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air.loilrat L>r. Baumann iKolonnenarzt in F.nf)bodi, Koloimeikühr. Bett strebet lMatnz- Wombachi unb <tolonnenfü6ner unb *Sod:tKnDer \ * tte>' nix-rrin« hom loten Kreuz Aua x u n 8 » Deutschen

»s 3tt. gvetrins vom Boten Kreuz A, Buchtchlag- durch Den Präsidenten des _ Beten Kreuze- ausaeze.ckmet werden feien

HdemDhinbcrw, intzaltretche w etub-enrat Dr Lk Adolph stund. Der lehn er Drui Mi ft Ule Heldentum. MB Mt ÖMÜ- Ltet während des Krieges lo oft Mtfltlebl jajen. mb bet jetzt m bedentung-voller stdedensarbe-.t wchttae loyak volksversöhnende Aufgaben ,u Vsn hat Dabe können btt Diener bei Boten Uten** Kraft schöpfen aus Dem Sorbilb der .rneraben de in schwerem SamanVerdienste tul dem Vchlochtfeide und in den Sasa retten ihr Jebcn ftr bas Luterland, für die Mitmenschen wserten. San-lutsrar Dr. Schli ni (Alsey) legte » Aamen des Landesverbandes der -«'Zischen Kolonnen einen Kran- am Dtnfnwl meoer. und j Kolonnenführer Kräh tat Ms gleiche für die i Otrtzener Kolonne aus deren Bechen der Xoö . ruch schon manche» verdienstvolle Mitglied ab« r .Tttufen hat Da- Lieb vom guten Kameraden schloß dir Feier, und mit klingendem Spiel »na es in stattlichem Zuge nun nach dem Lass jto. wo um 4 Ilhr der 10 Kolvnnentag ' des Landrsverbandes der dettilchen strc'.w'.lliaen SaintLtsfvlonncn in dem vis zum lebten Platz ^füllten stestinal leinen Anfang nahm Bon den dO Kolonnen der drei hesfttchen Prov.n-en waren V durch Abgeordnete vertreten ?l.- Lerfamm» ung-le ter eröffnete Samtdtsrat Dr 6 4) 1 i n f tc Tagung mit wertvollen Ausführungen über >e Bedeutung der Santtststolonnen in der Bmc» ^reuz«Arbeit. Dann entbot Geh Bat r» Ha h n vn Gnitz des heMschen Boten Kreuze» an den Kolonnen tag Unter lebhaftem Beifall kannte er i r tttiien. dast mit dem Ehrenzeichen 2. Klaffe Deutschen Boten Kreuma außer Wekn-tnal- -ot Dr. Eduard Bötticher (®ieften) auch noch

bette hauptsächlich schon der Delegie r t e at a a l cti Samstag geleistet, über deffen Verlauf unb

Beschlüsse Sanitätsrat Dr. Schlink be­lichtete. Au- der Tagesordnung der Delegier» enfltzung fei mitfleteUt: Die Wahl des alle drei .fahre zu erneuern Den Dorstandes hatte folgendes Ergebnis Ster aus i^esunbheii-rückllchten zurück- betretene seitherige lehr verdienstvolle 1 Bor- ' hende. Hauptmann a. D. Lol helfen, wurde tnflUnmlg zum Lhrendorsitzenden ernannt. Urft er tzorfitzenbcr wurde Sanitätstat Dr. Schlink Astzev). ftelliKtirctenber Boriitzender Studirnrat Delst < Babenbaufeni. Schrittlührer Shren?,ug- ' toter Drie - ht mer fDarmstadt». Beisitzer lr die Provinz Ober Hessen Kolonnenführer lr a-(Gießen, 3m nächsten Jahre findet nur 'Ine tekfliertcniagung statt, um die sich Die- Z l'Mrg, Bfeder-Bam'tadt und Birienau beworben tecben Die Wahl ist auf Bi rtena u gefallen. Annahme fand ein Antrag von Mainz, der be- Itlmmt dast aus einer Kolonne ausgeschloffene

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er In freite dulammfuarwit Iw ifnunvehk dscbast auch für iumiqnbt ütet-

Mtglteber nicht ohne weiteres Mitglied einer oberen Kvlmme vvm Boten Kreuz werden kbn- iin. es fei denn dast der Borstand des Hettl- 'dbtn Landes verbMAdes nach Glnsichtnahme in ch» Affen anderweitig beschließt Einen Antrag brr Kolonne Worin. werden die Ko*

I Dänen tage aus Starfamkei'-gründen nur noch zwei Jahre abgehalten, hn xstvischenjahre

' t.brt dlost eine Delegiertenfitzung statt. IDeitere JWf^lüffc der Dek^tcrtenfifiung fordern diein» Zeitlichkeit der Samtätsau-rüstung und der Be­eidung aller Kolonnen Eine wichtige Ausfprache lebanbeltc die Methoden der Kolonnen- Alarmierung

Mit lebhaftem DeisaU verfolgte die Derfamin- Ijng die Berichte der Provinzial inspefteure. Den «Bericht für Obe rhes sen erstattete erst- i nalig der neue 3nspekteur unserer Provinz. San.- ti! Dr Hahn i Bad-Bau heim) Danach find in Obeiheffen drei neue Kolonnen ent standen, i Gedern. Laubach und Schotten. Aus- Ehrlich behandelte der Berichterstatter die von >n hoigenonimencn Besichtigungen der Kolonnen 3 u h b a d> u.b Schotten Beide Kolonnen

biciiWtn benbe boten br ich Dttlltittflt Ve- tsk erfreute bur» i und fiadtltiiw tnd am Borrr ner Kiche erster ich Ämter fkb Pfe TBantarr i durch eddw

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. ^wintunHIatP Muine rrimüe» Lhvrgefingr. Tu i)t eifrig unb fft Topp WM de­ich ein rbiclungcn ttmtde kifall t*lM 3ufritbmbrit btr unb

lange m a»in

Jlathbrutf verboten.

16 Fortsetzung

,Don allen denke ich auch nicht io ... Von

5ilon, links Charles' 3unmer. ?lad) dem Walde lit die groste Schlafstube, daneben eine Garderobe ij-b das Bad. weist gekachelt und mattblau ge-

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Verhängnisse

Vornan nen Lirsbek DiN.

Copyright by Martin ^euchtwanger. ftaUc lSaale).

.jlgten eine gründliche DurchbUdung der Sani- it*maiuifd)uftcn und löftcn die ihnen gestellt«t I bungsaufgaben zur grbstten 3ufricbenl)at des kisvxkleurs und bet anwesenden städtischen unb 5 hcatllArn Beddrdenverireter. Dir Kolonne 'Bad- tiubeh.i hn chr i^jähriges Bestehen gefeiert upd bei C.clcr Gelegenheit zmn erstenmal das T'ankentranspvrtauto. das von der Stadt Bad-

3fncn zum Veitpiel nicht."

..Nun, hofsenilnl, aud) nicht non jemandem fonft meinem Cattje\ sagte Cdarle».

Die Alte schwieg

Sie stand . m Derbe und hängte den Luppen- :«nel aiii. Die rtiammtn beleuchteten chr hagere». Inges Gestchk. die ipitzgebogene Base, das norge- shoben« Kinn, die ileinen. schillernden «ugen. Wie tr |it mit den dürren Armen in den Kohlen Äschern sah, dachte fr: so mutz eine 5j<je au»-

Ohm, wenigsten» sind sie nicht auch noch in 'iit Lchlaszlmtner gezogen', meime Artemis, die ilrinal an einem sannkaanachmittag hinauskam tnb in den rrischgestrichenrn Stuben umberging.

Der wüste (Barten war nun aufgeräumt von Um dichten Gebüsch und dem wilden Gerank. Alles

(len.

Trau Obetlc hatte jefit doppelte Arbeit. lagt I ter mar iie in dem Longevilleichrn Aaufe. Sie «st den (Barten neu anlegen, pflanzte Blumen, ic unb band '.stanken auf. Lis verhandelt« mit f-n Tape,i,rer. bestimmte die Tap.t.n und Sorbin rd btauflidttigtt die f)dnbmertcr, die neue Böden i-Utn unb bas Dach neu deckten.

Du sollst tehen. wie reizend wir hier wohnen :»rd«n". sagte Odette. ..ganz für uns."

stach vorn herou, lagen drei gtofce Sutbeu. Die in ttlere, die auf tue Veranda ging, wurde als (ktz- i-untr eingereichtet. Rechts davon kam Odettes

Das darf einem nicht wundern, wenn man Ht Menschen kennt", sagte die alte Attemis, di« las V)«rbfeuer tchurte.Darüber staunen nur die. tu ebtn noch nicht wissen, wte schlecht die Mei- llirb und zu was ii« fähig find."

' -dH Ach, Lie müssen nicht so von allen Menschen iti88 Äfjttbsfl* Renten, Artemis" . _

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fab schon ganz hübsch aus. Man erkannte das ,.od3lnhd)enx nicht mehr, mit feinem frischen lachs- rosa Anstrich, den relcbafarbenen Läden unb dem neugedeckten Dach.

Lobalb bl« Zimmer fertig mojen und der An­strich trocken, wollten st« «inziehen.

Die ganze ctabt beschäftigte sich mit diesem Um­zug. 2n D. zog man nicht um. Man wohnte meist lein Leben lang tu dcimelben brause. Die Gontards wohnten schon Eintaufendsiebenhundertundzehn ,m ,^ion d ar", der nun an einen 3agbfreunb (Bon- tards aus Shateatidun verpachtet war.

Ein«» Mittags, alt die alle Artemi» in ihrer Küche Buden putzte, stand plötzlich der alte Äacque» in der Küchentur.

Was gibt»?" fragte sie kurz. Li« konnte nicht leiden, wenn man thr zwischen der Kocherei in die Küche kam.

.-Ich war schon vorn im Gastzimmer", sagte der alte Mann,aber da ist niemand."

,.9lun, bann warten Sie. bi» jemand kommt."

3d) mutz aber Herrn Charles sorechen "

..Aas wollen Sie denn von .hmk"

Ich habe ihm etwas zu übergeben."

..Das können Sic mir auch geben", tagte Art« mis. unb warf die Buben ins Wasser. ..War k)«rr (Charles weiß, kann ich auch willen. Dir Haden keine Geheimnisse ooreinanber."

..Nun, das ist aber doch eine hetkl« 2lngelegen- beit", sagte der Lite, und schob die Kappe nach hinten. ..Ich möchte da nichts hin, ohne ihn ge­fragt zu Haden."

In diesem Augenbllck kam Frau Odette die Treppe herunter. ..Wer ist denn da?"

Der Akte zog feine schmierig« Kappe, unb Odette erkannte den Antiquar den sie auf der Versteige­rung oben im Longevilleschen Haufe qekben batte.

..Ach. Sie find «*, Herr Jacques'

..Ja, ich möchte Ihnen etwas bringen. Es ist ein Brief, den ich aefunben habe." Er zögerte wart einen Blick nach btr auihorchenden Artemis, die mit sonderbar ilackernden Augen am Herde stand, dl« blaue Schürze mit den Büben in sich ge­drückt.

.Kommen Sie mit." Odette ofmew da- kleine Kontor.Mein Mann ist aus der 3agb, er kommt erst beute abenb zurück. Das haben eie denn?"

Sie schob ihm einen Stuhl hin. dr nahm seine Bncflajdjc heraus und entwirrte aus allettei vor- gilbten Blättern, die aussahen wie langjährige Wechsel, einen Brief in einem stark verknitterten weihen Umschlag.

Das habe ich beult morgen in dein alten Sekre­tär der Madame Longcville gesunden, al» ich ihn auecir.anbernabm. Sie wissen doch, er hatte ein angeleimte, Bein, und Ich hab« endlich dafür einen Käufer gefunden. Er wollte ober den Tisch repa­riert haben, und ich habe ihn auseinander- genommen. Und da kam bas zmn Vorschein. Der Bries hatte sich -wischen die Schubfächer geklemmt."

.Lch habe ihn nicht gelesen", setzte er hinzu, al» er Odette» Erblassen bemerkte. Ihre Hand zitterte leicht, während sie den Brief entfaltete. Sie hatte das Gefühl, als ob eine schwere Wolke sich auf sie herabienkc.

Bitte, nehmen Sie doch Plan. Herr Jacques", sagte sie, während sie das Schreiben überflog.

'S» trug kein Datum, blc Schritt war kausmün nstch, klar, fest unb energisch. Aus den ersten Blick hätte Iie sic für eine Damenhanb gehalten, aber die Unterschrift, die mit einem starken Schnörkel um- Zogen war, deutete auf eine Männerhand hin: ..Leon" stand dorunker.

, Meine 3ei: ist um", begann der Brief,ich kann nun nicht mehr warten und bitte sich zu ent­scheiden. Wae wir besprochen haben, behält seine Gültigkeit. Ich habe, wie Sie wissen, dafür schrift­liche Unterlagen. Auf Nichlagkzohlungen lalle ich mich nicht mehr ein. Sollte dis zum nächsten Freitag keine Antwort von Ihnen do fein, werde ich Iie mir selbst holen. Leon."

Wa» war das? Dos bedeutet« bietar Brief ohne Datum? Der Potts.'cmpel lautere Morieille, da» Datum war verwischt. Bur die Jahreszahl war les­bar. Der Brief war vor zwei Jahren geschrieben, in dem Todesjahr ihrer ^Tante

Odette las ihn noch einmal, während sie ihr Herz dumpf schlagen fühlte. Der Mann beobachtete sie mit einem leichten Augenblinzeln.

..Ach, dos ist iraenöein alter Brief, btr hat wei­ter kein Inleresie , meinte fie dann, unb ging an den Wandschrank, wo tue Weinflaschen standen.

Der Alte sah Frau Odette von der Seite an.

. Nun, ich weitz doch nicht, ob man das so per- schwinden lassen kann."

^Wcr sagt denn etwa» von Berschwindenlassen?"

Sic sah den kleinen unrasierten Mann in dem schmierigen st ragen groß an. ..Ich werde ihn mei­nem Manne zeigen, und wir werden sehen, ob er etwas ,|u bedeuten hat "

Darüber entscheidet ja wohl der Unlersuchunos- richter". sagte der Alte. Er schob da» (Blae zuruck, das sic ihm mit Botwein füllte.Nein, danke, Madame, ich trinke nie etwa» vor Tisch."

Er erhob sich und in der Tür wiederholte er: ..Also, wir Horen bann noch voneinander, Madame, nicht wahr?"

Er stand da, als ob er etwas erwarte. Aber Odette bemerkte das nicht. Sie grühte zerstreut unb blieb stehen, die Hände auf den Tisch gestützt, al» ob sie ein Schwindel gepackt habe

Artemi» schoh au» der Küche unb sah dem Alten nach.Was wollte denn der Jacques von 3frnen?" fragte sie

Gr hat einen Brief gefunden hn Sekretär meiner Tante."

Was für einen Brief»" Ihre Augen fuhren über den Tisch. Aber es war kein Brief mehr zu sehen.

Einen ganz unwichtigen Brief", verwies sie Odette, und veriieh das Zimmer.

Während Artemis unbefriedigt In ihre Küche zu- rutfging, ging Odette In ihr Schlafzimmer unb schloßt «ich dort ein. Dann nahm sie den Brief auf ihrer Schürzentasche unb überlas ihn noch einmal, cdiroe^t ging ihr Atem. Das, was schon begraben war, stieg langsam wieder vor ihr auf, in vielen Bildern: die dunkle, (alte Jelle, da» vergitterte Fenster, die kästen, Hellen Augen der Richter beim verhör, unb das einsame Haus droben ... Gim eiskalte Luft wehte sie plötzlich an. Al, ob eine um sichtbare Tür sich leise geöffnet habe, aus der ein dumpfer, kalter Luftzug drang.

Sie fchaute mit starren Augen In den stillen Gar- teil, der unter seiner dünnen Schneeschicht wie er- Horten da drüben lag ... Jetzt fab dieser Garten friedvoll aus, wie ein Kirchhof, mit lauter begra denen Dingen, bedeckt von einem reinen weitzen Doch. Aber Zeines Tages, wenn die Sonne schien, würde der Schnee dort schmelzen, die (Erbe wurdc schmutzig und schwarz, unb alle» trieb und sprotzte und kam wieder zum Borichein. ...

Es ist noch nicht zu Ende, nein, es ist noch nicht zu Ende, dachte sic.

(Fortsetzung folgt.)

'Xmitrtri Nr *r-toiew ftr Vse IranefP* xw Beringung gestellt wird bei einer grotzen Gel ang der OrifenUidbteti vvrgriüdtt Der seyr beisättig aufgeiwernneiw Bericht schloß mtl ebum ben,- l tchen Dankes wort an den tettherigen Provinzial, mtpefteur Dr »ros l>i«Nn)

7M: recht tnleteHdrtv Tatsachen machte auch der rdetnhesstsche Bericht bdanrn den van -Bat Dr Schlink (Blzey erstattete.

Der Bericht, den Kolonnenführer wchmitz (Alzey) sehr anschaulich über den Reichsvertandstag der deutschen Sanitätskolonnen in Bremen gab, be gegnete allseitigein Interesie. ebenso der den Schlutz unb Höhepunkt der Tagung bildende belehrende Bor trag, den Mebizinaliat Dr Bötticher (Gietzenj hielt über das wichtige Thema:Schutz desSanitätsmanne» selber undSchutz der Allgemeinheit bei infektiösen Er- franfungen durch iachgemätz« Anwen­dung der Desinfektion nach dem heu­tigen Stand der Desinsektionslehre." Der ersahrene Redner sprach im besten Ginne des Worte» aus der Praxi» für die Prari». Er gab zu- nächst einen interessanten geschichtlichen Ueberblick über bi« Seuchenbekämpfung Einer Würdigung de» deutschen Gelehrten Robert stoch und feiner ge­nialen Entdeckungen auf dem Gebiete der Seuchen- ertennung undt'rtdmpfurg folgte eine aussuhrlictte Behandlung der gesetziichen Matznabmen zur 6eu- chenbekampsunq ter Bedner wünscht auch für Hessen Vorschriften über die sog lausende Devlnjek- klon unb eine Organisierung der Seuchenbekamp- jung nach preutzischem Muster. Einer kritischen Be­trachtung wurden zum Schluß die Desinsektions- mittel unterzogen. Die Ausführungen Dr. Bötticher» wurden mit dankbarem Beisall ausgenommen

Am Bachmittaq um 2 Uhr versammelten sich die Kolonnen auf Oswaldsgarden. von wo aus sie in geschlossenem 3uae unter slotter Marsch- mus'.k nach dem Düterbahnbos abrückten, wo eine

ttebunq Der Gießener Freiwilligen ^anitätskolonne

stattsand. Dieter Hebung lag folgende Unfall» annahme zugrunde: Em« Abteilung Militär kvmml mit bet Bahn vom Truppeiaibung-platz zurück. Der Zug toll an bet l.nWelligen Bampe entladen werden. In dem Augenbitck, da der Zug in das Ausladcalei- «urückae'choben wird, kommen vom Bangierberg einige beladene Güter­wagen und fahren aui den Militärzug auf. Durch den Zusammenstoß werden einige Da gen .neinaubergetdjotan. entgleisen und ein Daaen gerät In Brand Die Leitung des Bahnhofs ve- orbert den Bettungs-Hilfszug nach d.'m Güter- bahnhv' und ruft gleichzeitig die Freiwillige Can tättioLonne vvm Boten Kreuz telephonisch Aur Unlerflühung. Die Kolonne Dielten ist zum Teil zufällig j-egen Mitwirkung bei einer größe­ren Beranftaitung versammelt und rückt staffel- weifc nach der llnfa Ufte Ile ab. Die Bettungs- arbeiten des Hilt-zugpersonal- sind bei Ankunft der Kolonne im Gange. Die Kolonne erhält die Aufgabe, die noch in den Daaen befindlichen Derwundeten zu bergen, denselben erste Hilfe zu [eitlen und für den Abtransbort derselben zu sorgen. Der Hilfs-ua kann nicht alle Ber- letzten aufnehmen, uiro da die Gießener Klinik überfüllt ist, mutz eine Anzahl nach dem Kranken­haus in Metzlar verbracht werden Zu diesem Zwecke müssen einige auf dem Bebengleile leer­stehende Güterwagen mit Lagerungsvorrichtung veriehen werden und für den Transport bet- gerichtet werden.

Die Hebung sollte den Zweck haben, den auf der großen Derlaberoinpe postierten auswärtigen Kolonnen unb Der austerordentlich Aahlreichen Zuschauerfchaft au» unserer Stadt da» Zusammen­arbeiten einer SanitütSkolvnnc mit bet Bcichs- bahn-HiNSlolvnne bei einem Unfall praktisch vor Augen zu führen. Dieter Zweck wurde In vollen­deter Weite erreicht. Man lernte die Bettung-- einrlchtungen der BeichSbahn für den Jcrfl eine- Bahn Unglücke- kennen, unb konnte mit Dewunde- riing die ttmflcht unb Tatkraft beobachten, mit der di« Sanllüt-tolvnne unb die Beich-bahn- HUfSmanntchaft ihrer Aufgabe gerecht wurden. Hm das Hebungibilb recht wirklichkeit-nahe zu gestatten, war em Güterwagen aus dem Gleis gehoben unb stark zur Selle gekippt worden, n einem anderen Wagen hatte man durch schwe- lende Brennstoffe einen Brandherd mit starker Bauchcittw.ck^mg geschaffen, unb dazu Personen­wagen verich ebener Gattung, u.a einen l>-Zug­wagen, berc-laeftclH, in denen die ..Op^er" Platz naMicn unb dort ihrer Better harrten. Dührend

f*e Beichsba^m-Bettung-krsonne mit dem 6<nm- statt-^chnerdeapparat Puffer wte ipteienb von

den'.erwagen adschn.li, bettUgeteg« Schtenen- teMt, die als Hinderns« gedacht waren, mit der Sttchttamm« -erlegte und mit Hilf« von Aeuer- töfchapparaten den Brandherd hn Güterwagen in umtk^Htger unb iachgemätzer Weife bdämphe. Dtt Verunglückten" waren Jungen de» Horstes Gtetzen des Deutschen Piad«mderbund<-, die sich auch Heer in den Dien* bet Sache gestellt hatten vümriche HUfs- unb BetttmasarbeUen ber Ko­lonne wickelten sich in vortrefflichster Weite ab und hin tert iesien bei den Bef chauern den Gin­druck, datz untere Gietzener Sanilütskotonne vom Boten Kreuz nach jeder Bichttmg hin auf der Höhe ist dast aber weiterhin auch die Beichs- bahn-Aellung-kolonne und -Einrichtungen auf unserem Bahndvi Giehen vollstes Bert rauen ge- niebtn Mr-en Der Inspetteur der oderhesflschen vanllüt-kolonnen. Sanitätsrat Dr. Hahn. Bab- Bauheim, prüfte die Sanität»mannschäften an Hand ber bei den ..Verunglückten' angelegten Bertände und äußerte tn feiner Kritik am Schluffe der Hebung vollst. nhelt mit den Leistun­

gen der Kolonnc. Er betonte befonders, Mtz er volle Anerkennung mcht etwa besMib aus'preche. wett die Kolonne chr Jubiläum I gehe, sondern Mtz diese auf Grund ihrer ausgezeichneten Lristun- acn tn ber Xat volles Lob verdiene. Dte Zrüchte btr hin gebenden Arbeit ber Führerschaft konnte man an Meten öraebniflen ber Koionnenarteit m einbruck-votler Wei^e demonstriert fehen.

Bach der Uebung marichlerten die Kolonnen unter Marschmusik geschloffen zum Katholischen BereinShaus, wo nunmehr bte gesellige Unter­haltung in ihre Bechte trat.

Da» gesellige Beijamntensein im Katholischen Ber- einshau» bejchlotz den in jeder Beziehung harmo­nisch unb eindruck»voll verlaufenen 10. Hessischen Kolvnnentag, zu dem rund 1000 Sanitäteleute au» allen Teilen Hessen» unb auch au» brfreunbrien oreuhischcn Kolonnen erschienen waren. 'Bei den flotten Weisen ber Kapelle Topp mürbe bie Kame­radschaft noch ein Stündchen gepflegt und dabei wiederholt mit Dankbarkeit die gastliche Ausnahme in Gietzen gepriesen

Wirtschaft.

Vie Leipziger Herbstmesse 1928.

Die deutsche Geschäftswelt hat nicht allzu graste Erwartungen an das Ergebnis ber bicsjährigcn Leip zigerHerb st messe geknüpft. Wenn man die beseitige Geschäftslage betrachtet, mußte bao ja auch aus ber Hanb liegen. Man versucht zwar hin unb wicbcr, ben Leipziger Messen einen tonjunkturför- bernben Einslust bcUunicffen, bas Ist aber wohl nur In sehr beschränktem Maste richtig. Volkswirtschaftlich gesehen finb ble Messen boch in erster Linie ein Konjunkturbarometer. Dost bei abflauen- ber Konjunktur ber Einkäufer, sei er nun Grossist ober Dctaiüist, in seiner Bedarfsdeckung ganz be- sonbers vorsichtig ist, liegt auf ber Hand: bast er es bei Gclbfätzcn, wie sie zur Zeit noch In Deutschlanb üblich finb, in ganz besonderem Grade sein must, ist ebenso klar. Er kann nicht bas Risiko einaehen, seine Lager zu füllen, ohne bie bestimmte Aussicht zu haben, sie in kürzester Zeit wiebcr abzustosten. Da nun bekanntlich bie Herdstmesie ein« verhältnismäßig größere Rolle für den Binnenmarkt spielt, al» bie Frühjahrsmesse, must nud) bie 'Binnenkonjunktur im Ergebnis für bie Herbstmesse maßgebender sein, al» es bic Frühjahrsmesse ist. Auf der anderen Seite ist allerdings seit der Stabilisierung die Leipziger Mc'ie wieder |o konsolidiert, baß man von einem wirk­lichen Mistcrsolg einer Leipziger Messe wohl über­haupt nicht mehr sprechen kann. Die Leipziger Mesic ist eben Der Ort, an bem sich ein großer Teil des gesamten Warenumsatzes abspielt. Die Möglichkeit, an Ort unb Stelle Qualität unb Preise ber Konkur­renz zu vergleichen, hat eben hierzu geführt. Die» gilt naturgemäß für bie eine Branche mehr, für bie andere weniger. Al» Sonderheit ber Herbstmesse kommt noch bas Weihnachtsgeschäft hinzu. Dieienigen Daren, bie mit Vorliebe nl» Weihnachts- cinfäufe in Betracht kommen, stehen baruni auch auf ber Herbstmesse im Vorbergrunde. Das heroor- stechciibsle Merkmal ber dic»jährigen Herbstmesse war bie a b s o l u t e U n e i n h e i t l i ch k e i t selbst inner­halb ber einzelnen Branchen. Währenb ein Aus­steller befriedigt mit gefülltem Orberbuch die Messe verlaßt, steht ber Konkurrent mit leeren Händen ba­tte liegt ble» augenscheinlich daran, daß ber eine mit

ieiatr Kollektion den beseitigen Geichmack zu treffen gewußt hat. btr andere aber nicht

Betrat es unter diesen Umftänbtn überhaupt meghto ist. da» Ergebnis in ben einzelnen Branchrn au zeichnen, ist festzustellen, boß bi« I e r t i I i n b u (t r i e im großen und ganzen nicht unbelrifbi^l war Am besten haben hier naturgemäß bte Fabrikanten berfemgen Artikel abgeschnitten, die zur Zeit von ber Mode bevorzugt werben Da» gilt von Sammet und Spitzen Luch Fabrikanten billiqer Ltapeiartikei Der­rn oetnen durch genügende Auftrage für eine gewisse Zeit Beschäftigung -u ftndei Denig -usrieden ist man In den »reisen der Spielmareninbu- U r i e , bu- bekanntlich unter ll«Versetzung und daher unter Schleuderpreisen zu leiden hat Schmu ck und Galanteriewaren fanden teiiwrif« per- sialtnisntaßig guten Absatz Hier zeigte sich auch ver­einzelt Interesie von selten de» Auslandes. Als uiaefo kann man wohl ble Schuh- unb Leber messe bezeichnen, die infolge be» Boykottbelcküpsie» be. Reich»ver''anbe» wnächst wenigsten» zur Bebeu- tung»loligfeit heradgeiunken ist. Gin Zeichen ber Zeit war ba» rege Inieresse. da» der Hella m »melle entgegengebracht worden ist, eine Messe, bi« In Leipzig noch dauernd in der Entwicklung begriffen ist. Einen guten Eindruck machte die Mesie inEhort- a r 11 f < l n . wenn auch ba» Ergebni» hier teilweise redit unbrfriebigenb war, so gewinnt man doch ben Eindruck, daß bie deuilche Industrie auf diesem Ge biete ihre Rückständigkeit gegenüber der englischen allmählich verliert.

Die Technische Messe spielt im Heri'st be kannklich eine geringere Rolle als im Frühjahr, ba ble großen Berbänbe der Elektro- und Maschinen Industrie die Mesie nur einmal im Jahr beschicken ein Beschluß, der durchaus gesund ist und der aus' immer straffer Aur Durchführung kommt. Der Schwerpunkt ber Technischen Mesie lag baher voll kommen in ber Baumesse, und dieser schein' auch, soweit sich überblicken läßt, voller Erfolg be- schieben zu sein.

Die Beteiligung b e « tl u » I a n b e war im allgemeinen nicht gering, selbstveritündlict, Darf man bie Frühjahrsmesse nicht »um vergleich heranjichen. Insbesondere soll die Maschinen- messe s)ier unb ba Auslanbinteresse unb auch Ab schlösse gesunden haben. Bemerkenswert ist, daß ui elf ad) Ausländer sich um Vertretungen beutfcher Maschinen- und Eisenwarenfabriken bemüht Haden sollen.

Im allgemeinen kann man der diesjährigen Herbst mesie bie Rote geben: uneinheitlich, | e h o di in Anbetracht ber beseitigen Kon i ii n f I u r l a fle noch befriedigend. Die Mesie al» bk bisher schlechteste Herbstmesse zu be- widmen, erscheint uns stark übertrieben.

Verlangsamung des Konjunkturrückganges.

Wahrend Ms Institut für Äonjunfturfütfcbung bitber In feinen Wochenberichten stets fvrlfchrei. tenden Bück gang in der Konjunktur auf Grund Ieiner Berechnungen feftgefttflt hat, kommt es diesmal in feinem neuesten Wochenbericht zu der Anftcht, daß M- Tempo ber Ab­wärtsbewegung ft to verla ngsamI habe. Da- Institut ist also in feinet Ausdrucks- weise recht vorfichtia bekanntlich sind gerade in letzter Zeit von b via-rlicher Hefte Angrifse gegen da- Konjunkturinstltut hinsichtlich seiner Äon- iunkttirprognose gerichtet worden, dl« sich be­sonder- auf die Derechmwg-weife unb dte von dem Institut verwandten statistischen Aufstellun­gen wendet. Wenn das Institut in feinem neuen Bericht selbst feststellen muh. Mtz die leichte Beffecung des Geschäft-ganges saifonmätzlgen Thacalter hat. und sich daher tn erster £>mk auf die Derbrauch-güleriubustrwn infolge der Vorbereitungen für das Weihnachtsgefchäst unb auch einer gewissen, yvn der Leivziger Messe au-gehenden Bewegung erstreckt, so kann natürlich au- dieser Tatsache nicht gefolgert werden, ob sich tatsächlich in der koniunktuvellen Entwick­lung eine Besserung zeigt. Man muß immer be- denken, daß diese Art Berichte, zumal da man weiß, daß das an bas Statistische Beichsamt an­gelernte Institut für Konjunkturforschung über ba- umfangreichste stotistifche Material ln Deutsch­land überhaupt her fügt, von den Gewerkschaften für ihre lohnpolitischeu Maßnahmen beton* gezogen wird. Dir stehen bekanntlich im Herbst vor einer neuen Lohnbewegung, in bte die Ge­werkschaften mit der gleiten sorgfältigen Bor­bereitung hineingehen werden, wie biSyer. Un- fereS Erachten- zeigt die Konjunktur nach wie