Ausgabe 
5.1.1928
 
Einzelbild herunterladen

Htt ).

k Tlunbf?'1

e.

t JS**« ira»««

fcy-

leÄ 8«:.' b* Ä iffwJm Ä£

Ȁ L?L *135^. ' nut

9t Monatrgeld ^lnhen waren jWnft scher, et' vlandbriese

Tendenz au'

T »4vLcher und m 1 bU 2 Pro- Prozent unter-

idcbörse.

'N. Die erhöhten "Folge, M die W etwas scher 4en Aotierungen l Mi Mbtud ch nach wie vor i Deizenlleie be- : Weizen 1, gut. DMt Auswuchs i, troden, bis zu is 24; Weizen 3 23 ^w-ent Zeuch, in, int, 25; 6om- bis 28,50; Haser, , 20,75; für andere ., Spttial 0,37.50 eizemeie 14 bis 5,50.

lnbSrft.

luslanbe norluß.. loggen lauteten b<- Samstag, und oudi Brotgetreide waren Ovinz Hot sich gegen ngerl, die Mithin ende Nachfrage, ba i nicht beleben will ety aus alten Ron ; geführt. Am Liefe

für Weizen und i Ausfandmeldungc" ft ist da» Snaebot nieder höhere vrc:'. [e Nachfrage feilen it zeigt, höhere For- Immer noch ziemlich Weizen, markifche' 19 Mark, Mr, 271, kifcher (69'kgW; ,50 bis Mo ergerfte 220 bis>2*5 203 bis 213, Marz

KL'S-V» 1^5* 70 bl» 1S.80.Le-' -KLS

i 3

5

SS fc« !|

58,55

Lzj

L.0 m.e w.r i.ii tu.*

a.»

Ö «'S

71,25 ,96?

0,503»

22,05 111,16

M97

Ä8

Z.06 ti.3ti 78 07

AxAtlstÜ 1««*^

Vr. 4 Erster Blatt

178. Zahrgang

Donnerstag, 5. Januar 1928

triftet«! tfl|lift,aebet Sonntag» 5<tcrtags.

Beilege«:

hbcirr Ja«tlienblütter hrim-1 >m BUb Oie SftoCt

»eets-Beiigiyrtü: r Helft*narb und 20 Hrtftsptmutq ftr Trüge» lohn, auch bei Diftter- Schemen einzelner Nummern Infolge höherer Gewalt. Jernfpreftanlftlülle: 51, 54 und 112 Anschrift für Vrahmach. richten Inniger 4 letze».

potffterftonto: jrenttnrt am Blain 1168».

Metzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

thmtf MHb Deriog: vrühl'sche Untversilüls-Vuch. und Steinöniderei B. Lange in Gießen. Sdfriftlettnng und Geschäftrstelle: ZchnlNraße 7.

lnna)me oou Snjelatn für die lagrtnnmmer ois junJiaftmiltag vorher.

Prell für 1 mm HL he ftr Hnj<ia«u von 27 mm Brette örtlich 8, auuoirt» 10 Ne»ch»pfennig7 für Ne. hlameanteigen von 70 n m Brette 35 Helft»pfennig, Platzvoriftrift 20* . mehr

Chefredakteur

Dr. Jnebr. With. Lange Derantmonlift tüt Politik Dr Fr. Wilh Lang«, für Feuilleton Dr H Thvriot; für den übrigen Teil tfrnfl Slumlftetn; für den An. peigenteil Kurt Hillmann.

sämtlich in (Sieben.

WosiehenwirmHeffen?

von unserer Darmstädter Redaktion.

Der llebergang vom alten xum neuen Jahr hat sich In der hessischen Politik In ähnlicher Weile vollzogen wie der IayreSwcchsel von 1924 auf 1925. Damals konnte auch nach den Wahlen «4. Dezember) zunächst keine Regierung zu- ft a n o e kommen und die Parteien muhten wochenlang mi einander verhandeln. Allerdinas toar um Die Jahreswende damals die politische Jage viel undurchsichtiger al» jetzt; die Probleme waren zu jener Zeit jedoch ähnlich ge­lagert wie gegenwärtig, indelsen ist daS Stadium der Entwicllung nunmehr etwas weiter vor- 0*14) ritten.

3m Jahre 1924 war eS daS Zentrum, daS bei den Verhandlunaen zur Regierungsbildung lozufagen daS Heft in der Hand hielt. eS war die treibende Kraft, während eS jetzt in eine passive Lotte gedrängt und viel mehr als früher von der Sozialdemokratie abhängig ist. DaS Zentrum halte 1924 bei den Wahlen zwei Sitze eingebüht und suchte Anlehnung nach rechts, jetzt hat es sogar zwei Sitze gewonnen, hat ober merkwürdigerweise weniger Einfluß cuf die "Regierungsbildung als ehede.n. War zu jener Zeit die Politik des Zentrums schwer zu durchschauen, wußte man nicht genau, zu welchem ,;t[>ed ee mit den anderen Parteien unterhandelte, so war man nunmehr wohl allgemein von vorn­herein der Ucberjeugung, bah eS die Forderun- gen der Sozialdemokratie onnehmen werde

6o ist es denn auch geschehen; aus den letzten Besprechungen der Zentrumsfraktion im alten Jahre Hl bekannt geworden, öafj das Zentrum denMin - deftforberunflen jugtftimml hat. 3m wc- sctitltchen bedeutet dies einen Verzicht auf das bnncnmtnftcrlum und das Einverständnis mit der Dem okratifterung der Verwal­tung, worunter in erster Linie die Besetzung der strelsrat» st eilen durch politische Persönlichkeiten zu verstehen ist. Da» Zen- Irum hat mit der Aufgabe des Innenministeriums auch den M i n i ft e r Rirnbcrger fallen g e - lassen. Dieser ist aus dem Beamtenstand hervor- gegangen, und man kann annehmen, daß er nicht l.lne ftanb zu den Maßnahmen bieten wollte, die Idne Partei bereit ist, der Sozialdemokratie zuzu- gestehen. Der linke Flügel des Zentrum» hat sich nieder einmal stärker al» der rechne erwiesen.

Innerhalb der Sozialdemokratie wa» bei einer groben Partei erklärlich ist ringen auch Gegensätze miteinander, sonst hätte sie nicht immer die Entscheidung hinauSgeschoben. ,rür die Sozialdemokratie wäre ja daS nächst- Hegende gewesen, sich wieder mit dem Zentrum zur Weimarer Koalition zusammenzu- schlieben. AlS sich dann Schwierigkeiten ergaben, hätten die Sozialdemokraten der sogenannten Proben Koalition zustimmen können (Zen­trum, Deutsche Dolksparlci. Demokratie und So­zialdemokratie). allein sie wollten nicht recht, wenn auch nach allem, was verlautet, es das Zentrum war. das die Grobe Koalition ver­eitelt hat. Wie die Dinge gegenwärtig stehen, kamen das Zentrum und die D e u t s ch e Volks- Partei, von dem Gesichtspunkt der Sozialdemo­kratie gesehen, als gleiche Partner für die "Bil­dung einer Regierungskoalition in Betracht; die Freiheit der Wahl lag durchaus bei der So­zialdemokratie und doch ging die Fraktion am 29. Dezember nach einer mehrstündigen Beratung auseinander, ohne sich entschlossen zu haben. Die Entscheidung wurde auf Anfang Januar vertagt.

Wäre die Meinungsbildung innerhalb der Sozialdemokratie einheitlich, so hätte die Partei sich zwetsettoS schon längst entschieden. Bemer­kenswert in dieser Hinsicht waren Verlautbarun­gen in der sozialdemokratischen Bresse, die fest- stellten und betonten, daß sich öu Sozialdemo­kratie noch nach keiner Seite hin ge­bunden habe, al o auch nicht dem Zentrum gegenüber, was einige Meldungen behauptet halten. GS scheint dieS auch richtig zu sein, denn die ZeiUrumsprcste emp'iehlt sich allzu dringend der Sozialdemokratie zur Berücksichtigung. So wird im .Mainzer Journal' u. a. daraus hin- gewiesen, daß bei einem Eintritt der Deutschen Äolkspartei in die Regierung, die Opposition nicht geschwächt, sondern gestärkt werde, wett nun das Zentrum in die Opposition kommt. Die Regierungsba iS werde um sechs S immen [Liner, die Opposition aber um sechs Stimmen gröber. So einfach liegen die Dinge nun doch nicht, denn das Zentrum hat mit den anderen Oppo­sitionsparteien sehr wenige Berührungspunkte und eS wird nicht Opposition um der Opposition willen treiben können. Als OppositionS partri kommt daS Zentrum sicher in manche schwie­rige Lage; deshalb ist es verständlich, datz rs stark danach strebt, wieder die Weimarer Koalition in Hessen zur Herrschaft zu bringen.

Derwaliungsresomi in Thüringen.

Thüringens neue Ltcuerverwaltung geht auf das Reich über.

Weimar. 5. Ian. (Wolff.) Die Verhand­lungen zwischen der thüringischen Regierung und dem Reichssinanzministerium über die Hebe r - tragung der Landessteuerverwal­tung auf das Reich sind soweit gefordert worden, bab man nunmehr damit rechnen kann, dah die Reichssteuerbehvrden die Verwaltung

Amerika und der Knedenspaki Briandö.

Eine höfliche Absage.

Zwischen Frankreich und den Vereinig­ten Staaten von Amerika hat sich in den letzten Wochen ein recht interessantes und zu­gleich amüsantes Zwischenspiel ereignet, in dem die französische Regierung nicht attzu glücklich abgeschniiten hat. Der amerikanische 61*116- fcfrelär Kellogg hat, selbstverständlich mit Zu­stimmung der franzosi chen Regierung den daraus bezüglichen Rotenwechsel nach dessen Abschluß der Oefsentlichkeit übergeben, so daß man nun­mehr In der Lage ist, die Entwicklung voll übersehen zu können.

Schon im Jahre 1908 hatte Frankreich mit den Vereinigten Staaten von Amerika einen Schiedsgerichtsvertrag abgeschlossen auf Grund eines von dem bekannten VölDrrcchts- lehrer und damaligen amerikanischen SutS- sekretär Elihu Rovt verfaßten Entwurfs. Rebenbei sei bemerkt, daß eS einer der größten Fehler der deutschen Politik in der Zeit vor dem Kriege gewesen ist. nicht sofort dem Bnsp.el Frankreichs zu folgen und einen ebensolchen Vertrag <ib}ufd)r.icben, sondern solange zu zögern. biS eS zu spät war. DaS Hal zur deutschfeind­lichen Stimmung tn Amerika wesentlich bei ge­tragen. Der Vertrag lief zehn Jahre und wurde 1918 auf weitere zehn Jahre verlängert, läuft somit im Februar d. 3. ab.

Zwischen Frankreich und den Vereinigten Staa­ten wurden nun Veth. . langen in doppelter Richtung gepflegt. Einmal wurde vorge- schlagen, den kurz Rvotichen genannten Vertrag mit unbedeutenden Änderungen abermals um §ehn Jahre zu verlängern. Darüber hinaus jedoch glaubte die französische Regierung beson­ders klug zu handeln, wenn sie der ameriiani* scheu den Abschluß eines Sondervertra- fl e S nahelegte, durch den sich beide Mächte eierlich im "Hamen ihrer Volker verpflichten sollten, den Krieg als politisches Mit­tel zu verurteilen und aus den Krieg als ein Instrument ihrer nationalen Politik unter­einander zu vernichten. Sie sollten Über­einkommen. eireitigfciten, die zwischen ihren Völkern entstehen konnten, gleichgültig, welcher Art sie auch seien, nur auf friedlichem Wege beizulegen.

Hierin war eine Erweiterung des gewöhn­lichen Schiedsgerichtsverfahrens zu erblicken, beim bei diesem hatten die Amerikaner von vorn­herein erhebliche Vorbehalte gemacht. Ame­rika ist stets besonders eifersüchtig darauf be­dacht. jegliche Beeinflussung innerkwlitischer An- gelegeicheiten, zu denen namentlich Einwan­dererfragen gehören, von auswärts zu ver­hindern. Für sie liegt die Gefahr nahe, daß von einer außeramerikanischen Macht Maßnah­men zur Beschränkung der Einwanderung vor ein Schiedsgericht gebracht werden, wenn nicht rechtzeitig dagegen Vorsorge getrof­fen wird. Ferner sind die Amerikaner peinlich darauf bedacht, ihre allbekannte Mvnroe- Doktrin in ihrer weitesten Form als zartes Pflänzchen gegen Einwirkung von außen zu schützen. Rach diesen beiden Richtungen waren und sind ihre Vorbehalte eingestellt.

Mit dem zweiten Vorschlag zur Abschaffung des Krieges zwischen Frankreich und Amerika verfolgte Briand einen anderen Zweck. Allen sranzölischen Staatsmännern ist immer noch der Wunsch eigen, Amerika in die Reihe der Mächte einzubeziehen, die den Unoeränbertcn Fortbestand deS Versailler Ver­

trages garantieren. Sv war der Pakt gedacht, den Wilson zwar unterzeichnet, den aber der Senat nicht betätigt hatte. Ein zweiter Versuch, einen solchen Pakt im Rahmen deS Völkerbundes herbeizuführen. scheiterte am Widerspruch Eng­lands. das ohne Amerika nicht mittun wollte. Run plante Briand zunächst einen solchen Ver­trag mit Amerika abzuschNeßen. der wenigstens moralisch die Vereinigten Staaten in dem gleichen Sinne festlegen würde.

Die amerikanischen Politiker waren zu gerissen, um in diese Falle zu gehen und zogen hat) statt dessen mit Glanz auS der Affäre. Die Ant­wortnote deS Staatssekretärs Kettvga fegt der französischen Regierung in der höflichsten und liebenswürdigsten Form dar. daß bei den freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern ein Streit mit Kriegsmöglichkeit völlig ausgeschlossen sei. Da aber beide Mächte in bestimmten Richtungen bestimmte Bin­dungen cingeganaen seien, wäre die Möglichkeit gegeben, dah auf diese Weise die eine oder die andere in einen Streit mit anderen Mächten hineingezogen werden konnte. Daher würde sich ein zweiseitiger Vertrag zwischen Frank­reich und den Vereinigten Staaten nicht empseh- len, vielmehr müßten alle Großmächte sofort zum Beitritt aufgefordert werden.

Damtt ist nun wieder Frankreich keinesfalls gedient und außerdem läge darin die Begrün­dung eines neuen Völkerbundes mit Einschluß und unter Führung Amerikas, was die Stellung Frankreichs in der europäischen und in der Weltpvlitik nicht erleichtern würde. Viel­

leicht bat man auch In Washington instinktiv aeuhlt, daß Frankreich bei seinem zweiten Dor- sch'.ag noch einen anderen H ntergedanken hatte. Wenn Amerika einem allgemeinen vor- bcba:tIoTen SchiedSgerichtSvertrag zustimmi. bann wäre eS für Frankreich auch möglich, die Kriegsschuldensraae vor ein internatio­nales Schiedsgericht zu bringen. Davon wiederum will Amerika nicht- wissen und vor allen Dingen wehrt eS sich noch immer mit ebenso großer Bestimmtheit wie Hartnäckigkeit gegen jede Verquickung der französischen und englischen Kriegsschulden mit der Höhe der deutschen Re­parationszahlungen. Hierin dürste ein weiterer zwingender Grund für die höfliche und liebens­würdige aber darum nicht minder entschiedene Ablehnung deS französischen Vorschlags lie­gen. Die Franzosen werden sich also damit ab- finden müssen, dah gerade von Amerika aus die Revision deS DaweS-Abkommens ohne gleichzeitige Herabsetzung der sranzösischen Kriegs­schuld in Anregung gebracht wird.

Oer Gegenvorschlag Kelloggs

Washington. 4. Ian. (WTB.) 3n Kon- greßkreisen wird die vom Staatsdepartement so­eben bekanntgegebene Aufforderung der Regie­rung der Vereinigten Staaten an Frankreich, den Schiedsvertrag zu einem vielseitigen Vertrage an Stelle eines nur zweiseitigen Paktes auszugestalten, durchweg beifällig aufgenommen. Man begrüßt die Absicht der Regierung, ähn­liche Verträge mit London und Tokio

Schwere Explostonskalastrophe in Berlin.

Mehrere Todesopfer bei einem Hauseinsturz in der Landsberger Allee.

Berlin, 5. San. (IDIB. Zunkspruch.) Gegen 12.30 Uhr nachts erfolgte In den unteren Räumen be» Hauses Landsberger Allee 116 eine schwere Ex­plosion, durch die der ganze rechte Anbau des vier- ftöckigen Wohnhauses roeggerlff ea und In einen Trümmerhaufen verwandelt wurde. 3n den unteren Räumen entstand rin Brand, der von fünf Zenerwehrzügen bekämpft wurde. Bl» 3 Uhr morgen» waren 3 lote und 15 verletzte geborgen, jedoch muß angenom­men werden, daß sich unter den Trümmern noch eine Anzahl von Token befindet.

Das Grundstück Landsberger Allee 116 bietet ein grauenvolles Bild der De r - Wüstung. Die etwa sechs Dieter breite rechte /Seite des Hauses ist vollständig abgerissen und auf das danebentiegende, unbebaute Gelände abge- stürzl, wo eine ungeheure Masse von e(roa zehn Dieter höhe, die aus Mauerblöcken, Balten, Bret­tern und Möbelstücken besteht, der Ausräumung harrt. Zahlreiche Feuerwehrleute find beim Schein von Acetylenlampen und Fackeln damit beschäf­tigt, den Schutt wegzuschassen. Bis drei Uhr nachts waren bereits drei Tote und fünfzehn Berlehte ge­borgen, doch dürfte die Zahl der Toten weit er­heblicher fein, da gerade in diesem Jlügel slkh die Schlafzimmer vieler Haus­bewohner befanden. Die im parterre befind­lichen Räume eines Kolonialwarengeschäftes und einer Wirtschaft sind vollständig zerstört.

3m Hause sind viele wände eingedrückt und andere weisen starke Risse auf, so daß sie abge­tragen werden müssen. Die Türen hängen schief in den Angeln ober sind au» den Angeln gefallen. 3 n der Lust hängende Mauer wände muhten der Einsturzgefahr wegen beseitigt werden. Zahlreiche Fensterscheiben sind in Trümmer gegan­gen und auf die gegenüberliegende Seite geschlen­dert worden, wahrscheinlich ist die Explosion durch große Mengen von Ammoniak und Gas hervorgerufen worden, die sich in den Kühlräumen einer ZleIsch - roarenfabrlf angesammelt hatten. Das gleiche Bild bot der hos, der wie ein Krater aus­sieht, und die zerstörte Iteischwareusabrik.

Trotz der von allen beteiligten Feuerwehren und Rettungsmannschaften unter Einsatz aller Kräfte und Dichtachtung der eigenen Lebensgefahr fort­gesetzten Aufräumungrarbeiten an der Explosions­stelle in der Landsberger Allee konnten bis 8,30 Uhr früh noch keine weiteren genauen Feststellungen über die Zahl der bei dem Explosionsunglück Derletzten bzw. Getöteten ge­macht werden. Auch von den Toten konnten bis jetzt nur eine 4öjährige und eine 67jährige Jrau identifiziert werden. Die ärzttlche Untersuchung der sünszehn Derlehten hat glücklicherweise ergeben, dah die Derrounöungen es handelt sich im we­sentlichen um Gesichts- und Beinverletzungen nicht allzu schwer zu sein scheinen.

der Thüringer Steuern vom 1. April d. 3. zu Bedingungen übernehmen, die den Interessen des Lande- in angemessener Weise Rechnung tragen. In dieser Maßnahme liegt der erste entscheidende Schritt der Thüringer Verwal- tungSvereinsachung. Man wird ihn als günstigen Austakt für die Berliner Konferenz der Länder besonders begrüßen können. Gerade in Tchüringen arbeitet der Steuerapparat ver- hältnismäßia teuer wegen der starken Zerstücke­lung des Landes. Das Reich hat hier ganz andere Möglichkeiten zu rationalisieren und über­flüssiges Rebeneinanderarbeiten auszuschalten. Vielleicht wird dadurch auch der Plan des Reichsfinan^ministers gefördert, der eine Ver­einheitlichung der gesamten Steuer­erhebungen verfolgt, aber mit seiner Vor­lage sich bisher gegen den Widerspruch der einzelnen Länder im Reichsrat nicht durchzusehen vermochte.

Um den Wahttermin.

Vermutlich erst im Herbst Wahlen im Reich und in Preußen.

Berlin, 5.3an. (Wolfs.) Zu ber lebhaften Diskussion in der Oessenttichkeit über die Frage, ob die Wahlen zum Reichstag und zum preußischen Landtag früher als bestim­mungsgemäß burchgeführi werben, wird aus par­lamentarischen Kreisen erklärt, buh allein bie Sozialdemokraten und Kommunisten für die vorzeitige Auslösung ein träten, wahrend sämtliche bürgerlichen Par­teien im Reich sowohl wie in Preußen gewillt sind, die Parlamente eines natürlichen Todes sterben zu lasten. Das würde bedeuten, dah Ende Oktober ober Anfang November zum

Reichstag unb Im Veziber zum Preußischen Canb- tag gewählt werden muß.

3n Preußen wollen die bürgerlichen Parteien die im Mai, spätestens im 3uni, durchzusührenben Kommunal- unb Kreistagswahlen nicht mit den politischen Wahlen verquicken, weil bei den ersteren die Gegensätze im bürgerlichen Lager weniger scharf find, unb so durch Listen Ver­bindungen der StimmenjerfpHtterur.g wirksam be­gegnet werden könnte. Uebrigens wollen die preu­ßischen Regierungsparteien im Einverständnis mit der Regierung noch vor den Kommunatwahlen den Landtagsbeschluß aus Aushebung der Guts­bezirke in die Tat umsetzm, damit die Einwohner der Gutsbezirke bereits bei diesen Kommunalwahlen mitstimmen können.

Keine Mieipreisechöhung.

Dor einer ernsten K.isiS auf dem Wohnungsbaumarkt.

Berlin. 4. Ian. (WB.) Zu der in Mieter­kreisen verbreiteten Befürchtung, dah am 1. April 1928 aberma ls eine Steigerung der Miet­preise eintreten werde, wird dem Rachrichten­bureau des Vereins Deutscher Ze'.tungSoerl^g-er an unterrichteter Stelle versichert, dah eine solche abermalige Steigerung zu drin genannten Ter­min für die Wirtscha't untragbar sein würde, zumal naturgemäß dabei die Rückwirlungen auf die Konsumenten auch in ihrer Eigenschaft als Lichn- und Gehaltsempfänger in Frage kommen. Eine Mietzrnsverteuerung wird daher am 2. Apr l 1928 nicht eintreten. Dagegen ist die Situation auf dem Wohnungsoaumarkt für das Jahr 1928 als kritisch zu bezeichnen, da sich der private Kapitalmarkt vor einer recht ungünstigen Lage sieht. Es bleiben für den

Wohnungsbau nur zwei Hilfswege: einmal, daß das Reich in der Lage tst, seinen sogenannten Zwischenkreditsonds von 200 Millionen Mark aus eigenen Mitteln zu erhöhen, oder aber der AuSlandmarkt. Sollte es nicht gelingen, einen dieser Wege zu beschreiten, so müßte allerdings mit einer ernsten Krise auf dem Daumarkt gerechnet werden. Die in Betracht lommenden preußischen Stellen werden vgrsuchen, die Bedenken des Reichsbankpräsidenten gegen Icmummale Auslandanleihen, besonders für den Wohnungsbau, zu mildern. Rach dem bisheri­gen Stande der Dtnge muß m.t "7:bauern fest- gestellt werden, daß im 2<chre 1928 höchstens 150 000 Wohnungen neu gebaut wer­den können.

Bierhunderttausend Dollar für die Universität Heidelberg.

Aus Veranlassung be» Botschafter» S d) u t m a n ist eine Sammlung zugunsten eines Neu­baues der Universität Heidelberg rin­gelet tet worben. Rockefe11er beteiligte sich mit einer namhaften Summe. Die Stenben Gesellschaft wirb ble Sammlung fortfehen. Ls wird ein Ge­samtbetrag von 400 000 Dollar aufgebracht werben, ber zur Errichtung eines neuen Unioerfitätegebäu- bes in heibelbera bestimmt ist. Die Stifter handeln dabei in dankbarer Anerkennung der wertvollen Dienste, ble die Universität Hei­delberg für die geistige Ausbildung vieler Hunderter amerikanischer Studenten im 19. 3ahrhundert und später leistete. Weber 252000 Dollar wurden von amerikanischen Bürgern nichtdeu tscher A b - st a m m u n g beigesteuert. Das neue Gebäude wird den Vorlesungen sämtlicher Takultäten, mit Aus­nahme der naturwissenschaftlichen, dienen. Die Universität Heidelberg wird von mancher ihrer Schwe'leruniversitäten um ihre gleich großzügigen wie leistungsfähigen Gönner beneidet werden.