Nr. 182 Erster Blaff
178. Jahrgang
Samstag, 4. August 1928
Erich«,»,ra-l'ch, ®*b»’ Sonntags i»h Vertag».
Ttetzeen
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Die Scholle
moneii-BriDqsutU: 2 Rnchsmar^ unb 20 ReichspseN-lg ftr Trüge» lohn, and) bei 7hd)ter* schemrn ctaqelnerThimmem infolge HSHrrei Gewalt. Ferefprechanf chlüffe:
61, M enb 112 Anschrift für Drahtnach- richten: awjdger ckietze».
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General-Anzeiger für Oberhessen
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Dr. Fnedr TBtlh. Lange. Verantwortlich für Pollük Dr. Fr Wild Lange für Feuilleton Dr H.THyr.ot, für den übrigen Teil Ernst Diumschein; für den An« zetgenieU Nur, LZillmann, färnllld) in Gieren
iglano fid) aut cm ft geeinigt hätten.
Saboteure des Friedens
Tor vielen, vielen Jahren soll e« auch in der Teltrif |o etwa» ähnliche« Wie HundStage gegeben Haden, eauregurfen^ett nannte man sic mit zunstmüftigem QIuBbrud unb dachte mit ctm- gem Dangen M Augenblick«, wo einem ber Stoff ausgehen könnte, dem geehrten Publikum das gewohnte Quantum Politik au« aller Welt -u servieren. .6« war einmal", steht al« fette Schlagzeile mit wehmütigem Unterton auch über bietet paradiesischen Epoche politischer 3ourna- liftiL 3uminbeft seit den verhängnisvollen Augusttagen de« Fahre« 1914 faust ba« Rad ber Geschichte in verzehnfachtem Tempo um den Erdball unb hinter ihm her keuchen atcmlo« die Männer ber Feder, um rasch noch einen Zipfel hon «Ito« Gewände zu erhaschen, ehe neue Ereignisse, neue Eindrücke die eben Gewonnenen unerbittlich in den Qrku« be« Vergessen« hinab- fchleudern. Unb doch scheint e« unserer stürmisch vorwärt-drüngenden Zeit noch immer nicht schnell genug zu geben. Drohen, kräftebewegen- den Gedanken im Leben der Völker, die einst Jahrzehnte zur Reise brauchten, billigt man heute kaum ebensoviel Jahre $u. um fruchtbar JV werden unb praktische Auswirkungen zu bringen. Aber «Ito Iaht sich nicht schulmeistern. Mag auch ber Film der Tagespolitik auf unendlichem Streifen Bild um Bild vor unS ab- roilen. mögen auch die Spalten ber Presse täglich eine neue Konstellation am politischen Himmel zeigen, die grafte, weltbehcrrschenbe Idee rückt doch nur Schritt um Schritt vor. oft UebereilteÄ. noch nicht AuSgereiftes zurücknehmend. oft sich Wiederholend, langsam vorfühlend und Toben be- reitenb, um endlich, „nach ewigen, ehernen, groben Gesetzen" ihres DaseinS Kreise zu vollenden. QBar c« nicht so mit dem groben und schönen Debanlen einer für die Geschicke deS europäischen Kontinents vielleicht einmal ausschlaggebenden Aussöhnung be« beutfchen und fran- zösischen VolkeS nach dem furchtbarsten aller Kriege tm Lause de« jahrhundcrte alten Kampfe« um den Rhein? Kräfte unb Gegenkräfte in stetem Wechsel: Eompllgne unb Versailles. Spa, da« Londoner Ultimatum, Sanne« unb Genua. Ruhrkamps unb Separatistenspuk. London. Locarno unb Gens. Rouzierprozeft und Landauer Urteil, eindrucksvolle Stationen in 10 Jahren teutsch-sranzösischer Geschichte, die in ihrem nüchternen Hintereinander am besten das ewige Aus unb Ab der Welle deS DölkerdasseS. politischer Engstirnigkeit und brutaler Machtgier zeigt.
Unb doch darf man heute trotz allem mit dem Vlick auf« Ganze fest stellen, bafi der Wille zur Verständigung, politische Einsicht und Unvoreingenommen beit schon gewaltige Dämme aufgeworfen haben. Wenn in ihrem Schutz die blaue Vlume der Versöhnung immer noch kümmerlich genug um Lust und Licht ringen muh. so ist cs getoif) nicht unsere Schuld, wenn sie nicht besser gedeiht. Don Edouard Herr io t. dem auf der Kölner Pressa zu Besuch weilenden französischen Kultusminister — dem wir nicht vergessen wollen, dah er cs war. der 1924 das Steuer des Pariser Regierungsschisses mit energischem Ruck umlegte —. von ihm hat der Reichsminister Külz alS Beweis für den aufrichtigen Der- ständigungswillen Frankreich« verlangt, nun endgültig den Schluhstrich unter Maftnahrncn zu setzen, die aus einer anderen Zeit stammen als der kommenden gemeinsamen Derständigungs- arbeit. Und Kölns Oberbürgermeister hat seine Begrüssungsansprache in dem Wunsch ausklingen lassen, daft Frankreich die ihm gegebene Möglichkeit nützen möge, Deutschlands Herz zu gewinnen. Gelegenheit dazu bietet ihm in kurzem die Pariser Zusammentunst der Staatsmänner zur Unterzeichnung des Kelloggpak- t c S Wir wissen nicht, ob Strcsemann sich entschlichen teirb, nach Pari« zu gehen. Es wäre zweifellos eine neue grobe Friedensgeste Deutschlands. die man von unS unmöglich erwarten kann, sollen nicht mit ihr ganz konkrete Zugeständnisse der anderen Seite parallel gehen. Unserem Gefühl widerspricht es. den deutschen Auhenminister einen Schritt tun zu sehen, der in der gegebenen Situation einer besonderen Huldigung Frankreichs gleichkvmrnt. in einem Augenblick, wo es nur dem gewaltigen Sturm der Empörung einer — ach leider nur so selten einigen öffentlichen Meinung in Deutschland gelang. daS brutal-höhnische Auslieferungstege h- ren der Koblenzer Rheinlandkvmm ffion in das ruhigere Fahrwasser diplomatischer Verhandlungen mit Paris abzuletten.
Richt anders, fast schlimmer als dem Locamo- gedanken. ist es dem Abrüstungsproblem ergangen, das — um von unserem Rundblick wieder in den politischen Alltag unterzutauchen — grab? jetzt eben wicde r eine aktuelle Phafc feiner
wechfelvollen Geschichte durchläuft. Dem briti'chen Unterhaus hat Sir Austen Chamberlain mit- geteilt, dah Frankreich und England sich auf ein neue« SlottcnfOmpr°mi: »21- -
ihe Genfer Der Handlungen über die Abrüstung 3ur See scheiterten bekanntlich an dem Verlangen Englands, statt für jete Ration die Gefamt- tonnege ter Kriegsflotte festzulegen. den einzelnen Machten d.e Anzahl der einzelnen Typen, ihre ^oirnage und Bestückung vorzuschreiben. Amerika drohte darauf mit einer gewaltigen Flottcn- nermebrung. der England finan ,ic l auf die Dauer kaum gewachsen gewesen wäre. Trotz starker Mei- nungsverfchietenheiten auch mit Frankreich, na- menllich in der Ubootfrage, hat England es nun doch vorgezogen, zu einem Kompromiß mit dem schwächeren europäischen Rivalen die Hand zu Bieten, um auf her kommenden Seeabrüst ungs-
Amerika und das Floüenkompwmiß.
Zurückhaltung in Washington. — Eine Grundlage für weitere Erörterungen.
London. 3. Mug. (XU.) Dos amerikanische Staatsdepartement hat in den letzten 24 Stunden die Linzelheitenheiten des englisch-französischen Uebereinkommens über gewisse Flottenabrüstungs' fragen eingehend geprüft. Die Tatsache, daft im An- schluft an diese Prüfung die Entsendung einer weiteren amerikanischen Abordnung zu der vorbereitenden Abrüstungskommission nach Genf ange- kündigt wurde, wird als Beweis für eine g ü n • ft i g e Aufnahme des englifch-französifchen Abkommens ausgelegt. Wie Reuter berichtet, wird im amerikanischen Marineministerium die Ansicht vertreten, dah ein grundlegender Wandel geschaffen werde, wenn die im englisch-französischen lieber- einkommen vorgesehenen Möglichkeiten für die Begrenzung des Baues oon Unterseebooten durchgeführt würden. Der Washingtoner Korrespondent der „Times" spricht dagegen etwas zurückhaltender, nur davon, daß das eng- Usch-französische Uebereinkommen keinenStreit über die Flottenabrüstung auslosen dürfte, und daß die Bereinigten Staaten bereit seien, das Abkom- men als eine Grundlage für weitere (Erörterungen auf der vorbereitenden Ibrüftungs- kommission in Genf anzunehmen. Amerikanische Marinekreise seien der Auffassung, daft das cng> lisch-französische Abkommen England begün- ft i g e. Deshalb sei bei Wiederaufnahme der Genfer Derhandlungen mit einem weiteren Beharren Amerikas auf einer gleich graften Anzahl oon 10 000 Tonnen-Kreuzern für England und die Bereinigten Staaten zu rechnen.
Staatssekretär Kellogg hat eine korrigierte Abschrift der ursprünglich verstümmelt einge- troffenen englischen Rote über daS Kompromiß mit Frankreich erhalten. Pressevertretern gegenüber bemerkte er. bie Rote bedürf« lediglich einer Empfangsbestätigung. doch werde er vielleicht später einige Bemerkungen dazu zu machen haben. Er sagte, wenn auch daS englisch-französische Abkommen sich auf Streitfragen, bie von dem britischen und französischen Delegierten während zweier Jahre auf der vorbereitenden Abrüstungskonferenz erörtert wurden, beziehen, handele es sich nur um Tatsachen der Einschränkung ihrer Rüstungen. Kellogg betont zum Schluft, daft das englifch-sranzösische Abkommen und ter Kriegs- verzichtpakt nichts miteinander zu tun haben. ,
Herriots Kölner Besuch.
Nnsreundliche Kritik in Paris.
Paris. 3. Aug. (WB.) 'Das ..Journal des Dubais" beschäftigt sich mit ter Reife des Untcr- richtsmrnisters Herriot nach Köln und schreibt, wenn man die in Köln gehaltenen Reden lese, sei man erstaunt darüber, daft die deutschen Redner ständig zu verstehen gegeben hätten, daft alle Schwi erigkeiten, die einer Annäherung im Wege frönten, von Frankreich ausgingen, unb daft dieses mithin die gesamten Kosten für die Annäherung zu tragen habe. Oberbürgermeister Adenauer habe herzlichst aufgefordert, das Rheinland zu räumen. Aber habe denn Deutschland seinerseits nichts zu unternehmen, um das Herz Frankreichs zu gewinnen. Man hätte gewünscht, daft Herriot, ter die ganze Zeit über in schwindelnder Höhe geschwebt habe, sich die Mühe gegeben hätte, seine Zuhörer daran zu erinnern, daft es keinerlei gutes Verstehen o hne gegenseitige Zuge st ändnifse und ohne gegenseitige Vorteile gebe. Herriot hätte, ohne tattloS zu sein, darauf Hinweisen können, dah Frankreich auch etwas von Deutschland zu erwarten habe. — Man sollte nach diesen naiven Auslassungen meinen. daS , Journal des Debats" hätte niemals etwas vo-m DaweSplan unb Locarno gehört. Deutschland hat den Versailler Vertrag erfüllt, es bat darüber hinaus weitgehende Sicherheiten gegeben, nun verlangt es weiter nichts, als daft
konserenz sich einen Sekundanten gegen das über- mächtige Amerika zu sichern Das Kompromift legt Frankreich den Verzicht auf den uneingeschränkten bisher stark formierten und nur für den Kamps gegen die britische' Küste gedachten Ubootbau auf. Frankreich stimmt nämlich dem englischen Verlangen zu. nicht nur die Gefarnt- tonnage ter Kriegsflotte zu begrenzen, sondern auch ihre einzelnen Schiffskategaricn genau festzu- legen England hat sich bahir bereitgefunden, daft für die Demef ung ter Landstreitkräfte nur der jeweilige Friedensstand des stehenden Heeres, nicht ater die ausgebildeten Reserven berücksichtigt werden sollen. Das entspricht im Ziel voll und ganz ter grandiosen Heeresresorm Pain- leves. die zwar die Esse'.ttvfrarten der Armee herabgesetzt hat. durch d e groftc Zahl der ausgebildeten Reserven aber, wie durch die Einbeziehung ter gesamten Industrie und aller Bevöl- kerungskreilc in de bis ins Detail festgelegten Moo.lmachungspläne für den Kriegsfall ta.sächlich das „CBoll in Waffen' geschaffen hat Das Rüstungskompromift läuft allo 'm Entef cki darauf hinaus. Frankreichs militärische Hegemoniestellung aus tem Kontinent auch für d.e Zukunft zu garantieren, wofür England für feine Flotten- pläne von Paris her mit keinem weiteren Widerstand zu rechnen braucht, sondern Frankreichs Unterstützung bei ter Bekämpfung amerikanischer Abrüstungswünsche sicher ist.
auch die Dcgen'ettc zur restlosen Erfüllung ter Verträge Anstalten macht. DaS bedeutet allerdings nach Auslegung gewift erftflaffiger Sachverständiger. wie Lloyd George, die unverzügliche Räumung des Rheinlantes Don Vorleistungen oder Kompensationen, wie 'Frankreich sie offenbar wüirscht. taim dabei jedoch lerne Rete sein.
Rückversicherung Kelloggs.
Weder Lchulden- noch PeparationSdebatte in Paris.
London, 3. Aug. (WB.) 'Der Pariser Korrespondent der „Morning Post" erfährt von unterrichteter Sette, dem amerikanischen Staatssekretär Kellogg seien durch das französische Auftcn- mrntfrerium Zusi cheru ngen gegeben worden, daft bei seiner Anwesenheit in Parts nur Fragen berührt werten sollen, die mit der Unter- zcichmung des Kriegsverzichtpaktcs zu- sainrnenhängen. Lediglich auf diese Zusicherung hin sei Kellogg in der Lage gewesen, die Pariser Einladung anzunehmen. Die amerikanische De- forgmd htbe sich daraus bezogen, daft die Anwesenheit des Staatssekretärs dazu benutz: werten könnte, die Frage der Reparationen und der interalliierten Schulden auszuwerfen.
Oeuischnationale Rückfragen in der Wilhelmstraße.
Auölieferungöbegehrcn und Pariser Ministerbcsuch.
Berlin, 3. Mag. (121.) Der TDRZ. teilt mit: „heule hatte der ftellocrtrelenöc vorfihenbe der dealschnalionalen Retchstagssraktion, Mdg. von Clnbeiner-IDilbau, eine längere offizielle Unterredung mit dem Vertreter de» erkrankten Staatssekretärs von Schubert, Ulinlfrerialbirettor 6 röpke, über auftcnpolilische Fragen, hinsichtlich bes Muslleferungsbegehrens der Bc- sahongsbehörben aus Mnfaft ber Zweibrücker Vorkommnisse würbe ihm erklärt, daft begrünbetc Aussicht auf bef rlebigenbe Beilegung dieses Zwischenfalles In naher Zeit, jedenfalls noch vor einem etwaigen Besuch des deutschen Muftenmlniflers in Paris bestände. 2HII Rücksicht aus diese Mitteilungen erklärte Mbg. oon Linbeiner-Dilbau, den seilens ber beuischnallonalen Reichslagssrakiion beabsichiiglen Antrag auf B e - faffung parlamentarischer Instanzen
mit bet Angelegenheit zunächst noch zurückstelle n zu wollen. Vie Fraktion behält sich vor, je nach ber weiteren Entwicklung ber schwebenben Verhandlungen auf einen Antrag auf Einberufung des Auswärtigen ober bes Ucberwachungsausfchufses zurückzukommen. Zu ben Fragen ber Ostpolitik würbe Herrn v. Cinbciner-Öllbau erklärt, haft bie slattgehable beuIsche Demarche in stowno keineswegs als Anzeichen einer oeränbcrlen Einstellung ber teutfchen Ostpoiilik zu werten sei. Vies gehe schon baraus hervor, baft in ben letzten lagen enlsprechenbe Schritte aud) gegenüber den in Betracht kommenben polnischen Stellen erfolgt roären."
Oie Rheinlandräumung.
Frankreich
verlangt neue LicherheitSkautelen.
Paris, 3. Aug (WTB.) Im Leilartlkel ihrer letzten Rümmer beschältigt sich die Zeilschrist ..L'Europe Rouvelle' mdt ter Frage ter Räumung des Rheinlandes. Schon die Urheber des Frtetensoerlrages. so wird in tem Aussatz aus- geführt, crfcmnlen, daft die Besetzung ein ailer- diinas vorläufig notwendiges Uebel har- stettc, dessen Beseit igung die beiden Parteien möglichst zu beschleunigen ein Interesse baten. Die Rhcin'landbcsetznng ist ein kfrteralliiertes Psand, dessen Preisgabe die Zustimmung aller Regierungen der ehemals verbündeten Mächte und vorherige Verhandlungen zwischen diesen Mächten zur Voraussetzung hat. Ein« teutsch-französische Ause'm- antepsetzung kann also nur im Rahmen von Verhandlungen erfolgen, an denen alle Unterze.ch- ncr des Rhe.nlandpaktes unzweifelloS teilnehmen irtüftlen. Diese Verhandlungen könnten antercr- sertS nur dann ersprieftlich sein, wenn ihr Gegenstand für den Augenblick unbedingt auf die Räumung ber zweiten Rheinlandzone beschränkt würde. SS hantelt sich dabei weder um eine von Frankreich zu unlernch- mente schöne Geste, noch um ein Tauschgeschäft, bei dem von Deutschland für eine Gefälligkeit ein möglich st hoher Preis gesortert werten soll. ES hantelt sich darum, zwischen Deutschland einerseits und Frankreich und seinen Verbündeten andererseits die schon im Versailler Vertrag stillschweigend im gemeinsamen Interesse vorgesehene Zusammenar- b e il herzustellen. Es handelt sich um ein« mit Locarno verwandte Verständigung zu dem Zwecke der Erhöhung der Sicherheit in Eu-
Reue Versuche mit dem Opelmketenwagen.
Auch Rak 4 explodiert. — Keine Menschen verletzt.
Hannover, 4. Aug. (Dolfs Funkspruch.) heule fand in ben frühen IHorgenfhmben a a f ber Eisenbahn strecke bei Bargroebel bei Hannover ein neuer Slarl be» Opeischen Raketenwagens stall. Das 2HobeU ist inzwischen oer- schlebenen vcränberungen unterworfen worben, bei beiten bie Erfahrungen bei ben letzten Startversuchen nutzbar gemacht worben finb. 3n aller Stille waren bie Vorbereitungen für bie neuen versuche getroffen worben. Rak 4 unb 5 waren etwa drei Meter lange rof lackierte Fahrzeuge, bie 800 Kilogramm wogen unb oon denen Rak 4 mit 29, Rak 5 mit 30 Raketen bestückt waren. Um 4 Uhr sollte Rak 4 statten, aber bie Arbeiten vetzögetlen sich, so baft erst kur, nach 4.30 Uhr bas Signal gegeben
Cin regelrechter Kuhhandel also, ter um so be- tenklrchcr stimmt, als er in dem Augenblick zu- ftarttegefommen ist, in dem Kellogg sich anschickt. zur Unterzeichnung des Kriegsächtungspakts, ter seinen Hamen träjt. nach Europa sich einzuschts- fcn. Schvn cinmai fand sich «in amerikanischer Staatsmann, als er als Missionar des Ftlcbens über das Moor kam, einer geschlossenen Phalant ter beiten europäischen Weltmächte gegenüber, an ter (cate Ideale zerbrachen. Als geschlagener Mann lehrte er ia seine amerikanische Heimat zurück, die .hn dasavoui-sr!«. sein Werk abiehnte. Die gegeravärtige Situatton zeigt peinliche Parallelen. Hoffen wir. daft Kellogg, ter vor tem un- seinen Willon die genaue Kenntnis europäischer Verhältnilsc voraus hat. sich von seinem ursprünglichen Plan nicktt noch weiter ab treiben läftt. w.c cs durch die zweite amerikanische Rote auf die Einwände Briaobs hin ohnehin schon geschehen ist. Hoffen wir weiter, daft die franko- bririfche Einheitsfront ihn nicht Dinge billigen läfrt die der graten Linie amerikanischer De- sriedungspolttik konträr zuwiderlaufen. Hollen wir fchliehlich. daß er in ui.'.brgreifllchet Schwäche geschehen Läftt, w'.e die Saboteure des Friedens den Kriegsächttrngspakt in f ei n ® e » g ent e i I umdrehen, m einen Garanttevertrag »ur Aufrechterhaltung der Rüstungen näml'-ch, veren Abbau ter Pakt als selbstverständliche moralische Verpflichtung für alle Vertrags-
wurde. Grofte Feuersäulen schien bie Maschine unter Zischen unb Fauchen in Bewegung. Roch nach kaum 200 Meter war bie Fahrt an berfclben Strecke, wo früher Rak 3 explodierte, zu (Ente, auch Rak 4 explobietle. Etliche Raketen unb zwei Räber würben weit fortgeschleubert; Menschen würben nicht verletzt. Rach Ansicht ber Konstrukteure Fritz o. Opel unb Sanbcr jünbefen 5 Raketen, von benen sich eine nach I <• i e n enllub, wodurch bie Explosion unb bas hinauswersen aus ben Schienen erfolgle. Der versuch mit Ra? 5 konnte nicht gemacht werben, weil ber anroefenbe Reich»- bahnpräfibenl sie u n l e r s a g l e. Es würben bes- halb bie weiteren versuche auf unbestimmte Zeil vertagt.
loittrahenten in sich schlieftt. Wir fürchten allerdings. daft die Slcptiker Recht behalten teerten, die der amerikanischen Initiative nicht genügend Schteungkraft zutrauen, sich gegenüber den europäischen Mächten durchzusetzrn: um fo weniger, als d.e Präsidentenwahl in Amerika m den, tommerken Monaten noch mehr alS sonst alles Interesse von Reg.erung, Parteien und össent- licher Meinung auf sich ItxwcntTicrcn dürste. Deutschlands Lage wird dadurch noch schwieriger, als sich allem Anschein nach der in London getätigte Kuhhandel auch auf das Rhcinland- p rvb l«m erstreckt hat. Sollten bislang unverbürgte Meldungen sich bewahrheiten, fo würde England fich bereit erklärt haben, einer vollständigen Räumung des besetzten Gebiets am Rhein nur nach wesentlichen finanziellen Zugeständnissen Deutschlands zustiimnen zu wollen. Also auch Deutschland gegenüber in ter Rheinlandfrage die gleiche franlo-britifche Entente cor- biale wie gegen Amerika mit Vezug auf bas Abrüstungsproblem. So öffnet fich wiril'-ch kein Hundstagsmäftig strahlend-blauer Himmel über Deutschlands nächster Zukunft. Es wird f'.ch rüsten müssen, auch nach tem neuen Kriegsächtungspakt, um fern Recht au- den Verträgen einen bitterernsten Kampf durchzufechtcn. Hiöge das deutsche Voll seine Staatsmänner dazu stark machen, ihn mit Ehren zu bestehen.


