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Blick in die Zeitschriften

31. Fortsetzung.

Nachdruck verboten

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(Fortsetzung folgt.)

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Wir lassen uns nix mchr gefallen. Dinier sich schon vormals zur Wear setzen muff*: fetzen uns nu wieder zur Wehr. Verfluchte ®t*i* em! Wir taffen uns mt das letzte ouspreffen

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Raummeter 10 bis 14 Mk, Eichen knüppel 5 bis 9 Ult., Eichenstöcke 7 bis 9 Mk,. Eichenreiser 0,50 bis 2 Mk. Besonders begehrt waren Äiefern» Stöcke, die, vollständig erdfrei, mit 9 bis UM. je Raummeter bezahlt wurden, während Kiefern- knüppel auf 9 bis 13 Mk. und Kiefernreisig auf durchschnittlich 1 Mk. kamen. Lärchenknüppel kamen aus 11 biS 12 Mt. je Raummeter. Billig waren die Preise bei der anschließenden R u h - Holzversteigerung. Fichtenderbstangen er­zielten je nach Stärke und Qualität einen Preis von 1 bis 4 Mk., FichtenreiSstangen 1. Klosse kam das Stück aus 20 bis 30 Pf. und Bohnen­stangen erhielten je 100 Stück für 5 bis 6 Mk. den Zuschlag, ein Preis, der als ausgesprochen billig bezeichnet werden muh, zumal es sich um gute Ware handelte.

s. ältphe, 3. April. Am letzten Schultage fand in der Schule eine Entlassungsfeier für die diesjährigen Konfirmanden statt, an der die Eltern und zahlreiche Angehörige der Kin­der, sowie der Gesamtschulvorstand teilnahmen. Es wechselten Gesänge und Gedichtvorträge. Um auch einen Einblick in die Arbeit der Schule zu gewähren, kamen schristliche Arbeiten sowie die im Handarbeitsunterricht von den Mädchen gefertigten Gegenständ? zur Vorlage. 3n einer kurzen Ansprache ermahnte Lehrer Arnold die zu Entlassenden zur Treue gegen ihren Gott, ihr Volk und ihre Heimat.

gck. G r o h e n - ' .3. April. Die in

zwei Sälen der neuen Schule vorgrnommene Ausstellung von Handarbeiten aller Klassen t>er Volks- und Fortbildungs­schule war außerordentlich stark besucht. Be­sonderes Interesse fanden die schönen Kleider und Knabenanzüge, welche die FortbilbungSschul- klassen angefertigt hatten. GS zeigte sich, daß die beiden von der Gemeinde angeschafften Ääh- maschtnen sich gut bewähren. Die Handarbeits­lehrerin, Frau Sch n e t d e r, wie die Schüle­rinnen köirnen mit Befriedigung auf ihre Jahres­arbeit zurückblicken: sie ernteten allseitige An­erkennung. Auch die von der gewerblichen Ab­teilung der Knabenfortbildungsschule ausgestell­ten Zeichnungen fanden besonders bei den Handwerksmeistern starke Beachtung.

Mreid Büdingen.

* Ridda, 3. April. DaS Ueberland- werk Oberhessen erwarb von Bauunter­nehmer Drott hier einen Bauplatz in der Ludwigstraße. Auf diesem soll ein Dienstge- b ä u d e für den Betriebsleiter des Bezirks Rid- da errichtet werden, dessen gegenwärtige Dienst­wohnung in einem dem Ueberlandwerk gehörigen Hause im Iohanniterhof zu anderen Zwecken der Verwaltung Verwendung finden soll. Die hiesige Realschule i. C. wurde im abge­laufenen Schuljahr von 96 Schülern besucht, von denen 46 von auswärts stammten. Die im vo­rigen Jahre neu gegründete Unter-Sekunda be­suchten 21 Schüler, die alle entlassen wurden und größtenteils in Vollanstalten in Gießen und Friedberg eintreten. Reuanmeldungen sind bereits so zahlreich eingegangen, daß der letzt- jährige Schülerbestand etwas überschritten wird. An der Anstalt wirkten seither 3 Studienräte, 1 Studienassessor, 1 Lehrer, 1 Lehrerin und al« Hilfslehrer die beiden evangelischen und der katholische Pfarrer von hier. Den Unterricht für Handarbeiten erteilte die an der hiesigen Volksschule angestellte Lehrerin.

"/ Kreis Schotten.

Laubach, 3. April. Dieser Tage hielt der hiesige Schühenverein unter dem Vor- sitz deS Schützenmeisters Kaufmann Kreiker . im GasthausZum Wettertal" eine auheror- 5 deutliche Versammlung ab, um die Einzelheiten der Tagung des Gau-Schühenverbon- '' deS, die hier vom 15. bis 17. Juli abgehalten wird, festzustellen. Man beschloß, die Kapelle de« hiesigen Musikvereins zu nehmen. Der Di­rigent Diehl wird seine Kapelle durch aus­wärtige Kräfte verstärken. Weiter beschloß man, den Schühenverein beim Amtsgericht eintragen zu lassen. Dann wurde mit der Ausgabe der Aktien zur Erbauung der An­lagen in Höhe von 2000 Mark begonnen. Dis jetzt sind 20 Ehrenpreise seitens der Mit­glieder aestiftct. Die Holzschneidereien Schmidt (Laubacher Wald) und Rühl (Schvttener Straße) haben sich erboten, ihre Maschinen zur elektrischen Beleuchtung deS Festplatzes zur Verfügung zu stellen. Die Schießhalle am Ringelsberg

Höft einschließlich des Wohnhauses inlrümmer, nur die Grundmauern ragen noch an der Unglücks stelle empor. Der Schaden ist sehr groß. Zum Glück herrschte Windstille, sonst wäre der ganze, eng an­einandergebaute Block von Häusern ein Opfer der Flammen geworden.

Starkenburg.

WSR. Griesheim b. Darmstadt, 3. April. Gestern spielten aus einem freien Platze mehrere Knaben Fußball. Dabei kam der 14jährige Gernand zu Fall, wobei ihm ein fest­stehende« Messer, das er bei sich trug, in die Brust ging. Die herbeigerufenen Arzte konnten nur noch den Tod des Knaben feststellen.

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Frau!" Als er ihr nahe kam, spürte sie seinen Atem. Und der roch nach Wein.

An der ganzen Mosel stand ee gleich schlecht mit dem Verkaufen; so wie 93 re mm warteten viele. Und im Rheingau und in der Pfalz sollte es ebenso sein, man las davon in der Zeitung. Simon Bremm dachte daran, was der junge Breis damals zu ihm gesagt hotte, als er sich äußerlich und innerlich ge­sträubt, dessen Darlehen anzunehmen:Wir Winzer müssen Zusammenhalten." Jo, das müssen wir, deichte Bremm, und er überlegte, zu was es wohl führen könnte, wenn sie einmal alle zusammen vorstellig würden. Vereinzelte Notschreie waren schon oft genug laut geworden, aber sie waren ver­hallt. Ob ungehört? Es verlautete etwas von 93er» Handlungen im Reichstag, es sollten Slbgeorbnetc austzeschickt werden in die Weinbaugebiete, um sich u» informieren. Pah, was hatte das wohl für einen Zweck?! UeberaU fanden sich noch einige große Leute, die die Abgesandten zuvorkommend aufnah men, es gab gut zu essen, nock besser zu trinken, mit rotglänzenden Gesichtern standen die Herren von der Tafel auf und fanden zuletzt, daß die Winzernot doch nicht so groß sei. Und sie war groß. Oh, daß die Herren von Berlin doch nur einmal einen einzigen Tag bei dem weniger großen, bei dem kleinen und klemsten Winzer verweilten! In der kinderreichen Stube säßen, in der die Klei­nen nicht Schuhe, nickt Strümpfe anhaben, auf dem kahlen, gestampften Lehmboden der Säuglina ohne wärmendes Höschen mit nackten Schenken herum- rutscht! So war's bei dem Loesenich, und so war es bei vielen. Oh, daß sie jene Stufen hinabkröchen, die, finster und ausgetreten, in jene Keller führen, die nach nichts, nach gor nichts ausfehen, und doch voll sind von Fässern mit Wein, von unverkäuflichem Wein. Ahr Herren, das müßt ihr sehen! Und dann müßt ihr nicht in die Tasche fahren und der niedlichen Kleinen in das blaugefrorene Händchen ein Geldstück stecken:Da, die Mutter soll dir ein Paar warme Strümpfe dafür kaufen!" Ha, darum geht's nicht! Mit einem Almosen ist nickts gedient. Was sollen uns die fünfundzwanzig Reichsmark pro Morgen, die die Winzerhilfe jedem zuweist, der An­trag darum stellt?! Ein Bettelgroschen. Und der Winzer bettelt nicht; er will nur fetn Recht. Schöne Worte wollen wir auch nicht Worte sind feine Stüber. Wenn es heißt, die Regierung dächte Tag

besonderer Frachtdamvfer. Prof. Dr. Hans Tietze beleuchtet das Verhältnis Albrecht Dü­rers zur deutschen Rachwelt. Sommertage an der portugiesischen Küste erleben wir in Zeich­nungen und Worten Walter Wellensteins. Sche­renschnitte und der Schmuck der modernen Frau finden interessante Würdigung, und vieles weitere Schöne erfreut uns immer von neuem beim Durchblättern des reichhaltiaen Monatsheftes, das man eigentlich mit größerer Berechtigung ein Monatsbuch nennen könnte.

3m Daheim (64. 3ahrgang Rr. 27, Del- hagen & Klasina) beginnt ein neuer Roman von Max Dreyer,König Kandaules". Menschen aus der Heide und vom Strand des Meeres, hoch und schlank, mit weizengelbem Haar, mit blanken Augen und klaren Stimmen treten darin auf. Dem Gedächtnis Dürers und dem Gedenken BiSmarcks sind zwei ausführliche Aufsätze ge­widmet. Deutsches Land schildert Ludwig Finckh inMein Bodensee". Mit einer aktuellen Frage beschäftigt sich die 'Abhandlung über deutsche Arbeit im gegenwärtigen Rußland. Eine selb­ständige RovelleFrau in der Kirche" von Su­sanne Tornwaldt ist weiterhin aus dem ab­wechslungsreichen Inhalt des HefteS hervorzu- heben.

Reue Musik-Zeitung. (Ernst-Klett- Verlag in Stuttgart: 3ahrg. 49; Heft 9, 10.) Das neunte Heft ist der Bühne gewidmet. Der Dresdener Oberspielleiter Dr. Otto Erhardt, einer unserer bedeutendsten Operndramaturgen ent­wirft einen deutschen Muster- (und Meister-) Spielplan. Fritz Tutenberg, Kiel, bricht eine Lanze für die vielfach unterschätzte sog.Prvvinz- oper". Dr. Wilhelm Heinih erwartet von der vergleichenden Musikwissenschaft klärende Aus­schlüsse über mancherlei Tatsachen der Opem- geschichte,inwieweit alle exotischen Elemente, die man aus angeborener Romantik unserer west­lichen Opernkultur auszupfropfen Pflegt, triebhaft organische Bedingtheiten oder bloße modische Tlebermalungen sind, die unS weder vor- noch rückwärts bringen. Alban Berg, der Komponist desWozzek". äußert sich zum Opernprvb-lem: nicht unbedingte Weiterentwicklung, sondern zu gutem Theater schöne Musik zu machen, oder so schöne Musik zu machen, daß trotzdem gutes Theater daraus wird." DerVerfall der franz. Oper" (Aubrs Coeurvh, Paris),Oper in England" (Ferruccio Douavia, London),Einige Aamen zur Operngeschichte ber Tschechoslowakei" (Dr. Erich Steinhard, Trag), Gesangsstudium und Opernverhältnisse tn Amerika" (Herbert Viehle, Berlin) vervollständigen daS Bild von der Gegenwartsoper. Das zehnte Heft bringt einen Brief Franz Werfels an die Schrift­leitung, in dem er sich von dem Dorwuuf der angeblichen Verunglimpfung Beethovens in feinem Verdi^Roman reinigt. Eine der eigenartigsten Persönlichkeiten zur Wende deS 17. Jahr­hunderts, den Musiker. Diplomaten und hohen geistlichen Würdenträger Agvstinv Steffani schil­dert A. Einstein. Otto Ursprung schreibt über daS ihm ureigenste Gebiet:Rangordnung und Zeitftil in der katholischen Kirchenmusik. Zeit­genössische Opernszenenbilder im 9. Heft: im 10. Heft erstmalige Veröffentlichung einer Eanzo- nette für zwei Soprane von Earissimi und eines LiedeS 3ohann Philipp Kriegers:Dom Jagen.

Albrecht Dürer, dem großen deutschen Meister, dessen Andenken anläßlich seines 400. Todestages in ganz Deutschland grfeiert wird, ist auch die neueste Rümmer 4333 der 3Hil­ft r i r t e n Zeitung (3.3 Weber, Leipzig) gewidmet. 3n zahlreichen einfarbig und farbig reproduzierten Kunstwerken und den verschie­densten Beiträgen lebt das gewaltige Schaffen Albrecht Dürers wieder vor unseren Augen auf, und wir erhalten ein zum Ganzen abge­rundetes Bild von DürerS künstlerischer Per­sönlichkeit. Mit Stolz nennt ihn Prof. Dr. Au­gust Grisebach in seinem Beitrag Dürer den Deutschen, denn trotz des italienischen Einflusses blieb Dürer im Grunde seines künstlerischen und menschlichen Empfindens ein Deutscher bis zu­letzt. Mab auch seiner engeren Heimat: Rürn- berg, ist er bis zu seinem Tode treu ge­blieben. So schildert Dr. Theodor Hampe. wie Dürer die vorteilhaftesten Angebote fremder Städte ablehnte, weil er zu innig mit seiner Vaterstadt verbunden war. Die künstlerische An­regung. die diese ihm geboten hat, zeigen die im Rahmen dieses Beitrags wiedergegebenen A> rrelle auS Rürnberg und seiner Umgebung. Wie Rürnberg seinen großen Sohn schon zu seinen Lebzeiten geehrt hat, so hat es ihm auch immer ein treues Andenken bewahrt, treffen wir doch in dieser alten deutschen Stadt auf so manche Dürer-Gedenkstätten, von denen eben­falls einige in Abbildungen gezeigt werden.

3n den Schriften der Hessischen Hochschulen erschien in Heft 2 deS 3ahrgangs 1928 der wegen seiner Grundsätzlichkeit auch für die All­gemeinheit bedeutsame Vortrag, den auS Anlaß der Reichsgründungsfeier Geh. Baurat Professor W a l b e an der Technischen Hochschule in Darm­stadt über Landschaft, Geschichte und Baukunst gehalten hat. Der unseren Lesern auch als geschätzter Mitarbeiter an unsererHei­mat im Bild" bekannte Verfasser erläutert daS Werden der Baukunst aus Landschaft und Ge­schichte an zahlreichen Beispielen unserer heimat­lichen Kunst.

P a n t h e o n", Monatsschrift für Freunde und Sammler der Kunst. Herausgegeben von O. von Falke und August L. Mayer. (Verlag F. Druckmann A.-G.. München. Preis 7,50 Mk. vierteljährlich. Elnzelheft 3 Mk. DaS dritte Heft festigt die Aeberzeugung. daß mit der Zeitschrift etwas Vollendetes geschaffen wurde. Eine Mille von Leitaufsähen wertvollsten Inhalts, illustriert durch reiches (auch farbiges) Bildmaterial in vor­bildlichster Ausführung, lieber den Inhalt sei kurz angegeben: Einem Aufsatz von Wilhelm von Suida über Paolo Veronese mit der Besprechung wenig bekannter Werke folgt eine kurze, reich illustrierte Würdigung der Galerie Huldschinsky und ein längerer Aufsatz Ernst Buchners über Hans von Kulmbach. O. von Falke bringt uns einen sassanidischen Elsenbeinkasten, und L. Scher- mann spricht übet den alten Rationalindischen Buddhachp. Tin Aussatz Marc Rosenbergs über oströmischen Golbfchmuck sowie eine Besprechung 3ean Guiffreys über das Vermächtnis Moreau- Relaton beschließen den Teil der Leitauffähe.

WestermannS Monatshefte" find in ihrer AprilauSgabe wieder von ungeahnter Vielseitigkeit. Farbensatte Bilder umrahmen Plaudereien über die verschiedensten Themata. Wir lesen Reues, Ungenanntes über den Bau

ser aufgetrieben. Für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel wurden 16 biS 22 Mk. und für Springer 28 bis 35 Mk.. je nach Qualität, bezahlt. DaS Geschäft war gut, der Handel sehr flott. Trotz deS über­aus großen Angebotes blieb fast kein Lleberstand.

Kreis Alsfeld.

(=) Ober-Breidenback, 3. April. Am Palmsonntagmorgen gegen 9 Uhr brach auf dem Grundstück des Landwirts und Schmiedemeisters Krieger Hierselbst Feuer aus. Obwohl die hie­sige Feuerwehr und die Wehren aus Nieder-Drei- denbach und Strebendorf rasch zur Stelle waren, konnte den Flammen nicht wirksam entgegengetreten werden, da die Wasferleitung versagte. Die Frauen und Mädchen des Dorfes trugen nun eifrig Wasser aus den Brunnen herbei, jedoch konnte damit eine wirksame Brandbekämpfung nicht durch geführt werden. Das Feuer, das anscheinend in der Schmiede ausgebrochen war, legte das ganze G e -

Wirtshaus gehen, wenn sie zusammenkommen woll­ten. Und da war es auch warm. In den Stuben der Häuser wurde nicht geheizt, nur in den Küchen, und da drängten sich Frauen und Kinder zusammen.

In diesem Jahr hätte man mehr Feueruna ge­brauchen können, in der Nässe froren die Menschen. Den Männern blieb es auch in der Wirtsstube kalt, trotzdem der Eisenofen rot glühte, und alle Viertel­stunde einer ging, die Ofentür aufriß und noch ein« Schaufel Kohlen nachfeuerte. Wie Todeskälte kroch ee sie alle an, wenn Simon Bremm ihnen tlariegte, wie traurig es um die Sache der Winzer stand. Wo war für die das Interesse? In Berlin bei der Re­gierung? Man wollte es hoffen. Aber das war nvck nicht genug, was saate das ganze Deutschland baw? Was sagten Sachsen, Pommern, Holstein, Ost­preußen? Mußten nicht alle wie aus einem Munde rufen: »Hilfe den Winzern?!" Aber kein« Rufe und lauter taub« Ohren, lauter kalte Herzen.

Die ziehn ihre Kartoffeln, die bauen ihr Korn, die haben kein Herz für uns, saate Bremm traurig. Und all« nickten bekräftigend: so war es. Allein stand der Winzer, ganz abseits.

Laß ihn verrecken, sagte der Loesenich mit bit­terem Lachen, und Nepomuk Reiter verslärkte das noch:Je eher, je lieber. Dann find ein paar tau­send Fresser weniger im Deutschen Reich, und der Bauer, der nit Wein baut, setzt desto mehr Fett an!

Bremm hob wehrend die Hand:Dem nebm ich nix übel. Ich bebauet et nur. Die ihn nit besser be­lehrt haben, nit dafür gesorgt haben, bat der Acker­bauer nit taub is, wenn der Weinbauer ,Zu Hilf schreit, die klagen wir an. Wir haben all bat gleiche Vaterland, wir müßten uns nur viel besser kennen.

Wenn Bremm so ruhig sprach, blieben auch sie ruhig. Aber wenn's ihn hinriß, wenn er aus des Loesenich kahler Stube kam, wo die Frau kränkelte und das Brot schon feit fast einem Jahr auf Borg gehott iverden mußte, wenn er selber, da er mit den letzten Steuern in Rückstand geraten war, fürchten mußte, gepfäicket zu werden, dann sprach er heftig, und dann wurden sie noch viel heftiaer.

wird in dieser Woche in Angriff genommen; die Schieß stände sind bereits fertlggeftellt. DerZweigverein Laubach des Vogelsberger Höhenklubs" unternahm vorgestern unter Führung des Obersekretärs Elbe seine 3. Wanderung in diesem DereinS- jahr. Man wanderte, der regnerischen Witterung wegen, die Staatsstraße nach Schotten, so­dann über Michelbach und Breunges­hain zum Hoherodskopf. Hier nahm man teil an der stimmungsvollen Dismarckfeier, bei der Studiendirektor H e r t s ch - Schotten die Festrede hielt. Alsdann wanderte man über die Herchenhainer Höhe zur Station HartmannS- hain, von wo der Abendzug zurückführte. Die Stimmung war aehoben, wenn auch der starke Rebel die Wanderung teilweise sehr be­einträchtigte.

Y Gedern. 3. April. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 803 Ferkel und Läu-

Ach, solch ein verlassener, verabsäumter Berg ist schrecklicher als ein am Wegrand Ermordeter! Die Bremm schauderte: und war das heute ein Wetter, so ungetrost und trübselig! Das Herz wurde einem |o schwer davon. Und wenn sie auch nicht an das Gespenst im Zuckerberg alaubte, ihr war es nun doch, als käme es von daher wie Unglück. Es blies sie was an. Und vom Fluß wehte cs plötzlich auch unheilverkündend und schaurig. Es lief ihr über den Rücken, fröstelnd fuhr sie zurück und sOoß eilig die Haustür.

Wo blieb Bremm? Er ließ sich lange nicht sehen. Die Frau hatte schon mit den Kmdern gegessen, als er wieder die Küche betrat. Aber er sagte:Laß, ich essen nix," als sie ihm Kartoffeln auftun wollte Er war im Keller gewesen. Und besserer Stimmung war er heraufgekommen, als er hinuntergegangen war. Es war doch etwas Herrliches um den Wein, etwas Leib und Seele Erhebendes! Gott fei ge­dankt, das der den Wein wachsen ließ. Und auch dem alten Noah gedankt, der die erste Weinrebe pftanzte. So ein alter Schlaumeier, der hatte lang peinig trocken in feiner Arche gesessen, der wollte nun trinken.Wahrhaftig, mer sitzt beinah hier setzt auch wie in der Arch'j"

Die Bremm sah ihren Mann ganz verwundert an: das war doch nichts, um so zu lachen. Aber sie freute sich viel zu fepr feiner besseren Stimmung, als daß sie nachgedacht hätte: woher kam die?

Er sing wieder von der Geschichte beim Loese­nich an; aber setzt nicht mehr so aufgebracht, nur ganz welchmütig und rührselig. Und zuletzt sagte er: Wenn du et entbehren kannst, Anna, wär et mir lieb, du gabst dem Loesenich feinem Kleinsten täglich wat Milch ab."

Ja, das wollte sie tun! Gutherzig ging die Frau sogleich darauf ein. Allzu viel Milch gab die Kuh ia nicht, denn es mangelte ihr an Kraftfutter, aber doch immer genug, um den Kindern bei Lövenichs abzugeben. Da zog er sie an sich:Bist 'n gut

Die goldenen Berge.

Vornan von Clara Diebig.

Eophrlght by Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart.

Rheinhessen.

WSR. Osthofen. 3. April. DaS zehn 3cchre alte Töchterchen des Arbeiters Adolf Heß war nachmittags allein zu Hause und arbeitete in der Küche. Dabei kam eS dem Herd zu nahe, die Kleider fingen Feuer und im Ru stand daS Kind in gellen glommen. ES eilte Hilferufenin drn Hof, wck^ein Rach­bar die Flammen erstickte. Die Brandwunden des bedauernswerten KindeS waren jedoch so schwer, daß es in der Rächt verstarb Auch der hilfteiche Rachbar hat erhebliche Brandwun­den davongetragcn.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

WER. Wetzlar. 3. April. Die 3ndustrie- und Handelskammer Wetzlar beabsichtigt. mit Beginn des SommersemesterS eine höhere Handelss chule mit zweijährigem Kursus und täglichem Unterricht zu eröffnen. Man sieht ein Bedürfnis für eine solche Anstalt für ge­geben an, da die städtische höhere Handelsschule Gießen ein sehr starkes Kontingent von Schü­lern aus Wetzlar aufzuweisen hat.

i Wetzlar, 3. April. Der weithin sichtbare Stoppclbergturm ist vorige Woche wegen Baufälligkeit gesprengt worden. Die Stabt Wetzlar hatte den Abbruch im Wege der Vergebung einet hiesigen Daufirma übertragen. Ein halbes Menschenalter hat der hölzerne Turm, den seiner Zeit der TaunuSklub errichtet hatte, Tausenden von Wanderern die Schön­heiten der engeren und weiteren Heimat gezeigt, bis der Zahn der Zeit seine einst starken hölzernen Pfosten morsch und mürbe gemacht hatte. Die Stadt Wetzlar beabsichtigt nunmehr, mit Hilfe eines KreiszuschusseS einen neuen Turm an gleicher Stelle zu erbauen, der voraussichtlich in Mauerwerk aufgesührt werden dürfte. Hoffent­lich wird dabei, ähnlich des DünSbergturmeS. auch eine kleine AnterkunftShalle mit erbaut.

XX Kinzenbach. 2. April. An gestrigen Palmsonntag wurden hier nur sechs Knaben, keine Mädchen, konfirmiert. 3m Schuljahr 1926 27 erreichte die hiesige Schule mit nur 92 Kindern ihren tiefsten Stand. Auch in Kinzen­bach haben die Kriegsjahre ten Nachwuchs stark vermindert. Zur Zeit des SchulhauSneubanes. im 3ahre 1907, betrug die Schülerzahl 130 und wuchs in der Folgezeit sogar bis auf 160 Kinder. 3eht sind die unteren Jahrgänge wieder so stark, daß im neuen Schuljahr wie früher, eine dreiklassige Schule mit zwei Lehrern ein­gerichtet wird.

-t- Groh-Rechtenbach. 3. April. Roch Fertigstellung der im vorigen 3ahre an der Provinzialstraße WetzlarButzbach erbauten Landjäger-Dienstwohnung ist die durch den Weg­zug des OberlandjägerS Simon verwaiste L a n d- j ä g e r st e 1 le unserer Gemeinde seit dem 1. April durch Oberlandjäger B a r t e 11 auS Hohensolms wieder neu besetzt.

~ Klein-Rechtenbach. 3. April. Bei der Verpachtung der Fischerei in dem Schwindbach der hiesigen Gemarkung blieb Leht- bietenber mit 27 Mark 3ahrespacht Fritz Geiß- I e r (Gießen). Die bisherige Pacht betrug 20 Mark. Die Pachtdauer beträgt 6 3ahre. Der Pächter ist verpflichtet jährlich 1000 Stück Forel­lenbrut oder eine hierzu im Verhältnis stehende Anzahl Setzlinge auSzusehen.

-L- Lützellinden, 2. April. Am Palm­sonntag wurden in unserer Gemeinde 2 4 Kin­der konfirmiert, und zwar 10 Knaben und 14 Mädchen. 3m vorigen 3ahre zählte man hier 30 Konfirmanden.

und Nacht darüber nach, wie sie dem Winzerstand aufhelfen könne, so ist uns das ganz egal. Tut was dafür, tut alles dafür, daß mir verkaufen! Nicht betteln wollen wir, verkaufen wollen wir, verkau­fen! Und sagt dock nicht: der Kleinbesitz, der ist un­rentabel, der ist die Wurzel von allem liebel. Damit gebt ihr jedem von uns einen Schlag ins Gesicht. Der Kleirckesitz soll keine Berechtigung haben, war­um nicht?! In Simon Bremm flammte es auf: hatte nicht der geringste Wurm das Anrecht, über die große Erde zu kriechen, der kleinste Vogel flog berechtigt frei in der weiten Luft nur dem klei­nen Winzer wollte man fein Plätzchen verwehren? Ha, nur so ein paar hundert Stöcke! Aber er hat sie ererbt. Und er hat nichts anderes erlernt, als sie zu betreuen. Und es liegt ihm im Blut er kann sich kein anderes geben das Hal nun einmal die Liebe für sie. Seine paar Stöcke! Sie sind ihm fein Leben, nimmt man sie ihm, so schlägt man ihn tot.

Mord, Mord," grollt es in des Mannes Seele. Bei Gott, es war an der Zeit, daß sie sich alle zu­sammentaten! Alles was Wein baute an Mosel und Rhein, an Saar und Nahe, überall wo Reben wachsen, mutzten sich Hände erheben:

Der Herr soll un» vor Ei gen hilf bewahren Doch sind wir auch bereit.

Simon Bremm war nie ins Wirtshaus gegangen, jetzt ging er öfter dort hin. Wo sollten sich die Männer denn auch sonst treffen? Es regnete, es reg- nente; als wäre der Himmel droben ein Riesen­bottich voll Wasser, der überlief, so war es. Kein Gewitterguß des Sommer« war heftiger, und der hört binnen kurzem doch auf, laue Luft kommt und trocknet, aber jetzt war kein Fußbreit trockenen Lan­des mehr da: vom Hunsrück, vom Hochwald, von der Eifel, wo es um diese Zeit sonst längst hott ge­froren war, auch moselaufwötts von den Vogesen strömten Bäche herab, die früher nicht da zu fin­den gewesen waren. Sie strömten all« ins Mosel tal. Und die Mole! machte sich breit, breiter als sie sonst gegens Frühjahr war, wenn die Schneefchmelze be­gonnen hatte. In naßkalter Luft zittetten die Wein- stöcke unb schauten frierend von ihrer Höh« ins regengrauende, nebelbrauende Wassettoch des engen Tales zwischen den Bergen. Am Moselufer, rote wohl sonst noch um biefe Zeit, hätten die Männer sich nicht b^prechen können, sie mußten in das