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Nr. 207 Erster Blatt

178. Jahrgang

Montag, 5. September 1928

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Pnd ewb Perlog: Vrühl'fche U«tve7st1Lt»'v»ch' nnö Stetibrederet R. tauge in Gieren. Sdfriftleiting nnö Seschüstrttest^ Schilstrafee 7.

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Dr Jntbr TDtib Langt. Derantworth* für Dohnh Dr Fr Will) Langt für Feuilleton Dr h Thynot, für btn übrigen led Ernst Slumldjein, für den An» >eigtnttil flurl fyiDmano, iämtltd) in Gtesten

Todesflug des französischen Kandelsmimsters Volanowsli.

Absturz mit dem Flugzeug kurz nach dem Start. - Flammentod des Ministers und vier weiterer Passagiere.

Der neue Abschnitt.

Do» vien. Xeparatleneiabr, da. letzte der |og. -chon- bzw. Uebergangsiahre, M am .31. Huault zu Ente gegangen. Nun tritt Deutsch­land in ba» erste Rorrnalsahr btt Nepa» rationazahlungen etn, di« den Betrag von 2L Milliarden Mark al» Iahresannuität nach dem Daw«»plan ausmachen. Ein kurzer Ueberdllck über die ab gelaufenen vier R«paraiion»jahre 3<i0t. da st e» Deutschland gelungen ist, die idm auscrlegicn :Zahre»zahlungen auszudringen, so dah tatsächlich im Einblick aus dtesen L e i st u n g » . r f o I g von einem li unf Monieren de » Dawe » pIa nee gesprochen werden kann, «an., ander» mutz sevoch da» Urteil aussallen, wenn man untersucht, od der Daweeplan nach den von kintn Sachvcrstänbigen aufgrftefltrn Grundsätzen, überhaupt nach dem ihm unterliegenden ei n n funktioniert hat. Der Plan jwl)! bekanntlich vor, dast Deutschland aus den Ueberschüssen seiner Zahlungsbilanz die 'Reparationen leisten soll. Diese wesentliche Grundlage be» Dawesplan», in der schließlich nichts andere» zu sehen ist, al» bic (tzewahr b,ro. der Schutz gegen überspannte Leistungesorderungen, die am Ende zu einer Neparationszahlungeunsähigkeit Deutschlands durch Heroorrusung wirtichastiicher Krisen fuhren könnten, liegt ,edoch den von Deutsch­land vollzogenen Reparationszahlungen nicht zu- runde. Denn Dcuifchland hat sich einerseits durch Aufnahme erheblicher Auslandskredite die Devisen für die Barzahlung an den Revara- iiontaflenicn erst kaufen müssen, andererseits ist bic scheinbar günstige Entwicklung ber Reparationen daraus zurückzusühren. dast besondere in dem setzt ubgtlaujenen Reparatianejahre die Sadjliefe« runflequotex der Reparationeglaudiger, vor- nehnüich non «Frankreich, welches bekanntlich den arostten Vlnteil an den deutschen Reparation»- leiiiungcn hat. stark ausgenupt worden sind. Gewis, last, die Entwicklung de» Bolkseinlommen» und der Reichefinanzen ee al» wahrscheinlich gelten, dast Deutschland die normale erste Dawesannuität m Höhe non 2,5 Milliarden leisten wird. Aber diese Tatsache löstt den Schluß, dast e» Deutschland auch ineiterhin möglich sein wird, die Plormalleiftunflfn uufzubnngen, ganz und gar nicht zu. Unb ebenso wie her Verlauf der abgelaufenen vier Reparation»- «ähre keine grundsätzlichen Aufschlüsse bezüglich der Richtigkeit de» Reparationssnstems bzm. eine» Funktionieren» de» Dawesplans in dem non den Lachverstand>gen sestgelegten Sinne bieten kann, wird auch das erste Normasiahr für di« zu- künftige Enlwicklung den so nötigen Aufschlutz, der gerade im Interesse Deutschlands liegt, nicht geben können, so dost bi» hinein in die ersten normalen Reparationssahre über Deutschland da» Damokies- ichwert der Reparationen mit seinen ungünstigen Einwirkungen aus Wirtschaft und langjährige Dis­positionen, aber auch über der Weltwirtschaft han­gen wird. Die Frage, auf die ee innerhalb de» Reporalionvproblems ankommt, nämlich, ob Deutschland auch zahlen kann, sobald e» gezwungen ist. au» eigener straft, d.h. aus wirklichen Ueberschusien einer aktiven Zahlunqs- biianz feine Reparationeleistungen zu pollbrinacn, ist nach wie vor gänzlich ungeklärt. Man kann sich natiirlich auf den Standpunkt stellen, tefe man ruhig die Enimickliing auf dem Reparation»- iKbiete abivarten folle, da ja doch einmal tatsäch­lich die .strisi» kommen mutz. Aber c» bleibt zu be­denken, dast eine Reoarationekrifis wenn auch keine Wirtict>istskrisi» herbeifuhren. so doch Deutschland winschastlich und politisch in höchstem Maste schaden kann. Die deutsche Reparation-Politik must daher stet» ein positives Urteil über die wirtschaflichen Gefahren der vollen Reparationeleistungen gegen­wärtig haben, die sie bann immer einer etwaigen Revision bee Daweepiane» zugrunde legen kann.

Unsere Leistungen

im vierten Oawesjahr.

'Berlin, 1. Sept. (QB'B ) Der General­agent für die Reparationszahlungen teilt mit. dast tn dein mit dem 31. August b. 3. ab- schleßenden vierten Jahre beS Lach- vcrständigcnplane»

Deutschland alle Zahlungen in vollem Umfange und pünktlich zum Jällipfeltetermln gemacht bat

sowie dast im Verlause des 3abre» Transfers in einem Betrage vorgenommen worden find, der den Iahcese.ngängen im wesentlichen gleich» kommt. Die von deutscher Veite innerhalb deS vierten Annuitätsjahrc- tat'achUchein* gegangenen Zahlungen beiden sich auf 17 4 6 M i l li on « n G o l dma rk mit Sin'chlust zweier Zahlungen zur Vollendung der br.tten Annuität bic erst im September 1927 cing.ngen und sich auf 75 Millionen beliefen Die vierte Annuität selbst beläuft sich auf 1750 Millionen Goldrnork, und d.e beiden Zah.ung:n, bic zu ihrer Vollen­dung notwendig Und. mSgdamt rund 79 Mil­lionen (Bolbmarf. werden im September 1928 süllig. Die erste bider beiden Zahlungen, die bi« letzte Jahresrate für den Zinfendienst der deutschen Gifcnbahnobl.gationen darstellt, ist be­reits am 1. September 1925 geleistet worden. Sie beläuft sich au 55 Millionen (Sridmark. <58 bleibt noch die lehre Rate des Iahrestcitroges aus der Vcförderungssteuer zu erlegen, d e nicht vor dem 21. September fällig wird

Die ©cfamlfummc ber während des vierten Annuitätsjahres oorgenommenen Transfers be­läuft sich in runden Zahlen aus 1739 Millio­nen Goldmark.

D.e Transfers in fremder Mährung beliefen fich insgesamt aus rund 943 Millionen oder 54.23

pari»,?. Sept. (UJIB.) Da, Verkehrsflugzeug, da» den hantelsrninisler Bokanowski, der zv- glcich Leiter der Hantetslustschisfahrt ist, heule vor- mittag von dem Flugplatz Tool zu einer Jlug- ueranflaltang de» Luftfahrtverdande» der Auvergne nach tfermont-Jerranb führen sollte, ist um 9.15 Uhr, zwei Minuten, nachdem e» den Flugplatz ver­losten hatte, in 500 Meter Höhe über der Croij de Helge in Brand geraten und ab- geslürzt. Sämtliche Insassen Haden den I o d ge­funden, und zwar autzer hontelsmlnister Bota- nowski der Direkt^ der Internationalen Cuft- schiffahrtsgefellschaft, der pilol, der Mechaniker und der Funkenlelegraphist.

Maurice B o k a n o w f f i wurde am 31. August 1679 in Le Havre geboren Gr besuchte die Han­delshochschule in Marseille und wurde später Anwalt am Appellationsgericht in Paris Am 10 Mai 1914 wurde er alS Abgeordneter deS Seine-DeparlementS in die Stammet gewählt, wo er der republikanisch-demokratischen Linken ange­hörte. Bei Kriegsausbruch trat Bokanowski als Freiwilliger in das He.*r ein. wurde im Laufe de» Krieges Offizier und machte den ganzen Feldzug in Frankreich und an der Saloniki- Front mit. Aach Kriegsende wurde er Präsident der Zollkvmmisiivn und beeinfluhte in dieser Stellung die IranLösifche DirtschastSpolitik der Rachkricgszeit Auf seinen Anregungen beruhen verschiedene grobe Wirtschafts-> und smanzpoli- tifche Vefetze Frankreichs

Berichte von Augenzeugen.

Paris. 2. Sept. Heber den Unfall deS Flug­zeuges liegen folgende Einzelheiten vor Das Flugzeug legte nach dem Aufstieg etwa zwei Kilometer zurück und befand sich in einer Hohe von 100 Meter. alS der Motor Fehl­zündungen hatte. SS stürzte plötzlich senkrecht ab. und alS eS den Boden berührte, geriet eS sofort in Brand. GS handelt sich um einen Spad Doppeldecker mit 420 P. S. Aach Ansicht von Fachleuten soll die Tourenzahl deS Motor» plötzlich nachgelassen haben, und der Führer soll zu einer Notlandung gezwungen worden fein.

Gin Augenzeuge schildert den Vorgang sol- pentermaßen ich befand mich an der Grenze deS Flugplatzes, als das Fluozeug in etwa 150 Meter Höhe vorbeiilog. Plötzlich machte der Apparat eine Rechtskurve, man hatte den Gin- druck. alS ob er landen wollte.

Lr stürzte steil ab unb geriet etwa hundert Meter von der Strafet, die den Flugplatz be­grenzt, in Brand.

AIS kurz nachhec 5 Di baten d.s dort Rationierten FliegcrregimentS b?roeiciltcn, konnten sie nur noch einige Ucberrcftc d.'S Flug eapeZ fcststellen. Sämtliche Insassen waren tee.its ver­kohlt. Die Leiche teS HandelSministers konnte an ter Plallnarmbanduhr lestgestellt werden, die er trug.

Als das Flugzeug abstürzte unb in Brand geriet, eilten sofort mehrere Augenzeugen zur Unglücks- ftcllc, konnten aber nichts ausrichten, ba infolge bes Aufschlagens

beide Brtnnffoffbcbälter gebarst tu waren unb der au»flromenbe Bdriebefloff btn Flammen neue Nahrung gab.

Man mutzte dem Dernichtungsprozeß hilflos zu- sehen, und erst nach einer stunde, als die Flam­men erloschen waren, war e» möglich, näherzu- treten. Die Storger der fünf Insassen waren beim Sturz aus dem Apparat geschleudert unb auf biefe Weife unter ihm begraben worben

OielehieStundedesMinisters

Paris, 2. Sept. <WB) Der Leichnam bes Handelsminiftcrs Bokanowski wirb im Laufe

Prozent der gc'amten Transfers, während die in Gestalt von Re.chsrnarlzchlungen in Deutschland vorgenommenen Transfers lich auf 796 Millionen oder 45 77 Prozent der E<lamttran8ferS bcl.c- f«n. Be. Ge'chäHsabfchcutz am 31. August 1923 belief 'ich der Eekamllassenbestand auf Rechnung deS Reparat.onsagenten auf 189.5 Millionen Goldmark. währen) die verfügbaren Staffen* bestände zu Beginn des Jahres 185.5 Millionen betragen haben.

Mandatsfragen im Bölkerbundsrat.

Genf. l.Sept. <TH ) Der Dölkerbu ndS- r a t nahm am Samstag tn feiner öffentlichen VorminagS'itzung ohne Diskuffion den Bericht über die letzten Arbeiten ter international-n Äommif ion für geistigeZufammcnarbeit und einen Bericht über den Stand brr Satin- iminfltn ter unter Mitwirkung de- Döllerbun- des ausgearbeiteten Stonvenllonen und Abkom­men entgegen. Der Bericht der Kommission über die Kontrolle der privaten ASaffenher- ftcllung wurde ohne DiSkustion an die Voll­versammlung überwiesen.

ber Nacht von loul nach Pari» übergeführt unb im Hantelsministerium aufgebahrt werben. Die Bei­setzung erfolgt nach einer Angabe von Innenmini­ster so r raut höchstwahrscheinlich am kommen- ben Mittwoch. Bokanowski war vor einiger Zeit au» '21 nlafe be» Fluge» von Le Brix unb Cochct beschuldigt worben, er habe diesen Fliegern bet ihrem Daucrfluge nicht die nötige annliche Unter- iiutzung zuteil werden lassen, und er mufete deshalb Ichivcrc Angrisse über sich ergehen lassen. Rament- lich in Flieger kreisen soll er auf gewisse Wider st ändc geftofeen sein. Wohl aus bleiern Grunde erklärte er, wie Haoas berichtet, icherz- hasterrveise kurz vor dem heutigen Aufstieg zu einem anaresenden General:

Vie Journalisten behaupten, dafe ich niemals ein Flugzeug besteige und dafe sie, wenn ich mich einem Apparat nähere, sehr besorgt sind, mich gegen alle Gefahren zu sichern. Sie sehen, dafe eine Cuftrelfe m i ch keineswegs schreck t."

Frau Bokanowski befindet sich in Tompiegne in der Sommerfrische. Die Mitteilung von dem UnfaU wurde ihr durch den Minister de» Innern Sariaut überbracht. Der Präsident ber Re­publik und Außenminister Briand haben Frau Bokanowski sofort ihr Beileid ouepebrüdt. Boka­nowski hinterläßt drei Söhne. Minister Pgin- le dc hat sich an bic Unsallslelle begeben unb ist heute nachmittag in loul cingetroffen. Der Flug- zeugführer S) a n i n besaß sein Fiihrerzeugnl» leit 1916 unb hatte insgesamt 6000 Flugstunbcn zurück- gelegt

Vie Crgebniffe der ersten Untersuchung.

Pari», 2. Sept. (DTB) Vic ersten Ergebniste ber sofort von ber Staatsanwaltschaft unb Flugloch, verständigen cingelcitctcn Untcrsuchuna über das Unglück zeigen einwandfrei, daß der Unfall auf Geschwindigkeitsoerlust zurückzusühren ist. Erst nach dem Ausschlagen auf den Boden ge­riet das Flugzeug in Brand. Es ist anzunehmen, daß

die fünf Insassen bereit» vor dem Aus­bruch de» Feuers gestorben sind.

Genf, 2. sept. (WTB) Der Führer der deut­schen Delegation für die 9. Bölkerhundsoersamm- lung, Reichskanzler Hermann Müller, ist heute abend 8.30 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Zuge in Genf eingetroffen In seiner Begleitung be­fanden fich Staatsfekretär Dr. P ü n b e r von der Reichskanzlei, der Reichspresteches, Ministerialdirek­tor Dr. Z e ch l i n und verschiedene weitere Mitglie- ber ber Delegation, darunter Reichslagsabgeorb- neter Dr. B r e i t f ch e t b Zur Begrüßung hatten sich Staatssekretär Dr. v. Schubert, Mmisterial- birehor Dr. Gau », Graf Bernstorfs und an­dere Herren der deutschen Delegation zur Rats­tagung, sowie deutsche Mitglieder des Generalsekre- tarials mit UntergeneraIfefretär Dufour-Fe- ronce an der spitze, emgefunben. Der Reichs- konzler, ber feine Reife zu emer kurzen Begegnung mit Reichsaußeuminifter Dr. etrefemann in Baben Baden unterbrochen hatte, würbe in Bafel non dem deutschen Gesandten in Bern. Dr. Adolf Müller, begrüßt, der die Delegation bi» nach ölten begleitete. Die übrigen parlamentarischen Mit­glieder der deutschen Delegation, Staatssekretär z. D. v. Rheinbaben, Prälat ftaat unb Frau

Sodann erstattete der holländische Autzenmrm- ster den Bericht über die Mandatskommis­sion. Hierbei kam es zu einer längeren, leb­haften Debatte. Die Manda.slommstsion hat da» am 20. Februar d. 3. zwischen England unb dem Gmir von Transjordanien abgeschlos­sene Abkommen beanstandet, da durch diele» entgegen ben Mandatsbestrmmungen tes Völkerbundes die englische Regieruno dem Gmir von Transjordanien völlige Machtbefugnisse ein­räume.

Die Mandatskommission bezweckte, zu dem Widerspruch zwischen dem Abkommen unb den Mandatsbcstimmungkn be» Völkerbundes Stel­lung zu nehmen.

Hierzu gab Lord Eufhendun im Ramen der englischen Regierung eine Erklärung ab. Die englische Regierung sehr sich nach wie vor voll für das Mandat in Palästina und Transjordanien verantwortlich. Die eng- llsche Politik folle unabhängige und selbständige Staaten schaffen. Tas 3ral^; iet befinde sich be­reits in dieser Entwicklung, das Abkommen der englischen Regierung mit dem 5mir von Trans­jordanien stehe keineswegs im Diterfpruch zu den Mandatsbestimmungen des Völkerbundes. Der Völkerbunds rat nahm sodann einstimmig

Sämtliche Zeugenau»sagen stimmen darin überein, daß das Flugzeug noch gcstcrn nachmittag in Le Bourget besonders eingehend geprüft worden war 1*9 führte 700 Liter Brennstoff mit sich, bic auf zwei Behälter verteilt waren. E» flog gegen den Wind in östlicher Richtung an unb flieg schnell 150 Meter hoch In vielem Augenblick besanv es sich nicht mehr über dem Fluaplatzdclande, sondern über einem Ge- iceibeseld. wahrscheinlich wurde bann bic Schwen­kung ausgeführt, um (üblichen Kurs einzuschlagen. In biefern Augenblick fetzte ber Motor au» unb ba» Flugzeug stürzte senkrecht auf ba» (Rctrelbefelb ab Propeller unb Motor schlugen mit großer Ducht aus den Boten, ber infolge der Trockenheit beton­ter:. hort war, aus Der Apparat legte st ch vollkommen über ble Insassen.

pariser Nachrufe.

Pari», 2. Sept. 'TH.) Der .Jcmpl wid­met dem DcrunglüdKn Handel-- und Luftfahri- ininrster einen ehrenvollen Rachruf. in dem er auf feine außerordentliche Begabung hinweift, die sich in den fchweren wirtschaftlichen Verhante hingen, di« er zu führen hatte, glänzend bewährte. Bokanowfli fei ein hervorragender Repu­blikaner, ein guter Fvanzofe und ein wertvoller Menfch gewesen.

Da» .Journal de» D < b a t s" rühmt den leichten und tewegiichen Geist de» Handel»mini« sters. ter sich vor allem bei der Lösung von schwierigen Finanzsragen gezeigt Hobe.

Die Abendblätter weisen darauf hin. baß Do- kanowfki bereit» der zweit« französische M i n i st e r ist, den der T o b d u r ch e t n Flug­zeugunglück ereilt. 3m 3ahre 1911 sei ber französische Kriegsminister D e r t e a u j ebenfalls von einem Flugzeug getötet worden, da» auf eine Gruppe Menschen herabstürzte tn der er sich befand.

Der ^luazeugführer schon einmal verunglückt.

Pari», 3. Sept. IDTD Funkspruch.) Zu ber Flugzeugkatastrophc berichtet .Malin' daß der Führer De» verunglückten Flugzeug- Hanin als Berkehrsflieger zwischen Parts und London im April 1920 bereit- einmal bei einem Sturm im Kanal ab stürzte unb von einem Fischerboot gerettet wurde.

Lange-Brumann sind bereit» im Laufe bee heutigen Nachmittag» in Gens angekommen.

Oer Reichskanzler betont unser Recht auf Räumung.

Berlin, 1. Sept. (WD> Bor feiner Abreise nach Genf hat ber Reichskanzler bein Ber­liner Vertreter bes ..International News Service" auf feine Frage, welches zurzeit bas w i ch t i g ft e politische Problem für Deutfchlanb sei. geantwortet:

Da» ganze deutsche Doll ist sich ohne Rücksicht auf Parteizugehörigkeit im gegenwärtigen Zeitpunkt in nationaler Hinsicht in einem Wunsche einig.

L» ist die» die Zurückziehung ber auf deutschem Gebiet stehenden französischen, englischen unb belgischen Besahungsarmeen in Stärke van rund 67 000 Mann. Man versieht nicht mehr in Deutschland, weshalb diese Truppen auf deutschem Boten befassen werten, nachdem so­wohl aus dem Gebiete ter Reparationszahlun­gen wie auf dem Gebiete ter militärischen Ab­rüstung ter Beweis erbracht worden ist. daß

«Ine Gntfchließunlg an. in der von der Ersiärung de» englischen Delegierten zu dem Abkommen Jtenntni» genommen wird unb

nach ter die englische Regierung, bk sich gegen- über dem Rat als voll verantwortlich wegen der Anwendung ter Mandcttsbestimmungen in Palästina uaö Iranejorbankn ansieht, aner­kennt, dah das Abkommen ter englischen Regie­rung mit Ican»jorbankn mit den Grundsätzen ter Völkerbunds Mandate übereinftimml.

Paul-Doncourt gab sodann die Erklä­rung ab, die Vorwürfe ter Manda t »komm i si ion, die iranzöfische Regierung zeige einen übertriebenen Liberali»mus hinsichtlich ter De» toaftung ter Mandatsgebiete in Syrien und Libanon, mühten als unbegründet zurück- gewiefen werten. Da» Ziel ter Manda^Verwal­tung s«i. die Völker dieser Länder zu ctn«r un­abhängigen Verwaltung zu erz.ehen. Der Völker­bund allein habe zu entscheiden, n>ar.n i er Augen­blick für bic völlige Hnabhängigkeit d efer Ge­biete gekommen sei. DiS dahin hätten die Man­datsmächte die Pllich: alles zu tun um die Öeffentllchkeit dieser Länder in der Richtung einer eigenen Regelung ihrer Aufgaben zu ent­wickeln.

Oer Reichskanzler in Genf.

Oas deutsche Volk fordert einstimmig die Räumung.