in der Vorkriegszeit. Der Reingewinn m 1927 wird laut Beschluß der Mitgliederversammlung der Rücklage 3ugef<nrieben, die sich auf über 44 000 Mk. beläuft. Auch in den Schulsparkaf s e n wachsen die Einlagen, über 10000 Mk. frnd in ihnen an- gesammelt wprden. Die Versammlung vertritt, wie der Vorstand und Aufsichtsrat, die Auffassung. daß der Reingewinn möglichst niedrig zu halten ist und die Z i n «s ä h e soweit wie möglich gelenkt bleiben. Einige Satzungsänderungen wurden angenommen, desgleichen auch der Voranschlag über die Derwaftungskosten für 1929. Die Kaution des Sparkassenrechncrs wurde auf 3O0D Mark festgesetzt. Sine Reihe von Dienstboten wurden, lwe in den VorkriegSjahren. durch Gewährung von Prämien für treu geleistete langjährige Dienste ausgezeichnet. Dte Hälfte der fatzungsgemäh au-fcheidenden Mitglieder de» Vorstandc« und Aufsichtsrates wurden durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Aeu biiwi wurde Oberamtsrichter 5t Io je (Schotten) in den Auf- ftchtsrat gewählt, ©in Vertreter der Hessen- Aassaui'chen Lebensversicherungsanstalt. bei der bi? Helf. Girozentrale Gründungskörperschaft ist. hielt ein kurze« Referat über Zweck und Ziele der Anstalt. An die Versammlung schloß sich ein Essen in der „Krone" an. Geh. Reg.-Rat B 0 eck - mann fand dabei treffliche Worte auf da« deutsche Vaterland.
n. Schotten. 4. Sept. Zu Ehren des Lehrer- veteranen Karl Linck hielt drr Gesarnlvorstand des Hessischen Lehrervereins dieser Tage hier eine Dorstandssitzung ab. Galt e« doch, einen Mann zu ehren, drr 45 Jahre lang al« Lehrer und Erzieher segensreich im Vogelsberg, zu Rudingshain, gewirkt. 30 Jahre als Obmann des Dezirks-Lehrervereins Schotten vorbildlich seines Amtes gewaltet hat und seit vielen Jahren auch dem Vorstande des LandesvcreinS angehört. Landtagsabgeordneler Rector Reiber (Darmstadt), der 1. Vorsitzende de« H. L. L. D., widmete dem Jubilar herzliche Worte der Anerkennung und übermittelte ihm den einstimmigen Beschluß des Vorstandes, der den verdienstvollen Aintsbruder zum Ehrenmitglied des Hessischen Landes-Lehrervereins ernannte. Auch Kreisschul- rat Kinkel und Bürgermeister Mengel (Schotten) stellten die Verdienste des in ganz Oberhesfen bekannten Lehrers und Vogelsberg- freundes durch ehrende Ansprachen ins hellste Licht.
yGedern, 4. Sept. Der heutige Schweinemarkt war mit 326 Tieren beschickt. 6 bis 8 Wochen alte Ferkel kosteten 15 bis 20 Mk., 8 bis 10 Wochen alte Läufer 25 bis 30 Wk., ältere Läufer 30 bis 60 Mk. pro Stück. Der Handel war gut. doch blieb ein geringer ilebet- stand.
§ 111 r l d> fte i n(, 4. Sept. Ein Ilnglücks- f a II stieß einem 'hiesigen Handelsmann dieser Tage zu. Er wollte mit seinem Wagen von hier nach Schotten fahren und bemerkte schon unterwegs bei den stark abfallenden Stellen, daß die Bremsvorrichtung nicht genügend wirfte. AIS ihm auf der OrtSstrahe in Rudingshain eine Anzahl Kühe begegneten, fürchtete er einen Zusammenstoß, sprang in voller Fahrt vom Wagen und fiel dabei so unglücklich, daß er beide Be ine brach. Da» Fuhrwerk, dem nicht» geschehen war, wurde angehalten und der Bedauernswerte hierher zu feiner Familie gebracht. -- Sine der ältesten Ortsein- wvhncrinnen. Frau Elisabetha Behr- mann. geb. Göbel, die Mutter de« hiesigen Gastwirt» K. Behrmann. begeht am kommenden Mittwoch ihren 8 3 Geburtstag. Geistig und körperlich erfreut sie sich großer Rüstigkeit und ist bei leichteren Arbeiten im Haus noch unermüdlich tätig. - Gin rechter Freudentag für die Schulkinder wie für zahlreiche Erwachsene war das Iugendfest, das die hiesige Schule unter Leitung ihrer Lehrer am Sonntagnachmittag bei schönstem Wetter feierte. Unter Vorantritt einer Musikkapelle ging e*dn stattlichem Zug von der Schule durch die Hauptstraße zum Sportplatz, wo iich nach einer Begrüßungsansprache von Lehrer Kammer ein sröhlick^s Treiben der drei Schulklassen entfaltete. Von den Kindern eingeübte luftige Spiele fanden großen Anllang. Bürgermeister Appel dankte in kerniger Ansprache allen, die sich für da» Gelingen de» Festes eingesetzt hatten. Danach erreichte die Freude ihren Höhepunkt, als bei den verschiedenen Sporlspielen wie Sacklaufen und bgl. die bereit gehaltenen Brezeln und Würste als De-
Hand.
„Adicu", sagte sie, „das Gepäck fahrt mit Cm,sie zur Bahn ..."
„2Le»halb fahren Sie nicht auch mit, Artemis?" Ach, da muß man sich noch bedanken. Ich will nichts geschenkt haben."
„Also es ist Ihr Ernst, Artemi»?" fragte Odette.
„Ja", sagte Artemis. „Ich wäre sa sowieso bald gegangen, Denn in Da» Hau» Da droben, nein, Madame, da» kann man von mir nicht ocrlanaen. Der H,rr Pfarrer hat auch gemeint, da» könne man mir nicht zumuten."
„Was hat denn der Herr Pfarrer damit zu tun?" fragte Odette, der, eine leichte Röte in die Dangen flieg
,Hh. dcr hat manches damit zu tun", sagte arte- mis. „Ich habe ihn oft um Rat gefragt, wenn ich nicht mehr ein noch au» wußte."
„Ach fo."
,Ha, es mar nicht leicht für unicreinen, in so einem Hause zu bienen", versicherte Artemis. „Und nun leben oie wohl." Sie schaute sich um. »Herr Charles -st wohl fortgegangen?"
,A>a, er ist in Der Stadt "
„Nun, bann sagen sie ihm. daß ich ihm gern noch mal die Hand gedrückt hatte unb ihm nichts nachtragen werde. Ich weiß, er hat'» im Zorn getan Unb Sic werden froh sein, wenn 6te nicht» mehr von mir sehen."
Sie nahm ihre Pappschachteln, aus deren einer ein Stück blauweihgestreiste Stufe hercmsfchaute, und ging. Die dicke Marie trug ihr die gestickte Handtakche dis ;ur Ecke. Dann drückten sich die beiden die 5>and
lFortsktzung folgt)
habe» nach nunmehriger Fertigstellung der Baupläne in den nächsten lagen begonnen werden. Der Bau, der zwischen Elektrizitätswerk und Schlachthof au stehen kommt, wird rund 600 000 Mark kosten. Ferner beschloß die Stadtverordnetensitzung eine Neuei 11 teilungderStadtbezirkc, welche durch die Ausdehnung der Stadt in den letzten fahren notwendig geworden war.
|[ Ocker »Hausen, 4. Sept. Die Gemeindever tretung erklärte sich in einer gestern abgehaltenen Sitzung mit 8 gegen 3 Stimmen bei einer Stimmen- enthaltung mit der Eingemeindung nach Ttarburgcinücrftanben. Die Eingemein, düng nach Marburg hängt nunmehr von der Stet- lungnahmc der Stadt Marburg unb den Regierung» stellen ab.
• Jronhausen, 5. Sept. Gestern nachmittag gegen 2 ilbr brach in bet Scheune des Landwirte» Vorschlag Feuer au« und legte diese innerhalb 10 Minuten in Schutt
Er setzte feine Mütze auf und verließ das Zimmer.
Die Küche war leer, das Herdfeuer ßranntc hell, die Kasserollen waren zur Seite geschoben, unb die Suppe, die über dem Feuer hing, roch angebrannt. Artemis war am Packen. Sie stand in ihrer Mansarde, hatte alle Schränke und Schub- sächcr geöffnet und Pappschachteln 00111 Boden ge< holt, in der sie Wäsche legte unb Kleiber stopfte.
„Artemis ..
„Was ist?"
„Ich bitte Sie um Verzeihung, baß ich so heftig war", jagte Obette. „Bitte überlegen, Sie sich bas, packen Ste einmal alles wieder aus."
„Wozu? Wenn Ich doch fortgehc ..."
„21 d). Sie gehen gar nicht fort, bas ist nicht Ihr Ernst!"
„Herr Charles hat mich fortgejagt, Madame kann mich nicht leiben. Die Üinber branden mich nicht mehr. Wozu soll ick; bableibcn' Ich kann heim- gehen zic meinen Verwandten aufs Land, da bin ich besser daran als bei fremden Leuten."
„Ader, liebe 'Artemis, es war nur im Zorn von Herrn Charles gesagt."
,,'Jtein, bas war nicht im Zorn gesagt, bas war sein Ernst. Er hat mich satt, ich had's ja gehört, und Madame jepe ich zuviel ..."
„Es ist nicht angenehm, Artemis, wenn man fortlvährenb mit Fragen belästigt wird, wegen Dingen, die eigentlich nur uns etwas angehen."
„Es ist auch nicdt angenehm, wenn man draußen auf dem Markt und wohin man kommt, an- fiefaUeu wird mit Fragen nach Sarizen, die man ieber aus der Welt schaffen möchte. Was ich weiß, weiß ich. Unb was ich sagen will, werbe ich sagen. Und wenn ich geschwiegen habe, gefchab es wegen Herrn Charles unb her armen üinber.“
Sie setzte sich auf den Strohstuhl vor ihrem Bett und schluchzte. Die alle weinende Frau tat Odette leib, eie ergriff sie beim Sinn unb sagte sanft:
Bitte. Slrtemi«, kommen Sie mit herunter — es ift gleich elf — die Leute werden kommen — es ist nichts gelockt — c» ist heute Markt."
,,Wa» liegt mir daran? Dafür müssen sie nun sei her sorgen. Ich koche md)t« mehr, ich gehe. Ja, ich gehe heute noch. Mit dem Mütagszuge fahre ich fort.
Jfcr m kmuni MÄa j sich 'ichtb der eiM feierlich1 unb flW spiel als (ich au* lange r vvr für Uch \i. blemi, au* ! man \ - ha Hoot ton 4600« aar. e
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Tellero, dem Fleisch unb ber Sauce Bcarnatse — ,J)ic (tzastc sogen, das fei aber eine andere Sache mit 'JWabames 5focherci . meldete das Madcken, al» e» wiederkam. „Denen t>at et geschmeckt " Und sic erzählte einen Ditz, den ber dicke Aeisende in Baumwolle gemacht batte, während sie bie heiße Blätlerteigpostete füllen hals.


