beit für die bishern
M
irti
ir.
8 j
s°h, kJ“5* * j*
^«uWr.i h «'b bei d-,
M 3*ctf toten <ta>
Vit
-aux>< , aci LimSh !
> e*dt J
c MW w'S’
Sk >AWdt b W-hr^ M
mit kbb :ung dir 7 Bericht lulij vrr i lat fr. . in 0Ser-eI n *c öf r ü-rkich M in ."klMo frutzbckch *4*n em c'wnaiurldij - W ?
timmt, da IRifglttter llbTfH Äl w k <4 fei *4cn ßanl V>" Aten
Riga—Smolensk—Moskau. ebenfalls eine Internationale Streife, welche d,e Lufthansa in gemein, fchoft mit der Deruluft (Deutsch-Russische Luftoer- kehrsgesellfchaft) befliegt Erwähnenswert ist hier der Änichluh um 23.00 Uhr in Belm, wo etnc mehrmotorige Nachtmaschine zum ngt
Nach Süden sind ebenfalls sehr gute^Änichlut e gesichert. So haben wir: flehen—^rank^rl M Mannheim-Bafel-Gens. (Landung 17J0 Uhr). Gieren—Stuttgart—Zurich (Landung 15.40 Uhr).
^PYrighi t 18 öonsqv . Ajs ba J» Menfd). « 0trbftu 2-^cn iioa du vie Arte, vf*n ollen *5 Wn 5 u'j®. hoff«
;4, c*mt fmn
3cner (ton o
S-- I
H ®° ? k# Lnndrs
MU«t n
b". *
htM0l W d e 5-guni > ( JeSkUv
jv- Snch c- j'nnenM rittUn.6 H? txutid tc‘. Pr rac.täfra
3om6ow'
Rottreuziag in Gießen.
Leier des 25jährigen Bestehens der Freiw. Ganiiäiskolonne vom 2Rofen Kreuz 10. Hessischer Saniiäiskotonnentag.
O andqerichtsrat I r ü m fr e r t Ix-gin cftmi ns4te bie Kolonne im ‘Hamen der in der Arbeit»- aemeiiifd>aft zusammen geschloffenen militärischen Vereine Gießens. Er erinnerte da bet an die vielen Wohltaten, die von d:n Sanitätskvlonnen draußen im Selbe und auch daheim auÄginflen. Die militärischen Vereine unserer Stadt fühlten sich mit der Kolonne in treuer Kameradschaft verbunden, und sie wünschten ihr auch weiterhin gute und gesegnete Aufwärtsentwicklung.
Stadtv Schmiedet gratulierte int Auftrage der im städtischen Xuvn- und Sportau»schuh vertretenen Ium- und Sportvereine, die durch die Ueberrricbung einer Iubiläumsspende von 170 Mk. der Kolonne ihre Dankbarkeit und Verbunden" beit für die bisherige llnterftÜttung au«t>rüden liehen. Zum Wohl der Allgemeinheit möge die Kolonne immer weiter wirken und dabei allezeit
Studier »'S .»"S ! S,
ed 0*L>r
vrrdkn- ,
äS
Ä
in Ä
Gieren—Stuttgart—München (Landung 16.05 Uhr).
Im Ganzen hot der Herbstslugplan des Flughafens (Biehen keine Bermmderung erfahren, im Gegenteil, er hat noch eine Verbindung gebracht, die hier nicht unerwähnt bleiben soll. Kietzen—Lon- don, über Frankfurt M.—Köln—Brüssel. (Ein Basta- gier, welcher in (Liehen um 12.15 Uhr bas Flugzeug besteigt, kann bereit» 19.40 Uhr in Croydon, Flugplatz London, landen.
und dem Äolrwmenfübrer Kratz au» An!atz dieker Seiet ein Handschreiben zukommen Neß. <3r gab lobann dem herzlichen Danke bet Stadt an die Kolonne für ihre Opfer- und segensreiche Arbeit für die leidenden Mitmenschen im Verlaufe des ersten Vlertelfabrbunderts des Be- tehens der Kolonne Ausdruck. Die Kolonne habe in ihren Reihen in schöner Weife den Geist gepflegt, den unser Volk lo dringend nötig habe, den Deist der Opferbereittchaft für ein Hobes Ziel. Die Stadt Dietzen grübe ihre Freiwiluae Sanitätskolonne vom Ho ter Kreuz beglückwünsche sie zum Jubiläum und begleite sie auch weiterhin mit ihren herzlichen Wünschen.
Oberstudicndirettor a. D. Dr. Vaur als Sprecher des hiesigen Zweiaverein» vom Roten Kreuz, aus d-m die Sanität# foloime hervor- gegangen ist. brachte d?sfen herzlich« Dlückwünsche zum Ausdruck und feierte in warmen Worten die bisherigen Leistungen der Kolonne. Für unsere Stadt fei die Sanitätskolonne nicht nur eine
Dinte rfeld. dem früheren Kolonnenarzt. Mcdizinalrat Dr. V ö 11 i che r -Dietzen. daS Ehrenzeichen 2. Klaffe des Deutf chen Roten Kreuzes als Ausdruck der Anerkennung für die grosten Verdienste, die sich der Ausgezeichnete um die Kolonne erworben hat. Das Ehrenzeichen für 25jährige Dienstzeit erhielten Wilhelm Steuerwald und Wilh Rink, das Ehrenzeichen für zehnjäbr'.ge Dienstzeit Fr. L e tz u s. Der Redner fehl oft seine Ansprache mit einem gern aufgenommenen Hoch auf die Kolonne Gießen.
GanitätSrat Dr. Schlink (Alzeys Inspektor der Kolonnen in Rheinhessen, sprach die Dlück- wünsche des Landesverbands Hessen der Freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz und der Provinzialinspektionen Starkenburg und Rheinhefien aus. Er zollte dabei den Leistungen der Kolonne Diesten herzliche Anerkennung und gab dann dem Gefühl inniger kameradschaftlicher Verbundenheit zwischen dem besetzten und dem unbesetzten Gebiete Ausdruck. 3m Anschluß an bic Ansprache erklang spontan der gemeinsame Gesang des ersten Verses des Deutschlandliedes.
Der Kolonnenführer der Santtätskolonne Mainz fügte den Glückwünschen seiner Kolonne die Ueverreichung eines Bildes, die dortige Saniiätswache darstellend, als Jubiläums- gäbe bei.
Sanitätsrat Dr. Hahn (Bad-Rauheim). 3n- spektor der Kolonnen in Ober Hessen, fügte den herzlichen Glückwünschen der oberhessischen Kolonnen warme Worte der Anerkennung für die Arbeit der Männer hinzu, die bisher an der Spitze der Giestener Kolonne standen: den langjährigen Kolonnensührer und jetzigen Shren- kolonnenführer Balser, den jetzigen Vorsitzenden Oberregierungsrat Dr. Hetz, den Äolonnen- führet Kray und die Kolonnenärzte Dr. Gros und Dr. R e u m a n n - S P e ng e l, unter deren Führung sich die Kolonne Diesten eine achtunggebietende Stellung errungen habe und heute nicht mehr zu missen sei. Als äusteres Zeichen ihrer Verbundenheit mit der Kolonne Drehen haben die oberhesfischen Kolonnen eine 3ubt- läumsspende im Betrage von 150 Mark zu- sammengebracht, die der Redner überreichle. <5)ie Spetrde soll zur Beschaffung von Anschauungsmaterial für den Unterricht verwendet werden. Mit einem Hoch auf Geheimrat von Hahn iDarmstabt». den bisherigen Vorsitzenden be« Landesv?rbandes Hauptmann a. D. Lvtheis« n (Darmstadt), den Kvlonnetwotsitzenben Oberregie- runq«rat Dr. Hest. Ghvenkolonnenführer Bal- s e r Kolomrenfü hrer Kratz und die Kolonnenärzte Dr. Gros und Dr. Reum ann - Spenge l schlost der Redner feine Ansprache
Regierungsrat Dr. Braun (Diesten) überbrachte die herzlichen Glückwünsche der Provinz Oberhessen und des Kreises Diesten und Itest dabei der bisherigen Arbeit der Kolonne vollste Anerkennung zuteil werden. ,
Beigeordneter Dr. Hamm (Gießen) sprach tm Auftrage deS in Urlaub befindlichen Oberbürgermeisters, der Stadtverwaltung, der Stadtver- orbnetenDerfammhmg und der anwesenden Stadtverordneten herzliche Glückwünsche aus. Er begrüßte weiterhin namens der Stadt den 10. hessischen Kolonnenfag. dem er fruchtbare Arbeit und schöne Stunden in den Oltauem unseres Gemeinwesens wünschte. Weiter machte er die Mitteilung, dast die etabttwrorbneten-2'erfamm- lunq mit Freuden der Kolonne Diesten anlästttch ihres Jubiläums eine Spende bewilligt hat und dost der Herr Oberbürgermeister den Gründern
Atem und fomft Gröste und Geringheit. die gleichzerfig allen Dingei' des irdischen Daseins eigen.
Vielleicht gibt es nicht bl ost dielen einigen Falken am Stephans-Tnnn und es ist ein Zufall, hast ich immer nur diesen einen Vogel da erblicke Vielleicht tyiuft ein ganzer Schwarm von Vögeln au« dieser Falkenfamilie in dem Gestein und zur Zeit meine« Besuche« freift nur ein einziger von ihnen hoch in den Lüsten Gs konnte aber auch fein, dast es in diesem kleinen Vogelstaat ein wohlbefolgte« Gebot gibt, laut dem jeweils einer der Sivpe im Dienste steht und huldigend oder überwachend seine Kreise hier ziehen must. Wenn ich über diese Frage nachdente, komme ich manchmal zum Schiust. dast vielleicht für mich allein dieser einzige Falke um den Turm schwebt und nie verschwindet. Gäbe es einmal hort oben zwei ober drei Falken, oder gar einen ganzen Schwarm von ihnen, ich glaube, auch dann würde mein Auge nur einen einzigen dieser Vdg.ü erfallen und seinem Fluge folgend, die andern nicht erkennen. Und sollte einmal tatsächlich gar kein Falke zu sehen sein, so bin ich sicher, dast sich ein feine« Stäubchen in meinem Auge vor die Pupille legt und mir in zarten Bewegungen, die vom Herzen ausgehen, am Himmel oben einen schwebenden Vogel vorgautelt
Betäme übrigen« ein solcher einsamer Vogel nie die Lust, einen AuSflug zu unternehmen in Me Wälder hinter dem Kahsenderg oder jenseit« über die Donau in die wilde Oobau? Freilich mag er auch hier inmitten der Stadt ein ausgiebiges 3aghgebl<t haben, wenn er sich tiefer hlnunterlastt in die Regionen der Tauben oder gar in die Tiefen der Sperlinge Aber diefe Gedanken an die irdischen Dedürsniffe meine« Falken stellen sich immer seltener du. denn je länger unsere Freundschaft währt, desto geheimnisvoller und überirki'cher erscheint mir Inder HimmelSvvgel.
Unlängst einmal, e« war an einem Tage mit grimmigem Frost, sand ich meinen Platz an dem Hause in der Seitengasse besetzt. Sin Bettel- Musikant hatte sich hier angesiedelt. 2r hockte auf einem Stockerl und vor sich hatte er auf dnem niedrigen Tisch eine Zither deren Saiten er mit stürmischem Giser bearbeitete. Au« der vorderen Tischkante ragte ein eiserner Halter
Unsere Stobt Siesten stand am Samstag und gestern im Zeichen des Roten Kreuzes auf meinem Grund. Aus allen Teilen Hessens waren die Abordnungen her Freiwilligen Sanitätsfolonnen vorn Roten Kreuz, zum Teil in sehr starker Zahl, hierher gelommcn, um an der Feier des 25jahrigen Bestehens der Giestener Freiwilligen Eanitatskolonne vorn Roten Kreuz und an dem 10. Hessischen Kolonnentag der Freiwilligen Sanitätskolon n en oo m Roten Kreuz im D o l k s st a a t Hes - s c n teilzunehmen. Den Gästen zu Ehren flehten niele Häuser in den verschiedensten ctabtteüen Flaggenschmuck, in roettgehenber Weife boten Mit Bürger ben Männern unb Helferinnen der Kolonnen Gastfreunbschaft Zum Empfang ber Gaste am Bahnhof hatte sich in anerfennensroerter Ißeifc ber Horst ber Stabt Gießen bes Deutschen Wabfmbcr- bunbes ber Fcstleitnng Aitr Verfügung gestellt Die jungen Psabfinber, Schüler unserer höheren Schu- len, traten in ihrer schlichten unb doch schmucken Uniform am Bahnhof an unb bienten von hier aus den anfommenben öäftegruppen einzeln ober zu zweien als Führer zu ben Quartieren Der uneigen, niihinc Ciebcsbienft ber mackeren Jungen fanb bei b n Kästen sowohl, wie bei ber Festleitung mit Recht warme Anerkennung. ..
stachbem am Samstagnachmittag bie auswärtigen Kolonnen am Bahnhof herzlich empfangen worben mären unb im Schützenhaus eine Sitzung bes Vor- bnnbsvorstanbes unb ber Delegierten stattgefunben hatte, vereinigten sich bic Gießener und auswärtigen .stolonnenmannschaften mit vielen Angehörigen unserer Bürgerschaft zur
BegrüßungS- und Jubiläumsfeier in der Boikshalle.
Reicher Fahnenschmuck, bei dem bas Rote Kreuz auf weißem Grunde den Charakter der Veranstaltung kündete, unb die festliche Beleuchtung zeigten unsere große Volkshalle den vielen auswärtigen (Säften in vorteilhafter Weife. Bedauerlich war nur, daß die Redner bei den weiten Raumverhaltnissen wieder nicht in allen Teilen der Halle verstanden werden konnten und infolgedessen natürlich lebhafte Unruhe unter den vom Rednertisch entfernt sitzenden Besuchern herrschte. (Dem Vorstand des Volkshalle. Vereins ist dringend nahezulegen, diesen unleidlichen 2(erhältnisfen ber mnngclnben Derstänbigungsmog- (jchkeit der Redner ein Ende zu machen. Technische Möglichkeiten hierzu, wie z. D. Anschassung eines Megaphons, gibt es ja.) Die Halle war im Par- terre vollbesetzt, auch bic Empore wies sehr starke Inanspruchnahme auf. . ,.
Die Kapelle Topp gab dem Abend mit • einigen flotten Marschweisen unb ber Oupertürc aus her .Zauderflöte" einen guten Auftakt. Danach sprach Kurt Richter dnen fron bem Äolonncnmitglicb unb QUitgrünber fterm. ® u e verfaßten Prolog, in hem die hohe Mission unb ber vorbilbliche Geist 0er selbstlosen unb tatsrohen 2rächstcnliebe ber Freiwilligen Sam- tälStolonne vorn Roten Kreuz gefeiert wurden.
Der Dorsitzenbe ber Giestener Kolonne. Ober- regierungsrat Dr. H e h . entbot nun ber überaus stattlichen Festversammlung Den herzlichen Willkommen grust her Kolonne Sein besonberer Gruß galt hem Dorsitzenbcn he« hessischen Lanbes- vereins vom Roten Kreuz. Geheimrat fron Hahn- Darmstabt. unb bem zwd'en Vorsitzenden bc« Terbanbe« ber hessischen Samtäts» kolonne vom Roteii Kreuz. GanitätSrat Dr. S ch l i n l -Alzey, ber ben erkrankten 1. Vorsitzenden. Hauptmann Lotheisen-Darinstabt. vertrat. Weiter begrüßte her Rebner besonders bi Ver-
Wodltat. fonberr auch eine Rotwenbigkdt geworden. Ihre bisherige Tätigkeit biete bic Gewähr dafür, hast sie auch weiterhin zum fltgen unserer Mitbürger in Stabt und Land wirken
Raum unb Zeit.
An bleiern Tage kam mir ber von Sankt Stephan vor wie eine verkörperte, sichtbar schwebende Seele de« alten Oesterreich.
Oie älteste Höhle Seutschlaib«.
Zu den am längsten bekannten deutschen Höhlen zählte bisher die zu Luther« Zeiten nübedtc Baumannshöhle im Harz. Wie ber *obl(nv fvrscker, Dergrat Professor Dr. Heß von Wich- dorsf kürzlich nachwies, werden aber ble bei Jena gelegenen reuf«lslb»er schm zwei Jahrhunderte früher, schon 319. urkundlich er- wähnt. Die Teuselslöcher find vorn 3enaer Marktplatz ober vom Bahnhof 3ena-Paradle« in viertelstündiger Wanderung beguem aus ber Straße nach bem „IMerbörf rdckmi. Die Au«läufer der Kernberge fallen hier In malerischen Felswänden fhil SurSdrahe ab unb bergen das prächtige Raturdenkmal. Starke Foltenbilbungen in den D'psfelfen betraten die gestSrte ßasterung der Gesteine, die den Anlast zur Entstehung ber Hohlen gab. winc »räutni£ SorMlI. 1" ,k, Wb.t
her. Zutritt ru den Hdhlen. deren Gänge sich von d-er au« nach per’4) .ebenen Richtungen in txx6 3rmere verlieren. Der linke Houplgang führt etwa 45 Meter tief in ben Felsen hinein unb erweitert sich zweimal zu einer flehten Grotte. Die von oben berdnbringenben Sicker- wäf'er haben irnVere n mit ber Arbeit der Höhlen- Mdw tminberwHc. seltsam gebrehte 3erf!uhun- gen unb bizarre Deckengebilbe entstehen lassen, bi« sich in den kleinen Wasserbecken ber Grotten widerspiegeln. Bei geschickter Beleuchtung bieten He dem Beschauer bl« bekannte optische Täuschung, al« ob öle Zacken unb Klippen aus großen Wahertiesen emrorstiege-. Weitere Klüfte unb Hohlräume mit abenteuerlichen ckbilben harren noch ber Erlorschung. Die Erschließung der TeufelSlöcher alS .SchauhShle' ist geplant.
empor, her dem Muiikontc-n noch c;nc Mund- harmmnka bereithielt. Auf biefet Harmonika fuhr er spielend mit den Lippen hin unb her. Batt* sühne die Zither, halb hie Harmonika bie Me- lobie. Es bereitete mir Qualen, bleiern unermüdlichen. übereifrigen Spieler zuzusehen E« war wie ein verzweifelter Kampf gegen die Rot der Kälte. Sie Hände staken in alten Handschutzen, deren Fingerspitzen abgeschnitten waren, und man glaubte, jeden Augenblick müsse es soweit kommen, hab die eilig klimpernden Spitzen der Finger im Frost erstarrten. Auch der Mund suchte wohl deshalb nur so schnelle Rhythmen, weil das Metall an bem Instrument bei langsamen Spiel rasch ausgekühlt und btc feine, feuchte Haut der Lippen im Froste an den «tilgen Leisten angefroren wäre. □lt«öt me&r Dte Musik war hier der Zweck btfl Spiel« sondern das LebülsniS, bie Rot be« Augenblick« zu be- kämpfen. Dieser armselige Musikant erschien mir plötzlich wie ba« Sinnbild ber gebrückten Menschheit be« armen kleinen Oesterreich. Me sich krampfhaft admüht, aber nicht um ben ©egen her Arbeit zu ernten, fonbern um jetndl« her nächsten Rot bc« Augenblick« vorzubeugen
Ich überliest bem Bettelmuttkanten meinen Platz unb suchte und fanb eine neue ruhige Stelle, in einer anderen stillen Gaffe, von bet aus ich ben Turm zwar nicht vom Fuße an fehen konnte, sondern nur hoch au« dem Domdach ragend, aber wieder war mein Falke da. unb so war ich zu- kieben. Ader noch wirkten bie Gebanken in mir nach, auf bic mich bet Anblick be« Bettel- mufifanten gebracht hatte. Ich dachte an bie große Monarchie, beten Mittelpunkt Wien gewesen wat. von bem tolebenim bic Stephans- firic. ober richtiger her Turm selbst, ber Mittelpunkt ist. Unb im Verlause bide« Gedanken- «viels durchdrang mich die ileberyugung von ber ilnvergänglichkdt bes alten Oesterreich: Wäre bie Zerstückelung noch grausamer gewesen unb hätte bet zerschmetternde FriebenSschlust bestimmt, baß bas Gebiet ber Ungarn übet Schwechat her in spiyern Keil bis zum StephanSttirm bringe; unb her Tschechen wäre Floribshorf unb ein spitzet Ausfchnitt bis zu dem alten Turm hin Augesatten; b<-n Deutschen bie Gebiete um ben Kahlenberg herum bis zum Stephansplatz rnchend. und frtcl-
tretet ber staatlichen unb städtischen Behörden, bic befreundeten Verbände unb Vereine unb bie bei dem Programm des Abends Mitwirken- ben Vereine, denen er zugleich herzlich dankte für ihre liebenswürdige Unterstützung bet Kolonne Warme Worte be« Willkommengrutzes liest er unter bem lebhaften Beifall ber Fest- Versammlung ben Kolonnen aus bem von der Fremdherrschast geknechteten Gebiet zuteil wer- ben Für die Rot der dortigen Volksgenossen habe man hier Verständnis. Sr gab bem Wunsche unb ber Hofsnung Ausdruck, dast für unsere Bru- her jenseits bes Rheins recht bald die Stunde der Befreiung schlagen möge durch den Abzug des letzten sremden Soldaten vom deutschen Boden. (Lebhafter Beifall.) In dem austerordent- lich starken Besuch dieser Feier glaubte her Redner die Gewähr dafür $u sehen, hast Me Idee des Roten Kreuzes m immer weitere Kreise bringe und hast immer mehr erfaßt werde, vxis ba« Rote Kreuz unb bie Freiwilligen Sani- tätskolonnen erstreben. Er bat. bie Beftreknm- gen allezeit zu unterstützen durch die Erwerbung der Mitgliedschaft oder die Förderung der Arbeit der Sanitätskolonnen. Wenn die Sanitätskolonne diese Unterstützung allgemein fmde, dann werbe sie auch immer mehr den Ausgaben gerecht werden können, die hcrvorgehen au« den Worten: Edel fei der Mensch, hilfreich und gut!
Ein Massenchor Giestener Gcfangvereine (Dauerscher Gesangverein. Eoncordia. Harmonie- Gemütlichkdt. Heiterkeit, Frohsinn, Liederkranz und Sängerkranz) unter der Leitung des Chor- meisters Otto Görlach fang hierauf in prächtiger Weise ben eindrucksvollen Kreuher- schen Mäimerctzor ..Schäfers Sonntagslieb", dem die Kapelle Topp dann Bizets Fantasie aus „Carmen" folgen liest. Rnnmehr begann der Reigen der
tHlückwunschan^Pre.chen.
Als erster sprach der Borsitzenbe de« Hessischen Landesverein« vom Roten Kreuz. Geheimrat von Hahn-Darmstabt. Er beglückwünschte Me Kolonne Giesten namens bes Lanbesvereins vom Roten Kreuz bes Alice-Frauenvereins, erinnerte an bie hohen Derbienste des Gründers und ersten Dorsitzenben ber Kolonne, des vor nicht allzulanger Zdt entschlafenen Landgerichts- direktors Wiener, unb wie« hin auf die großen Leistungen der Kolonne in Krieg und Frieden. Durch muftergültige Leistungen habe die Kolonne Gktzen gezeigt, dast sie allen Ansprüchen genüge, ja sogar diese noch übertreffe- Die Kolonne Giesten habe stets ein weithin leuchtendes Beispiel der Opserwilligkeit gegeben und ein Beispiel für alle anderen Kolonnen be« Landes. Die Kolonne habe es verstanden, sich auf neue Ausgaben umzustellen unb auch diesen Pollauf gerecht zu werden. In ihrer heutigen Ausrüstung und Ausbildung sei die Kolonne Giesten mustergültig. Dast dieses Ziel erreicht wurde, sei das Verdienst her Führerschaft und der Kolonnenärzte, insbesondere de« langjährigen Vorsitzenden Wiener unb be« Kolonnenführers Kran; letzterer habe es verstanden, den Geist des Roten Kreuzes in die Kolonne hinelnzutragen und diese zn befähigen zur Erfüllung ihrer Aufgabe Al« bleibende« Erinnerungszeichen überreichte ber Redner eine Urkunde be« Lanbesvereins vom Roten Kreuz, in der her Kolonne herzliche Anerkennung für ihre bisherige Arbeit aiisgesprocheu wird. Weiter überbrachte der Redner im Auftrage de« Prä- I fidenten be« Deutschen Roten Kreuzes, von
fonbern auch weitere Anschlüsse^ wie es der Sommer zeigte, bleiben bestehen. So bnben wir beispielsweise direkte Anschlüße nach Kopenhagen, über Hannover—Hamburg. Flugdauer 5:22 Stun- ben. Landung in Kopenhagen 18.2-5 Uhr. Des weiteren Gießen—Borkum, übet Hannover—Bremen —Norderney. Eine günstige Äuslandverblndung zeigt uns bie Strecke Gießen—Amsterdam (Landung 19.20 Uhr) mit Zwischenlandung in Raffel unb Rotterdam. Gießen—Berlin—Königsberg—
in Treue fest zufammenstetzen.
Branbinfpektor Wen-,cl überbrachte bu kameradschaftlichen Glückwünsche ber Giestener Freiwilligen Feuerwehr, wobei er in herzlichen Worten der bisherigen guten Zusammenarbeit zwischen t>er SanitätSkolonne unb ber .Feuerwehr gedachte unb diese gute Kameradschaft auch für bic Zukunft wünschte. Al« Iubiläum-gabe überreichte der Redner im Auftrage der Freiwilligen Feuerwehr ein Sortiment Verbanbfcheren.
Der Kreisausschust bc« Kreise« Diesten gab seiner Anerkennung für bie Tätigkeit ber Giestener Kolonne zum Wohle ber Bewohner des Kreise« Giesten in einer 3uM- läumsspcndc von 100 Mk. sichtbaren Ausbruck
Kolonnensührer Kratz bankte im '«amen ber Kolonne Giesten herzlichst für bic zahlreichen Ehrungen und bic vielen guten Wünsche, unb versprach, dast die Kolonne auch weiterhin ihre Pflicht tun werde.
Die Nnterhaltnnasdarbietnnqen
im weiteren Der laufe des Abend« boten der großen Gästeschar austerordentlich vielseitige ®c- nüsse. Die Giestener Turnerschast erfreute durch wundervoll« Reigenbarbietungen und Fackeltänze der Turnerinnenabteilungen unb am Barren durch wahre Prachtleistungen einet Riege erster Giestener Turner unter benen auch Reuter sich befanb. Die Rabsabrervereine .Die Wanderer". .Germania" und .1885er" zeigten durch erlesene Manuschafteii ihre hohen radsportlichen lfferna- keiten im Reigensahren und im Zweierkunstfahren Die oben genannten Gesangverein« erfreuten noch einmal durch prachtvoNe Ehorgeiänge. Bon der Kapelle Topp wurde recht eifrig unb gut musiziert, unb Musikmeister Topp selbst bereicherte ba« Programm durch ein Pistonsolo in seiner Weise. Sämtliche Sarbtetunacn würben verbientermasten mit reichem Beifall belohnt, der ,Zeugnis gab non der hohen Zufriedenheit ber Gäste Die stimmungsvolle unb genußreiche Abenbveranstaltung wirb noch lange m guter Erinnerung bleiben
Sine eindrucksvoll« Kedächlnisfeier
bildete in ber Frühe bc« Sonntag« den Auftakt für den eigentlichen Kolonnentag. Zahlreich hallen fich bie Sanitätskolonncn unb Einwohner auf L>cm Landgral-Philipp-Platz eingefunden, wo am Denkmal ber 116er ber Toten gedacht würbe Mit >em , /n.vherlänbifdKn Dank gebet" leitete bie Kapelle Topp die Feier ein, in deren Mittelpunkt leicht noch den Jugoslawen ein spitziger stich bie zum alten Steife! bin. wahrlich, auch bann wäre das alle Oesterreich noch nUbt auf- geiilgt gewesen unb würbe von diesem Mittel- punkte au« weithin wirken, ohne Grenzen in
Der Falle von Sankt Stephan.
Von Robert Michel
Das ist etuc Gewohnheit von vielen Jahren her wenn ich durch die innere Stadt Wien« gebc und in die Rähc de« Stepbans-Dome« gelange. so richte ich c« womöglich immer so em. dast ich durch die gleiche Seitengasse hcrankomme, von der au« man einen guten Blick auf den riesigen gotischen Turin gewinnt. Da bleibe ich bann abki« vom Verkehr in der Seitengafse, stell« mich ganz nahe an bas Hau«, um nicht gestört zu werden, unb blicke am Turm empor, bte dlumenhaften Gebilde au« Stern entlang, bie xn der hohen Perspektive ganz zart erscheinen, bi« hinaus zu ber goldenen Kugel mit dem Doppeladler. Manchmal leuchtet der vergoldete Splyenaussatz in der Sonne und die Dteingebilde beben sich gleichmäßig von einem blauen Himmel ab. Xliib manchmal ziehen Wollen über den Turm hin, schier in Gefahr, von der hohen Spitze zerrissen zu werben; dann wieder kann der Turm in den Rebel embotragen, immer undeutlicher unb unwirklicher werdend, ober er kann bunfcl basteben im Regen ober im Schneegestöber, oder gar im Sturm, wobei mehr denn je zu fühlen ist, vast nach der Vergangenheit hin und In die Zukunft sein Dastehcm non Unterganglibfcit um» Wittert ist.
Da« aber meine Augen stet« zuerst zu ersafsen suchen, ist nicht her Doppeladler fron leuchtendem Metall unb nicht ba« Gerank« von Gtritt unb nicht Me BeschaNenheit be* Himmel« — zu allererst Irrt mein Blick sorschend um ben ragenben Bau unb sucht dnen Falten, ich bin veriucht zu sagen meinen Saite'. Erst trenn ich diesen Vogel entdeckt habe, ganz fliegenbaft klein in den Re- Snen be« Scfrfrelablcr« oder «in wenig grbü.'r, te Sch-Ingen unb Krei'c tiefer um ben breiten u ziehend, bann erft ist auch ber Turm für mich ba unb ich kann friite Schönyeit geniesten. Diries Schweben de« Fallen macht für mich ben Turm noch großartiger als er iß. verbindet ibn Mit bem Himmel unb glrichzettig mach' cs ibn auch wiederum erbjebunben unb sonderbar fletn. 3« gibt ihm für meine Empfindung Leben unb
»tretet leit
»•taunlfl 3U'
Xwfi. fttl'a iM 'Mrit ®ti in dir '■
' Xtii nni xMv burj. Hüb


