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Große Koalition getan habe. Die Parteien würden sich daran gewöhnen müssen, die im Stahlhelm verkörperte politische Bewegung als gleichberechtigt an-uerkennen. Der Stahl­helm denke nicht daran, seine bisherige überparteiliche Haltung oufzugeben weder zu­gunsten noch zu silngunsten der Deutschen Dolks-- Partei oder irgendeiner anderen Partei.

Echo der presse.

Berlin, 3. Ott. (LH.) Bon den Berliner Blättern nintmt die der DBP. nahestehende

21 -3 zu der Trennung der Partei vom Stahlhelm ausführlich Stellung. Das Blatt be­dauert diese Entwicklung, von der es hofft, daß sie nicht endgültig sei. Es glaubt, der Stahlhelm habe mit dein Verlassen seiner ur­sprünglich überparteilichen Linie der großen nationalen Sendung, zu der er berufen sei. keinen guten Dienst erwiesen. Es sei für den Außenstehenden schwer zu entscheiden, ob es nicht möglich gewesen wäre, durch eine nochmalige Aussprache diese äußerste Konsequenz doch noch zu vermeiden oder wenigstens hin- auszuschieben. Jetzt ständen wir vor der bedauerlichen Tatsache, daß in einer Zeit wich­tiger Entscheidungen die politischen Faktoren rechts vom Zentrum zu einer gemein­samen Aktion nicht in der Lage feiern DieDeutsche Zeitung" sagt, der Be­schluß der volksparteilichen Abgeordneten stelle einen neuerlichen Sieg Stresemanns innerhalb der Deutschen Bvlkspar- t c i dar. der damit die Politik der Partei nicht nur außenpolitisch, sondern vor allem auch inner- politisch erneut auf seinen Kurs festlege. Der Vorwärts" nennt den Beschluß einfrei­bleibendes Abrücken vom Stahlhelm", man be­dauere und möchte eine Rückkehr Vorbe­halten. In der Sache selbst bedeute der Be­schluß eine neue Isolierung des Stahlhelms und seiner Dolksbegehrcnspläne. Die übrigen Blätter beschränken sich darauf, die Entschließung der volksparteilichen Landtagsfcaktion und die Er­klärung des Stahlhelms wiederzugeben.

Bolkspariei und preußenkabineti.

Berlin, 3. Ott. (Priv.-Tel.) Der volkspar­teiliche Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius hat lt.Vorwärts" einen persönlichen Schritt bei dem preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun unternommen, um diesen zu bewegen, die Umbildung der preußischen Re- gierirng im Sinne der Großen Koali­tion herbeizuführen. Ministerpräsident Braun hat darauf geantwortet, daß er nicht in der Lage sei, sozusagen von 2lmts wegen diese silm- bildung herbeizusichren. Er müsse vielmehr die Initiative in dieser Richtung den Parteien überlassen, besonders der Bolkspartei, die vo n sich aus die notwendigen Verhandlungen mit den bisherigen preußischen Koalitionsvar- leien anstreben muffe. Braun hat aber auch keinen Zweifel darüber gelassen, daß er nach wie vor für die von ihm geführte Politik in Preußen eine möglichst große parlamentarische Mehr­heit für wünschenswert halte.

Wie Frankreich abrüstei.

1072 Millionen Franken Mehrausgabe für militärische Zwecke.

Varl». 10M. (IlL) 3n der Finanzkommission der Sammer teilte der Generalberichterstatter für den haushalt mit. daß im allgemeinen das Gleich­gewicht gewahrt fei und die Einnahmen die Ausgaben um 45 Millionen Franken übersteigen. Das A n - wachsen der Ausgaben um rund 27 89 Millionen Franken gegenüber 1928 sei in der Hauptsache auf die Steigerung der Militarist en Ausgaben um 1 0 7 2 Mil­lionen Franken zurückzufuhren. Die Einnahmen Frankreichs aus dem Dawesplan feien mit e i ne r Milliarde Franken in die laufenden Einnahmen eingestellt. Er bejahte die Berechtigung der Einsetzung dieses Betrages, da kein Grund vorhanden sei. dem französischen Steuer- zahler diese Erleichterung seiner eigenen Last zu versagen. Auch England und die Vereinigten Staaten sähen in ihren laufenden Budgeieinnahmen die Be­träge vor. die sie von Frankreich auf Grund der interalliierten Schuldenabkommen erhielten. Die in das Budget eingesetzte eine Milliarde aus dem Da­wesplan verbliebe reichlich nach Abzug der an Amerika und England zu leistenden Betrage, der Soften für den Unterhalt der Rheinlandlruppen und den Wiederaufbau der während des Weltkrieges zer­störten Gebiete.

KommandowechselbeiderMrme

Ein Tagesbefehl des neuen Chefs der Marinelcitung.

Kiel, 1. Oft. (TU.) Der Wechsel des Chefs der Marinestation der Ostsee vollzog sich am Mvntagmorgen. Auf dem Stationsgebäude wurde die Vizeadmiralsflagge des scheidenden Stativns- chefs. Vizeadmiral Dr. h. c. R a e d e r, nietet* geholt und von dem auf der Kieler Förde liegen­den LinienschiffHessen" mit 15 Schuß salutiert. Dann wurde die Konteradmiralsflagge des neuen Stationschefs, Konteradmiral Hansen, gesetzt, die das LinienschiffHessen" mit einem Salut von 13 Schuh begrüßte. Diesen Salut erwiderte die Salutbatterie Friedrichsort mit 7 Schuh. Vizeadmiral Dr. h c. Raeder verabschiedete sich von seinem bisherigen Wirkungskreise mit fol­gendem Tagesbefehl:

Bei meinem Ausscheiden aus dem Stations­bereich spreche ich den Soldaten, Beamten und Angestellten der Marinestation der Ostsee Dank und Anerkennung aus für die treue Pflicht­erfüllung und das verständnisvolle Zusammen­arbeiten. denen ich bei allen Dienststellen be­gegnet bin. Ich hoffe, daß auch in Zukunft gute Manneszucht und fester kamerad­schaftlicher Zusammenhalt, die die Grundlage der militärischen Leistung jeder Truppe bilden, überall hochgehalten werden. Dann werden wir auch unsere Aufgabe, die festeste Stütze des Staats und seiner Verfassung zu fein, am besten erfüllen."

Der sozialdemokratische Aufmarsch in Wiener Neustadt zugelaffen.

Wien, 2. Oft. (Privatmeldung.) Wie verlau­tet. haben die Besprechungen innerhalb der

niederösterreichischen Landesregierung zur Auf­hebung des Verbotes des sozial­demokratischen Aufmarsches in Wiener- Reustadt geführt. Die Verhandlungen wegen Festsetzung einer Ab grenzungS linke für die beiden Aufmärsche dauern fort. 3n Lleber- einstimmung mit dem Willen der Veranstalter beider Kundgebungen ist man in leitenden Kreisen der politischen Parteien und in der Regierung voller Zuversicht, daß die Kundgebungen ohne Zwischenfall verlaufen werden.

Südafrika.

Neue UnabhangigkeitsMue des Dominions?

Die südafrikanische Regierung hat in London den Wunsch aussprechen kiffen, daß als Gene- rabgouverneur für Südafrika das nächste Mal ein Mitglied der Königsfamilie ernannt werden sollte, sonst ein Geborener Süd­afrikas. 2lber das erste ist wohl die Haupt­sache, und es scheint, als wenn sich dahinter

sehr weitgehende politische Absich- t e n verbergen. Die Südafrikaner haben die Persönlichkeit des Herzogs von Glouce­ster im Auge, des dritten Sohns des englischen Königs, der demnächst seinen Bruder auf einer Fahrt durch Südafrika begleiten wird. Da er gerüchtweise auch als Verlobter der holländischen Thronerbin in Aussicht genommen ist. können sich dahinter Pläne ver­bergen, die eine stärkere Unabhängig­keit Südafrikas zunächst im Rahmen des eng­lischen Dominions beabsichtigen und gleichzeitig eine Versöhnung des Burenelements verfolgen. Aber es ist verständlich, wenn die Engländer wieder die Sorge haben, daß das nur der erste Schritt auf dem Wege sei zu einer voll­ständigen Loslösung Südafrikas von Eng­land und zur Bildung eines eigenen König­reiches. Jedenfalls besteht die Gefahr, daß das Gefüge des englischen Imperiums durch die immer stärker werdenden Selbständigkeitsbestre­bungen der einzelnen Kolonien weiter aufgelockert wird.

Das Locarno des Geschäfts.

Rhernbaben über die Räumungs- und Reparationsdsbaite

Paris, 2. Oft. (WB.) Der Berliner Vertreter desExcelsior" hatte mit dem volksparteilichen Abgeordneten v. Rheinbabsn nach feiner Rückkehr aus Genf eine ünterreihmg über die Zukunft der deutsch-französischen Beziehungen. Herr v. Rheinbaben ist der Ansicht, daß eine Aera in den deutsch-französischen Beziehungen Schlossen sei und eine neue begonnen x*. Das sentimentale Locarno, an i das deutsche Volk beharrlich geglaubt habe, sei zu Ende, ihm folge das Locarno des Geschäftes, und das sei gut so. Das wohl­verstandene Interesse beider Rationen erfordere zwangsläufig eine Zusammenarbeit, die man mit einigem Lyrismus verschönern könne, ohne jedoch seine Bedeutung oder Rützlichkeit übertreiben zu dürfen. Die kommenden Verhandlungen würden sehr verwickelt sein. Man müsse mit mehreren Monaten rechnen, bevor es den Sachverständigen gelungen fein werde, überhaupt nur einen Plan für einen endgültigen Entwurf auszuarbriten. Für das deutsche Volk handele es sich darum, auf dem Gebiete der Reparationen mit der größten Vorsicht vorzugehen, da es end­gültige Verpflichtungen zu unterzeichnen habe. Weder in Frankreich noch in Deutschland dürfe inan damit rechnen, daß die vorliegenden Schwie­rigkeiten sich nur dank einer Bemühung gegen* fettigen guten Millens berlegen taffen würden. Zuviel Faktoren kämen in Frage und es genüge nicht, die Sachverständigen anzurufen, um zu glauben, daß der Milli ardenfampf beginnen werde. Er seinerseits teile nicht den Optimismus derer, die glaubten, baß man, wenn die deutschen Zahlungen auf 62 Jahre verteilt würden, alles cretan habe, um ohne die Vereinigten Staaten fertig zu werden. Gewiß, die theo­retische Lösung des Problems müsse zwischen Deutschland, Frankreich und auch England zu­nächst erfolgen, aber für die Realisierung sei eine Mitwirkung der Vereinigten Staaten unerläßlich. Was die Räumungs­frage anbelange, so erkläre sich Deutschland mit einer Sonderkommission im Rhein­land einverstanden, die an Stelle der Besät- zungstruppen treten würde, aber nur bis zum Jahre 1935.

Die Länderkonferenz billigt die Genfer Politik.

Berlin, 2. Ott (WV>) Am heutigen Vor­mittag sand unter dem Vorsitz des Reichs­kanzlers und in Anwesenheit aller in Berlin weilenden Minister des Reichskabinetts die Kon­ferenz der Ministerpräsidenten der Länder über den Verlaus und das Ergebnis der Genfer Verhandlungen statt. An den eingehenden Be­

richt des Reichskanzlers, der durch Ausführungen des Staatsselr:tärs des Auswär­tigen Amtes, v. Schubert, für einige Spe-- zialfragen ergänzt wurde, schloß sich eine Aus­sprache. Sie ergab völlige Hebe rein st im­mun g in der Auffassung über die Haltung der deutsci^n Delegation in Genf, die einmütige Billigung fand.

Frankreich meldet seine Forderungen an. Ein Kommentar zur Poincarercde.

Paris, 2. Oft. (WB.) DerTemps" warnt die deutsche Presse davor, die von Poincare in seiner Rede am Sonntag über die Kriegsschulden- und Reparationsregelung gemachten Ausführun­gen als für Deutschland unannehmbar anzusehen, mit der Begründung, daß Deutschland nach dem Wortlaut des Versailler Vertrages nur zur Wiedergutmachung der durch den Krieg verursachten materiellen Schäden verpflichtet sei, nicht aber zur Rück­zahlung der von Frankreich seinen Alliierten gegenüber eirt gegangenen Schulden. Poincare habe deutlich zum Ausdruck gebracht, daß jede Regelung, um gerecht zu fein, Frankreich seitens seiner Schuldner außer der restlosen Zahlung dessen, was Frankreich selbst seinen Gläubigern zahlen müsse, eine bestimmte Entschädigung für die Kriegsschäden garantieren müsse. Auf keinen, Fall würde Frantreich neue Opfer bringen können, die jeder Gerechtigkeit Hohn sprechen. Die vernünftigen Geister in Deutsch­land könnten sich nicht über den klaren Sinn der Rede PoincarsS täuschen, die den Friedens­willen Frankreichs imb den Wunsch der fran­zösischen Regierung bekunde, die kommenden Ver­handlungen in einem für eine gerechte Regelung günstigen Geiste und zur Befriedigung sämt­licher in Frage kommender Parteien in Qlngriff zu nehmen. Wenn Berlin die gleiche Einstellung besitze, könne man vertrauensvoll in die Verhand­lungen gehen, aber man dürfe sich in Deutsch­land nicht mit der trügerischen Hoffnung tragen, daß man alles erhalten könne, ohne etwas zu gewähren, und daß es genügen werde, die Forderungen zu stellen, mit denen die Rationalisten bereits allzulange die öffentliche Meinung in Deutschland irrcgeführt hätten, damit die Alliierten die Pfänder loslassen, die sie aus dem Friedensvertrage besäßen, ohne elementare, Garantien für d i e Zukunft hinsichtlich'der Sicherheit imb hinsichtlich der Reparationen zu beanspruchen.

Aus dem Finanzausschuß.

Darmstadt, 3. Oft. In seiner Sitzung am Dienstag behandelte der Finanzausschuß des Hessischen Landtages zunächst die Regierungs­vorlage über die Erhöhung des staatlichen Ka­pitalanteils bel der Wohnungsfürsorge- gesellschaft für Hessen um 160000 auf 200 000 Mk. Ein Mitglied der Gesellschaft. 'San- meister Malzi, gab dem Ausschuß Aufklärungen über die Pläne der Gesellschaft. Der Ausschuß stimmte dann der Regierungsvorlage gegen die volksparteilichr Stimme zu. Einstimmig angenom­men wurde dazu ein Antrag He'mst-adt (Z.), i n den Aufsichtsrat und Arbeitsausschuß der Wohnungsfürsorgegesellschaft eine Vertre­tung des Landtages zu entsenden.

Für Heizung und Lüft-ung im staatlichen Kur­haus Bad - Äauheim werden gegen eine Stimme 61 500 Mk. aus dem Erneuerungsfvnds zur Verfügung gestellt. Für den Ausbau und Die Anschaffung von wissenschaftlichen Apparaten im medizinisch-wifsenschaftlichen Institut in Bad- Rauheim werden zusammen 85 000 Mk. bewilligt. Zur Förderung des Absatzes von Obst und Gemüse in Durchführung des land­wirtschaftlichen Rotprogramms verlangt der Mi­nister für Arbeit und Wirtschaft die Genehmi­gung zur Garantieübernahme des Staates bis zu 500000 Mk. für aufzuneh­mende Darlehen der wirtschaftlichen Unterneh­mungen der Erzeugerkreise. Der vom Reich zur Verfügung gestellte Betrag von 200 000 Mk. ist zur Zinsverbilligung auf 5 Prozent für die Aufnahme von Darlehen im Betrage von einer Million Mark für die Dauer von höchstens vier Jahren bereits aufgebvaucht.

Der Ausschuß stimmte der Regierungsvorlage zu mit der Maßgabe, daß in erster Linie die Interessentenkreise und Gemeinden zur Garantieübernahmr für die in ihrem Bezirk wohnhaften Interessenten herangezogen werden. Zum Ausbau des rechten Flügels des Schlosies Lichtenberg im Odenwald werden gegen eine Stimme 14 800 Mk. zur Instandsetzung und zum Ausbau, 79 000 Mk. zum inneren Ausbau des Schlosses hereitgestellt mit der Bedingung, daß die Stu deuten Hilfe Hessen, die dort ein Erhvlungs- tmb Ferienheim für Studenten ein*

richten will, einen erheblichen Betrag zum inneren Ausbau beisteuert. Die Eingabe der medizinischen Fakultät der Universität in Gießen betreffend die Heranziehung der Aerzteschaft zur Gewerbesteuer ist durch das Gewerbesteuergesitz selbst erledigt, das die Regierung ausjühren muß. Eine Eingabe der Pächter von fiskalischem Grundbesitz in der Gemeinde R i d d a auf Herabsetzung der Pacht- berräae und Befreiung von Kosten des Siedlungs- Verfahrens wird nach der Regierungsantwort abgelehnt.

Die Wshnrmgsfürsorgs- gesellschast für Hessen.

Scharfe Kritik an der Geschäftsführung.

Dem Hessischen Landtag ist heute folgende An­frage des Abg. Haury (D. Vp.) zugegangen: Das Gebaren der Wohnungsfürsorgegesettschaft für Hessen (gemeinnützige G. m. b. H.) fordert schärf st e Kritik heraus. Ich frage an, ob her Regierung bekannt ist, daß die Wohnungs- für fovgeges ellschaf t:

1. Bauten durchführen läßt, die nicht aus­reichend finanziert find, wodurch die am Bau beteiligten Handwerksmeister, die der Treu­händereigenschaft dieser staatlich unterstützten Ge­sellschaft doll vertrauen, von Verlusten be­droht sind:

2. durch das von ihr geübte Verfahren der Vergebung an Generalunternehmen die ausführenden Bauhandwerksmeister einer ungenügenden und zudem überaus schlep­penden Bezahlung aussetzt: .

3. unzulässige Bedingungen cm Bau­unternehmer stellt, z. B. in einem Falle die Forderung, daß der Bauherr in einem zu er­stellenden Renbau keine Geschäfte betreiben werde, die dem Konsumverein Konkurrenz bereiten:

4. von Bauvorhaben einseitig die Bau­hütte Darmstadt in Kenntnis gesetzt hat, wie aus vorliegenden Akten geschlosien werden muß:

5. wie gerüchtweise verlautet, ihre n Be­amten von jedem beigebrachten Auftrag einen Prozen tsatz (zehn Prozent) gibt?

Billigt die Regierung ein solches Gebaren esiies staatlich subventumierten Instituts? Glaubt sie gar die Verantwortung für eine Erhöhung des Staatsanteiles tragen zu können, oder ist sie be­reit, die Staatsmittel zurückzuziehen? Der Finanzausschuß hat am Dienstag die Erhö­hung des staatlichen Kapitalanteils um 160 000 Mark auf 200 000 Mark beschlossen.

Der verlangt einen parlamentarischen Sparansschnß. _ Iw Zusammenhang mit der Debatte über den Stand der Arbeiten des Reichsspartommissars in Hessin ist heute fotgenter Antrag der Abg. Leuchtgens und Glaser (Dbd.) etngegangen. der wahrscheinlich schon am Mittwoch im Finanz- ausschuß zur Entscheidung kommen totrb:Aach einer Mitteilung des Herrn Finanzministers im Finanzausschuß ist der vollkommene Ab­schluß der Prüfung der hessischen Jinanzverhältnifse durch den Reichsspar­kommissar und der dann in Tätigkeit tretenden Kommis, ion voraussichtlich in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Andererseits wird die Fi­nanzlage des hessischen Staates infolge der Stei­gerung feiner Ausgaben und infolge der Ver­größerung der Fehlbeträge immer schwie­riger. Wir beantragen deshalb: Der Finanz­ausschuß wolle beschließen, dem Landtag, der alsbald zusammentreten soll, folgenden Antrag zur Annahme zu unterbreiten: Sobäld der in Kürze zu erwartende Bericht der in Hessen tätigen,, vom ReichSsparkommissar beauftragten Beamten über den Reichsspartommissar der hessi­schen Regierung zu geleitet worden ist, tritt ein aus Landtags- und RLgierungSmitgliedern gebildeter Ausschuß zusammen, um dem Land­lag an Hand der Vorschläge der Beauftragten des Reichsfparlommissars und eigener Anträge alsbald einen Plan zur Durchführun g einschneidender Sp armahnahmen in Hessen vvrzulegen."

Aus aller Wett.

Todesstur; eines Diebes.

Angestellte einer Berliner Firma in der Köpe- nicker Straße in Berlin fanden in einem Lagerraum der unter dem Hof liegt, und durch ein Glasdach Licht empfängt, die Leiche eines Mannes, der eine klaffende Schädelwunde aufwies. Die Kriminalpoli­zei stellte fest, daß der Mann am Mittwoch nach Arbeitsschluß auf das Dach des Hauses ge­klettert und durch eine offene Luke eingeftiegen war. Dann hatte er aus einem Vorratsraum sechs Meier Leinen gestohlen. Behindert durch die Last mißlang ihm der Abstieg. Er verlor das Gleichgewicht, stürzte in einen Lichtschacht und durchschlug ün Fall das Glasdach des Lager­kellers. Da niemand seinen Sturz bemerkt hatte, ist er hilflos gestorben.

Um 350 000 Mark geprellt.

Dis Kriminalpolizei in Chemnitz verhaftete den 43 Jahre alten Agenten Karl Stumpf, der verschiedenen Fabrikanten Strumpfwaren im Werte von 350000 Mark abge­schwindes hat, die er sofort in Berlin wieder wett unter dem Preise weiterverkaufte. Aktiven sind nicht vorhanden, so daß sämtliche Fabri­kanten ihr Geld verlieren, wenn es nicht ge­lingt, die Berliner Käufer zu Schadenersatz zu veranlassen. Dteser Fall ähnelt durchaus den Betrügereien des Guido Behrens, der im Sommer sächsische Wäschef abrikanlen um fast eine Million schädigte.

Die Wetterlage.

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^e^crvoraussage.

Mit dem Abzug der Dänemarkstörung sand eine Ostwärtsausbrettung des hohen Luftdruckes statt. Sein Kem erstreckt sich heute morgen von England über dem Kanal. In Ost- und Sud- deutschland wurde ein Barometerstand von 7t0 Millimeter gemessen. Die Wetterlage hat bereits eine Beruhigung erfahren und heute morgen herrscht vielfach heiteres Wetter. Zu leichten Riederschlägen kam es während der vergangenen Rächt nur in Rorddeutschland. Der hohe Luft­druck dürfte zunächst aufheiterndes und trockenes Wetter bringen.

We tter v or aussaae für Donners­tag: Teils nebelig wollig, teils aufhetterndeL Wetter, trocken, Temperaturen ter Jahreszeit entsprechend.

Witte rungsaussichten für Freitag: Keine wesentliche Aenterung.

Lufttemperaturen am 2. Oktober: mittags 9,4 Grad Celsius, abends 5.7 Grad Celsncs: am 3. Oktober: morgens 5,5 Grad Celsius. Maximum 10,4 Grad Celsius, Minimum 3,0 Grad Celsiirs. Grbtempertr- kuren in 10 Zentimeter Tiefe am 2. Oktober: abends 8,9 Grad Celsius: am 3. Oktober: morgens 0,9 Grad Celsius. Niederschlag 0>2 Millimeter. Sonnen­scheindauer eine Stunde.