Ausgabe 
5.1.1928
 
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bet Unbednflutbarfeit durch AtmofphärMen auch einen bessere« Lichteffekt gaben.

Ungefähr um btefelbe 3eit setzten Versuch« ein, den loftlptelicen 6auerftoff auszuschalten und befriedig enLe L^chtwirkungen unter Anwendung von atmosphärischer Lust zu eryelen. Für tiefen Zweck erwiesen sich aber die bisher angewandten Stifte aus Oxyden der Erbmelalle als unaetia- net. Sie hatten den Fehler, dah thrc^ Dalle iu grob war. um die Temperatur der Flamme anzunehmen. Folgerichtig aing man dazu über, unter Vergröberung der Oberfläche be« Gluh- körvers seine Masse zu verringern. Zuerft Wan» berte man aber hinsichtlich der Hatur des Dlüh- körper» nach einer unteren Richtung. So wandte Gillarb im Jahre 1B46 Körbchen aus Platin» draht an. die er in der Wasfergasflamme zum Glühen brachte. Bei der Kostbarkeit bei» Mate­rials mutet es uns sonderbar an. zu hören day zwei Städte. Harbonne und Passy. eine zeitlang mit diesemPlatinlicht" beleuchtet waren. D e Bewohner dieser Städte müssen ehrliche Leute gewesen sein. Hier begegnen wir also dem Prototyp des AuerftrumpseS und gleichzeitig der ersten praktischenAn- wendungdes Dlühlichtes zu all ge­meinen Beleuchtung szwe den. ES war Dor 80 Jahren, genau 20 Jahre nach Drummonbs Erfindung des Kalklichts und genau 40 Jahre vor der Vollendung der Erfindung durch Auer von Welsbach. 30 bis 40 Jahre später, in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts be­gegnen wir einem bedeutenden Fortschritt, in dem der beim Platinlicht In Erscheinung getretene Grundsatz geringer Masse bei großer Oberfläche aus das viel billigere und als ..Strahler" ge­eignetere Material der früher benutzten Glüh- körper Anwendung sand. 3m Jahre 1881 schlugen (XIamont. später Svmz 6 e. Körbchen au» Magnesia vor. welche mit Blatindrahtnetz um­geben waren. Die erforderliche hohe Temperatur wurde durch Einführen von Lust in die Leucht- gasslamme erzeugt, welche in dem von Elamont ersonnenen Brenner voraewärmt wurde. Auf die Fachleute der damaligen Zeit machte da- Elamontscde Licht einen solchen Eindruck, daß es in einer Versammlung von Dasingenieuren als ..Anfang einer Revolution in der Gasindustrie" gefeiert wurde Da» war e» auch zweifellos: denn tas Gmnd'ätzliche des modernen Gasglüh­körpern lag hier bereits sie und fertig vor.

immerhin bedeutete der Schritt )um .Auer- st rümpf' eine ganze Anzahl gewalt.ger. techni­scher Verbefsungen Diese lagen in zwei Haupt­richtungen : E.nmal wurden von Auer v. Wels­bach noch bessere .Strahler" ausgesunden, als sie bis ha bin zur Anwendung gelangt waren, und zweitens wurden diese in noch viel feinerer Verteilung als vorher der Flamme bargeboten. Auer von DelSbach kam aber auch nicht auf ein­mal zum vollen Erfolge. Zuerst wandte er Ge­mische der Oxyde de» Lanthans. Zirkons. Ptt- hum» und Magnesiums, später des Thorium». Eerfums und Didyms an. Die besten Ergebnisse erhielt er. al» er eine Mischung von Thoroxyd und Eeroxyd in ganz bestimmten Mengenver- tzältnissen (99 v. H Thoroxyd und 1 v. H. Eoroxyb) anwandte die den heute q -wohnten Leuchteffekt ergab, von 1891 an dauernd b ibchalten Wurde und unter dem Handelsnamen .Au er- Mischung" bekannt ist. Aber ohne die im Äuerstrumpf gegebene äußere Form wäre der Effekt auch mit Hilfe der günstigsten Mifchungen nicht zu erreichen. Der Glühst rümpf stellt ein besonders intereffantes Kapitel In der Geschichte der Erfindungen dar. Aus die Tatsache nämlich, bah man die Oxyde der Erdmetalle in sehr sein verteilter Form erhalten kann, wenn man voll­kommen Derbrennbare (organische) Substanz mit den Lösungen ihrer Salze tränkt, und diese dann verascht, hatten schon B r e w st e r 1820 und Tal- b o t 1825 ausmerksam gemacht. Die Erfindung war also grundsätzlich schon gemacht, sechs Jahre Dar der ersten Anwendung de» KaikgluhiichtS. und Drummond und seine Rachfolger hätten sich ihrer ohne we teres bedienen können. Aber nie­mand dachte daran, sie zu verwerten. Erst Auer von Welsbach kam darauf zurück. Aber und das ist das zweite merkwürdige Moment als er den ent,'cheid<nden Schritt machte, dachte er nicht an Fortschritte im Beleuchtungswefen, an technisch« Errungenschaften oder w.r schastliche Er­folge. fonbem er war bemüht, geeignete Jlppa- rate für rein wissenschaftliche, spektralanalytifchr

Versuche zu konstruieren. Als diese Versuche von

günstigem Erfolg« gekrönt wurderr. war freilich

Oer Sternhimmel im Januar

Eivzel-erfen verbessert, bat Verfahren nach aller­lei Lichtungen ausgebaut worden, aber die im Jahre 1885 gegebene Grundlage wurde In keinem wesentlichen Punkt mehr geändert. Das Drum- mondfche Kalklicht findet nur noch in den ganz seltenen Fällen Anwendung, bei denen Harfe Lichteffekte gebraucht werden aber keine «lef- triztät zur Verfügung steht. ______

gegeben. Wiederum ein besonders eindringliches Beispiel für bie Befruchtung technischer unb ör.rt- schastllcher Arbeit durch rein wissenichastl.che Tätigkeit. Die Auerfche Glühlampe ist barm tn den 40 Jahren ihres Bestehens in manchen

(Rachdruck verboten.)

Sonnenaufgang von 8,15 bis 7.45 ilfcr.

Sonnenuntergang von 15,55 bis 16.40 Uhr.

Lichtgestalten des Mondes Voll­mond am 7. um 7 Uhr. 1. Viertel am 14 um 22 Uhr. 3. Viertel am 29. um 20 Uhr

mf. Sei der Verfolgung der Planeten auf unserer Sternkarte ist c» uns auf gefallen, dah man sich die Zahlen, mit denen wir sie bisher dcze'chnet haben, nicht so leicht merken kann. Wir haben deshalb zunächst daran gedacht, diese Zahlen durch tue Zeichen für die Wandelsterne zu ersehen, die die Sternkundigen zu ihrer Be­zeichnung anwenden, und die wir unseren Leiern bei dieser Gelegenheit einmal vorstellen wollen:

Qfe/w d Mer/ 4 Jupiter s) Je turn

Wir haben da» bei der Sonne bisher schon getan. Der Versuch, dasselbe Verfahren auch

den Ueberzug aufßebt. Dann schneidet man den Raum innerhalb des dick punktierten Horizontes heraus. Aus eine -weite Pappe von gleichfalls' 9 Zentimeter Durchmesser und dem Lappen b (lebt man allmonatlich die monatliche Sternkarte so auf. dah der gerade Pfeil auf die Mitte des Lappens b zeigt. Durch den Mittelpunkt steckt man eine Radel, legt dann den Ueberzug darauf und steckt die Lappen a mit Reibnägeln auf einer Unterlage so fest, dah man den Lappen b darunter durchdewegen kann: Zu der Stunde, auf die man dann den geraden Pfeil der monat­lichen Sternkarte dreht, erblickt man am Him­mel die Sterne, die man im ausgeschnittenen Horizont des Ueberzuges aus der Karte sieht.

Doch nun zu den Himmelserscheinungen ,m Januar!

Für die Beobachtung des Fitsternhim- m e l s ist der 3anuar einer der günstigsten Monate. Die Abende sind so lang, und demnach ist die alltäglich für die Beobachtung zur Ver-

STEMß/LOER.

STABEN

£> Mar/

^ySetum

/ferne Meme Buch- \/feben

<)'Jonne 'S, Y)f. Werfe! @ Vc/fawnd d J fierte!

Der die 94 Stundensahlen MitW- nacht Iw Mitt «macht ernte Tagte *1- iahende Kreit und die diel funkt, «rte Linie, der >09mannte Hortet*il, eind feet- Hehend rw denken. Der Sternhimmel dreht Ach lernt dem auf Mitternacht engenden geraden Pfeil gemiesermaRen dem Tei­ger der Hmmelruhr in 93 Stunden and 56 Minuten im Sinne dee gezogenen Pfeile emmal «»* innen M'ttilfunk Der eingescchnete Her, ernt umrahmt die «n der Stunde, auf die der gerade Pfeil eeigt. um die MenaUm.tte Acht- koren Sterne Untere Karte teig« alte den Zuetand um Mitternacht der Mo- natemitte Will man m einer anderen Stunde beobachten. 00 denke man eich den Sternhimmel tarn 1 dem geraden Pfeil eo gedreht. daR dioeer auf die Be- ebechtungenunde geigt; dadurch morden die tu dieeer Zeit Achtbaren Sterne m den nicht m>ttudrehendm Homtan» hin- emgedreht. Für je 5 Tage wer der Mo- natemitte iet der gerade Pfeil */j Stunde früher, für io 5 Tage nach der Monats - mitte Ml Stunde tfäter re Hellem. Men ter gl Ache die nächste Monatskarte. Deo Mond nimmt die gezeichneten Stellun­gen ein. wenn er die angedeutete [acht- gestalt zeigt

auf VenuS. MacS. Jupiter und Saturn anzu- wenden. hat uns aber nicht be.riebigi. weil sich diese Zeichen besonders wenn man Vie Karte dreht teilweise sehr ähnlich sehen und verwechselt werden. Also haben wir nach einem anderen Weg gesucht: Für den Saturn war er ohne weitere» gegeben: Wir haben al» Zeichen für ihn seine bezeichnende Gestalt mit t>cm Ring gewählt, der ihn ja vor allen anderen ©fernen auszeichnet. Den anderen drei in Be­tracht kommenden Planeten haben wir Zeichen gegeben, die sofort auf ihren Rainen Hinweisen, indem wir der Venus, der Göttin der Liebe, ein flammendes Herz, dem Kriegsgott Mars gekreuzte Schwerter und dem Donnergott Ju­piter den gezackten Blitz verliehen Haven. Der Sonne aber haben wir Strahlen angesetzt, so dah sie wohl nun niemand mehr mit dem Mond verwechseln wird.

Dg nun bei den Lesern, die sich auS unserer monatlichen Sternkarte eine drehbare Karte ge­macht haben, die daraus stehenden Bezeichnungen nicht mehr stimmen, geben wir ihnen einen neuen Ueberzug für ihren Sternbimmel. Für die :> noch keinen solchen drehbaren Himmel gemacht Haven, bemerken wir. day man sich hierzu eine Pappe von 9 Zentimeter Durch­messer mit den Lappen a auSschneidet unb bann

fügung stehende Zeit so beträchtlich, dah bie Veränderungen während eines einzigen Abends selbst dem flüchtigsten Blick auffallen. Da» ftfln- hige Auftauchen neuer Sternbilder im Osten hat auch die Folge, bat) bie Gesamtzahl ber beobachtbaren Sterne verhältnismäyig groß ist. Dazu kommt, day unS der Wintersternhimmel gerade die schönsten unb glanzvollsten Stembilbet bringt. Beim Eintritt der Dunkelheit sehen wir im Osten den Orion, links von ihm nach Rorden zu die Zwillinge mit Kastor und Pollux. Beide Sternbilder steigen im Lause deS Abends höher und höher, unb bald wirb in ber Verlängerung des Oriongürtel» ber hellste aller Fixsterne, der Sirius, sichtbar. Roch weiter link«, im Bor­den. sehen wir den Groben Bären, auch Him­melswagen genannt, wie er sich aus seinem spätherbstlichen Tiefstand immer weiter in die Höhe reckt unb sich sozusagen auf bie al» .Deichsel" des Wagens bezeichneten Sterne stellt.

Auf ber südlichen Himmelsseite sehen wir den einzigen deS Abends sichtbaren Wandelstern, nämlich den Jupiter, der unter dem au« einem Andromedastern unb brei Pegalusstemen gebildeten sogenannten Himmelsguadrat als bei weitem hellster Stern deS Abendhimmels er­strahlt. Sehr lohnend ist indessen auch ein Blick auf den Morgenhimmel, an dem wir drei Wan-

Rätsel um Kolumbus.

Von Dr Emil E a r t b a u «

Ein Wellumschwung schien in der Tat durch Kolumbus dcrdeigesührt, als mit Amerika aus de» Ozean» Fluten .ein Weltwunder, eine ganz neue Welt vor den Bewohnern der alten aussfieg. wie Heine fressend sagt. Selbst die roten Menschen, die darin lebten, schienen so verschieden von den bl*.xr bekannten zu lein, day die Theologen ernstlich barübcc stritten, ob aua) sie in die Erlösung durch 2esuS Christus mit einbegriffen seien. Man kann sich wohl denken, wie der Mann gefeiert, um nicht zu sagen In den Himmel gehoben wurde, dem allein so viele seiner Zeltgenos en. geblendet durch den glänzenden Erfolg, das grobe Snideckungswerk »u|<trieben. Als .multinhiator orbis terrarum, aU .Verdopplet der Welf wurde er von den Gelehrten gepriesen, und noch Voltaire stellt ibn als den bin welcher .die Werke der Schöp­fung verdoppelt habe". Unb wie benahm sich Kolumbus selbst diesen Huldigungen gegenüber? Obgleich er. wie aus verschiedenen Tatsachen her- vorgeht. ein überaus eitler Mensch war. hat er doch niemals gewagt, sich seinen Zeltgeiws en gegenüber das Ikrbienft ber Entdeckung Ameri­kas restlos zuzuschreiben

Es spricht dieses gcwch sehr für bie von den Gelehrten viel umstrittene Tatsache, day. ganz abgesehen von den bereits im Zähre 1OX) an der nordame^zkanlschen Küste gelandeten Ror- mannen. der wirkliche Enidecker der Reuen Welt, der Wittenberger Patrizier Martin Behal m war Dieser hochgebildete, bescheidene Maiin welchem Kolumbus auch an nautischem Wissen austerordenllich wert nachstand. und ber durch die Erfindung des Astrolabium» (üuabrantem eine regelrechte Schisfahrt durch die grob i- Wasserwüsten des Weltmeeres überhaupt erst möglich machte, wurde nämlich im Jahre 1153 au« einer «einer Entdeckungsfahrten von den Azoren aus so weit westwärts getrieben, dah er an die flache Küste von Brafillen tn der sogenannten Pra as von Per tambueo kam. ckr fuhr eine Strecke wert der Küste entlang und nahm sie für die Krone von Portugal in deren Dienst er als Seemann eine hohe StrlL-g fiel bete In Bellst. Das haben Jr-.-i auch die

Portugiesen von Anfang an geltend gemacht, später aber erst deutsche Gelehrte.

Rachweislich hat Behaim neben Mage 1 - bie». dem ersten Weltumsegler. auch Kolumbus über diese seine Fahrt genau unterrichtet, doch scheint he durch des en großartigen SntdeckungS- crfolg vollständig verdunkelt worden zu fein. Auch ist erwiesen, dah Kolumbus 1477 in Eng­land war. wo unter den Seeleuten bie münbliche lleberliefcrung über bie Rormannenfährten zur nordamerikanischen Küste noch fortlcbte. Als klug berechnender Mensch hielt er c» deshalb sichtlich für geraten, sich niemals als den wirk­lichen Entdecker ber Reuen Welt hinzustellen. Das wagte erst ber zweite Sohn des Kolumbus, welcher eine Viagra.'bie seines Vaters versaht hat. bie dessen wahres geschichtliches Bild voll­ständig verschleiert.

Soweit es nur eben anging, wubte Kolum­bus seine Verdienste sehr wohl hervorzuheben, und Iväo de Barros, der Livius der Portu­giesen. wie man ihn mit Recht wegen feiner Zuverlässigkeit geheiben hat. nennt ihn sogar einen gewaltigen Prahler, dem man deshalb auch wenig Vertrauen geschenkt habe. Was ist es auch anders al» lächerliche Prahlerei und Selbstüberhebung, wenn Kolumbus in Anlehnung an die Worte de» Propheten Iefaia» .Ich will einen neuen Himmel unb eine neue Erde schaffen" in einem Briefe an Juanna de la Torre schreibt .Gott machte mich zum Gesandten eines neuen Himmels unb einer neuen Erde."

Maa spanischer 6tob unb Patriotismus auch iort'ahren. den sogenannten Entdecker der Reuen Welt als einen Mann hinzustellen, an dem kaum ein Makel haftet, fo wird sich doch die Geschichts'orfchuna an der Hand der vorliegen­den Schrllturfunoen der Tatsache nicht weiter Oert>l-.eben können, dast Kolumbus ein Mc'«ch von niedriger Gesinnung war. und dast er feinen Erfolg als Entdecker viel weniger feinem Willen unb .können als Seemann, denn der schlauen Ausnutzung der von anderen Seefahrern gesam­melten Erfahrungen verdankte

Es er' heint uns geradezu naiv, wenn Kolum­bus in einem Briefe an den König von Spanien aller Ernstes behauptet dast die Erde die Gestalt clnt4 Balles habe, worauf fich eine Erchi n.. : von der Form einer 5r<rjrn5ruh twhnbc Man kann H K-'umb,:» nicht rerfbcln

bab er in ben Küsten unb 3nfcln von Amerika die von Oft allen gesunden zu haben wähnte: was aber soll man dazu sagen, dah er am 12.3uni 1494 die Mannschaft feiner kleinen Flotte aufforderte durch einen E i d zu erhärten, dast die Küste der Insel Kuba da» Festland von Asien und von Shina sei? Dem. wer das Gegenteil zu faqen wagte, wurde, wie Alexander von Humboldt schreibt, das Ab- schnciden der Zunge angedrvht. Die Erwähnung des so traurig berühmt gewordenen Bluthundes .Dezerillo . welchen Kolumbu» auf die wehr­losen Eingeborenen loslieb, genügt, um die grau­same Gesinnung dieses Mannes in da» richtige Licht zu stellen. Wie selbstsüchtig unb aelbgieng er war. erhellt aus verschiebenen Tatsachen.

Rätselhaft ist es. wie ein solcher Mann, der nach neueren Feststellungen Wollweber in Genua war und bann als Matrose zur See ging, sich mit einer vornehmen Dame au» dem Hause Perestrello verheiraten konnte. Aus Lissa­bon. wo er die Rolle eines Emporkömmlings spielte, mubte er fliehen, weil bie dortigen Be­hörden weaen iraenbciner Missetat wahr­scheinlich Dtebstahl oder Unterschlagung auf ihn fahndeten. Dann kam Kolumbus nach Spa­nien, wo er mit Hilfe der sehr angesehenen Schifferfamilie P i n z o n e das nötige Geld zur Ausrüstung von drei kleinen Schiffen im Be­trage von 1 140 000 Maravedis auf brachte. Die Entdeckung des Erdteils, welcher heute ein gan­zes Heer von Millionären unb Milliardären aufzuwellen hat. kostete allo nach unterem Gel de nicht megr als 29 184 Mark Der Genuese Ehri- stoph Kolumbus aber wurde durch sie zu einem wahren Bolkshero». der sich feiner väterlichen Abstammung nicht gern erinnerte und sie ge­flissentlich geheimgehalten zu Haden scheint.

Wer wollte wohl das grobe Verdienst des Kolumbus um die ganze Kulturentwicklung der Welt leugnen? Wie viele deutsche Auswanderer Kmögen schon im Laufe der Jahrhunderte be­wert das alte Lied gefangen Haden .0 Kv- »dus sei gtbnefen. ber du uns den Weg ge- wiefenf 3n feinem Verdienste um btt Menfch- (x.t aber Kolumbus in Amerika Ehrtstus auf Golgatha an die Seite zu stellen, wie das ge- ltgentiich der vierten Zahrhundertseier der Ent­deckung von Amerika durch die spanische Regie-

belfiernt erkennen, nämlich die V e»»s als leuchtenden Morgenstern, sowie den Mars unb den Saturn. Den Sterndeutern galt bekannt­lich bie Venus al» da» Gestirn der Liebe unb Freude, der Mars und der Saturn waren da­gegen ausgesprochene Unglückssterne. Wir stellen nur fest, dah die sich fchnell bewegende Venus kurz nach der Monalsmitte ben Saturn über­holt und fich dem links unter ihr stehenden Mars mehr und mehr nähert.

Die gröbte Merkwürdigkeit am Ianuarstern- Himmel ist der Mitte Dezember von dem austra­lischen Astronomen Cfiencnu? entdeckte Komet Er bewegt sich erheblich weniger schnell als mar. anfangs annahm, deshalb bringt er auch nicht fo weit nach Rorden vor unb ist daher abends und morgen» nur kurze Zeit sichtbar. Zur Zeit steht er zwischen dem Herkules unb dem Adler unb bewegt sich auf ben hellleuchten- ben Stern Atair. den Hau7»tstern des Ablers, zu. Der Komet ist wahrscheinlich derselbe, den schon de Bico vor 82 Jahren gesehen hat. und der deshalb nach ihm benannt ist.

Küstermann

Zusammenschluß der Kraftomnibus- llntemehmungen.

Auf Einladung des Verbandes der Kraftomnibus- und Rundfahrt- Unternehmungen Deutschlands. Sttz in Heidelberg, fand gestern nachmittag Un Hotel Schütz eine gut besuchte Versammlung von In­habern bzw. Vertretern von Kraftomnibuslinien. Abgesandten der Staats- unb Kommunalbehör- ben. ber Derkehrsvereine. ber Presse usw. statt. Tie Versammlung leitete der Vorsihende des Gemeindeverbandes WieseckAlten-Bufeck, Ge- meinberat Benner- Wieseck, der tn feiner Er­öffnungsansprache darauf hinwies, bab der Ver­band im vorigen Jahre gegründet wurde unb durch seine erspriessliche Täkigknl bereits eine starke Ausdehnung erfahren habe. Der Zweck die er Verfamn lang fei. eine Bezirksgruppe Cbieben dieses Verbandes au gründen, damit auch die hiesigen Kraftomnibuslinian tn den Verband einnegll?bert würden. Der Redner begrüßte dann die Versammlung, insbesondere die Behördenvertreter, die Abgesandten der Ver- kehtsvcreine und die Presse.

Hierauf sprach der Verbandsvorfihende Bil­ler» Heidelberg tn fesselnder Weise Über die Bedeutung des Grohkraftverkehrs unb das Arbeitsvrogramm des Ver­bände». wobei er gl.-ich,citig Mltte.lunacn über den Reichsverba ndsiag In Wies­baden machte. Der Redner erklärte u. a.: .Der Verband der Kraf.omnibus- unb Runbfahrt- Unternehmungen Deutschlands war schon im Jahre 1922 gegründet worden, die Infl ttionsveit machte feinem Wirkm aber ein Ende. Im Jahre 1926 lebte das Inter rfse an dem Verband wieder auf, im Frühjahr 1927 war tn Frankfurt a M. Ne Gründungstagung, auf der ber Verfxmd wieder ins Leben gerufen wurde. Das erste Verbarrdsjabr war in der Haup'soche ein Werb»- fahr, wobei aber für die Kraftomnibuslln« schon mancherlei erreicht wurde. Bei den Regie» rungSstellen findet ber Verband schon aufmerk­same Beachtung. Der Reichs». rbaridStag tn Wies­baden verlief zur gröbten ZusriedeTcheit der 23er- banbglettxmg unb der Tigungsteilaehmer. Der Verband will nicht nur feine Mitglieder schützen, sondern er will auch verkehrstördernd wirken. Er lehnt es ab. unsachliche Arbeit zu leiste« oder mit Schlagworten au operi-ivn; er will nur mit wahrheitsgetreu m Material und Ncher fun­dierten Unterlagen für feine Mltgli?der und den Drvbkraftverkehr eintret m. Seine Hauptaufgabe erblickt der Verband darin, die gesamten An­gelegenheiten de» GrobkraftVer­ve r k e h r S auf eine wirtschaftlich ge­sunde Basis ku bringen. I B. famt die Preisfrage nur gesunden, wmn gewisse 2U>rmen eingeführt werden. Die Awifchen den einzelnen Linien noch bestehenden starken Unterschiede tn der Fahrpreisberechnung machen es erforderlich, auf eine Pr et-kalkulation nach ein­heitlichen Richtlinien btnzuwirken. Der Verband betrachtet es dah.n als ein? besondere Aufgabe, die Prelskalkulatton ds Omnibus­gewerbes in gesunde Bahnen zu bringen. Wich­tig ist auch die Stellungnahme zur

rung berabgegebenen Festschrift .El centenario" geschehen ist. dürfte doch nichts weniger als angebracht erscheinen.

Hessisches Landestheater.

Das Hessische Landestheater in Darmstadt ist in der letzten Zeit mit einer Reihe von Heu* aufführungen unb Reueinstudierungen hervov- getreten, die vom Publikum sehr beifällig aus­genommen wurden. So erlebte Molnars .Spiel im Schisst", das In der vergangenen Spielzeit einen starken Erfolg hatte, mehrere Wiederholungen. In der Oper folgten .51 be­ll o". .Die Meistersinger" unb Verdis .Maskenball": bie Operette war durch Sul­livans ,M i k a d o" vertreten. Bei der Oper waren durchweg sehr hochstehende Gesangslei­stungen au verzeichnen, namentlich auch bei dem : gere Zeit nicht mehr gegebenen .Maskenball". Der .Mikado", der am Silvesterabend ausgesührt wurde, stand unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Dr. Böhm: neben den künstlerischen Darbietungen aller Mittvirfen- ben verdient die geschmackvolle Ausstattung dieser Reuin'Zenierung besonders hervorgehcben zu werden. Der geaenöär.igen Geschmacksrich­tung vieler Theaterbesucher, die Kriminal stücke bevorzugt, hat auch bas Landestheader Rech­nung getragen, indem es Bayard-Bell- lers Kriminalstück .Der dreizehnte CtubP tn ben Sptelplan aufnahm. Gleich dem vor einiger Zeit hter viel gegebenen .H:,er" beruht die starke Wirkung auf mm mellen Span­nungen unb auf einem gewissen Rätselraten über bk Rolle, die ein In dem Stück aus tretender Mörder spielt. Durch ein allmähliches Aus­becken der Fäden wird die Spannung beim Publikum stä ntigtoa chgehai t en. Das Stück hat auch hier seine Wtrftmg nicht vertehll unb es oer pricht der Theaterkas'e gute En nahmen zu- |uführen. Zum Schtust fei noch ein Gastspiel russischer Tänzer unb Urnerinnen, ber Diag - h Iless -Gruppe, erwährn. Es war eine XanAfur.ft. bk sich auf ber Kunst des allen Ballett» als Grundlage aufbaut, aber einen starkem nationalen EinfckLag auttveist. E» waren Tanzleistungen, namen lich ber männllchen Mit­glieder. wie man fk hier kaum je gesehen ^at.