Ausgabe 
4.2.1928
 
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landzone wurde entgegen Dem uuce.i -uioruaut des Versailler Vertrages unter ganz nichtigen Vorwänden erst ein volles 3 ahr später wie vorgesehen, geräumt, mit der Wirkung, Laß die beiden anderen Zonen die Last einer verstärkten Besatzung zu tragen hatten. Erst als Ergebnis langwieriger Verhandlungen wurde dann die sehr bescheidene Herabsetzung der Zahl der Besatzungstruppen um einige tausend Mann durchgeführt, nicht ohne bah auch hierbei frühere Zusagen aus Einhaltung der friedensmäßigen Garnisonzi, fern unerfüllt blieben und besondere Wünsche der Bevölkerung abschlägig beschieden wurden. Wieweit im übrigen die Milderung des Desahungsregimes tatsächlich Platz gegriffen hat, haben wir schon oben gesehen. Daß heute noch weit üb e r tausend farbige Franzosen im Rhern- land eine stete Gefahr für deutsche Frauen und Mädchen bilden, genügt, um den Verständigungs- Willen der französischen Regierung schlagend zu dokumentieren.

Das sind Frankreichs Leistungen. Und immer noch beruft sich Herr Driand auf sein do ut des, um verstärkte Sicherheit und neue deutsche Vorauszahlungen für die nach den Verträgen längst überfällige Rhein­landräumung zu verlangen. Seine Andeutungen sind der ganzen Situation entsprechend recht vage. Aber soviel scheint doch daraus hervorzugehen, daß er mit dem Gedanken spielt, in der ent­militarisierten Zone neue Kontrollinstan- zen einzubauen, die auch über das 2ahr 1935 hinaus, in dem auch die dritte Zone geräumt sein muh, zu verbleiben hätten. Das schmeckt gewaltig nach den berüchtigten elöments stables, die vor nun bald vier Iahren im Völkerbund eine Rolle spielten. Driand Hut sie natürlich nur uns zugedacht, während er als würdiges Pen­dant dazu auf französischer Seite Wohl den riesi­gen Festungsgürtel betrachtet, der nach den neuen Plänen ncxh durch Feldbefestigungen verstärkt werden soll. Wenn auch Stresemann in seiner Rede über die Möglichkeit einer Völkerbunds­kontrolle in entmilitarisierten Zonen sprach, so ist doch selbstverständliche Voraussetzung irgendwelcher Erörterung derartiger Pläne strikte Gegen­seitigkeit. Unklar blieb auch der Gedanke, die Rheinlandräumung mit der Gesamtlösung des Reparationsproblems zu verkoppeln. Das einzig Tatsächliche ist Briands Wort, daß das Jahr 1928 nicht zu Ende gehen werde, ohne daß die Reparationsfrage in ihrer Gesamtheit gelöst werde. Das ist ein Optimismus, den wir gerne hören. Aber Herr Briand muh uns er­lauben, skeptisch zu sein. Wir sind gerade von Paris aus mit der Erfüllung von Versprechungen nicht verwöhnt worden und man wird uns in Zukunft kaum mehr bereit finden, den guten QBUIen für die Tat zu nehmen.W i r haben gegeben, damit du g i b st" antto ortet heute Deutschland Herrn Driand und es wünscht, dah die Wahlen den französischen Auhenminister in die Lage versehen, feierlich gegebene Dersprchen e i n z u l ö s e n, statt mit tönenden Wor.en Zu­sagen zu leugnen und neue Leistungen zu fordern. Der Wechsel von Locarno ist überfällig, wir pochen auf seine Einlösung!

Dom Arbeitsausschuß Deutscher Verbände.

Die Endsumme der Reparationslasten.

Berlin, 3. Febr. (WTB.) Das Kuratorium Les Arbeitsausschusses Deutscher Verbände, das im Reichstagsgebäude zusammentrat, wählte nach dem von ihm erstatteten Lieberblick über die in den letzten drei Jahren während seiner Wahlzeit geleisteten Arbeit Gouverneur Dr. Schnee wiederum zu seinem Präsidenten. Lieber die allgemeine Führung der Bewegung in der Krie gsschuldfrage bestand völlige Lieber­einstimmung. Reichstagsabgeordneter Dr. Rudolf Schneider, Dresden, sprach über das_ Thema Reparationen, Auslandanleihen und Währung". Er legte die Gefahren dar, die aus einer grohen Auslandverfchulduna resultieren. Von der jetzt durch Parker Gilbert angeschnittenen Erörterung über die Endsumme der Da­weslasten erwartet Schneider noch keine bal­dige Lösung der Frage, namentlich nicht vor den amerikanischen Wahlen. Den Sachverständigen von 1924 habe eine Endsumme von 40 Milliarden Mark vorgeschwebt. Damals wie jetzt hätten die französischen Anhänger Poincares von 132 Milliarden gesprochen. Das Kompromih würde auch heute noch zwischen jenen beiden Bei­trägen liegen, also die deutschen Reparations­zahlungen beträchtlich erhöhen. Aber deren Ermäßigung unb damit die Festsetzung einer Endsumme von weit unter 40 Milliarden sei durch die Rotwendigkeiten nicht nur der deutschen, sondern der Weltwirtschaft geboten.

Fürst von Hahfeldt.

Zum 80 Geburtstag des Vorkämpfers für ein deutsches Schlesien.

Berlin, 3. Febr. (WB.) Reichskanzler Dr. Marr hat an den Fürsten Hahfeldt, Her­zog zu Trachenberg, folgendes Telegramm gerichtet' ,Ew. Durchlaucht sende ich zur Voll­endung des 80. Lebensjahres meine und der Reichsregierung aufrichtig st e Glückwün- s ch e. In glücklicheren Zeiten haben Ew. Durch­laucht in erfolgreichster Arbeit für ihre Heimat Schlesien gewirkt und nach dem Kriege als deutscher Bevollmäch­tigter bei der Interalliierten Kommission in Oberschlesien für d i e Erhaltung Ober­schlesiens bei Deutschland sich mit allen Kräften eingesetzt. An Ew. Durchlaucht Ehrenlag weih ich mich eins mit Ihnen in dem heißen Wunsche, unser geliebtes Vaterland wieder erstarkt und frei von den drückenden Lasten zu sehen. Möge diese Zeit nicht allzufern sein!" Auch der preußische Ministerpräsident Dr. Braun hat an den Fürsten v. Hahfeldt ein Schreiben gerichtet, in dem er darauf hin- weist, dah Fürst v. Hahfeldt in zahlreichen Staats- und Ehrenämtern, insbesondere als Ober­präsident und als deutscher Bevollmächtigter für das Abstimmungsgebiet Oberschlesien bem Lande Preußen hervorragende Dienste geleistet hat. Seiner aufopferungsvollen Arbeit für die deutsche Sache in Schlesien sei es in besonderem Maße zu verdanken, daß bei den Verhandlungen mit der Interalliierten Kommission und bei der Abstimmung erre* ,t wurde, was unter le Macht der Verhältnisse für die Wahrung und Erho^ tung deutschen Volkstums und deutschen Staats- wesens überhaupt zu erreichen war Die preu­

ßische Staatsregierung bleibe mit der deutschen Bevölkerung Oberschlesiens dem Fürsten v. Hah­feldt für alle Zeiten zu größtem Dank verpflichtet.

Gndkampf um das Schulgesetz.

EüsZentrum drängt auf eine Entscheidung

(Berlin, 4. Febr. Der Reichskanzler Dr. Marx hat in den letzten Tagen verschiedene Versuche unternommen, um auf dem Llmwege über die Minister Stresemann und Cur- tius die Deutsche Volkspartei zu einem Rachgeben zu veranlassen. Viel Glück hat er damit nicht gehabt, konnte er auch nicht haben, weil beide an die Beschlüsse des Zentralvorstan- des der Deutschen Volkspartei gebunden sind. Darüber hinaus liegt noch ein einstimmiger Be­schluß der Reichstagsfraktion vor, namentlich auf dem Gebiete der Simultanschule keinerleiZugeständnissezu machen. In­folgedessen waren die Ministerbesprechungen nichts anderes als ein unverbindlicher und dazu noch ergebnisloser Meinungsaustausch. Inzwi­schen wird nun aber dem Zentrum die Zeit etwas lang, da nach den ursprünglichen Ver­einbarungen die entscheidenden interfraktionellen Besprechungen über das Schulgesetz eigentlich schon laufen müßten. Sie sind in der Hauptsache wegen der bevorstehenden Tagung des voltsparteilichen Sch u la u s schu s s e s noch niifrt in Fluß gebracht worden, dessen Be­schlüsse für die weitere Haltung der Reichstags­fraktion mitbestimmend sind. Trotzdem macht sich in der Zentrumsfraktion eine starke Strömung geltend, die noch vor dieser Schultagung eine Klärung verlangt.

Wie die Dinge beim Zentrum liegen, geht am besten aus einer Bemerkung derGermania" zu einem volksparteilichen Kommunique hervor. In dieser Parteioffiziösen Mitteilung über die Donnerstagsitzung der Reichstagsfraktion der Deutschen Dollspartei wird gesagt, dah die Frak­tion keinen Anlaß sehe, von ihrer bekann­ten Stellung in der Schulsrage abzugehen. Da­zu schreibt das Zentrumsblatt:Wenn die Frak­tion tatsächlich auf diesem Standpunkt steht und darauf verharren will, so mag sie das bald offiziell sagen, weil dann Verhandlungen wirklich keinen Zweck mehr haben." Die Zweck­losigkeit weiterer Verhandlungen, sofern das Zen­trum zu keinerlei brauchbaren Zugeständnissen bereit ist, steht eigentlich schon lange fest. Es wird sich aber am besten Klarheit verschaffen können, wenn es von sich aus die Aufnahme der interfraktionellen Besprechun­gen anregt, denen die Deutsche Volkspartei nicht fern bleiben wird.

Das Präsidium der Bauernvereine.

Eine Kandidatur Hermes.

Berlin, 3. Febr. (Priv.-Tel.) Der ehemalige Reichsfinanzminister Dr. Hermes, dem die Lei­tung der deutsch-polnischen Handelsvertragsver­handlungen übertragen sind, befindet sich augen­blicklich in Berlin. DasBerliner Tagebrntt" will erfahren haben, daß dieser Besuch des Mi­nisters neben der Berichterstattung über den Stand der Warschauer Verhandlungen vor allem der Rücksprache mit Vertretern der deutschen Bauernvereine über die eventuelle Lieber- nahme des Präsidentenpostens, der durch den Rücktritt des Freiherrn von Kerkerinck freigeworden ist, gilt. Eine Ent­scheidung in dieser Frage ist noch nicht gefallen. Die durch den Rücktritt Kerkerincks bei den Bauernvereinen offen zutage getretene Span­nung hat noch eine weitere Verschärfung dadurch erfahren, dah auch das geschäftsführende Vor­standsmitglied, der Zentrumsabgeordnete Dr. Crone-Münzebrook sein Amt niei.erge.egt hat. Das Blatt schreibt, es scheinen starke Ten­denzen am Werke zu sein, um bei Gelegenheit der Reuwahl des Präsidenten den Riß, der sich durch den Austritt des Rheinischen Bauernvereins aus den (Bauernöere.nen ergeben hat, zu Überbrüden und den Rheinischen Bauernverein wiederum an die deutschen Bauern­vereine anzuschlietzen.

Vertreter der Landwirschaft beim Reichspräsidenten.

Berlin, 3. Febr,^(WB.) Der Herr Reichs­präsident empfing Abordnungen des Reichs- ländbundes unter Führung seiner Präsidenten Graf Kalckreuth und Hepp, der Vereini­gung der Deutschen Bauernvereine unter Füh­rung des Vize räsidenten S t a m e r j o h a n n, so­wie der Deutschen Bauernschaft unter Führung ihres Geschäftsführers Lübke. Die Herren er­statteten dem Herrn Reichspräsidenten Bericht über die gegenwärtige Rotlage der Landwirte und unterbreiteten ihm eine Reihe von Vor­schlägen zur Wiederherstellung geordneter und gesicherter Verhältnisse in der Landwirtschaft.

Notkundgebung der mecklenburgischen Landw.rtschast.

Schwerin. 3. Febr. (WB.) Sieben Extrazüge waren neben den fahrplanmäßigen Zügen von der Reichsbahndirektion eingelegt, um die vielen tausende von Landwirten aus allen Teilen Meck­lenburgs heute zur Massenkundgebung in die Landeshauptstadt zu bringen. Die Ver­sammlung der rund 15 000 Demonstranten mußte wegen Raummangels unter freiem Him - m e l abgehalten werden. Dr. Wendhausen- Spetendorf, der Vorsitzende des mecklenburgischen Landbundes, warf der mecklenburgischen Staats­regierung landwirtschaftsfeindliche Gesinnung vor. In einer einstimmig angenommenen Entschließung fordert der mecklenburgische Landbund u. a. bis 15. Februar d. I. die Auszahlung der bewilligten Rotstandskredite, von denen 1,2 Mill. Ende Oktober und 1,8 Mill. Ende Rovember vom Reiche der mecklenburgischen Regierung ü b e r w i e s e n .sind. Falls die For­derungen nicht bald bewilligt werden sollten, werde der Landbund einen Volksentscheid auf vorzeitige Beendigung der Wahl­dauer des Landtages herbeiführen.

Oie Behebung der Meinrentnernot.

Berlin. 4. Febr. (Priv.-Tel.) Als Unterlage für dke Beratungen im sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages über einen Kleinrentner-Gesetz­entwurf haben das Reichsarbeitsministerium und das Reichsinnenministerium eine Zusammenstel­

lung des wichtigsten Zahlenmaterials in dieser Frage gemacht. Ratürlich sind Schätzungen über die Zahl der in Fürsorge befindlichen Klein­rentner außerordentlich schwer zu machen. Die Denkschrift gibt 340 000 Kleinrentner in Für­sorge an, wozu noch die freien mit der Ziffer 150 000 kommen. Die Regierung berechnet die jährlichen Ausgaben für die Versor­gung der Kleinrentner nach der vorliegenden Ge­setzesnovelle auf 200 000 Millionen Mark.

Die Regierungsbildung inHeffen.

Don unserer Darmstädter Redaktion.

D a r m st a d t, 3. Febr. Heute nachmittag traten die Fraktionen der Patteien der Weimarer Koali­tion (Sozialdemokraten, Zentrum und Demokraten) zu einer Besprechung zusammen, die bts in die Abendstunden dauerte. Auf Grund der Besprechun­gen kann gesagt werden, daß die Regierungsbildung kurz vor dem Abschluß steht. Am nächsten Montag findet wieder eine Zusammenkunft statt, in der wahrscheinlich die Regierungsbildung vollzogen wird, die dann noch der Bestätigung des Landtags bedarf.

Don anderer Seite erfahren wir noch, daß die Demokraten, wenn auch nicht offiziell, noch­mals versucht haben, eine Regierungsbil­dung auf der Grundlage der Großen Koalition herbeizuführen; der Versuch fand aber keine Gegenliebe. Das neue Kabinett wird dem Vernehmen nach folgende Zusammen­setzung erhalten: Staatspräsident und Kultusministe­rium: Adelung (Soz.), Minister des Innern: Leuschner (Soz.), Finanzministerium: Kim­ber g e r (Zentr.), Ministerium für Arbeit und Wirtschaft: Korell (Dem.). Die Besetzung des Justizministeriums steht noch offen, man plant evtl, eine Mitverwaltung durch den Staatspräsidenten oder den Innenminister.

Für die große Koalition tritt noch ein­mal derMainzer Anzeiger", das größte demokra­tisch eingestellte Blatt Hessens, ein. Er schreibt: Es verlautet, dah nochmals der Versuch gemacht wer­den soll, die Kabinettsbildung auf der Basis der Großen Koalition zu vollziehen. Jedock sollen d i e Sozialdemokraten sich ablehnend ver­halten. Die Einbeziehung der Deutschen Volkspartei in die Regierungskoalition wäre doch ohne Schwie­rigkeiten mit der Uebertragung des Iustiz- ministeriums an die Deutsche Volks- Partei zu ermöglichen. Eine Koalition von der Sozialdemokratie bis zur Deutschen Volkspartei würde eine Negierungsgemeinschaft mit sich brin­gen, die in weite st em Maße das Hessenvolk an die Regierung bindet. Eine Verringerung der Oppo­sition kann oer Regierung doch nur willkommen sein. Gerade die kommende Regierung ist vor Auf­gaben und Probleme gestellt, deren Lösung und Er­ledigung eine breite Regierungsbasis nur erleichtern kann. Das Bewußtsein, fast das ganze Volk stebt hinter uns, läßt Entschlüsse leichter und ersprießlicher reifen, als wenn man gegen eine große Minderheit zu regieren sich genötigt sieht.

Einigung über

die Siaaisangesteltten-Gehälter.

Berlin, 4. Febr. Wie das Rachrichtenbureau des VDZ. erfährt, überreichen die Ange­stelltengewerkschaften heute mit'ag dem Reichsarbeltsministerium eine Erklärung, worin sie dem Schiedsspruch für die Staatsangestellten zust immen. Auch die Dehördenvertreter haben den Schiedsspruch angenommen.

Zorn von Bulach.

Paris, 3. Febr. (WB.) Dor dem Appella­tion sgerichtshof in Kolmar wurde die Be­rufung des Barons Claus Zorn von Bu­lach gegen seine Verurteilung zu 13 Monaten Gefängnis und 500 Frc. Geldstrafe durch das Straßburger Gericht verworfen. Der Matin läßt sich weiter aus Straßburg melden, daß Zorn von Bulach erflärt habe, er habe sich, um seine französischen Gefühle zu beweisen, bei der Qlction 5ran- C a i f e also bei der royalistischen Partei als Mitglied einschreiben lassen.

Aus aller Wett.

Eine Schwedin deutscher Ehrendoktor der Theologie.

Rach einer Mitteilung der Bundesleitung der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangenen hat die evangelische theologische Fa - kultätderLlniversitätBonn die Schwe­din Frau Anna Linder wegen üjrer Ver­dienste um die deutschen Kriegsgefangenen zum Ehrendoktor promoviert. Frau Anna Lin­der hat als Mitglied einer Delegation des schwedischen Roten Kreuzes, als Krankenschwester und durch die Zuführung von Liebesgaben in den Iahren 191520 Rühm­liches für die in Rußland und Si­birien kri eg sge f a ng en en Deutschen geleistet. 3m Ruhrkainpf hals sie als Lei­terin des schwedischen Hilfskomitees in Essen erneut, deutsches Leid und deutsche Rot zu lin­dern. In Anerkennung ihres aufopfernden und selbstlosen Wirkens wurde sie im Herbst v. 3. zusammen mit Elsa Bränd ström von der schwedischen ilniberfität LIpsala zum C' ren- doktor ernannt. Deutschland war ihr den Dank bisher schuldig geblieben.

Irauerfeiet für Feldmarschall haig.

In der Westminsterabtei fand eine offizielle Trauerfeier für Marschall Haig statt. Eine große Menschenmenge hatte sich in den Straßen, durch die der Trauerkondukt seinen Weg nahm, ange­sammelt. Der Trauerfeier wohnten u. a. der Prinz von Wales, der Prinz von P o r k und Prinz Henry als Vertreter des Königs und zahlreiche Offiziere der ehemals alliierten Armeen mit Marschall Foch und Marschall P e t a i n an der Spitze, sowie französische und belgische Truppen­abordnungen bei. Die deutsche Botschaft hatte die Flagge auf halbmast gesetzt. Dieses Zeichen der Ehrung dem ritterlichen Feind gegenüber wurde vom Publikum augenscheinlich hoch ge­würdigt.

Don einem Banditen niedergeschossen.

3n der Wohnung einer Witwe Baltes in Herne erschien ein junger Mann von etwa 20 3ahren und verlangte die Herausgabe von Lohngeldern, die sich in der Woh­nung befanden. Als ihm dies verweigert wurde, feuerte er aus einer Pistole zwei Schüsse ab. Die Frau erhielt einen Schuß durch den

Mund und ihr 15 3ahre alter Sohn einen Schuh in den Kopf. Beide mußten sofort ins Kranken­haus eingeliefert werden, wo sie lebensge­fährlich verletzt darniederliegen. Der Täter ist auf einem Fahrrad unerkannt ent­kommen.

Schwere Verkehrsunfälle in Berlin.

Am Kurfürstendamm fließen ein Schnellautobus und ein Privatkraftwagen zusammen, wobei die Benzinzuleitungsrohre brachen und der Betriebs­stoff sich entzündete. 3n wenigen Sekunden stan­den beide Wagen in Hellen Flammen. Rur mit Mühe konnten sich die wenigen Fahr­gäste des Autobusses aus dem brennenden Wa­gen retten. Der Feuerwehr gelang es, unter Be­nutzung zweier Schaumlöscher, das Feuer zu löschen. 3n der Gneisenaustrahe im Südwesten geriet eine Kleinkraftdroschke, die kurz vorher getankt hatte, plötzlich in Brand. Der Benzin- behälter explodierte mit donnerndem Kra­chen, und eine fast haushohe Flamme schlug senkrecht empor. Die Fensterscheiben der anlie­genden Wohnungen gingen in Trümmer. Drei Strahenpassanten, die im Augenblick-, der Ex­plosion vorübergingen, wurden zu Boden ge­schleudert und erlitten erhebliche Verletzun­gen. Die Autodroschke brannte fast völlig aus. An der Ecke Stralauer Allee und Ehrenberg» straße im Südosten Berlins ereignete sich ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Wagen der Straßenbahnlinie 82 und einem Lastauto. Bei dem heftigen Anprall wurden beide Fahr­zeuge so stark beschädigt, daß sie abgeschleppt werden mußten. Der Mitfahrer des Lastautos wurde auf den Fahrdamm geschleu­dert und erlitt lebensgefährliche Hüft- und Kopfverletzungen. Von den Fahrgästen der Straßenbahn wurden drei Personen durch Glas­splitter erheblich verwundet.

Hein abermals entkommen.

Der Mörder Hein ist allem Anschein nach durch die Sperre, die von der Landes­polizei gebildet wurde, dur chgeschlüpftunb weiter in Richtung auf Bamberg geflohen. Er soll in einer Ortschaft in der Rähe des Staffelberges gesehen worden sein und sich dem 3hgrund zugewendet haben. Die sämt­lichen Polizeimannschasten sind weiterhin zu der Verfolgung aufgeboten.

1500 Buchprüfer haben 114 Millionen ein­geb rächt.

Rach der amtlichen Statistik für 1926 haben die gegenwärtig für die Finanzämter tätigen Buch­prüfer, etwa 1500 an der Zahl, insgesamt in 83 706 Fällen im ganzen Reiche einschreiten müssen. Sie haben Dabei insgesamt 98 908 888 Mark an Reichs steuern und 10 266 071 Wk. an Landes-, Kirchen- und anderen Steuern noch aufgebracht, die aus Fahr­lässigkeit oder Böswilligkeit nicht pflicht­gemäß entrichtet worden waren. Da hierzu für die betroffenen Steuerschuldner noch insge­samt 4 898 843 Mk. an Geldstrafen hinzu- kamen, haben die Buchprüfer durch ihre Tätig­keit dem Reichssäckel im Berichtsjahre nicht we­niger als 114 073 802 Mk. zugeführt, jeder ein­zelne von ihnen also mehr als 70 000 Mk.

Oie Wetterlage.

7 ^abends.

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* Schnee a Graupeln e NeDel K Gf>*rer.(§)Windstille. *O-> leichte» Osi massige' Südsüdwest q stürmische* hordwest Oie Piene fliegen mit dem wmdc Die Beiden Stationen dienenden Zalw len geoen die Temperatui an. Die Limen verpmden Orte mit gleichen ruf Meeresniveau umaerechneteo LultdruU

Wettervoraussage.

Der Einfluß des hohen Druckes aus unsere Wetterlage dürfte nur vorübergehend sein, denn ein neues kräftiges Tiefdruckgebiet getohmt im Raume von 3sland an Ausdehnung und unter seinem Einfluß ist es bereits über den britischen 3nseln zu erneuten Riederschlägen gekommen. Sehr wahrscheinlich dürsie das Druckfallgebiet an Einfluß auf die Wetterlage gewinnen, so dah stärkere Dewöllung und später Riederschläge zu erwarten sind. Die Temperaturen steigen da­bei an.

Wettervoraussage für Sonntag. Zunächst wenig Aenderung der Wetterlage, spä­ter Bewölkungszunahme, milder und Rieder­schläge.

Wettervorhersage für Montag: Wechselnd wolkig, wieder Seniperahirrüdgang und vereinzelt Riederschläge.

Lufttemperaturen am 3. Februar: mittags 3,2 Grad Celsius, abends 0,4 Grad Celsius; am 4. Fe- bruar: morgens 0,4 Grad Celsius. Maximum 3,2 Grad Celsius, Minimum 0,4 Grad Celsius. Erd­temperaturen am 3. Februar: abends 0,3 Grad Cel­sius: am 4. Februar: morgens 0,2 Grad Celsius. Niederschläge: 0,1 Millimeter. Sonnenscheindauer 2% Stunden.

Wintersport im Vogelsberg (hoherodskops).

Wind: Nord: leichter Schneefall: Temperaturen 4 Grad Celsius: Schneehöhe: 18 Zentimeter: Sportmöglichkeit: gut.

Herchenhamer höhe.

Schneehöhe: 8 bis 10 Zentimeter: Temperaturen: 1 Grad: Ski und Rodel: möglich.